— * * ntelligenz-Olatt für die Provinz Oberheſſen ö im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. Amtlicher Theil.. Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Gruͤnberg au ſaͤmmtliche Großh. Buͤrgermeiſter des Kreiſes. Betreffend: Die Beitreibung der Communalintraden. Ohnerachtet meiner vielfachen Ausſchreiben in Bezug auf Beitreibung der Communalintraden, wonach es den Gemeindeeinnehr mern zur Pflicht gemacht worden iſt, die In— Nr ſtruction über Beltreibung der Communalintraten, inſoweit n dieſelbe ſolche angeht, auf das pünktlichſte zu erfüllen, hat N. E 1 145 man doch wieder die Wahrnehmung gemacht, daß die mei— ſten Gemeindeeinnehmer des Kreiſes derſelben nicht genügen, da nur von wenigen die Rückſtandsliſten von dem 1. und 2. Ziel Communalgeld pro 1844 bis jetzt eingereicht wor— den ſind. Ich ſehe mich daher veranlaßt Sie anzuweiſen, die Gemeinderechner ſtreng zu überwachen und denſelben zu eröffnen, daß, wenn ſie künftighin die in den§§. 9, 10, 11, 12 und 18 der Inſtruction enthaltenen Vorſchriften nicht pünktlich erfüllten, man genöthigt ſeie, mit ernſter Strafe gegen ſie vorzuſchreiten. Grünberg den 26. Juli 1844. O uvi er. Derſelbe an dieſelben. Betreffend: Die Au Aufftellung d der er Vieh hſtandstabellen. Sie werden angewieſen die Viehſtandstabellen für dieſes Jahr alsbald aufzuſtellen und dieſelben längſtens bis zum 15. Auguſt an mich einzuſenden; welche bis zu dieſem Termin nicht eingelaufen ſind, werden alsdann durch Straf— boten abgeholt werden. Bei Berechnung des Kapitalwerthes des Viehſtandes ſind die nachſtehenden Durchſchnittspreiſe zu Grunde zu legen: 1 Pferde: 82 fl.;) Fohlen: 4¹ fl.; 3) Bullen: 59 fl.; 4) Ochſen: 72 65 5) Kühe 40 fl.; 6) Rinder: 20 fl.; 7) Schafe: 5 fl.; 158 1 12 fl.; 9) Ziegen: 5 fl.; 10) Eſel: 17 fl. Grünberg den 30. dull 1844. Du drei e u. Mittwoch, den 7 7. Au lit ei Der Unglücks vogel. I. Unglücksvogel pflegt man einen Menſchen zu nennen, der von ungewöhnlich großem Mißgeſchicke heimgeſucht wird, dem nichts von Allem, was er anfängt, vollſtändig gelingt, dem keine Freude zu Theil wird, ohne daß ihm von un⸗ ſichtbarer Hand in den Freudebecher einige Wermuthstropfen gegoſſen werden. Es gibt ſolche Menſchen, die von der Vorſehung recht eigentlich dazu beſtimmt zu ſein ſcheinen, Leiden und Trübſal auf Erden zu erdulden; ich ſelbſt habe einen ſolchen Men— ſchen gekannt und will ſeine Leidensgeſchichte, überzeugt, daß manches Lehrreiche in ihr liege, in gedrängter Kürze hier unten erzählen. Gabriel Stark— ſo wollen wir den Mann, von dem die Rede ſein ſoll, nennen— Gabriel Stark hatte, ſchon ehe er das Licht der Welt erblickte, ſeinen Vater ver— loren und auch ſeine Mutter ſtarb wenige Wochen nach ſeiner Geburt, ihr einziges Kind der Pflege und Wartung ihrer noch lebenden Eltern hinterlaſſend. Damals nannte man den kleinen Gabriel uberall ſchon„ein rechtes Unglüͤcks— kind eine Bezeichnüng, die ſich auch im weitern Verlaufe ſeines Jugendlebens rechtfertigte. Zwar nahmen ſich ſeine Großeltern mit all' der Liebe und Zärtlichkeit, die Groß— eltern eigenthuͤmlich zu ſein pflegt, ſeiner an, ſo daß er zu Hauſe nichts entbehrte, was ſeines Leibes Nothdurft heiſchte und daß auch in ſpätern Jahren Alles für die Ausbildung ſeines Geiſtes geſchah, was an ſeinem Geburtsorte dafur geſchehen konnte. Was aber ſonſt ein Knabe all