ntelligenz- Glatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. Hiſtoriſch-topographiſche und commerzielle Nachrichten uͤber Ulrichſtein. Der jetzige Marktflecken Ulrichſtein an der nordweſt⸗ lichen Abdachung der bedeutendſten Höhen des Vogelsbergs hatte früher, beſonders mit der daran gelegenen alten Burg (Schloß), welche 2561 Heſſ. Fuß über der Meeresfläche liegt, eine größere Bedeutſamkeit, als jetzt. Der eigent— liche Vogelsberg, von welchem die ganze Gebirgsgegend ihren Namen führt, liegt circa ½ Stunde nordöſtlich von Ulrichſtein unweit des Vögelsbergerhofs, auch Wannhof, (vielleicht von Wenzel) genannt. Aus dem letztern Namen ſcheint hervorzugehen, daß die Erbauung dieſes Hofes in die früheſten Zeiten geſetzt werden muß, vielleicht in die Zeiten der erſten feſten Wohnſitze in der hieſigen Gegend. Jetzt beſitzen die Freiherrn von Schenk dieſen Hof immer noch als Lehensherrn, welche in der Nähe noch mehr begü— tert ſind. Vielleicht baute dieſe adelige Familie die hieſige Gegend zuerſt an, was ſehr wahrſcheinlich iſt, da Schweins— berg in demſelben Thale liegt, auf welchem der Fuß des Berges Ulrichſtein ruht.— Ulrichſtein hat eine Gemarkung von bedeutender Größe, iſt der Sitz eines Landgerichts, ſteht ſchon deßhalb mit den 17 amtsangehörigen Orten, welche 8310 Seelen, mithin die Seelenzahl einer nicht ganz unbe— deutenden Stadt enthalten und von evangeliſchen Chriſten und mehreren Juden bewohnt ſind, ſowie auch mit den nahe gelegenen bedeutenderen Orten Oberohmen, Ruppertenrod, Engelrod mit ſeinen fünf Filialen, Hopfmannsfeld u. ſ. w. in lebhaftem Verkehr, beſonders auch, weil die ſehr beſuchte Verbindungsſtraße zwiſchen den Städten Lauterbach, Schlitz, Fulda u. ſ. w. bis Eiſenach, Gotha, Weimar, Leipzig auf der einen, und Grünberg, Gießen, Laubach, Lich u. f. w. bis Wetzlar, Weilburg, Dietz, Koblenz auf der andern Seite, durch Ulrichſtein geht. Die Märkte zu Ulrichſtein, zu welchen noch ein Schafmarkt angeordnet worden iſt, zeichnen ſich durch ihre Größe und Bedeutſamkeit vor den meiſten Märkten im Vogelsberg aus, weil dieſer Ort der gelegenſte Mittelpunkt zur Betreibung der commerziellen Geſchäfte des Vogelsbergs iſt und namentlich auch die Gute des Vogelsberger Viehes, welches dennoch meiſtens ſehr billige Preiſe hat, in den Niederungen allgemein bekannt iſt; auch wird jetzt der Handel durch die nach allen Richtungen hinführenden ſehr guten und bequemen Straßen befördert. Von jeher war Ulrichſtein der Hauptpunkt des eigentlichen Vogelsbergs, ſowohl zu Kriegs-, als auch zu Friedens⸗Zeiten für den Handel und wer kennt nicht dieſen wichtigen Platz und das noch vor wenig Jahren beſtandene Ulrichſteiner Schloß, dieſen herrlichen Anhaltspunkt für ſeinen bedeuten— den Horizont? Wer erinnert ſich nicht dieſes wichtigen Höhen— punctes, an welchem Weſer- und Rheingebiet ſich in größe— ren Hochebenen anreihen und an welchen ſich ſo manche Erinnerungen von allgemeinem und vaterländiſchem Intereſſe knüpfen, der jemals in dieſe Gegend kam? Die ältere Geſchichte von Ulrichſtein iſt durch die neueren Geſchichtsforſcher, auch durch„Landaus Heſſ. Ritter— burgen“, mindeſtens in Umriſſen wohl genügend dargeſtellt und erſchöpft, aber doch muß noch bemerkt werden, daß die alte Benennung molesstein wohl nicht Mühlſtein heißen ſoll, wozu gar keine Veranlaſſung vorhanden zu ſein ſcheint, ſondern daß dies