Intelligenz⸗ Glatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. Auszuͤge aus dem Regierungsblatte. Auszug aus dem Regierungsblatt Nro. 9. I. Bekanntmachung Gr. Oberfinanzkammer 1. Sect. vom 6. Feb., daß vom 1. April d. J. an auf der Straße von Staden nach Ber— ſtadt die Erhebung des geſetzlichen Chauſſeegeldes beginnen wird. Die 1 auf dieſer Straße betragen: von Staden bis Leidhecken 900, Leidhecken bis zum Einſchnitt der Aſſenheimer Straße 800, da bis Bingenheim 400, Bingenheim bis Gettenau 700, Gettenau bis Echzel 300, Echzel bis zum Einſchnitt in die Niddaer Straße 1200, da bis zum Ein⸗ ſchnitt in die Straße von Hungen 900, da bis Berſtadt 200, im Ganzen 5400 Klafter.— VI. Dienſtnachrichten: Am 10. Januar wurde dem Stadtge⸗ richtsdiener Preuninger dahier die Stelle eines 2. Kanzleidieners bei dem Hofgerichte zu Gießen verliehen; am 7. Febr. der ſeither als Beſe⸗ her bei dem Erhebungsamte der Rheinſchiffahrtsgebühren zu Mainz pro viſoriſch und auf Widerruf angeſtellte Alerander v. Müller definitiv zum Beſeher bei dieſem e ernannt. Am 10. erhielten Patente als Geometer 3. Cl.: der Schulvicar J. Füllhardt zu Biſchofsheim für den Kr. Großgerau und Adam Freihaut aus Kleinhauſen für den Kr. Bensheim. Am 12. wurde dem Schulvicar Johannes Lennert zu Hep⸗ penheim die 5. katholiſche Schullehrerſtelle daſelbſt üb bertragen; am 14. der Zollaufſeher Kahl zu Mainz zum Amtsdiener bei dem Nebenzoll⸗ amte zu Worms ernannt.— VII. Dienſtentbindung: Am 31. Jan. wurde der Kanzleirath und 1. Secretär bei der Landesuniverſität, Clemm zu Gießen, von der Stelle eines Univerſitätsſecretärs, auf Nachſuchen entbunden. VIII. Geſtorben ſind: am 15. Dec. 1844 der penſ. Schullehrer Ganzert zu Großgerau; am 11. Jan. der penſ. Schullehrer Chelius zu Würzberg; am 12. der penſ. Phyſicatsarzt Dr. Block zu Büdingen; am 20. der penſ. Schullehrer Volz zu Laiſa; am 23. der penſ. Schul⸗ lehrer Ganzert zu Raunheim; am 27. der Organiſt und Geſanglehrer Glaſer zu Erbach; am 31. der penſ. anlegen Weber zu Crumſtadt; am 1. Febr. der Zollamtsdiener Kappey zu Worms; am 9. Febtuar der penſ. Schullehrer Mootz zu Gumbsheim. ec g Eine wirkliche Begebenheit, von F. Rollberg. In das Getreide-Magazin des reichen Kaufmanns Samuel Richter in„trat ein armer zehnjähriger Knabe, und ſprach den Buchhalter um ein Almoſen an. Hier wird nichts gereicht, brummte der Beſchäftigte, und Sonnabendy den 8. Marz hieß den Tagedieb ſich packen.„Ach! nur ein Stückchen Brod, lieber Herr!“ jammerte der Kleine und hob die gefal— teten Hände zu ihm auf:„ich habe ſeit geſtern nichts ge— geſſen.“— Geh zum Henker, war die Antwort, und laut weinend ſchlich der Arme der Thüre zu.— Was giebt's denn? fragte Herr Richter, der den Knaben aus dem Fen— ſter ſeines Comptoir⸗Stübchens bemerkt hatte, und trat aus der Thür deſſelben.— Einen unnützen Bettelbuben, erwie— derte der Buchhalter, und fuhr fort, die angelangten Getrei— deproben zu wiegen. Da bückte ſich der Knabe hart an der Thuͤr des Magazins, nahm etwas von der Erde auf, und gieng langſam hinaus.