1 r F 1 * 2 — Intelligenz Blatt für die n Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. Amtlicher Theil. —— Oeffentliche Nachricht. Betreffend: Die hin und wieder ſich zeigende Kartoffelnkrankheit. Ich ſäume nicht das beruhigende Ergebniß der Erfah— rung und Berathung in heutiger Bezirksvereinsverſammlung hiermit zur öffentlichen Kenntniß zu bringen. Ueber die ſich zeigende Krankheit der Kartoffeln und die deßfalls zu ergreifenden Maßregeln Es ergab die Umfrage bei den aus allen Theilen des Kreiſes anweſenden Oeconomen, daß die Kartoffelnkrankheit ſich nur hin und wieder und in durchans nicht bedenklicher Weiſe zeigt und namentlich in einer großen Anzahl von Gemeinden durchaus keine Spur davon vorhanden, vielmehr eine reichliche Erndte zu erwarten iſt. Bezüglich der Mittel, wie die frgl. Krankheit in ihren Folgen möglichſt unſchädlich zu machen wäre, wurde mit Rückſicht auf die Ergebniſſe der Unterſuchungen der diesjäh⸗ rigen Naturforſcherverſammlung zu Nürnberg, ſowie der ver⸗ ſchiedenen in der landwirthſchaftlichen Zeitſchrift und andern offentlichen Blättern gegebenen Rathſchläge, folgendes Ver⸗ fahren als vorzugsweiſe zweckmäßig und leicht ausführbar mit Stimmeneinhelligkeit vorgeſchlagen: a) Man übereile die Kartoffelnerndte nicht, ſondern laſſe die Kartoffeln zur gehörigen Reife gelangen. b) Man mache die Kartoffeln bei trockner Witterung aus und laſſe dieſelbe ehe man ſie in Säcke füllt vorerſt ab⸗ trocknen. 6) Man ſondere die ſchadhaften und von der Krankheit er— griffenen Kartoffeln genau von den geſunden ab. d) Man bewahre die Kartoffeln nicht in Erdgruben und auch nicht an feuchten Orten auf, ſondern ſchütte ſie auf der Oberfläche trockner Aecker kegelfoͤrmig zuſammen und ſchütze ſie durch eine Decke von Stroh und Miſt vor dem Einfluß der Kälte. Endlich e) Als Steckkartoffeln fuͤr das nächſte Jahr wähle man beſonders gute ganz fehlerfreie Kartoffeln. Bei dem im Ganzen guten Stande der Kartoffeln⸗ erndte wurde ſchließlich irgend eine Vorkehrung oder Be⸗ ſchränkung wegen des Verkaufs oder Verbrauchs der Kar⸗ toffeln weder für nothwendig, noch fuͤr rathſam erachtet. Friedberg den 1. Oktober 1845. Der Großh. Heſſ. Kreisrath als Präſident des landwirthſchaftlichen Bezirksvereins Küchler. Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Gruͤnberg an ſaͤmmtliche Großh. Buͤrgermeiſter dieſes Kreiſes. Betreffend: Die Verlegung eines Jahrmarkts zu Wetzlar. Der in den dießjährigen Kalendern auf den 22. Octo⸗ ber angekündigte Jahrmarkt zu Wetzlar, wird erſt am 29. October abgehalten werden, was Sie in Ihren Gemeinden zur öffentlichen Kenntniß bringen zu laſſen haben. Grünberg am 2. October 1845. QBuvrier. Pruͤfet Alles, und das Beßte behaltet! (Beſchluß.) Aehnliches konnte freilich von den Wirkungen des noch in Heſſen ohne Nachahmung ſtehenden Vereins nicht berich— tet werden. Die Zahl ſeiner Mitglieder hat noch nicht das 2. Hundert vollzählich gemacht und nur mit kleinerem Maß—⸗ ſtabe muß man ſeinen wohlthätigen Einfluß beſtimmen. Aber auch von ihm konnte aus dem vorigen Jahre Erfreuliches berichtet werden. Es hatten ſich wieder Einzelne angeſchloſſen und die Bekehrungsgeſchichte eines gebeſſerten Trunkenboldes hat ſchon früher das Intelligenzblatt erzählt. Vor Allem iſt die Gemeinde Harbach, im Kreiſe Grünberg hervorzu— heben. Dorten hat der eifrig thätige Lehrer, Herr Brück, welcher ſich auch durch Begründung eines Leſevereines und eines Schiedsgerichtes bleibende Verdienſte um das Wohl der Gemeinde erworben hat, in Verbindung mit dem Gr. Bürgermeiſter Münch am 3. Oſtertag einen Verein gegen das Brannteweintrinken geſtiftet. 