Intelligenz Olatt für die Provinz Ohberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. Mittwoch, den 16. April a— ——— 5——— ———— Amtlicher Theil. Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Gruͤnberg an ſaͤmmtliche Großh. Buͤrgermeiſter dieſes Kreiſes. Betreffend: In Unterſuchungsſachen wegen eines zum Nachtheile des Heinr. Lang von Hopfmannsfeld ſtattgefundenen Diebſtahls. Der in nachfolgendem Signalement näher bezeichnete Gottfried Staubach aus Herbſtein hat ſich der gegen ihn wegen obigen Diebſtahls eingeleiteten Unterſuchung durch die Flucht entzogen. Sie werden beauftragt, auf denſelben invigiliren, ihn im Betretungsfalle verhaften und wohlver— wahrt an mich abliefern zu laſſen. Grünberg den 9. April 1845. Bab ier Signalement des Gottfried Staubach von Herbſtein. Alter: 21 Jahre. Größe: 6“ 7“. Haare: blond. Stirn: rund. Augen: graulich. Augenbraunen: blond. Naſe: auf— worfen, ſtumpf. Mund: der obere Theil in die Höhe ge— worfen. Bart: klein. Kinn: ſpitz. Geſicht: länglich. Ge— ſichtsfarbe: weiß. Statur: ſchlank. r an die Geiſtlichen und Lehrer im Großherzogthum Heſſen zu gemeinſamer Theilnahme an dem Ver— eine gegen das Branntweintrinken. — Ehrwürdige Männer im Dienſte des Herrn, geliebte Brüder in Chriſto! An Euch, die Ihr als Lehrer an Kirche und Schule erkoren ſeid, das Heil der Menſchen zu foͤrdern, ergeht vor allen Andern dieſer Hülferuf! Er kommt aus liebenden, vertrauenden Herzen; nehmt ihn mit Liebe und Vertrauen auf! Als wir vor beinahe acht Jahren unſre Kräfte ver— einigten, um Einhalt zu thun den unſaͤglichen Verheerungen, die das größte Uebel der Zeit, der uͤbermäßige Branntwein— genuß anrichtet, und zum Kampfe gegen den furchtbarſten Feind aufforderten, der je die Fluren unſres Vaterlandes betreten, waren unſre Blicke beſonders auf Euch gerichtet, mit freudigem Sinne hoffend, daß, wenn auch ſonſt Nie— mand, doch Ihr Euch an uns anſchließen und die helfende Bruderhand reichen würdet. Galt es doch dem Wohle unſrer Mitmenſchen, dem Gedeihen unſrer Gemeinden, dem Kampfe gegen den grauſamen Zerſtörer unſrer Wirkſamkeit, dem Kampfe für Gottes und Jeſu heilige Sache! Täuſchten wir uns auch in dieſer Hoffnung nicht ganz, traten auch Einzelne aus der Nähe und Ferne in die kleine Kämpfer— ſchaar, ſo mußten wir doch mit tiefem Schmerzgefühle wahr— nehmen, daß gerade in unſrem Vaterlande, ſelbſt bei den Führern des Volks, dieſe Sache ſo wenig Anklang fand, während ſich faſt überall, wo ſolcher Hülferuf ertönte, zahl— reiche Schaaren vereinigten unter der Mäßigkeit heiligem Panier.— Sollten wir nun zweifeln an Eurer Liebe zu den unter dem Joche des verderblichſten Laſters ſeufzenden Brüdern? zweifeln an Eurem Eifer für das Wohl Eurer Gemeinden, an Eurer Treue gegen den, der Euch zu dieſem Kampfe berufen? Nein, das können, das wollen wir nicht! Wir ſind vielmehr der Ueberzeugung, daß entweder nur Unkenntniß der Größe und Furchtbarkeit dieſer Seuche, oder Mangel an Vertrauen zu unſrer Sache Euch bisher unentſchieden ließen und Euren Beitritt nur verzögerten.) Darum laſſen wir nicht ab und werden nicht müde, Euch zu bitten und zu beſchwören, unſre Sache zu prüfen,— zu prüfen, ob ſie nicht Gottes und Jeſu Sache und darum auch Eure Sache ſei. Auf Euch ſehen Eure Gemeinden und Alle, die der Herr Euch gegeben. Wollt Ihr ihnen nicht vorangehen mit Eurem Beiſpiele als die und treuen Hirten? Könnt Ihr länger zuſehen, wie ude Wolf in Euren Heerden wüͤthet und grauſam hinwürgt, die Ihr bisher mit treuer Liebe gepflegt und erzogen? Nein, Ihr könnt nicht langer ſäumen, Euch mit uns zu vereinigen, damit wir ſtark werden gegen den Feind, der, wenn wir uns nicht Alle gegen ihn waffnen, unſerem Vaterlande immer tiefere W ſchlagen wird. Ja,— das bedenket wohl!