ntelligenz- Ola für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. Auszüge aus dem Regierungsblatte. Auszug aus dem Regierungsblatt Nro. 30. I. Eine großh. Verordnung vom 24. October, welche,— mit Rückficht auf die von anderen Zollverein sſtaaten wegen der Ausfuhr und der Aufkäufe von Kartoffeln getroffenen Maasregeln und die Wirkungen, welche letztere vorausſichtlich auf das Großherzogthum äußern werden, bis auf weitere Entſchließung, die Ausfuhr der Kartoffeln über die Zollvereinsgrenze verbietet.— Uebertretungen dieſes Ausfuhrver⸗ bots werden nach den deßfallſigen Strafbeſtimmungen in dem 3. Theile der Zollordnung vom 9. März 1838 geahndet.— Gegenwärtige Ver⸗ ordnung tritt von dem Tage ihres Erſcheinens in dem Regierungsblatte (Calſo von heute an) in Wirkſamkeit. II. Namensveränderungen: Es wurde geſtattet: am 9. Oct. der Stieftochter des Lohnbedienten Joh. Schäfer dahier, Helene Magda⸗ lena Heiſer, künftig den Familiennamen„S chäfex“, am 14. Oet. der Adoptivtochter des Joh. Ritter zu Offenbach, Eliſabethe Charlotte Ben- der, künftig den Familiennamen„Ritter“, dem Joſeph Hirſch von Rödelheim, dermalen zu Frankfurt a. M., und den beiden jüngſten Söh⸗ nen deſſelben, Nathan Hirſch und Heinrich Hirſch, künftig den Familien⸗ namen„Herman/, und der Enkelin des Michael Scior zu Steinbuch, im Landrathsbezirke Erbach, Maria Eliſabethe Reubold, künftig den Familiennamen„Scior“ zu führen.— III. Dienſtnachrichten: Am 3. October wurde dem Gerichts- boten⸗Aspiranten und dermaligen Friedensgerichtsſchreiber⸗Gehülfen Kamp zu Wörrſtadt die Kreisgerichtsbotenſtelle zu Mainz übertragen; am 7. der Phyfikatsarzt Dr. Rayß zu Ulrichſtein zum Phyfikatsarzt in Pfedders⸗ heim und der praktiſche Arzt Dr. Kaiſer zu Biblis zum Phyſikatsarzt zu Ulrichſtein ernannt; am 14. dem Decan und Pfarrer Weſternacher iu Jugenheim die evangel. Pfarrſtelle zu Bickenbach, und dem Pfarrer Oraudt zu Münſter die ev. Pfarrſtelle zu Jugenheim, Kr. Bensheim, übertragen. IV. Concurrenz für: die Diſtrictseinnehmerſtelle im zweiten Er⸗ bebungsdiſtrict Gießen mit jährlich 790 fl.(binnen drei Wochen bei der Oberfinanzkammer 1. Sect.); die katholiſche Schullehrerſtelle zu Neckar⸗ ſteinach mit 344 fl. nebſt 5 Stecken Buchen-Prügelholz für Heizung des Schullocals. V. Geſtorben: Am 12. Okt. der penſ. Legationsrath Gladbach dahier. Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 31. Das heute erſchienene Regierungsblatt enthält: Verordnung, den Tarif über die Eingangs-, Ausgangs- und Durchgangszölle ür die Jahre 1846, 1847 und 1848 betreffend. Handhabung der Polizei in Cairo. Wir theilen hier unſern Leſern ein Bruchſtück aus „Reiſebilder von Alex. Dumas und A. Dauzats“ mit, was vielleicht gerade jetzt, wo die Brodpreiſe immer noch im Steigen ſind, nicht ohne beſonderes Intereſſe geleſen wird. „Wir ſahen den Kadi(Stadtrichter, Bürgermeiſter) in Ausübung ſeines Amtes. Er geht des Morgens ans, ohne vorher zu ſagen wohin; mit ſeinen Schergen hinter ſich durch⸗ ſtreift er die Stadt und bleibt in dem erſten beſten Bazar (Straße oder Markt, wo viele Kaufläden ſind); da ſetzt er ſich in irgend einen Laden, unterſucht die Gewichte, die Ge— mäße, die Waaren, hört die Beſchwerden an, verhört den auf einer Uebetretung betroffenen Kaufmann, ſpricht ohne