Intelligenz-Olatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. loͤbl. Redaction des Intelligenzblattes. An die Friedberger Lobl. Redaction hat meinem in Nro. 72 eingerückten Aufſatze eine Note beigegeben, worüber ich eine Bemerkung mittheilen zu müſſen glaube. Wenn ich von Schriftſtellern redete, welche die Schickſale der heſſ. Truppen im J. 1812 erzählten, ſo meinte ich darunter keine fremde, ſondern Heſſiſche Schriftſteller. Das beweiſ't ja auch mein Zuſatz „Würden ſie als Heſſen und Augenzeugen“ ꝛc. Was ein Fremder über Heſſen erzählt hatte, wollte ich ja gerade als aus der Luft gegriffen widerlegen. Nun erlaube ich mir die Frage, ob denn Wittmann als Heſſe und Augen—⸗ zeuge ſpricht??)— Wollten wir aber Alles, was Fremde über uns und unſer Land ſagen, als baare Münze anneh⸗ men, ſo müßten wir auch 2 Friedberge im Großherzogthum Heſſen annehmen, indem ſogar nach der dritten Auflage von Steins geographiſchem Handbuche ein Friedberg an der Uſa in der Provinz Starkenburg und ein zweites in Ober⸗ heſſen am Taunus liegt. Friedberg den 11. September 1844. Ph. Dieffenbach. 4) Ob Wittmann Heſſe iſt oder nicht, ſcheint ganz Einerlei zu ſein, auch als Nichtheſſe konnte er die Wahrheit ſagen, denn auch als Nichtheſſe konnte er Augenzeuge ſein, oder ſeine Angaben Au⸗ genzeugen zu verdanken haben; ſeiner Erzählung iſt unſeres Wiſſens öffentlich noch nie widerſprochen worden, ſie mußte alſo von ſedem Dritten für Wahrheit gehalten werden. Anders ſtellt ſich freilich nun die Sache, nachdem Herr Prof. Dieffenbach dieſen bisher vermißten Widerſpruch erhoben hat. Da derſelbe aber erſt durch jenen Aufſatz in Nro. 70 hervorgerufen wurde, ſo konnte er natürlicher⸗ weiſe auf deſſen Verabfaſſung ſelbſt noch keinen Einfluß üben und inſofern nannten wir die Mittheilung in Nro. 70, weil ſie aus einem bisher unangefochtenen Geſchichtsbuche genommen iſt, hinrei⸗ chend gerechtfertigt.(S. das Nachfolgende.) Die Redaktion. Entgegnung auf eine Berichtigung. Herrn Profeſſor Dieffenbach dankt Einſender Dieſes für die in Nro. 72 d. Bl. gegebene Berichtigung; auch glaubt er, daß durch folgende Mittheilung der hiſtoriſchen Kritik ein intereſſanter Stoff gegeben werde. Die Erzäh⸗ lung in Nr. 70 war wörtlich aus Wittmanns Geſchichte der Deutſchen abgeſchrieben; der Dichter Friedrich Rückert will der heſſiſchen Treue ein Denkmal ſetzen, wenn er ſchon Namen nicht nennt; Wolfgang Menzel in ſeiner Geſchichte der Deutſchen in Einem Band(2te Auflage) S. 741 ſpricht auch von den vier treuen Heſſen und dem beliebten Prin⸗ gen; Dr. Guſtav Plieninger läßt in ſeinen Weihnachts⸗ blüthen für 1842 S. 197 den lebhaften Fedor„von dem deutſchen Helden, Prinzen Emil von H.. der in früher „Jugend ſchon die Stirne mit wohlverdienten Lorbeeren ſich „umwunden ſah, und den ſieben treuen Kriegern, die an „dem edlen Herrn mit ganzer Seele hingen,“ erzählen, worauf die Geſchwiſter mit ſtiller Rührung der edlen Krie⸗ ger gedenken. Man erinnert ſich, noch anderwärts dieſen ſchönen Beleg von Heſſentreue geleſen zu haben, bedauert aber, die betreffenden Stellen für den Augenblick nicht nach Titel und Seite bezeichnen zu können. Löſ't ſich auch die Erzählung in eine Dichtung auf, ſo gereicht es doch dem heſſiſchen Namen zur Ehre, ihr als Folie gedient zu haben, zumal da ſie von Solchen mitgetheilt worden iſt, die dem Groß⸗ herzogthum Heſſen nicht angehörten.