Wort wohl eine mönchiſche Zuſammen— ſetzung von mollis und Stein iſt, um die eigenthümliche Naturerſcheinung, welche ſich auf der Spitze und am Ab— hange dieſes Berges findet, zu bezeichnen. Auf der Höhe des Schloßberges befindet ſich nämlich eine zwiſchen lauter Baſalt⸗Felſen beſtehende keſſelartige Vertiefung, welche immer— während, auch bei der andauerndſten Trockenheit reichlich gutes Waſſer hat und ſelbſt bei der größten Sommerhitze keine bedeutende Verminderung erleidet. Vielleicht war dieſe Stelle, die ſpäter gereinigt und noch vertieft wurde, bei ihrer Entdeckung nur ein weicher, waſſerreicher Platz zwi— ſchen den großen Steinen oder Felſen, und wurde dieſer Berg deßhalb mollisstein, Mildenſtein d. h. Waſſerſtein genannt, weßhalb auch die alten Urkunden mollesstein mit doppeltem el ſchreiben. Es läßt ſich dies auch nach Analogie deßhalb als richtig annehmen, weil auch in den Rhöngebir— r — 2 2 *— „% 284. gen ein Berg aus ähnlichem Grunde die Milzenburg, oder die Mildenburg heißen ſoll. Auf der nordöſtlichen Seite dieſes Berges finden ſich noch zwei intereſſante Quellen, welche den Waſſerreichthum deſſelben beurkunden und ſeinen Namen mollisstein oder Mildenſtein rechtfertigen. An dem Ab⸗ hange dieſes Schloßberges, nach Nordoſten etwa in ſeiner Mitte, vom Fuße deſſelben bis auf den Scheitel, iſt eine Quelle, welche außerordentlich reich an ſüßem gutem Waſ⸗ ſer iſt. Auch bei der andauerndſten Trockenheit im Sommer und ebenſo bei langwieriger Kälte im Winter nimmt ſie nicht ab, ſondern verſieht bei Waſſermangel ganz Ulrichſtein, an 1000 Seelen, und gewiß ebenſoviel Hausthiere mit ihrem Waſſer und füllt noch mit ihrem Ueberfluß einen nicht weit darunter angebrachten Weiher, welcher bei Feuersbrünſten die wohlthätigſten Dienſte mit ſeinem Waſſer leiſtete und ebenfalls unerſchöpflich geweſen ſein ſoll. Die andere Quelle, welche viel höher, als jene, aber auch in derſelben Richtung von dem Scheitel des Berges und jener Quelle zu Tag geht, hat die eigenthümliche Eigenſchaft, daß ſie ihren Brunnen, der nicht, wie der Brunnen jener überfließt, ſondern wieder verſinkt, alsdann bedeutend hebt, wenn hei— tere Witterung herannahet, bei herannahender naſſer Wit⸗ terung denſelben aber hinabſinken läßt. Die Erbauung der Burg fällt vielleicht ſchon in die Zeiten der Karolinger, wohl aber doch ſicher in die Zeit Heinrichs des Vogelſtellers um das Jahr 930, wenigſtens ſcheint die Beſchaffenheit der Bauart und der Hauptmauern auf jene Zeit ſicher ſchließen zu laſſen. Wahrſcheinlich wurde dieſer Höhepunkt als Obſervationspunkt benutzt und ſtand mit den Wartthürmen bei Grünberg, mit Hom⸗ berg a. d. O., Amöneburg, Marburg, dann mit den Ziegen⸗ heimer Wartthürmen, Homberg in Heſſen u. ſ. f. vielleicht bis nach Thüringen hin nach Art unſerer heutigen Tele⸗ graphenlinien in Verbindung. Dies iſt ſehr wahrſcheinlich, weil dieſe Höhe auf der einen Seite über den Haubenberg, die Feldkrüker Höhe, und andere Burgen am ſüdlichen Ab⸗ hange des Vogelsbergs mit dem Main und Rhein auf der andern Seite über die Landwehr Herbſtein, Fulda u. ſ. w. mit den dortigen Gegenden correſpondirte. Man denke ſich bei den ungebahnten Wegen, wie nothwendig eine ſolche Correſpondenz war und wie ſie auch wirklich von den Höhen über die Wälder hinaus durch die Wartthürme ſtattgehabt hat. Es wäre zu wünſchen, daß Geſchichtsforſcher, denen beſſere