Intelligenz- Blatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. Die Feier des Grundungstags des Fried— berger Geſangvereins. Der 19. Auguſt iſt ſchon ſeit zehn Jahren ein Tag der Freude für die Mitglieder des Friedberger Geſangver— eins und wird jedesmal von denſelben heiter begangen. Auch dieſes Jahr fand eine beſondere Feier in dem Trapp'⸗ ſchen Saale ſtatt, welche in Geſanges- und anderen Vor⸗ trägen, ernſten und ſcherzhaften Inhalts, beſtand und eine wohlthuende gemüthliche Heiterkeit uber alle Anweſende ver— breitete. Wir theilen hier einen der Vorträge mit, weil wir glauben, daß er für manchen unſerer Leſer nicht ohne In— tereſſe iſt. „Wenn ich heute, wo bereits zehn Jahre verfloſſen ſind, daß unſer Verein gegründet wurde, einen kurzen ge— ſchichtlichen Ueberblick unſeres Vereins ſeit ſeinem Beſtehen zu geben verſuche, ſo ſetze ich das Vertrauen voraus, daß man weder Vollſtändigkeit noch erſchöpfende Darſtellung von mir erwarte. „Die Idee zur Gruͤndung des Vereins erwachte am 16. Auguſt 1835 in unſerer ſchönen großen Kirche, als eben ein Choral höchſt un harmoniſch geſungen wurde und nichts weniger als eine erbauliche Vorbereitung zur Pre— digt war. „Drei Tage darauf, den 19. Auguſt, traten ſchon 27 junge Männer zuſammen, gründeten den Verein und berie— then die Statuten. Die Begruͤnder gingen von der Idee aus, daß der Geſang die Herzen dem Prediger vorbereiten müſſe und daß er alles Gemeine, Rauhe, Störende aus dem Herzen verbanne und es empfänglich mache für alles Höhere und Gute. Der Geſang ſoll alſo ein Mittel ſeyn zu höheren Zwecken. „Am Erndtefeſt deſſelben Jahres, alſo ohngefähr J Jahr nach der Gründung des Vereins, ſangen ſeine Mit— glieder ſchon beſondere Lieder bei dem Gottesdienſte, und am 21. Febr. 1836 vereinigten ſie ſich, indem zugleich eine An— zahl junger Damen ſich anſchloſſen, durch beſondere Geſänge an der Todesfeier der höchſtſeligen Großherzogin Wilhel— mine Louiſe innigſt Theil nehmend. „Ehe indeſſen das erſte Jahr noch abgelaufen war, entſtanden unter den Mitgliedern verſchiedene Mißverhäͤlt— niſſe, die jedoch bald und glücklich beſeitigt wurden. Am Jahrestage 1836 war die Zahl der Sänger auf 38 ſchon geſtiegen. „Bis zum Jahre 1837 hatten die Herrn Lehrer Fritſch und Markel den Geſangunterricht geleitet, von da an über— nahm ihn der damalige Rektor am hieſigen Schullehrer— Seminar Herr Müller(jetzt Pfarrer in Staden). Die Zahl der Sänger ſtieg bis zum Jahrestag 1837 auf 47. „Im März 1838 erklärte der Verein ſich zur Annahme von außerordentlichen Mitgliedern bereit. Auch wurde feſt— geſetzt, daß ſämmtliche hieſige Lehrer und Candidaten der Theologie, welche den Verein in ſeinem Streben zu unterſtützen geſonnen wären, als Ehrenmitglieder aufzu— nehmen ſeyen, welche Beſtimmung in der Folge manche ſchöne Früchte trug. „Am Jahrestag 1838 zählte der Verein 65 Mitglie— der, nämlich 41 wirkliche und 24 außerordentliche. „Im Frühjahre 1839 übernahm Herr Lehrer Süß den Geſangunterricht allein, nachdem er ſchon längere Zeit ihn unter Leitung des Herrn Rektors Müller beſorgt hatte. „Den 21. Juli deſſelben Jahres fand das erſte Wet— terauer Sängerfeſt in Laubach ſtatt, wozu unſere Sänger freundlichſt eingeladen worden waren. Sie hatten kurz