61 Intelligenz Blatt für die Provinz Oherheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. Aus zuͤge aus dem Regierungsblatte. Auszug aus dem Regierungsblatt Nro. 14. 1. Bekanntmachung des Großh. Miniſteriums der auswärtigen An⸗ gelegenheiten vom 3. April, welche den zwiſchen dem Großherzogthume Heſſen und dem Königreiche Belgien wegen gegenſeitiger Auslie⸗ ferung der Verbrecher am 2. Februar d. J. zu Darmſtadt abgeſchloſſenen und ſeitdem ratificirten Staatsvertrag zur allgemeinen Kenntuiß bringt. Der ſelbe beſteht aus 10 Artikeln und iſt Großherzogl. Seite von dem dirigirenden Staatsminiſter ꝛc. Frhrn. du Bos du Thil und k. belg. Seite von dem auß. Geſ. und bevollm. Miniſter am Großh. Hofe ic. Grafen von Briey unterzeichnet. Nach Artikel 1 ſind die Verbrechen oder Vergehen, wegen welcher gegenſeitig die Unterthanen des andern oder dritter Staaten ausgeliefert werden ſollen, welche ſich aus Belgien in das Großherzogthum Heſſen, oder aus dem Großherzogthum Heſſen nach Bel⸗ gien geflüchtet haben: 10 Mord, Vergiftung, Verwandtenmord, Kindes⸗ mord, Todtſchlag, Nothzucht, oder andere gewaltſame Verletzungen der Sittlichkeit; 2) Brandſtiftung; 3) Urkundenfälſchung, insbeſondere auch Fälſchung von Bankzetteln und Staatspapieren; 4) Münzfälſchung; 5) Meineid und falſches Zeugniß; 6) Raub und Diebſtahl, Betrug, öffent⸗ liche Erpreſſung und Rechnersuntreue; 7) boshafte Zahlungsflüchtigkeit.— Nach Art. 2 behält ſich in ganz beſonderen Fällen, welche ihrer Natur nach zwar unter die Beſtimmung des vorhergehenden Artikels fallen, wo jedoch, wegen außerordentlicher Umſtände die Auslieferung des Verfolgten den Grundſätzen der Billigkeit und Humanität widerſprechen dürfte, jeder Staat, unter Angabe der Gründe, vor, die Auslieferung zu verſagen.— Die folgenden Artikel enthalten die näheren Beſtimmungen über das Be⸗ gehren der Auslieferung, dieſe ſelbſt 1e. Art. 6 beſagt:„Der Ausgelie⸗ ferte darf in keinem Falle, weder wegen eines politiſchen Vergehens, noch wegen einer mit einem ſolchen Vergehen in Verbindung ſtehenden Hand— lung, noch überhaupt wegen irgend eines in dieſer Uebereinkunft nicht vorgeſehenen Verbrechens oder Vergehens, inſof ern er eines oder das andere vor der Auslieferung begangen hat, in Unterſuchung genommen oder beſtraft werden.“ Nach Art. 7 ſchließt Verjährung des Verbrechens die Auslieferung aus. Art. 8 und 9 ſprechen von den bei den Angeſchul⸗ digten vorgefundenen Gegenſtänden, von den Koſten ꝛc. Nach Art. 10 tritt die gegenwärtige Uebereinkunft in Wirkſamkeit nach Ablauf des 10. Tages nach deren Publication, Sie bleibt in Kraft bis zum Ablauf von 6 Monaten nach der von Seiten einer der beiden Regierungen erfolgten Vertragsaufkündigung. ꝛc.— II. Beſtätigung von Stiftungen und Vermächt niſſen im Ouartale 1845: 1) der Wittwe Barbara Paul zu Sauerſchwa⸗ benheim: a, zu Gunſten des evang. Almoſenfonds daſ. 1165 fl. 41 kr.; b. desgl. zu Gunſten des kath. Almoſenfonds daſ. 1165 fl. 41 kr. 2) des Ephraim Bentheim dahier von 10,000 fl. zu einer Stiftung unter dem Namen Ephraim Löb Bentheimiſche Stiftung, zunächſt zu Gunſten ſeiner Familie und dann der hieſigen israelitiſchen Gemeinde; 3) der Wittwe Gertrude Brilmaper von Bingen, dem daſigen kath. Kir— chenfonds 100 fl., zur Stiftung dreier Armenſeelen-Abendandachten in der Kirche an drei beſtimmten Tagen; 4) des Wilhelm Kerz zu Hechts— heim, den daſigen Armen 1500 fl.