Mittel zu Gebote ſtehen, als dem Einſender, die Zeit feſtzuſtellen ſuchten, wann dieſer amöne Punkt, an deſſen Fuß die Ohm, amoena, entſpringt, als Burg erbaut wor⸗ den iſt, und in welcher Zeit von derſelben der Name Ulrich⸗ ſtein ſtatt des früheren mollisstein gebraucht wird; Letz⸗ teres, um auf die Spur zu kommen, welcher Ritter oder Graue Ulrich die Burgmannſchaft daſelbſt gehabt hat, durch welchen dieſelbe etwa den Namen Ulrichſtein erhielt oder ob der Name Ulrichſtein nur eine paſſendere Modification des Namens mollisstein iſt, da Ulrichſtein ſoviel heißt als Allreichſtein d. i. wohl das waſſerreiche oder der waſſer— reiche Stein. Mäßigkeits verein. Die 9. Jahresverſammlung des Mäßigkeits— vereins in den Kreiſen Grünberg und Hungen wird Mittwochs den 17. September, Vormittags 9 Uhr, auf dem Heſſenbrückenhammer Statt finden. Indem man hierzu die Mitglieder des Vereins freundlichſt einladet, erſucht man zugleich alle Freunde der Mäßig keitsſache nah und fern, ſich einfinden zu wollen, um an den Berathungen über Bildung eines Landes vereins gegen das Branntweintrinken Theil zu nehmen. Die entfernter Wohnenden werden, wenn ſie Tags zuvor eintreffen wollen, bei den, dem Verſammlungsorte nahe woh— nenden Vereinsmitgliedern freundliche Aufnahme finden. Der Vorſtand. Bei dieſer Gelegenheit erlaube ich mir auf das in mei⸗ nem Verlage erſchienene Schriftchen aufmerkſam zu machen: „Des Volkes Noth und Rettung, oder die Mäßigkeits⸗ vereine nach ihrer Nothwendigkeit und ihren ſegensrei⸗ chen Wirkungen geſchichtlich dargeſtellt für das Volk und ſeine Freunde von Carl Strack. Es iſt in der Großh. Heſſ. Zeitung ſchon einigemal ruͤh⸗ mend erwähnt worden und die in Leipzig bei Brockhaus erſcheinende landwirthſchaftliche Dorfzeitung von W. Löbe ſagt darüber:„Obwol wir ſchon viele und recht zweckmäßige Mäßigkeitsſchriften für das Volk haben, ſo kann es doch immerhin nichts ſchaden, wenn dieſelben durch neue, eben— falls ihrem Zwecke entſprechende, vermehrt werden, da die Mannichfaltigkeit an und für ſich gefällt und die Wuͤnſche und Bedürfniſſe der Einzelnen verſchieden ſind. Schon aus dieſen Gründen müßte man die erwähnte, in populairer und herzlicher Sprache geſchriebene Volksſchrift freudig willkom⸗ men heißen, auch wenn ſie nicht den beſondern Zweck hätte, die Angelegenheiten der Mäßigkeitsſache in und für Suͤd⸗ deutſchland näher zu erörtern. Zwar hat ſchon Ritter in der Bearbeitung des Böttcher'ſchen ⸗Hauskreuzes/ hierin den Vorgang gebildet, aber ſo zweckmäßig das auch geſchehen iſt und ſo viel Gutes das Büchlein geſtiftet hat, ſo wird man doch die oben bemerkte Schrift mit gleichem Intereſſe und Nutzen neben der Ritter-Böttcher'ſchen leſen, zumal die⸗ ſelbe die Geſchichte der Ausbreitung der Mäßigkeitsſache im ſüdlichen Deutſchland bis auf die neueſte Zeiten umfaßt. Es wäre zu wünſchen, daß auch ſie recht zahlreich in die Hände des Volks käme, wozu ſie ſich neben ihrem gediegenen Inhalte durch ihre Wohlfeilheit beſonders zu eig— nen ſcheint./ Die Herzoglich Naſſauiſche Regierung hat ſich veran— laßt geſehen, das praktiſche Schriftchen allen Schulbiblio— theken des Landes zur Anſchaffung zu empfehlen. Bei directem Bezug von Parthieen tritt ein ermäßig⸗ ter Preis ein. Carl Bindernagel. Heſſ 3 einträge gemach die V. Anglie eh dae U ſccſ bei unt 2 deckmaßige ann es doch le, eben; a die d die Wünſche Schon an Schon aus ( Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. N Gläubigeraufruf. 