— nicht würdig an unſrer Stelle ſtehen ind ruhig einſt vor Gott treten, wenn wir nicht von heili— gem Feuer entbrennen, zu helfen und zu retten. Auf denn, auf zum heiligſten Kampfe! Gott iſt mit uns, er hilft uns zum Siege, der größere Segnungen ver— breiten wird, als alle Siege, die je auf Deutſchlands Flu ) Wir empfehlen zu gefälliger Beachtung die eben erſchienene Schrift: „Des Volkes Noth unb Rettung, oder die Mäßigkeitsvereine nach ihrer Nothwendigkeit und ihren ſegensreichen Wirkungen, geſchichtl. dargeſtellt für das Volk und ſeine Freunde von K. Strack. Fried- berg, Bindernagel 1845. 162 S., kl. 16“, 24 kr. und ſollten unſre Lebensjahre en Kampfe, ohne das Morgenroth zu ſchauen,— dort, wo die treuen des Himmels Glanz, wird uns die en muthigen Kämpfern verheißen hat!— 5 bie Brüder, die Ihr geſonnen ſeid, mit uns zum heiligen Bunde zuſammen zu treten, laßt uns bald Euren Emſchluß, ſowie geeignete Vorſchläge zur Bildung eines über unſer ganzes Vaterland ſich erſtreckenden Vereines zu— gehen. Wetterfeld, im Kr. Hungen, den 21. Febr. 1845. Der Vorſtand des Mäßigkeitsvereins: Koch, Pfarrer zu Wetterfeld, Arnoldi, Pfarrer zu Gonterskirchen, Budden, Gr. Steuercommiſſar zu Grünberg, Draudt, Pfarrer zu Münſter, Ebel, erſter Pfarrer und Inſpector zu Gruͤnberg, Ebel, Pfarrer zu Winnerod, Glaſer, Rector zu Grünberg, Schadt, Conrector zu Laubach, Steinberger, zweiter Pfarrer zu Grünberg, Wahl, Pfarrer zu Ruppertsburg. ren ertämpſt worde Lehrer leucht n Krone, die Got Großgerau, 8. April. In Folge des zu Ende vorigen Monats eingetretenen Regenwetters und der raſch ſchmelzenden Schneemaſſen ſchwollen der Rhein und der Main in ihren Ufern der hie⸗ ſigen Gegend in auffallender Eile empor; die in dieſe Ströme ſich ergießenden Bäche und Graben aus unſerer Gegend wurden zurückgeſtaut und ſchnell waren die Fluren in der Nähe des Rheins,— bis vor die hieſige Stadt,— mit aufſchwellendem Waſſer überdeckt. Bald ſtieg daſſelbe bis beinahe an die Kronen der hohen Landdämme und die ge⸗ ungſteten Bewohner der Niederungen beider Flüſſe fürchteten nun das hereinbrechende Verderben.— Wie bald trat dieſe Ahnung verwirklicht ein! Trotz aller Anſtrengungen brachen die Dämme des Rheins und des Mains in der Gegend der Mainſpitze;— der linkſeitige Damm des vom Rhein zurück⸗ geſtauten Schwarzbachs zwiſchen Wallerſtädten und Aſtheim, ſowie der Damm am Main bei Biſchoffsheim;— und jetzt bildeten die Niederungen von Erfelden bis Ginsheim und Biſchoffsheim einen großen, beinahe 6 Stunden langen 2—3 Stunden breiten, unabſehbaren See, aus welchem die Orte Leeheim, Geinsheim, Wallerſtaͤdten, Aſtheim, Ginsheim, Biſchoffsheim und eine Menge einzelner Höfe, wie kleine Inſeln, hervortauchten; ein großer Theil der Gemarkung Crumſtadt wurde durch einen Bruch des Sandbachdamms tief unter Waſſer geſetzt und der hoch gelegene Ort Kelſter— bach vom weit ſich verbreitenden Main ſo ſehr uüberſchwemmt, daß alle Verbindung dahin abgeſchnitten war. Das kla⸗ gende Sturmgeläute in den bedrängten Dörfern, das Rau— ſchen und Toſen der Fluthen, das Hülferufen und Schießen der Dammwachen boten in zoei ſchrecklichen Nächten ein ſchauervolles Bild den tief ergriffenen Bewohnern der Um⸗ gegend dar.