Intelligenz UOlatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, 1 die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. 2————.— Amtlicher Theil. 15 Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Grunberg e die Großherzogl. Bürgermeiſter des Kreiſes. rend: Die Verwaltung der Spaar⸗ und Leihkafſe für die Kreiſe d Lehe Gießen und Grünberg. Sehne ten zur dießjährigen Hauptverſammlung des Spaar⸗ und — ſen⸗Vereins der Kreiſe Gießen und Grünberg, welche un Rathhauſe zu Gießen abgehalten wird, iſt Termin u ontag den 23. September Vormittags 9 Uhr be⸗ enn. Hiervon werden Sie allen in Ihren Bürgermei⸗ mne wohnenden Mitgliedern des Vereins Kenntniß geben. a Zrünberg am 5. September 1844. Ou per i e. x, Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Hungen n nmtliche Gr. Heſſe Fuͤrſtl. und Graͤfl. Solmſ. Burgermeiſter dieſes Kreiſes. Gees fend: Die Einſendung der für die Landesweiſenanſtalt zu erhe⸗ 2 benden Collecten und Büchſengelder. * Ich mache Sie auf die Einſendung der ruübricirten Ger mit dem Bemerken aufmerkſam, daß ich Ihrer Vor⸗ „ laz edenfalls binnen 8 Tagen entgegenſehe. — Hungen den 7. September 1844. In Verhinderung des Kreisraths Schaaf, Kreisſecretär. 9 Berichtigung. 7— In Nr. 70 des Int. Bl. befindet ſich unter der Auf⸗ so„Erinnerung an den Feldzug in Rußland, ein Auf⸗ ſa n der einer Berichtigung bedarf. Heſſentreue und Heſſenmuth haben ſich ſchon oft und ofatig bewährt in alter und neuer Zeit, und dem Unter⸗ ezeten war es bei ſeinen hiſtoriſchen Forſchungen jeder— — i472. Mittwoch, den 11. September 1844. zeit der ſchoͤnſte Lohn und gewährte ihm das erhabenſte Ge⸗ fühl, wenn er Belege dazu auffand. Es gibt deren gar viele; manche freilich und mitunter ausgezeichnete aus der neueren Zeit erwarten noch eine Feder, die ſie den kom⸗ menden Geſchlechtern mittheilt. Aber eben darum, weil es deren ſo viele gibt, bedürfen wir keiner ſolchen, welche die Phantaſie erſonnen hat. Die in der erwahnten Nummer mitgetheilte gehort aber zu den letzteren. Wer der Erfin⸗ der derſelben iſt, weiß ich nicht; aber das leidet keinen Zwei⸗ fel, daß ſie nicht von einem Heſſen herrührt. Erſt im Hetbſte 1813 hatte man ſich dieſelbe in einigen Zirkeln zu Darmſtadt erzählt. Indeſſen erklärten hier bald Maͤnner, deren Charakter und Verhältniſſe ihnen eine entſcheidende Stimme gab, die Erzählung beruhe auf keinem Factum, und ich ſelbſt entſinne mich noch recht wohl, aus dem Munde einer hochgeſtellten Perſon, die es ſehr gut wiſſen konnte, vernommen zu haben,„die Erzaͤhlung laute zwar ſchön, ſei aber nicht wahr.