fuͤr Un— glück haben konnte, das hatte gewiß Gabriel; hatte er ein neues Buch oder Schreibbuch bekommen, ſo wurde ihm ge— wiß in den erſten Tagen ein Tintenflecken darauf gemacht; wurde Ball geſpielt, ſo wurde ihm gewiß auf's Auge oder wenigſtens ins Geſicht geworfen; gieng's auf's Eis, ſo fiel er gewiß in den erſten Minuten, oder brach ein— und doch war er keineswegs ein unreinlicher, muthwilliger, ver— wogener, ungeſchickter Knabe, das Gegentheil. Als Gabriel aus der Schule war Schreiner in die Lehre. gieng gleichfalls nicht ohne mancherlei Mi denn als Lehrling war er durch die Unvorſichtigkeit eines der Geſellen beinahe um die linke Hand gekommen, und als Geſelle hatte er das Ungluͤck, daß ihm in der Fremde ſein Wanderbuch geſtohlen und er wegen mangelnder Legitima⸗ tionen mehrere Wochen im Stockhauſe gehalten wurde. Als er von ſeiner Wanderſchaft zurückgekehrt war und ſich, mit Hülfe ſeiner immer noch lebenden Großeltern als Meiſter niedergelaſſen hatte, da ſchien auch für ihn endlich die Zeit des Glückes gekommen, denn Eliſabeth, die ſchönſte Dirne im Dorfe, zu der ſich der Knabe ſchon hingezogen gefühlt hatte, ward ſein Weib. Ein Jahr des Eheſtandes gieng ungetrübt vorüber; Gabriel und Eliſabeth lebten im Himmel und als einſt die Gattin dem Gatten geſtand, daß ſie auf eine Frucht der Liebe hoffen dürften, da war des Letztern Entzücken ſchier ohne Maas. Der arme Gabriel! wie kurz wird ſeine Freude währen!— Die Stunde der Geburt kam heran— ein herrliches Knaäblein trat an das Licht der Welt, aber— Eliſabeth ſtarb nach wenigen Stunden. Soll ich den Schmerz Ga⸗ briels beſchreiben? kann ich ihn beſchreiben? Nein, ich kann nicht, denn ſein Schmerz war über alle Beſchreibung groß; er klagte zwar nie, aber er war wie gelähmt, eine düſtere, thränenloſe Schwermuth bemächtigte ſich ſeiner auf längere Zeit, und viele Monate giengen vorüber, ehe er ſich von dem neuen, empfindlichſten Schlage des Schickſals, der ihn getroffen hatte, einigermaßen erholte. Plötzlich aber erſtarkte er wieder Erhebung hatte auf jeden Fall ſein kleines Söhnchen, das ihn liebkoſte und herzte und das Leben wieder in einem freundlicheren Lichte betrachten ließ. Lorenzchen war aber in der That auch ein gar herziger Junge und nicht blos der Liebling ſeines Vaters, ſondern ſaͤmmtlicher Nachbarn, ja aller Dorfbewohner, die an Gabriels Geſchicke lichſten Antheil nahmen und ſich für il in dem Kinde 1 ßgeſchick vorüber, und Theil an dieſer den herz⸗ hn freueten, daß er de wenigſtens einigen Erſatz für das geſtörte eheliche Glück mit der heimgegangenen Eliſabeth habe. Als das Andenken Gabriels an ſeine geſchiedene G tin aufgehört hatte, ein quälend ſchmerz ſich die Seelenpein in eine ſtille ſanfte Wehmuth aufgelöſt und der Thränenbrunnen wieder Waſſer bekommen hatte, da gab nach Ablauf einiger Jahre Gabriel den Wünſchen ſeiner Swiegereltern nach und trat, mehr ſeines, allmälig heranwachſenden, Söhnchens als ſeiner ſelber willen, in die zweite Ehe, die auch, wegen der vielfach guten Eigenſchaf⸗ ten der Braut und dem ſchon haufig geprüften Biederſinn des Gatten, eine glückliche zu werden verſprach. Zum Hochzeitstag war der Sonntag gewählt und ſo lange der Vater mit der Mutter und Gäſten in der Kirche waren, ſollte Lorenzchen im Hofe ſpielen, während die Magd in der Kuͤche beſchäftigt wäre. Man dachte gar nicht, daß etwas Trauriges an dieſem Tage geſchehen könne und gieng at⸗ liches zu ſein, als * 246 ſondern von alle dem gerade „trat er bei einem Seine Lehr- und ſeine Geſellenzeit heiteren Muthes zur Kirche, leute zu gemeinſamer Freude einigte.