ntelligenz-Olatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. M63. Amtlicher Theil. Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Hungen an ſaͤmmtliche Großh. Buͤrgermeiſter dieſes Kreiſes. Betreffend: Die heimliche Entfernung des unter polizeiliche Aufſicht geſtellten Wilhelm Conſtand aus Wetterfeld. Wilhelm Conſtand aus Wetterfeld, nachſtehend beſchrieben, hat ſich durch heimliche Entfernung der über ihn verhängten beſonderen polizeilichen Aufſicht entzogen und ſoll zwecklos umherſtreichen. Sie werden ihn betretenden Falles feſtnehmen und gefänglich hier vorfuͤhren laſſen. Hungen den 29. Juli 1845. len zu s Sig alemen t. Alter: 30 Jahre, Größe: 6“ 6“ 3%, Haare: dunkel⸗ blond, Augenbraunen: desgl., Augen: blau, Naſe: gewöhn— lich, Mund: desgl., Bart: keinen, Kinn: rund, Geſicht: oval, Beſondere Zeichen: keine. Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Gruͤnberg an ſammtliche Bürgermeiſter dieſes Kreiſes. Betreffend: Die Aufſtellung und Einſendung der Viehſtandstabellen. Sie haben nunmehr die Viehſtandstabellen für dieſes Jahr aufzuſtellen und binnen 14 Tagen von heute an unfehl⸗ bar an mich einzuſenden. Die Berechnung des Geldwerths muß nach folgenden Durchſchnittspreiſen geſchehen: 1 Pferd 85 fl., 1 Fohlen 40 fl., 1 Bullen 57 fl., 1 Ochſe 68 fl., 1 Kuh 44 fl, 1 Rind 25 fl., 1 Schaaf 5 fl, 1 Schwein 11 fl., 1 Ziege 5 fl., 1 Eſel 15 fl. Grünberg den 8. Auguſt 1845. Site Aus dem Vogelsberge am 7. Auguſt 1845. Wo man ſingt, da laß dich freudig nieder, Böſe Menſchen haben keine Lieder. „Gebt dem Volke ſeine Poeſie zuruck“ das iſt der ernſte, ſtets wiederholte Ruf aller Volksfreunde, das iſt der lebendige Wunſch eines Jeden, der will, daß unſre Zeit neu werden, unſer Geſchlecht wahrhaft erſtarken möge, und die— ſer Ruf wird gerade da am mächtigſten laut werden, wo die Natur am wenigſten geboten hat, woran die Flamme des Liedes ſich entzünden kann. Wenn im lieblichen Schwa— benlande, am Fuße des Lichtenſtein, die Sagen des Volks im Munde der„luſchtiga Büeble“ leben, ſo wundern wir uns nicht; denn die Geiſter der Ahnen ſteigen nieder von den thurmbekränzten Höhen und ſenken ſich in die muthig ſchlagende Bruſt der freudig bewegten Enkel:— wenn an den grünen Ufern des Neckar uns die„ſchelmiſcha Mädels begegnen, deren roſigen Lippen die Zauberlieder des Schwarz— waldes entſchweben, ſo finden wir das gar natürlich, denken aber mit ſtiller Wehmuth an die nackten Felſen unſrer Hei— math, die von dem düſteren, unheimlichen Schleier undurch— dringlicher Nebel umgeben ſind.— Nahet ſich darum ein— mal auch unſren Höhen die Muſe der Dichtkunſt, dann brei— tet ſich ihr farbiger Zaubermantel über unſre Matten aus und ihr Glanz ſtrahlt zwiefach freundlich zu unſrem Auge;— und tönet einmal durch das wilde Sturmesraſen ein holdes Lied der Minne, dann ſchlagen ſeine Töne mit unwider— ſtehlicher Gewalt zu unſrem Herzen und tragen uns auf mächtigen Schwingen zum Himmel empor.