— Heda, Burſche! was hobſt du da auf? rief ihm Richter zu, und trat raſch vor ihm hin.— Eine Stecknadel, ſprach der Weinende, ſich zu dem Kaufmann wendend, und zeigte das Gefundene vor.— Nicht ohne Mitleid betrachtete Richter den Knaben, der mit bloßen Fuͤßen in halb zerriſſenem leinenem Anzuge, die blauen Augen voll Thränen, bleich, ein Bild des Elends vor ihm ſtand. Und was willſt Du damit? fragte Richter, und bemerkte mit Wohlgefallen, daß der Knabe, trotz ſeiner Armuth, Geſicht und Hände rein hielt.— Mein Wams hat Löcher, das größte ſtecke ich damit zu, ſo hälts doch wieder, ſprach der Kleine, und ſah unbefangen dem freund— lichen Herrn ins Geſicht.— Aber ſchämſt Du dich nicht, fuhr Richter ihn unſanft an, ſo jung und bettelſt ſchon?— Ach lieber Herr, wohl möchte ich lieber arbeiten, erwiederte der Kleine: aber ich verſtehe nichts, und bin zu klein zum Dreſchen und Holzſpalten. Die arme Mutter hat kein Brod zu Hauſe, der Vater iſt ſeit drei Wochen todt, und meine kleinen Brüder haben vielleicht ſeit zwei Tagen nichts ge— geſſen. Ich konnte die Mutter nicht mehr weinen ſehen, da bin ich von Hauſe fortgelaufen, und habe viele Menſchen angeſprochen, aber von den meiſten habe ich nur Schelt— worte erhalten, nur ein einziger Bauer gab mir geſtern früh ein Stückchen Brod, ſeitdem Niemand einen Biſſen wieder.— Den Kaufmann ruͤhrte die ungekuͤnſtelte herzliche Sprache des Knaben, er zog ein Geldſtuck aus der Taſche und ſprach „ 78. zu ihm: Hier haſt Du einen halben Gulden; geh', und hole dort in jener Ecke für die Hälfte Brod für dich und Deine Geſchwiſter und bringe mir den Ueberreſt zurück.— Mein lieber, guter Herr! Gott wird's Euch vergelten, ſprach der Kleine fröhlich, küßte dem Kaufmann die Hand, und ſprang elend davon.— Ein Groſchen hätt's auch gethan, brummte der grämliche Buchhalter, jetzt wird er lachen und mit dem ganzen Gelde zum Teufel gehen.— Wer weiß, erwiederte Richter, der Junge ſieht zu ehrlich aus, auch hat mich die Achtſamkeit, mit der er die Stecknadel aufhob, für ihn eingenommen.— Eben kam der Knabe in vollem Lauf zurück, ein großes ſchwarzes Brod in einer, das übrige Geld in der andern Hand haltend. Da, lieber Herr! ſprach er faſt athemlos, da iſt das übrige Geld, und bat um ein Meſſer, um ein Stückchen Brod damit abzuſchneiden. Der finſtere Buchhalter reichte ihm eines, allmählich ſich erheiternd, und ſah dem Geſchäftigen mit immer freundlicherer Miene zu. Eilfertig ſchnitt dieſer ein großes Stück ab, doch ploͤtz⸗ lich legt er Brod und Meſſer auf den Boden, faltet erſt ſeine Händchen, und ſpricht mit Andacht das auf dem Lande ge⸗ wöhnliche Tiſchgebet: Komm Herr Jeſu, ſei unſer Gaſt, und geſegne uns, was du uns beſcheret haſt.