Advocat, ohne Beiſitzer und beſonders ohne Verzug das Ur⸗ theil, vollzieht die Strafe und geht, um einen andern Delin⸗ quenten aufzuſuchen. Die Strafen nehmen dann einen an— dern Charakter an; man kann nicht, ſo groß die Aehnlich— keit auch iſt, den Kaufmann eben ſo ſtrafen wie den Dieb, das würde das öffentliche Vertrauen vernichten; auch ſind die Urtheile in der Regel die allermildeſten, z. B. Confis— cation; gemäßigte: Verſchließen des Ladens; ſtrenge: die Ausſtellung. Dieſe Ausſtellung geſchieht auf eine ganz be— ſondere Weiſe; man ſtellt den Patienten mit dem Rücken an ſeine Bude, läßt ihn die Ferſen ſo hoch erheben, daß das ganze Gewicht ſeines Körpers auf die Fußſpitzen zu ruhen kommt, dann nagelt man ihn mit einem Ohr an die Thür oder einen Laden, und er ſieht dann grade ſo aus, als ob er Balletkünſte machte. Dieſe ſinnreiche Strafe dauert zwei, vier, ſechs Stunden. Es braucht nicht bemerkt zu werden, daß ſie der Delinquent durch einen Riß abkür— zen kann; allein das geſchieht ſelten. Die türkiſchen Kauf— leute halten auf Ehre und möchten um keinen Preis durch den Mangel des kleinſten Stückchens vom Ohr einem Diebe gleichen. „Ich blieb vor einem dieſer Ungluͤcklichen ſtehen, welcher eben angenagelt worden war; ich wollte ſein Schickſal be— klagen, als mir mein Führer ſagte, daß der Angenagelte ö —2 1 356. ſchon daran gewohnt wäre; wenn ich ſeine Ohren naher betrachtete, ſo würde ich finden, daß ſie wie ein Sieb durch—⸗ lochert waͤren. Das änderte dann meine Geſinnungen in ſeinem Betreff durchaus; er hatte noch anderthalb Stunden zu ſtehen und das war mehr als genug für mich, um ihn zu zeichnen. Es war ein vollſtändig componirtes Bild. Der Bäcker, welcher mit dem Ohre angenagelt war, hielt ſich ſteif und unbeweglich auf den Spitzen der großen Zehen, und neben ihm ſaß auf der Schwelle der mit der Execution beauftragte Gerichtsdiener, ſeine Pfeife rauchend, deſſen La— dung auf die Strafzeit berechnet zu ſein ſchien. Um dieſe Perſonen her hatte ſich ein Halbkreis von Zuſchauern ver— ſammelt, welcher enger oder weiter wurde, je nachdem neue Zuſchauer hinzutraten oder die älteren weggingen. Wir poſtirten uns an eins der äußern Enden und ich fing meine Arbeit an. „Als der Bäcker nach etwa zehn Minuten ſah, daß er von den Umſtehenden, unter denen er auch wohl einige Kun⸗ den bemerken mochte, keine Erleichterung zu erwarten hatte, wagte er es, ſeinen Aufſeher anzureden: „— Freund, ſagte er, ein Geſetz unſeres heiligen Pro—⸗ pheten befiehlt, daß die Menſchen einander beiſtehen ſollen. „Der Wächter ſchien gegen die Richtigkeit dieſer Lehre nichts einzuwenden zu haben und rauchte ruhig fort. „— Bruder, ſagte der Patient weiter, haſt du mich verſtanden? „Der Wächter gab kein anderes bejahendes Zeichen, als eine große Dampfwolke, welche ſeinem Nachbar in die Naſe ſtieg. „— Bruder, fuhr dieſer fort, einer von uns beiden konute dem andern beiſtehen, und ſich dadurch vor dem Propheten angenehm und wohlgefällig machen. „Die Dampfwolken folgten einander mit einer fur den Unglücklichen verzweiflungsvollen Regelmäßigkeit. „— Bruder, fuhr er mit kläglicher Stimme fort,— wenn du mir einen Stein unter die Ferſen legſt, dann will ich dir einen Piaſter(ohngefähr 9 kr.) geben,—(gänzliches Stillſchweigen),— zwei Piaſter,—(Pauſe),— drei