— 1 VII. Concurrenz für: die 2. evang. Schullehrerſtelle zu Oſthofen mit jährlich 340 fl.; die evang. Schullehrerſtelle zu Wackernheim mit jährlich 266 fl.(bei beiden einſchl. der Vergütung für Heitzung des Schullocals).— 2 VIII. Geſtorben find: Am 2. April der Landgerichtsdiener Lenz zu Biedenkopf; am 7. der Domcapitular Dr. Jäck zu Mainz.— Bitte an die Herren Verfaſſer des„Aufrufes an die Geiſtlichen und Lehrer im Großherzogthum Heſſen zu gemeinſamer Theilnahme an dem Verein gegen das Branntweintrinken.“ (In Nr. 30 dieſes Blattes.) Die Herren Verfaſſer obigen Aufrufes werden gebeten: 10 In dieſem Blatt die Statuten Ihres Vereins mitzu⸗ theilen. 2) Zeit und Ort zu einem Convent für Oberheſſen vor⸗ zuſchlagen, auf welchem die Gegner des Branntweintrinkens überhaupt, ſowie die Gegner des übermäßigen Genuſſes in freundſchaft⸗ licher Beſprechung ihre Anſichten austauſchen, und ſich über die Maßregeln, durch welche den Verwüſtungen des Brannt⸗ weins an dem Seelenfrieden Einzelner, ſowie an häuslicher und bürgerlicher Wohlfahrt vorzubeugen ſei, verſtändigen können. Es ſcheint nicht unmöglich, daß die Freunde der guten Sache, wenn auch die Einen Entſagung, die Andern nur Mäßigkeit fordern, in der Hauptſache einig werden. Einer für Viele. r. Den Singverein zu Obererlenbach betr. a Die Wahrheit hoffet nie Zum Schweigen zu beſchwören; Wenn ihr ſie auch nicht ſagt, Sa müßt ihr ſie doch hören. Jeder Unbefangene, der den Aufſatz in Nr. 22 dieſes Blattes las, wundert ſich über die derbe proſaiſche Erwie⸗ derung in Nr. 27. Da dieſe unmoglich von einem Mitgliede des Vor⸗ ſtandes des Vereins herrührt, ſo ſoll hier ein für alle⸗ mal“) noch angeführt werden, daß ohngeachtet aller Mühe und Aufmunterung der Vorſtände und einiger werthen und thätigen Mitglieder des Vereins, nach deren eigenen Ver ſicherungen, der fragliche Verein den ganzen Winter über geſchlafen und weder laut noch ſtill gewirkt hat, und daß jene ſelbſt die Befürchtung der nahen Auflöſung aus⸗ ſprachen. Erſt nach dem Erſcheinen des Aufſatzes in Nr. 22 kam wieder Leben in denſelben; der beabſichtigte Zweck iſt alſo erreicht.— Möge der Verein nur ferner fortbeſtehen und recht viel Gutes wirken! —— * 1 . 138** Die am Schluſſe der Erwiederung in Nr. 27 empfoh⸗ lenen Weis⸗(wohl nicht Weiß⸗) heitsregeln möge übrigens der Einsender jener befolgen, der ohne Zweifel„den Split⸗ ter in ſemes Nachſten Auge ſieht, nicht aber den Balken in ſeinem eigenen Auge.