“ Genug, es war dort bald nicht wei⸗ ter mehr die Rede davon; denn ſo ſehr auch die Erzaͤhlung einer ſo rührenden Aufopferung das Gemüth anſprechen mochte, ſo war man doch weit entfernt, die Geſchichte Heſſens auf Koſten der Wahrheit zu bereichern. Eben da⸗ rum, weil auch mir die Wahrheit in der Geſchichte als das Höchſte erſcheint, halte ich mich zu gegenwärtiger Mitthei— lung verpflichtet. Selbſt dem ganz entfernt Stehenden müſſen ſchon Zweifel an der Wahrheit der Sache aufſteigen, wenn er bedenkt, daß Diejenigen, welche die Schickſale der Heſſiſchen Truppen und des heldenmüthigen Prinzen in jenem furchtbaren Feldzuge, der übrigens manche rührende Scene der Treue und Aufopferung darbietet, erzaͤhlen,) ge⸗ rade dieſer Scene auch mit keiner Sylbe erwaͤhnen“). Würden ſie als Heſſen und als Augenzeugen einen ſolchen Herois mus der Treue, wenn er ſich wirklich auf dieſe Weiſe offen⸗ bart hätte, verſchwiegen haben? Ja hätten ſie ihn der⸗ *) Es exiſtiren bekanntlich mehrere Werke hierüber. ) Uebrigens hat der Herr Einſender jenes Aufſatzes in Nro. 70 ſeine Notiz aus Wittmann's Geſchichtsbuch geſchöpft und iſt darum ſeine Mittheilung hinreichend gerechtfertigt. Die Red — ö 6 . 1 0 * 286. ſchweigen durfen? Und iſt es denkbar, daß die zum Theil noch lebenden Männer, welche ſich damals im Gefolge Sr. Großh. Hoheit des Prinzen Emil befanden, auch nie ein Wort hierüber geäußert haben ſollten, wenn die Sache ſich wirklich ereignet hätte? Friedberg im September 1844. Prof. Ph. Dieffenbach. * Der Ungluͤcksvogel. II. Unglücksvogel nennt man nicht allein den, welcher Unglück hat, ſondern auch den, welcher Unglück bringt, von dem man wenigſtens glaubt, er bringe Unglück; und wenn es wahr iſt, daß es Unglücksvögel im erſten Verſtande gibt(S. Int.⸗Blatt Nro. 62), ſo möchte ſich das Vorhan⸗ denſein derſelben im andern Sinne des Worts gleichfalls kaum in Abrede ſtellen laſſen. Es klingt dieß allerdings verwunderlich und iſt auch ſo, aber die nachfolgende kurze Geſchichte möge ein Zeugniß für das Geſagte ablegen. Dr. Sebaſtian Felix iſt der Name des Mannes, aus Leben deſſen ich heute einige Abſchnitte erzählen will. Grauſam hatte das Schickſal des Kindes geſpottet, als es daſſelbe unter dem Namen Felix“) geboren werden ließ, denn wie paßte dieſer Name zu dem, was Baſtian in der Folge ward— ein Unglücksvogel— wie zuerſt ſein eigener Vater ihn genannt hatte? Die Sache war die. Der alte Felix war Rathsherr in einer Stadt und ein überaus reicher Mann. Unter ſeinen verſchiedenen Koſt⸗ barkeiten legte er einen ſehr hohen Werth auf ein von ſei— nem Urgroßvater überkommenes feines Kaffeegeſchirr, das eben darum auch im Staatszimmer zu Jedermanns Anblick auf einem Tiſche aufgeſtellt war. Einſtens nun, als Seba⸗ ſtian ungefähr 5 Jahre alt und mit ſeiner Mutter gerade im oben beſchriebenen Staatszimmer war, zog er das Brett, worauf das Geſchirr ſtand, vom Tiſche herunter, ſo daß es tauſend Scherben gab. Noch ſtierte die Mutter, wie vom Blitze getroffen, auf die Trümmer früherer Herrlichkeit, die zu ihren Füßen lagen, als der Rathsherr, durch das Geklin— gel der Scherben aus ſeinem Schläfchen geweckt, in die Stube trat und, den angerichteten Schaden bemerkend und ſogleich den Zuſammenhang der Sache erkennend, Baſtian⸗ chen mit den Worten andonnerte: Du Unglücksvogel du!