— Die Noth war groß, ſie erſcheint aber jetzt, nachdem ein ſchnell gebildeter Verein den Schaden der be— drängten Gemeinden zu ermitteln begonnen, unendlich groß! Der arme Tagloͤhner, welcher ſeit 8 Wochen keinen Verdienſt durch Arbeit finden konnte, verlor die wenigen Nahrangsmittel; der kleine, mit Schulden überhäufte Bauer muß auf die Erndte ſeiner Winterfrucht verzichten und die Hoffnung aufgeben, die naſſen Felder vor Ablauf der Saat— zeit für die Sommerfrucht zubereiten zu können; viele Tau⸗ 118. ſend Wagen voll Dung ſind auf den Feldern verſchwunden. Gebäude ſind eingeſtürzt oder dem Einſturz nahe, und ſehr viele Wohnungen, mit Waſſer gefüllt, bleiben auf lange Zeit unbewohnbar.— In dieſer trüben Nacht ſo großen Unglücks aber tröſtete die Heimgeſuchten die lebendige, werk⸗ thätige Theilnahme vieler Menſchenfreunde, welche die erſte Noth wenigſtens zu lindern ſich beeilten. So erquickte z. B. die verehrliche Bäckerzunft in Darmſtadt mit 516 Laiben Brod die hungernden Armen; ungenannte Wohlthäter aus Mainz ſendeten Schiffe voll Brod nach Ginsheim und Biſchoffsheim und mehrere, vom Waſſer verſchont gebliebene Gemeinden des Kreiſes ſind durch ſchnell gereichte Spenden von Lebensmitteln ihren Brüdern zu Hülfe gekommen.— Nur mit Worten können die Armen öffentlich hier danken, aber den Lohn finden dieſe Menſchenfreunde in ihrer Bruſt, in dem ſtillen Bewußtſeyn: den Glauben an Bruderliebe erhalten und geſtärkt zu haben. Möge ihre fromme Werk⸗— thätigkeit recht bald reichliche Nachahmung finden!“) Heim, Großh. Heſſ. Kreisrath des Kreiſes Großgerau. ) Wir erlauben uns die Leſer auf die beiden Comité's aufmerkſam zu machen, welche ſich in Friedberg und Grünberg gebildet haben, milde Gaben für die Waſſerbeſchädigten in Empfang zu nehmen. Die Redaction. Friedberg den 14. April 1845. Herr und Frau von Hoxar beabſichtigen bis zum 20. oder 27. d. M. eine dramatiſch⸗deklamatoriſche Abendunterhaltung auf Subſeription zu veranſtalten. Für die erſte Abtheilung haben ſie den Vortrag der„Anti⸗ gone“ Tragödie des Sophokles gewählt.— In Herrn von Ho xar lernten wir einen Schauſpieler von großer Befähigung kennen— begabt mit einem kräftigen, ſonoren Organe, wel⸗ ches hinſichtlich ſeiner Weichheit und ſeinem Schmelze wohl geeignet iſt, die Tonleiter der Empfindungen in ſolchem Meiſterwerke duͤrchzulaufen und treu wieder zu geben. Herr und Frau von Hoxar, früher Mitglieder des Hoftheaters zu Meiningen, ſind ſchon viermal in der„Antigone“ in den Haupt⸗ Rollen aufgetreten; die deutſche Theaterzeitung vom 22. April 1844 re⸗ ferirt über die Leiſtungen dieſes Künſtlerpagres im Auszuge Nachſtehendes: „Hoftheater in Meiningen.