vor— her eine Fahne mit dem ſinnvollen Wahlſpruch anfertigen laſſen:„Eintracht und Beharrlichkeit führt zum Ziel“ und wirkten unter ihrem Banner in Laubach recht zahlreich und kräftig mit. Der Verein hatte nicht allein au Feſtigkeit, ſondern auch an Kunſtfertigkeit zugenommen und wurde zu den beſſeren der in Laubach anweſenden Vereinen gezählt. Dieſes Feſt bleibt für unſere Sänger ſtets eine der freudigſten Erinnerung. „Am Jahrestag 1839 zahlte der Verein 89 Mitglie der, nämlich 49 wirkliche und 40 außerordentliche. „1840 den 2325. Juni wurde in Mainz die vierte Säkularfeier der Erfindung der Buchdruckerkunſt großartig gefeiert. Unſere Sänger wirkten, zur Theilnahme bei den Geſangesauffahrungen eingeladen, 30 Mann ſtark, würdig und erfolgreich mit. Der Dirigent, Herr Meſſer, war kurz vor dem Feſte hier, um die Leiſtungen unſeres Vereins kennen zu lernen; ſein ehrenvoles Zeugniß wurde eine neue Aufmunterung für unſere Sänger. Manchem unter ihnen erſchloß ſich in Mainz eine neue Welt edler, reiner, höherer Gefühlez er ahnte die Würdigkeit und Größe ſeines Vater— landes und erweiterte ſeinen Geſichtskreis bei dieſem der Menſchheit geltenden Feſte. „Den 12. Juli fand ein Sängerfeſt in Schotten ſtatt, welches als zweites Wetterauer Sängerfeſt bezeichnet wird, dem aber unſere Sänger nicht beiwohnten, weil ſie wenig Wochen vorher in Mainz mitgewirkt hatten. „Am Jahrstag 1840 zählte der Verein 95 Mitglieder, 40 wirkliche und 55 außerordentliche. Herr Lehrer Bauer übernahm jetzt den Unterricht. „1841 den 4. Juli wurde zu Butzbach das dritte Wetterauer Sängerfeſt abgehalten, wobei viele Vereine, unter andern auch Frankfurter und Naſſauer, und auch unſer Verein zahlreich mitwirkten. Gewiß denken noch Alle mit Freuden an das brüderliche heitere Leben auf dem Schrenzer und die herrliche Ausſicht auf die Wetterau. Da lag ſie, die geſegnete Wetterau mit ihren vielen Thurm— ſpitzen und Obſtbäumen ausgebreitet, und ſah man auch keine Rebhügel, ſo rauſchten doch die vollen Aehren und ſprachen, wie Herder ſingt:„wir ſind der Segen Gottes; die Heere Gottes gegen des Hungers Noth!“— O Deutſch— land, du großes geliebtes Vaterland! welcher herrliche Gar— ten Gottes biſt du mit deinen geſegneten Hügeln und Thä— lern und deinen biederen gemüthlichen Menſchen, bei denen „Treue hell vom Auge blitzt „Und Liebe warm im Herzen ſitzt. Ja Vaterlandsliebe iſt eine der ſchönen Blumen, welche aus dem deutſchen Sängerthume erblüht. O nährt und pflegt ſie, dieſe himmliſche Blume, ihr Sänger! „Den 7. Auguſt Abends brachten unſere Sänger dem Herrn Kirchenrath Pilger einen Fackelzug mit Geſang, als Zeichen ihrer Theilnahme an deſſen Amtsjubelfeier, welche den folgenden Tag ſtatt fand. „Der Jahrestag wurde dieſesmal den 22. Auguſt ge— feiert und erhielt dadurch eine beſondere Bedeutung, daß von 17 verſchiedenen Vereinen der Wetterau Abgeordnete gegenwärtig waren, um ein Sängerfeſt zu beſprechen, wel— ches hier abgehalten werden ſollte. „Der Verein zählte jetzt 101 Mitglieder, nämlich 44 wirkliche und 57 außerordentliche. Im Herbſte deſſelben Jahres legte Herr Lehrer Bauer den Geſangunterricht nie— der und Herr Lehrer Süß übernahm ihn auf's Neue. „Den 5. Dezember deſſelben Jahres wohnten viele Mitglieder