— Als ſpäter Baſtian die gelehrte Schule bezog, badete er einſt mit ſeinem beſten Freunde und kam, kaum daß er ins Waſſer geſtiegen war, in augenſcheinliche Gefahr zu er⸗ trinken. Sein Freund, die Noth, in der Baſtian ſchwebte, gewahrwerdend, ſprang ihm nach und half ihm wieder auf feſten Boden, er ſelbſt aber mußte ſeinen Edelmuth mit ſei⸗ nem Leben bezahlen und ſeit der Zeit nannte man in dem Gymnaſium den jungen Felix mit demſelben Namen, den ihm ſein Vater gegeben hatte, und noch viele andere Be— gebenheiten, die ich aber der Kürze wegen nicht alle an⸗ ) Felix heißt der Glückliche. ſchel v0 führen kann, hielten dieſe Benennung in fortwährze 00%, d a Erinnerung.% denn Je Endlich bezog denn Felix die Univerſität und zu; b ae reichlich mit vielen Kenntniſſen und Fertigkeiten ech u hun q in ein Leben, in dem fonſt die Vorurtheile ſo ziemlig i, 2 verſchwinden pflegen, theils weil die Heiterkeit des ju, a 2 175 lich-freien Sinnes Alles im hellen Farbenſchmucke erſchiſg n läßt, theils weil man durch klares Erkennen der Wah bil es auch im Erkennen der Vorurtheile weiter bringt. 5 oy Felix war und blieb„der Unglücksvogel“— wo irgend eh e f Scherz, der gegen die, oft allzuſtrengen, akademiſchen g lie i Gdeluut ſetze verſtieß, gemacht wurde und Felix war dabei, da I are enz pielleid den gewiß die Theilnehmer zur Unterſuchung gezogen 10 1 ſeiner beſtraft und ſo auffallend war das Mißgeſchick, das in dy, I in Unſtern angebornen Beziehung den Fußſtapfen Sebaſtians nachſogg il hate, re daß er ſelbſt es für gerathen hielt, ſich, um ſeiner Freu 0 wum, 9 willen, mehr und mehr von den geſelligen Vergnügung bea e. 5 u. ſ. w. größerer Maſſen zurückzuziehen. ülig v Für ſeine Studien war dieß von großem Vortfi 1 was il nachdem er 4 Jahre denſelben obgelegen hatte, era 1 25 d ſich die Würde eines Doctors der Geſammtheilkunde 1 den K vieler Auszeichnung, beſuchte dann noch die großen Spiag n G98 in Wien, Berlin, London und Paris und ließ ſich zul iin je in ſeiner Vaterſtadt als praktiſcher Arzt nieder. ban in 11 Wie es zu geſchehen pflegt, ſo geſchah es auch* n Dr. Felir— er wurde in der erſten Zeit ſeines ärztich fen, ſichen, Lebens von Kranken und Geſunden wahrhaft überlaiſe dn neden nn von Kranken, die bei den andern Aerzten bisher un nibe gewordel ihre Geneſung geſucht hatten und nun zu dem jungen is Gegenteil tor als zum eigentlichen Erretter aus jedweder Noth und wohl euch Leibes emporſahen und von Geſunden, die unverſtin eue Nabe genug waren zu meinen, man müſſe ſchon ein bischen iaß lernen, be ſein, um ſich ein Anſehen zu geben, und die darum i(bet nach de ein Gebreſte erheuchelten. Nicht lange aber, ſo wan abauet,— Mißgeſchick, das Dr. Felir bei ſeinen Patienten hatte,] Witern, wen Jedermanns Munde und ihm ſich anvertrauen hieß un der haben. fähr ſo viel, als einen Paß in jene andere Welt ſich!“—— ren laſſen. Das war, wie oben ſchon geſagt, la Kirchenb Folge ſeiner Unwiſſenheit, ſondern nur die Wirkung hen Unſterns, der über ihm waltete; Alle, ſelbſt ſeine Collega- und das will Etwas heißen— ſprachen mit Bewund un von ſeinem Wiſſen, aber auch Alle ſetzten dazu: ſchat- 4 er iſt ein Unglücksvogel. 