“) r. *) Es wäre unſeres Bedünkens erwünſcht, wenn Herr Prof. Dieffenbach, da der von ihm gerügte Irrthum in ſo vielen anerkannten Schrif⸗ ten ſich findet, ſeine die Sache betreffenden Mittheilungen in einer hiſtoriſchen Zeitſchrift niederlegen wollte. Die Redaktion Zur Verſtaͤndigung. Ueber den in Nro. 70 ſich findenden Aufſatz„Rück⸗ erinnerungen an den ruſſiſchen Feldzug“ iſt uns noch folgende Mittheilung zugekommen: „Das Factum, welches in dem Aufſatze in Nro. 70 von Sr. Großh. Hoheit dem Prinzen Emil und den treuen Heſſen erzählt wird, ſteht richtig, wenn auch nicht ganz in der Art, wie Wittmann und Ruͤckert die Sache dar *r ſtellen. Mein Aufenthalt in den verſchiedenſten Theilen unſeres Landes hat mir Gelegenheit gegeben, gar manche Krieger aus jenen Zeiten kennen zu lernen nnd zu erfahren, daß die Chevauxlegers ihren vergötterten Prinzen allerdings gerettet haben.— Daß man die Sache in manchen Kreiſen nicht veröffentlicht, geſchieht aus einem gewiſſen Zartgefüͤhl gegen den Wunſch des Prinzen ſelbſt, der geäußert haben ſoll:„Der Allwiſſende kennt Eure Namen, der Sterblichen Mund ſoll ſie nicht entweihen.“ F. Der verfloſſene Sonntag. Es iſt ein gar ſchöner Tag, ſo ein Sonntag! die feierliche ſtille dieſes„Gottgeweihten“ ruft mich da ge— wöhnlich in aller Frühe aus dem Bett. Ein kleiner Aus— gang in den Garten, ein Blick in die ſtille Ferne, ſo ein „Sichſelbſtuͤberlaſſenſein“ iſt gar ergreifend, gar angemeſſen als Vorbereitung zu dem Morgengottesdienſt, den ich dann regelmäßig beſuche. Ich weiß nichts beſſeres zu thun am Sonntag Morgen, als meinem Gotte dienen und ich be— greife nicht, wie Andere ohne Noth da der Welt dienen mögen. Den Nachmittag iſt mir dann nichts lieber, als ein kleiner Ausflug ins Freie. Die Natur iſt ja der wahre Tempel Gottes und reiner kann Gott nicht gepredigt wer— den, als ſeine Schöpfung ihn uns predigt. Auch am verfloſſenen Sonntag lud mich der heitere Himmel ein, die Stube zu verlaſſen. Ich machte zunächſt die Runde in unſerer Gemarkung und kam endlich auf die Höhe, wo ich Homburg, das zauberiſche Homburg, überblicken konnte.„O Homburg, traure um deine Ver— gangenheit! Wie beſcheiden ſtill lagſt du noch vor wenig Jahren, zwar wenig gekannt von deinen berauſchenden Schweſtern, aber unſchuldig und treu gehegt an dem Buſen des lieben Taunus. Der liebe Taunus iſt dir geblieben, aber wo iſt die beſcheidene Stille?— Verdrängt iſt ſie von dem lärmenden Gewühle der Welt, verdrängt von dem blendenden Glanz und dem falſchen Zauber des Spiels! Du warſt eine treue Nachbarin den Städtchen und Dörfern deiner geſegneten Umgebung und nun— ach! eine falſche Verführerin nun biſt du den Schwachen, die von dem Glanze ausländiſcher Pracht ſich blenden laſſen.