Coeuttadäſſen Miele Molen hollken. Müller- ntelligenz⸗ Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. Sonnabend, den 5. Juli Ein neues Halbjahr ⸗ Abonnement auf das wöchentlich zweimal erſcheinende„Intelligenzblatt für die Provinz Oberheſſen“ beginnt am 1. Juli. Geneigte Beſtellungen wolle man recht bald entweder bei dem Unterzeichneten, oder bei den den verehrlichen Abonnenten zunächſt gelegenen löblichen Poſtämtern einreichen.— Abonnementspreis: das Halbjahr 40 kr., durch die Poſt bezogen 48 kr.— Inſeracgebühren: die beiden erſten Zeilen zuſammmen 7 kr.; die dritte und jede folgende Zeile 2 kr.— Aufnahme der Iunſeraten: alle bis zum Sonntag Abend eingehenden Inſerate kommen in das Mittwochs⸗Blatt, und alle, welche bis zum Mittwoch Abend eintreffen, in das Samſtags-Blatt. Carl Bindernagel. Auszüge aus dem Regierungsblatte. Auszug aus dem Regierungsblatt Nro. 19. X. Namens veränderungen: Am 20. Mai wurde dem Georg Nicolaus Schlapp zu Egelsbach Kr. Großgerau, geſtattet, künftig den Namen„Müller“ und der Adoptivtochter des Ortsbürgers Jacob Wer— ner III. von Langen, dermalen dahier, Anna Margaretha Borger, künftig den Namen„Werner“ zu führen; am 27. Mai: dem Adoptiv⸗ ſohn des Peter Fiſcher zu Oberramſtadt, Kr. Dieburg, Conrad Hahner von Katzenfurt, künftig den Namen„Fiſcher, ſodann dem Moſes Löb Caſſel zu Rödelheim und ſeinen drei großjährigen Söhnen, Simon Moſes, Iſage Moſes und Gabriel Moſes, künftig den Namen„Meier“ zu führen.— XI. Erhebung in den Adelsſtand: am 27. Mai haben S. K. H. der Großherzog den Geh. Secretär S. D. des Erbprinzen von Hohen— zollern Sigmaringen, Friedrich Werner, für ſich und ſeine ehelichen Nachkommen beiderlei Geſchlechts in den Adelsſtand des Großherzogthums zu erheben geruht.— XII. Ordensverleihungen: Am 23. April dem Miniſter-Re⸗ ſidenten am k. franzöſiſchen Hofe Frhrn. von Drachenfels, ſtatt des bis— her getragenen Commandeurkreuzes 2. Cl., das Commandeurkreuz 1. Cl. des Ludewigsordens; am 1. Mai dem Hrn. Grafen Otto zu Solms— Laubach und dem Hrn. Erbprinzen Ernſt Caſimir zu Aſenburg-Bü— dingen das Großkreuz; am 19. März dem Univerſitätsbuchhändler G. F. Heper zu Gießen und am 1. Mai dem Oberforſtrathe Frhrn. v. Wedekind das Ritterkreuz des Verdienſtordens Philipps des Groß— müthigen.— XIII. Ermächtigung zur Annahme fremder Orden: Am 23. Mai dem großh. Generalmajor und Geſandten am k. preußiſchen Hofe Frhrn. v. Schäffer-Bernſtein, für das Großkreuz des k. portugie— ſiſchen Militärordens St. Benois d'Aviz; am 1. Juni dem Grßh. Geh. Rathe Eckhardt für das Commandeurkreuz 1. Cl. des kurheſſiſchen Or— dens vom goldenen Löwen; dem Grßh. Geh. Legationsrathe v. Rieou für das Ritterkreuz des k. belgiſchen Leopoldordens und am 16. dem Münzrathe Rößler für das Ritterkreuz des k, baieriſchen St. Michael— ordens.