— Darum ver— einen wir uns ſo gerne da in freudiger Gemeinſchaft, wo von ſuͤßen Lippen ein Lied erklingt, wo von kunſtgeübter Hand die Saiten bewegt werden, daß ſie bald gleich der Aeolsharfe mit geheimnißvoller Macht unſer Herz durchbeben, bald auf den mächtigen Wogen des brauſenden Sturmes uns dahintragen, und wir erkennen die Wahrheit des Dich terworts: Freunde! Es gibt glücklichere Zonen, Als das Land, worin wir leidlich wohnen, Wie der viel gereiſte Wandrer ſpricht — 2 „ 252 K. Aber hat Natur uns viel entzogen, Bleibt die Kunſt uns freundlich doch gewogen, Unſer Herz erwarmt an ihrem Licht. Doch nicht den vollendeten Künſtler allein begrüßen wir mit lebendiger Begeisterung;— wir ehren auch die kunſtloſe Seimme der Natur, wo ſie in harmloſer Fröhlikcheit zu unsrem Herzen ſpricht; denn auch die rauheſten Stürme vermögen die lebendige Glut nicht auszulöſchen, welche der Genius der Poeſie ſelbſt in den Buſen der Mühſeligen und Beladenen ausſtrömen läßt. Und ſo begrüßten wir mit herzlicher Freude bei dem heute in Grünberg Statt gehabten Volksfeſte die Jugend der Dörflein Atzenhain und Har⸗ bach. Unter fröhlichen Geſäͤngen zogen Burſche und Mäd— chen heran;— in heitern, ungekünſtelten Tänzen bewegten ſie ſich nach dem muntern Klang der Hörner, und bewieſen durch ihr anſtändiges Benehmen, daß der Sinn für das Schöne, den ihre braven Lehrer Keyßer und Brück in ihnen zu erwecken bemüht ſind, in ihrer Bruſt angeregt und lebendig geworden iſt. Selbſt ein mürriſcher Stubenhocker konnte von dieſen jungen Leuten das bekannte Wort nicht gebrauchen: Sie toben wie vom böſen Geiſt getrieben Und nennen's Freude, nennen's Geſang. Neben dieſen fröhlichen Kindern der Natur trat auch der Grünberger Geſang-Verein in männlicher, würdiger Haltung auf und bewies durch einige gut vorgetragene Stücke, daß ſeine Mitglieder von den erhabenen Dichterwor— ten durchdrungen ſind, die auf des Geſanges Wellen ihrer Bruſt entſtrömten, daß der unermüdliche Eifer ihres Lehrers, Magel, erfreuliche Früchte getragen hat. Eine neue Erſcheinung war vielen Anweſenden der Grünberger Muſik-Verein, und darum theile ich hier einige Nachrichten über denſelben mit, welche ich bei dem Gewühl des Feſtes ſammeln konnte. Am 1. Oct. 1842 verbanden ſich einige junge Bürger zu einem Verein, der ihnen Gelegenheit geben ſoll, muſika⸗ liſche Kenntniſſe und Fertigkeiten zu erwerben und ſich in deren Anwendung zu vervollkommnen. Ein junger Mann, Herr Karl Kullmann, beſorgt den Unterricht und leitet die Uebungen, während ein geübter Muſicus, Herr J. Kraft, den Lehrer in manigfacher Weiſe unterſtützt. Die Muſik iſt beſetzt durch 2 Poſaunen, 3 Hörner, 2 Ventiltrompeten, 2 Klapphörner. Die Leiſtungen beweiſen, daß der Lehrer viel Geſchick beſitzt, die Mitglieder des Vereins aber großen Fleiß und lobenswerthe Aufmerkſamkeit an den Tag legen.“) Die beiden in Grünberg beſtehenden Vereine haben, wie man mir erzählte, ihre Kräfte bei verſchiedenen kirchlichen Feierlichkeiten vereinigt und zur Erbauung der Gemeinde nicht wenig beigetragen. Der Muſikverein iſt außerdem ſchon häufig öffentlich aufgetreten. So hat er manches Herz durch wohl eingerich— tete Serenaden erfreut, wozu ihn bald das Gefühl der Hoch— *) Sollten ſich denn in Friedberg nicht 9 junge Leute finden, die bereit wären, Unterricht im Hornblaſen zu nehmen? Der hieſige Singver⸗ ein würde, nach§. 