Mozarts Todesfeier im Saale des Wolfseck in Frankfurt bei, wozu ſie von der Liedertafel daſelbſt einge⸗ laden worden waren. „1842 den 17. Juli fand hier, unter der Direction „ 276*. des Herrn Seminarlehrers Thurn, ein großes Saͤngerfeſt ſtatt, wobei, wie bekannt, mehrere Hofſaͤnger von Darmſtadt, viele Mitglieder der Hofkapelle von da, die Regimentsmuſik von Offenbach und über 1000 Sänger mitwirkten. Neu- komm, der bekannte und ausgezeichnete Componiſt, traf ganz unerwartet hier ein und dirigirte ſein Te deum ſelbſt. Er verließ uns ſehr befriedigt, über ſämmtliche Auffuͤh— rungen ein ſehr günſtiges Urtheil fällend. Friedberg be⸗ kam dadurch einen Ruf im Auslande, obgleich hier manche, die Hauptſache keineswegs betreffende, Vorkehrungen einer tadelnden Kritik unterworfen wurden. Unſere Sänger wur— den nicht lange nachher von Brüſſel eingeladen an einem Sängerfeſt und an Wettgeſängen Theil zu nehmen. Doch konnten ſie wegen der pekuniären Opfer, welche zu bringen geweſen wären, dieſer Einladung nicht folgen. „Am Jahrestag 1842 zählte der Verein 116 Mitglie⸗ der, 47 wirkliche und 69 außerordentliche. Im Herbſte deſſelben Jahres übernahm Herr Störger den Geſangun— terricht und leitet ihn heute noch mit lobenswerther Aus— dauer und Umſicht. „1843 den 31. Marz gab der Verein unter Mitwir⸗ kung mehrerer Zöglinge des hieſigen Schullehrer-Seminars ein Conzert zum Beßten der hieſigen Armen, wobei nach Abzug der Koſten 56 fl. 44 kr. erlöſt wurden.— „Ten 6. Auguſt hatte ſich auf Veranlaſſung des Ha— nauer Vereins zum„Frohſinn“ eine Anzaht Sänger auf dem Wilhelmsbade bei Hanau vereinigt, wobei auch unſere Sänger nicht fehlten. Man ſtellte ein Sängerfeſt in Aus⸗ ſicht, welches 1844 in Hanau ſtattfinden ſollte; allein es unterblieb aus Gründen, die nicht hierher gehören. „Am Jahrestage zählte der Verein 148 Mitglieder, 49 wirkliche und 99 außerordentliche. „Im Spätherbſte begannen die Abendunterhaltungen, welche günſtig aufgenommen wurden und welche ſeitdem jeden Winter ſtattfanden und auch ferner ſtattfinden werden, wenn, wie zu hoffen ſteht, der Hauptzweck des Vereins nicht darunter leidet. „1844 den 24. März gab der Verein ein Conzert und übermachte der Kleinkinderbewahranſtalt als Erlös dieſes Conzerts 47 fl. 39 kr. „Die Mitgliederzahl hatke ſich in dem verfloſſenen Jahr um 8 vermindert; ſie beſtand am Jahrestag in 140, nämlich 48 wirkliche und 92 außerordentliche. „Im gegenwärtigen Jahre, 1845, hat, wie bekannt, unſere Vaterſtadt zwei höchſt achtbare Männer durch den Tod verloren. Die ſterblichen Reſte des Herrn Kirchenrath Pilger wurden den 25. März und die des Herrn Buͤr⸗ germeiſters Fritz den 9. April zu Grabe getragen. Unſere Sänger ſchloſſen ſich den Trauerzügen an und ſangen an den Gräbern geeignete Lieder. „Legten unſere Sänger bei dem Tode des heimge⸗ gangenen Bürgermeiſters, der ſich ſo manches Verdienſt um unſere Stadt erworben hatte, ihre trauernde Theilnahme an den Tag; ſo drängte ſie ihr Herz, den Nachfolger, Herrn Bender, durch ein Ständchen zu begrüßen, das ſie mit der ganzen Bürgerſchaft demſelben den 19. Juni brachten. Tubes „Den 13. Juli fand in Heldenbergen ein Saͤngerfeſt ſtatt, das fünfte in der Wetterau. Viele unſerer Sänger wohnten demſelben bei. „Den 19., 