— Die unge⸗ heuchelte Frömmigkeit, die kindliche Einfalt, das von Andacht gluͤhende Auge des Knaben, machten auf den Kaufmann einen tiefen Eindruck. Unwillkührlich falteten auch ſeine Hände ſich zum Gebet; er dachte ſeiner trüben Jugend, der Hülfe guter Menſchen, die ihm oft geworden, Gottes ſeg⸗ nender Hand, die über ihn gewaltet hatt, und eine Thräne der Rührung trat in ſein Auge. Wohlgefällig blickte er auf den Knaben, der mit Heißhunger aß, und befragte ihn über ſeine Herkunft, ſeine Heimath und ſeiner Mutter Schick⸗ ſal. Er erfuhr aus den treuherzigen Mittheilungen des Kleinen, daß er aus dem acht Meilen von D. entfernten Dorfe L.. d gebürtig ſei, deſſen Bewohner häufig Getreide zum Verkaufe nach der Stadt brachten. Sein Vater habe ein kleines Häuschen gehabt, dieſes aber durch Brand ver⸗ loren. Durch mehrere Unglücksfälle ſei er ſo herabgekommen, daß er genöthigt geweſen, das kleine Stückchen Land zu ver⸗ kaufen, und endlich für geringen Lohn das Vieh ſeiner rei— chern Nachbarn zu hüten. Vor drei Wochen wäre er ge— ſtorben, ſeine Mutter ſei erkrankt und befinde ſich jetzt, da ſie nicht arbeiten konne, mit vier kleineren Kindern im größten Elende. Er habe Hülfe ſuchen wollen, ſei an— fänglich von Dorf zu Dorf gegangen, und endlich auf die Landſtraße gerathen, und zuletzt, da er überall vergebens gefleht, bis hierher gekommen. Der gefühlvolle edle Mann hatte mit ſteigender Theil⸗ nahme dem Knaben zugehört. Der Burſche iſt achtſam, ehr⸗ lich, fromm, dachte er bei ſich ſelbſt; liebt ſeine Mutter, und ſcheint nicht ohne natürlichen Verſtand— das ſind Fundamente, auf denen ſich ſchon etwas bauen ließe. Ich bin ein reicher Mann, fuhr er ſtill überlegend fort, habe nur ein einziges Kind— und, ſiehe da! der Knabe erſchien ihm in dieſem Augenblicke als ein lebendiger Wechſel, den Lott, der ihn ſo reich geſegnet, auf ſeine Dienſtbarkeit traſ— — Höre Kleiner, fieng er plötzlich an, und ein Ent⸗ ſchluß ſchien in ſeinem Innern reif geworden zu ſein— haſt Du denn Luſt etwas zu lernen?— Ach ja! rief froh— lich der Knabe, das möcht' ich wohl, mein lieber Herr; auch kann ich ſchon im Katechismus leſen. Bei dieſen Worten zog er ein kleines Büchelchen aus der Taſche, ſchlug es auf und las ziemlich geläufig:„Du ſollſt deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dir's wohl gehe und du lange lebeſt auf Erden;— ſeht, lieber Herr, das habe ich geſtern gelernt, als ich ſehr muͤde war und mich auf der Landſtraße unter einem Baum niedergeſetzt hatte; weiter bin ich aber noch nicht gekommen, denn zu Hauſe mußte ich den kleinen Bruder warten, weil meine Mutter krank lag.— Ja, rief jetzt Richter plötzlich aus, ja! ich will dein Vater ſein, Du Armer, vom Geſchick Verlaſſener! und küßte den erſtaunten Knaben auf die Stirn. Wenn Du fromm, brav und flei⸗ ßig biſt, fuhr er fort: ſo will ich für dich ſorgen. Du ſollſt etwas lernen, Eſſen, Trinken und Kleider bekommen, und wenn Du größer biſt, und was verdienen wirſt, kannſt Du deine Mutter und Geſchwiſter unterſtützen und ſo des Herrn Gebot erfüllen.— Ach! das iſt herrlich! rief der Knabe, ſprang an dem Kaufmanne hinauf, küßte ihm die Hände und ſchien außer ſich. Aber meine arme Mutter hat noch immer nichts zu eſſen, ſprach er, plötzlich traurig werdend, und ſah mit wehmüthigem Blicke auf das auf dem Boden liegende Brod.