120 Großh. Hofgericht zu Gießen hat Sue u Vermögen des Johannes Kratz 3. von Oberohmen den Concurs erkannt und das unterzeichnete Landgericht mit deſſen Lei⸗ tung beauftragt. Demgemäß werden alle Diejenigen, welche aus irgend einem Rechtsgrund Anſprüche an die Concursmaſſe bilden wollen, hiermit auf⸗ gefordert, ſolche Dienſtag den 14. October l. J., Vor⸗ mittags 9 Uhr, dahier anzuzeigen und zu begründen, oder zu erwarten, daß ſie von der Maſſe ſtillſchwei⸗ gend ausgeſchloſſen werden. f Da in dieſem Termine auch ein Guͤtever⸗ ſuch Statt finden wird, ſo haben alle, welche nicht in Selbſtperſon erſcheinen, ihre Vertre- ter mit Vollmachten zu verſehen, welche auch auf den Abſchluß eines Vergleiches mitgerich⸗ tet ſind. Grünberg den 5. Auguſt 1845. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Welcker. Edictal ladung. (1272) Im Wobnbacher Gerichts⸗ und Orts⸗Hypothekenbuch ſtehen noch die in der Beilage zu Nr. 225 der diesjährigen Grßh. Heſſ. Zeitung näher bezeichneten Hypothek— einträge offen, oogleich es ſehr wahrſcheinlich gemacht iſt, daß die Capitalien abgetragen und die Verpfändungen alſo erloſchen ſind. a Wer daher aus dieſen Verpfändungen bezie⸗ hungsweiſe den desfallſigen Urkunden noch Rechte ableiten zu können glaubt, hat dieſel⸗ ben ſo gewiß binnen ſechs Wochen vom 15. Auguſt d. J. an hier geltend zu machen, als ſonſt jene Einträge für erloſchen erklärt und im Hypotbekenbuch gelöſcht werden. 5 Gleichzeitig werden diejenigen, welche nicht ſchon früber von dem beſtellten Com⸗ miſſair, Actuariats-Candidaten Sar⸗ torius, ſpeciell aufgefordert worden ſind, oder demſelben ihre Urkunden vorgelegt baben, gleichwohl eine noch rechts⸗ gültige auf irgend ein Objekt in der Gemar⸗ kung Wobnbach radicirte gerichtliche Pfand⸗ urkunde, beſitzen, hiermit vorgeladen, ſolche ſo gewiß binnen obiger Friſt im Original oder in beglaubigter Abſchrift dahier vorzulegen, als fonſt ſolche etwaige Verpfändungen in das neu zu errichtende Hypothekenbuch nicht aufgenom⸗ men werden und ſie ſich die deßfalls entſtehen— den Nachtheile nur ſelbſt zuzuſchreiben haben. Laubach den 28. Auguſt 1845. Gr. Heſſ. Gräfl. Solmſ. Landgericht daſ. Brumhard. Oeffentliche Ladung. (1273) Gegen den Geometer Philipp Löff⸗ ler zu Steinfurt hat Großbzl. Hofgericht der Provinz Oberheſſen den förmlichen Concurs⸗ prozeß erkannt. Es werden daher alle, welche dingliche oder perſönliche Anſprüche gegen denſelben geltend machen wollen, hierdurch aufgefordert, ſolche bei Vermeidung des ohne beſonderes Präcluſivdecret erfolgenden Aus⸗ ſchluſſes von der Maſſe, im Liquidationstermin Montag den 6. Oktober l. J., l Vormittags 9 Uhr, bei der unterzeichneten Behörde anzumelden und näher zu begründen. Butzbach den 21. Auguſt 1845. Gr. Heſſ. Frh. v. Löw. Landgericht daſ. In Erledigung der Landrichterſtelle Calmberg. * 285* Aepfel PVerſteigerung. (1279) Freitag den 12. Sept, l. J., Vor mittags 11 Uhr, werden die diesjährigen Aepfel der Gemeinde Wohnbach, circa 40 Malter, an Ort und Stelle meiſtbietend verſteigert, wozu Kaufluſtige einladet Wohnbach den 3. September 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Herget. PVerſteigerung von Arbeiten zur Er⸗ bauung eines Schulhaufes benebſt Oeconomiegebäuden zu Frankenbach, Kreiſes Gießen. (1280) Montags den 15. September d. J., Vormittags um 10 Ubr, ſollen die zur Erbauung der obigen Gebäude nöthigen Ar⸗ beiten veranſchlagt: 1. 