Piaſter, —(Dampfwolke),— vier Piaſter. — Zehn Piaſter, ſagte der Wächter. „Das Ohr und die Börſe des Bäckers beſtanden einen Kampf mit einander, welcher ſich auf ſeinem Geſichte ab— ſpiegelte; endlich ſiegte der Schmerz, und die zehn Piaſter fielen neben dem Gerichtsdiener nieder, welcher ſie aufhob, einen nach dem andern zählte, in ſeinen Beutel ſteckte, die Pfeife an die Mauer lehnte, aufſtand, einen Stein ſo dick wie ein Spatzenei aufhob und ſeinem Nachbar unter die Ferſe legte: „— Bruder, ſagte der Patient, ich fühle nichts unter den Füßen. — Es liegt aber doch ein Stein darunter, ſagte der Gerichtsdiener, indem er ſich wieder ſetzte, ſeine Pfeife nahm und zu rauchen fortfuhr; nnr iſt er ſo groß, wie er für ein ſolches Geld ſein kann. Gieb mir einen Talari(2 fle 20 kr.) und ich will dir einen Stein unterlegen, ſo ſchön und ſo paſſend, daß du noch im Paradies mit Luſt an den Platz vor deiner Ladenthür denken ſollſt. „Das Ende davon war, daß der Gerichtsdiener ſeine 2 fl. 20 kr. und der Bäcker ſeinen Stein erhielt. Wie übrigens die Sitzung endigte, weiß ich nicht, ich war in einer halben Stunde mit meiner Arbeit fertig.“ Zur Wetterauer Chronik. Im Jahr 1838 wanderten zwei der brayſten und rechtſchaffenſten Jünglinge unſers Dorfes Beyenheim, Karl Rühl und Friedrich Maul, von Jugend auf gute Kamera⸗ den als Bergknappen in die Fremde, begleitet von den Segens⸗ wünſchen ihrer Verwandten und der ſämmtlichen hieſigen Einwohner.„Ihnen ruhten noch im Zeitenſchooſe die ſchwar⸗ zen und die heitern Looſe.“ In der Gegend von Aachen nahmen ſie auf einem gewerkſchaftlichen Erzbergwerke Arbeit, wo es ihnen gefiel und ſie bald beliebt wurden. Ein tiefes Gefühl der Rührung und der Freude ergriff die hieſigen Einwohner, als ſie zwei Jahre ſpäter, am Vorabend des heiligen Pfingſtfeſtes zuſammen zum Beſuche hier angekom⸗ men, an genanntem Feſte das heilige Abendmahl mitfeierten, und ihr Erſcheinen in jeglicher Beziehung das deutlichſte Zeugniß ihres ſittlich guten und ſinnigen Lebens war. Nach mehrtägigem Aufenthalt in der lieben Heimath kehrten ſie wieder zu ihrer Arbeit zurück, wo bald darauf Karl Rühl zum Steiger des Werks befördert zu werden das Glück hatte. Das Glück? Ach, das war ihm ſeine Beförderung nicht! Beim erſten Mal, als er als Steiger in einen Schacht gefahren war,— entſetzlich!— machte eine hinabſtürzende Fördertonne ſeinem jungen, unentweihten Leben ein Ende. Er hinterließ einen armen, am Stabe gebückt gehenden Vater, den er aus der Ferne her mit anſehnlichen Unter⸗ ſtützungen erquickt hatte, und der jetzt noch den Verluſt eines ſo edeln Sohnes beweint.“ Friedrich Maul kehrte bald nach dieſem traurigen Vor⸗ falle erkrankt in ſeine Heimath zurück, erfreuete ſich jedoch bald einer völligen Geneſung und konnte auf dem Dorhei⸗ mer Bergwerke wieder Arbeit nehmen. Er erkannte eine wohlthuende Pflicht in der Unterſtützung ſeines ſeit längerer Zeit bettlägerig kranken Vaters, bis auf den Augenblick, wo er, wie ſein Freund Rühl, einen ſchauderhaften Tod finden ſollte. Am vergangenen Donnerſtag, dem 23. d. M., als er kaum Morgens früh das älterliche Haus verlaſſen hatte, wurde er bewußtlos wieder dahin zurück getragen. Er hatte dem Wirth Friedrich Huber dahier keltern helfen, beim Zudruͤcken der Kelter brach ihm der Hebel, in Folge deſſen er mit der ganzen Gewalt ſeiner Kraftanſtrengung mit dem Kopfe wider eine Schwelle des Kelterhauſes ſtürzte und in erwähntem Zuſtande nach Haus getragen werden mußte.