— Der Kaufmann beruhigte ihn, verſprach, ſeiner Mutter durch einen anweſenden Ein⸗ wohner ſeines Dorfes Brod und Geld zu ſchicken, ſie zu be⸗ nachrichtigen, daß ihr Chriſtoph Gottlieb, ſo hieß der Kleine, bei ihm bleiben, und etwas Rechtſchaffenes lernen ſollte. Der Buchhalter erhielt den Auftrag, das Nöthige zu verfuͤ— gen und an den Pfarrer zu ſchreiben, welchem Richter noch etwas Geld für die Wittwe beifügte, dieſe der Fürſorge des Pfarrers empfahl, und nächſtens wieder eine Beiſteuer zu ſenden verſprach. Für den Knaben ward in der Eile an⸗ ſtändigere Kleidung beſorgt, und Mittags führte Richter den kleinen Chriſtoph in ſein Haus, übergab ihn ſeiner Gat⸗— tin und unterrichtete dieſe von ſeinem Schickſal und ſeinen Plänen, die er mit ihm hatte. (Schluß folgt.) Zur Wetterauer Chronik. Am 1. März wurde eine hochweiſeler Frau in Butz⸗ bach überfahren und ſo beſchädigt, daß ſie in der darauf folgenden Nacht den Geiſt aufgab. Dem Burſchen, der die Pferde lenkte, iſt, nach der Mittheilung von Augenzeugen, keine Schuld beizumeſſen: er fiel vom Wagen und die Pferde gingen mit letzterem durch. Wie wir hören hat ſich auch in Obereſchbach ein Singverein gebildet. Nähere Angabe uͤber denſelben wuͤrde uns erwünſcht ſein. G72) deen Mittags um 10 ded Gaſtwadds dadt die zut bauſes zu Jer z fentlich id Muullefern Spenglerat Riſſe, Voran auf dem Bure meiſters zu Fr Ilbenſtadt Ed Eid) mam Nenanntes Gr! Gema ll. Grundtug U. Nr. g. u A 0 3207 NI V i en Gr. go en Eigenthum utweſſe* elſen, 106 gente 3 Relllhums Bekanntmachungen von Be⸗ hörden. a N Edictal ladung. je Konrad Jungs Chefrau von hier 269) Die Konrad J 0 98 0 Jobs. Schäfer Cheleute von Flenſun— gen auf Rückzahlung eines Darlehns von 300 fl., das von Letzterem laut gerichtlicher Schuld- und Pfandverſchreibung vom 23. Sep⸗ tember 1835 bei dem Schullehrer Dietz in Atzenhain aufgenommen und von dem Dar⸗ leiher der Klägerin in Folge eines Verpfle⸗ gungsvertrags uͤberlaſſen ſein ſoll, mit Zinſen dom Tage der Ausſtellung der Obligation da⸗ bier belangt und bei der Unbekauntheit des Aufenthaltsorts der Perklaglen um deren La⸗ dung in den öffentlichen Blattern gebeten. Es werden demzufolge die Johannes Schaͤ— fers Eheleute aufgefordert, ſich auf die gegen ſie erbobene Klage, deren Einſicht ibnen in der Regiſtratur des unterzeichneten Gerichts geſtattet iſt, im Termin Freitag den 11. April d. J., Vormittags 10 Ubr, ſog wiß dabier zu erklären, widrigenfalls ſie des Inbalts der Klage für geſtändig erachtet und unter Ein- redeausſchluß nach Antrag ſchuldig erkannt, auch alle weiteren in dieſer Sache nöthigen Verfügungen lediglich durch Anſchlagen an der Gerichisthüre zur Veröffentlichung gebracht werden ſollen. Grünberg den 4. Februar 1845. 