— Man begab ſich na Gott! da lag Lorenzchen im ſich an dem Kratzeiſen das war ein Hochzeitstag! Doch Gabriel Stark tru manches andere dazu; wo der Geiſtliche die Brau und gemeinſamem Leide ber ch Hauſe— allmächtige g das neue Leid und nog er begrub ſeine Großeltern, ſeim Schwiegereltern von beiden Frauen, ſeine zweite Frau, di ihm keine Kinder geſchenkt hatte und an ei renden Krankheit dahingeſchwunden war, — alles Liebe begrub er und als 2 da ſtand er da allein, mutter und hatte Niemand mehr, der Verwandſchaft mit ihm verbunden war. „Wie iſt es nur möglich, daß der Arme ſolches Alles uͤberleben konnte? möglich, daß ihm in ſo ſchweren vielfäl- tigen Leiden, nicht einmal der Muth zu leben, die Kraft zur Arbeit, ja die Herzensfreudi wie wir geſehen haben, tief, ſehr tief beugte? So fragen wir, ſo und ſeinen Loren der Schmerz ihn manchmal auch fragten auch Gabriels Nachbarn untereinander und als er es einſtmals von un da ſprach er:„wie mir das leicht geſchehen! Seht, feſten unerſchütterlichen Glauben an Gottes Weisheit und Liebe, ein unverbrüchliches Vertrauen, wohl mit mir machen werde, eine daß dieſer Welt Leiden nicht werth die jenſeits an uns ſoll offenbaret die mir das Bewußtſein, das Meine redlich gethan zu haben, gibt und erhält. Seht, meine Freunde, das ſind die drei Wurzeln, aus denen der Baum ſeine Nahrung zieht, die zwar nicht verhindern können, daß der Sturmwind Blatter, Zweige und Aeſte, eins nach dem andern, knickt und zer⸗ ſtört, die aber den Baum ſelbſt, den Stamm, nicht werden ſinken laſſen, ſo lange noch Leben in ihm iſt./ Andächtig hatten die Nach Gabriel geendet hatte, ſagte Einer derſelben bei ſich, doch daß es die Andern hörten:„ich glaube, lieber Herr, hilf meinem Unglauben.“ Marc. 9, 24. In dieß ſtille Gebet ſtimmt gewiß auch mancher Leſer ein und wie wir ihm Erhörung, ſo wünſchen wir dem alten Gabriel ein ruhiges Greiſenalter und ein ſanftes Ende. —— möglich iſt? o das iſt gar zuverſichtliche Hoffnung, ſind all der Herrlichkeit, werden, eine Hoffnung, barn zugehört und als Zur Erheiterung. * Zwei Freunde unterredeten der verſchiedenen ihnen bekannten S den Vorzug verdiene. ſich darüber, welche prachen vor den andern Der Eine war ein großer Lobredner der engliſchen Sprache, aber der Andere, der ſeine deutſche Mutterſprache mehr als jede andere liebte, ſagte:„geh' mir mit der engliſchen Sprache, das iſt eine häßliche Sprache, alles wird anders geſchrieben, als geſprochen.“% Ei, rief der Erſte, nunmehr im Eifer, iſt denn das mit der deut⸗ Hofe an der Treppe und hat rechte Auge ausgefallen. Daß ner langſam zeh 0 Jahre alt war, ſeelenallein in der weiten Welt der durch Bande des Blutes oder 10 gkeit verließ, wenn ſchon, gefahr hörte, aß Daun be — f ſchland uin Dee ich ns ell lagen sell e eiten I. 0 darum einen 5 1— ſagte er 16 Eura 1 J u frden Sie e Fhummuchüt hold au Beta! Dee deulige . Dee daun 105 gründuln geb, Rosenbaum, N ſannes keinen N. N 2 me an e Theilnaht b 10 zur Nachricht doſes Grünebaum en bier mit veref meine Brüder, ich habe einen recht daß er es allezeit 5 hungen den 11. Gt. Heſſ. 0 [Ediete Die Ablöſt a