Intelligenz⸗ Blatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. 1 8.* 1 1 2 g a enn. D.„Jutelligenz⸗Blatt für die Provinz Oberheſſen“ wird im Jahre 1845, ganz in derſelben Weiſe wie im Jahre 1844, wöchentlich zweimal(Mittwochs und Samſtags) erſcheinen Der Abonnementspreis, welcher ſtets bei der Beſtellung zu entrichten iſt, beträgt bei mir, wie bisher, für 1 Jahr 1 fl. 12 kr., für ½ Jahr 40 kr.— Durch alle Poſtverwaltungen des Groſherzogthums Heſſen iſt das Jutelligenz⸗ Blatt, nach einer Verfügung des hochlöblichen Oberpoſtamts zu Darmſtadt, pr. Jahr für 1 fl. 24 kr. und pr. Semeſter für 48 kr. zu beziehen). Die Einrückungsgebühren betragen, wie bisher, für die geſpaltene erſte Zeile 4 kr., für die zweite 3 kr., für die dritte und jede folgende 2 kr.— Ein Beleg wird mit 2 kr. berechnet.— Alle Inſerate, welche von dem Donnerſtag Morgen bis den Sonntag Abend bei mir eingehen, finden in dem Mittwochs erſcheinenden Blatte eine Aufnahme; alle Inſerate, welche ich von dem Montag Morgen an bis den Mittwoch! das Samſtags erſcheinende Blatt aufgenommen.— Gemeinnützige Aufſätze werden ſtets mit Dank für mein Blatt angeno Friedberg. ) Für denſelben Preis liefere ich das Blatt wöchentlich zweimal auch durch meinen Boten nach Mel bach, Sö Ütphe, Inheiden und Hungen, und wöchentlich Heuchelheim, Weckesheim und Beienheim. einmal na ch Rodheim, Nidda, Salzhauſen, Geisnidda, Echzell, end erhalte, werden in mmen. C. Bindernagel. Berſtadt, Gettenau, del, Wölfersheim, Amtlicher Theil. Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Gruͤnberg an die Großh. Bürgermeiſter dieſes Kreiſes. Betreffend: Die Muſterung und Conſcription im Jahr 1845. Ich weiſe Sie an, unverzüglich die Vorarbeiten zur Muſterung des Jahres 1845 vorzunehmen, ſomit alsbald die Ortsliſten aufzuſtellen, ſo daß ſolche überall bis zum 18. Januar öffentlich angeheftet ſein können. Sie werden bei dieſem Geſchäfte genau nach den Vorſchriften der Ver— ordnung vom 30. April 1831 über Ausführung des Recru— tirungsgeſetzes in den§§. 6—14 verfahren. Zu den Aus— zügen der Geiſtlichen über die in 1825 geborenen Dienſt— pflichtigen ſind nur die vorgeſchriebenen gedruckten Formu— larien, welche Sie den Geiſtlichen zuzuſtellen haben, zu ge— brauchen, auch haben Sie darauf zu ſehen, daß hinſichtlich dieſer Auszüge, die unter dem Formular II. zur Verordnung vom 30. April 1831 in den Bemerkungen unter ſolchen ge— gebenen Vorſchriften genau beachtet, auch das Pfarramts— ſiegel dieſen Auszügen beigedrückt werde. Bei ſich ergeben— den Mängeln haben Sie die Auszüge alsbald zur Ver— beſſerung zurückzugeben. Bis zum 4. Februar muͤſſen alle Gemeindeliſten in doppelter Ausfertigung mit den Auszügen der Geiſtlichen und den über die Behandlung des ganzen Geſchäfts aufzunehmenden Protocollen, woraus zu erſehen, daß die Ortsliſten von dem Gemeinderath geprüft, und die im §. 18 der Verordnung vom 20. April 1831 vorgeſchriebenen Bekanntmachungen erlaſſen worden, bei Meidung einer Disci— plinarſtrafe und Abholung durch Strafboten eingelangt ſeyn. Ueber die bei Ihnen angebracht werdenden Anſprüche auf Depotverſetzung haben Sie die Protocolle genau nach dem Formular V. aufzunehmen, und ſich nur gedruckter For— mularien zu bedienen, die Vorſchriften der§§. 