“ In ſolche und ähnliche Gedanken vertieft, war ich, ohne daß ich es beabſichtigte, bis an die Anlagen der Bade- ſtadt gekommen. Freunde der Natur luſtwandelten in dem Schatten der Laubgänge. Wirklich leidende Kurgäſte er— gingen ſich, um ihrem Körper neues Leben zu ſchaffen und düſtere Geſtalten, bald zerſtört und wild, bald vertieft und ſelbſtkämpfend ſchritten vorbei, ſicherlich gefallene Opfer des priviligirten Hazardſpiels.“ Schön iſt es hier, das iſt wahr; die Natur hat hier reichlich geſpendet. Und doch, doch wandelt hier ſo Mancher freudenberaubt dahin. Warum dürfen wir Sterbliche die Schönheiten der Natur nicht un— getrübt genießen? O, Schein, du Verführer der Schwachen! Du glänzender Mammon lockſt deine Opfer in die Schlinge! Du biſt nun ſo nah dem Orte der Verführung; auch ſehen wie vordem.“ 294* möchteſt du, wie der Mammon die Welt ſo reizen mag.“ So dacht' ich und noch ein paar Hundert Schritte, da ſah ich, J wie mit dem ſauererrungenen Gut ſo leichtſinnig getändelt wird.„So, alſo hier iſt das Grab ſo manchen Friedens. 6 O du Glanz, wenn du ein Grab biſt! Warum verſchwendet— man an dem Ort des Fluchs ſolche Pracht? Wo ſind un— ſere Tempel ſo ausgerüſtet? Ja des Laſters Weg iſt breit, 0 geſchmückt geht er durch Auen!“ Wie iſt ſolche Pracht mög lich, denken Tauſende, gleich mir, und ahnen nicht, daß auch ihre blanken Gulden, vielleicht im Schweiß errungen, vielleicht ihren darbenden Angehörigen geraubt, den Glatz bezahlen helfen. Wie ſo gleichgültig dieſe Schätze dahin ge⸗ 1 ſcharrt werden! Aber, o Entartung! iſt es Wirklichkeit! ſelbſt das zarte Geſchlecht, die Frauen, die vermöge ihrer ſanf— tern Natur dem Drang des Spiels entgegenwirken ſollten, die Frauen ſah ich ſpielen! Eine Hausmutter kann auf Koſten ihrer, vielleicht dürftigen, Angehörigen Summen aufs Spiel ſetzen, Summen, die Wochen lang die Bedürfniſſe der Haushaltung beſtreiten würden? Wird man gedrungen über die Spieler im Allgemeinen ein Weh auszuſprechen, was ſoll man thun, wenn man die Frauen ſpielen ſieht? Ein dreifaches Weh rief ich aus und kehrte dem Scheuſal den Rücken. Doch, was hilft unſer Philoſophiren, ruft mir ein alter Freund zu, es iſt ſo, wir halten das große Rad nicht auf. Tief gerührt enteilt ich dem rauſchenden Erſt die ſtille Einſamkeit unter dem ruhigen Getümmel. N freien Himmel, die unſchuldigen billigen Freuden der hohen de bekte Miß acht berflüchtig faflezen 9 0 Zwei Nor Vier Vier Man läßt da ba, und wenn 1e der Flaſchen o sc ſelbſt her Freundin Natur gaben mir auf dem Rückwege meine liebe n lege. Ruhe wieder. Der Beobachter in der Wetterau. Die Beſchwerde der Raben. Die Raben gingen hin zu dem Burgermeiſter und be ſchwerten ſich.„Herr Bürgermeiſter, ſagten ſie, es iſt nicht recht, wie man mit uns umgeht, man nimmt uns unſte Nahrung weg, wir werden Hungers ſterben müſſen.“„Wet hat euch Unrecht gethan?