7 . 1) Maurer- und Steinhauerarbeit, 2517 03 2) Zimmerarbeit, 1415 28 3) Dachdeckerarbeit, 324— 4) Schreinerarbeit, 966 08 5) Schloſſerarbeit, 496 28 6) Glaſerarbeit, 180 30 7) Weißbinderarbeit, 509 32 8) Spenglerarbeit, 45 03 9) die Lieferung von circa 74 Büt⸗ ten Kalk und 3 Cbklftr. Sand zu Frankenbach in dem Bureau des Großh. Bürgermeiſters, woſeloſt auch bis zum Tage der Verſteigerung die Riſſe, Voranſchläge und Verſteigerungsbedingungen zur Einſicht offen liegen, öffentlich an die Wenigſtfordernden verſteigert werden. Gießen den 3. September 1845. Der Großh. Provinzialbaumeiſter Müller. Edietalla dung. (1299) Im Einartsbäuſer Gerichts und Orts Hypothekenbuch ſtehen noch die in der Beilage zu Nr. 238 der diesjährigen Gr. Heſſ. Zeitung näher bezeichneten Einträge offen, ob⸗ gleich es ſehr wahrſcheinlich gemacht iſt, daß die Capitalien abgetragen und die Verpfän⸗ dungen alſo erloſchen ſind. Wer daher aus dieſen Verpfändungen be⸗ ziehungsweiſe den deßfallſigen Urkunden noch Rechte ableiten zu können glaubt, bat dieſelben ſo gewiß binnen ſechs Wochen vom 15. Aug. d. J. an hier geltend zu machen, als ſonſt jene Einträge für erloſchen erklart und im Hypothekenbuch geſtrichen werden. Gleichzeitig werden alle Diejenigen, welche nicht ſchon früher von dem beſtellten Com— miſſär, Actuariats-Candidaten Bauer, aufge— fordert worden ſind, oder demſelben ihre Ur— kunden vorgelegt haben, gleichwohl eine noch rechtsgültige, auf irgend ein Objekt in der Gemarkung Einartshauſen radicirte gericht— liche Pfandurkunde beſitzen, hiermit vorgela— den, ſolſche ſo gewiß binnen obiger Friſt im Original oder in beglaubigter Abſchrift dahier vorzulegen, als ſonſt etwaige Verpfändungen in das neu zu errichtende Hypothekenbuch nicht aufgenommen werden und ſie ſich die deßfalls entſtehenden Nachtheile ſelbſt zuzu— ſchreiben haben. Laubach den 2. September 1845. Gr. Heſſ. Gräfl. Solmſ. Landgericht daſ. Brumhard. Marktnachricht. (1300) Der unterzeichnete bringt hiermit zur allgemeinen Kenntniß, daß der der Gemeinde Wölfersheim von der höchſten Staatsbehoͤrde genehmigte zweite Vieh⸗ und Krämermarkt auf Montag den 22. September l. J. fällt und abgehalten wird. Der erſte im Frübjahr abgehaltene Markt wurde trotz der ungünſti— gen Witterung zur Freude der Wölfersheimer ſehr ſtark beſucht und wird hiermit für die bereitwillige Theilnahme Dank geſagt. Man hofft indeſſen, daß der nächſte noch zahlreicher beſucht wird und ladet hiermit freundlichſt ein. Wölfersheim den 6. Septbr. 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürger meiſter Allwohn. Verſteigerung. (1301) Mittwoch den 1. October d. J., Vormittags um 9 Uhr, wird die Lieferung von: 1) 1800 Stück Weißkraut, 2) 1800. zürſing, 3) 500 Malter Kartoffeln à 240 Pfund pr. Malter, 4) 25 Centner untererdige Kohlraben, 5) 30„. gelbe Rüben 6) 1½%„ 3 bwiebeln, 7) 25 Ohm Sauerkraut, fuͤr die Anſtalts⸗Menage dahier an die Wenigſt⸗ fordernden verſteigert. Marienſchloß am 3. September 1845. In Auftrag Gr. Zuchthaus-Direction Weigel, Speiſemeiſter. Aepfel-Verſteigerung. (1302) Donnerſtag den 11. d. M., Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſoll das hieſige Gemeindeobſt, beſtehend in circa 70 Malter Aepfel, an Ort und Stelle verſteigert werden. Steinfurth am 6. September 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Thönges. Aepfel Verkauf. (1303) Freitag den 12. d. M., Vormit⸗ tags 10 Uhr, ſollen die der Gemeinde Oſſen⸗ heim gehörenden Aepfel an Ort und Stelle meiſtbietend verkauft werden. Der Anfang mit dem Verkauf wird an der ſteinernen Brücke, nach Fauerbach II. hin ge macht. Bauernheim den 1. Septbr. 