“ Am 2. April wurde uns zur Geburtsfeier „Sr. Hoheit des Erbprinzen Georg„Antigone vorgeführt und wir „müſſen geſtehen, daß die Aufführung all' unſere Erwartungen übertraf. „Die prachtvolle Ausſtattung hat wohl nur in Berlin ihres Gleichen „gehabt. Der Intendant war raſtlos thätig und gab ſich unendliche Mühe, „die Löſung der ſchweren Aufgabe möglich zu machen.. „Herr von Hoxar gab den Kreon und befriedigte uns ganz. „Wollten wir eine Ausſtellung machen, ſo wäre es die, daß wir ihm „etwas weniger Leidenſchaft bis zur Kataſtrophe gewünſcht hätten. Dieſe „wirkt dann um ſo tragiſcher und großartiger, mit je größerer Ruhe er „bis dahin ſeinen Weg verfolgt hat. Das Schickſal bricht über den kalt „berechnenden Staatsmann herein und erdrückt.— „Aber auch ſo wird Herr von Hoxar in dieſer Rolle überall „mit Ehren auftreten können. Ihrer Aufgabe auch vollkommen gewachſen „war auch Frau von Hoxar in der Titelrolle, für welche ſich ihre ganze „Individualität eignet: Beide wurden ſtürmiſch gerufen. Wir können „dieſe Vorſtellung als die gelungenſte der ganzen Saiſon bezeichnen; die „Sprüche der Weisheit, die in jeder Zeile ſich wie Perlen aneinander⸗ »reihen, ſind ein treffliches Mittel, den Geſchmack des verwöhnten Publi— „kums für das Einfachſchöne zu gewinnen; die Tragödie wurde ſeither „Biermal wiederholt. Dr. L. Köhler. . zweite Abtheilung: Eine Blumen ⸗Vaſe mit den ſchönſten Blüten aus dem Gebiete der Kunſt und des Humors— oder Etwas für Jedermann, wird der Zettel näher bezeichnen. Indem wir dieſe Soirée als eine Außergewöhnliche bezeichnen, empfehlen wir dieſelbe dem Wohlwollen des hieſigen Publikums, da Herr und Frau von Hoxar(mit zahlreicher Familie) ſich außer Engagement befinden und ſomit beſondere Theilnahme verdienen. Für die Waſſerbeſchädigten iſt eingegangen bei Beigeordnetem Bender: von Gr. Domänenrath Buß 1 fl. 45 kr., von B. H. 24 kr.; bei C. Bindernagel: von S. H. 3fl. 30 kr. von K. 1 fl. 45 kr. Bekannt 6 (386) Je nen Cbelel“ Heber zu demnach eß! fruher ae ſein ferhelel blieben ſehn Judem da ei Nachlaß t nicht Heller e oder auch ent den, wid d meldung bes“ Hungen Gt 29) dis Kigdet letzteren Sleuernag Grund tile 17⁰⁰ÜZ1 17/02 376 derſteigery kunduch mt werden all ſtücke Ei ſprüche 0 I ſolche binn ger geltend ws gusgef nicht 0 , vergigm talen ln Kirchenbuchs-Auszug vom Maͤrz 1845. Hungen. Getraute: 13.(zu Butzbach) der 0 119* Getaufte:, 9. Dem Gr. Poſthalter Philipp Fendt ein Sohn, Conrad Wilhelm Otto Karl, geb. den 16. Februar. Dem hieſigen Bürger Jakob Jockel I. eine Tochter, Johannette Katharine Karoline Marie, geb. den 24. Ein uneheliches Kind, Barbara Henriette Margaretha Louiſe Lina, geb. den 10, Marz Bürger und Bäͤckermeiſter Jakob Buttron III., des Gr. Bürgermeiſters Heinrich But—⸗ tron dahier einziger retha Lieberich, des Nikolaus Lieberich Tochter. ehelich lediger Sohn und Marga— 5. Bürgers und Schuhmachermeiſters zu Butzbach zweite ehelich ledige 2. März. Beerdigte: Johanna, nachgelaſſene Wittwe des zu Darmſtadt ver⸗ ſtorbenen Bürgers und Conditors Friedrich Leonhard, geb. Belz, alt 58 Jahre, 3 Monate, 2 Tage, F den Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. * 1 Edictalladung. (886) Johannes Heller, Sohn der verſtorbe— nen Cheleute Konrad und Anna Margrethe Heller zu Grüningen, geb. am 9. April 1774, demnach jetzt über 70 Jahre alt, ſoll ſchon in früher Jugend in die Fremde gegangen und ſein fernerer Aufenthalt völlig unbekannt ge— blieben ſeyn.. Indem daher ſein Ableben unterſtellt und ſein Nachlaß verabfolgt werden wird, inſofern nicht Heller oder unmittelbare Abkömmlinge oder auch entferntere Verwandte ſich anmel— den, wird