“ fragte der Bürgermeiſter unwil— lig,„der König will haben, daß Niemanden Unrecht ge— ſchieht.“„Ei, ſagte der älteſte Rabe, früher war es viel beſſer, da war eine gute Zeit. Wenn Jemanden eine Kuh, oder ein Pferd krepirte, ſo warf man es auf den Anger, da hatten wir gar keine Mühe; wir ſetzten uns alle zuſam⸗ men, und ließen uns das Aas gut ſchmecken. Aber jetzt, du lieber Gott, da vergräbt der Waſenmeiſter das gefallene Vieh, das doch uns gehört, vier Fuß tief in die Erde, und wir haben das Zuſehen. Und die Bauern machen es ihm: nach. Wenn eine Katze oder ein Huhn umkommt, ſo laſſen. ſie es nicht im Hofe oder im Garten liegen, ſondern ver⸗ graben es auch in die Erde. Und ſo kommt es, daß wir“ armen Leute Nichts mehr zu leben haben. Deßhalb bitten: wir, Herr Bürgermeiſter, daß es wieder gehalten werde: „So 2, antwortete jetzt der Buͤrgermeiſter. „Iſt das eure Klage? Das iſt etwas Anderes. Ihr ſeid! Faullenzer, Tagediebe, ſonſt würdet ihr nicht begehren, daß! Ernige Wei schung noch J. A Werdichdg wu und noch mehr 1 Kirchenbuck 5. Johann Schuhma ——e— Bekanntm * Beka (182) die Eladtmuhle zu! Aiſtehen des Ef Samſtag ü N lf dem Rathh⸗ kelſtegert werd ſladet. Bei ſilech der Zuf l ch dr Zuf bet in demſeſb der Hüte auf! die Beding ſülgtermine el ötledberg d Gr. 0 .* 295 N 0„ Smeuch das Aas hinwerfe, welches allen anderen Leuten bun at verpeſtet. Wir ſind froh, daß der alte Unflath dee abgeſchafft iſt, und ihr wollt ihn wieder einführen, ell euch das bequemer wäre. Könnt ihr nicht Mäuſe fan⸗ dochwanen m Felde, ſo viel ihr wollt? Werden Ae 0 ſin 10 ugorlinge genug vor euren Augen ausgeackert? Man würde bu ach danken, wenn ihr das Ungeziefer wegfräßet, und f* migye euch im Winter gern eine Handvoll Futter auf die zu, kaſtrße werfen. Wenn ihr aber dazu zu faul ſeid, ſo geht rrungeg und leidet Hunger.“ Da zogen ſie demüthig ab, ſind aber ſeitdem doch nicht — dchn gers geſtorben. — Verſchiedenes. Kitt zum Verpichen der Flaſchen. * uuf Die beßte Miſchung, ſolche glaͤſerne Flaſchen, die mit dekürzagg leicht verflüchtigenden Flüͤſſigkeiten gefüllt ſind, luftdicht „üklachegoerſchließen iſt folgende: uten fac Zwei Theile gelbes Wachs, Schen Vier Theile Colophonium und Ei gelt g 0 5 5 che Tocht a 1 Bier Theile Schuhpech. 8 ine uneheliche Tochter, ie gie, Man läßt das Wachs ſchmelzen, ſetzt dann die Harze Lauſenehizu, und wenn Alles ganz flüſſig iſt, taucht man den dem ugs der Flaſchen hinein, und dreht die Flaſche wagerecht den lac ſich ſelbſt herum, damit das Pech ſich gleichmaͤßig da⸗ xu lege. Einige Weinhändler in der Champagne ſetzten obiger U ſchung noch zwei Theile Gummilak hinzu, wodurch die Vrpichung durchſcheinender wird, eine angenehmere Farbe ud noch mehr Haltbarkeit erhält. 5 birchenbuchs⸗Auszuͤge vom Auguſt 1844. Friedberg. . ung m Getraute: A. Johann Heinrich Mack, der dritte, hieſiger Buͤrger und 1 Schuhmachermeiſter, des weiland hieſigen Bürgers und 11. 13. 15. 18. 18. 18. 18. 23. 