20. und 21. Juli wurde in Marburg ein Sängerfeſt gefeiert, bei welchem 24 unſerer Mitglieder ehren— Sie wurden mit den Caſſelern und Her— bornern des Ehrenpreiſes, welcher aus einer von Marbur— ger Damen mit kunſtvoller Hand geſtickten Fahne beſtand, gleich würdig erkannt; das Loos entſchied indeſſen für Her— Unſere Sanger ſprechen von dieſem Feſte und von der ächt deutſchen Gaſtfreundſchaft der Marburger mit ſo inniger Freude, daß man wohl ſieht, Enkel des Kattenſtammes waren bei Enkeln deſſelben Stammes zu Gaſt. Sie fühlen voll mitwirkten. born. ſich auf's Neue verbrüdert.— „Unſer Verein zählt jetzt 172 Mitglieder, nämlich 58 wirkliche und 114 außerordentliche; „Und nun ſey es mir noch vergönnt, an Euch, Ihr jüngeren Sänger! einige Worte zu richten. „Wenn Ihr mit einiger Aufmerkſamkeit zurück denkt und um Euch blickt, ſo werdet Ihr finden, daß die Eltern und Lehrer im Haus und in der Schule, daß die Geiſt— * 277* lichen auf der Kanzel und der beſſere Menſch im Leben auf ein und daſſelbe Ziel bei allen Menſcheu, bei dem Kinde wie bei dem Jüngling und der Jungfran, bei dem Manne und dem Weibe, hinarbeiten: auf Religioſität, Selbſt⸗ veredlung und ſittliche Vervollkommnung. Dies iſt der hohere Zweck unſeres Lebens. „Auch unſer Verein ſoll, wie Ihr gehört habt, ein Förderungsmittel dieſes Strebens ſeyn; der Geſang ſoll das Herz empfänglich machen für alles Höhere und Gute.— Und er wird es, wenn Ihr im Geiſte der Gründer handelt und das Feuer, das in eines Jeden Bruſt für das Höhere glimmt, anfacht!— Und ſicher iſt, glüht einmal dieſes Feuer in Eurem Buſen, ſo zieht die Ueberzeugung in Euch ein, daß nicht Verſtandesbildung, nicht Geſchicklichkeit, nicht Kunſtfertigkeit, nicht Gelehrſamkeit, nicht Reichthum, ſondern Herzensgüte und Geſinnung den Menſchen adelt und ihm den wahren Werth verleiht und daß nur auf dieſem Wege reine Freude und wahres inneres Glück zu finden iſt. „So lange ein ſolcher Geiſt in unſerer Mitte genährt und gepflegt wird, ſo lange wird unſer Verein beſtehen und unter uns und in unſerer Umgebung Segen verbreiten.“ Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. rr Oeffentliche Bekanntmachung. (1182) Oie dem Jobann Ludwig Petzinger zu Langenhain gehörigen beiden Hofraithen lurbuchs ag. u. Nr. 37 45 109[cIKlftr. Hofraithe als Wobn⸗ haus, Scheuer, Haus, zwei Ställe und Waſchhaus an Heinrich Wiſſig, 30 49 53½¼[IKlitr. Hofraithe als: Wohnhaus, Scheuer, Stall, Schweinſtall und Holzſchop⸗ pen an dem Schulhauſe und 43 in Langenbainer Gemarkung gelegenen Grundſtücke, worüber der Flurbuchs Auszug auf dem Bürgermeiſterei-Bureau zu Langen— hain ſich befindet, ſollen im Termin Montag den 3. October, Mor⸗ gens 9 Uhr, auf dem Gemeindebauſe zu Langenhain öffent⸗ lich verſteigert werden. Butzbach den 12. Auguſt 1845. Großb. Heſſ. Landgericht daſ. In Erledigung der Landrichterſtelle Calmberg. Dr. Irle. Edictalla dung. (1228) Johannes Stein II., Wittwer, zu Köddingen hat die nachbezeichneten, in der dortigen Gamarkung gelegenen, Grundſtücke, als: 1 1072/18 XVI/V6 365[Kft. Wieſe in der Lenzenwieſe an Heinrich Zökler, Johs. Sohn und Kasper Ober— mann III. XVI/32 111 00Kft. Wieſe an der Entershartungswieſe an Georg Obermann und Kasper Hof— mann, verkauft, kann