dreimonatliche Friſt zu dieſer An⸗ meldung bei Vermeidung Ausſchluſſes beſtimmt. Hungen den 18. März 1845. Gr. Heſſ. Fürſtl. Solmſ. Landgericht Hofmann. Eddie t al ladung. (427) Die Vormünder über Jobann Philip⸗ pis Kinder von Stumpertenrod haben die den letzteren von ihrem Großvater Johannes Steuernagel von da erblich zugefaͤllenen Grundſtücke, als: 1/0 100% 266[JKlftr. Wieſe auf der Junkerwieſe, 1/192 576/la 113— Acker am Roth⸗ löͤſch, CFF Acker auf der Sauhecke, IX/ 360%— 4— Garten auf der Feldwieſe, XII/I77— 231— Acker an dem f. Schloßſtrauch, in der Gemarkung Stumpertenrod 111/175 349[] Klftr. Acker am Stum— pertenröderweg, VI 143— Wieſe in der Köddingswieſe, in der Gemarkung Köddingen verſteigern laſſen. Da das Eigenthum ur⸗ kundlich nicht nachgewieſen werden kann, ſo werden alle Diejenigen, welche an dieſe Grund⸗ ſtücke Eigenthums- oder ſonſtige dingliche An⸗ ſprüche zu haben vermeinen, aufgefordert, ſolche binnen vier Wochen, von heute an, da— bier geltend zu machen, widrigenfalls die be— reits ausgefertigten Kaufbrieſe beſtätigt werden. Ulrichſtein den 27. März 1845. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Zimmermanu. Edfietalla dung. (1 In den hieſigen Hypothekenbüchern ſtehen noch die in Nr. 26 d. Bl. unter(411) verzeichneten Einträge offen, obgleich die Kapi⸗ talien längſt abgetragen ſeyn ſollen, ohne daß jedoch die deßfallſigen Schuldurkunden vorgelegt werden können. Auf Antrag der dermaligen Be— ſietzer der Untpfänder werden daher alle diejeni⸗ gen, welche aus den bezeichneten Schuld⸗ und Pfandverſchreibungen Rechte herleiten zu können vermeinen, aufgefordert, dieſelben ſogewiß bin⸗ nen 60 Tagen von heute an hier anzumelden, als ſonſt die Einträge in den Hppothekenbüchern gelöſcht werden. Laubach den 25. Februar 1845. Großh. Heſſ. Gräfl. Solmſ. Landgericht daſ. Brumhard. Edictal ladung. (452) Der Gr. Bürgermeiſter Schmiermund von Oberſeibertenrod, Johannes Baſt's Cidam, und ſeine Chefrau Katharina, geb. Baſt, be⸗ abſichtigen einen Theil ihres Grundvermögens einem ihrer Kinder abzutreten. Da ſie das Eigenthum der von ibnen beſeſſen werdenden Immobilien nicht vollſtändig nachweiſen kon⸗ nen, ſo werden alle Diejenigen, welche an das fragliche Grundvermögen, deſſen einzelne Stücke aus dem in der Landgerichts-Regiſtra— tur zu Jedermanns Cinſicht offen liegenden Grundbuchsauszuge erſehen werden konnen, Eigenthums- oder ſonſtige dingliche Anſpruche machen zu können glauben, aufgefordert, ſolche binnen ſechs Wochen von heute dahier vorzu— bringen und zu begründen, widrigenfalls das Eigenthumsrecht der Genannten an fraglichen Grunbſtücken für anerkannt angenommen und denſelben eine Eigenthumsurkunde ausgefer— tigt werden wird. Ulrichſtein den 31. März 1845. Grßh. Heſſ. Landgericht daſ. Zimmermann. Edietal ladung. (453) Nachdem Großh. Hofgericht der Pro⸗ vinz Sberheſſen über den Nachlaß des zu Bu⸗ dingen verſtorbenen Landgerichts-Actuariats— gehülfen Johannes Schlegelmilch von Groß⸗ karben den Concurs erkannt hat, ſo werden ſämmtliche Gläubiger zur Anzeige und Rich⸗ tigſtellung ihrer Forderungen, ſowie zum Ver⸗ ſuche eines Arrangements, auf Mittwoch den 30. April l. J., Vor— mittags 9 Uhr, unter Androhung des, ohne beſonderes Prä— cluſipdecret eintretenden Ausſchluſſes von der Maſſe, anher vorgeladen. Groskarben den 