“ Guſtav Adolf Stiftung. Wie die Weltſache des evangel. Vereins der Guſtav⸗ WPolf⸗Stiftung immer mehr Ausdehnung gewinnt, iſt ſchon oft in dieſem Blatte mitgetheilt worden. Auch Einſender benutzt dieſes Organ, um die Nachricht zu veröffentlichen, daß ſich auch in der alten Stadt Ulrichſtein der edle Sinn für die evangel. Glaubensſache aufs Schönſte bewährt hat. Schon 1844 hatten ſich einige Bewohner Ulrichſteins für die Zwecke dieſes wohlthätigen Inſtituts thätig erwieſen, für 1845 ſtieg aber die Zahl der Mitglieder des Guſtav-Adolf⸗ Vereins daſelbſt auf 143 Perſonen, deren größte Anzahl der unbemittelten Volksklaſſe angehört. Dieſes ſchöne Reſultat, bei nur 141 chriſtlichen Wohnungen zu Ulrichſtein, zeugt gewiß für den Enthuſiasmus, welcher für dieſe Anſtalt zur Stützung des Evangeliums von Chriſto und für die Erhal⸗ tung der Früchte des 30jährigen Krieges in dieſem armen Bergſtädtchen vorhanden iſt. O möchte ſich doch überall der Geiſt wahrer Religioſität kräftig thätig erweiſen, und möchten dieſe Erſcheinungen ver⸗ öffentlicht werden, da der ächten Humanität nichts mehr wohlthut, als die Erweiterung des Feldes und die Aus⸗ breitung des Sinnes für alles practiſch Gute, Große und Schöne. 7 B 1 d e Diejenigen auswärtigen Mitglieder des Wetterauer Zweigvereins der Guſtav⸗Adolf⸗Stiftung, welche ihre Bei— träge für 1845 noch nicht entrichtet haben, werden höflichſt erſucht, dieſelben an den Caſſier, Herrn Apotheker Wahl dahier, baldgefälligſt abliefern zu wollen. Friedberg. Ludwig Chr. Matthias, Secretär. Kirchenbuchs⸗Auszug vom Maͤrz 1845. I. Grünberg. Getraute: 2. Karl Gravelius, des weiland Kasper Gravelius, Buͤr— gers und Tuchmachers dahier, ehelicher lediger hinter⸗ kaſſener Sohn, Bürger und Schloſſermeiſter dahier und Anna Katharina Kutſcher, des Jacob Kutſchers, Orts bürgers und Ackermanns zu Stangenrod, eheliche ledige Tochter. 24. Philipp Fetum, des weiland Georg Fetum hieſigen Bürgers und Maurers, ehelicher lediger hinterlaſſener Sohn, Bürger und Steindeckermeiſter dahier, und Eli⸗ ſabetha Weiß, des Konrad Weiß, Bürgers und Küfers dahier, eheliche ledige Tochter. Get aufte: 4. Dem Bürger und Rothgerbermeiſter Georg Kaspar Kreuder eine Tochter Elise, geb. den 6. Februar. 4.(Der Eliſabetha Kurz) ein unehelicher Sohn, Ernſt, geb. den 20. Febr. 9. Dem Bürger und Zimmermann Daniel Haas ein Sohn, Konrad, geb. den 17. Febr. 10. Dem Bürger und Ackermann Eberhard Muhl ein Sohn, Johannes, geb. den 8. Februar. 14. Dem Bürger und Wagner Karl Schmidt ein Sohn, Karl, geb. den 3. März. 18. 24. 30. 30. 30. 24. 24. 25. Dem Bürger und Leinwebermeiſter Johann Kasper Stein ein Sohn, Johannes, geb. den 18. März. Dem Bürger und Taglöhner Heinrich Gondner ein Sohn, Heinrich, geb. den 11. März. Dem Buͤrger und Schuhmachermeiſter Johannes Rich⸗ ber eine Tochter, Eliſabethe, geb. den 4. März. Beerdigte: Anna Katharina Röhm, des weiland Wilhelm Röhm hieſigen Bürgers und Wagners, hinterlaſſene Wittwe, alt 71 Jahre, 2 Monate und 25 Tage, 1 den 2. März. Chriſtian Stiedenrod des Johannes Stiedenrod, Bür⸗ gers und Schuhmachermeiſters, ehelicher Sohn, alt 7 Monate, 1 den 9. März. Chriſtian Walter, Bürger und Rothgerbermeiſter, alt 61 Jahre, 4 Monate und 27 Tage, f den 12. März. . Johannes Müller, des weiland Johann Balthaſar Müller, Bürgers und Tuchmachers, ehelicher Sohn, alt 35 Jahre, 4 Monate und 25 Tage, f den 17. März. Anna Eliſabetha Weiſel, des Johann Peter Weiſel, Bürgers und Leinwebermeiſters, Ehefrau, alt 44 Jahre, 8 Monate und 2 Tage, 1 den 19. März. . Karl Etz, des Franz Karl Etz unehelicher Sohn, alt 2 Jahre, 6 Monate und 11 Tage, 1 den 