Gemarkungen ieh Muſchenhem, ne Grewe N 7 Nac den dort iſt die Crlaſſung fügt und darauf k in neueſten Bezu Awrlaͤuftg berechtig As ſolcher erf ſehend aus der lers Bode zu We fees, dem Ober I Rheinbaiern, Helnbauſen. Die Grundren i) in der Gemar geſetzlichen G fl. 41—+— 15 n der Gemar gleichen Anſch Yin der Gemar ſolchen von 7 Ver bei dieſer Hel, wird nach tes, ohne Rück ordert, ſogewiß! im öfentlichen 0 ag ſich dabier a uc anzuzeigen, 1 Mlöſungs⸗ Ka kätigten, gde baden wird. Hungen den 1 Gr. Heſſ. Edie ˖ 0000 leber elend erm da Uberſchu N enn s. * N * 5. 0 ſten Sprache nicht auch der Fall? ſchreibt man nicht Topf zs end ſagt Düppe? ſchreibt man nicht Pferd und ſagt Achſi e und d bo N Tor. 0 ches Ilches 9 N vielf die Krgz chor mal aug Caul 2 he 9575 ** 1 Dazu paßt eine andere Anekdote. oßeltern 0 per in Deutſchland und mußte alſo die deutſche Sprache deite 0 ynigſtens ein bischen lernen. Die Sache fiel ihm aber, use, ie den meiſten ſeiner Volksgenoſſen, ſehr ſchwer und er hete darum einen wahren Abſcheu vor der deutſchen Sprache Nack— ſagte er deßhalb eines Tages— ick kann der 12 patſch Sprack nit leid, ſie att ſu viel r, par exemple: te befinden Sie Sick.“ 4 * 247*. 12. J. Kirchenbuchs⸗Auszug vom Juni 1844. Hungen. Getraute: Keine. Getaufte: Dem Bürger und Schuhmachermeiſter Philipp Bender ein Sohn, . Ein uneheliches Kind, Philipp Karl, geb. den 7. Juni. Dem Bürger und Schreiner Jacob Schmidt eine Tochter, Eliſabethe Maria Julie Emilie, geb. den 10. Juni. Ein Franzoſe 9. Franzoſ Wilhelm, geb. den 24. Mai. 23 29. Beerdigte: 9. Heinrich, Sohn des Bürgers Kaspar Schäfer, alt 12 J. 4 M. 5. Heinrich Philipp Karl Auguſt, Sohn des Müllers Heinrich Steller, alt 1 J. 5 M. 5 „Johannette, Tochter des Bürgers und Gerbers Philipp Fendt, alt dekanntmachungen von Be— hoͤrden. rr Bekanntmachung. 5) Die heutige Erklärung der Frau des 45 Grünebaum von Gambach, Betta, 95. Roſenbaum, daß ſie an dem Handel ibres Jannes keinen Theil nehme und ſich gegen d Theilnahme an ſeinen Schulden verwahre, urd zur Nachricht für diejenigen, die mit goſes Grünebaum in Verkehr ſtehen oder teten hiermit veröffentlicht. Hungen den 11. Juli 1844. Gr. Heſſ. Fuͤrſtl. Solmſ. Landgericht Hofmann. Edietalla dung. 6092) Die Ablöſung der Grundrenten in n Gemarkungen Bettenhauſen, Bellersheim d Muſchenheim, insbeſondere der der Fa⸗ lie Gremp zu Freudenſtein zuſtehenden. Nach den vorliegenden Adminiſtrativacten „il die Erlaſſung gerichtlicher Edictalien ver⸗ igt und darauf hingewieſen worden, daß der t neueſten Bezug befindliche Theil als der urläufig berechtigte aufzuführen ſeie. Als ſolcher erſcheint die Familie Kees, be⸗ hend aus der Frau des kurfürſtlichen Pfar⸗ tes Bode zu Wachenbuchen, einer gebornen hees, dem Oberförſter Kees zu Treppſtadt Rheinbaiern, und dem Chriſtian Kees zu Celnhauſen. Die Grundrenten beſtehen: in der Gemarkung Bettenhauſen, in einem geſetzlichen Geldanſchlag von jährlich 595 fl. 41% br.. N in der Gemarkung Bellersheim in einem gleichen Anſchlag von 6 fl. 8¼ kr. und in der Gemarkung Muſchenheim in einem ſolchen von 7 fl. 51 kr. Wer bei dieſer Ablöſung ſich betheiligt er— cchtet, wird nach Artikel 23. des Abloſungs— Fſetzes, ohne Rückſicht ob der Anſpruch bereits kannt oder noch unbekannt iſt, hiermit auf— fordert, ſogewiß binnen zwei Monaten, nach em öffentlichen Erſcheinen dieſer Aufforde— ung ſich dahier auzumelden und ſeinen An⸗ lruch anzuzeigen, als ſonſten die Auszahlung ler Ablöſungs-Kapitalien an die bezeichneten berechtigten, oder deren Weiſung verfügt erden wird. Hungen den 11. Juli 1844. Gr. Heſſ. Fürſtl. Solmſ. Landgericht. Hofmann. Edietal ladung. 