25, Konrad id Das zeigte ſich auch im geſellſchaftlichen Leben, u 0 wenn er einen Ausflug auf's Land mit ſeinen Frau Sohn machte, gab's gewiß Regen; wenn er bei'm Kartſpiele il Morgar ter Eines Stuhle ſtand, kam derſelbe gewiß in Verluſt! ꝛc.— ſo daß man den Doctor am Ende wahrhaft für Bekannt und machte, wie es im Sprüchworte heißt, daß mam i immer drei Schritte vom Leibe blieb. „Iſt aber der Mann zuletzt nicht ganz menſchenſen 5 geworden? hat er ſich nicht im Aerger und Verdruß dull n lei zwiſchen Büchern und Todtenknochen vergraben?“ Seu hubier ö 3 fell“ duden Hundert Andere an ſeiner Stelle hätten es vie lch pu e gethan, er aber that es nicht, und was war's, das g are, an der Klippe, an welcher viele Andere gewiß geſchen Mita, „ 287 pären, ſicher vorbei half? Das war ſein gutes Herz und dis Gluck, das er im eigenen Hauſe fand. Sein gutes lerz— denn je mehrere uud größere Schwierigkeiten ſich ſinem Wunſche, etwas zur Beglückung derer, die um ihn baren beizutragen, in den Weg ſtellten, deſto bereitwilliger bar er, dieſem Wunche Alles zu opfern, und da er mit großem irdiſchen Gute geſegnet war, ſo ſuchte er mit ſeiner lülfe zu ebnen, was er nur konnte. Auf dieſe Weiſe achte er es dahin, daß man ſagte: zwar iſt er ein Un⸗ gücksvogel, aber dabei ein vortrefflicher Menſch.— Doch lätte dieſes Lob, meiſtens aus dem Munde derer, die des Doctors Edelmuth an ſich ſelber erfahren hatten, gekommen, ſin Herz vielleicht leer gelaſſen, wenn er nicht daheim, an ger Seite ſeiner Gattin, unter ſeinen lieben Kindern, auf he ſein Unſtern bisher zum Glücke noch keinen Einfluß zeübt hatte, reichlichen Erſatz gefunden hätte für all das knangenehme, das draußen das Leben ihm bot. Da ſeht hr recht, meine lieben Leſerinen und auch ihr Kinder, die hr zufällig vielleicht dieſe Geſchichte leſet, was ihr dem Manne, was ihr eurem Vater ſein könnet wenn er des ages Laſt und Hitze getragen, wenn er den täglich ſich mneuernden Kampf gegen all die unzähligen Plackereien ines jeden Geſchäftslebens am Abend beendigt hat— ihr lönnt ihm ein Troſt, ihr könnet die Sonne ſein, vor der ue finſtern Wolken, die ſich auf ſeiner Stirne gelagert gaben, fliehen, die Sonne die ihn erwärmt, begeiſtert, mor⸗ zen wieder denſelben Kampf zu kämpfen, in dem er heute nüde geworden.— Aber ihr könuet auch von alle dem das Gegentheil ſein, das Gegentheil zu Wege bringen,— und wohl euch, wenn ihr nicht wiſſet wie? wenn ihr in urer Nähe kein Beiſpiel habet, an dem ihr dieß wie? lernen könnet; wohl euch und— euern Gatten, wenn ihr lebet nach dem Worte:„durch weiſe Weiber wird das Haus erbauet“—(Sprüchw. 14, 1.) wohl euch und— euern Vätern, wenn ſie Männer ſind, die Freude an ihren Kin⸗ dern haben.