18—31 der Verordnung ſorgfältig zu beobachten, auch dahin zu ſorgen, daß den auf Seite 4 des Protocolls von den Geiſtlichen auszuſtellenden Beſcheinigungen über die Familienverhältniſſe von ſolchen, das Dienſtſiegel beigedruckt werde. Dieſe Pro— tocolle über Depotanſprüche ſind nach§. 28 vor deren Offen— legung und noch vor der Einſendung der Ortsliſten zur Prü— fung an mich einzuſenden. Ich mache Sie auf die Beſtimmung des§. 10 pos. 6 beſonders aufmerkſam, daß Sie diejenigen Dienſtpflichti— gen, welche durch die Sinne nicht wahrnehmbare Fehler angeben, wie Schwerhörigkeit, Kurzſichtigkeit, fallende Sucht ꝛc. beſonders anzuweiſen haben, ſich deßfallſige genügende Zeugniſſe von Schullehrern, Geiſtlichen, Gemeindevorſtänden ꝛc. zu verſchaffen, und dieſe bei der Muſterung mitzubringen. Nach§. 40 der Verordnung müſſen, mit alleiniger Ausnahme derjenigen, welche ſich vertreten laſſen, alle Con— ſcriptionspflichtigen bei der Muſterung perſönlich erſcheinen, gegenfalls ſie als dem Geſetz ausgewichen angeſehen und zum Zuerſtmarſchiren beſtimmt werden. Bei Beurtheilung der Frage, ob ein Depotanſprechen⸗ der vermögend genug ſeie, ohne Zerrüttung ſeines Nahrungs⸗ ſtandes, für ſeinen Sohn einen Einſteher zu ſtellen, haben die Gemeinderäthe davon auszugehen, daß zur Stellung eines Einſtehers die Summe von 95 fl. erforderlich ſeie. * Außer den im Jahr 1825 Gebornen müſſen auch dies * U= 2- jenigen, welche bei der vorigen Muſterung als temporär untauglich, als unterm Maas, oder aus anderen Gründen zur Muſterung für 1845 zurückgeſtellt worden, in ben Ge— meindeliſten wieder eingetragen werden. Grünberg den 20. Dezember 1844. Ouvrier. Die zur nächſten Muſterung Zurückgeſtellten ſind: 1) Heinrich Gotta von Altenhain, 2) Johann Caſpar Müller von Felda, 3) Johannes Weitzel von da, 4) Joh. Konrad Jockel von Grünberg, 5) Johann Georg Dietrich Kißner von da, 6) Karl Heinrich Quentin von da, 7) Jo⸗ hann Georg Loth von Haarbach, 8) Weigand Hoffmann von Köddingen, 9) Heinrich Neeb von Kölzenhain, 10) Jo⸗ hannes Jungel von Lohnheim, 11) Johann Heinrich Binde⸗ wald von Meiches, 12) Johannes Schnegelberger von da, 13) Chriſtian Laub von Merlau, 14) Simon Bauer von da, 15) Joh. Heinrich Kratz von Niederohmen, 16) Johan- nes Lenz von da, 17) Joh. Georg Momberger von Ober— ohmen, 18) Johann Heinrich Herzberger von Queckborn, 19) Joachim Johann Karl Rohr von da, 20) Joh. Michael Schmidt das., 219) Alexander Otterbein von Ruppertenrod, 22) Ludwig Adam Merz von Saaſen, 23) Heinrich Kon⸗ rad Dietz von Ulrichſtein, 24) Samuel Tuch daſelbſt, 25) Chriſtian Schuch von Waickartshain, 26) Joh. Tröller daſ. Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg an die Großh. Buͤrgermeiſter und die Vorſtaͤnde der israelitiſchen Religionsgemeinden des Kreiſes. Betreffend: Die Auflöſung des Provinzialvorſtandes des Vereins zur Verbeſſerung des Zuſtandes der Israeliten für die Provinz Oberheſſen. Indem ich Sie auf die Bekanntmachung des Vorſtan⸗ des des Vereins zur Verbeſſerung des Zuſtandes der Israe— liten vom 11. November d. J. in Nro. 97 des Intelligenz⸗ Blattes verweiſe, empfehle ich Ihnen, dem intentirten wich— tigen Zwecke des Vereins Ihre Mitwirkung nicht zu verſagen. Beitrittserklärungen können von meinem Bureau be— zogen werden. Friedberg den 9. Dezember 1844. J. V.: Krach, Gr. Kr.