— XIV. Dienſtnachrichten: Unterm 6. Mai wurde der Handels⸗ man H. M. Mettenius zu Rotterdam zum Grßh. Conſul daſelbſt; am 13. der Dr. phil. Will aus Weinheim, dermalen zu Gießen, zum außerord. Profeſſor der Philoſophie an der Landes-Univerſität zu Gießen ernannt; dem Pfarrverweſer Herzberger zu Königsberg, Kr. Gießen, die evang. Pfarrſtelle daſelbſt und am 16. dem Pfarramtscandidaten Staudinger zu Höringshauſen die evang. Pfarrſtelle zu Wallerſtädten übertragen; am 22. Mai erhielten Patente als Geometer 3. Cl.: der Steuercommiſſariats-Gehülfe Felger aus Großzimmern, dermalen zu Zwingenberg, für den Kr. Bensheim und der Geometergehülfe Daum aus Großgerau, dermalen zu Neubamberg, Kr. Bingen, für den Kreis Bingen; am 24. wurde dem Schullehrer Schmidt zu Felda die 1. ev. Schullehrerſtelle zu Waldmichelbach, dem Schulvicar Herth zu Weiters— bain die evang. Schullehrerſtelle daſ, und am 25. dem Schulvicar Eck⸗ hard zu Bleidenrod die evang. Schullehrerſtelle daſelbſt übertragen; am 29. dem Bauaufſeher-Candidaten Nahn aus Niederingelheim das Patent als Geometer 2. Cl. für den Kreis Bingen und am 6. Juni dem Bureau⸗ gehülfen Lehr aus Michelſtadt das Patent als Geometer 1. Cl. für den Landrathsbezirk Erbach ertheilt.— XV. Dienſtentlaſſung: Am 30. Mai der Poſthalter und Poſt⸗ erpeditor Meyer zu Niederolm auf Nachſuchen.— XVI. Verſetzung in den Ruheſtand: Am 20. Mai der Diſtrictseinnehmer Baierle zu Lindenfels auf Nachſuchen.— XVII Concurrenz für: die evang. Schullehrerſtelle zu Marien— hagen, Bez. Vöhl, mit jährlich 221 fl.; die 2. kath. Schullehrerſtelle zu Kleinkrotzenburg, Kr. Offenbach, mit 243 fl. nebſt 6 Stecken Kiefern- Scheitholz und 150 Stück dergleichen Wellen zur Heizung des Schullocals; die 2. kath. Knabenſchullehrerſtelle, obere Mittelelaſſe, zu Bensheim mit 100 fl., einſchließlich der Wohnungsvergütung(Präſentation des Pfarrers und Ortsvorſtandes zu Bensheim, unter Mitwirkung des Gr. Kreisraths daſelbſt); die 3. kath. Knabenſchullehrerſtelle zu Bensheim mit 300 fl wofür ſich der Lehrer ſeine Wohnung ſelbſt zu ſtellen hat, während die Koſten für Heizung der Schulſtube aus der Stadtcaſſe beſtritten werden; die Diſtrictseinnehmerei Fürth(binnen 14 Tagen bei Großh. Oberfinanz kammer 1. Section); die Forſtinſpectorsſtelle des Forſts Vöhl mit der Beſoldung 2. Cl.(binnen 4 Wochen bei Gr, Oberforſtdireetion).— 0 . V XVnI. Gestorben ſind: Am 12. Sept. 1844 der Phyficats⸗ wundarzt Dauth zu Worms; am 28. März der Schullehrer Weißger⸗ ber zu Zell, L. B. Erbach; am 25, April der penſ. Schullehrer Sper⸗ ling von Eimsbeim, L. B. des Kr. Mainzz am 29. der Schullehrer Böck zu Blofeld, Kr. Nidda; am 30, der Schullehrer Küſtner zu Worms; am 8. Mai der Förſter Jacobi zu Battenberg; am 14. der Pens, bei der ehemaligen Saline Wiſſelsheim angeſtellt geweſene Soden⸗ und Kunſtſchmier Moderer zu Friedberg; am 21. der kath. Pfarrer, geiſtliche Rath Hauck zu Ockſtadt; am 31. der Landrichter Rayß zu Butzbach; am 6. Jun der, auf vertragsmäßige Präſentation der Gr. Regierung bei der Zollverwaltung zu Frankfurt a. M. angeſtellte Haupt⸗ ſteueramts⸗Aſſiſtent Herbst; am 9. der Poſtmeiſter Rau ſch zu Lauterbach; am 14. der Landgerichtsdiener Henrich zu Hungen; am 16. die Wittwe des Geheimenraths Lepdig zu Mainz. Orthographie wetterauiſcher Woͤrter. (Fortſetzung von Nr. 45 d. Bl.) 310 Die Beunde. So ſchreibt man unſer wetter⸗ auiſches, von dem folgenden Nr. 32. wohl zu unterſcheiden⸗ des, Wort: die Beune, wenn wir darunter ein geſchloſſenes