(Sir. 25, 10.) Kirchenbuchs⸗Auszug vom Auguſt 1844. I. Grünberg. Getraute: 25. Konrad Geſell, des Georg Friedrich Chriſtian Wilhelm Geſell, geweſenen Employé beim Bureau der directen Steuern zu Marburg ehelicher hinterlaſſener lediger Sohn, Ortsbürger und Schneider zu Atzenhain und Margaretha Crede, des Konrad Crede, geweſenen Bürgers und Leinwebers dahier, eheliche hinterlaſſene ledige Tochter. Getaufte: 4. Dem Buͤrger und Knopfmacher Ludwig Schmidt Zwil⸗ lingskinder, Juſtina und Eliſe, geb. den 21. Juli. 9. Ein uneheliches Kind, Heinrich, geb. den 17. Juli. 11. Dem Bürger und Bäcker Johannes Oehl ein Sohn, Johann Georg, geb. den 21. Juli. Dem Bürger und Bäcker Georg Kaspar Jockel eine Tochter, Eliſa, geb. den 21. Juli. 18. Dem Bürger und Schuhmacher Johannes Kreuder eine Tochter, Margarethe, geb. den 3. Auguſt. 18. Dem Großh. Bauaufſeher erſter Klaſſe Peter Poſeiner ein Sohn, Guſtav, geb. den 25. Juli. 18. Dem Bürger und Bäcker Joh. Georg Fuldet eine Toch⸗ ter, Margarethe, geb. den 2. Juli. 20. Dem Bürger und Schuhmacher Johannes Stiedenrod ein Sohn, Chriſtian, geb. den 9. Auguſt. Dem Großh. Phyſikatsarzt Dr. Ludwig Neuſchäfer eine Tochter, Auguſte Eliſe Henriette, geb. den 28. Juli. 22. Dem Ziegler Daniel Seipp eine Tochter, Eliſabetha, geb. den 27. Juli. 27. Dem Gemeindeeinnehmer Johannes Guntrum Tochter, Eliſa, geb. den 3. Auguſt. Beerdigte: 7. Johannes Kreuder, Burger und Schuhmacher, alt 75 Jahre, 3 Monate und 12 Tage, f den 4. Auguſt. 8. Chriſtoph Heller, Bürger und Taglöhner alt 38 Jahre, 6 Monate und 19 Tage, t den 7. Auguſt. Hermann Hofmann, des hieſigen Bürgers und Schnei⸗ ders Joh. Martin Hofmann Sohn, alt 6 Jahre, 6 Monate und 25 Tage, k im Auguſt in Folge einer Hirnverletzung, welche durch einen ſtürzenden Balken wenige Minuten zuvor verurſacht worden war. Eliſa Alles, des Bürgers und Schreiners Martin Alles Tochter, alt 3 Jahre, 2 Monate und 16 Tage, t den 15. Auguſt. 22. Georg Heinrich Alban, des Buͤrgers und Hofgutbe⸗ ſtänders Konrad Alban hinterlaſſener lediger Sohn, alt 70 Jahre, 1 Monat und W Tage, t den 20. Auguſt. eine 17. II. Ulrichſtein. Getraute: Keine. Getaufte: Keine. Beerdigte: Keine. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. c ννσ Edietalla dung. (40610 ueber das um 2087 fl. 12 kr. über⸗ ſchuldete Vermögen des Poſamentiers Guſtav Steup dahier iſt formeller Concurs erkannt worden und werden alle diejenigen, welche Forderungen an denſelben zu machen haben, aufgefordert, ſolche Mittwoch den 18. September, Vormittags, bei der unterzeichneten Gerichts-Behoͤrde an⸗ zuzeigen und zu begründen, etwaige Vergleichs⸗ Vorſchläge entgegen zu nehmen und wegen Beſtellung eines Contradictors und Maſſe⸗ pflegers die geeigneten Anträge zu ſtellen, widrigenfalls ſie ſtillſchweigend von der Maſſe ausgeſchloſſen, von den dem Gericht bereits bekannten Gläubigern aber unterſtellt werden ſollen, daß ſie den Beſchlüſſen der Mehrheit der Gläubiger beitreten wollten. Friedberg den 25. Juli 1844. Großh. Heſſ. Landgericht Dr. Gilmer. Arbeits-Verſteigerung. (1197) Künftigen Samſtag, als den 14. d. M., Nachmittags 2 uhr, ſollen in dem Wieſengrund zu Niederwöllſtadt die zum Zweck einer kuͤnſtlichen Bewäſſerung