⸗Setr. Das Intelligenzblatt an ſeine Leſer. Glückſel ges neues Jahr! Geſundheit, langes Leben! Friede, Freud' und Einigkeit Und die ewige Glückſeligkeit! — das wünſch' ich allen Menſchen, meinen Leſern vorzugs— weiſe. Glück wünſche ich meinen Leſern und will auch, was in meinen Kräften ſteht, gerne thun, um das Glück derſelben möglichſt zu befördern. Ich werde darum, wie es in vergangenem Jahre geſchehen iſt, ſo auch fernerhin, wo die Umſtände es geſtatten, gerne von den wichtigſten Ange— legenheiten des Menſchen reden, um das Meinige dazu bei⸗ zutragen, daß das Reich des Lichts und der Wahrheit immer mehr ausgebreitet, geiſtige Nacht aber und die Herrſchaft des Trugs und der Sünde immer mehr vermindert werde, und bei einem jeden Werke der Liebe, heiße es, wie es wolle, werde ich bereitwillig zu ſeiner Empfehlung und Hebung meine Spalten öffnen. Den Menſchen für den Himmel erziehen, das iſt die größte Aufgabe, die heiligſte Pflicht, die Jeder gegen ſich ſelbſt, und Einer gegen den Andern hat und ich werde nicht müde werden, auch meinerſeits an der Löſung bieſer Aufgabe zu arbeiten und mir die Erfüllung dieſer Pflicht angelegen ſein zu laſſen.— So lange aber der PNenſch auf der Erde lebt, muß er auch für die Erde leben i es wird deßhalb nicht blos das Höchſte, das Himmliſche, ſondern auch das minder Erhabene, das Irdiſche fortwährend in den Kreis meiner Beſprechungen gezogen bleiben. Ge— meinnützige Aufſätze aller Art, Nachrichten über das, was die Geſetzgebung des Landes Neues bringt, Mittheilungen über merkwürdige Vorfallenheiten in naher und weiterer Ferne ꝛc. werden auch in der Zukuuft wechſeln in bunter Reihe, wie es die Zeit erheiſcht und der Raum vergönnt. Ausarbeitungen, die den vorſtehenden Andeutungen gemäß, einen der bezeichneten Gegenſtände in bündiger, würdiger, für meinen Kreis paſſender Weiſe beſprechen, ſind ſtets will⸗ kommen und finden willige Aufnahme.— Jedoch will ich nicht mit lauter ernſten Dingen mich beſchäftigen— das Leben an ſich iſt ja ſchon ernſt genug— ſondern ich will den Ernſt auch hie und da gleichſam zur Würze mit einem Scherze unterbrechen, wobei ich nichts wünſche, als daß du, geneigter Leſer, meine Abſicht nicht mißkennen und ſtets in der Stimmung, über einen unſchuldigen Scherz dich freuen zu können, ſein mögeſt. Dieß, mein lieber Leſer, haſt du im jetzt beginnenden Jahre von mir zu erwarten und obwohl ich ſeit vorigem Jahre in einem neuen Gewande erſcheine, deſſen Anſchaffung und Unterhaltung meinen Herrn gar manches Opfer koſtet, an das er früher nicht dachte, als er mir mein altes Röck⸗ lein auszog, ſo ſollſt du doch nicht mehr, als früher, dafür, daß ich dich zweimal wöchentlich beſuche, bezahlen. Aber das bitte ich mir aus, daß du mir, wann und ſo oft ich komme, ein freundliches Geſicht machſt, denn böſe Geſichter kann ich ums Leben nicht leiden. Kann ich mehr geben und kann ich weniger verlangen? Einweihung des neuen Schulhauſes zu Oberrosbach. Der 15. Dezember war ein Tag der Freude für die ganze Gemeinde zu Oberrosbach. Schon ſeit Jahren hatte nämlich dieſelbe das Bedürfniß eines neuen Schulgebäudes tief empfunden, indem die engen und niederen Räume des alten, beſonders bei der immer ſteigenden Anzahl der Schul⸗ kinder, einen doppelt nachtheiligen Einfluß auf die Geſund— heit der letzteren ſowohl, wie auf die des Lehrers ſelbſt, haben mußten. Um dieſem Uebel abzuhelfen, ſahen wir im letzten Jahre ein ſtattliches, zweckmäßig eingerichtetes Schul⸗ haus erſtehen, deſſen ſehnlichſt erwartete Einweihung Sonn⸗ tag den 15. Dezember Statt fand. Die Feierlichkeit begann mit dem Gottesdienſte in der Kirche, woſelbſt nach Abſingung des Liedes Nr. 520.