„Herr Jeſu, dir leb' ich, dir ſterb' ich!“ waren die einzigen Worte, die er noch zu ſtammeln vermochte. Zehn Stunden ſpäter war er verſchieden. Die große Theilnahme bei ſeinem Begräbniſſe am verfloſſenen Sonntage, wo wir, beiläufig bemerkt, gerade Kirchweihe hatten, zeugte genug— ſam, wie er gelebt hatte, und es war wohl kein Ange thrä— * 2 2 nenleer, während unſer wuͤrdiger Geiſtlicher uͤber Joel 1, 12 „die Freude der Menſchen iſt zum Jammer worden, eine tief ergreifende Grabrede hielt. So hatten alſo die beiden Freunde Rühl und Maul, wie eins in Sinn und Beruf, einerlei Schickſal im Leben und Tod. Im Himmel haben ſie ſich wieder gefunden, und nichts wird dort ſtöͤren, unwandelbarer Freundſchaft zu leben. In unſerm Dorfe aber wird man ſich ihrer noch lange, wenn auch nicht ohne Wehmuth, doch gern und mit Liebe erinnern. Beyenheim den 28. Okt. 1845.— ck— Sie ds geri ch. In Nr. 85. dieſes Blattes wurden der Schiedsgerichte in Wetterfeld, Bleichenbach und Ginsheim erwähnt und gewiß iſt bei manchem Leſer der Wunſch rege geworden, daß auch in ſeiner Gemeinde ein ſolches ins Leben gerufen werden möchte. Daß man auch in andern Gegenden Deutſch— lands gleiche Wünſche hegt und ſie zu verwirklichen ſucht, möchte folgende Mittheilung eines norddeutſchen Blattes („Eiſenbahn-) beweiſen. „Das Städtchen Elſterberg im ſäͤchſiſchen Voigtland hat den diesjaͤhrigen Konſtitutionstag gefeiert durch die Vereinigung ſeiner beſten Bürger, ihre Rechtshändel fortan vor einem freiwilligen Schiedsgericht ausgleichen zu wol— len. Mit der ſteigenden Aufklärung muß auch die Erkennt— niß wachſen, wie dabei das Recht und die Billigkeit und das Intereſſe aller Partheien ungleich beſſer bewahrt iſt, als bei unſerm papiernen Rechtsweſen, das wie ein Alp auf alle Zuſtände drückt und in den uͤberaus meiſten Nechts— fällen des alltäglichen Lebens eine rechtliche Ausgleichung nicht nur unendlich erſchwert, ſondern ſie geradezu unmög— lich macht, weil die Brühe ſtets mehr koſtet, als der Braten, Zeit und Aerger ungerechnet.“ Mannigfaltiges Abſurd.— Was iſt abſurd? Darauf antwortet ein Ungenannter: Abſurd iſt, Geld im Spiel verlieren und ſich darüber erboßen— den Verleger einer neuen Zeitſchrift nach der Zahl der Abonnenten fragen— erwarten, daß ein Redakteur mit umgehender Poſt antworte— einen Gaſt— wirth fragen, ob er guten Wein habe— überall verſtoßen und ſich wundern, daß Einen Niemand will— ſich des Abends betrinken und am nächſten Morgen über Katzen— jammer lärmen— im Oktober zu Hauſe vor Kälte klappern, weil man erſt im November einheizen will— annehmen, daß Recenſentenvon den Büchern, die ſie loben oder tadeln, mehr als das Titelblatt geleſen haben— Jemand für fromm halten, weil er jeden Sonntag in die Kirche geht— ſeine eigenen Geheimniſſe ausplaudern und vermuthen, daß andere ſie bewahren werden— Jemand gefällig ſein und auf Dank— barkeit rechnen— Einen Dieb ohne Zehrgeld aus dem Ge— fängniſſe entlaſſen und ihm aufgeben, ſich ehrlich zu ernäh— ren— Etwas fur wohlfeil halten, weil es wenig koſtet— Jemand öffentlich ſchlecht machen, um