9) ueber das äuſſerſt geringe und ſehr deutend überſchuldete Vermögen des Wag⸗ zermeiſters Heinrich Kötter dahier, hat Gr. ſhofgericht zu Gieſſen den Concurs erkannt, ind unterzeichnetes Gericht mit deſſen Leitung — — beauftragt. Demgemäß fordert man alle die⸗ jenigen, welche Anſprüche irgend einer Art an den Gemeinſchuldner haben, auf, ſolche ſo ge— wiß im Termin Dienſtag den 17. September, Vorm. 10 Uhr, dahier anzuzeigen und zu begründen, widri— genfalls Ausſchluß damit von der Maſſe, ohne daß jedoch ein beſonderes Präcluſivdecret er— geht, erfolgt. In dem Termine ſoll gleichzeitig die Güte verſucht werden, weßhalb die Vollmachten etwaiger Mandatare zum Abſchluß eines Ver— gleichs ermächtigen müſſen. Groskarben am 10. Juli 1844. Grßh. Heſſ. Landgericht daſelbſt Muhl. Schmidt. Aufforderung. (1028) Tobias Frembd von Gambach, ge⸗ boren in 1772, und angeblich bereits gegen 50 Jahre abweſend, wird aufgefordert, ſoge— wiß binnen 3 Monaten ſich dabier anzumel— den, als ſonſten ſein Ableben unterſtellt und ſein Vermoͤgen an ſeinen, vorläufig als alleini⸗ ger Erbe legtimirten Bruder, Johannes Frembd, überwieſen werden wird. Hungen den 19. Juli 1844. Gr. Heſſ. Fürſtl. Solmſ. Landgericht Hofmann. Edietalladung. (1032) Nachdem Gr. Heſſ. Hofgericht der Provinz Oberheſſen gegen Georg Stockmann von Ulrichſtein den Concursproceß erkannt und mit deſſen Leitung das unterzeichnete Gericht beauftragt hat, werden alle diejenigen, welche Forderungen, oder ſonſtige Anſprüche an die Maſſe, zu machen haben, aufgefordert, dieſe ſo gewiß in dem auf Nontag den 30. September 1844, Vormittags, anberaumten Liquidationstermine anzuzeigen und zu begründen, gegenfalls ſie von der Maſſe ausgeſchloſſen werden. Ulrichſtein den 22. Juli 1844. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Ray ß. Arbeits-Verſteigerung. (1042) Samſtag den 10. Auguſt, Vormit⸗ tags um 11 uhr, ſoll in hieſigem Rathhauſe die Lieferung von 5 Stück Subſelien und 220 Stück Kapſeln über Dintenfäſſer und einem dreieckigen Lineal, beſtehend in Schreinerar⸗ beit, voranſchlagt zu 64 fl., ſodann Lieferung von 67 Dintenfäſſern, beſtehend in Spengler— arbeit, voranſchlagt zu 26 fl. 53 kr., öffentlich an Wenigſtnehmende verſteigert werden. Die Poranſchläge liegen Montags, Dienſtags und Mittwochs von 2 bis 3 Uhr Nachmittags zur Einſicht bei mir offen. Friedberg den 31. Juli 1844. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz. Mobilien-Verſteigerung. (1000 Donnerſtag den 8. Auguſt d. J., von Morgens 9 und Nachmittags 2 Uhr an, ſollen die zum Nachlaſſe der Georg Vogt's Wittwe gehörenden Mobilien, beſtehend in goldnen Ohr- und Fingerringen, Tiſchen, Stüh⸗ len, Kommoden, Schrank, Bettladen, Spiegel, Bettung, Bettzeug, Weißgeräth, Kleidungs— ſtücken, Gläſern und einigem Waarenvorrathe, in der Behauſung der Frau Schöff Eich öffent— lich meiſtbietend verſteigert werden. Friedberg den 31. Juli 1844. In Auftrag Grßh. Heſf. Landgerichts Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz. Arbeits-Verſteigerung. (105) Samſtag den 10. d. M., Morgens um 9 Ühr, ſoll in dem Pfarrhauſe in der Burg die Herſtellung der Abtritte, beſtehend in Maurerarbeit, voranſchlagt zu 18 fl., ſo⸗ dann die Lieferung von 1000 Stück glashart gebrannten Backſteinen, ½ Kl. Mauerſand, 2 Kb.