„Die Kinder, deren wir uns freun, ſind alle Gott und Vater, dein!“ unſer würdiger Herr Pfarrer Strack über den von ihm wohl gewählten freien Text: Titus 3, V. 14. Laß aber auch die Unſern lernen“ eine ſehr gediegene Predigt hielt, die nebſt einigen von Herrn Pfarrer Strack dazu ge⸗ dichteten und am Schluſſe geſprochenen Verſen ihre Wirkung auf die Herzen aller Anweſenden nicht verfehlte. Unter dem Geläute aller Glocken bewegte ſich hierauf der feierliche Zug, die von ihrem Lehrer geführte Schuljugend voraus, die bei⸗ den Herrn Geiſtlichen, der Kirchen- und Schulvorſtand, Bür⸗ germeiſter und Gemeinderath und der größte Theil hieſiger Einwohner, nach dem neuen Schulhauſe, vor welchem un— ſer würdiger Herr Oberpfarrer Rahn nach Abſingung des Liedes Nro. 391,„Ach Gott verlaß mich nicht,“ eine dem Feſte angemeſſene, ergreifende Einweihungsrede hielt. Hier⸗ auf wurde das neue Schulhaus von unſerm Herrn Bür⸗ germeiſter Blecher eröffnet, die Schuljugend in die neuen Schulſäle eingeführt und von derſelben das Lied Nr. 415, „Lobet den Herrn, den mächtigen König der Ehren!“ mehr⸗ ſtimmig geſungen. Zum Schluſſe richtete Herr Oberpfarrer Rahn noch einige ſchöne Worte an unſern wackern Schul⸗ lehrer Herrn Werner. ſeyn. Al daher alle, urkunden geſotdert, heute an als ere Eindtage gelöscht Fries W 61¹ wird auf bon Vilb mit der e Hofraithe elne grof ein dara Gemüs⸗ baute g. 6 Jahre, Pachtzeit Mi in hieſig. bietende! nur die keit gent ruͤcſichti Auf 1 den Net Pacht! Soll Pachtlis Hand z ſelben. die nah qu wend Vilb 5 Gg 55 Haut; Die Erinnerung an dieſe erhebende Feierlichkeit im Herzen zerſtreute ſich nun die Verſammlung, nachdem von der — Gemeinde zur Ermunterung der Schulkinder Bretzeln unter dieſelben vertheilt worden waren. Freudiger wird nun der Lehrer ſein Tagewerk begin⸗ nen, wenn er ſeine und der Schulkinder Geſundheit nicht mehr gefährdet ſieht, freudiger und eifriger werden auch dieſe ſich in den helleren Räumen um ihn verſammeln, und ſo die in dem Gedichte des Herrn Pfarrer Strack ausge— ſprochene Bitte in Erfüllung gehn: Die Worte, die ſie hören, Laß Herr geſegnet ſein, Die Lehrer laß ſie ehren, Durch Liebe ſie erfreu'n. „„ 3. Für die armen Felsberger ſind eingegangen: von Phil. Keller II. in Melbach 1 fl.; v. Ad. Diehl 6 kr.; von X. 6 kr.; v. E. K. 1 fl.; v. S. W. 18 kr.; v. Pf. Reiber in Berſtadt 1 fl.; v. Pf. Ebenau in Florſtadt 1 fl.; von Steuerkommiſſär Bingmann 2 fl.; v, P. P. 1 fl.; b. F.k. 1 fl; zwei Kinder geben einen Theil ihrer Weihnachtsgaben mit 2 fl.z bei einer Abendunterhalfung des unter der Leitung des Lehrers Hildebrand ſtehenden Geſangvereins zu Nie⸗ derwöllſtadt 18 fl. 24 kr.; durch Dir, Roller von Phil. W. 1 fl. 45 kr. durch Prof. Dieffenbach von F. 1 fl.; von einem Ungenannten 3 fl. 15 kr.; durch Domänenrath Buß v. E. W. zu A. 1 fl. 45 kr.; durch Prof. Fertſch von W. My 1 fl.; durch die Redgetlon d. Bl. von einer Wittwe 