ihn zu beſſern— gegen ſeine Geliebte die Schönheit ihrer Freundin ruͤhmen— fünfzig Jahr alt ſein und zweifeln, daß alle dieſe und noch vielmehr abſurde Dinge geſchehen. „ 357. Kirchenbuchs-Auszug vom Oktober 1845. Grünberg. f Getraute: 5. Georg Karl Friedrich Alexander von Berg, des weiland Georg Friedrich von Berg, Lieutenants unter dem Fürſtl. Solms-Lichiſchen Contingent, ehelicher lediger Sohn, Bürger und Kaufmann dahier, und Anng Eli⸗ ſabethe Dorothea Schmidt, geb. Bott, des weiland Johannes Schmidt, Actuariatsgehülfen zu Gießen, hinterlaſſene Wittwe. 12. Johann Konrad Haarz, des weiland Johann Konrad Haarz, Bürgers und Schuhmachers dahier, ehelicher lediger Sohn, Bürger und Taglöhner dahier, und Anna Eliſa Seim, des Heinrich Seim, Ortsbürgers und Taglöhners zu Sellnrod, eheliche ledige Tochter. 12. Johannes Spuck, des Johann Balthaſer Spuck, herr— ſchaftlichen Schäfers zu Laubach, ehelicher lediger Sohn, Bürger und Schuhmachermeiſter daſelbſt, und Maͤrga— retha Katharina Böß, des Johann Heinrich Böß, Bür— gers und Leinwebermeiſters dahier, eheliche ledige Tochter. 16. Joh. Jonas Frank, des Ernſt Frank, Bürgers und Schuhmachermeiſters dahier, ehelicher lediger Sohn, Bürger und Schuhmachermeiſter dahier, und Maria Eliſabetha Lotz, des Heinrich Lotz, Bürgers und Acker— manns zu Allendorf an der Lumda, eheliche ledige Tochter. 19. Chriſtian Birkenſtock, des Johannes Birkenſtock, Orts- bürgers zu Weikartshain, ehelicher lediger Sohn, Bür— ger und Leinwebermeiſter dahier, und Anna Eliſabethe Port, des Michael Port, Bürgers und Taglöhners dahier, eheliche ledige Tochter. Getaufte: 5. Dem Bürger und Kaufmann Auguſt Peppler ein Sohn, Franz Friedrich Ernſt Jonathan Guſtav, geb. den 1. September. 12. Dem Bürger und Schuhmachermeiſter Peter Ludwig Füßler ein Sohn, Ludwig, geb. den 18. September. 19. Dem Bürger und Drechslermeiſter David Roth Zwil— lingskinder, Georg Heinrich und Karl, geb. den 23. September. 19. Dem Bürger und Kuhhirten Johannes Müller ein Sohn, Konrad, geb. den 2. October. 26. Dem Bürger und Metzgermeiſter Johann Kaspar Zöck— ler ein Sohn, Georg Auguſt, geb. den 29. Septbr. 26. Dem Bürger und Schuhmachermeiſter Joh. Konrad Kreuder ein Sohn, Ludwig, geb. den 11. Oktober. 26. Ein unehelicher Sohn, Heinrich Friedrich, geb. den 12. October. Beerdigte: 5. Mathilde Steinberger, geb. Snell, Ehefrau des Großh. zweiten Stadtpfarrers Friedrich Karl Steinberger da— hier, alt 32 Jahre, 3 Monate und 13 Tage, k den 2. October. 6. Eliſabetha Seipp, Ehefrau des Daniel Seipp, Zieg— lers dahier, alt 39 Jahre, 8 Monate und 6 Tage, 7 den 4. October. 8. Karl Bindewald, der Katharina Bindewald unehelicher Sohn, alt 5 Monate, 1 den 5. October. 12. Barbara Eliſabetha Sudheimer, des Gr. Landgerichts— dieners Georg Peter Sudheimer Ehefrau, alt 60 Jahre, 11 Monate und 27 Tage, 1 ü den 10. October. 23. Chriſtian Höhle, Grßh. Poſtillon, alt 48 Jahre, 1 den 21. October. 2 Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. N Arbeits ⸗Verſteigerung. (1357) Dienſtag den 18. November l. J., Vormittags um 10 Uhr, ſollen auf dem Ratb⸗ hauſe zu Kaichen die bei Erbauung der Oeco⸗ nomiegebaude am Pfarrhaus daſelbſt nöthige Bauarbeiten, beſtehend in 1) Maurerarbeit veranſchlagt zu 251 fl. 26 kr. 2) Steinhauerarbeit 174, 59. 