15. ſeiner Statuten, die Koſten des Unterrichts wohl übernehmen. Die Redaction. achtung, bald aber eine noch mͤͤchtigere Empfindung getrie⸗ ben haben mag;— er hat bei heitern Zuſammenkünften im Freien, wie in geſchloſſenen Räumen mit rühmlicher Ge⸗ fälligkeit der allgemeinen Freude ſeine Thätigkeit gewidmet. Auch heute ließ er bald anregende Märſche erſchallen, bald rief er durch raſch dahinfliegende Töne die heitre Jugend zum Tanz. Bei dem Feſtmahl wurden nicht allein die herz⸗ lichſten Toaſte durch den Klang der Hörner der Welt ver— kündigt, es wurde auch den hoiperigen Worten einzeler Feſtredner Flügel gegeben. So mußte denn eine an ſich proſaiſche Feierlichkeit Anlaß geben, in manchem jugendlichen Herzen poetiſche Re— gungen zu entzünden, und wenn auch der Himmel von trü⸗ bem Wolkenſchleier umdüſtert blieb, ſo erglänzte doch man— ches Auge in ungeſtörter Freude.— Indem ich darum an alle Landsleute die Bitte richte, den poetiſchen Sinn des Volkes mit treuem Eifer zu pfle⸗ gen, rufe ich ihnen die bedeutungsvollen Worte zu, mit denen ein edler Pfleger alles Edlen einſt ſein letztes Werk ſchloß: Vorwärts! Aufwärts! Ein Volksfreund. Beſtrafte Brandſtifter. Ein großer Theil der Bewohner des Kreiſes Fried— berg wird ſich erinnern, daß auf dem, dem Herrn Grafen zu Solms Laubach gehörigen, an Pachter Mai verpachteten Hofe Oppelshauſen ohnweit Altenſtadt in der Mitte des Monats Dezember v. J. binnen drei Tagen zweimal Feuer ausgebrochen war, durch welches nicht nur zwei mit ver⸗ ſchiedenen Crescentien angefuͤllte Scheunen gänzlich, ſondern auch einige andere Oekonomie-Gebäude theilweiſe eingeäſchert, oder doch in bedeutendem Grade zerſtört wurden“). Der Schaden, welcher durch dieſe beiden Feuersbrünſte erzeugt wurde, überſteigt bei Weitem die Summe von 12,000 fl., er iſt aber nicht durch Nachläſſigkeit bei dem Gebrauche des Feuers, oder ein ſonſtiges zufälliges Ereigniß, ſondern durch die Bosheit zweier verruchter Menſchen her⸗ beigeführt worden. Die ſtattgehabten gerichtlichen Unterſuchungen haben nämlich, wie man allgemein hört, ergeben, daß zwei Knechte des Pachters Mai, Johannes Dietz von Stückingen, Churf. Amts Langenſelbold, und Heinrich Mickel von Gellnhaar, Großh. Landgerichts Ortenberg, erſterer weil er wegen Völlerei ſeines Dienſtes entlaſſen worden war, letzterer weil es ihm ſchlecht ging und ſein Dienſtherr ihm nicht ſo viel Geld geben wollte, als er öfter verlangte, alſo aus Rache, das Feuer angelegt haben.. Zur Strafe für ihre Schandthaten wurde Dietz, der nur bei einem Verſuche zur Brandſtiftung, der des Abends vor dem Ausbruche des erſten Feuers gemacht worden iſt, mitwirkte, von dem Großh. Hofgerichte zu Gießen in eine geſchärfte Zuchthausſtrafe von drei Jahren, Mickel dagegen, weil ihm zwei vollendete Brandſtiftungen zur Laſt fielen, in ) Siehe Int.⸗Bl. Nr. 102 de 1844. achtzeh des E fühle fel eröff den f 1 l. 1 grand gebraue der er! die Ti lichen ganz dara ten teſten dem der! Uiſſe diesen. gen fl kannte uur und Mal * 253 K achtzehn Jahre Zuchthaus, alſo in die hoͤchſte nach Art. 109 des Strafgeſetzbuches zuläſſige Strafe, verurtheilt. Im Ge⸗ fuͤhle ihrer großen Schuld ſollen ſich beide Thäter, denen zufällig auf den Geburtstag des Mickel das Strafurtheil eröffnet wurde, bei dieſem ſofort beruhigt haben. Sie befin⸗ den ſich deshalb bereits in der Strafanſtalt. Der vorliegende Criminalfall zeigt übrigens wie öfters aus den allergeringfuͤgigſten Urſachen die ſchwerſten Verbre— chen verübt werden, und belegt die Wahrnehmung, daß die Brandſtiftungen ſeitdem die