1 fl. 45 kr.; von K. 1 fl.; zuſammen 42 fl. 24 kr, deren Empfang den gütigen Gebern mit herzlichem Danke beſcheinigt Friedberg am 27. Dezember 1844. L. Matthias, Caſſier. Bekanntmachungen von Be— hoͤrden. N Bekanntmachung. (1590 Heinrich Ludwig Launhard zu Ober— rosbach entliebe a) 150 fl. am 1. Febr. 1835 bei J. A. Windecker dahier, als Curator der Chr! Bretthauers Kinder, b) 60 fl. am 18. Dez. 1818 bei Frau Rentmeiſter Chelius, o) 20 fl. am 26. April 1837 bei dem Mathilden— ſtifte zu Friedberg. Dieſe Kapitalien ſollen längſt abgetragen, die Schuldurkunden aber verloren gegangen ſeyn. Auf Antrag des Schuldners werden daher alle, welche Anſprüche aus jenen Schuld, urkunden herleiten zu können vermeinen, auf— gefordert, ſolches ſogewiß in 6 Wochen von deute an hier anzuzeigen, als ſonſt dieſelben als erloſchen angeſehen und die deßfallſigen Einträge in den Hypothekenbüchern werden geloͤſcht werden. Friedberg am 10. Dezember 1844. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Wirthſchafts-Verpachtung. (1610 Wegen eintretender Leihfälligkeit wird auf freiwilliges Anſteben die in der Mitte von Vilbel, an der Hauptlandſtraße gelegene, mit der Schildgerechtigkeit zum Faß verſehene Hofraithe, als: ein zweiſtöckiges Wobnhaus, eine große Scheuer, geräumige Stallung und ein daran ſtoßender, auf die Nidda ziehender Gemüs⸗ und Grasgarten, worin eine zuge— baute Kegelbahn mit großer Stube iſt, auf 6 Jahre, und vom Petritag 1845 anfangender Pachtzeit Mittwoch den 8. Januar 1845, Vormittags 10 Uhr, in hieſigem Rathhauſe, öffentlich an den Meiſt— bietenden mit dem Bemerken verpachtet, daß nur die ihre Zahlungs- resp. Cautions-Fähig— keit genügend nachweiſende Concurrenten be— rückſichtigt werden. Auf Verlangen können auch circa 14 Mor⸗ gen Aecker, Baumſtücker und Wieſe mit in Pacht gegeben werden. Sollten ſich vor dem anberaumten Termine Pachtliebhaber vorfinden, welche aus freier Hand zu pachten wünſchen, ſo haben ſich die⸗ ſelben an den Unterzeichneten, bei dem auch die näheren Bedingungen einzuſehen ſind, zu wenden. Vilbel den 16. Dezember 1844. Der Gr. Beigeordnete Hinkel. Bekanntmachung. (1637) Nach Beſchluß des Gemeinderaths vom 15. d. M. ſoll das durch das Handlungs— haus Herrn Simon Lindheimer zu Fried— berg ad 12,000 fl. zu 4% Zinſen gemachte Anleyen, wovon noch nachbenannte Nummern zurückſtehen, nnn 8 9. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 18. 20. 2. 23, 24. 30. M. 32. 33. 34. 35. 36. 37. 39. 40. 42. 43. 45. 46. 47. 48. 49. 50. 51. 52. 53. 54. 55. 56. 57. 58. 60. zuſammen- 9,200 fl. zurückbezahlt werden, welches mit dem Anfügen den Inhabern be— kannt gemacht wird, daß ſie den Betrag bei obigem Handlungshaus in Empfang nehmen wollen, und vom 1. April 1845 an keine wei— teren Zinſen mehr vergütet werden. Bleichenbach am 16. Dezember 1844. Der Grßh. Heſſ. Burgermeiſter Deckmann. Verſteigerung der Arbeiten zur Repa— ratur der Kirche in Allendorf a. d. Lahn, Kreiſes Gießen. (1639) Freitags den 3. Januar 1845, Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſollen in dem Schullocal in Allendorf a. d. Lahn die zur Reparatur der Kirche daſelbſt erforderlichen Arbeiten, als: „. 