Ackerland ꝛc. verſtehen. Solches Beunde gut iſt noch z. B. zu Bingenheim. Auch zu Unterflorſtadt dicht am Orte, wo der Weg nach Friedberg führt, iſt eine Beunde, welche an Gärten ſtößt und gewiß früher ſelbſt umzäunt war. Dieß entſpricht dem altdeutſchen: die piunt, welches einen eingehegten Acker oder Garten ausdrückt, der zu gewiſſer Benutzung verſchloſſen werden kann. 32) Die Beunde. So ſchreibt man ein zweites wetterauiſches Wort, welches die Beune ausgeſprochen wird und den Backtiſch(d. i. den Tiſch in der Backſtube, worauf der Teig zu Brot, Kuchen u. dgl. verarbeitet wird) bedeutet. Richtiger ſagt man zu Gießen und in der Umge- gend: die Beud und wird damit ſowohl der„Backtiſch /, als auch der„Backtrog“ bezeichnet. Wir Wetterauer haben alſo zwiſchen u und d noch einen eingeſchoben. Früher ſagte man auch anderwärts in Deutſchland: der Biet. Das Wort kommt von altdeutſch der piot, welches Tiſch bedeutet, von bieten d. i. darlegen, dargeben; denn dieſes altdeutſche Wort piot(bei den Gothen i. J. 350 nach Chriſti Geburt der„biuds/) iſt eigentlich der Opfertiſch.— Die wetter⸗ auiſche Redensart:„uff dr Beune ſein“(d. i. auf der Beunde ſein) iſt ſo viel als: an der Reihe zu backen ſein im Backhaus. 33) Der Butzemann, d. h. die vermummte Schreck⸗ geſtalt, beſonders zum Schrecken der Kinder und Verſcheu— chen der Vögel. So ſchreibt man unſer wetterauiſches: der Botze- oder Butzemann. Das Wort Butz aber kann man nicht ableiten. 34) Der Diebhenker als Name des Teufels, wenn man über etwas verwünſchend ausruft und ſich das Wort Teufel zu nennen fürchtet, z. B.„Der Diebhenker! was machſt du!, So ſchreibt man den wetterauiſchen Ausdruck: der Daibhenker oder(wie man auch ſagt) Deubhenker. Wir Wetterauer ſollten eigentlich Däibhenker ausſprechen, weil wir Däib für Dieb ſagen; allein wir ſagen Daib— henker und Deubhenker, weil wir dabei an den Teu⸗ fel denken und dieſes Wort Teufel in unſrer Mundart Dai— „ 208. wil und(da wir es doch aus dem Hochdeutſchen haben) Deuwil ausſprechen, alſo die Laute ai und eu daraus beibehalten. Der Teufel heißt deshalb Diebhenker, weil, wie Jacob Grimm ſagte, der Volksglaube ihn ſich als den Schergen der Hölle denkt, wo er die armen Seelen bindet und peinigt. 35) Der Säuzagel, d. i. der Wirbelwind und der Windwirbel. So ſchreibt man das wetterauiſche Wort: der Säuzoal?). Das Wort Säuzagel iſt eigentlich eine ſpöt— tiſche beſchimpfende Benennung des Teufels und dieſem maß der Aberglaube bei, daß er den Wirbel aufrege. Uebrigens kommt der Zoal(Zagel) in der Wetterau ſonſt nicht vor. Vgl. Vilmar in der Zeitſchrift für heſſiſche Geſchichte IV, 102. 36) Die Specke, d. i. die Knüppelbrücke zur Ueber⸗ fahrt über einen Graben. So ſchreibt man unſer wetter— auiſches: die Schbeacke. Die Brücke dieſer Art iſt auch oft mit Raſenſtücken belegt und geht gemeiniglich über einen Wieſengraben, um auf die Wieſe zu fahren. In altſäch⸗ ſiſchen Urkunden ſteht die ſpeckia von einem aus Knüppeln (kurzen Stangen) oder Raſenſtücken gemachten Weg durch eine Sumpfgegend. Das Wort ſcheint von altdeutſch der ſpach(bei den Angelſachſen ſpäc) abgeleitet, welches Zaun⸗ ſtecken, Aſt, Reisholz bedeutet und noch in der, Oberpfalz vorkommt. Uebrigens ſteht das Wort ſchon in unſern wetter⸗ auiſchen Weisthümern, z. B. in dem wetterauiſchen Waſſer⸗ gerichts-Weisthum, worin es heißt:„Die brücken und ſpecken, ſteinern oder hölzern, ſollen ihrer länge dem waſ— ſer nach erkannt, und durch die partheien jederzeit erhalten werden.