⸗Kl. Mauerſteine und 10 Bütten Kalk, öffentlich an Wenigſtnehmende verſteigert wer den. Die Voranſchläge ſind Montags, Dien— ſtags und Mittwochs von 2 bis 3 Uhr Nach- mittags bei mir einzuſehen. Friedberg den 31. Juli 1844. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz. Arbeits- Verſteigerung. (1057) Dienſtag den 13. Auguſt, Vormit⸗ tags um 11 uhr, ſollen auf dem Rathhauſe zu Büdingen die bei der Umlegung eines 66 Klftr. langen Stücks Pflaſter vorkommenden Arbeiten, beſtehend in: fl. kr. 1) Planirarbeiten, voranſchlagt zu 39 36 2) Pflaſterarbeiten 464 38 3) Mauxerarbeiten 20 46 öffentlich an die Wenigſtnehmenden verſteigert werden. Zur Uebernahme der Schichtenpflaſterarbei ten können nur ſolche Leute zugelaſſen wer⸗ den, welche ihre Qualification durch glaubhafte Zeugniſſe nachzuweiſen im Stande ſind. Friedberg den 4. Auguſt 1844. Der Großh. Heſſ. Kreisbaumeiſter Stockhauſen. Arbeits-Verſteigerung. (1058) Samſtag den 10. Auguſt l. J., Nachmittags um 2 Uhr, ſoll auf dem Ilben⸗ ſtäbter Chauſſeehaus die Herbeifuhr von 20 Böden 9“ und 3 Böden 8“ Stämme von Hanau auf die Brückenbauſtelle bei Aſſenheim öffentlich an die Wenigſtnehmenden verſteigert werden. Friedberg den 4. Auguſt 1844. Der Großh. Heſſ. Kreisbaumeiſter Stockhauſen. Backholz Verſteigerung. (1039) Freitag den 9. Auguſt, Morgens 9 Uhr, ſollen in dem Gemeindewald bei Nie— dermörlen 4125 Gebund Haiden und Ginſtern zu Backholz, in den Schlägen 16, 17 und 18, an Ort und Stelle meiſtbietend verſteigert werden. Die Herrn Bürgermeiſter der Umgegend werden um gefällige Bekanntmachung erſucht. Niedermörlen den 1. Auguſt 1844. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Dey. PTO c Ia ma. (1060) Die Wittwe des Johannes Dauern— heim V. von Unterflorſtadt hat ſich, aus ober⸗ vormundſchaftlich gebilligten Gründen, der ſelbſteigenen Verwaltung ihres Vermögens begeben; daher dieſelbe bei abzuſchließenden Mechtsgeſchäften an die Einwilligung ihrer beiden Vormünder Georg Karl Scheerer J. und Heinrich Dauernheim IV. gebunden iſt. Zugleich ſind die an dieſelbe geltend zu machenden Forderungen, bei Strafe Ausſchluſ— ſes vom Inventar, Freitag den 30. Auguſt, Vormittags, bei unterzeichnetem Landgericht anzuzeigen. Friedberg am 29. Juli 1844. Großh. Heſſ. Freih. von Löw'ſches Landgericht Hofmann. Dr. Gilmer. Edietalla dung. (10610 ueber das um 2067 fl. 12 kr. über⸗ ſchuldete Vermögen des Poſamentirers Guſtav Steup dahier iſt formeller Concurs erkannt worden und werden alle diejenigen, welche Forderungen an denſelben zu machen haben, aufgefordert, ſolche Mittwoch den 18. September, a Vormittags, bei der unterzeichneten Gerichts-Behörde an⸗ zuzeigen und zu begründen, etwaige Vergleichs— Vorſchläge entgegen zu nehmen und wegen Beſtellung eines Contradictors und Maſſe⸗ pflegers die geeigneten Anträge zu ſtellen, widrigensfalls ſie ſtillſchweigend von der Maſſe ausgeſchloſſen, von den dem Gericht bereits bekannten Gläubigern aber unterſtellt werden ſollen, daß ſie den Beſchlüſſen der Mehrheit der Gläubiger beitreten wollten. Friedberg den 25. Juli 1844. Großh. Heſſ. Landgericht Dr. Gilmer. Schaafpferche Verſteigerung. (1062) Donnerſtag