jedoch das Eigenthum daran urkundlich nicht nachweiſen. Es werden deß— halb alle Diejenigen, welche Eigenthums⸗ oder ſonſtige Anſpruüche an dieſelben haben, zu 2 deren Anzeige und Begründung um ſo ge— wiſſer binnen ſechs Wochen, von heute an, au gefordert, als ſonſt die Veräußerungsur— kunde beſtätigt wird. Ulrichſtein den 19. Auguſt 1845. Groß. Heſſ. Landgericht daſ. Zimmermann. Immobilien Verſteigerung. (1263) In Sachen des Diſtrictseinnebmers Schaarmann zu Laubach, Klägers, goͤgen Jo— hannes Dörr und deſſen Cbefrau zu Sellnrod, Beklagten, Darleonsfocderung betreffend, ſollen im Termin Mittwoch den 10. Septbr. 1845, Vormittags 10 Uhr, in hieſigem Gemeinde— hauſe folgende Immobilien, als: Alt. Neu. 10 78/78 ½¼833 90 Klftr. Grasgarten im Dorf neben Heinrich Rebhr. 2) 3½/ͤ22 ½/34 53 Klftr. Hofraithe Grund im Dorf mit und Mehlmühlen, nebſt Oel⸗ 3) 5767 1/84 169 Kiftr. Acker hinter dem f Krrchhof, 58 5 4) 5767/1 1/99 112 Klftr. Wieſe daſelbſt neben Konrad Funk VI. 1/109 105 Kiftr. Acker auf der Mühlwieſe, 17119 90 Klftr. Wieſe Müblwieſe, zwangsweiſe meiſtbietend verſteigert werden. Man erſucht die Gr. Bürgermeiſter, dieſes den etwa in ihren Gemeinden wohnenden Steigluſtigen dienſtgefälligſt bekangt machen laſſen zu wollen. Sellnrod den 28. Auguſt 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürger meiſter Müller. Bekanntmachung. (1260 Samſtag den 6. September, Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſollen auf dem hieſigen Rath⸗ hauſe durch den unterzeichneten Bürgermeiſter die Materiallieferungen und Arbeiten zur Her— ſtellung von vier kleinen ſteinernen Brücken über die Chauſſeegräben auf das Feld, veran— ſchlagt zu 240 fl., öffentlich an den Wenigſt⸗ nehmenden vergeben werden. Niederurſel den 26. Auguſt 1845. Der Grßb. Heſſ. Bürgermeiſter Scid ler. 5) 636/2 60) 634/7 auf der Aepfel-Verſteigerung zu Oberros bach. (1265) Montag den 8. September l. J., Nachmittags um 1 Uhr, wird das Gemeinde— Obſt dahier, beſtebend in circa 40 Malter Aepfel, in mehreren Abtheilungen an die Meiſt— bietenden verſteigert. Oberrocbach den 30. Auguſt 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Blecher. Bekanntmachung, Brennholz-Verſteigerung in den Gr. Doma⸗ nialwaldungen des Reviers Oberrosbach, Forſts Friedberg betreffend. (1266) Nachbemerktes, über den Abfuhr— termin un Schlag Nr. 1 des Burgwaldes unbezahlt und unverbürgt liegen gebliebene, Holz: 2 Stecken geſchält eichen Prügel und 100 Wellen.„ Reiſerholz, ſoll Dienſtag den 9. September d. J. Morgens 8 Uhr, an Ort und Stelle abermals verſteigert werden. Oberrosbach den 30. Auguſt 1845. Der Großb. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bingmann. Obſt⸗Verſteigerung. (12677) Dienſtag den 9. d. M., Nachmit⸗ tags 3 Ubr, ſoll das gemeinbeitliche Obſt, un— ter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, an Ort und Stelle vergeben werden. Bönſtadt den 1. September 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Leonhardt. Bekanntmachung. (1268) Samſtag den 6. September l. J., Voemittags 11 Uhr, werden die diesjährigen Gemeinde-Aepfel an den Meiſtbietenden ver⸗ ſteigert. Oberwoͤllſtadt den 30. Auguſt 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Diel. Arbeits ⸗Verſteigerung. (1269) Samſtag den 6. September d. J, Mittags 12 uhr, ſoll das Brechen und An⸗ — fahren der noͤtbigen Steine, ſowie die Chauſſir⸗ arbeit des neu angelegten Vicinalwegs nach Rockenberg, auf dem bieſigen Gemeindehaus öffentlich in Accord gegeben werden. Oppershofen den 28. August 1845. Der Grßh. 0. 