“ Niederdeutſch iſt Specke ein übliches Wort. 37) ritzeroth, d. i. brennend roth, flammend roth. So ſchreibt man das wetterauiſche Beiwort: reatzeruth. Z. B.„e reatzeruth Klad“ d. i. ein brennend rothes Kleid. Schon der Wetterauer Erasmus Alberus hat in ſeinem Wörterbuch v. J. 1540 ritzrot, ritz rot und über⸗ ſetzt es durch lateiniſch ardentissimi coloris. Wahrſchein⸗ lich iſt die urſprüngliche Bedeutung des Wortes ſeiner Zu— ſammenſetzung gemäß: ſo roth, wie ein Ritz in der Haut. Daher bedeutet auch zu Aſchaffenburg ritzeroth ſo viel als„blutroth“(ſ. Schmellers bayeriſches Wörterbuch 3. Thl. S. 175.) 38) Die Wolkenbruſt, d. i. der Wolkenbruch. So lautet hochdeutſch unſer wetterauiſches, mehr an der Nidda aufwärts, doch nur mitunter vorkommendes Wort: die Wolkebroſt. Z. B.„s eaß e Wolkebroſt gefann⸗ d. ie es iſt ein Wolkenbruch gefallen. Das üblichere Wort ) Die Sylben agel, agen werden wetterauiſch in mehreren Wörtern zuſammengezogen in gedehntes al, bal, an(ogl. Nr. 6 die Ahne). So z. B. der Nal anſtatt Nagel, ſan,(mit ſtumpfem n, wie in franzöſiſch en, jardin 2c.) anſtatt ſagen, klan(ebenfalls mit ſtum⸗ pfem n) anſtatt klagen, der Wan(mit ſtumpfem n) anſtatt Wagen. Dieß auch in Urkunden, z. B.„daß die landſiedel des ſtiffts und des probſts, die ihre äcker bauen, ihr ieglicher zu der einen hochge⸗ zitten in dem jahre eim Herrn von Limburgk ein wan foll holßes ſollen führen zu Staden in ſeine küchen“(Mockſtadter Weis⸗ thum vom 15. Mai 1365 in Jac. Grimms Weisthümern 3. Bd. S. 436.). Hochzeit iſt in dieſer Stelle ein hohes chriſtliches Feſt (wie wir Wetterauer ſagen:„e Hihrnfeaſt d. i. ein Hehrfeſt, heh⸗ res Feſt), und man verſtand darunter vor Alters insbeſondere Weihnachten, Oſtern, Pfingſten und Allerheiligen. in de Pol deut wol. öfte del n fle fei wolke in der Wetterau iſt: der Wolkebruch(d. i. hochdeutſch Wolkenbruch).— Wolkenbruſt iſt ein ganz gutes deutſches Wort, abgeleitet von altd. breſhan, breſten, woraus mit einer nicht ungewöhnlichen(im Niederdeutſchen oͤfter vorkommenden) Verſetzung des er unſer berſten gewor— den iſt. Bruſt iſt alſo hier ſo viel als„Bruch““) und ſonach von Bruſt als Theil des menſchlichen und thieriſchen Körpers ganz verſchieden. Uebrigens hat ſchon ein mittel⸗ rheiniſches Wörterbuch von 1469(„Ex quo genannt) wolken broſt, dagegen das Kölner von 1475.(Teutho— nista genannt) Wolkenborſt, woraus die Verſetzung des * 209 12. Vortheil bei jemand zu erlangen, ihn für ſich zu gewinnen; nach Dr. L. Diefenbach(wohl in der Gegend von Laubach) auch: jemanden hinhalten und dadurch täuſchen. So ſchreibt man unſer hie und da in der Wetterau vorkommendes Wort: flaje(ſprich fla-je mit langem a), ahm flaje,(d. i. einem fleien) bedeutet: einem ſchön thun, ahn flaje,(d. i. einen fleien) bedeutet: einen darch Schönthun für ſich einzunehmen ſuchen. Das Wort iſt aus Niederland zu uns eingedrungen; im Holländiſchen bedeutet vleijen ſchmeicheln, jemanden nach dem Mund ſprechen. Wir haben übrigens mehrere ſolcher niederländiſchen Eindringlinge, z. B. in der Gegend von Melbach, Södel ꝛc. worre?