25. März 1845. Großh. Heſſ. Lanbgericht daſ. Muhl. Edictalla dung. (4570 Die Erben der Kasper Vöhls Wittwe zu Feldkrücken haben nachbenannte Grund— ſtuͤcke 1/634 338/29 12[IKlftr. Grabgarten auf den Höfen, 17635 12— Wieſe auf den Höfen, 5 Acker auf der Lindenwieſe, v/156 23% 264— Wieſe die Wolfe äcker, 17/117 178/721 503— Acker im Rieben⸗ roth, in der Gemarkung Feldkrücken 1172 234[I] Kiftr. am Berg. in der Gemarkung Kölzenhain verkauft. Da ſie ihr Eigentbum nachzuweiſen außer Stande ſind, ſo werden Diejenigen, welche an dieſe Grundſtücke Eigenthums- oder ſonſtige dingliche Anſpruche bilden zu können glauben, auf Antrag der Verkäufer aufgefor⸗— dert, ihre Anſprüche binnen vier Wochen, von heute an, dahier geltend zu machen, wibrigen— falls der Kaufbrief beſtätigt werden wird. Ulrichſtein den 29. März 1845. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Zimmermann. PVerſteigerung von Bauarbeiten. (476) Donnerſtags den 17. d. M., Vormit⸗ tags um 10 Uhr, ſollen in dem Hauſe des Gaſtwirths Siegfried in Großenbuſeck, die bei Erweiterung der Schullocale daſelbſt er— forderlichen Arbeiten, nehmlich: 61 1) Maurerarbeit, veranſchlagt zu 756 35 2) Zimmerarbeit 643 59 3) Dachdeckerarbeit 122 38 4) Schreinerarbeit 742 44 5) Schloſſerarbeit 355 14 6) Glaſerarbeit 186 36 7) Weißbinderarbeit 280 5 öffentlich an die Mindeſtfordernden verſteigert werden. Indem man dieſes hierdurch zur öffent— lichen Kenntniß bringt, wird zugleich bemerkt, daß die Riſſe, Voranſchläge und Verſteige— rungsbedingungen in dem Geſchäftszimmer des Unterzeichneten zur Einſicht offen liegen. Großenbuſeck den 6. April 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Schwalb. Das Soolbad zu Nauheim in der Wetterau (493) wird in dieſem Jahre am 15. Mai eröffnet werden. In therapeutiſcher Hinſicht baben die hieſigen Soolbäder weſentliche Vor— züge vor vielen andern. Vermoge der natur⸗ lichen Temparatur der Sprudelquelle(27 R.) iſt die Soole in den meiſten Fällen ohne vor⸗ bhergehende Erwärmung zum Baden tauglich; ſie erleidet daher vor ihrem Gebrauche keine Zerſetzung und keinen Verluſt an Kohlenſäure. Ihre Wirkſamkeit gegen ſcrofulöſe Krankbeiten, Gicht, Rheumatismus, chroniſche Unterleibs— beſchwerden, bösartige Flechten, Haut- und Nervenſchwäche ꝛc. dc. kann ganz vorzüglich empfohlen werden und wird, nach Bedürfniß, durch einen Zuſatz von ſehr guter Mutter⸗ lauge, welche die hieſige Saline in großer Menge liefert, verſtärkt. Außer einem großen Reichthum an feſten Beſtandtheilen, nament⸗ ——— 8 3 n lich Kochſalz, ſaljſaure em Kalk und Brom, ent⸗ bält dieſe Quelle auch re 1155 in deren Verwen⸗ lokalen Gasbaͤdern en mit dem beſten Er⸗ den iſt. Der Badearzt, Herr Dr. Bode, wird alle Anfragen in aͤrztlicher Beziehung gerne beantworten. Logisbeſtellungen für das hieſige Kurbaus ſind zeitig an die Inſpektion der Sool⸗ badeanſtalt zu richten, welche auch ſede andere etwa gewünſchte Auskunft bereitwilligſt ertheilen wird. 32 Nauheim den 9. April 1845. Kur für ſtlſch Heſſiſches Salzamt Schͤfer. Duncker. Schmincke. F. Schreiber. Arbeits ⸗Verſteigerung. (80) Mittwoch den 23. April d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſollen auf dem Bureau des Unterzeichneten die zur Umbauung der Orts— ſtraße nöthigen Arbeiten, worunter: dung zu allgem gegen vielfalt folge erprobt kr. a) das