3) Zimmerarbeit 260„ 20„ 4) Dachdeckerarbeit 128„ 27„ 5) Schreinerarbeit 178 26„ 6) Schloſſerarbeit 98„ 44„ 7) Glaſerarbeit 6* 230 8) Weißbinderarbeit 90„ 18„ 9) Pflaſterarbeit 112% 54% 10) Pumpenmacherarbeit 33—„ die Lieferung von Mauerſteinen, Sand, Kalk und Backſteinen, veranſchlagt im Gan⸗ zen zu 402 fl. 33 kr., öffentlich an die Wenigſtnehmenden verſteigert werden. Indem man Vorſtehendes zur öffentlichen Kenntniß bringt, bemerkt man noch, daß die Riſſe, Voranſchlaͤge und Verſteigerungsbedin— gungen auf dem Bureau des Unterzeichneten zur Einſicht offen liegen. Friedberg den 9. November 1845. Der Grßh. Heſſ. Kreisbaumeiſter des Baubezirks Friedberg Stockhauſen. Obligations-Verlooſung. (1558) Die am 15. September d. J. ge⸗ zogenen Partial-Obligationen ſind: Nr. 7. 12, 13, jede à 200 fl., zuſammen 600 fl., rück— zahlbar am 1. Januar 1846, bei dem Hand⸗ lungshauſe Herrn Simon Lindheimer zu Friedberg. Hohenſülzer im September 1845. Der Grßhb. Heſſ. Bürgermeiſter Emmert. Obligations-Verlooſung. (1559) Bei der heute ſtattgebabten Ver⸗ looſung, der dieſes Jahr zur Abtragung be— ſtimmten Gemeinde-Obligationen wurde die Nummer 47 über 200 fl., zur Rückzahlung auf den erſten Januar 1846, gezogen. Dieſes wird mit dem Bemerken zur oͤffent⸗ lichen Kenntniß gebracht, daß der Inhaber dieſer Parlial⸗Obligation den Betrag gegen gehörig quittirte Rückgabe derſelben bis zum erſten Januar 1846 bei der hieſigen Gemeinde— kaſſe in Empfang zu nehmen hat, indem von dieſem Tage an keine weiteren Zinſen ver— guͤtet werden. Obererlenbach am 20. Oktober 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Ohmeis. Bekanntmachung. (1560) Dem pachter Dr. Eckſtein zu Lon⸗ dorf ſind in der Nacht vom 5. auf den 6. d. M. 9 Stuck Welſchhühner, wovon 2 Stück zwei Jabre alt, grau und gelbroth, die andern 7 Stuck im erſten Jahr, ſchwaͤrzgrau, hell— grau und gelbroth ſind, aus dem Hühnerſtall entwendet worden. Derſelbe verſpricht Dem⸗ jenigen, welcher die nöthigen Mittheilungen, welche zur Entdeckung des Thäters führen, macht, eine Belohnung von drei preußiſchen Thalern. Grünberg den 7. November 1845. Gr. Heſſ. Kreisrath des Kreiſes Grünberg Ouvrier. * 358. Wochenmarkt zu Laubach. 48610 Da der Stadt Laubach die Abhal⸗ kung eines Wochen⸗Markts geſtattet worden iſt, und ſolcher an jedem Freitag, Vormittags, gehalten, auch damit ein Frucht- und Mehl— Markt verbunden werden ſoll, ſo wird dies mit dem Bemerken zur Kenntniß gebracht, daß auf Freitag den 14. November dieſes Jahres der erſte Markt ſtattfinden ſoll. Laubach den 6. November 1845. 5 Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Kneip. Bekanntmachung. (1562) Dem hieſigen Schweinbirt Kaspar Mohr II. iſt am letzten Gießer Markte ein weißes, ½ jähriges Barkſchwein zugelaufen, und hat ſich der Eigenthümer deſſelben bis jetzt nicht vorgefunden. Unter vorgebrachter Legitimation, und gegen Erſatz des Futters und der Inſeratgebühren kann der Beſitzer daſſelbe zurück erhalten. Gambach den 4. November 1845. . Der Grßh. Heſſ. Buͤrgermeiſter Re p p. Verſteigerung. (1863) Montag den 24. und Dienſtag den 25 d. M., von Morgens ½9 bis 12 Uhr und Nachmittags von 2 bis 5 Uhr, werden in dem Zimmer des Küchenbaues der Kloſtercaſer ne dahier namhafte Quantitäten getragener Mili— tär⸗Montirungsſtucke, als