27. - Schuhmachermeiſters Johann Heinrich Mack nachge⸗ laſſener ehelicher lediger Sohn und Liſette Weiß des hieſigen Bürgers und Seminardieners Rudolf Weiß eheliche ledige Tochter. N Getaufte: a unehelicher Sohn, Georg Philipp, geb. den 20. Juli. Dem Großh. Phyſikatswundarzte dahier Heinrich Schenck ein Sohn, Heinrich Ludwig, geb. den 31. Juli. Dem Corporal im 2. Bataillon des 4. Gr. Infanterie⸗ Regiments Andreas Sulzbach dahier ein Sohn, Ernſt Wolfgang, geb. den 4. Auguſt. Dem Großh. Gemeindebaumeiſter dahier Johann Theo⸗ bald Eduard Ruths eine Tochter, Anna Catharina Maria Michaelina, geb. den 31. Juli. Dem hieſigen Bürger und Oekonomen Johann Chriſtian Hanſtein eine Tochter, Chriſtiane, geb. den 3. d. M. Dem hieſigen Bürger und Metzgermeiſter Joh. Niko⸗ laus Müller ein Sohn, Johann Heinrich, geb. den 4. d. M. Dem hieſigen Bürger und Gartenſchützen Johann Fer— dinand Volp eine Tochter, Sophia Wilhelmine, geb. den 12. d. M. Wilhelmine, geb. den 13. d. M. Dem Ortsbürger und Taglöhner Ludwig Koch von Rüdingshauſen, Kr. Grünberg, ein Sohn, Heinrich, geb. den W. d. M. Beerdigte: Georg Rauſch, Schneidergeſell, des weiland hieſigen Bürgers und Schneidermeiſters Johannes Heinrich Rauſch nachgelaſſener ehelich lediger Sohn, alt 25 Jahre 5 Monate und 3 Tage, t den 31. Juli. Johann Jakob Kunze, Feldwebel im 2. Bataillon des 4. Gr. Infanterie-Regiments, gebürtig aus Battenberg, alt 36 Jahre, 9 Monate und 28 Tage, 5 den 21. d. M. Johann Nikolaus Windecker, hieſiger Bürger und Schuh⸗ machermeiſter, alt 58 Jahre 8 Monate und 22 Tage, 1 den 25. d. M. Eleonore Charlotte Klein, geborne Scheer, des weiland hieſigen Bürgers und Schneidermeiſters Wilhelm Klein nachgelaſſene Wittwe, alt 76 Jahre 9 Monate und 3 Tage, T den 26. d. M. M es! Sekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. N ννννσ Bekanntmachung. 1182) Die dem Heinrich Hock gehörige Stadtmühle zu Aſſenheim ſoll auf freiwilliges unſtehen des Eigenthümers, Samſtag den 21. September, Morgens 10 Uhr, uf dem Rathhauſe zu Aſſenheim meiſtbietend verſteigert werden, wozu man Kaufliebhaber einladet. Bei annehmbaren Geboten wird ſogleich der Zuſchlag erfolgen, andern Falles aber in demſelben Termine eine Verpachtung der Mühle auf mehrere Jabre verſucht werden. Die Bedingungen werden im Verſteige⸗ vungstermine eröffnet werden. Friedberg den 30. Auguſt, 1844. Gr. Heſſ. Gräfl. Solmſ. Landgericht Hofmann. Oeffentliche Aufforderung. (12010 Cs beabſichtigen die Grundbeſitzer 1) der Gemarkung Zeilbach die dem Freiherrn Wilhelm von Schenk zu Schweinsberg auf der Sorge zuſtehenden Grundrenten im geſetzlichen Geldanſchlage zu 75 fl. mit einem Ablöſungskapital von 1350 fl. 2) der Gemarkung Großeneichen die den Freiherrn von Schenk zu Schweins⸗ berg, namentlich a) dem Gr. Hauptmann Hans Carl von Schenk zu Darmſtadt, p) dem Rittmeiſter Friedrich von Schenk zu Rülfenrod, o) der Maria Freifrau von Schenk als Vormünderin ihrer minderjährigen Söhne Ferdinand, Wilhelm, Georg und Carl von Schenk zu Rülfenrod gebührenden Grundrenten