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Walther. Aepfel- Verkauf. (130) Freitag den 12. d. M., Nachmit⸗ tags 1 Übr, ſollen die Gemeinde⸗Aepfel dahier meiſtbietend verkauft werden. Bauernheim den 1. September 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Walther. Bekanntmachung. (1305) Mittwoch den 17. d. M., Vormit⸗ tags um 9 Uhr, ſollen in dem Gaſthauſe des Herrn L. C. Trapp in Friedberg, ungefähr 4 Morgen, von den, der Freiherrlichen Fa⸗ milie von Löw in der Burg-Friedberger Ge⸗ markung zuſtehenden, Grundſtücken in 11 Ab⸗ theilungen meiſtbietend verpachtet werden. Florſtadt den 4. September 1845. Der Freih. von Löw'ſche Rentmeiſter Müller. Bekanntmachung, (1306) Mittwoch den 10. September l. J., Morgens 10 uhr, wird das diesjährige Ge⸗ meinde-Grummetgras in der Beunbach in 8 Abtheilungen öffentlich an die Meiſtbietenden verſteigert. Oberwöllſtadt den 6. September 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Diel. Arbeits- Verſteigerung. (13077) Freitag den 12. September, Mit' tags 12 Uhr, ſoll in dem Rathhausſaale zu Muſchenheim die bei Erbauung zweier Pum⸗— pen mit Saug- und Druckwerk vorkommenden Arbeiten an die wenigſtnehmenden Handwer⸗ ker, die ſich über ihre Kunſtfertigkrit als Pum— penmacher auszuweiſen und die verlangte Kau— 2 tion zu ſtellen im Stande ſind, in Accord gegeben werden. tragen die Arbeiten: 1) Maurerarbeit Nach dem N 2) Pumpenmacherarbeit 3) Schreinerarbeit 4) Schloſſerarbeit 5) Oelfarbeanſtrich Lich den 5. September 1845. In Auftrag Förſter. Pu blie and u m. nachſtehende rechtskräftige (1308) Das „Ur th e i l ſchlag be⸗ *. „In Unterſuchungs⸗Sachen gegen den Dögel⸗ „müller Conrad Gruner und den Jakob Hein⸗ „rich Schilling zu Großkarben wegen falſcher „Anzeige gegen den Gr. Landgerichtsdiener „Glöckner daſelbſt wird auf amtspflichtiges „Verhör, tbeilweiſe von den Inculpaten ge⸗ „führte förmliche Vertheidigung und erſtatte— „ten ſchriftlichen Vortrag auf den Grund der Nr. 4 Art. 121 „Nr. 8 des Strafgeſetzbuchs hiermit zu Recht „erkannt: „daß die Inculpaten Konrad Gruner und „Jakob Heinrich Schilling wegen des ihnen „zur Laſt fallenden Verbrechens der falſchen „Anzeige und zwar jeder derſelben in eine „Gefängnißſtrafe von ſechs Wochen— ge— „ſchärft in der erſten und letzten Woche der „Strafzeit durch Beſchränkung der Koſt auf „Waſſer und Brod je um den andern Tag— „Art. 303, 74, 112, „beide Inculpaten 119, außerdem zu gleichen „Antheilen jedoch unter ſolidariſcher Haft „barkeit in die entſtandenen Unterſuchungs— „koſten zu verurtheilen, dieſes Erkenntniß „ſodann auf Koſten der Angeklagtn in dem „Kreisblatte des Kreiſes Friedberg bekannt „zu machen ſey R. W „Deſſen zur Urkunde iſt dieſes Urtheil nach „Verordnung Gr. Heſſ, Hofgerichts ausgefer— „tigt und mit dem größeren Gerichtsſiegel „verſehen worden. „So geſchehen Gießen am 13. März 1845. „Großh. Heſſ. Hofgericht daſ. vdt. Schmidthenner, H.⸗G. S. A. wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht. (I. S.) Großkarben am 3. Sept (1309) Montag den 22 und die folgenden Tage, von Morgens 1845. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Limpert. Muhl. Bekanntmachung. September l. J. 9 Uhr und Nachmittags 2 Uhr anfangend, ſollen im hieſigen Ratbhauſe nachverzeichnete Pfänder öffent⸗ lich meiſtbietend verſteigert werden, als: 8317, 8790, 8819, 8983, 8990, 9009, 9085, 9086, 9087, 9088, 9282, 9296, 9315, 9351, 9370, 9371, 9392, 9393, 9615, 9620, 9644, 9709, 9843, 10060, 10²⁰⁴2, 10399, 10509, 10593, 10707, 10776, 10823, 10891, 10920, 10995, 11072, 11136, 11244, 11279 11360, 9871, 10096, 10297, 104²2⁵, 10511, 10596, 10720, 10792, 10829, 10898, 10931, 10996, 11112, 11146, 11254, 11280, 11364, 9879, 10131, 10314, 10429, 10529, 10635, 10721, 10800, 10837, 10901, 10944, 11002, 11119, 11162, 11255, 11281, 11365, 9894, 10151, 10350, 10430, 10544, 10664, 10727, 1081ʃ, 10838, 10902, 10966, 11012, 11121, 11186, 11256, 9106, 9161, 9353, 9354, 9420, 9586, 9764, 9798, 9816, 9922, 10181, 10352, 10477, 10563, 10670, 10758, 10812, 10856, 10903, 10969, 11018, 11126, 9057, 9269, 9356, 9593, 10048, 10221, 10389, 10507, 10577, 10679, 10765, 10822, 10863, 10907, 10992, 11071, 11133, 11240, 11269, 11307, 11405, „ 286*. 11322, 11423, 11424, 11430, 11437, 11438, 14440 11445, 11446, 11448, 11457, 11456 11465, 11466, 11489, 11470, 11479, 11403, Gedruckt und verlegt unter Ve 11516, 11517, 11532, 11540, 11547, 11560, 11563, 11566, 11572, 11576, 11586, 11591, 11594, 11606, 11608, 11612, 11214, 11617, 11622, 11623, 11650, 11653, 11655, 11662, 11673, 11691, 11692, 11697, 11706, 11711, 11715, 11721, 11726, 11728, 11736, 11739, 11744, 11747, 11759, 11760, 11761, 11762, 11765, 11766, 11767, 11768, 11772, 11778, 11790, 11792, 11793, 11797, 11805, 11814, 11837, 11838, 11839, 11854, 11872, 11883, 11889, 11893, 11895, 11900, 11908, 11910, 11911, 11915, 11919, 11932, 11936, 11937, 11946, 11947, 11950, 11968, 11977, 11978, 11985, 11994, 11997, 12010, 12011, 12033, 12041, 12042, 12044, 12051, 12052, 12070, 12071, 12073, 12074, 12080, 12089, 12102, 12106, 12107, 12109, 12112, 12116, 12124, 12128, 12132, 12145, 12151, 12152, 12167, 12177, 12178, 12181, 12185, 12190, 12192, 12195, 12198, 12211, 12212, 12213, 12216, 12218, 12224, 12237, 12242, 12246, 12248, 12258, 12259, 12264, 12265, 12266, 12269, 12284, 12285, 12286, 12302, 12303, 12304, 12305, 12306, 12307, 12308, 12314, 12327, 12328, 11329, 12330, 12338, 12339, 12340, 12341, 12342, 12343, 12349, 12350, 12351, 12352, 12360, 12364, 12365, 12366, 12367, 12368, 12377, 12390, 12393, 12394, 12404, 12415, 12428, 12433, 12434, 12435, 12441, 12442, 12447, 12451, 12453, 12454, 12455, 12464, 12475, 12486, 12489, 12500, 12510, 12512, 12515, 12516, 12517, 12522, 12528, 12530, 12545, 12564, 12580, 12585, 12586, 12587, 12588, 12589, 12590, 12891, 12599, 12601, 12604, 12610, 12615, 12618, 12621, 12638, 12639, 12649, 12652, 12658, 12661, 12662, 12663, 12668, 12669, 12685, 12687, 12691, 12701, 12702, 12705, 12706, 12713, 12725, 12734, 12745, 12747, 12782, 12783, 12784, 12790, 12792, 12796, 12811, 12820, 12826, 12832, 12841, 12843, 12856, 12868, 12873, 12875, 12876, 12877, 12881, 12884, 12887, 12891, 12893, 12901, 12903, 12911, 12912, 12913, 12917, 12919, 12924, 12936, 12948, 12962, 12964, 12060, 12970, 12979, 12081, 12984, 12986, 12993, 12994, 13005, 13011, 13012, 13016, 13025, 13030, 13031, 13036, 13045, 13061, 13063, 13064, 13073, 13074, 13079, 13091, 13095, 13109, 13110, 13116, 13117, 13119, 13120, 13121, 13126, 13128, 13129, 13131, 13134, 13138, 13143, 13144, 13145, 13152, 13160, 13165, 13178, 13183, 13187, 13196, 13200, 13201, 18203, 13208, 13210, 13214, 13217, 13230, 13233, 13241, 13245, 13246, 13250, 13252. Friedberg am 8. September 1845. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender Verſteigerung von Bauarbeiten. (13100 Freitag den 12. d. M., des Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſollen in dem Gaſthauſe zum Hirſch in Obermörlen, die bei Anfertigung einer Schleuße, eines Waſſerbehälters und eines Fußſteegs über die Uſa vorkommende Arbeiten und Lieferungen an die Wenigſtfor— dernden in Akkord gegeben werden. Dieſelben beſtehen und ſind vervoranſchlagt N 1) Maurerarbeit zu 81 2) Handarbeit zu 17 3) Steinhauerarbeit oder die Lieferung von Sandſtein-Quader zu 40 4) Zimmerarbeit zu 43 5) Schloſſerarbeit zu 8 6) Die Lieferung von 36 Bütten guten gebrannten Waſſerkalks und 7) Die Lieferung von 3,5 Cub.⸗-Klftr. Mauer- ſteine und 1 Cub.⸗Klftr. Maurerkieſes. pläne und Ueberſchlaͤge ſind bei dem Unter⸗ zeichneten bis zum Tage der Verſteigerung auf Verlangen der Akkordsluſtigen zur Einſicht bereit. Oſtheim am 4. September 1845. F. A. Cho tz. A Privat ⸗ Bekanntmachungen. Aepfelweinverkauf. (13110 Eine ſtarke Partie ſehr vor⸗ züglichen Aepfelwein iſt bei der Hand⸗ lung Joh. Balth. Noll in Gießen zu Gulden fünfzehn und ſechszehn pr. Ohm frei ab Gießen aus dem Freilager zu verkaufen, jedoch wird unter/ Ohm nicht abgegeben. Hofraithe-Verſteigerung. (1312) unterzeichneter iſt geſonnen, ſeine Hofraithe, beſtehend in einem neuen geräumi⸗ gen Hauſe nebſt Scheuer und Stallung ſowie einem Gemüſegarten, aus der Hand zu ver— kaufen. Bemerkt wird noch, daß auf dem Hauſe ein Gemeindenutzen von jährlich 2 Stecken Holz und 1 Morgen Gras ruht. Unterflorſtadt den 6. September 1845. Ph. Dauernheim II. Eine mit guten Zeugniſſen verſehene Dienſtmagd, (1313) die augenblicklich eingehen kann, wird geſucht. Ausgeber dieſes ſagt wo? Verlornes. (1310 um verfloſſenen Sonntag wurde am Mineralbrunnen bei Okarben eine goldne Broſche, mit 5 blauen Steinen gefaßt und einem Glöckchen verſehen, verloren. Der red⸗ liche Finder wird erſucht, ſolche gegen eine angemeſſene Belohnung an Herrn Havenecker am Selzerbrunnen abzugeben. Ein möblirtes Logis, (1315) beſtehend in Stube und Kabinet, iſt fur eine einzelne Perſon zu vermiethen bei Friedberg im September 1845. Meſſerſchmied J. Schäfers Wittwe. Eine Aepfelweinkelter (13160) und eine Aepfelmüble ſind billig zu verkaufen. Wo? ſagt die Expedition die⸗ ſes Blattes. Einladung. (1317) Sonntag am 14. und Montag am 13. d. M., an den Tagen der Kirchweihe da⸗ hier, iſt bei der Einweihung meines neuen Saales gut beſetzte Harmonie- und Tanzmu⸗ ſik bei mir anzutreffen. Da ich für gute Speiſen und Getränke geſorgt babe, erlaube ich mir ein geehrtes Publicum hiervon in Kenntniß zu ſetzen und um gefälligen Beſuch zu bitten. Nieder weiſel 1845. 125 5 J. J. Adami im Hirſch. — Literariſche Anzeige. Bei C. Bindernagel in Friedberg iſt zu haben: Theiner's Meßfeier der deutſch-katholiſchen Gemeinde in Berlin. Nebſt einem Vor⸗ bericht. Zum Beßten der Gemen 6 2 k. rantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. ſteuſ welc im Claf des frühe Oleſer lautet werth mit 2 und cant 20 cant fabr Ver! wol 0