(im Gränzland am Vogelsberg wur re?) als Ausdruck für„nicht wahr?“) — r alsbald erkenntlich iſt. 4* 39) fleien“), d. i. ſchön thun, ſchmeicheln, um einen der—— unſer wetter⸗„) Dieſes Bruſt(Bruch) iſt ein ſehr altes Wort. Schon vor 800 tt iſt auch Jahren ſagte man die erdpruſt für gähnender Abgrund, Erdſpalt, Erdbruch. den muß, ein. ) Wir Wetterauer biegen(conjugiren) das Wort wie folgt: aich flaje, dou flafkſt, hehn(mit ſtumpfem n) flajkt, m'r flaje, ihr flajkt, ſäi flaje(d. i. ich fleie, du fleigſt, er fleigt, wir fleien, 5 ihr fleigt, ſie fleien); aich flajkt'(d. i. ich fleigte); im Mittelwort der Vergangenheit geflajkt(d. i. gefleigt). Ueberall iſt hier lan⸗ drückt habe. Vor t tritt ein k, wofür hier hochdeutſch g geſetzt wer⸗ zuſprechen. W. 6) 3. B. in einem alten Volksliede nach dem Vogelsberge hin: „Aich ſain d'r herzegealle-gout, Worre dou mir ahch?“ Ich bin dir herzegülden⸗gut, Nicht wahr, du mir auch? Herzegülden(herzgülden)⸗ gut d. i. herzinnig(gleichſam: herztheuer) ges a und das i hört man kaum, weshalb ich es durch J ausge⸗ gut. Denn„gealle/ d. i. gülden ſagt der Wetterauer für: gar zu lieb, höchſt lieb(theuer).— Das n an„ſain“ iſt ſtumpf aus⸗ Bekanntmachungen von Be⸗ * e tte 5 den Daf, hoͤrden. cen und] em waſ⸗ 5 * Edietalladung. *(933) Gegen Jakob Wagner I. zu Fauer⸗ s Wort. bach I. hat Gr. Hofgericht der Provinz Ober heſſen den förmlichen Concursproceß erkannt mend roth und das unterzeichnete Landgericht mit deſſen rut Leitung beauftragt. Es werden daber Alle, K welche dingliche und perſönliche Anſprüche gegen ud rothes denſelben geltend machen wollen, hierdurch in aufgefordert, ſolche im Liquidationstermin Montag den 21. Juli d. J., Vor⸗ d über⸗ mittags 9 Uhr, bei Vermeidung des ohne beſonders Präclu— Heir * ſivdecret erfolgenden Ausſchluſſes von der ner Zu⸗ Maſſe, dahier anzumelden und näher zu be— * gründen. . N Butzbach den 19. Juni 1845. ſo viel Großh. Heſſ. Landgericht daſ. nerbuch 3 In Erledigung der Landrichterſtelle cterbuch 3. Calmberg. Bekanntmachung. Lolkenbruch.(978) Montag den 7. Juli, Morgens um ran der 11 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe das An⸗ a liefern von ohngefähr 200 Centner Braun⸗ des Wort: kohlen und 3 Stecken buchen Scheitholz für e die hieſigen Schulen öffentlich wenigſtnehmend re verſteigert werden. e M. Friedberg am 28. Juni 1845. Der Grßh. Heſſ Bürgermeiſter Bender. * A f fo ede eng vi 1(986) Nachdem Heinrich Wolf J. dahier gum⸗ ſich der ſelbſtſtäydigen Verwaltung ſeines Ver— mögens begeben hat, ſo werden alle diejeni— 57 welche rechtmäßige Forderungen an den⸗ elben machen zu können glauben, hierdurch aufgefordert, ſolche bis zum 20. d. M. bei deſſen Curator, Jacob Wolf, ſchriftlich oder perſönlich anzumelden. Rockenberg den 2. Juli 1845. 