80 Ortsbürger zählt ö ü ö „% 316* dieſes Dorf und 36 Namen ſind auf der Liſte der Enthaltſamen verzeichnet. Sie haben mit Freuden das Bekenntniß abgelegt, daß ihnen im Laufe dieſes Sommers die Arbeit ohne Branntwein ebenſo gut ia beſſer als früher von Statten gegangen wäre. Mehrere auweſende Landleute bekräftigten dieſen Ausſpruch aus eigener Erfahrung, Vielfach wurde hierauf die Vereins⸗ ſache beſprochen. Aus Aller Munde ertönte die Klage über das Branntweinübel; Beiſpiele in Menge dienten zur Be— ſtätigung dieſes Ach und Weh! Es wurde z. B. von einer Frau erzählt, welche in einem Jahre hinter dem Rücken ihres Mannes für mehrere Karoline von ihrem Lieblings— getränke geborgt hatte. Auch führte man Thatſachen an, wie ſelbſt ſchon die Jugend, ja Mädchen von 16—18 Jah- ren große Fertigkeit im und Wohlgefallen am Branntwein⸗ trinken gewonnen hatten. Was ſoll aus einer ſolchen Ge— neration werden? Dagegen wurden auch einzelne Männer lobend erwähnt, welche ohne dem Vereine anzugehören, den früheren Buſenfreund der ihnen ſo viel geſchadet, aufgegeben hatten. Einzelne erzählte Thatſachen und weitere Erörte— rungen dienten zum Beweiſe, wie wohlthätig die Schu— len in dieſer Angelegenheit wirken könnten. Sie ſollten die Trauergeſchichten, welche der Branntwein erzeugt, der Jugend, ſo weit thunlich wäre, mittheilen, die Natur dieſes Getränkes möglichſt deutlich darzuſtellen ſuchen, durch Erzählung über die Mäßigkeitsvereine die Entbehrlichkeit dieſes Getränkes zeigen und in der Religionslehre die Sache mit Nachdruck behandeln. Vielfach wurde dabei der Wunſch geäußert, daß auch bei uns, wie in Naſſau, der Wirths— hausbeſuch und die Verabreichung des Branntweins an die Jugend bis zum 18. Jahre wenigſtens ver- boten werden möge. Auch bei Gymnaſiaſten geſchehe dieſes. Ebenſo dankte man andern Beamten mit Mund und Herz, weil ſie im Bereiche ihrer Berufsthätigkeit den Fuſelgeiſt zu bannen ſich bemühten. So gedachte man mit anerkennendem Lobe des Gr. Revierförſters W. in O., welcher durch ſeinen Einfluß es dahin ge— bracht habe, daß beim Holzmachen in ſeinem Be— zirke kein Branntwein mehr getrunken wurde. Beſonders erfreulich war mir die Bekanntſchaft eines Chauſſeewärters, der mir ſelber geſtand, daß er in früheren Jahren über 2 Schoppen gebrannten Waſſers auf einen Sitz getrunken habe. Seit mehreren Jahren ſei er mit wahrem Widerwillen gegen das verführeriſche Getränk erfüllt und er lege gerne, von dem, was er durch die Enthaltſam— keit erſpare, Etwas für wohlthätige Zwecke zuruck, wie er auch jetzt wieder ſeine jährliche Dankesgabe dem Vereine mit freundlicher Miene bot. Er fühle ſich wohl und glück— lich ſeit dem er kein Branntweinglas