Pflaſteraufbrechen mit Plani⸗ ren zu 100 30 b) die Steinlieferung incl. des Auf— ſetzens zu 260 c) Sandlieferung zu 60 d) Pflaſterarbeit„ 225 48 e) Chauſſirarbeit— 338 f) Erbauung einer Dohle und Aus— beſſerung eines Kanals mit Arbeits— lohn und Materialienlieferung zu 507 20 verüberſchlagt iſt, wenigſtnehmend veraccordirt werden. An demſelben Tage, Vormittags 11 Uhr, ſoll ferner die Fertigung 8 neuer Subſellien in die Schule dahier, verüberſchlagt zu 64 fl., wenigſtnehmend vergeben werden. Düdelsheim den 4. April 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Klo ch. Eichenlohrinden-Verſteigerung in dem Revier Oberrosbach, Forſts Friedberg. (490 Da die am 27. Februar d. J. zu Oberrosbach abgehaltene Verſteigerung der fiscaliſchen Eichenlohrinden in dem Revier Oberrosbach nicht genehmigt werden konnte, ſo ſoll eine nochmalige Verſteigerung derſel— ben Montag den 28. d. M., Vormittags 10 Uhr, in dem Trappiſchen Gaſthauſe zu Fried— berg vorgenommen werden. Die Quantität der zu verſteigernden Rin— den iſt zu 1098 Centnern veranſchlagt. Nach— gebote werden nicht angenommen. Rodheim den 9. April 1845. Der Großh. Heſſ. Forſtinſpector des Forſtes Friedberg Rübſamen. Markt⸗ Verlegung. (495) Der in dem Landkalender auf Dien— ſtag den 29. d. M. beſtimmte Markt ſoll we⸗ gen des jüdiſchen Oſterfeſtes Mittwoch den 30. d. M. abgehalten werden. Die Großh. Bürgermeiſter der Umgegend werden erſucht, ſolches in ihren Gemeinden zu veröffentlichen. Kleinkarben den 12. April 1845. Der Grßh. Heſſ. Burgermeiſter Stork. Aufforderung. (496) Die Helena Margaretha, Wittwe des Jakob Gilbert aus Aſſenheim, iſt am 10. Fe⸗ bruar d. J. dahier ohne Leibeserben mit Hin— terlaſſung eines gerichtlichen Teſtaments ge— ſtorben, in welchem ſie die Dorothea, Wittwe des Wilhelm Röder von hier zur Univerſal— „ 120. erbin eingeſetzt hat. Etwa vorhandene In— teſtaterben der Wittwe Gilbert, welche das Teſtament anfechten und Anſprüche an den Nachlaß machen wollen, haben ihre Einwen⸗ dungen gegen das Teſtament und Anſprüche an den Nachlaß um ſo gewiſſer binnen ſechs Wochen dahier geltend zu machen, als ſonſten nach Ablauf dieſer Friſt der Nachlaß der Te— ſtamentserbin überliefert werden wird. Rödelheim am 16. April 1845.. Gr. Heſſ. Gräfl. Solms. Landgericht Buff. Frucht-Verſteigerung. (497) Von den Fruchtvorräthen auf dem Auguſtiner Schulſpeicher ſollen Donnerſtag den 17. d. M., Nachmittags 3 Uhr, auf hieſigem Rathhauſe, 11 Ml. 3 Sr. 1 K. 3 G. Korn und 3 Ml. 3 K. 1 G. bis 10 Mltr. Gerſte öffentlich meiſtbietend verkauft werden. Friedberg den 10. April 1845. Der Beigeordnete Bender. Holz-Verſteigerung. (498) Montag den 21. April d. F., Vor⸗ mittags 9 Uhr, werden im hieſigen Gemeinde— wald, Diſtrikt Breitentriſch, nachſtehende Holz— ſortimente öffentlich meiſtbietend verſteigert: 1) 4% Stecken nadel Scheitholz, 22 7.