0 * Arbeits ⸗Verſteigerung. (1270) Samſtag den 6. September, Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſoll das Brechen und Anfah⸗ ren der nöthigen Steine, ſowie die Chauſſir⸗ arbeit des neu angelegten Vieinalwegs nach Oppershofen, auf dem gieſigen Rathhauſe öffentlich in Accord gegeben werden. Rockenberg deg 27. Auguſt 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Streb. Arbeits ⸗Verſteigerung. (12710 Donnerſtag den 4. Septbr. l. J., Mittags 12 Ubr, ſoll auf hieſiger Gemeinde⸗ ſtube die bauliche Unterhaltung des Kirchen⸗ thurms, beſtehend in Schreinerarbeit, veran— ſchlagt zu 76 fl., öffentlich an den Wenigſt⸗ nehmenden in Accord gegeben werden. Obereſchbach den 30. Auguſt 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Himmelreich. Edietal ladung. (1272) Im Wobnbacher Gerichts und Orts⸗Hypothekenbuch ſtehen noch die in der Beilage zu Nr. 225 der diesjährigen Grßb. Heſſ. Zeitung näher bezeichneten Hypothek— einträge offen, oogleich es ſehr wahrſcheinlich gemacht iſt, daß die Capitalien abgetragen und die Verpfändungen alſo erloſchen ſind. Wer daher aus dieſen Verpfändungen bezie⸗ hungsweiſe den desfallſigen Urkunden noch Rechte ableiten zu können glaubt, hat dieſel⸗ ben ſo gewiß binnen ſechs Wochen vom 15. Auguſt d. J. an hier geltend zu machen, als ſonſt jene Einträge für erloſchen erklärt und im Hypothekenbuch gelöſcht werden. Gleichzeitig werden diejenigen, welche nicht ſchon früber von dem beſtellten Com⸗ miſſair, Actuariats-Candidaten Sar⸗ torius, ſpeciell aufgefordert worden ſind, oder demſelben ihre Urkunden vorgelegt haben, gleichwohl eine noch rechts⸗ gültige auf irgend ein Objekt in der Gemar⸗ kung Wohnbach radicirte gerichtliche Pfand⸗ urkunde, beſitzen, hiermit vorgeladen, ſolche ſo gewiß binnen obiger Friſt im Original oder in beglaubigter Abſchrift dahier vorzulegen, als ſonſt ſolche etwaige Verpfändungen in das neu zu errichtende Hypothekenbuch nicht aufgenom⸗ men werden und ſie ſich die deßfalls entſtehen— den Nachtheile nur ſelbſt zuzuſchreiben haben. Laubach den 25. Auguſt 1845. Gr. Heſſ. Gräfl. Solmſ. Landgericht daſ. Brumhard. Oeffentliche Ladung. (1273) Gegen den Geometer Philivo Löff⸗ ler zu Steinfurt hat Großbzl. Hofgericht der Provinz Oberheſſen den foͤrmlichen Concurs⸗ prozeß erkannt. Es werden daher alle, welche dingliche oder perſönliche Anſprüche gegen denſelben geltend machen wollen, hierdurch aufgefordert, ſolche bei Vermeidung des ohne beſonderes Präcluſivdecret erfolgenden Aus— ſchluſſes von der Maſſe, im Liquidationstermin Montag den 6. Oktober l. J., Vormittags 9 Uhr, bei der unterzeichneten Behörde anzumelden und näher zu begründen. Butzbach den 21. Auguſt 1845. Gr. Heſſ. Feh. v. Loͤw. Landgericht daſ. In Erledigung der Landrichterſtelle Calmberg. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel i W 278* Privat ⸗ Bekanntmachungen. Verpachtung. (1282) unterzeichnete iſt geſonnen, zwei Garten und einen Acker aus freier Hand zu verpachten. N 5 Anton Eich's Wittwe. 