20. März. „Johannes Stein, des Joh. Kasper Stein, Bürgers und Leinwebermeiſters, ehelicher Sohn, alt 2 Tage, 1 den 20. März. Johannes Blöcher, Bürger und Pumpenmacher, alt 77 Jahre, 9 Monate und 7 Tage, t den 21. März. Friedrich Henkel, des Heinrich Henkel, Bürgers und Hofgutbeſtänders, ehelicher Sohn, alt 4 Jahre 10 Mo⸗ nate und 25 Tage, 1 den 21. März. Johann Peter Oehl, Bürger und Müllermeiſter, alt 71 Jahre und 22 Tage, k den 27. März. Daniel Hermann, hieſiger Bürger, alt 68 Jahre, 1 den 28. März. II. Lich. Getraute: Keine. Getaufte: Dem hieſigen Ortsbürger und Schneidermeiſter Johan⸗ nes Voltz, ein Sohn, Ludwig, geb. den 19. Febr. Dem hieſigen Ortsbürger und Maler Karl Hisgen ein Sohn, Johann Adolph, geb. den 24. Febr. Dem hieſigen Bürger und Schloſſermeiſter Johann Heinrich Melchior ein Sohn, Heinrich Chriſtian, geb. den 24. Febr. Dem hieſigen Ortsbürger und Maurer Johann Georg Wolf ein Sohn, Friedrich geb. den 1. März. Dem hieſigen Ortsbürger und Metzgermeiſter Johannes Wagner eine Tochter, Louiſe Philippine Sophie, geb. den 3. März. Dem Fürſtlich Solms⸗Lichiſchen Revierförſter Georg Friedrich Eigenbrodt eine Tochter, Karoline Marie Auguſte, geb. den 1. Febr. Dem hieſigen Ortsbürger und Kaufmann Johann Con⸗ rad Köhler eine Tochter, Margaretha Eliſabethe, geb. den 4. März. Dem Friedrich Winheim, Pachter auf der Mühle zu Cölnhauſen, einem zu Lich eingepfarrten Hofe, eine Tochter, Sophie Caroline Friedericke, geb. den 15. Febr. Dem hieſigen Ortsbürger und Schneidermeiſter Heinrich Bender ein Sohn, Johann Georg, geb. den 17. März. Beerdigte: Friedrich Chriſtian Bichmann, Stiftsrechner dahier, alt 60 Jahre, 1 den 27. Febr. N., de cheliche 1. N. 4 Auna det l anl. 8 l en f. Ine Jahre, N 6 Hamar gers u * Bekannt 6 70) Ee Ellaabethe R. eblich von;! Schmittmub beeſger Gen 4, 150% MI Gluͤcken, III/ 19 Strumpf 150/ XXI/ 4 V/) 40 mühle, NU/ 0 7 Wer, können abe wegen ange ſprechenden 1830 in S ſchen Auftt Antrag wer lichen Gruf dingliche An aufgefordert heute an, da falls das Cig aherkannt ag ſhenigende! lleichſtei Das Se (493) n Köffnet wei laben die h. züge vor vi, Uchen Temp iſt die Soll bergehende ſſe erleidet derſezung Ire Wire Gicht, Rhe 8. Fritz Gilbert, Zwillingsbruder, geb. in Frankfurt a. M., der unverheiratheten Katharine Gilbert allhier un— eheliches Söhnchen, alt 2 Monat und 10 Tage, 1 den 18. 1. März. 4. Anna Dorothea Philippine Bingmann, geb. Bingmann, des hieſigen Bürgers und Seilermeiſters Wilhelm Bing⸗ mann Ehefrau, alt 61 Jahre u. 11 Tage, 7 den 1. März. 2. 7. Marie Suſanne Draudt, des verſtorbenen Raths und Amtmanns Georg Philipp Draudt zu Niederweiſel, Kr. Friedberg, eheliche unverheirathete Tochter, alt 86 25. Jahre, 8 Monate und 4 Tage, t den 4. März. 13. Hermann Philipp Albert Eiſe, des hieſigen Ortsbur⸗ gers und Leinwebermeiſters Herman Philipp Eiſe, ehe⸗ „„ 139. liches Soͤhnchen, alt 4 Jahre, 1 Monat und und 18 Tage, T den 10. Marz. Friedrich Wilhelm, des hieſigen verſtorbenen Fürſtlichen Hofgärtners Johann Philipp Wilhelm, ehelich lediger 15. März. Ortsbürgers Sohn, alt 39 Jahre, 2 Monate und 30 Tage, f den Eliſabetha Roth aus Hattenrod, im Dienſte bei Sr. Durchlaucht des Prinzen Ferdinand daher, alt 24 Jahre, 7 den 19. Marz. Marie Dorothea Löſchenkohl, des verſtorbenen hieſfgen und Schreinermeiſters Johann Georg Löſchenkohl, hinterlaſſene Wittwe, geb. Jung, alt 66 Jahre, 6 Monate und 5 Tage, den 22. März. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. a Edictalladung. Anna Cliſe, Jobannes Freienſebhners l geb. Rüäbi, und deren Schweſter, Tliſabethe Rübl dabier, beſitzen die ihnen an⸗ geblich von Konrad Müllers Wittwe von der Schmittmühle, bei Ulrichſtein, vermachten, in dieſiger Gemarkung gelegenen, Grundſtücke, als: a 18% xxIJ//9A 274,8 UKlftr. Wald in Stücken, f i XXII/o7 1965,56[IKlftr. Wieſe in den Strümpf, 180% XXIJ/2 643[IKlftr. Acker in Stücken, 37 IV/53 404,7[Ilftr. Wieſe die Grund⸗ mühle, RXII/140 720[IKlftr. Acker am Krummen⸗ Acker, gönnen aber den behaupteten Erwerbsgrund, wegen angeblicher Vernichtung der darüber ſprechenden Acten, gelegentlich der im Jahr 1830 in Schotten ſtattgebabten tumultuari⸗ ſchen Auftritte, nicht beweiſen. Auf ihren Antrag werden Diejenigen, welche an die frag⸗ lichen Grundſtücke Eigenthums- oder ſonſtige bingliche Anſprüche bilden zu können glauben, aufgefordert, ſolche binnen ſechs Wochen, von deute an, dahier geltend zu machen, widrigen⸗ falls das Eigenthumsrecht der Genannten für anerkannt angenommen und eine, dieß be— ſcheinigende Urkunde ausgeſtellt werden wird. ulrichſtein den 1. April 1845. 5 Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Zimmermann. Das Soolbad zu Nauheim in der Wetterau 1493) wird in dieſem Jahre am 15. Mai Eröffnet werden. In tberapeutiſcher Hinſicht baben die hieſigen Soolbäder weſentliche Vor— züge vor vielen andern. Vermöge der natüc⸗ lichen Temparatur der Sprudelguelle(27 R.) äſt die Soole in den meiſten Fällen ohne vor⸗ bergehende Erwärmung zum Baden tauglich; ſie erleidet daher vor ihrem Gebrauche keine Zerſetzung und keinen Verluſt an Kohlenſäure. Ihre Wirkſamkeit gegen ſcrofulöſe Krankheiten, Gicht, Rheumatismus, chroniſche Unterleibs— weſchwerden, bösartige Flechten, Haut- und Nervenſchwäche ꝛc. ic. kann ganz vorzüglich empfohlen werden und wird, nach Bedurfniß, durch einen Zuſatz von fehr guter Mutter⸗ lauge, welche die hieſige Saline in großer Menge liefert, verſtärkt. Außer einem großen Reichthum an feſten Beſtandtheilen, nament— lich Kochſalz, ſalzſaurem Kalk und Brom, ent⸗ hält dieſe Quelle auch freie Kohlenſäure in ſo bedeutender Menge, daß deren Verwen— dung zu allgemeinen und lokalen Gasbädern gegen vielfältige Leiden mit dem beſten Er⸗ folge erprobt worden iſt. Der Badearzt, Herr Dr. Bode, wird alle Anfragen in ärztlicher Beziehung gerne beantworten. Logisbeſtellungen für das hieſige Kurhaus ſind zeitig an die Inſpektion der Sool— badeanſtalt zu richten, welche auch jede andere etwa gewünſchte Auskunft bereitwilligſt ertheilen wird. Nauheim den 9. April 1845. Kurfürſtlich Heſſiſches Salzamt Schãfer. Duncker. Schmincke. F. Schreiber. Edietalladung. (557) Bekannte und unbekannte Gläu— biger des Friedrich Müller zu Höͤchſt an der Nidder, über deſſen Vermögen Großh. Hof— gericht der Provinz Oberheſſen Concurs er⸗ kannt hat, werden zur Anzeige und Richtig— ſtellung ihrer Forderungen, zugleich auch zum Verſuche eines Arrangements, auf Mittwoch den 21. Mai l. J., Vormit⸗ tags 9 Uhr, unter Androbung des ſtillſchweigend eintreten— den Ausſchluſſes von der Maſſe anher vorge— laden. Großkarben den 6. April 1845. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Muhl. Bekanntmachung. (590) Dienſtag den 6. Mai l. J., Vormit⸗ tags 9 Uhr, ſollen auf dem Bureau des Un— terzeichneten, von den auf dem herrſchaſtlichen Fruchtſpeicher dahier lagernden Früchten aus der Einnahme von 1844 40 Malter Waizen, 100 1 Korn, 120„ Gerſte, Gr. Heſſ. Maaſes, öffentlich an den Meiſtbie— tenden verſteigert werden. Büdingen den 23. April 1845. Wegelin. Arbeits- Verſteigerung. (596) Dienſtag den 6. Mai, Nachmittags 3 Uhr, wird auf dahieſigem Burgwalle die Arbeit des Aushebens eines Kanals, voran— ſchlagt zu 19 fl., an den Wenigſtfordernden begeben. Friedberg den 30. April 1845. Der Großh. Domänenrath Buß. Edietalla dung. (597) Johann Joſt Merz von Inbeiden hat unterm 30. November 1839 der hieſigen Spar- und Leihkaſſe ein Capital von 36 fl. dargeliehen, jedoch iſt der darüber ausgeſtellte Schuldſchein verloren gegangen und es kann deßhalb das Darlehen nicht zurückbezahlt wer— den. Auf Antrag des Gläubigers wird deß— halb jeder, welcher Rechte aus dieſer Schuld— urkunde herleiten zu können glaubt, hiermit aufgefordert, dieſelben ſo gewiß binnen 4 Wochen von heute an hier zu begründen, als ſonſt der Schuldſchein für erloſchen und nicht mehr gültig erklärt wird. Laubach den 25. April 1845. Gr. Heſſ. Gräfl. Solms. Landgericht Brumhard. Verſteigerung. (598) Montag den 2. Juni l. J., Morgens um 11 uhr, ſoll in bieſigem Rathbauſe nach⸗ ſtehende, dem dahier verſtorbenen Bürger und Schuhmacher See gehörende Hofraithe, be⸗ ſtehend in Wohnhaus und Ställchen an Georg Göring und Georg Rauſch I., gibt der Prä⸗ zens 13½ kr., öffentlich meiſtbletend verſtei⸗ gert werden. Friedberg den 26. April 1845. In Auftrag Großb. Landgerichts Der Beigeordnete Bender. Verſteigerung. (599) Künſtigen Dienſtag den 6. Mai l. J., Vormittags um 10 Ubr, werden in der Wohnung des Gaſtwirths Hieronimus dahier, folgende Arbeiten öffentlich an den Wenigſt⸗ nehmenden verſteigert, als: 1) Die Anfertigung eines Kies durchwurfes von Stabeiſen. 2) Das Brechen einer Quantitat Steine am Burgberg, 3) Die Herbeifuhr einer Quantitàt Steine vom Steinbruche bei Fauerbach, 4) Das Aufſetzen dieſer Steine, Friedberg den 29. April 1845. Der Großh. Heſſ. Kreisbaumeiſter des Baubezirks Friedberg Stockhauſen. Arbeits-Verſteigerung. (600) Montag den 5. Mai l. J., Vormit tags 11 Uhr, werden folgende Gemeinde Ar beiten auf meinem Bureau öffentlich verſtei— gert: 8 19 Fertigung einer hoͤlzernen Barriere, verüber— ſchlagt zu 15 fl. 20 Deßgl. von 2 Stockleitern, verüberſchlagt zu 14 fl. 3) Unterhaltungsarbeiten an den Vicinalwegen fl. kr. n) Brecherlobn, verüberſchlagt zu 57— b) Fahrlohn, 66— o) Setzerlohn, 5 30 d) Steinſchlagen, 100— 4) Handarbeiten, 48 42 5) Herſtellung des Pflaſters an der Wetter— bruͤcke a) Pflaſterarbeit, verüberſchlagt zu 36 fl. b) Sandlieferung, 48„ ) Maurerarbeit 10„ Die Gr. Bürgermeiſter werden