mehr mit den Lippen berühre. So wurde ich in der nicht beſonders zahlreichen Ver— ſammlung auf's neue in meinen durch vielfaches Nachdenken und Lectüre gewonnenen Anſichten beſtärkt und es berührte mich ſchmerzlich hören zu müſſen, daß man hier und da die Mäßigkeitsvereine als eine Grauſamkeit gegen das nie— dere Volk, welchem nicht der Weingenuß geſtattet wäre, bezeichne. Iſt das eine Grauſamkeit, die Quellen ſo viel⸗ fachen Elendes zu verſtopfen, den unglücklichen Frauen und Kindern ihren verlorenen Vater und Ernährer zurückgeben zu wollen? Iſt das eine Grauſamkeit, dahin zu ſtreben, daß die Jugend nicht immer tiefer und tiefer ſinke in den Ab— grund der Trunkenheit? Iſt das Härte, das Volk zu beleh— ren, daß der Branntwein, welcher erſt ſeit 80—100 Jahren allgemein getrunken wird, ſehr wohl entbehrt werden könne, wie die Vorzeit und jetzt Millionen der Gegenwart bewei— ſen? Iſt das Mangel an Liebe, wenn man den Verblende— ten die Augen öffnen und ihnen zeigen will, woher in vie— len Häuſern und Dörfern Armuth und Noth, woher ſo viele Krankheiten und Unglücksfälle, woher die wachſende Zahl der Verbrecher? Ich bitte Euch, die Ihr das Beſtreben der Mäßigkeitsfreunde rügen und tadeln wollet, bei der Liebe zur Menſchheit bitte ich Euch, prüfet die Sache in ruhiger Ueberlegung, leſet die dahin einſchlagenden Schriften, und wenn Ihr mein Büchlein keiner Aufmerkſamkeit würdi⸗ gen wollet, leſet den Generalbericht von Böttcher und den Sieg über die Branntweinpeſt in Oberſchleſien von Dr. Be⸗ rinſer. Schauet umher, ob nicht jedes Dorf, wie klein es auch ſei, für unſer Wehklagen ſprechende Belege bietet. Wie könnte es auch anders ſein, wenn mancher Taglöhner und Geſelle den 3. oder 4. Theil ſeines Einkommens im Trunke verzehrt?—— Ich habe auf 10—12 Köpfe in unſerer Pro⸗ vinz eine Ohm Branntwein gerechnet und durch Angaben aus einzelnen Dörfern und Städten dieſe Berechnung probehal⸗ tig gefunden. Auf jede Familie von 5—6 Köpfen im Durchſchnitt /, Ohm des Fuſelgeiſtes! Bedenket das wohl! Was kann daraus entſtehen? Wo nicht hemmende Schran— ken gelegt werden, iſt das Uebel im Wachſen. Seit 20 Jahren hat ſich die Conſumtion mehr als verdoppelt, und nun die Zukunft?— Nein Ihr könnet nicht gleichguͤltig bleiben! Wiſſet Ihr ein anderes Mittel, das ſich durch die Erfahrung ebenſo bewährte, als die Mäßigkeits vereine, ver— ſchweigt es nicht, mit Freuden reichen wir Euch die Hand, es in Anwendung zu bringen. Brechet nur nicht uͤber uns den Stab, wenn wir meinen, es wäre beſſer, es wurde gar kein Branntwein getrunken, als daß er in ſol— chem Uebermaß genoſſen wird. Es war mir erfreulich und betrübend, dieſe Behauptung auf meiner Rückreiſe durch einen erfahrenen Arzt bekräftigt zu hören. Er klagte mir, daß es ſchrecklich wäre zu ſehen, wie der Fuſel die Kraft des Volkes verzehre. Schon mit der Mutter— milch zogen ihn die Säuglinge ein, Kindern von 2—3 Jah- ren werde er mit Brodkrummen gereicht. Er ſei in kei— ner Beziehung nothwendig, und könne ſehr wohl ent— behrt werden. Es müſſe darauf hin gewirkt werden, daß das Volk zu beſſeren Ein- und Anſichten gelange. Ihr fraget wohl, was man dem Volke dafür anbieten könne: Was ſoll man ihm bieten für ein ſchädliches Getränk? Iſt nicht das Bier weit geſunder und nahrhafter! Und wenn man bedenkt, welche Erſparniſſe durch die Enthaltſam— keit gemacht werden, ſpringt nicht hieraus die Bezahlung fur manchen Schoppen Apfel- oder Traubenwein? In Schleſien kam eine Wittwe, welche öfters Knochen von einem mit wobe Verm jchm. tereſs nich. lation. Würde jeden hen. ſein zehrt Geſc 14. 