deſſelben erfor⸗ liche Bauten, beſtehend in 7 Schleußen und zwei Brücken von eichen Holz, wozu der Ue— bernehmer alles Material zu ſtellen hat, in einer zu woͤlbenden ſteinernen Brücke, wozu die Steine geliefert werden, und in der An⸗ fertigung von Erddaämmen ze. an den Wenigſt⸗ nehmenden in Akkord gegeben werden. Pläne und Koſten-ueberſchläge hierüber lie— gen auf meinem Büreau offen und können zu jeder Zeit eingeſehen werden. Niederwöllſtadt d. 6. September 1844. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter St o ll. Bekanntmachung, Die Wiederverpachtung des zum Gr. Doma⸗ nialwald Frauenwald gehörigen Ackerlands, der Sautrieb genannt, im Revier Oberros⸗ bach, Forſts Friedberg, betr. (1198) Montag den 16. d. M., Morgens 8% Uhr, werden von dem obigen, bei Nieder⸗ mörlen gelegenen Ackerland, die Abtheilungen Nr. 4, 5, 6 und 7, zuſammen 2 Morgen 325,1 Quardratklafter enthaltend, an Ort und Stelle auf eine 6jährige Beſtandzeit an die Meiſtbietenden öffentlich verpachtet. Nachgebote finden nicht ſtatt, der definitive Zuſchlag wird vielmehr ſogleich ertheilt, wenn die Meiſtgebote dem Abſchätzungspreis gleich⸗ kommen. Oberrosbach den 7. September 1844. Der Gr. Heſſ. Revierförſter des Reviers Oberrosbach. Bingmann. Obſt⸗Verſteigerung. (1199) Mittwoch den 18. d. M., Vormit⸗ tags 10 Uhr, ſoll das hieſige Gemeinde⸗Obſt, eirca 145 Malter Aepfel und eine Quantität Birnen und Zwetſchen, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden und ſind Kaufliebhaber hier⸗ zu eingeladen. a Rodenbach den 2. September 1844. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Hetterich. Bekanntmachung. (12000 Dienſtag den 17. d. M., Morgens 9 Uhr, ſoll in 1000 Oberwöllſtadt eine in Ober- und Niederrosbacher Gemarkung, jedoch nahe bei Oberwöllſtadt, gelegene, Wieſe von 15 Morgen 1 Ptl. 5 Rth. Oberrosbacher Orts— maas auf 9 Jahre öffentlich meiſtbietend ver⸗ pachtet werden. Hungen den 6. September 1844. Fürſtlich Solmſiſches Rentamt Kießling. Oeffentliche Aufforderung. (12010 Es beabſichtigen die Grundbeſitzer 1) der Gemarkung Zeilbach die dem Freiherrn Wilhelm von Schenk zu Schweinsberg auf der Sorge zuſtehenden Grundrenten im geſetzlichen Geldanſchlage zu 75 fl. mit einem Ablöſungskapital von 1350 fl. 2) der Gemarkung Großeneichen die den Freiherrn von Schenk zu Schweins⸗ berg, namentlich a) dem Gr. Hauptmann Hans Carl von Schenk zu Darmſtadt, b) dem Rittmeiſter Friedrich von Schenk zu Rülfenrod, o) der Maria Freifrau von, Schenk als Vormünderin ihrer minderjährigen Söhne Ferdinand, Wilhelm, Georg und Carl von Schenk zu Rülfenrod gebührenden Grundrenten von 2 fl. 22 ¼ kr. mit 42 fl. 40% kr. Ablöſungskapital in Ge— mäßheit des Geſetzes vom 27. Juni 1836 ab⸗ zulöſen. Dem Erſuchen Gr. Kreisraths des Kreiſes Grünberg zufolge werden alle, bei der Ablö— ſung vorbenannter Grundrenten Betheiligte, bekannte ſowohl als unbekannte, hierdurch auf— gefordert, ihre etwaigen Rechtsanſprüche bin— nen 2 Monaten von heute an ſogewiß bei hieſigem