„ Prügelholz, 3) 34½ 5„ Stockholz, 4) 133 1„ Reisholz, 5) 257 Stück nadel Stammholz, zum Bauen brauchbar, 6) 220 Stück nadel Stangenholz, zu Leiter⸗ bäumen, Sparn, Latten u. ſ. w. tauglich. Gegen vorſchriftsmäßige Bürgſcheine wird Zahlungsfriſt bis Martinitag d. J. geſtattet. Die Herrn Bürgermeiſter werden erſucht, Vorſtehendes in ihren unterhabenden Gemein— den im Intereſſe ihrer Bürgermeiſterei-Ange⸗ hörigen öffentlich bekannt machen zu laſſen. Sellnrod am 10. April 1845. N Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Müller. Holz ⸗Verſteigerung. (499) Dienſtag den 22. April 1845, Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſollen im Wohnbacher Ge— meindswald 838 Kubikfuß eichen Bauſtaͤmme, beſonders zu Wagnerholz geeignet, verſteigert werden. Die Großh. Bürgermeiſter werden erſucht, dieſes in ihren Gemeinden bekannt machen zu laſſen. Wohnbach den 11. April 1845. a Der Grßbh. Heſſ. Bürgermeiſter r ad ννν Privat ⸗ Bekanntmachungen. Der zweite Stock meines Hauſes (460 iſt an eine ſtille Haushaltung oder an einen einzelnen Herren zu vermiethen. 5 Carl Müller in der Wilhelminenſtraße. Zum Ausleihen. (500) In der hieſigen Kirchenkaſſe liegen gegen genügende Sicherheit und die üblichen Procente 120 fl. Kirchen- und 60 fl. Pfarr⸗ beſoldungskapital zum Ausleihen bereit. Oſtheim den 8. April 1845. P. Frees, Kirchenrechner. Eine friſchmilchende Kuh (501) mit einem Kalbe hat zu verkaufen Konrad Kroner in Friedberg. Holz ⸗Verſteigerung. (502) Dienſtag den 29. d. M., Vormittags 10 Ubr, ſollen auf dem Gräflich von Walder⸗ dorff'ſchen Hofgute Graß bei Hungen, nach⸗ benannte Holzſortimente öffentlich meiſtbietend verſteigert werden: l 27 Stecken buchen und eichen Scheitholz, 55„ deßgl. Prügelholz, 16 deßgl. Stockholz, 117 1 deßgl. Reiſer, 21 Stämme Bau- und Werkholz. Kloppenheim den 10. April 1845. Der Gräflich von Walderdorff'ſche Renteiverwalter Fries. Aachener und Muͤnchener Feuer-Verſicherungs— Geſellſchaft ſanctionirt durch des Großherzogs von Heſſen Königliche Hoheit. (803) Folgendes ſind die Reſultate der in öffentlicher Generalverſammlung am 26. vori— . abgelegten Rechnung des Jahres Kapital⸗Garantie: Fünf ein Viert Million Gulden. f 1 Einjährige Reſerve 1,132,318 fl. 40 kr. Verſicherungskapital 756,702,898,—„ Die Geſellſchaft hat den befriedigenden Zu⸗ ſtand ihres Geſchäfts benutzt, um die Re⸗ ſerve um 249,064 fl. 22 kr. zu erhöhen. Die ausführlichen Abſchlüſſe liegen bei dem unterzeichneten Agenten zur Einſicht für Je— der mann bereit. Friedberg den 10. April 1845. G. F. Nau. A hi e i g e (50%) Bei unterzeichnetem iſt vom 21. April an, Kalk, Backſteine und Ziegel zu haben, auch übernimmt derſelbe Lieferungen aller Art zu den möglichſt billigen Preiſen. Obererlenbacher Ziegelhütte den 12. April 1845. Barth. Ein möblirtes Zimmer (505) iſt für einen ledigen Herren zu ver⸗ miethen bei Kammacher Kiefer. Zum Verkauf. (806) Ein zweijähriger und drei einjährige Faſelochſen, ſchwyzer Race, ſind zu verkaufen bei Carl Heil in Butzbach. Eine Parthie Obſtbaumſetzlinge (807) ſind billig zu verkaufen bei Friedrich Chr. Sieck vor dem Mainzer— thore. Literariſche nzeiges (192) Kürzlich erſchien bei A. Schulz und Comp. in Breslau und iſt bei Carl Bin— dernagel in Friedberg zu haben: J. Ronge's Bildniß. Nach der Natur gezeichnet von Hermann Stein. Preis: 36 kr. Es iſt dies das einzige Portrait, welchem Herr Ronge zum Zweck der Herausgabe geſeſſen, und Verlagsrecht verliehen hat. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. K. an ſummt Betreffend: Inden Regierunge Miniſterin beziehe, be ten zu unt erſt etwa der Erlos Did zum genſtandes Fri K an ſaͤmmt Betreffend Mit Miniſterin Negierunge angeordnet binzen St ſetzen, und die Geber gerwerthen Von kuburg bis wl wer Neher, her Sie 9 I enpfe unc, Hu