28. 12. et Metzger als Almoſen erhalten hatte, mit freudiger Ruͤhrung an einem Samſtage wieder und ſagte, ſeit ihr Mann kei⸗ nen Branntwein mehr genieße und den Taglohn ungeſchmä— lert nach Hauſe bringe, konne ſie auch ein geſundes Stück Fleiſch im Topfe haben. Würde ſich bei uns nicht Aehn— liches wiederholen? Darum noch einmal die Bitte: Prü⸗ fet die Sache mit offenen Augen und verkennet wenigſtens nicht unſere Abſicht, welche nicht dar— auf geht, dem Volke einen Genuß zu entziehen, ſondern ſein Leiden zu mindern. Solltet ihr nicht hierzu behülflich ſein, wenn auch auf andere Weiſe! Oberrosbach den 22. September 1845. K. Strack. Aufgabe aus dem Leben. Herr..., ein talentvoller junger Kaufmann fing mit einem mäßigen Betriebskapital einen Tuchhandel an, wobei er ſo gluͤcklich war, im Laufe eines jeden Jahres ſein Vermögen zu verdoppeln. Das war gut. Derſelbe Herr... war aber auch ein beſondrer Fein⸗ jchmecker, der namentlich mit Auſtern und Champagner in⸗ tereſſante gaſtronomiſche Verſuche anſtellte.— Das war nicht gut;— denn um die vielen herzlichen Neujahrsgratu— lationen der Wirthe, Fleiſcher und Backer mit gebührender Würde empfangen zu können, mußte er am Ende eines jeden Jahres 2000 Thaler aus ſeinem Geſchäfte herauszie— hen. So kam es denn, daß am Ende des dritten Jahres ſein ganzes Vermögen bis auf den letzten Groſchen ver— zehrt war. Wie groß war das Kapital, womit Herr.. ſein Geſchäft anfing? Der Leſer wird gebeten, die Auflöſung dieſer Aufgabe zu unternehmen und zu prüfen, ob ich mich nicht geirrt habe, wenn ich dieſes Kapital zu 1750 Thlr. angebe. F. Kirchenbuchs⸗Auszuͤge vom Auguſt 1845. I. Lich. Getraute: 14. Der hieſige Ortsbürger und Schneidermeiſter Friedrich Philipp Schwenk, des hieſigen Bürgers und Schuh⸗ machermeiſters Joh. Heinrich Schwenk ehelich lediger Sohn, und Charlotte Johannette Eiſe, des verſtorbenen hieſigen Ortsbürgers und Maurers Joh. Conrad Eiſe ehelich ledige Tochter. 28. Der hieſige Ortsbürger und Schneidermeiſter Karl Philipp Jacob Langsdorf, des Gr. Heſſ. Secretärs Daniel Langsdorf zu Gießen unehelich lediger Sohn, und Marie Philippine Schwenk, des hieſigen Bürgers Schuhmachermeiſters Joh. Heinrich Schwenk ehelich ledige Tochter. Getaufte: 5. Dem hieſigen Ortsbürger und Wagnermeiſter Georg Andreas Inſel ein Sohn, Hermann Chriſtian, geb. den 19. Juli. 5. Dem hieſigen Ortsbürger und ſtädtiſchen Ziegler Hein⸗ rich Chriſtian Pracht eine Tochter, Anna Katharina, geb. den 24. Juli. 12. Dem hieſigen Ortsbürger und dermaligen Kutſcher Hein— rich Chriſtian Häuſer ein Sohn, Joh. Heinrich, geb. den 30. Juli. ** 317*. 12. Dem hieſigen Ortsbürger und Leinwebermeiſter Joh. Konrad Ledermann eine Tochter, Katharine, geb. den 30. Juli. 17. Dem hieſigen Ortsbuͤrger und Baäckermeiſter Joh. Phi⸗ lipp Schäfer eine Tochter, Anna Eliſabetha, geb. den 7. Auguſt. 