Streichfeuerzeuge allgemeiner gebraucht werden, ſich gemehrt haben, indem auch bei einer der erwähnten Brandſtiftungen Zündhölzchen, die immerhin die That erleichtern, das Mittel zur Erreichung des ſchänd— lichen Zwecks geweſen ſind. Daß übrigens der große ſchöne Hof Oppelshauſen nicht gänzlich ein Raub der Flammen wurde, was, da ſämmtliche darauf befindliche Gebäude zuſammenhängen, bei ſeiner iſolir— ten Lage leicht hätte geſchehen können, iſt nur der angeſtreng— teſten Bemühung der Bewohner der benachbarten Orte bei dem Löſchen und der Windſtille zu verdanken, die zur Zeit der beiden Feuersbrünſte herrſchte. Wir wollen hoffen, daß wir ähnliche traurige Ereig— niſſe und Verbrechen nicht öfter zu berichten haben und ſich diejenigen, in welchen ähnliche ſchändliche Gedanken aufſtei— gen konnten oder ſollten, den vorliegeuden Fall und die er— kannten Strafen, die Mickel vielleicht nicht überſtehen wird, zur Warnung dienen laſſen. Die Lehrer der Religion, ſowie die Lehrer überhaupt und die Eltern ſollten übrigens ſolche Fälle zu geeigneten Mahnungen an ihre Zöglinge und Kinder ſtets benutzen. Verſchiedenes. Ein vortreffliches Mittel zur Vertilgung der Raupen. In der Niederpoitu vertilgt ein Franzoſe die Raupen, welche die Färberröthe abfraßen, durch folgendes Mittel. Er ließ zwei Pfund Terpentin in 6 Pfund Quellwaſſer eine Stunde lang kochen, und dann kalt werden. Gegen Abend beſprengte er verſchiedene Färberröthepflanzen mit dieſem Waſſer, und bemerkte bald, daß die Raupen davon getödtet wurden. Weil ihm aber dieſes Mittel zu koſtbar und weit— läufig ſchien, ſo viel er auf folgendes leichteres, und nicht weniger wirkſames Mittel. Er ſchüttete etwa 12 Pfund Ofenruß in 50 Pfund Waſſer, rührte das Gemiſch während 48 Stundeu oft durch einander, kochte hierauf 20 Pfund Waſſer, und goß es nebſt 8 Kannen ſtarken Eſſig in ge— dachtes Gemiſch, und beſprengte damit alle zwei Tage ein— mal ſeine Pflanzen. Dadurch vertilgte er alle ſeine Raupen gänzlich, ohne daß es der Färberroͤthe nur im mindeſten geſchadet hätte: vielmehr hat ſie darauf reiche Erndte gege⸗ ben. Auch bei Obſtbäumen, die von den Raupen verwüſtet wurden, hat er das letzte aus Ofenruß zubereitete Mittel wirkſam und zugleich unſchädlich für die Obſtbaume gefunden. * **. Eines Tages begegnete einem demüthig einher⸗ ſchreitenden Kapuziner ein Bürgersmann, der heute ſchon von einzelnen Kunden Geld empfangen hatte und den eben darum der Muthwille ſtach. Nicht ſobald ſah er den heili— gen Mann, als er ſich auch ſchon vornahm, denſelben zu necken. Er blieb vor ihm ſtehen und ſagte:„Sie glauben und thun doch gewiß, was in der Schrift ſteht, nicht wahr. Herr Pater?“„Ja wohl, mein Sohn, verſteht ſich, mein Sohn.“„Aber— fuhr der Spötter fort— es ſteht doch auch in der Schrift: ſo dir Jemand einen Streich gibt auf deinen rechten Backen, dem biete auch den andern dar?“ „Ja wohl, mein Sohn, ſolches ſteht im Evangelio des hei— ligen Matthäus im 5. Kapitel, im 39. Verſe.“)„Würden Sie denn, Herr Pater, dieſer Vorſchrift gemäß handeln?“ „Ohne Zweifel, mein Sohn.