Gerichte anzuzeigen, als ſonſt die Auszahlung der Ablöſungskapitalien an die genannten Berechtigten geſtattet werden wird. Grünberg den 6. September 1844. Gr. Heſſ. zum Landgericht daſ. gehöriges Pa⸗ trimonialgericht der Fhen. Riedeſel zu Eiſenbach Welcker. „ 288. Braunkohlen zu Weckesheim. (1202) Außer den zu 8 kr. von den Rei⸗ hen und zu 9 kr. von den Haufen abgegeben werden vorzüglich guten Klötzen, ſind auch feſte Braunkohlen zu 12 kr. pro Centner vorräthig, wovon die Abnehmer hierdurch be⸗ nachrichtigt werden. Hungen den 5. September 1844. Fürſtlicher Renkamtmann Kießling. Bekanntmachung. (1203) Nächſtkünftigen Freitag, als den 13. d. M., ſollen dahier die Reparaturarbeiten an dem zum Gemeinde⸗Backhaus angekauften Hauſe, vervoranſchlagt: 1) Maurerarbeit zu 187 fl. 23 kr. 2) Zimmerarbeit 29 7 25„ 3) Schreinerarbeit 83„ 9 4) Schloſſerarbeit 35„ 33½„ 5) Glaſerarbeit 25» 58 6) Weißbinderarbeit 12/ 12„ unter den bei der Verſteigerung bekannt ge⸗ macht werdenden Bedingungen, an die Wenigſt⸗ nehmenden veraccordirt werden. Die Herrn Bürgermeiſter werden erſucht, dieſes den betreffenden Handwerkern bekannt machen laſſen zu wollen. Bellersheim den 5. September 1844. Der Großh. Heſſ. Fürſtl. Solms⸗ Braunfelſiſche Bürgermeiſter J. Bid p p. Bekanntmachung. (1200 Freitag den 13. d. M., Nachmit⸗ tags 2 Uhr, ſollen die in der Freiherrlich von Löwiſchen Allee bei Wiſſelsheim befindlichen Aepfeln, in circa 12 Malter beſtehend, öffent⸗ lich meiſtbietend an Ort und Stelle verſtei— gert werden. Wiſſelsheim den 7. September 1844. Der Großh. Beigeordnete Nürnberger. Aepfel verkauf. (1205) Mittwoch den 18. d. M., Vormit⸗ tags 10 Uhr, ſollen die hieſigen, dießjährigen Gemeinde⸗Aepfel, circa 60 bis 70 Malter an Ort und Stelle meiſtbietend verſteigert werden. Die Herrn Bürgermeiſter werden erſucht, dieſes in ihren Gemeinden gefälligſt bekannt machen laſſen zu wollen. Maibach am 7. September 1844. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter hi li p p i. Obſt⸗Verſteigerung. (1206) Das Ooſt in den hieſigen Garten und an der Straße, Aepfel, Birn und Zwet⸗ ſchen, von den beßten Sorten, ſoll Dienſtags den 17. d. M., des Mittags 1 Uhr, an Ort und Stelle meiſtbietend verkauft werden. Arnsburg am 7. September 1844. Der Gräflich Solmſiſche Rentamtmann Fa bien; Schaaf-Verſteigerung zu Ulrichſtein. (1207) Dienſtag den 24. September d. J., Vormittags 10 Uhr, auf Ulrichſteiner Markt, ſollen bei Ulrichſtein nachverzeichnetes Schaaf— vieh von der Domanial-Schäferei Selgenhof, von der beliebten Rhönrace, reines Vieh, ans⸗ gezeichnet ſchön und groß, öffentlich dem Meiſt⸗ gebote ausgeſetzt werden: 1 ſechsjähriger Hammel, 11 Stück Jährlingshämmel, 73„B Mutterſchaafe, a 72„ Mutterlämmer von dieſem Jahr, 8„ Bocklämmer, desgleichen, 82„ Hammellämmer, desgleichen. Gegen annehmbare Bürgſchaft kann bis Martini Zahlungsfriſt geſtattet werden. Schotten am 7. September 1844. Der Gr. Heſſ. Rentamtmann Prätorius. Aepfel⸗Verſteigerung. (1208) Donnerſtag den 