den 8. Auguſt, Vormit⸗ tags um 11 Uhr, ſollen in hieſigem Rathhauſe 5 oder 10 Schaafpferche in hieſiger Gemar— kung, wovon der erſte mit dem 10. Auguſt J. J. beginnt, einer öffentlichen meiſtbietenden Verpachtung ausgeſetzt werden. Friedberg den 4. Auguſt 1844. ö Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter D. Fri tz Bekanntmachung, Brennholz⸗Verſteigerung in den Gr. Doma⸗ nialwaldungen des Reviers Oberrosbach, Forſts Friedberg betr. (1068) Freitag den 9. d. M., werden in nachbemerkten Diſtricten und Stunden öffent— lich an die Meiſtbietenden verſteigert: Auf dem Hauptweg im Kellersberg, um 7 Uhr: 1 Stecken eichen Stockholz und 13 Wellen eichen Reiſerholz; Im dießjährigen Schlag des Burgwaldes, um 8 Uhr: 100 Wellen geſchältes eichen Reiſerholz; Im dießjährigen Schlag des Frauenwaldes, um 9 Uhr, 1 Stecken geſchältes eichen Scheidholz und 8 7 desgleichen Prügelholz. Oberrosbach den 1. Auguſt 1844. Der Großb. Heſſ. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bingmann. * 248 Birn⸗Verſteigerung. (106% Mittwoch den 7. Auguſt l. J., Nachmiktags um 1 uhr, ſollen im Seergraben die reifen Birnen von 3 Bäumen öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Friedberg den 5. Auguſt 1844. a Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter D. Fri tz. Verſteigerung von Bauarbeiten. (1065) Montag den 12. Auguſt, Vormit⸗ tags um 11 uhr, ſollen in dem Pfarrhauſe zu Kaichen, die an demſelben vorzunehmenden Bau⸗Veränderungen und Reparaturen be⸗ ſtehend in: 5 45 1) Maurerarbeit voranſchlagt zu 181 43 2) Steinhauerarbeit 106 15 3) Zimmerarbeit 510 38 4) Dachdeckerarbeit 61 30 5) Schreinerarbeit 378 59 6) Schloſſerarbeit 300 7 7) Glaſerarbeit 185 30 8) Weißbinderarbeit 378 44 9) Spenglerarbeit 53 39 die Lieferung von Mauerſteinen, Sand, Kalk, Backſteinen und Lehmſteinen, öffentlich an die Wenigſtnehmenden verſteigert werden. Indem man Vorſtehendes zur öffentlichen Kenntniß bringt, bemerkt man noch, daß die Riſſe, Voranſchläge und Verſteigerungsbedin— gungen auf dem Büreau des Unterzeichneten zur Einſicht offen liegen. Friedberg den 4. Auguſt 1844. Der Großh. Heſſ. Kreisbaumeiſter Stockbhauſen. NN e Privat- Bekanntmachungen. Wohnungs Veränderung. (107) Ich zeige hiermit ergebenſt an, daß ich meine ſeitherige Wohnung bei Frau Wittwe Hermann verlaſſen habe und in das Haus des Herrn Seilermeiſter Stadelmann gezogen bin. Wilhelm Schenk. Einladung. (109) Zu der Donnerſtag den 8. Aug., Nach⸗ mittags, auf dem Nauheimer Teichhauſe Statt findenden Caſino-Partie ladet hiermit ein Der Vorſtand. erhaltenes Mineralien- Kabinet (1050) mit Behälter und dazu gehörigen Buͤcher ſind erbvertheilungshalber billig zu verkaufen. Ausgeber dieſes ſagt, wo. Verkauf einer Mühle. (103 Die an der Nidda bei Aſſenheim gelegene Erbleihmühle ſoll aus freier Hand verkauft werden. Dieſe Mühle hat vier Räder mit fünf Werken, welche ſich in zwei gegenüberſtehenden Gebäuden befinden, leidet nie Mangel an Waſſer, hat alle nöthigen Oe— conomie⸗Gebäude ſowie Chauſſee nach Frank⸗ furt, Hanau, Offenbach, Friedberg, Butzbach, Büdingen und Bingenheim, was den Han— delsverkehr ſehr erleichtert. Auch kann ein Theil der zur Betreibung des Geſchäfts erforderlichen Geräthſchaſten abgegeben werden. Kaufliebhaber können ſich deßhalb an den bisherigen Beſitzer H. Hoſck, ſowie an Pachter Poths in Oberliederbach bei