31. Dem hieſigen Ortsbürger und Gartner Georg Ludwig Fey eine Tochter, Caroline Eleonore, geb. den 28. Aug. Beerdigte: 3. Anna Juliana Rademacher, des hieſigen Bürgers und Krämers Friedrich Rademacher Ehefrau, alt 58 Jahre, 9 Monate und 24 Tage, t den 1. Auguſt, 3. Joh. Jacob Dietz, hieſiger Ortsbürger und Metzger⸗ meiſter, alt 36 Jahre, 6 Monate und 3 Tage, 7 den 1. Auguſt. 16. Anna Eliſabethe Stroh, des hieſigen Burgers und Leinwebers Jacob Stroh eheliches Töchterchen, alt 3 Jahre, 8 Monate, 18 Tage, 7 den 14. Auguſt. 19. Joh. Friedrich Ludwig, des hieſigen verſtorbenen Orts⸗ bürgers und Hufſchmieds Johannes Ludwig ehelich le⸗ diger Sohn, alt 19 Jahre und 15 Tage, f den 16. Aug. 22. Anna Marie Häuſer, des hieſigen Ortsbürgers und Wagnermeiſters Joh. Kaspar Haͤuſer Ehefrau, alt 28 Jahre, 6 Monate und 4 Tage. 22. Anna Marie Roth, des hieſigen Bürgers und Raths⸗ verwandten Karl Ludwig Roth hinterlaſſene Wittwe, geb. Rupp, alt 48 Jahre, 8 Monate und 8 Tage, 1 den 20. Auguſt. II. Hungen. Getraute: 10. Johann Konrad Zutt, neuangehender Buͤrger und Metzger dahier, ehelicher Sohn des verſt. hieſ. Bürgers und Küfermeiſters Gerhard Zutt, und Anna Maria Kohlheyer, Wittwe des verſt. hieſ. Bürgers und Gla⸗ ſers Heinrich Kohlheyer, geb. Filſinger. Getaufte: 3. Dem hieſigen Bürger und Schneider Karl Eiſenhuth ein Sohn, Heinrich, geb. den 22. Juli. 17. Dem hieſigen Bürger und Zimmermann Johannes Schmalz ein Sohn, Philipp Heinrich, geb. den 2. Aug. 21. Dem hieſigen Buͤrger und Zimmermann Johannes Falk ein Sohn, Auguſt Adam Heinrich, geb. den 18. Aug. 24. Dem hieſigen Bürger und Kreisboten Karl Kraft eine Tochter, Auguſte Friedericke Margaretha, geb. den 31. Juli. 31. Dem hieſigen Burger und Schneider Chriſtian Weck ein Sohn Heinrich, geb. den 14. Aug. zu Frankfurt a. M. Beerdigte: 12. Dem hieſigen Burger und Schneider Karl Eiſenhuth ein Sohn, Heinrich, 3 Wochen alt. Die Verfaſſungsurkunde. Roch wenig Wochen und es ſind 25. Jahre, daß der verewigte Großherzog Ludewig I. ſeinem Volke die Verfaſſungsurkunde gab. Sollte in dank⸗— barer Erinnerung an einen edlen Fuͤrſten, ———»deſſen erbabner Sinn 85 „Dem Recht geweiht war, deſſen erhabner Blick „Unrecht verſcheuchte, der in Liebe „Vierzig der Jahre ſein Volk regierte,“ nicht jeder Heſſe dieſen Tag(17. Dezember) feiern?— ———— ö ö Bekanntmachungen von Be⸗ hörden. K Wieſen Verkauf. (1397) Donnerſtag den 16. Oktober l. J., Vormittags 11 Uhr, ſoll die in der Gemar⸗ kung Altenstadt gelegene, der Kämmerei der freien Stadt Frankfurt zugehörige Wieſe Ne. 1 Flurbuch S. 1130 in der Riedwieſe, 1 Morgen, 3 Bil, 31½ Ruthen haltend, in Altenſtadt ſeloſt öffentlich an den Meiſtbie⸗ tenden verkauft werden, wozu Steigluſtige ſich einfinden wollen. Frankfurt den 17. September 1845. Stadtkämmerei. Holz ⸗Verſteigerung. (1430) Freitag den 10. Oktober l. J., von Morgens 10 Uhr an, ſoll in dem Graäflich Solms⸗Rödelheim'ſchen Bainhardswald bei Roßbach das nachfolgende Holz, nämlich: 2000 Stück eichen Putzwellen aus Loh⸗ und Saamenſchlägen, 1500„ 11 8085 