1) Maurerarbeit, voranſchlagt zu 659 43 2) Zimmerarbeit, 998 2 3) Dachdeckerarbeit, 396 26 4) Schreinerarbeit, 139 40 5) Schloſſerarbeit, 148 25 6) Glaſerarbeit, 116— 7) Weißbinderaͤrbeit, 218 35 öffentlich an die Wenigſtfordernden verſteigert werden. Indem man dieſes hierdurch zur öffentlichen Kenntniß bringt, wird zugleich bemerkt, daß die Riſſe, Voranſchläge und Verſteigerungs— bedingungen in dem Bureau des Unterzeich— neten zur Einſicht offen liegen. Gießen den 20. Dezember 1844. Der Großh. Heſſ. Provinzialbaumeiſter Müller. Edictalladung. (1610) Forderungen jeder Art an den con— cursfalligen Konrad Kratz Zr zu Oberohmen ſind in dem Termine Donnerſtag den 20. Febr. k. J., Vormittags 9 Uhr, bei Vermeidung Ausſchluſſes von der Maſſe, welcher ohne beſonderes Präcluſivdekret er— folgt, perſönlich oder durch ſpeciell Bevoll— mächtigte, denen zugleich auch zur Eingehung eines gütlichen Arrangements Auftrag zu er— theilen iſt, dahier anzumelden und zu begründen. Grünberg am 14. Dezember 1844. Das Gr. Heſſ. zum Landgericht daf, gehörige Patrgcht der Für. Riedeſel zu Eiſenbach Welcker. Bücking. Edietal ladung. (J) um das über das Vermögen des Witt⸗ wers Gottfried Jung zu Obererlenbach und deſſen verlebten Frau aufgenommene Inventar abſchließen zu koͤnnen, werden alle diejenigen, welche Forderungen an ſolche haben, aufgefor⸗ dert, dieſelben im Termin Mittwoch den 15. Januar, Vormittags 8 Uhr, dahier anzuzeigen und dabei den Rechtsgrund, ſowie die Zeit der Entſtehung der Anſprüche genau anzugeben. Großkarben den 12. December 1844. Großherzogl. Heſſ. Landgericht. Muhl. Schmidt. Verpachtung. (2) Auf Antragen der Curatoren der Bret— bauers Kinder ſoll Montag den 6. Januar 1845, Vormittags um 11 Uhr, in hieſigem Rathhauſe deren Gartenſtück beſtehend in 74¼ Ruthen zugemachtem Garten mit Obſtbäumen am Riedweg u. ſ. w., 4 Ruthen Baumſtücke an dem Wieſenwege und 40 Ruthen Baum— ſtücke im Ohrloch in der Gemarkung Burg— Friedberg öffentlich meiſtbietend auf 6 Jahre verpachtet werden. Friedberg den 23. December 1844. Der Grßb. Heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz. Verpachtung. (3) Montag den 6. Januar 1845, Morgens um 10 Uhr, will Frau Geheimekirchenrath Fertſch ihre in der Gemarkung Burg-Friedberg liegende Güterſtücke auf 5 Jahre öffentlich meiſtbietend in hieſigem Rathhauſe verpachten laſſen, als: 52 Ruthen im kleinen Ohrloch, 9% Ruth in der Kobhlgewann, 20 Ruthen Kappesgarten, 16 Ruthen in der Kohlgewann, 2% Ruthen daſelbſt und am Gemeineweg, 82 Ruthen Garten in der Kohlgewann mit Bäumen und einer Hecke umgeben. Friedberg den 24. December 1844. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz. Edictalla dung. Betreffend: Das Schuldenweſen des Adam Wagner zu Fauerbach. () Nachdem Großh. Hofgericht der Provinz Oberheſſen über das Vermögen des Rubrica— ten den förmlichen Concursproceß erkannt hat, ſo werden alle diejenigen, welche aus irgend einem Grunde Forderungen oder ſonſtige Rechtsanſprüche an gedachten Adam Wagner baben, hiermit aufgefordert, ſolche ſo gewiß in dem auf Dienſtag den 4. März k. J. Vormittags 9 Uhr, anberaumten Liquidationstermin bei unter⸗ zeichnetem Gericht, in Selbſtperſon oder durch gehörig Bevollmächtigte, geltend zu machen, widrigenfalls ſie obne ein beſonders zu erlaſ⸗ ſendes Präcluſipodecret von der Maſſe ausge ſchloſſen werden. Deeret. Nidda den 18. December 1844. Großh. Heſſ. Landgericht