12. Septembg, Vormittags 10 Uhr, ſollen die diesjähriggm Aepfel der Gemeinde Bruchenbrücken an Ot und Stelle meiſtbietend verkauft werden. Bruchenbrücken am 7. September 184 Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Bie ſt. Holz ⸗Verſteigerung. (1209) Freitag den 13. d. M., Vormittag 10 Uhr, werden 4½ Stecken Eichen⸗Wel. ſcheitholz im hieſigen Schloßhofe an den Mei bietenden verſteigert. Ockſtadt den 7. September 1844. Freiherrl. v. Frankenſtein'ſches Rentamt Ang eiter. e Wee Privat Bekanntmachungen Haus Verkauf, (1179) Ein zweiſtöckiges Haus von guten Eichenholz, 55 Schuh lang und 34 Schuh brei, ſteht unter vortheilhaften Bedingungen le Unterzeichnetem auf den Abbruch zu verkah, fen. Fenſter, Thüren, Treppen ꝛc. iſt mt inbegriffen. 921 f Elpenrod am 28. Auguſt 1844. Chr iſt ian Köhler“ Verſteigerung von Fäſſern. (11920 Donnerſtag den 12. September 5 ö J. laſſen die Unterzeichneten 28 Stück Stückfaſſer, 14„ Ziulaſtfäſſer, 6„ CEſſigſtänder zur Schnelleſſigfab ff cation, 8 Fuß hoch und 4 ff breit, eine Parthie 3-Ohmfäſſer, 75 einige Pfuhlfäſſer 5 zur Perſteigerung bringen, was ſie Kauflich, habern mit dem Bemerken bekannt machen, daß die Gegenſtände vom 10. September an und 1 1 Der Kreisratl 1 Vorſtand de n die Oroßh auf dem Hof ihres Fabrikgebäudes zur Ein ſicht bereit ſtehen. Gießen den 31. Auguſt 1844. Georg Noll 8 Comp, Geſchäfts-Eröffnung. (1210) Ein geehrtes Publikum hierdurg ergebenſt in Kenntniß ſetzend, daß ich mein hierſelbſt etablirtes Klein- und Groß⸗Uhrme chergeſchäft bis zum 15. d. M. zu eröfffen beabſichtige, bemerke ich, daß es mein ſtetes Streben ſein wird, allen auf dieſes Fach Be⸗ zug habenden Anforderungen auf das Gewiſ⸗ ſenhafteſte und Pünktlichſte zu entſprechen, und werde durch möglichſt billige Preiſe, ſo wie durch prompte und reelle Bedienung da mir geſchenkte Zutrauen ſtets zu rechtfertigen ſuchen. Vilbel den 8. September 1844. Jean Steur, wohnhaft bei Metzger Heibbel, der Stat Caſſel gegenüber. Bitte um Aufnahme. (12110 Muß man denn alle Erfindung ven Maſchinen aus England, Nordamerika und ſonſt fremden Gegenden haben, von Eiſeubah nen, Lufteiſenbahnen, Dampfboten und de gleichen, ſo wird ein unterzeichneter Ortsbü⸗ ger von H. im Stande ſein, durch Unterſtl— tzung mehrerer Maurer und Zimmerleute, die von H. nach F. arbeiten gehen, und durh Unterſtützung der Gemeinde H. auch eine Me ſchine zu machen. 1) wo man fängt: Wal! eulen, 2) Hörnereulen, 3) Kornſpatzen, 0 Heuhipper, 5) Krammetsvögel, 6) Dorfkater Und dergleichen, wo ohne Luft und Dampf getrieben wird. Für die Garandie der Mi ſchine haftet J. F. V. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. ſlaiffend: Die H vereins. Sie wollen hügledern des aden, Lach die Worſtaud der D. Montag“ in dem Gaſthau han wünſchen ſchienen. Grünbe! deantwortu Auf die 66. befindlichen ler, oder die gen welches lich ſelbſt ſe n habe, wenn % Thiere ang be lang ſein Man R Miken bis an 7 1 8 und ſuchdem dieses — . ) H ſchünt ſllcigt und Wülkomen