von 2 fl. 22¼ kr. mit 42 fl. 40½ kr. Ablöſungskapital in Ge⸗ mäßbeit des Geſetzes vom 27. Juni 1836 ab⸗ zulöſen. f e Dem Erſuchen Gr. Kreisraths des Kreiſes Grünberg zufolge werden alle, bei der Ablö⸗ ſung vorbenannter Grundrenten Betheiligte, bekannte ſowohl als unbekannte, hierdurch auf⸗ gefordert, ihre etwaigen Rechtsanſprüche bin⸗ nen 2 Monaten von heute an ſogewiß bei hieſigem Gerichte anzuzeigen, als ſonſt die Auszahlung der Ablöſungskapitalien an die genannten Berechtigten geſtattet werden wird. Grünberg den 6. September 1844. Gr. Heſſ. zum Landgericht daſ. gehöriges Pa⸗ trimonialgericht der Fhrn. Riedeſel zu Eiſenbach Welcker. Korn- und Gerſtenſtroh— Lieferung für die Garniſon zu Butzbach. (1223) Da das zum friſchen Füllen ſämmt⸗ licher Betten in der bieſigen Reiter⸗Caſerne erforderliche Stroh, beſtehend in 1084 Gebund Kornſtroh, à 16 Pfd., und 1290 Gebund Gerſtenſtroh, a 8 Pfd., auf dem Wege der Soumiſſion an den Wenigſtnehmenden verge ben werden ſoll, ſo ſetze ich hiervon die In⸗ tereſſenten mit dem Anfuͤgen in Kenntniß, daß die Bedingungen auf dem hieſigen Militär⸗ Verwaltungsbureau eingeſehen werden können, und die Soumiſſionen bis längſtens den 24. d. M., des Vormittags 10 Uhr, verſiegelt in den am Eingange zum genannten Bureau aufge— hängten verſchloſſenen Kaſten eingelegt wer— den müſſen, indem gleich nach Ablauf des genannten Termins die Soumiſſtons-Cröffnung vorgenommen werden ſoll. Butzbach den 11. September 1844. In Auftrag: Cellarius, Unterquartiermeiſter. Arbeits Verſteigerung. (1237) Montag den 23. d. M., des Nach mittags 2 Uhr, ſollen auf der Gemeindeſtube zu Obermörlen, folgende Arbeiten: 1) Die noͤthige Unterhaltung an der Kirche: Schreinerarbeit voranſchlagt zu 17 fl. 2) Die Herſtellung der Tränke oberhalb des Orts: a) Maurerarbeit voranſchlagt zu 32 fl. b) Steinhauerarbeit 96„ c) Materiallieferung 20„ 3) Die Unterhaltung des Schulhauſes 0 Maurerarbeit, einſchließlich der Materialien, voranſchlagt zu 21 fl. 4) Die Unterhaltung des Kirchhofs: a) Maurerarbeit voranſchlagt zu 15 fl. b) Schloſſerarbeit 30„ c) Weisbinderarbeit 2„ 5) Die Aufſtellung eines vorhandenen ſtei⸗ nernen Kreuzes auf den neuen Friedhof, voranſchlagt zu 45 fl unter den vor der Verſteigerung eröffnet wer— denden Bedingungen öffenklich an den Wenigſt— nehmenden verſteigert werden. Koſtenüberſchläge liegen auf dem Büreau oße Unterzeichneten zu jeder Zeit zur Einſicht offen. Obermörlen am 12. September 1844. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Nic o a i. Aepfel- Verſteigerung. (1238) Da die am 12. d. M. abgehaltene Gemeinde-Aepelverſteigerung in Ganzem den Abſchätzungswerth nicht erreicht hal, ſo ſoll die Verſteigerung anderweitig Donnerſtag den 19. September l. J., nochmals abgehalten werden. Rockenberg den 14. September 1844. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Ster e b Obſt⸗Verſteigerung. (1239) Freitag den 20. d. M., Vormit⸗ tags 10 Uhr, ſoll das diesjährige, der hieſigen Gemeinde zuſtehende Obſt, beſtehend in eirca 8 Malter Aepfeln, 30 Körben voll Zwetſchen, auf Ort und Stelle öffentlich meiſtbietend ver— ſteigert werden. Oſtheim den 11. September 1844. * 296. Bekanntmachung. (1241) Donnerſtag den 26, September d. F., Vormittags eilf Uhr, ſoll in dem Rath— hauſe zu Hungen die Pflaſterung der Gaſſen und Banquett's der Ortsſtraße in der Stadt Hungen, voranſchlagt zu 1850 fl., öffentlich an den Wenigſtnehmenden verſteigert werden. Grünberg den 14. September 1844. Der Grßh. Kreisbaumeiſter Holzapfel. Holz⸗Verſteigerung. (1242) Donnerſtag den 19. l. M., von Morgens 9 Uhr an, ſoll in dem Gräfl. Solms Rödelhelm'ſchen Bainhardswald bei Roßbach das nachfolgende Holz, nämlich: 10 Stecken gemiſchtes Prügelholz, 3„„ Stockbolz, 20*„ Reiſerholz, 1500 Stück eichene Putzwellen und 13600 Ginſterwellen öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Aſſenheim den 12. September 1844. Graäflich Solms-Rödelheim'ſche Forſtverwaltung. Immobilien- Verſteigerung. (1243) Montag den 28. October(. K »Vormittags um 11 Uhr, ſoll in hieſigem Rath— hauſe die Hofraithe und Guͤterſtücke des Georg Rauſch daͤhier, beſtehend in Wohnhaus und Stall an der Stadtkirche neben G. Gerlach gelegen, 103½ Ruthen Garten an Chriſtoph Bollonier und 178 Ruthen Garten an der Seebach neben Wilhelm Kreuter und Jakob Oberländer gelegen, öffentlich meiſtbietend ver— ſteigert werden. Friedberg den 15. September 1844. In Auftrag Großh. Heſſ. Landgerichts: Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz. S Privat- Bekanntmachungen. Empfehlung. (1230) Mit leinenen und baumwollenen Bett und Schüͤrzenzeugen, Bettbarchent, Ir⸗ ting,% breitem Moll, Tüll und Ganirtuͤll, Spitzen-Einſatz, weißem und grauem Futter— barchent und Saſſenet, Baumwolltuch, Kittel— zeug, Watten, Franzen, ſeidenem und baum⸗ wollenem Lothband, leinenem und baumwolle nem Zwirn, 4, 4 u. 6 Draht verſchiedener Sor⸗ ten wollenem und baumwollenem Garn, Eiſen⸗ zwirn, ſeidener und wollener Beſatzkortel, eng— Vier noch ganz gute Reffen kan (1245) ſind zu verkaufen. Wo? 10 Expedition dieſes Blattes. Ein junger Menſch, (1246) welcher die Bäckerprofeſſſon 10 lernen beabſichtigt, kann mit oder ohne 1 geld eine Unterkunft finden. Die Erbes dieſes Blattes ſagt wo. Stelle für eine Köchin. (1247) Ich ſuche eine gute, treue liche, fleißige, willige Köchin. Cleeberg bei Butzbach den 14. Sept.% Freiherr von Bill Waaren⸗ Empfehlun (1284) Mit einer ſchönen Außne von wollenem Tuche in allen Fah und Qualitäten, ſodann Bukskin 0005 und gewürfelt) Weſtenzeugen, Biel Hemdflanell und feinem Espagnal Barchent, Bettzeugen, Druckzeugenn mit ſonſtigen in dieſes Fach einſchlagg den Artikeln auf das Beßte verſehg beehre ich mich, dies in empfehleſ Erinnerung zu bringen. Indem ich reelle und pünktliche 9 handlung verſpreche, bitte ich un 9 neigten und zahlreichen Zuſpruch. Friedberg. Seligmann Hirſchhon Empfehlung. (1249) Einem geehrten Publikum zefſe ergebenſt an, daß ich wieder mit friſchen U waaren in reicher Auswahl