150 fl. (1231) Vormundſchaftsgelder, auf Verlan⸗ gen auch 200 fl., liegen gegen doppelten Gü⸗ terverſatz auf eine lange Reihe von Jahren zum Ausleihen bereit hei Martin Billaſch in Fauerbach II. A n e ig e (1270 Am 28. Auguſt l. J. iſt mir von hieſigem Markte ein Schwein(Brik 7 Wochen alt, von Farbe weiß, etwas bläulich und röth⸗ lich auf dem Rücken bezeichnet) entlaufen. Derjenige, welcher im Beſttz deſſelben iſt, wird um Rückgabe erſucht. Zugleich erlaube ich mir die Herrn Bürgermeiſter darauf aufmerk⸗ ſam zu machen. Grünberg den 30. Auguſt 1845. Heinrich Kullmann. N a ch rich (1275) Da ich bereits meine Metzgerei und Wirthſchaft angefangen habe, ſo mache ich einem geebrten Publikum hiermit die ergebenſte Anzeige und bitte um geneigten Zuſpruch. Wilbelm Krauch, Metzgermeiſter, wohnhaft in der Uſagaſſe. An z e i g (1276) Aepfelwein verkauft in der Ohm Ph. Philippi. Literariſche Anzeige. Berichtigung. (1277) Die bei mir erſchienene Schrift: Lisco's Kirchenjahr ꝛc.(2 Bde.) koſtet nicht 5 fl. 24 kr., wie es irrkhümlich in der bibliographiſchen Beilage zur Gr. Heſſ. Zeitung hieß, ſondern 7 fl. 30 kr., welches ich hier⸗ mit zur Vermeidung von Irrthümern anzeige. G. W. F. Müller in Berlin. Bei C. Bindernagel in Friedberg iſt zu haben: Der gebildete Bürger. Ein Buch fur den denkenden Mittelſt and herausgegeben von Berthold Auerbach. Preis: 36 kr. Der Verfaſſer dieſes vortrefflichen Büch⸗ leins iſt derſelbe der rühmlichſt und weit und breit bekannten„Schwarzwälder Dorfge⸗ ſchichten.“ Uachricht für Auswanderer. (1278) Spetial⸗ Agentur Poſtſchiffe zwiſchen Havre und New⸗Bork. Verzeich ni ß der regelmäßigen Havrer New-Porker Poſtſchiffe, welche fuͤr die Monate Auguſt und September l. J. abfahren. Obige, für die Monate Auguſt und September bezeichnete der einzig und alleinig beſtehenden, von ſämmtlichen deutſchen Konſuln und ſtädtiſche Poſtſchiffslinie an, und fahren das ganze Jahr hindur Havre als ſolche anerkannten „8., 16. und 24. eines jeden Monats hin und zurück. zwiſchen Havre und New⸗Aork den 1. Mainz, den 20. Juli 1845. Poſtſchiffs⸗Verbindung zwiſchen Havre u Beſondere mit obiger Anzeige verbundene Anleitungen, unterzeichnete Unteragent. Auch können bei demſelben zu jeder hende Poſtſchiffe abgeſchloſſen werden. Offenbach den 1. Auguſt 1845. Washington Finlay, 23 Haupt⸗ und Special⸗Agent der Eigenthümer der regelmäßigen „ Abfahrts⸗ in Verbindung mit den rheiniſchen und Namen 5 A Tage holländiſchen Dampfſchiffen der Capitaine. nen⸗ v öoſtſchiffe ehalt. 1 25 1 W Poſtſchiffe. gehalt. Havre. Rotterdam. Mainz. Worms. Emerald Howe 518[ 24. Auguſt 20. Auguſt 17. Auguſt 16. Auguſt Zürich. Johnſton. 75 1. Septb. 27. 2 22 Havre. Ainsworth 801 8 4. Septb. 31. 30. Baltimore E. Funck, 658 16.„ E. 9. Septb. 9. Septb. Argo Anthong 96624.„ e 16.„ nd New⸗AJork. ſowie nähere Auskunft ertheilt der Zeit Schiffsaccorde für obige abge⸗ E. Kugler, unteragent, Frankfurter Straße. n Friedberg. n Poſt⸗ oder Packetſchiffe gehören n Behörden in ch regelmäßig Die bh Cappef in Lond Fellenb aus b. Sg berg, lermei Umfar das a an de bringe kammer miſfion Fürſten präſent Stelle 1. eva Ergän b. Il dem e derſeh. 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