Mäntel, Röcke, Handſchube, Spencer, Mützen, wollene und lei⸗ nene Pantalons, Gamaſchen, Hemden, Schuhe, Torniſter, Tzacos, Tzacosfilſe ꝛc., ſodann aus— rangirte Caſerne. und Compagnieſpiel-Requi⸗ ſiten, nämlich: Bett-Teppiche, Trommelfelle ꝛ0., ſtück⸗ und parthienweiſe, gegen gleich baare Zahlung, verſteigert. Die Herren Bürgermeiſter der Umgegend Friedbergs werden erſucht, dieſe Verſteigerung geeignet bekannt machen laſſen zu wollen. Friedberg den 10. November 1845. J. A.: G lz, Oberquartiermeiſter. N Privat ⸗ Bekanntmachungen. ina dne (15600 Sonntag den 16. d. M. iſt bei mir gut beſetzte Tanzmuſik anzutreffen, wozu höf⸗ lichſt einladet G. Gerlach. Ein noch ſehr brauchbares Billard (1565) mit faſt neuem Ueberzug und Gummibändern iſt mit allem Zubehör, wobei zwei neue Lampen, billig zu verkaufen. Wo, ſagt die Expedition. Empfe f ümng; (1566) Mein neu etablirtes Buchbin⸗ der⸗ und Schreibmaterialien-Geſchäft empfehle ich einem geehrten Publikum und verſpreche ſolide Arbeit und billige Bedienung. Laubach den 6. Nov. 1845. Auguſt Hofmann, in der Poſt. Literariſche Anzeigen. (1567) Bei Gerhard in Danzig wird demnächſt erſcheinen, und nehmen alle Buch— handlungen, in Friedberg C. Bindernagel, Beſtellungen an: Die Geſchichte der Deutſchen Reformation. Dem deutſchen Volke nach den Urkunden u. Schriften der Refor⸗ matoren und ihrer Gegner wahr und klar dargeſtellt von C. H. Bresler, Conſiſtorial- Rath ze. Groß Duodez; zwölf Lieferungen à 4 fGr. oder 5 Sgr., oder 18 kr. Rhein., deren alle drei Wochen eine erſcheint, wobei der Ver⸗ leger ſich ausdrücklich verpflichtet, etwaige Mehrlieferungen ganz unent— geldlich zu geben. In unſeren Tagen, wo die Geiſter neu er⸗ wacht ſind, wo in Tauſenden und aber Tau⸗ ſenden, die für Religion ganz erſtorben ſchie⸗— nen, das religiöſe Bewußtſein auf's neue ge⸗ boren iſt, und wo faſt jedes Geſpräch, welches geführt wird, die religioſen Verhältniſſe berührt, dürfte eine Geſchichte der deutſchen Reforma⸗ tion, welche nicht wie die meiſten populären Schriften nur die äußern Ereigniſſe aufzählt, ſondern dem Leſer auch das Weſen der Re⸗ formation zum klaren Bewußtſein bringt, auf einen ſehr großen Leſerkreis rechnen können, und ein ſolches Werk wird das hier angekün⸗ digte ſein. In einer gebildeten, aber ganz populären Sprache geſchrieben, wird es die Leſer aller Bildungsgrade befriedigen, und ſo möge es als ein wichtiges Hausbuch für unſere Zeit allen Proteſtanten Deutſchlands dringend empfoblen ſein. Zwei treffliche Kunſt⸗Beilagen in Roy.⸗Folio, Scenen aus Luther's Leben, werden den Sub— ſeribenten unentgeld lich beigegeben werden. Ferner iſt bei C. Bindernagel in Fried⸗ berg zu haben: Politiſche Arithmetik. Anleitung zur Kenntniß und Uebung aller im Staatsweſen vorkommenden Berechnungen. Ein Handbuch für Staatsbeamte und Geſchaͤftsmaͤnner. Von L. C. Bleibtreu, Profeſſor an der polytech. Schule in Karlsruhe. Zwei Abtheilungen: 3 fl. 36 kr. Marſchall Vorwärts! oder: Leben, Thaten und Charakter des Fuͤrſten Bluͤcher von Wahlſtadt. Ein Buch für Deutſchlands Volk und Heer, von Dr. Nauſchnick ꝛc. Zweite Auflage, eine ſorgfältig verbeſ.⸗ ſerke und vermehrte, mit vier S tahlſtichen. — In 6 Lieferungen. Complett 1 fl. 48 kr. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. d A* 22