8 Intelligenz-Olatt für die Provinz Oherheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen 1 und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. — nd: is), Amtlicher Theil. — Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Hungen in ſmmtliche Großh. Buͤrgermeiſter dieſes Kreiſes. Unterſuchung gegen Volpert Bender in Eberſtadt wegen Diebſtählen. wer unten ſignaliſirte Volpert Bender aus Eberſtadt, Ache zum Zweck der Verbüßung einer gegen ihn erkann— e chthausſtrafe feſtgenommen und einſtweilen in das esgfängniß in Lich war gebracht worden, iſt daraus in Nicht vom 27/28. d. M. entflohen. Sie erhalten die Weiſung den Genannten im Betre⸗ ingeßelle arretiren und hierher abliefern zu laſſen. bungen den 29. November 1844. Follenius. 0 Signalement. 458 lter: angeblich 39 Jahre, Größe: 6 Sch. 8 Zoll 2 Ante Haare: dunkel, Stirne: niedrig, Augenbraunen: hell⸗ unkl Augen: graublau, Naſe: lang und ſpitz, Mund: ge⸗ vöhulth, Kinn: rund, Geſicht: länglich, Statur: ſtark und untziſgzt, Bart: dunkel.— Beſondere Zeichen: Nichts. Iden armen Kindern eine Chriſtbeſcherung! Sind ſchreiben chriſtlicher Liebe an alle Wohn⸗ ſtätten des deutſchen Vaterlandes, Inter dieſer Aufſchrift befindet ſich in der, von Herrn Hoßproiger Dr. Zimmermann zu Darmſtadt herausge— geban allgemeinen Schulzeitung vom 23. v. M. ein un Herrn Dr. Knispel geſchriebener Aufſatz, aus dem wip niſern Leſern einen kurzen Auszug mitzutheilen uns ver mlußt ſehen. Es war am Abend des dritten Advents 1839, als in dem enſinolocale zu Friedberg i. d. Wetterau die„Weih— n diets nähe, eine Cantate von Würkert(componirt von zur Aufführung kam.„Wie wäre es, dachte Seteper dieſes, welcher letztere veranlaßt hatte, wenn man die milden Empfindungen, welche jene Dichtung und Muſik erweckt, dazu nützte, armen Kindern auch wirklich das Licht des Chriſtbaums leuchten zu laſſen?“— „Gedacht, gethan. Es wurde angekündigt, daß am Schluſſe der Aufführung freiwillige Gaben in eine bereit— ſtehende Büchſe gelegt werden könnten, die zu einer Weih⸗ nachtsbeſcheerung für arme Kinder der Stadt und der Taub— ſtummenanſtalt verwendet werden ſollten. Schon dieſe Samm⸗ lung lieferte eine ſchätzbare Summe, welche durch das wei⸗ tere Collectiren würdiger Frauen in einzelen Häuſern noch vermehrt wurde, ſo daß durch gemeinſames, eifriges Zuſam⸗ menwirken am Weihnachtsabend in dem Rathhausſaale eine feierliche Chriſtbeſcherung für die erwähnten Kinder zu unaus— ſprechlicher Freude aller Theilnehmenden ſtattfinden konnte*). „Von nun an war unſer Sinnen darauf gerichtet, wie die Idee ſolcher Weihnachtsfeſte allgemeiner verbreitet und zunächſt etwa in Darmſtadt ausgeführt werden könne.— „Als Einleitung ſollte hier abermals eine größere Aut— führung der„Weihnachtsnähe“ oder eine andere würdige Spende der Kunſt und zu beſagtem Endzwecke ſelbſt der pecuniäre Ertrag einer ſolchen Aufführung dienen. Aeußere Hinderniſſe aber, die ſich dieſem Plane mehrmals entgegen— ſtellten, ließen unſere Angelegenheit ſo lange Aufſchub er— leiden, bis wir zu der Ueberzeugung gelangten, daß die er— wähnte Idee ſich wohl allein ſchon Bahn zu brechen vermöge. — So brachten denn am 5. und 6. Dezember vorigen Jah— res hieſige Blätter in wenigen ſchlichten Worten und unter dem Motto: „Ein jedes Kind hat heute Ein Bäumlein und ein Licht Und hat dran ſeine Freude—, Nur bloß ich armes nicht!“ Rückert. die Bitte um eine daſelbſt zu veranſtaltende Chriſtbeſcherung für arme Kinder. Der Erfolg war außerordentlich; unter ) Dieſelbe Sache wiederholte ſich im vorigen Jahre, als Herr Seminar- lehrer Thurn in der dahier beſtehenden Muſeumsgeſellſchaft die vorerwähnte Compoſition zur Aufführung brachte. D. Red. „ 382„ 4 dem Hrn. Geh. Rath v. Kuder als Präſident und Hrn. Dr. Wagner als Sekretär bildete ſich ein aus 20 Mitgliedern beſtehendes Comité für obigen Zweck, und von welchem Segen die Bemühungen deſſelben begleitet waren, geht aus einem Berichte der Großh. Heſſ. Zeitung vom 27. Dezem— ber 1843 hervor. Am 8. Februar d. J. veröffentlichte das Comitè ſeinen Rechenſchafts-Bericht; blos an baarem Gelde waren 693 fl. 9 kr eingegangen; der Werth der geſchenk— ten Sachen belief ſich auf 200 fl.; viele Frauenzimmer und Schneidermeiſter verfertigten die Kleidungsſtücke umſonſt; unter 480 Kinder wurden außer Eßwaaren und einigen geſchenkten Spielſachen vertheilt: 255 Paar Schuhe, 110 Paar Strümpfe, 42 Paar Hoſen, 88 Weſten, 59 Kamiſole, 3 Kittel, 7 Kappen, 1 Hoſenträger, 7 Hemden, 3 Vorhem— den, 90 Röcke, 20 Mützchen, 216 Halstücher, 12 Kleider, 138 Schürzen, 33 Paar Handſchuhe, 80 Sacktücher, 18 Hauben, 14 Halswärmer, 17 Pulswärmer, 12 Beutel, 250 Schreibbücher, 490 Federn, 300 Bleiſtifte, 14 Köcher, 55 Bücher, 6 Käſtchen, 1 Schiefertafel, 12 Farbenkäſtchen u. ſ. w., „Aehnliche Feierlichkeiten fanden im Jahre 1843 auch in einer kleinen thüringiſchen Ephoralſtadt und in der Neu— hofanſtalt zu Straßburg Statt, wo gleichfalls die Anſchaf— fung der Weihnachtsgeſchenke durch beſondere Gaben mög— lich gemacht wurde.“ Nach dieſen geſchichtlichen Notizen faͤhrt Herr Dr. Knispel fort: „Bedarf es nun wohl noch einer beſonderen Ermun— terung, ſolche Veranſtaltungen allerwärts in's Leben zu rufen?— Gewiß nicht. Vielmehr hegen wir die feſte Ue— berzeugung, daß jenes dreifache Echo der verfloſſenen Weih⸗ nacht aus dem Elſaß, aus Thüringen und aus Heſſen, dem ſich wohl manche Stimme noch aus heimathlichen Gauen beigeſellen mag, nicht ſpurlos verhallen, ſondern einen freu— digen Anklang in allen Wohnſtätten unſeres großen Vater— landes finden werde. Deutſchland iſt die Wiege einer ſinni— gen Chriſtbeſcherung; und wer wollte nicht das Seinige dazu beitragen, daß eine echt deutſche Sitte großartiger, ſegensreicher und nachahmungswürdig auch für andere Na— tionen hingeſtellt werde? Zwei Dinge ſind es, die unſere Zeit, die unſer Vaterland gegenwärtig auf's heftigſte bewe⸗ gen, der traurige Zuſtand der ärmeren Klaſſen und die bedauernswerthen Störungen des confeſſionellen Friedens. Hier aber bietet ſich ein Liebeswerk dar, welches in düſteren Tagen wenigſtens einen milden, erheiternden Schimmer der Verſöhnung in die Hütte des Nothleidenden bringen kann, und zu welchem, wie es in Darmſtadt geſchah, überall Ka— tholiken und Proteſtanten ſich unbedenklich die chriſtliche Bruderhand reichen werden, wenn ſie das Herz nur öffnen dem Weihnachtsrufe der himmliſchen Heerſchaaren: Ehre ſei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden und den Menſchen ein Wohlgefallen!“— „Freundlich bitten wir noch die Redactionen vaterlän— diſcher Blätter um gefällige ſchleunige Aufnahme und Ver— breitung dieſes Schreibens, ſowie Wohlthätigkeitsvereine, Stadt⸗, Kirchen-, Schulvorſtände, Geiſtliche, Lehrer und (ar f Menſchenfreunde uberhaupt, um raſche gütige För 16 fl. dieſer Angelegenheit, damit ſchon am nächſten Weihni ße Kutboll. feſte in manchen Städten und Dörfern eine neue Sat 4 1 Wohlthuns reife! ahn ir be Wir unſererſeits haben nichts weiter hinzüzufthe 1 cal . uͤberlaſſen uns der freudigen Hoffnung, daß die Wort e abel, we Hrn. Dr. Knispel überall den verdienten Anklang ft 15 ben 90 werden, ganz beſonders auch in Friedberg, wo, w che 1 nehme dem Anfange dieſer Mittheilung und der hinzugefügten 9 in drei merkung erſichtlich, die Sache, um die es ſich handelt, 10 oben. mehr neu iſt. Es kommt nur darauf an, daß überm ug weh, 10 Jemand an die Spitze ſtellt und Jedermann wird en ate einige Groſchen und Kreuzer geben, um in die Nact J Pa ſagen. Armuth ein Lichtlein hineinſcheinen zu laſſen an dem I fs doch ww führ wo das Licht der Welt ſeine Bahn begann. D. 0 Men 3 f* weder de 4 ang, wir wohl dr peinigen, 1d Verwandten. An die Geſang-Vereine in der Wetterig an ehen d Ueber das im 2. Hefte des deutſchen Sängerſaales Cherausgeenm ſe eignet, eln ſe zu Offenbach a. M. bei Joh. André) befindliche„Soldaterlah delete! diese Schauspiel Geld Alles dar, liger und morge eine Kupplerin. Chatakter habet die er I. ſeine nen Geſinnun hei den meiſte! WN. d G Eindruck diy — Meinen Dank zuvor dem Herrn Wd., der dem ſender in Nr. 89 dieſes Blattes über den Verfaſſer Soldatenliedes die gewünſchte Auskunft gegeben.. derſelben enthält das Lied eigentlich 7 Verſe, von wic Göthe die erſten und Schiller nur die letzten, da! und 7. verfaßt hat. Da nun im„deutſchen Sang ſaale, blos 4 Verſe(Strophen) und wohl gewiß! erſten ſtehen, ſo haben wir's hier nicht mit Verſen Schiller, ſondern mit Verſen von Göthe zu thun. leicht wird mir's um's Herz, den edlen Schiller vo Laſt dieſer Verſe befreit zu ſehen. Schiller ſagt im Bekauntn ſchiede an den Leſer“ am Schluſſe ſeiner Gedichte, Bekannt Nicht länger wollen dieſe Lieder leben, 5 Als bis ihr Klang ein fühlend Herz erfreut, Mit ſchönern Phantaſieen es umgeben, N Zu höheren Gefühlen es geweiht; ꝛc. 6 0 Edi Dieſer herrliche Dichter konnte das Soldatenlied 1(327) le 95: 5 ö 815 geſchrieben haben, deſſen 4, im„Sängerſaales ſtahl dag dir f Verſe, ſo lauten: worden. Cs Es leben die Soldaten! Heut schwören wir der Hun 10 e B Der Bauer gibt den Braten, Und morgen der Suſame, ſelben im Te Der Gärtner gibt den Moſt, Die Lieb' iſt immer neu Samſtat Das iſt Soldatenkoſt. Das iſt Soldatentreu'. f Der Bürger muß uns backen, Es heißt bei unſern Feſten 7 an Den Adel muß man zwacken, Geſtohlnes ſchmeckt am been Präglaſoden Sein Knecht iſt unſer Knecht, Unrechtes Gut macht fett, werden. Das iſt Soldatenrecht. Das iſt Soldatengebet. Butzbach Damit ſoll indeß auch über den genialen Gül nicht blindlings geurtheilt werden. Das Lied wurde, 1. G1 wir hören, vor der Aufführung von Schillers 1 50(1528) 3 ſtein“ geſungen und ſollte„gleich vorn herein mike 1 Stimmung der rohen Soldateska- bekannt machen. Mah lr, 0 man im Theater iſt und nach Anhörung dieſes Liedes 1 deb 100 Aufrollung des Vorhangs jene heimathloſen, blutdürſſiſ gedachten Wi und wüſten Burſche wirthſchaften ſieht, ſo begreift in Wan „ 2383 daß für ſie ein ſolches Lied ſich eigne. Denn dieſer, im gen das ſiebente Gebot eingeſchuͤrft und ihnen durch lehr— dreißigjährigen Kriege ganz verwilderten Soldateska lag reiche Erzaͤhlungen die Wahrheit recht an's Herz gelegt, nichts am Katholiken oder Proteſtanten, ſie ſpießten pro— daß unrechtes Gut nicht gedeiht und nun am Abend eſtantiſche Kinder ſo gut wie katholiſche an die Wand, mit ehrenwerthen Männern und Jünglingen den ganz ehr⸗ ſchwelgten über den Trümmern eingeäſcherter Städte und loſen Ausſpruch im Geſange vortragen wollten.„Geſtoh⸗ Dorfer, begingen unerhörte Ausſchweifungen und ſtahlen lenes Gut macht fett!“ Die Gattinnen und Bräute der 1 und raubten, wo ſie konnten. Für ſolche Helden paſſen Geſangvereinsmitglieder mögen ſich vielleicht erbaut finden, olche Lieder. wenn es ihren Gatten und Verlobten Freude macht, ſo ſau— Nun nehme man aber dieſes Lied für Wallenſteiniſche bere Grundſätze durch ihren Geſang zu verherrlichen, wie Soldaten im dreißigjährigen Kriege aus der Verbin⸗ der iſt:„Wir ſchwören heut der Hanne und morgen der dung weg, für die es beſtimmt iſt und laſſe es als ſelbſt— Suſanne!⸗ ſtändigen Geſang, allgemein als„Soldatenlied einüben. Man hat lange den Geſang nur als Ohrenſchmaus Was ſagen wir dazu? Ein Lied für unſere Soldaten betrachtet und wenn's nur ſchön klang nach den Worten iſt's doch wohl nicht. Dieſe ſind unſere Brüder und nicht viel gefragt. Allein gegenwärtig treten geachtete Com— Freunde, ſie führen ein ſtreng geregeltes Leben, ſie wollen poniſten ſelbſt der Geringſchätzung der Liedertexte entgegen.) weder den Adel, noch den Bürger und Bauer beſtehlen Unſere Zeit verlangt mehr Entſchiedenheit und mehr Geſin⸗ oder peinigen, denn dieſe ſind ja ihre Väter, ihre Bruder nung in der Wahl von Liedern, als die frühere. Zudem und Verwandten. Unſere Soldaten beſchützen die Ehre und haben, ſo viel ich weiß, alle Geſangvereine zugleich den das Eigenthum des Staates und ſeiner Angehörigen— für Zweck, ſchlechte Lieder zu verdrängen, und an ihrer ſie eignet ein ſo verwerfliches Lied ſich nicht. Statt gute Lieder in Gang zu bringen. Vielleicht für Mitglieder von Geſangvereinen?— Sind Aus dieſem Allem ziehe ich den Schluß, daß das be— dieſe Schauſpieler? Wer eine Rolle ſpielt, der ſtellt fuͤr beſprochene Lied als ſelbſtſtändiger Geſang unpaſſend und Geld Alles dar, wozu er Talent hat, er iſt heute ein Hei— namentlich für Geſangvereine durchaus verwerflich ſey. Ich liger und morgen ein Bandit, bald eine Lucretia und bald 8 a 5 5. 8 i erſuche die loͤbl. Geſangvereine der Wetterau, das Ange— eine Kupplerin. Wer aber keine Rolle ſpielt, wer einen f 5 führte zu prüfen und wenn ſie, wie ich hoffe, mir beiſtim⸗ Charakter haben will, der macht Geſinnungen und Gefühle, men, der Aufnahme und Verbreitung dieſes Liedes, ſo weit die er zu ſeiner Erheiterung im Geſange vorträgt, zu ſei— ihr Einfluß reicht, entgegen zu treten. 7+ nen Geſinnungen, zu ſeinen Gefühlen. Dazu kommt, daß bei den meiſten unſerer Geſangvereine die Lehrer der Schul- jugend auch Geſanglehrer ſind. Wie wohlthätig müßte der Eindruck für ihre Schüler ſein, wenn ſie denſelben am Mor⸗ M- *) Man vergleiche die Vorrede der bei C. Bindernagel in Fried⸗ berg erſchienenen„acht Männerchöre von X. Schnpder von Wartenſee.“ nachweiſen kann, ſo werden auf ſeinen An— trag alle, welche Anſprüche irgend einer Art auf vorgedachte Immobilien zu haben glauben, Folge ſeines bereits vollendeten 70. Lebens⸗ jahres für todt anzunebmen iſt, und Hironimus Herzberger J. von Queckborn unter Vorlage Bekanntmachungen von Be⸗ 2 8 1 2 2 2* 2* hoͤrden. aufgefordert, ſolche ſogewiß binnen 3 Mona⸗ eines beglaubigten Stammbaums ſich als der ten von heute an hier anzuzeigen, als ſonſt nächſte Inteſtaterbe deſſelben ausgewieſen und . οι die gebetene gerichtliche Beſtätigung des Kauf— um Ueberlaſſung deſſen Vermögens gebeten Edictalladung. (1527) ueber das Vermögen des Wilhelm Heil II. zu Obermörlen iſt von Großh. Hof⸗ gericht der förmliche Concursproceß erkannt worden. Es werden deshalb alle diejenigen, welche Forderungen oder ſonſtige Anſprüche an dieſes Vermögen haben, aufgefordert, die— ſelben im Termin Samſtag den 21. September el. J., Morgens 9 Uhr, dahier anzuzeigen, auch etwaige Vorzugsrechte zu begründen, widrigenfalls ſie ohne weiteres Präcluſivdecret von der Maſſe ausgeſchloſſen werden. Butz bach den 15. November 1844. 8 Großh. Heſſ. Landgericht daſelbſt Völcker. Dr. Irle. Edictal ladung. (1328) Folgende der Salzinſpector Urbans Wittwe zu Wiſſelsheim zugeſchriebene Immo⸗ pilien: eine Hofraithe /, ſodann die Grund⸗ ſtücke: 5— 49 2791—41¹ 28 774 20 9 25 0 25 697178. 1 1 4 5 des Flurbuchs ſind von dem Adoptivſohne der gedachten Wittwe Urban Eberhard Huber von Rödchen, für 5200 fl. verkauft worden. Da Verkäufer ſein Eigenthum urkundlich nicht briefes über jene Immobilien ertheilt werden wird. Da ſodann in den Wiſſelsheimer Pfandbü— chern noch offen ſtehen: 1 eine Hypothek über 100 fl. vom 16. No⸗ vember 1815 bei Hofrath Langsdorf auf der Saline Wiſſelsheim von der Wittwe Urban entliehen, 2) eine von Letzterer am 15. Oktober 1827 der Freiherrl. Familie Low pon und zu Steinfurt wegen einer Pachtung geleiſtete Caution; jene Hypothek aber abgetragen und die Caution längſt erloſchen ſein ſoll, ſo werden alle, welche aus den vorer⸗ wähnten Schuld- und Cautionsurkunden noch Rechte herleiten wollen, aufgefor— dert, ſolches in oobeſtimmter Friſt anzu— zeigen, widrigenfalls der Pfandverband als erloſchen— respec, die Schuld als abgetragen betrachtet— und der deßfall⸗ ſige Eintrag in den Hypothekenbüchern gelöſcht werden wird. Friedherg am 16. November 1844. Großh. Heſſ. Freihl. v. Löw. Landgericht Hofmann. Edictal ladung. (1329) Nachdem Johannes Dechert Kaſpar Sohn von Queckborn, den 12. Dezember 1770 geboren und ſeit 50 Jahren verſchollen, in hat, werden Johannes Dechert, deſſen Erben oder wer ſonſt Anſprüche bilden zu können glaubt, hiermit aufgefordert, ſolche ſogewiß bin— nen 3 Monaten von heute an dahier anzumel⸗ den, und rechtlich zu begründen, widrigenfalls das Vermögen des Abweſenden dem ſich als nächſten Erben legitimirt habenden Hironimus Herzberger I. gegen Cautionsleiſtung überlaſ— ſen werden wird. Grunberg den 14. November 1844. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Welcker. Bücking. Obligations-Verlooſung. (1330) Bei der beute ſtattgebabten Ver⸗ looſung der für 1844 zur Abtragung beſtimm⸗ ten Gemeinde Obligationen ſind folgende Nummern rückzabloar geworden, als: Nr. 5, 12, 15, 16, 24 26, 28, 39, 43, u. 46, jede zu 500 fl. Es werden daher die Inhaber gedachter Partial-Schuldverſchreibungen hiermit aufge⸗ fordert gegen Rückgabe dieſer Schuldſcheine die Beträge bis zum erſten Januar k. J. dei hieſiger Gemeindekaſſe in Empfang zu neh— men, indem von dieſem Tage an keine wei⸗ teren Zinſen vergütet werden. Altenſtadt am 15. Oktober 1844. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter 4 1 Bekanntmachung. 0 Bei der für 1844 ſtattgefundenen 1 von Partial⸗Schuld. Scheinen ſind auf den 1. Januar 1845 ruückzahlbar geworden: 1) aus dem am 1. Januar 1835 bei dem Handlungshauſe Simon Lindheimer zu Friedberg negocürten Anlehen zu 26,000 fl. Nr 2 zu 400 fl. und Nr. 105 zu 100 fl., 2) aus dem am 1. Januar 1838 bei dem Handelsbauſe Daniel Brandt zu Hanau negociirten Anlehen von 68,000 fl Lit. A Nr. 9, 16, jede zu 1000 fl., Lit. B er. 50, 52, 74. jede zu 500 fl., Lit. C. Nr. 85, 9, 113, 124, jede zu 250 fl. Ich bringe dieß mit dem Bemerken hierdurch zur Kenntniß der Inhaber, daß nach deren Willen die Kapitalſen am 1. Januar 1845 bei dem hieſigen Gemeinde-Einnehmer oder bei den betreffenden ovenerwäbnten Hand⸗ lungsbäuſern in Empfang genommen werden koͤnnen, indem von da an keine weiteren Zin— ſen vergütet werden. Heldenbergen den 25. November 1844. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Pauly. Guts Verpachtung. (1555) Donnerſtag den 12. Dezember l. J., Morgens 10 Uhr, wird in hieſigem Rath— bauſe, das dem Auguſtiner Schulfonds dahier gebörende, in der Gemarkung Soͤdel liegende, in 32 Morgen 3 Viertel 6 Ruthen haltende Gut folge eingelegten Nachgebots auf 12 auf einander folgende Jabren, nochmals öffentlich meiſtbietend verpachtet. Friedberg am 2. Dezember 1844. Der Beigeordnete Bender. Frucht⸗PVerſteigerung. (15560) Donnerſtag den 12. Dezember l. 3. Nachmittags um 2 Uhr, werden in hieſigem Ratohauſe von dem Fruchtvorrath des Augu— ſtiner Schulfonds dabier, 50 Malter Korn, zwei malterweiſe, öffentlich meiſtbietend ver⸗ ſteigert. Friedberg am 2. Dezember 1844. Der Beigeordnete Bender. 265 Gulden (1557) Armenkapitalien liegen in hieſiger Gemeindekaſſe gegen gerichtliche Verſicherung zu 5% zum Ausleiben bereit. Altenſtadt am 28. November 1844. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Brack. Holzverſteigerung in dem Gemeinde⸗— wald Fauerbach I., Reviers Hoch⸗ weiſel. (1558) Montag den 9. Dezember d. J., Vormittags 10 Uhr, ſollen in bieſigem Gemein⸗ dewald, Diſtrikt Fülzbart und Oberberg, 4440 Stück Günſtern-Wellen an Ort und Stelle meiſtbietend verſteigert werden. 1 Die Zuſammenkunft iſt in der Fülzhart unten am herrſchaftlichen Waldboden. Fauerbach I. am 30. November 1844. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Werner. NN NN ον Privat ⸗ Bekanntmachungen. Ein ſchon gebrauchter und ein ganz neuer einſpänniger Wagen 1559) mit eiſerner Achſe ſtehen nebſt Dunghorr und Ernteleitern zu verkaufen bei Gebrüder Grödel in Friedberg. „ 384 Zwei Paar in ein blaues Tuch gebun⸗ dene Kinderhoſen und Kitteſchen (1560) wurden am 23. d. M. auf dem Wege von der Wobnung des Herrn Wirths Ph. Söllner zu Friedberg bis nach Fauer⸗ bach II. verloren. Der redliche Finder wolle dieſelben gegen eine angemeſſene Belohnung an die Expedition d. Bl. abgeben. Empfehlung. (1561) Meine ſchon ſeit mehreren Jahren bekannten Spielwaaren, nebſt andern Artikeln, welche ſich alle zu Weihnachtsgeſchenken eignen, ſind wie— der in großer und ſchöner Auswahl auf⸗ geſtellt, und gebe ich dieſe um ſehr vil— lige Preiſe ab. Bitte daher um recht zahlreichen Zuſpruch. Friedberg am 2. Dezember 1844. Wilhelm May. Zum Verpachten. (1562) Ein Garten binter dem Schüͤtzen⸗ rain, 70 Ruthen haltend, iſt auf mehrere Jahre zu verpachten, und bei Gartenſchütz Blum zu erfragen. 3 um Verkaufen. (1563) unterzeichneter, welchem obngefaͤhr 3000, zu Alleen ſich eignende, Papoelweiden, 60 Trauerweiden, 600 Stück Kirſchbäume und ebenſo viel wilde Birnbaͤume in Com— miſſion gegeben worden ſind, empfiehlt ſich zu geneigter Abnahme. Vilbel den 16. November 1844. Philipp Beller. Ein 6jähriges braunes Wallachpferd (45600 ſtebt zu verkaufen bei Rud. Haas in Fauerbach II. Ein kupferner Keſſel, (1565) 2, 2% bis 3 Ohm haltend, wird zu kaufen geſucht. Von wem? ſagt die Expe— dition d. Bl. Empfehlung. (1566) Ich erlaube mir hiermit ein geehr⸗ tes Publikum ergebenſt in Kenntniß zu ſetzen, daß ich neben meiner Holz, und Horndreherei auch die Verfertigung von allen Sorten Stüh— len, ſowohl von Weiden wie von Stroh ge— flochten, angefangen habe, und indem ich mich, bei Verſicherung möglichſt billiger Preiſe, zu geneigten Beſtellungen empfehle, bemerke ich noch, daß deßfallſige Aufträge möglichſt ſchnell und nach Zufriedenheit beſorgt werden. Laubach den 26. November 1844. J. K. Bindhammer, Drehermeiſter. Zwei junge Schweine (1567) ſind zu verkaufen bei Adam Rauſch, Bäckermeiſter. Tanzunterricht. (1568) Diejenigen, welche an dem Tanz⸗ unterrichte Antheil zu nehmen wünſchen, belie⸗ ben ſich gefälligſt zu melden. des Unterrichts für ſchulpflichtige Kinder be⸗ ginnt um 5 Uhr und für Erwachſene um 8 Uhr Abends. Friedberg den 3. November 1844. Tanzlehrer Metzner, bei Herrn Kammacher Kiefer. Der Anfang Literariſche Anzeigen. Von Duller's Geſchichte dez deutſehen Volks, mit 100 Holzſchnitten, 2. Aufl., 2 Bde,, Leipzig 1841, Schillerformat, geheftet, habe ich eine Parthie übernommen und gebe das Erpl. zu 2 fl. 42 kr. gegen baar. Den Beſtellungen beliebe man den Betrag franco beizufuͤgen. C. Bindernagel in Friedberg. Neue ſplendide Ausgabe (1569) der Miniatur⸗Oibliothel deutscher Classiker. In 200 Bändchen mit Stahlſtichen. Schöner, deutlicher Druck auf das feinſte Vein. Anzeige. 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