daß, Kattre in. Bekanntmachung. (8) Es ſollen 400 Malter Korn für die hie⸗ ſige Saline, auf dem Wege der Soumiſſion, von dem Mindeſtfordernden angekauft werden. Luſttragende haben daher ibre Anerbietungen längſteus bis zum 7. Januar k. J., Vormit⸗ tags 9 Uhr, verſiegelt, unter der Adreſſe des unterzeichneten kurfürſtlichen Salzamts, und mit der Aufſchrift;„Kornverſteigerung betref⸗ fend“ dahier abzugeben. An dem gedachten Tage, Vormittags 10 Uhr, werden die einge— gangenen Soumiſſionen eröffnet, wobei die Soumittenten oder deren Stellvertreter zuge— gen ſein können. Hierbei wird bemerkt, daß 1. auch Offerten auf kleinere Lieferungs⸗ quantitäten, als oben angegeben, jedoch nicht unter 100 Malter, berückſichtigt werden; 2. Seitens der Soumittenten keinerlei Be— dingungen geſtellt werden dürfen; 3. der Zuſchlag vorbehalten bleibt und 4. die Lieferungsbedingungen täglich im Ac— tuariate des unterzeichneten Salzamts eingeſehen werden können. Nauheim den 25. December 1844. Kurfürſtliches Salzamt. Schäffer. Schmincke. Dunker. F. Schreiber. Bekanntmachung⸗ (6) Montag den 6. Januar 1845 ſollen in hieſigem Gemeinde-Wald, Vormittags 10 Uhr, im Diſtrikt Hetzberg 45 Stecken buchen Scheit holz, 8 Stecken dergleichen Prügelholz, 12 Stecken dergleichen Stockholz, 150 Stück buchen Wellen, meiſtbietend verſteigert werden. Heldenbergen den 28. December 1844. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Pauly. Holz ⸗Verſteigerung. (7) Freitag den 3. Januar 1845, Fruͤb 9 Uhr, werden im Diſtrikte Dickerbuſch anfan— gend, 15¼ Stecken Birkenſcheitholz, 76¼ Stecken verſchiedenes Prügelbolz, 28 Stecken Birkenſtockholz, 10,975 verſchiedene Reißer— wellen, 80 Stück Birkenſtangen und 184 Stück dergl. Nutzgerten an den Meiſtbieten⸗ den öffentlich verſteigert. 5 Gegen Bürgſchein wird bis Ende Februar Zahlungsfriſt gegeben. Ockſtadt am 27. Dezember 1844. Freih. v. Frankenſtein'ſches Rentamt ire NN Privat⸗ Bekanntmachungen. Einladung. (S) um die Beſeitigung der dem landwirth⸗ ſchaftlichen Branntweinbrennereibetrieb entge— genſtehenden Hinderniſſe auf dem gegenwärti⸗ gen Landtag durch die betreffenden Deputirten zu beantragen, erſcheint eine deßfallſige Bera⸗ thung wünſchenswerth, zu welcher diejenigen Oeconomen, welche ſich hierbei intereſſiren, auf Mittwoch den 8. Januar k. J., Vormittags um 10 Uhr, in das Gaſthaus des Herrn L. C. Trapp in Friedberg hiermit eingeladen werden. Zugleich wird der Wunſch ausgeſprochen, daß auch Landtagsdeputirten der Verſamm⸗ lung beiwohnen möchten. Mehrere Brennereibeſitzer. Ein 4½äbriger Faſelochs it zu verkaufen bei L. Kunz 1. in Holz. hauſen. „„ 4 c. Empfehlung. 100 Indem ich mein Material-, Spezerei⸗ und Farbwaaren⸗Geſchäft hiermit in empfehlende Erinnerung bringe, mache ich ein geehrtes Publikum noch beſonders auf meine nachſtebende, theils ſelbſt bereitete, theils direkt bezogene Artikel aufmerkſam und empfehle dieſelben zu den billigſten Preisen. Feinſte Punſch⸗ und Grog⸗Eſſenz in ganzen Flaſchen und im Anbruch, pr. Flaſche 1 fl. 12 kr., Biſchoff⸗Eſſenz, Rum de Jamaica, Arac de Batavia, Cognac, Anis, weißen und rothen Doppelkümmel, Magenbitter, Pfeffermünz, Doppelwachholder und ſonſtige Ligueurs; auch habe ich ſtets einen ſehr guten ordinären Brandwein vorräthig. Ferner feinſte Dampf-Chocolade mit und ohne Gewürz pr. pfd. 24 kr. bis 1 fl. 12 kr., beſten grünen und ſchwarzen Thee und Vanille, Machs⸗ und Stearin⸗Tafellichter, Cigarren aus den vorzüglichſten Fabriken von 40 kr. bis zu 4 fl. pr. 100 Kiſtchen, Rollenvarinas und ſonſtige feine Tabacke, namentlich einen ausgezeichneten holländiſchen Taback in 5⸗Pfd.