u. Ginſterwellen(Weich⸗ holz), öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Aſſenheim den 30. September 1845. Gräflich Solms-Rödelheim'ſche Forſtverwaltung. Veraccordirung. (1441) Die Anlieferung von 8000 Stuck eichenen Schachtpfählen auf die Berg⸗ werke zu Wölfersheim und Weckesheim ſoll Freitag den 17. d. M., Morgens 11 Uhr, im berrſchaftlichen Hauſe in Wölfersheim wenigſt⸗ nehmend veraccordirt werden. Hungen am 2. Oktober 1845. Der Rentamtmann Kießling. Wiederruf. (1442) Die auf den 13. d. M. angeſagte Verſteigerung von circa 200 Malter Aepfel findet nicht Statt. Utphe den 3. October 1845. Der Gräfl. Verwalter Krick. Verſteigerung. (1443) Die Lieferung von 900 Gebund Kornſtroh für das 2. Bataillon 4. Infanterie⸗ Regiments, ſoll, unter Vorbehalt der Ratifi, cation, auf dem Soumiſſionswege in Accord gegeben werden, und es ſind die deßfallſigen Forderungen längſtens am 14. d. M., Vor⸗ mittags 9 Uhr, in das am Eingange des Ver⸗ waltungsbͤreaus des gedachten Bataillons be⸗ findliche Käſtchen einzulegen. Die eingegangenen Soumiſſionen werden an dem bemerkten Tage, Morgens um 10 „ 318* Uhr, auf dem erwähnten Bureau eröffnet und es können ſich die Soumittenten, oder Bevoll⸗ mächtigte derſelben hierbei einfinden. Bei den nicht erſcheinenden Soumittenten wird angenommen, daß ſie von ihren Forde⸗ rungen nicht abgehen. g 5 Die betreffenden Accordsbedingungen liegen ale dem vorerwähnten Bureau zur Einſicht offen. Friedberg den 6. October 15355 N 5 Göl z, Oberquartiermeiſter. e Privat ⸗ Bekanntmachungen. Empfehlung. (1438) Mit Bettzeugen, Bettbarchent, Saſſnets, Doppel-Saſſnets, Futterbarchent, Baumwoll- und Leinen⸗Tuch, Sacktüchern, Garnir- und% breitem Tüll, Spitzen, Einſatz⸗ Mull und Schirtingfranzen, Baumwoll-, Strick⸗ und Näbgarn, Rollenzwirn, Nähſeide, engliſchen Näh⸗ und Stricknadeln, Leinen⸗ und Eiſenzwirn, Rock- und Weſtenknöpfen, Sei⸗ den⸗ und Wollkortel, 3⸗, 4, 6⸗drähtigem wei⸗ ßem und verſchiedenem wollenem Sayettgarn, blauem, weißem und türkiſch-rothem Zettel⸗ und Einſchlaggarn bin ich beßtens verſehen und werde zu den möglichſt billigſten Preiſen verkaufen. Friedberg im Oktober 1845. Nathan Hirſchhorn Uſergaſſe Nr. 244. 100 Gulden (1448) können gegen bypothekariſche Ver⸗ ſicherung aus dem Kirchenkaſten zu Bauern⸗ heim ausgeliehen werden durch Oſſenheim den 29. Sept. 1845. Ph. Väth, Kirchenrechner. Berliniſche Lebens⸗Verſiche⸗ rungs-Geſellſchaft. (1446) Die Allerhöchſt privilegirte Ber⸗ liniſche Lebens⸗Verſicherungs⸗Geſellſchaft garrantirt durch ein Actienkapital von einer Million Thaler Preuſſiſch Courant und der Ober- Aufſicht eines Königlichen Kommiſ⸗ ſarius unterworfen, gewährt den Verſicherten die beſondere Be⸗ quemlichkeit: 10 die Policen nach Gefallen an deren In⸗ haber(au porteur) oder an den künftig ſich legitimirenden Eigenthümer derſelben zahlbar auszuſtellen; 2) die Prämien für lebenslängliche Verſiche— rungen nach freier Wahl in jährlichen, halb⸗ oder vierteljährlichen Terminen ent⸗ richten zu dürfen, und bietet zugleich eine große Anzahl der ver⸗ ſchiedenſten Verſicherungsarten zur Auswahl Allgemeine Nentenanſtalt zu Darmſtadt. Bekanntmachung. (144 Der