5 Groß. Heſſ. Landgericht daſ. Welcker. Bücking. Arbeits-Verſteigerung. (272) Dienſtag den 11. März l. J., Vor⸗ mittags um 10 Uhr, werden in der Wohnung des Gaſtwirths Herrn Peter Haas zu Ilben— ſtadt die zur Erbauung eines neuen Schul⸗ bauſes zu Ilbenſtadt erforderlichen Bauarbei⸗ ten öffentlich an die Wenigſtnehmenden in Beiſeyn des Großh. Kreisbaumeiſters des Bau— bezirks Friedberg verſteigert, als: fl. kr, 10 Maurerarbeit, voranſchlagt zu 861 07 2) Anlieferung der Materialien, be⸗ ſtehend in Mauerſteinen, Sand, Kalk und Backſteinen 2320— 3) Steinhauerarbeit, 849 40 4) Zimmerarbeit, 1533 28 5) Dachdeckerarbeit, 397 36 6) Schreinerarbeit, 705 20 7) Schloſſerarbeit, 611 44 8) Glaſerarbeit, 299 30 9) Weißbinderarbeit, 605— 10) Spenglerarbeit, 52 Riſſe, Voranſchläge und Bedingungen liegen auf dem Bureau des Großb. Heſſ. Kreisbau⸗ meiſters zu Friedberg zur Einſicht offen. Ilbenſtadt den 25. Februar 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Dickenberger. Edietalla dung. (273) Adam Fritz zu Feldbrücken hat nach⸗ genanntes Grundſtuͤck: Gemarkung Feldkrücken: lt. Grundbuchs: P. u. Nr. F. u. Nr. Alt. Neu. 320% XIV/S 785[] Klafter Wieſe, das Lauchenrod, an Heinrich Schleuning und Heinrich Helfrich, an den Gr. Forſtfiscus verkauft, kann jedoch ſein Eigenthumsrecht daran nicht urkundlich nachweiſen, weßhalb man alle diejenigen, wel⸗ che Eigenthums⸗ oder ſonſtige dingliche Rechte an jenes Grundſtück zu haben vermeinen, bier⸗ mit auffordert, ſolche ſogewiß binnen vier Wochen, von heute an, dahier anzuzeigen und zu begründen, gegenfalls Adam Fritz als aus— „ 79* ſchließlicher Eigenthümer jenes Grundſtücks angeſehen und Kaufbrief beſtätigt werden wird. Ulrichſtein den 20. Februar 1845. Großh. Heſſ. Landgericht daſ— Zimmermann. Arbeits-Verſteigerung im Baubezirk Friedberg. (286) Montag den 10. März l. J., Vor⸗ mittags 10 Ubr, ſollen auf hieſigem Rathhauſe die Reparaturarbeiten für 1845 an den Kame— ral⸗, Grundlaſten-, Central- und Forſtgebäuden zu Friedberg, Butzbach, Ockſtadt, Obermörlen, Griedel, Rockenberg, Oppershofen, Kaichen, Büdesheim, Heldenbergen, Burggräfenrod, Großkarben, Vilbel, Rodheim, Holzhauſen, Winterſtein und Oberau, als Maurer-, Stein— hauer-, Zimmer-, Schreiner-, Schloſſer⸗, Gla⸗ ſer-, Weißbinder-, Spengler- und Pflaſterar⸗ beiten, ſodann die Lieferung von 2/0 Kbkklftr. Mauerſteine, 19 Bütten Kalk und ½ Klftr. Sand, in das Hofhaus zu Kaichen, 2000 Stück Backſteine ins Pfarrhaus zu Vilbel an die Wenigſtfordernden öffentlich verſteigert werden. Es wird dieſes mit dem Bemerken zur Kenntniß gebracht, daß nur ſolche Handwerker zum Gebot zugelaſſen werden, welche die nach der Verordnung vom 31. Januar 1828 vorgeſchriebene Prüfung beſtanden, oder bereits vor Erlaß derſelben Meiſter geworden waren. Friedberg den 1. März 1845. Der Großh. Heſſ. Kreisbaumeiſter des Baubezirks Friedberg Stockhauſen. Arbeits- VPVerſteigerung. (289) Montag den 10. März l. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſollen auf bieſigem Rath⸗ hauſe verſchiedene Schloſſerarbeiten für die Reparatur der hieſigen Stadtkirche, als Thür⸗ beſchläge und die Anfertigung von Schienen zum Befeſtigen der Kirchenfenſter, öffentlich an den Wenigſtnehmenden verſteigert werden Dieſe Arbeiten betragen nach dem Voran- ſchlag 764 fl. 27 kr. Voranſchlag und näbere Bedingungen, ſo— wie Zeichnungen und Proben liegen auf dem Bureau des Unterzeichneten zur Einſicht offen. Friedberg den 1. März 1845. Der Großh. Heſſ. Kreisbaumeiſter des Baubezirks Friedberg Stockhauſen. Edietal ladung. (305) Gr. Hofgericht der Provinz Ober⸗ heſſen bat über den Nachlaß des Joſt Richber von Windhauſen den Concurs erkannt An⸗ ſorüche jeder Art an denſelben ſind im Termin Freitag den 2. Maid. Morgens 9 Uhr, bei Meidung des ohne beſonderes Präcluſiv— decret eintretenden Ausſchluſſes von der Maſſe, anzuzeigen und richtig zu ſtellen und haben diejenigen Gläubiger, welche in dieſem Termin perſoͤnlich zu erſcheinen verhindert ſeyn ſollten, ihre Vertreter mit auf Abſchluß eines Ver— gleichs gerichteten Vollmachten zu verſehen, indem beim Zuſtandekommen eines ſolchen die nicht perſonlich Erſchienenen reſp. nicht gehörig Vertretenen als demſelben beigetreten ange— ſehen werden. Ulrichſtein den 28. Februar 1845. Großh. Heſſ. Landsericht daſ. Zimmermann. Edictalladung. (306) Alle diejenigen, welche Forderungen oder ſonſtige Anſprüche an das Vermögen des Chriſtian Wendtland zu Altenhain, gegen wel⸗ chen Gr. Heſſ. Hofgericht der Provinz Oberheſſen den förmſſchen Concursprozeß erkannt hat, ma⸗ chen zu können glauben, werden aufgefordert, dieſelben ſo gewiß den 2. Mai l. J., Vormit⸗ tags 9 Uhr, dahier anzuzeigen, widrigenfalls ſi S von der Maſſe ausgeſchloſſen werden Zugleich wird bemerkt, daß in dieſem Ter⸗ min die Güte verſucht und der Nichterſchei⸗ nende als den Beſchlüſſen der Mehrheit der erſcheinenden Glaͤubiger beitretend angeſehen werden ſoll. Ulrichſtein den 1. März 1845. Großb. Heſſ. Lanbgericht daſ. Zimmermann. Brück. Verpachtung. (307) Dienſtag den 25. d. M., Morgens 10 Uhr, wird in hieſigem Rathbauſe die der Stadt gehörende Feldjagd mit Vogelfang, als auch der Fiſchfang an der Uſa auf ſechs nach⸗ einanderfolgende Jahre öffentlich meiſtbietend verpachtet. Friedberg den 4. März 1845. Der Beigeordnete Bender. Arbeits-Verſteigerung. (308) Dienſtags den 18. d. M., Morgens 10 Uhr, ſoll in hieſigem Rathhauſe das Um⸗ legen des Pflaſters und die damit verbundene Pflaſterarbeit, beſtehend in Anfertigung von ohngefähr 135 Kubikklafter Schichtenpflaſter und gegen 21 Klafter ordinärem Pflaſter öffent⸗ lich an den Wenigſtnehmenden verſteigert werden. Friedberg den 4. März 1845. Der Beigeordnete Bender. Verſteigerung von Bauarbeiten. (309) Die bei Erbauung einer neuen Sy⸗ nagoge für die israelitiſche Religionsgemeinde zu Niederurſel erforderlichen Bauarbeiten und Material-Lieferungen, nämlich: fl. kr. Maurcrarbeit, verüberſchlagt zu 239 40 Steinbauerarbeit, 178— Zimmerarbeit, 570 12 Dachdeckerarbeit, 158 36 Schreinerarbeit, 75— Glaſerarbeit, 290— Schloſſerarbeit, 133— Spenglerarbeit, 53— Weißbinderarbeit, 308— Lieferung von 2 Kbklftr. rauhen Mauerſteinen, 2 Kbklftr. ſaubern Schichtemau⸗ „ 15 erſteinen, 5„ 50 Tauſend gut gebrannten Ruſ— ſenſteinen, 0„ 100 Bütten Kalk, *„3 Köklftr. reinen Mauerſand, ſollen Freitag den 14. d. M., Vormittags 9 Ubr, auf dem Rathhauſe daſelbſt wenigſtneh— mend in Accord gegeben werden. Friedberg den 3. März 1845. Der Gemeindebaumeiſter Ruths. ESdetalla dung. (310) Nach dem gerichtlichen Pfandbuche der Gemeinde Weitershain errichteten die Konrad Friedrich's Cheleute von da am 8. März 1838 eine Schuld- und Pfandver— ſchreibung über ein bei dem Veitsberger Kir⸗ chenkaſten aufzunehmendes Kapital von 50 fl., welcher auch an dem fr. Tage die gerichtliche Beſtätigung ertheilt wurde. Dieſes Kapital ſoll inzwiſchen nach den vor— liegenden Beſcheinigungen des früheren Rech⸗ ners Zökler und des nunmehrigen Rechners Jung dahier nicht zur Auszahlung gekommen und die deßhalb errichtete Obligation abhanden gekommen ſeyn. Auf Antrag der Konrad Friedrich's Eheleute werden daher alle dieje⸗ nigen, welche irgend Anſprüche an die fr. Obligation bilden, biermit aufgefordert, ſolche binnen 8 Wochen von heute an ſogewiß da⸗ hier anzumelden und zu begründen, widrigen⸗ falls die fragliche Obligation für ungiltig er⸗ achtet und der deßfallſige Eintrag im Pfand⸗ buche gelöſcht wird. Grünberg den 20. Februar 1845. Großh. Heſſ. zum LGericht daß, geh. Patr.⸗ 50 N ar deck z Rabenau N 2 Bekanntmachungen. hannes Ronge, katholiſcher Prieſter in Breslau, ſind ds fär verkaufte Erpl. von„Ein Wort an die Röm⸗ den der deutſch⸗katholiſchen Gemeinde Schneidem ühl,(ſiehe enzblatt Nr. 10 Selte 40) geſandt worden. ledberg den 5. März 1845. Empfehlung. G Indem ich einem geehrten Publikum die er⸗ gebenſte Anzeige mache, daß ich von Paris zuruͤck⸗ gekehrt bin und mein Geſchaft als Drechsler, Re⸗ gen⸗ und Sonnenſchirm⸗Fabrikant auf hieſigem Platze etablirt habe, empfehle ich heſonders mei⸗ nen großen Vorrath von Regenſchirmen, über⸗ nehme auch die Reparatur alter Regenſchirme unter Verſicherung prompter und billiger Bedie⸗ nung. Friedberg den 27. Februar 1845. S. Gear dee Ludwigsſtraße Eck der Judengaſſe. Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Sonntag Judica den 9. März. Pfarramtliche Funktionen verrichtet: Herr Stadtpfarrer Fertſch. Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Briegleb. Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Kötz. Mittwochs-Betſtunde, Nachmittags von 3— 4 Uhr, halt Herr Candidat Gun trum. Fruchtpreiſe 6. März 28. Feb.] 25. Jeb. Gattung. Fried⸗ N Groß⸗ berg Mainz gerau 5 fl.] kr. fl. kr. fl. kr. Waizen pr. Malter] 7 40 7 27 730 „— 5 551 5 35 5 40 Gerſte„ 95 4301 414515— Haier„, 77 21501 3122131— Polizei ⸗ Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 9. bis 16. März 1845. Perkauf. Mancher Leidende durch die 1 Win (8000 Der Ueberbau von einer Kegelbahn, ters gedrückt, eine Sehnſucht nach dieſer mil⸗ 86 500 lang und 7 Fuß breit, iſt 267 den den Gabe verlanget. Sollte vielleicht meine Abbruch zu verkaufen. Auch können die Ke⸗ Bemerkung über letzteres zu ſpät kommen und gelrequiſtten dazu abgegeben werden. Wo? ſollte wohl bereits dieſe Summe ſchon einem iſt zu erfahren bei der Redaction dieſ. Bl. andern Zwecke unterworfen ſein, ſo könnte ich leider nur mein Bedauern darüber