verſehen bin, i „40% liſchen Nah⸗ und Stricknadeln, Rock- und Weſtenknöpfen, Lichtergarn, geſtrichener Naum— wolle und mit vielen ſonſtigen in dieſes Fach Der Grßb. Heſſ. Bürgermeiſter Schneider. Allgemeine Rentenanſtalt zu Darm— ſt a dt. (4240) és wird hiedurch zur öffentlichen Keuntniß gebracht, daß Herr J. J. Seippel in Butzbach zum Agenden der allgemeinen Rentenanſtalt zu Darmſtadt beſtellt worden iſt, und daß bei demſelben ſowohl die Formu— larien zu Beitrittserklärungen, als auch die Statuten, letztere zu 6 kr. ber Exemplar, empfangen werden können. Zur Entgegennahme von Beitrittserklarun— gen und Einlagen iſt derſelbe ermächtigt. Die ſelben können im lanfenden Jahre bis 30. November abgegeben werden. Darmſtadt am 9. September 1844. Die Direction der allgemeinen Rentenanſtalt. Dr. Hügel einſchlagenden Artikeln bin ich wieder beßtens verſehen und verkaufe dieſelben zu den mög⸗ lichſt billigen Preiſen. Friedberg im September 1844. Nathan Hirſchhorn, wohnhaft in der ÜUſergaſſe Nr. 244. Empfehlung. (124%) Ich bringe hiermit mein ſeit laͤn⸗ gere Jahren beſtehendes Möbel. und Bauge⸗ ſchäft, einem geehrten Publikum in empfeh— lende Erinnerung, und bemerke noch, daß ich neben dieſem noch einen Holz- und Glashandel etablirt habe und hauptſächlich mit Eichen-, Nuß, und Kirſchbaum-Borden in beliebiger Dicke und Länge, Nuß- und Kirſchbaum⸗Four⸗ nier, ſowie mit allen Gattungen Tafelglas verſehen bin, und verſpreche meine geehrten Abnehmer auf's Reelſte und Billigſte zu be⸗ dienen. Butz bach den 14. September 1844 dt, Schaffnit Heinrich Geſcheidt. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. beſondere mache ich auf meinen ſehr bil breiten Tüll und auf neue zugelegte Heim Halsbinden, ſowohl ſeidene als wollene, al merkſam. Durch reelle und wohlfeile Beh nung hoffe ich recht zahlreichen Zuſpruchs in erfreuen zu dürfen. Friedberg im September 1844. J. Adler, — De Kreisrc i die Großh. Bektef Es iſt zu uud wieder die öde oben. Untet N und 84 des J zur Anordnun neben der Po. Literariſche Anzeige. Bei C. Binder nagel in Friedberg vorräthig: Neues Wörter buch der franzöſiſchen u. deutſchen Spracß zum Gebrauch für alle Stände, enthaltend alle gebräuchlichen und neuen Woͤrter bein Sprachen, nebſt ihrer Erklärung und Ang ch ihrer verſchiedenen Bedeutungen im eigeſ lichen und figürlichen Sinne, die den Wiſ h ſchaften, Künſten und Handwerken eigenthün lichen Ausdrücke, Sprichwörter, die Eigenge, ten der franzöſiſchen und deulſchen Sprache ꝛc., ſowie ein Verzeichniß der männlichen aun weiblichen Eigennamen, der Länder, Stade, Völker ꝛc. und der unregelmäßigen Zeitwörten, Nach den beſten Quellen bearbeiten von A. Mole. Erſter Theil: Franzöſiſch-deutſch Zweiter Theil: Deutſch⸗Franzöſiſoh (Dritte Auflage.— Preis: 3 fl. 36 kr.) Die Uebertretu polizeiſtrafe vi Friedb— 1 Rentan n die Herrn Betreffend: Die Erhe um vom 20. a und es kö 0 Donnerſta Ausnahn ſͤſtags Forf ., Sogleich Micſande geb Afahten eintr 4. Die betr. e dur Gem Schotter