⸗Beutel pr. Pfd. 36 kr. Braunſchweiger und Uelzner Flachs von vorzüglicher Qualität und äußerſt billig. Auch habe ich eine Niederlage in ächtem Cölniſchen Waſſer, welches ich hiermit ebenfalls empfehle. H. Hahn in Friedberg. Zu gefälliger Beachtung. Um den Verkehr mit meinen Geſchäftsfreunden in der Gegend von Hungen und Nidda zu erleichtern, werde ich zu Anfang 1845 folgende expreſſe Botengange einrichten: 1) Wöchentlich an jedem Dienſtage geht mein Bote von hier über die Orte Melbach, Södel, Wolfersheim, Berſtadt, Utphe und Inheiden nach Hungen und von da über Rodheim nach Nidda, wo derſelbe übernachtet. 2) Am folgenden Tage, Mittwochs, kehrt dieſer Bote über Salzhauſen, Geisnidda, Echzell, Gettenau, Heuchelheim, Weckes— heim, Beienheim und Dorheim hierher zurück. 3) Wöchentlich an jedem Freitage geht mein Bote über die unter 1) genannten Orte nach Hungen und kehrt am nämlichen Tage auf demſelben Wege zurück. Gefällige Aufträge für meine Buchhandlung, Buchdruckerei oder Lithographie können, in Uebereinſtimmung mit den Herrn Bürgermei⸗ ſtern, auf den Bürgermeiſterei-Büreaus der genannten Orte, in Hungen bei Hrn. Kreisbüreaugehülfen Funk und in Nidda bei Hrn. Buchbinder Trebes abgegeben werden. Indem ich noch darauf aufmerkſam mache, daß das„Wetterauer Sonntagsblatt“ durch dieſen Boten bezogen pr. Semeſter 24 kr., das„Intelligenzblatt für die Provinz Oberheſſen“ pr. Semeſter 48 kr., pr. ganzes Jahr 1 fl. 24 kr. koſtet, empfehle ich bei dieſer Ver⸗ anlaſſung mein Geſchäft wiederholt geneigter Berückſichtigung und verfehle nicht zu bemerken, daß der Bote in meinem Dienſte ſteht und deßhalb ohne meine Zuſtimmung für niemand Anderes Aufträge übernehmen darf. Friedberg. E. Bindernagel. Ge ſ uch. (1632) Auf hieſigem Hofe wird ein tüchtiger Brenner geſucht, und kann derſelbe alsbald eintreten. Nur Brenner mit ſehr guten Zeug⸗ niſſen wollen ſich melden. Burghof Cleeberg bei Butzbach, den 17. Dezember 1844. Der Freiherrlich v. Bibraiſche Oberverwalter Fu ſch s. Empfehlung. (11) Bei unterzeichneten ſind auf kommende Oſtern 1845 Matzen, Homburger Gewicht das Pfund zu 8½ kr., dabier abgeholt, zu haben, Beſtellungen werden darauf bis zum Februar 1845 angenommen. Homburg v. d. H. den 22. Dec. 1844. Joh. Kuttner, Max Emden, Bäckermeiſter. Ein Wagentuch 5 (120 wurde Montag den 23. Dec., des Mor⸗ gens zwiſchen 4 und 6 Uhr, auf dem Wege von dem Ilbenſtädter Chauſſeehauſe bis an die ſ. g. Neuherberge verloren. Der redliche Finder wolle daſſelbe gegen eine Belohnung an die Expedition d. Bl. abgeben. Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Pfarramtliche Funktionen verrichtet: Herr Stadtpfarrer Sell. Neujahrstag 1845. Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Stadtpfarrer Sell. Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Rappold. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bendernagel in Friedberg. LTLitel und Inhaltsverzeichniß des Intelligenzblattes vom Jahrgang 1844 werden nachgeliefert.