ausſprechen. Empfehlung. E. (313) Hierdurch mache ich einem geehrten bei Publicum die ergebenſte Anzeige, daß ich von N wei Hähßige große Ochſen 5 Aachen zurückgekehrt bin und mein Geſchäft(8160 friesländer Race hat der Unterzeich⸗ als Kappen“, Regen- und Sonnenſchirmfabri⸗ nete durch Erbſchaft erhalten, welche zum kant dahier begonnen habe. Auch uͤbernehme Verkaufe hier ſtehen. ich Reparaturarbeit alter Regenſchirme. Den⸗ Ockſtadt am 5. März 1845. jenigen, welche mich mit Aufträgen beehren, Harth. verſpreche ich billige und dauerhafte Arbeit. Ein vollſtändiges Logis, ä e(317) Parterre, welches den 15. Mai bezo⸗ 5 7 gen werden kann, hat zu vermiethen Darmſtadt. Helmolt, Poſthalter. (3100 In der verlängerten Hügelſtraße Lit 5 I. Nro. 76 ſind einige Omnibuswagen zu Literariſche Anzeige. verkaufen. ö 55 f b Oeffentliche Dankſagung. a ee in Friedberg iſt (315) Cinſender dieſes fühlt ſich verpflich⸗ 55.: lh tet, dem edleren Zwecke der Singvereine in Czerski's Rechtfertigung ſeines Ab⸗ der Wetterau, welche durch den Fleiß und falles von der römiſchen Hofkirche. die Thaͤtigkeit der Herrn Lehrer daſelbſt ins 18 kr. Leben gerufen wurden, ſeinen waͤrmſten, tief⸗— 44 2 gefühlteſten Dank abzuſtatten, indem ſchon mehrere Vereine manche ſchwer bedrängte Frankfurter Gold-Cours, Gemeinde reichlich unterſtützt haben. Wir 3 ſehen dieſes wieder in dem Friedberger Intel⸗ vom 6. März. ligenzblatte Nr. 17 von dem Vereine aus r 5 Heldenbergen wie da viele Arme reiche Gaben N fl. kr. empfingen. Wir dürfen und könnnen nun Neue Louisd'or 111 4. deswegen feſt überzeugt ſein, da der Sing- Friedrichsd'or 9 437 verein in dem Orte 9 bei Ir Holländiſche 10 fl. Stücke 9 35 durch den Herrn Lehrer daſelbſt kürzlich auf— Rand⸗Ducaten 5185 geboben würde, daß auch dieſer dieſem wohl. 20 Frankſtücke 9427 thätigen Beiſpiele nachkommen wird, indem Engliſche Souverains 1 2. Fried⸗ Butz⸗ 5 Brod⸗Preiſe. berg. bach. 88. kr. pf. kr. pf. 1 Leib⸗Roggenbrod 2 11 22 2 5 44342 44„— e i Lth. Lth. — Milchbrod 144% 15 — Waſſerweck 115½ 16 —Gemiſchtes(Tafel⸗) Brod 15¼% 16 ¼ Fleiſch-Preiſe. pf. pf. 1 Ochſenfleiſch abt 11— 11— . gemäſtetes 9— 9— „Kühfleiſch E 8 8%% gemäſtetes ne 2 Rindfleiſch ungemäftetes e „ Kalbfleiſch 6— 6— „ Schweinenfleiſch 111— 11— „ Hanmellleiſch 9— 9— „Schaaflleiſch 7——— „Wurſtvon blos Schweinen 12— 12— „Gemiſchte Wurſt 8— 8— „ Bratwurſt 14— 14— „ Schwartenmagen 144— 14— „ Geräucherter Speck 20— 20— „ Schinken 16— 16— „ Doörrfleiſch 15— 16— „ Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 20— 20— l unausgelaſſen 181— 18— „ Nierenfett 118— 18— „Hammelcfett 151— 151— Der Gr. Heſſ. Kreisrath d. K. Friedberg Id. A.: Krach, Kr.⸗Sctr. Die Polizei⸗Taxe für die Stadt Butzbach gilt auch für den Kreis Hungen. Der Gr, Heſſ. Kreisrath d. K. Hungen Follenius. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Binder nagel in Friedberg * Betreffend Nach e Kreiſed Moe . 9. Noel verbunden, Witterung a Wir u von denen Fleiß und 2 warb. Die — 1 0 1 de N achbar, 0 * U zuuheil, wie . auf 120 leit 0