Rechenſchaftsbericht der hieſigen Allgemeinen Rentenanſtalt fur das Jahr 1844 iſt erſchienen und kann durch das Hauptbureau der Anſtalt, ſowie auswärts durch deren Agen⸗ ten, bezogen werden. Zugleich macht man diejenigen, welche ſich bei der dießjährigen Jahresgeſellſchaft, zu welcher bereits zahlreiche Beitrittserklärungen erfolgt ſind, betheiligen wollen darauf aufmerkſam, daß der Termin hierfür mit dem 30. November d. J. endigt. Darmſtadt den 30. September 1845. Die Direetion. dar, von denen hier vorzugsweiſe nur die⸗ jenige erwähnt wird, durch welche der Ver⸗ ſicherte das Recht erwirbt: das Kapital nach Ablauf beſtimmter Jahre ſelbſt zu erheben, oder wenn er früh ſtirbt es ſeinen Erben oder einer von ihm naͤher beſtimmten Perſon dergeſtalt zu hinterlaſſen, daß ſie es an dem Ver falltermine ſtatt ſei⸗ ner erheben kann(Sparkaſſe Verſicherung.) Der heutige Zuſtand der Geſellſchaft zeigt 5663 Perſonen verſichert mit Sechs Mil⸗ lionen und 705,300 Thalern, und durch Todesfälle in dieſem Jahre eingebüßte 59 Perſonen mit 47,300 Thalern. Das Vermö⸗ gen der Anſtalt iſt circa Eine Million und 900,000 Thalern.— Der für 1840 erklärte Ueberſchuß betrug 21% prCt. auf die in jenem Jahre von den lebenslänglich Verſicherten ein⸗ gezahlten Prämien und iſt mit ½ Antheil der⸗ ſelben zurück erſtattet worden. Die Formulare zu den Verſicherungs⸗An⸗ trägen, ſo wie erlaͤuternde Programme ſind theils bei der Geſellſchaft ſelbſt(Spandauer Straße Nro. 29.) theils bei deren Agenten unentgeldlich zu haben. Berlin, den 1. September 1845. Lobeck, General-⸗Agent der Berliniſchen Lebens⸗Verſicherungs⸗Geſellſchaft. „Vorſtebende Bekanntmachung bringe ich hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, mit dem ergebenen Bemerken, daß Geſchäfts Pro⸗ gramme bei mir unentgeldlich ausgegeben werden. Friedberg den 30. September 1845. F. G. Nau, Agent der Berliniſchen Lebens- Verſicherungs⸗Geſellſchaft. 500 Gulden (1447) liegen in der kathol. Kirchenkaſſe zu Holzhauſen zum Ausleihen bereit. Der Kirchenrechner Ziegler. Verſteigerung. (1418) Montag den 13. l. M., Morgens 9 Uhr, will Unterzeichneter in ſeinem Hauſe folgende Gegenſtände, als: einige Hundert Bohnenſtangen, etwas Buchenſcheitholz, etwas altes Holz, 1 Krautfaß, 1 Schubkarrn, Schippe, Hacke, Karſt, eine alte und junge Ziege u. ſ. w. gegen gleichbaare Zahlung verſteigern. Derſelbe will ſein Haus Dienſtag den 14. October, Morgens 10 Uhr, unter ſehr guten Bedingungen auf dem Rathhauſe einer Ver⸗ ſteigerung ausſetzen und ſoll bei annehmbarem Gebote der Zuſchlag erfolgen. Sulzbach, Garde du Corps. Literariſche Anzeige. Bei C. Bindernagel in Friedberg iſt zu haben: Dr. Martin Luther's Werke. In einer dem Bedürfniß der Gegenwart entſprechenden Auswahl. 1. Lieferung. Preis: 18 kr. Es erſcheint dieſe Sammlung in 5 Bän⸗ den in 16. Format, welche in 9— 10 Lieferun⸗ gen, von je 5-6 Bogen, gegeben werden. Der heutigen Nummer liegt eine literariſche Beilage an. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Earl Bindernagel in Friedberg. die 9 curan nach u Einlas 142õ—1 abgeg Verw für d trage lagen in der gewon den di Oer zu dcpog wurde 11255 dem 9 aus d ſumm zur R Ausge