9 beg, In Auftrag: Der Grßh. Heſſ. Buͤrgermeiſter Ste b. 2 Zur Nachricht. (973) Die Holzverſteigerung in dem Frei— berrlich von Died'ſchen Kirchwalde dahier, welche auf den 7. Juli angezeigt war, ſoll erſt Mittwoch den 9. Juli, Morgens 9 Uhr, abgehalten werden. Ziegenberg den 30. Juni 1845. Kirchner. Faſelochs⸗Verſteigerung. (9877) Montag den 7. Juli l. J., des Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſoll auf dem Ratbhauſe zu Reichelsheim ein der Gemeinde gehörender großer Faſelochſe, 6 Jahre alt, öffentlich meiſt— bietend verſteigt werden. Reichelsheim den 1. Juli 1845. Der Herzl. Naſſ. Oberſchultheis Gros. Bekanntmachung. (988) Der Georg Schmidt von Niederurſel iſt von Großh. Heſſ. Hofgericht der Provinz Oberbeſſen der Verwaltung ſeines Vermögens entſetzt und unter Curatel geſtellt worden. Es wird dies mit dem Anfügen zur öffent— lichen Kenntniß gebracht, daß nur ſolche von Georg Schmidt abgeſchloſſene Verträge und vorgenommene Rechtsgeſchäfte Gültigkeit ha— ben, zu denen der gerichtlich beſtellte Curator ſeine Genehmigung ertheilt., Gleichzeitig wer— den alle Diejenigen, welche Forderungen an denſelben zu machen baben, aufgefordert, ſolche um ſo gewiſſer bis zum Mittwoch den 25. Juli, Vormit⸗ tags 9 Uhr, bei'm unterzeichneten Gericht anzuzeigen, als ſonſt bei der Regulirung des Schuldenweſens des Georg Schmidt keine Rückſicht darauf genommen werden wird. Rödelheim den 25. Juni 1845. Gr. Heſſ. Gräfl. Solmſ. Landgericht Buff. Oeffentliche Bekanntmachung. (989) Heinrich Röders Eheleute von Ei— chelhain haben der hieſigen Spar- und Leih— kaſſe am 13. Juli 1843 die Summe von 200 fl. dargeliehen, worüber unter demſelben Da— tum ihnen ein Schuldſchein von gedachter Kaſſe ausgeſtellt worden iſt. Da dieſe Schuld—⸗ urkunde verloren gegangen ſein ſoll, ſo wer— den alle Diejenigen, welche Rechte irgend einer Art daraus herleiten zu können glauben, hier durch öffentlich aufgefordert, dieſelben ſo ge— wiß binnen 60 Tagen von heute an dahier zu begründen, als ſonſt ſie damit ausgeſchloſſen werden und die Urkunde für nicht mehr gül⸗ tig erklart wird. Laubach den 12. Juni 1845. Gr. Heſſ. Gräfl. Solmſ. Landgericht daf. Brumhardt. Verſteigerung. (990) Donnerſtag den 10. l. M, Nach- mittags um 2 Uhr, werden in hieſigem Rath⸗ haͤuſe von dem Speichervorrath des Auguſti— ner Schulfonds 20 Malter Korn zweimalter— weiſe öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 2. Juli 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Arbeits-Verſteigerung. (9910 Montag den 7. Juli l. J., Nachmit⸗ tags um 4 Ubr, ſoll bei Herrn Gaſthalter Neiſel dahier die Pflaſterung des Schulhofs daſelbſt an den Wenigſtnehmenden öffentlich verſteigert werden. Nach dem Voranſchlag beträgt die Pflaſter— arbeit 64 fl., ferner das Anfahren von 4 Cbklftr. Steinen und 2 Cbklftr. Uſakies. Voranſchlag und Bedingungen liegen auf dem Buceau des Gr. Kreisbaumeiſters des Baubezirks Friedberg zur Einſicht offen. Fauerbach II. den 2. Juli 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Philippi. Arbeits-Verſteigerung. (992) Nächſtkünftigen Montag den 7. l. M., Vormittags 11 Uhr, ſollen zu Büdes⸗ heim verſchiedene Reparatur-Arbeiten in der daſigen Kirche, als: N Schreinerarbeit, veranſchlagt zu 42 30 Steinhauerarbeit,.