erſucht, die— ſes in ihren Gemeinden bekannt machen zu laſſen. Bruchenbrücken am 29. April 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Beſt. Proc la ma. (601) Heinrich Stoffel und deſſen Frau, Katharina, geb. Seng, von Atzenhain, ſowie deren Sohn Wilhelm haben dein Provinzial. Schulfond zu Gießen eine Hppotyek über 800 fl. ausgeſtellt und können ihr Eigenthum an folgenden Stücken g 66015 VII 120 Acker neben dem Bodentriſch, 131½/ IX/ a8 Wieſe die Reipfütze, 985/12 XV/1s Acker auf der Heide, 748% XVII/372 Acker vorm Heegberg, nicht urkundlich nachzeigen. Will Jemand Eigenthums⸗ oder ſonſtige Anſprüche an dieſe Stücke bilden, ſo bat er ſolche binnen 6 Wochen dahier geltend zu machen, widrigenfalls der Hypothek die Be⸗ ſtätigung unbedingt ertbeilt wird. Grünberg den 8. April 1845. Großb. Heſſ. Landgericht daſ. Welcker. Thaler. Proc la ma. (602) Im gerichtlichen pfandbuche für Wettſaaſen befindet ſich ein Eintrag vom. Juni 1778 über 30 fl. von Johannes Herber daſ. bei dem Niederohmer Kirchenkaſten auf⸗ genommen. Verpfändet ſind 330/12 Wieſe im Graben, 317/I1 auf der Heckwieſe und Wieſe allda ohne Pag. und Nr. Die Schuld ſoll abgetragen und die Schuld⸗ urkunde verloren gegangen ſein. Da auf Löſchung des Eintrags angetragen iſt, ſo erfolgt dieſe, wenn Einwendungen dagegen binnen 6 Wochen dahier nicht vorgebracht werden. Grünberg den 10. April 1845. Großb. Heſſ. Landgericht daſ. Welcker. Thaler. Verſteigerung von Güterſtücken. (603) In Auftrag der Erben des verſtor⸗ benen Großh. Kirchenraths Herrn Pilger wer⸗ den Montag den 5. Mai, Morgens 11 Uhr, in hieſigem Rathhauſe nachſtehende Güter⸗ ſtücke, in den Gemarkungen Fauerbach II. und Ockſtadt liegend, unter den bei der Verſtei⸗ gerung bekannt gemacht werdenden Bedingun— gen, öffentlich meiſtbietend verſteigert, als: Gemarkung Fauerbach II. ON. P. u. N. 1) 65 6 18% Rth.(37,3[IKlafter) auf dem Krämer an Wilhelm Reuß Jun. 2) 69 27 20% Rth.(40,2[IKlafter) da⸗ ſelbſt an Sergeant Muller, 3) 74 52 20 Rth.(39,8[IKlafter) Acker auf dem Krämer an Nikolaus Windecker. Gemarkung Ockſtadt. 4) 181 4 162 Ruthen(327,2[IKlafter) Garten in der Burgleimenkaut und krummen Gaſſe an Konrad a Okel in Friedberg, zehntfrei. Friedberg den 29. April 1845. Der Beigeordnete Bender. Holz ⸗Verſteigerung. (6010 Montag den 5. Mai l. J., Vormit⸗ tags 9 Uhr, werden im Oſſenheimer Wäldchen 18½ Stecken gemiſchtes Prügelholz, 131„ gemiſchte Reiſer und 1200 Stück Bohnenſtangen, öffentlich meiſtbietend verſteigert. Aſſenheim den 29. April 1845. Gräfl. Solms.⸗Rödelh. Forſtverwaltung. N νιεινννα „ 140 Privat ⸗ Bekanntmachungen. W Zu vermiethen! (863) Da der beabſichtigte Verkauf meines Hauſes unterbleibt, ſo mache ich die Anzeige, daß ich den unteren Stock deſſelben zu ver⸗ miethen wünſche. 