“ Kaum hatte dieß letzte Worr der Kapuziner geſprochen, ſo erhielt er von dem Fraget einen ziemlich empfindlichen Backenſtreich auf die eine Seite; ſtatt aber darüber in Zorn zu gerathen, drehte er ruhig das ehrwürdige Haupt herum und ließ auch ſeine andere Wange die Bekanntſchaft der derben Hand, die er eben erſt gefühlt hatte, machen. Lachend wollte ſich dann der Burger entfer— nen, aber der Kapuziner nöthigte ihn zum Stehenbleiben: „ſiehe, mein lieber Sohn,— ſagte er mit größter Ruhe— es ſtehet auch geſchrieben und zwar in dem vorhin ſchon genannten heiligen Buche, Kap. 7 V. 2: mit welcherlei Maas ihr meſſet, wird euch gemeſſen werden“— und da— mit ſchlug er aus allen Leibeskräften ſeinem ganz verdutzt daſtehenden Gegner in's Angeſicht. Vermuthlich wäre die Sache in eine förmliche Prügelei ausgeartet, wenn nicht noch zur rechten Zeit ein Polizeidiener hinzugekommen wäre und die ſtreitenden Parteien mit dem Donnerworte ausei— nandergeriſſen hätte:„was machet ihr da?“ Als ob gar nichts vorgefallen wäre, ſagte der Kapuziner:„wir legen uns die heilige Schrift aus,“ allworüber der Sicherheitsbe— amte ſo in's Lachen gerieth, daß er in der Freude ſeines Herzens die Schriftgelehrten ihres Pfades gehen ließ.— Dieſe Anekdote hat übrigens auch ihre ernſte Seite, denn ſie iſt ein Beleg für die Wahrheit des apoſtoliſchen Wortes: der Buchſtabe tödtet, aber der Geiſt macht lebendig. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. A %%% Wohnhaus, . 6s daſelbſt, E Nie fg lla du n. g⸗.%%% im Hain, (11120 Der Metzger meiſter Chriſtian Wei— ſel von hier und deſſen Ehefrau haben am 17. Juni v. J. mit ihren bekannten Gläubigern eine Uebereinkunft dahin abgeſchloſſen, daß ſie denſelben folgende hier gelegenen Immobilien, % Wohnhaus, Scheuer und Stall, 5% U. 13 Garten an der Halle, 2% Acker gegen der Ziegelhütte, 26% desgleichen am Gonterskircher Weg, 12% desgleichen beim Grünberger Weg, abgetreten und denſelben überlaſſen haben, nach beſonders getroffenen Beſtimmungen ſich aus dem Erlös dafür bezahlt zu machen. Et— waige weitere Gläubiger, die dieſer Ueberein— kunft nicht beigetreten und nicht bereits dar— über beſonders gehört worden ſind, haben ſich binnen zwei Monaten von heute an da⸗ hier zu melden und ihre allenfallſige Einwen— dungen gegen dieſe Uebereinkunft vorzubrin geg, als ſonſt dieſelbe beſtätigt wird. 2 — Da ſodann die Weiſeliſchen Eheleute ihr Eigenthum an obigen Immobilien nicht über⸗ all urkundlich nachzeigen können, ſo werden alle, welche etwaige dingliche Rechte an die⸗ ſelben bilden zu können glauben, gleichzeitig aufgefordert, dieſelben innerhalb obiger Friſt ſo gewiß dahier geltend zu machen, als ſonſt ſie damit ohne weiteres ausgeſchloſſen ſind, und die Verkaufs⸗Urkunden vorbehältlich der Rechte der bekannten Pfandgläubiger confir⸗ mirt werden. Laubach den 25. Juli 1845. Gr. Heſſ. Gräfl. Solmf. Landgericht daſ. Brumhardt. Edietalladung. 4082) ͤ Forderungen jeder Art an das Vermögen des von Gr. Hofgericht der Pro⸗ vinz Oberheſſen für concursfällig erkannten Schuhmachers Balthaſer Appel in Lon⸗ dorf ſind in dem Termine Donnerſtag den 11. September d. J., Vormittags 9 Uhr, bei Vermeidung des ohne beſonderes Präclu— ſivdecret erfolgenden Ausſchluſſes von der Maſſe, dahier anzuzeigen und zu begründen. Grünberg den 19. Juli 1845. Das Gr. Heſſ. zum Landgericht daſ. ge⸗ hörige Patrimonialgericht der Freiherrn von Nordeck zur Rabenau. Welcker. Bücking. Hofraithe-Verſteigerung. (11106) Auf Antrag der Erben der verſtor— benen Amtmanns Liebknechts Wittwe, ſoll Donnerſtag den 28. Auguſt l. J., Nachmit— tags 3 Uhr, die denſelben zuſtehende Hofraithe, Pag. u. Nr.