„ 27 30 Maurerarbeit, 1 7 7 10 öffentlich in Accord gegeben werden, wozu die betreffenden Voranſchläge auf Gr. Bür— germeiſterei daſ. eingeſehen werden konnen. Budesheim den 1. Juli 1845. Der Kirchenvorſtand daſ. Bekanntmachung. (993) Dienſtag den 8. Juli d. J., Vormit⸗ tags 10 Uhr, werden 5 Svm Rübol für die hieſige Saline öffentlich an den Mindeſtfor⸗ dernden verſteigert. Steigerungsluſtige haben ſich um die beſtimmte Zeit im Geſchäftslocale der unterzeichneten Behörde einzufinden. Nauheim den 30. Juni 1845 Kurffürſtliches Salzamt Schäffer. Dunker. Schmincke. F. Schreiber. Verpachtung. (99) Dienſtag den 15. Juli, Morgens 9 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe die zur erſten Pfarrei Friedberg gehörende Güterſtücke, in 100 Morgen beſiehend und in den Gemar⸗ kungen Friedberg, Fauerbach II., Ockſtadt und Schwalheim liegend, auf neun Jahre öffentlich meiſtbietend verpachtet. Friedberg am 2. Juli 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. A iN Privat- Bekanntmachungen. Bekanntmachung. (981) Den Herrn Farbern und Fabri— canten diene zur Nachricht, daß ich auf der Walkmühle zu Arnsburg bei Lich das Walken non wollenen Zeugen gut und billig und zwar 100 Ellen Beiderwolle zu 1 fl. 12 kr. übernehme. Auch nehme ich einen jungen Menſchen von braven Eltern zum Färben, Drucken, For⸗ menſtechen und Walken in die Lebre. Friedrich Henzel zu Arnsburg bei Lich. Verſteigerung. (982) Dienſtag den 8. Juli will Unterzeich— nete in ihrer Behauſung 3 eiſerne und 1 höl— zernen Strumpfweberſtuhl, ſowie eine noch ganz neue Strumpfpreſſe, öffentlich an den Meiſtbietenden verſteigern laſſen. Homburg den 27. Juni 1845. Friedr. Wolf ſel. Wittwe. Anzeige und Empfehlung. (995) Ein Junge von braven Eltern, wel— cher Schneider zu werden wünſcht, kann bei dem Unterzeichneten in die Lehre kommen. Zugleich verfehle ich nicht, meinen verehrlichen Freunden und Gönnern fur das mir bisher geſchenkte Zutrauen den verbindlichſten Dank abzuſtatten und um die ferneren werthen Auf— träge, unter Zuſicherung guter und moderner Arbeit, zu bitten. K. W. Hamm, Schneidermeiſter, wohnhaft bei Metzgermeiſter Hedderich. Kirſchenfeſt auf'm Oſſenheimer Wäldchen. A(996) n) Sonntag den 6. Juli 1845 wird das Kir⸗ A ſchenfeſt in 2. dem bieſigen Wäldchen gefeiert, wozu ich hoflichſt einlade und bemerke, wie hier zu finden ſein wird Speiſen: kräftig. Wein: ſuͤffig. Kirſchenkuchen: ſaftig. Muſik: fleißig. Aufwartung: flüchtig. Wirth: höflich. Jagdhaus Oſſenheim den 2. Juli 1845. Aehle. „% 210 K. Selſerbrunnen bei Okarben. 997) Sonntag den 6. Juli iſt am hieſi⸗ gen Mineralbrunnen wohl beſetzte Harmonie— und Tanzmuſik anzutreffen, wozu die Freunde des geſelligen Vergnügens mit der Verſicherung billiger und prompter Bedienung hiermit höf⸗ lichſt eingeladen werden. Zugleich bemerke ich, daß nur anſtändig gekleideten Perſonen der Zutritt auf den Tanzboden geſtattet iſt. Havenecker. Einladung. (998) Unterzeichneter beehrt ſich, zu dem Sonntag den 6. Juli bei ihm abgehalten wer⸗ denden Kirſchenfeſte höflichſt einzuladen. Für gut beſetzte Tanzmuſik, vorzüglichen Kirſchen— kuchen und ſonſtige Erforderniſſe iſt beßtens geſorgt. Ilbenſtaͤdter Chauſſeehaus.