5 Auch verſchiedene Sorten Georginen wer⸗ den bei mir billig abgegeben. Friedberg. Wittwe Botſch. Einladung. (605) Sonntag den 4. Mai wird in meinem neu erbauten Wirthſchafts— und Tanzlocal das Schwalheimer Nach⸗ kirchweihfeſt gefeiert. Unter Zuſicherung allſeitiger Befriedigung meiner geehrten Gäſte bitte ich um zahlreichen Zuspruch. Schwalheim. Georg Fritzel. Ver bo re (606) Am verfloſſenen Sonntage den 26. d. M. wurde auf der Seewieſe ein Geldbeu⸗ tel mit ungefähr 5 Gulden von einem armen Dienſtboten verloren. Der redliche Finder wolle denſelben gegen eine angemeſſene Be⸗ lohnung bei Herrn Metzgermeiſter Peter Engel abgeben. Kleeſaamen und Wicken (607) beſter Qualitat und billigſt bei Carl Oswald in Friedberg. N e (608) Mit höherer Erlaubniß habe ich mich als practiſcher Thierarzt dahier niedergelaſſen, was ich hiermit zur Kenntniß bringe. Lich am 28. April 1845. Petri. Holz ⸗Verſteigerung. (609) Montag den 5. Mai ſollen in dem Freiherrlich von Rothſchildiſchen Walddiſtrikte Altenburg bei Rodheim a) 140 Stück birken Nutzholzſtangen, b) 2000 birken Prügelwellen, o) ungefähr 4800 eichen und aspen Wellen, d) 1200 Saalweiden und aspen lange Wellen, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Es wird noch bemerkt, daß die letzteren Wellen ſich vorzüglich zur Einfriedigung der Gärten und zu Bohnenſtangen eigenen. Die Zuſammenkunft iſt Morgens 9 Uhr im Altenberg am Weg von Rodheim nach Okarben. Okarben am 29. April 1845.. Hilgenreiner. Mehrere Tauſend Gulden (610) ſſind einzeln oder zuſammen gegen ſichere Bürgſchaft auszuleihen. Wo? ſagt die Exped. d. Bl Frankfurter Gold-Cours vom 24. April. 1 F e Neue Louisd'or 11 5 Friedrichsd'or 9 48 Holländiſche 10 fl. Stücke 9 55 Rand⸗Ducaten 5 35¼½½ 20 Frankſtücke 9 30 Engliſche Souverains 11158 Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Sonntag Exaudi den 4. Maj. Pfarramtliche Funktionen verrichtet: Herr Stadtpfarrer Fer tſch. Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Candi dat Baur. Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Alefeld. Fruchtpreiſe. 30. April 25. April] 22. April Gattung. Fried⸗ berg g fl.] kr.] fl. kr. fl. kr. Waizen pr. Malter] 8 10] 8311 8 Wi 25 650 6151 6 Gerſte„ 65 4140 514 5 Hafer„ 77 3140 41251 3 Mainz Polizei ⸗Taxe fuͤr die Städte Friedberg und Butzbach vom 4. bis 10. Mai 1845. 3 5 Fried⸗ Butz⸗ E Brod ⸗Preiſe. berg. bach. S. kr. pf. kr. pf. 1 Leib⸗Roggenbrod 21 21 212 2 7 ee 4 77 7 10* 10— a Lth“ h. — Milchbrod 14 ½ 14% — Waſſerweck 157%¼ 15% — Gemiſchtes(Tafel⸗) Brod 15 ũ(1 Fleiſch-Preiſe. pf. pf. 1 Ochſenfleiſch eres 11— 11— 1. gemäſtete 9— 9— „ Kühfleiſch fangen 8——— 5%% gemäſtetes 7 3 73 1 Rindfleiſch!ungemäſtetes 7772 „ Kalbfleiſch 5 115— „ Schweinenfleiſch 10— 10— „ Hammellleiſch 9— 9— „ Schaaflfleiſch 7——— „ Wurſtvon blos Schweinen 12— 12— „ Gemiſchte Wurſt 8——— „ Bratwurſt 14— 14 „ Schwartenmagen 144— 14— „ Geräucherter Speck 20— 20— 0 Schinken 14— 14— „ Doörrfleiſch 14— 15— „ Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 18— 20— unausgelaſſen 16— 18— „ Nierenfett 18— 18— „Hammelsfett 151— 151— Der Gr. Heſſ. Kreisrath d. K. Friedberg Jind. A.: Krach, Kr.⸗Sctr. Die Polizei⸗Taxe für die Stadt Butzbach gilt auch für den Kreis Hungen. Der, Gr. Heſſ. Kreisrath d. K. Hungen Follenius. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg Betreffend Die ſtehendem in folgend 9) das K eil h) das 20. 0) bas! bis Diet auf hieſiger Inde unverzüͤgli mungen z 1) Dieje Liſte ihre zu le cirun Stun Y Bei! ſſt iy laſſu Perſ des Erſch 9 Dieje kung ue In 7 elſche Salt Walch dun I