[JKlf. 109/199 29% Hofraithe in der Langgaſſe, als Wohnhaus, Hinterhaus, Kühſtall und Schoppen ne— ben Friedrich Nagel und Ernſt Weber, welcher vor 20 Jahren neu hergeſtellt worden iſtz 109/199 635/ Garten dabei, 107/105% 47% Garten am vorigen,. unter den im Termin zu eröffnenden Bedin— gungen, einer Verſteigerung auf dem Rath— hauſe dahier ausgeſetzt werden. Butzbach den 31. Juli 1845.. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Seipel. Procla ma. (1122) Heinrich Stößel ledig zu Vilbel, Sohn des daſelbſt verſtorbenen Bäckers Franz Stößel hat ſich aus geſetzlich gebilligten Grün— den der ſelbſtſtändigen Verwaltung ſeines Ver— mögens begeben und unter die Curatel des Zimmermeiſters Walther zu Vilbel geſtellt. Man bringt dieſes mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß, daß mit dem Stößel ohne Conſens ſeines gedachten Curators Rechts— geſchifte gültig nicht abgeſchloſſen werden können. Großkarben den 25. Juli 1845. Groß. Heſſ. Landgericht daſ. Muhl. Schmidt. Strohlieferung zum Füllen ſämmt⸗ licher Betten in der hieſigen Reiter— caſerne. (1153) Samſtag den 23. dieſes Mo⸗ nats, des Vormittags um 10 Uhr, ſoll die Lieferung der zum Füllen der Militär— betten erforderlichen 1104 Gebund Kornſtroh à 16 Pfd. und 1260 Gebund Gerſtenſtroh à 8 pfd. auf dem Wege der Soumiſſion in Accord gegeben werden. Lieferungsluſtige wollen daher ihre Soumiſſionen bis zum be— merkten Termin in das am Eingange zum Verwaltungsbureau angebrachte Soumiſſions— * 254. käſtchen verſiegelt und mit der Ueberſchrift „Strohlieferung betr.“ einlegen, bis wohin auch die Lieferungsbedingungen, die zugleich das Soumiſſionsverfahren enthalten, Vor⸗ und Nachmittags auf dem Bureau zur Ein⸗ ſicht offen liegen. Butzbach den 9. Auguſt 1845. In Auftrag: Cellar ius, Unterquartiermeiſter. MN νν⏑ Privat⸗ Bekanntmachungen. Die zweite Sommerbeluſtigung (1147) der Caſino⸗Geſellſchaft findet Don⸗ nerſtag den 14. d. M. auf dem Nauheimer Teichhauſe ſtatt. Der Caſinovorſtand. Nicht zu überſehen! (118) Cine nach baieriſcher Methode ein⸗ gerichtete Bierbrauerei iſt nebſt Küferwerk— ſtätte, 2 Kellern und Logis zu verpachten Dieſelbe liegt an einer ſehr frequenten Land— ſtraße des Großherzogthums Heſſen. Naͤhere Auskunft ertheilt die Expedition d. Bl. Abhaltung von Tanz- und Harmonie⸗ muſik auf dem Markte zu Vilbel. (115) Dienſtag und Mittwoch den 19. und 20. d. M. werde ich auf dem Marktplatze da⸗ hier unter einem großen Zelte Tanz- und Harmoniemuſik halten und damit die erfor⸗ derliche anſtändige Reſtauration verbinden. Mit einbrechender Nacht wird zu dem näm— lichen Endzwecke mein Saal geöffnet werden. Ein verehrliches Publikum, welches auf mei— nen redlichen Eifer der reelſten Bewirthung in Speiſen und Getränken ſicher rechnen kann, wird mir hoffentlich ſeinen lohnenden Zuſpruch nicht verſagen, wozu höflichſt einzuladen ich mir hierdurch die Ehre gebe. Vilbel am 8. Auguſt 1845. Cbr. Dreſcher, Gaſtwirth zur Stadt Kaſſel. e (1135) Ich mache hiermit die ergebenſte Anzeige, daß ich im Hauſe der Frau Chr. Eich's Wittwe, Ludwigsſtraße Nr. 43, ein Spezereigeſchäft eröffnet habe. Indem ich ſtets gute und reine Waare