“ G. Mörſchel. Eine ſchwarze Wachtel⸗-Hündin, (999) mit vier weißen Beinen, weißer Bruſt, einem weißen Ring um den Hals und den Schwanz und einem weißen Fuß iſt mir Montag den 30. Juni, Morgens 10 Uhr, entlaufen. Schneider Kopp. Literariſche Anzeige. Bei C. Bindernagel in Friedberg iſt zu haben: 5 Allgemeiner Familien- und Geſchäfts⸗ Briefſteller, oder vollſtändiger Rathgeber für den ſchriftlichen Verkehr in allen Lebens— verhältniſſen. Enthaltend eine Anleitung zu ſchriftlichen Aufſätzen, nebſt Orthographie und Interpunctionslehre und die Lehre des brieflichen und Geſchäfts-Ver— kehrs, erläutert durch eine Muſterſammlung von Beiſpielen zu allen Arten von freundſchaft— lichen, Familien, Geſchäfts- und anderen Briefen, Quittungen, Kontrakten, Anzeigen, Zeugniſſen, Schuldverſchreibungen, Vollmach— ten ic. Nebſt einer Anleitung zum Verkehr mit Behörden, einer genauen Wechſelkunde, dem Wichtigſten über Staatspapiere und Ei— ſenbahn-Aktien, ſowie über die Münz-, Maas— und Gewichts-Verhältniſſe Deutſchlands. Herausgegeben von Guſtav Theodor Arndt. Preis: 54 kr. Nro. 18. des Wetterauer Sonntagsblattes (von 14 zu 14 Tagen erſcheint eine Nummer und koſtet das Semeſter hier 18 kr., durch die Bezirksboten 24 kr.) wird mit dem heu— tigen Intelligenzblatte ausgegeben. nhalt: Das Gute wird belohnt.— Ueber kirchliche Gebräuche.(pfarrer Tſchudi) Frankfurter Gold-Cours vom 3. Juli. fl. kr. Neue Louisd'or 1 Friedrichsd'or 9 49 Holländiſche 10 fl. Stücke 9 56 Rand⸗Ducaten 5 36 20 Frankſtücke 9 32 Engliſche Souverains 124— Kirchliche Anzeigen für Friedberg. 7. Sonntag n. Trinitatis den 6. Juli. Pfarramtliche Funktionen verrichtet: Herr Pfarrvicar Landmann. Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Stadtpfarrer Sell. Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Alefeld. Dienſtag Nachmittags von 3— 4 Uhr hält Betſtunde: Herr Candidat Briegleb. Fer u cht preiſe 3. Juli 27. Juni 25. Juni Gattung. Fried⸗ Groß⸗ berg Malnz gerau fl. kr. fl. kr. fl. kr. Waizen pr. Malter] 93 9 111 8 30 Korn„„, 7 30 6 54 6 30 n 5— 5 61 5— D 44—1 4145 3 30 Polizei ⸗Taxe fur die Städte Friedberg und Butzbach vom 6. bis 12. Juli 1845. 2 8 Fried⸗ Buß⸗ S Brod⸗Preiſe. berg.] bach. S kr. pf. kr. pf. 1; Leib⸗Roggenbrod 2 2 7 57 2 80 4 7, 77 11 7 11 572 Lth. th. — Milchbrod 14 ¼%] 1 4½ — Waſſerweck 14% 15 —Gemiſchtes(Tafel⸗) Brod 15 15 Fleiſch-Preiſe. pf. pf. 1 Ochſenfleiſch aeg 11— 11— „ gemäſtete 9— 9— „Kühfleiſch age ee 8 ge ce gemäſtetes 811181— „Rirdfleiſch ungemäſtetes 7——— „ Kalbfleiſch 6— 6— „ Schweinenfleiſch e „ Hammelfleiſch 9— 9— 57 Schaaffleiſch 7——— „Wurſtvon blos Schweinen 12— 12— „Gemiſchte Wurſt 8——— „ Bratwurſt 144— 14 „Schwartenmagen 14— 14— „ Geräucherter Speck 20— 20— „Schinken 14— 15— „ Dörrfleiſch 15— 15— „ Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 18— 18— unausgelaſſen 16— 16— „Nierenfett 16— 16— „ Hammelsfett 15— 151— Der Gr. Heff. 81 d. K. Friedberg J. d. A.: Krach, Kr.⸗Sctr. Die Polizei⸗Taxe für die Stadt Butzbach gilt auch für den Kreis Hungen. Der Gr. Heſſ. Kreisrath d. K. Hungen Follenius. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg.