Intelligenz-Olatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. Amtlicher Theil. Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg an ſämmtliche Bürgermeiſter dieſes Kreiſes. Betreffend: Den Aufenthalt des Adam Koch von Hinterſteinau. 4 Der Rubricat ſoll in dem hieſigen Kreiſe verſtorben ſen, ohne daß bis jetzt das Ableben hat ermittelt werden nen. Zufolge Requiſition Kurfürſtlichen Juſtiz⸗Amts Jeinau, fordere ich Sie daher auf, falls ſich dieſe Angabe end beſtätigt, oder Koch ſich noch wo aufhalten ſollte, als⸗ ld anher zu berichten. Friedberg den 24. Obtober 1844. Küchler. Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Gruͤnberg an ſuͤmmtliche Großh. Buͤrgermeiſter dieſes Kreiſes. Betreffend: Einen der Wuth verdächtigen Hund. Mit Bezug auf ein in rubricirtem Betreffe unterm 13. d. M. an Sie erlaſſenes Rundſchreiben benachrichte ich Sie, daß, da ſich keine weitere Spuren von Hundswuth nehr gezeigt haben, die Hunde nicht länger mehr eingehal⸗ en zu werden brauchen. Grünberg den 28. Oktober 1844. Ouvrier. 777777777 des Gr. Heſſ. Gewerbvereins im Kreiſe Friedberg. Monatliche Sitzung Montags den 4. November, Abends am 8 Uhr. Benachrichtigung über die Dampfwäſche. Vor⸗ räge: über Thranreinigung und Oelreinigung überhaupt— Eine Vorrichtungl zum Abdrehen langer dünner Metallſtäbe— eine ſolche zum Drehen von Metallkugeln— eine neue In⸗ digomühle— Henſchels Einrichtung zum Erhitzen der Ge— slaſeluft für Schmiedefeuer— eine neue Vorrichtung zum Hemmen von Frachtwagen= Verſuche über Unverbrenn⸗ — von Zeugen— Prüfung des Eſſigs auf Schwe⸗ felſäure. Localſection nnabend, den 2. Der heilige Rock zu Trier. Nachdem wir in Nro. 86. unſeres Blattes das Ur⸗ theil eines katholiſchen Prieſters über den fraglichen Gegen⸗ ſtand mitgetheilt haben, wollen wir auch einen Proteſtanten über dieſelbe Sache reden hören. Wir entnehmen das Nach⸗ folgende den von proteſtantiſchen Freunden unter der Redak⸗ tion des Archidiakonus Dr. Fiſcher zu Leipzig herausgege— benen Blättern für chriſtliche Erbauung, wo es in Nro. 41, Jahrgang 1844, alſo lautet: Der heilige Rock? Kann ein Rock heilig ſein? Es wird darauf ankommen, wie man dieß Wort nimmt. Ich könnte ja wol ſagen: Dieſe Stelle hier unter dem Baume iſt mir heilig, hier hat mein ſeliger Vater unvergeßliche Worte zu mir geſprochen; und dieſer Becher iſt mir heilig, an den Familienfeſteu trank er daraus. Wenn uns ein Dahingeſchiedeuer recht werth war, ſo tragen wir Etwas von dieſem Gefühle auf die Gegenſtände über, die wir noch von ihm beſitzen. Sie ſind uns werth; je mehr wir den Unvergeßlichen ehrten, deſto mehr ſind ſie uns ehrwuͤrdig; wir empfinden bei ihrem Anblick Etwas von dem Gefühl, das uns bei dem Gedanken an den Allererhabenſten erfullt; ſo ſind ſie uns heilig. Es iſt das ein Gefühl, welches mehr oder weniger von jedem Menſchen getheilt wird. So ſehen wir für eine Feder, einen Hut Napoleons die höchſten Preiſe bieten; ſo ſahen wir im chriſtlichen Alterthum ſehr bald auf die Ueberreſte, auf die Gräber ausgezeichneter Chriſten hohen Werth legen. Gerade über ſolchen Gräbern, beſonders von Menſchen, die aus Treue gegen das Chriſtenthum ihr Leben geopfert hatten, erbaute man am liebſten die Kirchen; Ge— beine ſolcher treuen Zeugen hob man in koſtbaren Gefäßen auf, man küßte ſie, man ſchätzte ſich glücklich, ein Kleinod dieſer Art zu beſitzen. Dort nun, in der Hauptkirche zu Trier, wird ein Rock aufbewahrt, welcher ein Rock Jeſu Chriſti ſein ſoll. Blos nach Verlauf einer gewiſſen Reihe von Jahren wird er of⸗ fentlich gezeigt; eine ſolche Zeit iſt jetzt eingetreten. Tau⸗ ſende, viele Tauſende wallen nun dorthin, gehen geſchmückt, mit Fahnen, mit feierlichen Geſängen, im langen Zügen durch die Kirche, vor der Stätte vorüber, wo der Rock, unter Glas verwahrt, aufgeſtellt iſt. Es iſt ihnen, indem ſie ihre Blicke darauf richten, als ſei ihnen das Göttliche näher als ſonſt gekommen; ſie fühlen ihr Herz überwallen von den Gefühlen der Liebe, der Ehrfurcht, welche ſie außerdem ſchon gegen Jeſum empfinden; lange wirken dieſe geſteigerten from „ 346. men Gefühle noch in der Erinnerung fort. Sollten wir ihnen Das nicht gönnen? Aber das ſoll uns und innig Gott zu da religibſer Bildung h Wir könnten uns dort wol ni Etwas wirklich von Je Theilnahme wecken, und wir w dann unſere Gedanken auf etwas uns wie ein Spiel vorkommen, nern geziemend, wenn wir uns beſchäftigen wollten. danke kommen, freilich nicht abhalten, uns zu freuen nken, daß er uns über dieſe Stufe inweg und weiter emporgeführt hat. cht erbauen; und Das iſt ja Herrührendes würde unſre ürden es betrachten, und Anderes richten. Es würde Kindern, aber nicht Män⸗ viel mit einer ſolchen Sache Uns würde dabei bald auch der Ge— ob jene Sache auch wirkli men möchte; denn es iſt ja außer Zwe als Jeſus von der Erde geſchieden war, etwas ganz Andres dachten, als ſeine K Dazu wiſſen wir, Jahre nach Jeſu Zeit dieſe Reliquien allgemein ward, v trügerei damit getrieben wurde. iſt es nicht gut, wenn iſt es beſſer, in kindli gutem Glauben Vieles Prüfung nicht bewährt? die Kindlein, ſo werdet aber indem er kindlich de in ſein Reich begehrt, ſo ſtiftet, daß die darin Ein ſondern von einer Stufe Vollkommenheit Nein, Gott ſei ch von Jeſu ſtam⸗ ifel, daß damals, ſeine Freunde an leidungsſtücke auf⸗ daß, als einige hundert Vorliebe zu den ſogenannten nnſüchtigen viel Be⸗ Alle ſolche Gedanken— ſie der Seele eigen ſind? Oder wie? cher Einfalt dahinzugehen, und in anzunehmen, was ſich bei ſchärfrer Jeſus ſagt freilich—„werdet wie Himmelreich kommen z für den Eingang iſt ja dieß Reich eben darum ge⸗ getretenen nicht Kindlein bleiben, der Erkenntniß zur andern, zur des Mannesalters Jeſu geführt werden. Dank, der uns in unſrer Ze daß wir mit ſchonendem Urtheil ck Wallenden hinſehen können ſelbſt eines heiligen Rocks zu zubewahren. müthige Seelen it ſo weit ge⸗ auf die zum „aber auch, daß unſerer Erbauung Bedürfen denn uberhaupt über den Staub ſolcher Dinge d des Menſchengeſchlechts ſagt uns Folgende von etwas über den Staub Erhabenem 1 ſeele von Anfang an gehabt. um, ſuchend, wo ſie das Ge zur Sonne, zum Donner, es, Du biſt mein Gott. gende Menſchen an und der Erde geſchieden waren ſchuf ſich Bilder von dieſen, kräften, ſagte— Das ſind m Sie ſchritt weiter; die Seele a über dieſe erſten Stufen em Nun hieß es: Gott iſt Einer; aber hier der Tempel iſt ſein Sitz flügeln auf dem Deckel der Bund wenn Ihr opfert, ſo iſt es der den Wolken emporwirbelt, Menſchen und ihm macht. andere Weiſe in Aſien und Griech den Einigen, Unſichtbaren, des Abbildes und Sinnbil dung der Seele zur Gottheit zu erleichtern. geſprochen—„Gott iſt ein Geiſt, u ſt und in der Wahrheit an— eiligen Tagen, den heiligen abgeſprochen, und iſt es ein Aeußerlichkeit zu n Gang betrach— hat, ſo moͤchte man daß der Meiſter Etwas Menſchen zu ihrer Erhebung 2 Die Geſchichte Die Ahnung hat die Menſchen⸗ In dieſer Ahnung ſah ſie ſich Bald ſprach ſie zur Triebkraft der Erde: Du biſt Bald auch ſtaunte ſie hervorra⸗ ſprach, beſonders wenn dieſe von Ihr ſeid unſere Götter. Sinnbilder von jenen Natur⸗ eine Götter, und betete ſie an. usgezeichneter Menſchen drang die Menge folgte nach. Niemand kann ihn ſehen, dort zwiſchen den Engel⸗ eslade iſt ſein Stuhl, und Rauch, der vom Altar zu der die Verbindung zwiſchen den So war es beim Volke Israel; henland erkannten auch wol geſtatteten aber mehr des Irdiſchen, des, um den Völkern die Hinwen⸗ Hat er zu früh ihn anbeten, müſſen ihn im Gei beten?“ Hat er vorſchnell den 0 Orten ihren unbedingten Werth daß er den Seinen ſo gar keine ihrer Erbauung vorſchreibt? Wenn man de riſtenheit genommen arung erblicken, tet, welchen die Ch wol darin die Erkl vergeſſen oder uͤbereilt habe. Man trug ſich Reliquien 1 c vel ſammen, man ſchuf ſich Heilige und Bilder derſelben, uu baute Stätten und beſtimmte Tage von beſondrer Heiligi„ d als eben ſo viele Mittel, durch welche die Seele des f e, ſchen Menſchen zum Ewigen emporklimmen ſollte. Aar! meet Das wirklich nothwendig? l 110, in Man weiß dafür ſehr viel zu ſagen. Man ſpricht W e ae den Völkern der heißen Mittagsländer, dieſe könnten ii ,! nicht mit einer einfachen Religion begnügen; ihr ſinnliceg, leidenſchaftliches Weſen fodre durchaus eine Religion ir 7 die Sinne. Man ſpricht von den armen Klaſſen der Ma, 1 ſchen, dieſe, gebeugt und abgeſtumpft durch Arbeit und Solz, n werden könnten ſich nur an das Aeußre der Religion halten. Ser n derbar! Von Dem Allem ſagt Jeſus, der Menſchenfreurh, der Prediger der Armen, der Stifter einer Weltreligin 10 6 Nichts. Was iſt nun das Rechte? in Das iſt das Rechte, daß wir auch in der un volk, dae menſten, ſinnlichſten Religion einen Lichtſtrahl von Ohg h eile Mer in rechten Ver! I in nach Jol anerkennen und mit Freude begrüßen. Auch der roheſe Age 0 Heide, der vor einem grob geſchnitzten Klotze betet, hegt do. ficht 0 0 die Vorſtellung, daß eine Macht, eine göttliche Macht ühn% daß l ihm ſei. Aber etwas Andres iſt's, in einem unvolltomm, hen, nen Zuſtande den wahren und guten Kern anerkennen um— ſich daran erfreuen, etwas ganz Andres, den unvollkomme nen Zuſtand rechtfertigen und ſagen, daß er bleiben ola ck Dieß Letzre iſt durchaus gegen die Abſicht Jeſu; denn ih! jammerte des Volkes, welches ja doch ſeinen Tempel, ſeim Opfer, ſeine heiligen Gebräuche hatte und von ſeinen Führern ſorgfaͤltig dabei erhalten wurde. Eben dieſe Führer kamen Jeſu vor wie Hirten, welche ihr Amt vernachläſſigten, da 1323) Nachdem 6 rum war ihm das Volk wie eine zerſtreute und verſchmach in un Loncurs der tete Heerde. Es iſt ein ſolcher Zuſtand gewiß auch gegen Pfengen, welche 1 die Abſicht Gottes,„welcher will, daß allen Menſchen ge ie and d e holfen werde und daß ſie alle zur Erkenntniß der Wahrheit much un en ſogewiß in dem kommen.“ Es handelt ſich hierbei um Hemmung oder För, e, Portage, ant derung der Erkenntniß, es handelt ſich aber zugleich um e daten aue Das, was größer iſt, um Hemmung oder Förderung des gehende 1 Guten überhaupt. Das iſt die ſo ſehr ernſte und bedenk ſodeckele dan de liche Seite aller Aeußerlichkeit in der Religion; je mehn dieſer Aeußerlichkeit, deſto mehr wird der Menſch vom In nern, vom Weſentlichen abgezogen. Was hilft es zu ſagen — die Sühnopfer, welche im Tempel zu Jeruſalem braun.(1393) Won ten, dienten dazu, die Sünder zum Bewußtſein ihrer Schuld Nachmittags um 2 zu führen? Zugegeben! aber es iſt außer allem Zweifel, fatthauſe die unter daß tauſend Opfernde dachten,— nun iſt unſre Schuld benertten Vicnalw abgebüßt, und daß ſie ſich nun um Beſſerung deſto weniger bekümmerten. Was hilft es, darauf hinzuweiſen, wie in den Kirchen großer chriſtlicher Parteien Düfte, Farben, Klänge, Lichterglanz den Andächtigen umwallen, ſeine Sinne faſt berauſchen, ſein Gefühl gewaltig ſteigern? Das iſt wahr, aber eben ſo wahr iſt's, daß er, je mehr ſein Gefühl in Schwung geſetzt worden, auch um ſo mehr glaubt, er ſei nun fromm geweſen, und um ſo mehr die wahre Hingebung des Herzens an Gott, den einzigen ächten Gottesdienſt, welcher Heiligung des ganzen Lebens iſt, über Dem Allem vergißt. O! es mag recht ſchön ſein, dieſe Züge der An⸗ ö iffentlich an Wenig A. 7 8* 8 7 dächtigen, die von allen Seiten nach Trier wallen, zu ſchauen, Viech und weißgekleidete Jungfrauen voran, geſchmückte Prieſter, lange Zuge von Männeru und Frauen in ihrer Feſtkleidung, wal⸗ lende Fahnen, Blumen, Kränze, Klang feierlicher Lieder. Aber Jeſus— und dieſe Schaaren; das Evangelium— und ſolche Wallfahrt; die chriſtliche Wahrheit in ihrer er⸗ habenen Einfachheit— und die Vorſtellungen in dieſen Menſchenſeelen; das große Gebot—„Ihr ſollt vollkommen ſein, wie der Vater im Himmel vollkommen iſt!— und dieſe Tauſende, welche doch offenbar meinen, ſie hatten nun einen Gottes dienſt verrichtet, hatten etwas Verdienſtliches „ 347. chan, welche doch offenbar durch dieſe Meinung abgezogen d von dem Einzigen, was vor Gott gilt, von fortgehen⸗ ie Beſſerung in thätiger Menſchenliebe,— es liegt ein begenſatz, ein Widerſpruch in Dem Allem, welchen kein konnener Denker in Abrede ſtellen kann. Dazu kommt uch ein ſehr bedenklicher Umſtand. Die Einſicht aller bildeten in unſrer Zeit iſt über ſolche Dinge hinaus. iich in Trier und der Umgegend muß jeder Gebildete zreifeln, daß ein Rock Chriſti dort wirklich vorhanden i Iſt es aber recht und iſt es gut, auf eine Täuſchung Dis zu bauen, was vielen Tauſenden ein Theil des Hiligſten, der Religion, ſein ſoll? Hoffentlich wird auch cgenommen werden dürfen, daß die meiſten Gebildeten in pen Landſchaften in dieſer ganzen Sache ein etwas kindi— ſhes Spiel erblicken, was zu der Erhabenheit der Religion uht im rechten Verhältniß ſteht. Iſt Das aber gut, daß d Religion des Volkes und die Erkenntniß der Gebildeten drch eine Kluft getrennt iſt? Iſt es gut, daß das Volk c Heiligthum habe, welches das freie Wort der Denken— du nicht ertragen kann, ohne zuſammenzuſtürzen? Iſt es g, daß der Denkende ſich bequemt, religtöſe Uebungen mit⸗ machen, über die er bei ſich ſelbſt lächeln muß? Sehen wir da nicht den Weg zum Schlechteſten, was es giebt, zur Heuchelei geöffnet?— Zu Jeſu Rock wallen die Schaaren, und Jeſu Wort, wie lautet es?„Ich bin dazu in die Welt gekommen, daß ich die Wahrheit zeugen ſoll./„So Ihr bleiben werdet an meiner Rede, ſo ſeid Ihr meine Juͤn— ger, und werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird Euch frei machen.)—„Ich danke Dir Vater, daß Du ſolches den Weiſen dieſer Welt verborgen haſt, und haſt es den Unmündigen geoffenbart.)—„Alle Pflanzen, die mein himmliſcher Vater nicht gepflanzt hat, müſſen ausge⸗ rottet werden.)—„Der Geiſt der Wahrheit wird Euch in alle Wahrheit leiten.“ Wenn er wiederkäme, der Sohn der Maria, der Einfache, der Wahrhafte, der echte Freund des Volkes, und träte in dieſen Tagen an die Thür der ſchönen Kirche dort und ſähe dieſe Schaaren, würde ihn nicht abermals jammern des Volks? Und zwar jetzt, acht⸗ zehnhundert Jahre nach ſeinem Erdenwallen! nach ſeinem ausgeſprochenen Wort, das er wie einen Sauerteig in die Maſſe der Welt hineinwarf! nach ſeinem Tode, den er für die Wahrheit litt! (Schluß folgt.) Lekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. c N Edictalla dung. 1323) Nachdem Georg Fuchs von Ulrich⸗ in Concurs verfallen iſt, werden alle drenigen, welche an denſelben, oder deſſen Hrſſe aus irgend einem Rechtsgrunde einen Mpruch zu machen haben, aufgefordert, ſol— chen ſogewiß in dem auf den 2 Dezember 8 8, Vormittags, anberaumten Liquidations⸗ teimine dabier anzuzeigen und zu begründen geenfalls ſie damit, ohne Erlaß eines Präclu⸗ ſir ecrets, von der Maſſe ausgeſchloſſen werden. Ilrichſtein den 2. October 1844. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Ray ß. Arbeits- Verſteigerung. 393) Montag den 4. November l. J., Pichmittags um 2 Uhr, ſollen in hieſigem Rihhauſe die Unterhaltungsarbeiten der nach— temerkten Vicinalwege, als: des Wegs nach Fauerbach II., beſtehend in Kleinſchlagen der Steine, Reinigen und Ueberdecken der Chauſſee, voranſchlagt zu 11 5 der Chauſſee nach Ockſtadt, vorauſchlagt zu 113 fl. ) der Chauſſee nach Obermörlen und nach Nauheim, voranſchlagt zu 69 fl. Ifentlich an Wenigſtnehmende verſteigert wer⸗ de Friedberg den 24. Oktober 1844. i Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter A ei Vieh- und Kraͤmer-Markt zu Gruͤnberg. 1402) Der Stadt Grünberg iſt die Ab- Mrung eines Vieh- und Krämermarktes auf dimnerſtag den 7. November d. J. geſtattet wicden, was man hiermit zur öffentlichen genntniß bringt. Hrünberg den 24. Oktober 1844. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Hen r ie. Hofraithe-Verſteigerung. (403) Da bei dem am 7. Oktober l. J. erfolgten Ausgebot der Hofraithe des Georg See kein annehmbares Gebot erfolgte, ſo ſoll auf Antrag der Tochter des nunmehr verleb— ten Georg See, deren Hofraithe, beſtebend in Wohnhaus und Stall an Georg Rauſch an der Kirche gelegen, Donnerſtag den 7. November l. J., Vormittags 11 Uhr, einer nochmaligen öffentlichen Verſteigerung in hie— ſigem Rathhauſe ausgeſetzt werden. Friedberg den 28. October 1844. Der Grßb. Heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz. Güter ⸗ Verpachtung. (1405) Montag den 4. November l. J., Vormittags um 10 Ubr, ſollen in hieſigem Rathhauſe nachbemerkte Allmeyenſtücke theils auf 6 und theils auf 3 Jahre öffentlich meiſt— bietend verpachtet werden, als: 37 Ruthen an der Landſtraße, 20 Ruthen daſelbſt, 3 Vrtl. 15 Ruthen am Schmidt'⸗ ſchen Acker, 2 Prtl. 17 Ruthen am Dax⸗ pfad, 1 Viertel 10 Rutben, in den Lieb⸗ frauen-Gärten, 1 Morgen an der Sauer⸗ weide, 30 Ruthen an der Galgenbrücke, 1 Stück am Seergraben hinter Kehr's Gar— ten, 3 Prtl. in der Töpfenkaut, 2 Vril. 28½ Ruthen im Lachenfeld, 1 Vril. 10 Ruthen Grabſtück im Roſenthal, der flache Theil am Wildkautsgraben, die Begraſung der 3 Roſenthalſtücke, ein ungemeſſenes Stück an der Hinterhohle und 1 Stück an der Chauſ— ſee vor dem alten Mainzerthor, von Hen. Kettinger's Garten bis zum Daxpfadweg. Friedberg den 27. October 1844. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter D. tegen (1416) Es werden: 1) Mittwoch den 6. November, Nachmittags 2 Uhr, auf der fiscaliſchen Markwieſe bei Bauernheim etlich und zwanzig Haufen Weiden⸗ und Erlenholz und 2) Freitag den 8. November, Nachmittags 3 Uhr, auf dem hieſigen Burgwall und im Hirſchgraben ic. mehrere abgängige Obſtbäume, namentlich drei Aepfel«, zwei Birn⸗ und mehrere Zwetſchenbäume, ſo⸗ dann ein großer Nußbaum, an Ort und Stelle verſteigert. Friedberg den 30. Oktober 1844. Der Großh. Heſſ. Rentamtmann Beau ß. Der Hauptcaſſier der Viehverſicherungs-Anſtalt des Kreiſes Hungen an die Herrn Gemeinde-Einnehmer des Kreiſes. Betreffend: Die Beiträge zur Viehverſicher⸗ ungsanſtalt des Kreiſes Hungen vom 4. Quartal 1844. (1117) Ich erſuche Sie um baldmöglichſte Ueberſendung der Beiträge zur Viehverſicher⸗ ungsanſtalt des hieſigen Kreiſes vom laufen⸗ den Quartale und bitte nicht zu überſehen, daß Sie die Quittung über Ihre Hebgebühren gleichzeitig anlegen. Hungen den 29. Oktober 1844. Funk. Arbeits- Verſteigerung. (1418) An den nachſtehenden Terminen ſollen folgende Arbeiten öffentlich an die We— nigſtnehmenden verſteigert werden: 1) Donnerſtag den 7. Nov. l. J., Vormit⸗ tags um 11 Uhr, oberbalb Aſſenheim die planirarbeit an der neu erbauten Brücke, ſodann die Herbeifuhr und das Aufſetzen der zur Chauſſirung nöthigen Steine vom Steinbruch am Speckenberg. 2) Freitag den 8. Nov. l. J., Vormittags um 11 Uhr, in Niedermorlen im Gaſt— haus zum Löwen, das Brechen der zur Unterhaltung der Straßen nötbigen Steine für die Jahre 1845, 1846 und 1847 in den Steinbrüchen bei Griedel, am Gal— genberg und am Eichkopf. 3) Samſtag den 9. Nov. l. J., Vormittags um 11 Ubr, auf dem Ilbenſtädter Chauſſee— haus, dieſelben Arbeiten wie pos. 2 in Bezug auf den Steinbruch am Specken⸗ berg bei Aſſenbeim. g J) Dienſtag den 12. Nov., Vormittags um 11 Uhr, in Altenſtadt im Gaſthaus zum Adler, dieſelben Arbeiten wie pos. 2 in Bezug auf den Steinbruch an der Loh. Friedberg den 29. Oktober 1844. Der Gr. Heſſ. Kreisbaumeiſter Stockbauſen. Bekanntmachung. (1419) Montag den 11. Nov. l. J., Vor⸗ mittags um 11 Ubr, ſoll in hieſigem Rath⸗ bauſe der dem vereinigten Armenfond hieſiger Stadt zuſtehende, am Eichelhof und an Cas— par Staubi gelegene Baum-, Grab und Gras- garten, ohngefähr 1½ Morgen haltend, blos zu Bauplätzen öffentlich meiſtbietend verſtei⸗ gert werden. Auch ſoll dem Käufer zugleich die eine Ruthe breite Almeie an der Stadt⸗ mauer und die Stadtmauer ſelbſt im Anſchlags⸗ preiſe überlaſſen werden. Friedberg den 30. Oktober 1844. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz. Verſtelgerung von Pappelholz. (1420) Montag den 11. Nov. l. J., Vor⸗ mittags um 11 Uhr, ſollen die an der Straße zwiſchen Niederwöllſtadt und Okarben in der Nähe der ſogenannten neuen Herberge ſtehen⸗ den 102 Stuͤck Pappelſtämme, worunter ſich viele zu Diehlen brauchbare Staͤmme befinden, öffentlich an die Meiſtbietenden verſteigert werden. Friedberg den 29. Oktober 1844. Der Gr. Heſſ. Kreisbaumeiſter Stockhauſen. , INN Privat ⸗ Bekanntmachungen. Nicht zu überſehen. 44120 Eine Parthie gut ausgebauenes Kieferwerkholz, ſodann einige verfertigte Kie— ferarbeit und eine kleine Quantität Hohlzie— geln hat zu verkaufen Wittwe Nicolai. Das Logis (14100 im dritten Stocke meines Hauſes, beſtehend in 3 heizbaren Zimmern, Küche ꝛc. iſt zu vermiethen. Joh. Philipp Fritz. Geſchäfts⸗ Empfehlung. (1421) Hierdurch beehre ich mich mein Buchbinder⸗ und Schreibmaterialien-Geſchäft in höfliche Empfehlung zu bringen, mit dem Bemerken, daß ich mit allen in mein Fach einſchlagenden Artikeln beßtens aſſortirt bin. Zugleich erlaube ich mir ferner in Crinne⸗ rung zu bringen, daß ich alle Portefeuille⸗ Arbeiten von geſticktem Stramin, als Brief⸗ taſchen, Notizbücher, Wandkörbe, Uhrpantöf— felchen, Kalenderrahmen mit erhabener Ver⸗ goldung ſchönſtens und zu den moglichſt bil— ligen Preiſen verfertige. Meinen Vorrath in Spielkarten, als Piquet-, L'hombre- und Tarroc- Karten bringe ich ebenfalls in empfehlende Erinnerung und gebe ſolche zu ſehr billigen Preiſen ab. Friedberg. H. Neuhof, Buchbindermeiſter. Entlaufenes Mutterſchwein. (1422) Der Johannes Zimmers Wittwe zu Villingen iſt ein 3jähriges Mutterſchwein von weißer Farbe, in beiden Ohren einige Schnitte, entlaufen. Wer hierüber Auskunft ertheilen kann, wird gebeten, ſolche der Eigen— thümerin mitzutheilen. Verkauf von Weintraubenſtöcke. (1423) In dem Buderus'ſchen Weinberg beim Heſſenbrückenhammer werden einige Tau⸗ ſend Stück Weintraubenſtöcke von verſchiede⸗ ner Sorte Frühtrauben, das Stück zu 3 kr., abgegeben. Einige hundert junge Obſtbäumchen (1270 hat zu verkaufen. H. Sang J. in Fauerbach II. Ein noch wenig gebrauchter, ſchmaler, Werner'ſcher Kochofen (1425) iſt billig zu kaufen Ausgeber die⸗ ſes ſagt bei wem? „ 348 Markt zu Oberrosbach. (1426) Bei dem Donnerſtag den 7. und Freitag den 8. November ſtattfindenden Jahr⸗ markt iſt bei mir gut beſetzte Tanzmüſik an⸗ zutreffen, wozu hoflichſt einladet a Oberrosbach den 28. Oktober 1844. G. H. Bing mann. Bekanntmachung. (1427) unterzeichneter bat die Ehre bier⸗ mit anzuzeigen, daß er mit ſeinem Waaren⸗ handel in allen Sorten wollener und baum⸗ wollener Waaren nun auch einen Frucht und Mehlbandel verbunden hat und bittet, unter der Verſicherung billigſter Preiſe, um geneig⸗ ten Zuſpruch. Oberrosbach im Oktober 1844. Ephraim Bing. Ein Logis (1428) bat zu vermiethen 5 Katharina Hanſtein. Braunſchweiger Flachs, (1429) prima Sorte durch directen Bezug, ſowie 5 Spiegel und Spiegelglas. zu den billigſten Preiſen bei Friedberg im Oktober 1844. Jean Huber. In eine Handlung (130) wird ein in allen Schulkenntniſſen kundiger Menſch in die Lehre geſucht. Die Ae en dieſes Blattes ertheilt nähere Aus⸗ kunft. Wuͤrfelzucker (1310 weis und roſa billigſt bei Friedberg im Oktober 1844. H. Hahn. Zur Nachricht und Nachach⸗ a tung. (1432) Eine Wittwe hieſiger Stadt beab⸗ ſichtigt, einige Mädchen in weiblichen Hand— arbeiten zu unterrichten und ſolche in Koſt und Logis zu nehmen. Aeltern und Vertreter, welche hierauf re— flektiren, können ſowohl eine freundliche und liebevolle Behandlung, wie nicht minder der ſorgſamſten Ueberwachung der Sittlichkeit ihrer Kinder resp. Pflegbefohlenen völlig verſichert ſein und eroietet ſich die Redaction dieſes Blattes, auf mündliche oder portofreie ſchrift— liche Anfrage jeden in gedachter Beziehung gewünſcht werdenden Aufſchluß ſofort zu er⸗ theilen.— Leinwand⸗Reſten, (1433) in 3, 5, 6, 10, 15 Ellen beſtehend, ſind zu billigen Preiſen zu haben bei Nathan Hirſchhorn, Uſergaſſe 244. Frankfurter Gold-Cours vom 31. Oktober. kr Neue Louisd'or 11 4 Friedrichsd'or 9 46 Holländiſche 10 fl. Stücke 9 7537 Rand⸗Ducaten 5 34% 20 Frankſtücke 9 Engliſche Souverains 11151 Kirchliche Anzeigen für Friedberg. 22. Sonntag nach Trinitatis den 3 November. (Gedächtnißfeier der Reformation.) Pfarramtliche, Funktionen verrichtet: Herr Stadtpfarrer Sell. Vormittags predigt in der Burgkirche Herr Stadtpfarrer Fertſch. f(Abendmahl.) Nachmittags predigt in der Burgkirche, Herr Candidat Rappold. Mittwochs-Betſtunde, Nachmittags von 3— 4 Uhr, hält Herr Candidat Diefenbach 1. Frucht rei lee e. Gattung. Fried⸗ 1% Groß, berg Mainz gerau fl. kr. fl. kr. Waizen pr. Malter] 8— 821 9— oer 5 6— 6 14 5,30 Gerſte, 5 41401 524 2 5 Hafer„— 3— 319 250 Polizei ⸗Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 3. bis 9. November 1844. — J Fried⸗ Butz⸗ 5 Brad Preiſe. berg. bach. 8 kr. pf. kr. pf. 1; Leib⸗Roggenbrod 2121 23 een 15 443 42 44 7 77 g. 2 Eo Lth. Lth. — Milchbrod 14% 145% — Waſſerweck 15 146 — Gemiſchtes(Tafel⸗) Brod 15½% 16% Fleiſch-Preiſe. pf. pf. 1 Ochſenfleiſch 1 85 11— 11— 1 gemäſtete 9— 9 4— „ Kühfleiſch eee 8— 18— 5 3% gemäſtetes 8 2 J Rindſteiſch ungemäftetes 7 „ Kalbfleiſch 9 2 „ Schweinenfleiſch 117 uπ,jj˙/ͥ; „ Hammellleiſch 9— 9— „ Schaaflfleiſch 7—4—. „Wurſtvon blos Schweinen 12— 12— „Gemiſchte Wurſt 8— 81— „ Bratwurſt 15— 15— „Schwartenmagen 15— 15— „ Geräucherter Speck 22— 22— „Schinken 17— 17— 7 Dörrfleiſch 17— 17 „ Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 20— 20 unausgelaſſen 18— 1815 „ Nierenfett 19— 18 „Hammelsfett 15— 157. Der Gr. Heſſ. 5 d. K. Friedberg d— J. d. A.: Krach, Kr.⸗Sctr. Die Polizei⸗Taxe für die Stadt Butzbach gilt auch für den Kreis Hungen.. Der Gr. Heſſ. Kreisrath d. K. Hungen Follenius. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. 31. Oft.[25. Ock. 23. ß auszüge au Auszug aus J. Nachſtahendes e uig u. oon G Rhein u. K. Nachde ande auf den 2. Dec. A liches hierdurch of 5 Eee ſch an dem! Ii zu der Ausüdung 5 Propofttionen gebe Agen lassen. 1 Acücten Staateſtegets Aswig. au Tbil Ul. Bekanntmach ed de. Od. Nachdem docs Neuen bine nicht unbedeutend Pegbſichtige, in die pflichtet, die ihm au ſormalitäten, unter ſiſten in Algier ann nern und der Just in laſſen, indem es, ich irgend ein Hinde ö Pig erachtete, die l. amentlich wurden macht, daß zu jene Nuffnahmeurkunde g. Algier beauftragten der Auswanderunge bei der k. franzöſiſ dieſer, nach voraus feerium eingeſendet; Algier mitgetheilt! ſeitig wurde den 2 ritter Perſonen ang dahin zu Aden sel.— geln Geſchäft N mach Alger zu ver g für ſie zu er ie hiesige Reglern Maben ſich bereits Aatzuſchlagen und r Asen, mit ſolchen 0 Abühren de. an gung zum Behr bahn. Jene Mi lud zu erwirken gen, welche ſich 1 kme, in Vo oben, die 5 l dun. 9 5 J ch daher— 9 anlaßt,