verſpreche, bitte ich um gefällige Abnahme derſelben. Friedberg den 10. Auguſt 1845. Chriſtian Vogt. Regen- und Sonnenſchirme (1156) in ſchönſter Auswahl, ſowie Fiſch— beine zu jedem beliebigen Gebrauch ſind bei mir zu haben. Indem ich wiederholt auf meine ſehr billige ſeidne Schirme aufmerkſam mache, verbinde ich die Anzeige, daß ich alle Reparaturen über— nehme, mit der Verſicherung billiger und prompter Bedienung. Friedberg am 9. Auguſt 1845. S. Garde, Ecke der Judengaſſe. Aepfelmühlen und Kelterſchrauben, (1157) Schrotmühlen und Kartoffelmühlen neueſter Art, für deren Güte garantirt wird, ſind zu haben bei Johann Fillmar, Zeugſchmied in Friedberg. 3 u 9 ef mi et h een (1158) iſt der obere Stock meines Hauſes und kann derſelbe bis den 8. November d. J. bezogen werden. P. W. Sieck. Der unterſte Stock (1159) meines Hauſes, zum Betriebe eines jeden Geſchäftes geeignet, iſt zu vermiethen. Derſelbe beſteht in mehreren Stuben, Kam⸗ mern, Küche, ſowie dazu gehörigen geräumigen Stallungen, Speicher und Keller. A. Suhrada's Wittwe neben dem Trapp'ſchen Gaſthauſe. In einer Sattlerwerkſtätte (1160) iſt eine Lehrlingsſtelle offen. Wo? ſagt die Expedition. Literariſche Anzeige. (11610 Bei Ferdinand Boſelli in Frank⸗ furt a. M. iſt ſo eben erſchienen und in allen Buchhandlungen zu haben, in Friedberg bei C. Bindernagel vorräthig: Das Auskraͤgalverfahren des deutſehen Bundes. Eine hiſtoriſch-publieiſtiſche Monographie von Dr. Ph. Fr. W. Freih. v. Leonhardi, Großherz. Heſſ. Legationsrathe ꝛc. 2. Band. gr. 8. Preis: 5 fl. 24 kr. Der 1. Band dieſes Werkes, deſſen Ver⸗ faſſer der publiciſtiſchen Welt durch mehrfache gediegene Arbeiten bekannt iſt, hat eine ſo günſtige Aufnahme gefunden, daß es unnöthig wäre, außer dieſer bloßen Anzeige von dem Erſcheinen des 2. Bandes, noch etwas zu deſſen Empfehlung zu ſagen. Staatsmänner, Lehrer auf Univerſitäten und praktiſche Juriſten haben ſich über den Werth und die Brauch⸗ barkeit dieſes Buches auf's Vortheilhafteſte ausgeſprochen. Dieſer 2. Band enthält außer der bisher ſtattgehabten Entwicklung dieſer Lehre ſelbſt und den legalen Beſtimmungen über das Bundesſchiedsgericht, die, aus den Quellen geſchöpften, von der hohen deutſchen Bundesverſammlung vor Austrägalgerichten anhängig gemachten Streitigkeiten vom Jahr 1838 bis zur neueſten Zeit. Beſonderes In⸗ tereſſe möchte dieſer Band noch dadurch ge⸗ winnen, daß unter den darin befindlichen Ent⸗ ſcheidungen viele Darſtellungen ſind, die die Rechte und Anſprüche von Privaten berühren und hier zum erſten Mal im Druck erſcheinen. Bei C. Bindernagel in Friedberg iſt ferner zu haben: Der Pietismus i als der Urfeind aller wahren Religioſitaͤt 0 insbeſondere des Chriſtenthums und der evang. ⸗proteſt. Kirche nebſt ſpecieller Erörterung der neueren An⸗ griffe jeſultiſch⸗pietiſtiſcher Propaganden⸗Clubbs gegen die evang.⸗proteſtantiſche Kirche des Großherzogthums Heſſen pſychologiſch und hiſtoriſch beleuchtet von H. K. Haußmann, evang-⸗proteſt. Pfarrer zu Niederbeerbach bei Darmſtadt. Erſtes Heft.— Preis: 18 kr. Das Ganze wird aus drei Heften beſtehen, die raſch aufeinander folgen werden. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. an f Bette dem zur! Bere wege Vor und Naſ tren den dieſſe ſigen ferun ausb in de mens gen, Streb ſolche wie viele och