Höͤchſt am Main wenden. Bekanntmachung. (1066) Montag den 12. Auguſt, Nachmit⸗ tags 4 Uhr, läßt der Unterzeichnete auf dem Büuͤrgermeiſterei-Bureau dahier die ihm eigen⸗ thümlich zuſtehende Ziegelei Windhof bei Pohl— göns einer freiwilligen Verſteigerung ausſetzen. Nähere Auskunft darüber kann täglich er⸗ theilt werden. f Butzbach den 31. Juli 1844. Jakob Steinhäuſer III. Ein gut Ein gebrauchtes Forte-Piano, (1067) von 5½ Octav, ſo gut und ſchön iſt wie ein neues, iſt bei mir zu dy Carolin zu verkaufen. Auch ſtehen außerdem noch ſechs 0 Sopha, wovon vier mit Tuch und zwei n Kattun überzogen ſind, ebenfalls bei mir bill zu verkaufen. Andreas Marguth, wohnhaft an der Caſerne in Bußbg⸗ (1068) Bei C. W. Leske in Dar mſtg iſt nachſtehendes höchſt intereſſante erſchienen und bei C. Bindernagel in Friſh berg zu haben: Actenmaͤßige d Darlegun es f wegen Hochverraths eingeleiteten gerichtlichen Verfahren gegen Pfarrer D. Friedrich Ludwig Weidig mit beſonderer Rückſicht auf die rechtlichen Grundſätze üg Staatsverbrechen und deutſches Sing verfahren, ſowie auf die öffentliche Verhandlungen über die politiſchen Pu ceſſe im Großherzogthume Heſſen übe haupt und die ſpäteren Unterſuchung gegen die Brüder des D. Weidig, verfaßt von Dr. Friedrich Noellner. 47 Bogen gr. 8. In eleg. Umſchla⸗ Subſcriptionspreis 2 fl. 24 kr. Das vorliegende, umfaſſende gründlich Werk, welchem die öffentliche Meinun nicht blos in Deutſchland, ſondern auch il Auslande ſeit Monaten mit Spannung en gegenſah, hat treulich geliefert, was noth wen dig war, um den Schleier zu entfernen, we cher das criminaliſtiſche Drama verhüllt worüber Aufſchluß erwartet wurde. Der Ver hat ihn vollſtändig gegeben, die öffentliche Na. nung wird anerkennen, daß er ſich dieſer mühe vollen Arbeit, welche ſich auf coloſſale Alen ſtützt, unterzog. Den Standpunkt der Wiſſen ſchaͤft erfaſſend, werden die Mängel der Ge, ſetzgebung über politiſche Verbrechen, über das Strafverfahren ſo ſcharf hervolge gehoben und alsdann mit den merkwürdigſen Thatſachen belegt, daß jeder deutſche Bin ger mit geſundem Menſchenverſtand ploͤßſc befähigt wird, über die difficilſten Rechtsfraha, über Oeffentlichkeit und Mündlichkeit u.[. ein eigenes Urtheil zu fällen. Auf jeder Se enthält das Werk anziehende Betrachtungen un Mittheilungen. Es exiſtirt kein deutſches Lan welches nicht in dieſer Darlegung betheiligt wit Die Namen hochgeſtellter Männer kommen boß, Die feinſten Intriguen zeigen ſich in vollen Lichte. Man findet darin ferner den Ausdtiſ der Geſinnungen unſerer deutſchen Revolull, näre, denn der Verfaſſer hat ſich nicht auf den Proceß Weidigs beſchränkt; die tiefſten 5 heimniſſe des Criminalproceſſes werden offen ba was in der Verhörſtube, im Kerker insgehenn geſprochen, gehandelt wurde, liegt nun all Augen vor. Man glaubt oft einen Rom zu leſen, und dennoch iſt es hiſtoriſche Wall, heit. um ein ſolches Werk Jedermann z gänglich zu machen, haben wir daher des Preis, ſo weit nur immer thunlich, geri geſtellt. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. D 2 Kreibrͤͤthe an ſümmtli getreffend: d do! lat Mir weiſ langer Zeit de dieſſetigen Pre Ne WN tien und aut Grünb N — des Alter: Stirne: frei, gewöhnlich, rund, Geſie Krel an ſömmt Betreffend: Hochſtt Lentralſtrafg latsverdienſ ſhaſt inskün lige Reiſ Mitzverdienſ lden jedo. it übrige! der den Ju