1843 Intelligenzblatt für die Provinz Oberbeſſen im Allgemeinen, Kreiſe Friedberg, Gruͤnberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. ——— Sonnabend, den 30. September 1843. Ein neues Vierteljahr-Abonnement auf das wöchentlich zweimal erſcheinende„Intelligenzblatt für die Provinz Oberheſſen“ beginnt am 1. Okto ber. Geneigte Beſtellungen wolle man recht bald entweder bei dem Unterzeichneten, oder bei den den Abonnenten zunächſt gelegenen löblichen Poſtämtern einreichen.— Abonnementspreis: pr. Quartal 24 kr.— Inſeratgebühren: die beiden erſten Zeilen zuſammen 7 kr., die dritte und jede folgende Zeile 2 kr.— Aufnahme der Inſeraten: Alle bis zum Sonntag Abend einge⸗ benden Inſerate kommen in das Mittwochsblatt, und alle, welche bis zum Mittwoch Abend eintreffen, in das Samſtagsblatt. Carl Bindernagel. Localſection des Großh. Heſſ. Gewerbvereins fuͤr den Kreis Friedberg. Sitzung Montags den 2. Oktober. Vortrag über Steinſprengen durch galvaniſche Electricität. Mittheilungen aus Journalen uber: verbeſſerte Löthkolben— Einklammern der Dielen auf der Hobelbank— Mittel gegen die Faͤulniß des Holzes, welches in die Erde kommt— Eiſenziegeln— Wiederherſtellung dumpfig gewordenen Getraides— Vorrichtung zum Verſchluß der Thüren— Gummi elaſticum— Auf⸗ loöſungen und Kitt daraus ꝛc. nungen fur Bauhandwerker, Kupferſchmiede, Damaſtweber ꝛc. Vorlage der von der Direction Großh. Gewerbvereins mitgetheilten Zeich⸗ Soldan. Iſt der Brantwein als Stärkungsmittel unentbehrlich? Die Frage, welche die Ueberſchrift des gegenwärtigen Auf⸗ ſatzes enthält, möchte um ſo zeitgemäßer ſein, da die Sache der Mäſſigkeitsvereine, für welche ſich immer entſchiedner der beßre Theil unſrer Zeitgenoſſen ausſpricht, mit der Be⸗ antwortung derſelben zuſammenhängt. Einſender hält es darum nicht für überflüſſig, dieſem Gegenſtand eine kurze Be⸗ trachtung zu widmen. Es iſt eine ziemlich allgemeine Behauptung, bei gewiſſen Arbeiten ſei der Genuß des Brantweins unentbehrlich, und es vermöge der Körper ohne ein ſolches Reizmittel nicht die Anſtrengungen zu ertragen, die von ihm verlangt würden.— Wir wollen recht gern zugeben, daß der Genuß des Brannt⸗ weins eine augenblickliche Aufregung der Nerven, ja ſelbſt ein gewiſſes Gefühl der Munterkeit erzeugt, welches denn ſcheinbar zur Arbeit tüchtig macht und insbeſondere eine größere Raſchheit aller Bewegungen zur Folge hat. Allein dieſe Aufregung iſt eine künſtlich erzeugte, welcher natur⸗ gemäß eine entſprechende Erſchlaͤffung folgt. Dieſer vor⸗ zubeugen, wird nach Ablauf einer gewiſſen Zeit ein neues Reizmittel genommen, das denn allmählig verſtärkt werden muß, und ſo entſtebt endlich jene Abſtumpfung der Ner⸗ ven, die zuletzt in den traurigen Zuſtand der Entkräftung übergeht.— Denn das lehrt uns die Erfahrung, daß, wer einmal an den Genuß des Brantweins regelmäßig gewöhnt iſt, eine immer größre Portion nöthig hat, um die gewünſchte Wirkung hervorgebracht zu ſehen und ſo in der größten Ge⸗ fahr ſchwebt, ein eigentlicher Säufer zu werden. So begeg— nen wir unzähligen bedauernswürdigen Menſchen, die mit einer kleinen Quantität jenes Getränkes anfingen, den lieb gewonnenen Genuß täglich fortſetzten und endlich bis ſie an die Schwelle des Greiſenalters gelangt ſind, nicht mit Ehren ihr graues Haar tragen, ſondern als der Spott einer loſen Menge einherwandeln. Iſt es ſchon widerwärtig, einem Säu⸗ fer zu begegnen, der in der Kraft des Lebens ſteht, ſo kann es uns nur Thränen des Mitleids erpreſſen, wenn wir einen Greis dem Grabe entgegentaumeln ſehen, wenn wir wahr⸗ nehmen, wie er die Zeit ſeines Daſeins, da er die ſchöne Frucht der Weisheit ernten ſollte, in Stumpfſinn oder in wildem Rauſche verbringt. Woher kommt es daß wir nur ſelten einem Greiſe begegnen, der jene Geiſtesfriſche, jene ungebeugte Haltung ſich bewahrt hätte, von denen die Schrif⸗ ten des Alterthums uns ſo oft erzählen? Gewiß einzig daher, daß die alte Einfachheit und Mäßigkeit verſchwunden iſt. Darum möchten wir den Jünglingen und Männern, die einſt ein ſchönes Alter erwarten, ernſtlich entgegenrufen:„entſaget einem Gifte, das die ſchönſten Blüthen eures Lebens zerſtoͤrt und den Keim eines fruͤhen Elendes in euren Körper legen wird.“ Doch auch abgeſehen von dieſen ſchrecklichen, ſelten aus— bleibenden Folgen können wir dem Genuß des Brantweins nicht das Wort reden. Er ſoll zur Arbeit tüchtiger machen? — Dies läugnen wir unbedingt. Zur Arbeit gehört vorerſt „ 344 ein kräftiger, ungeſchwaͤchter Körper, zugleich aber Friſche und Klarheit des Geiſtes. Oder iſt der Menſch vielleicht eine Maſchine, die nur ſtärker angetrieben werden muß, um zu wirken, was man von ihr verlangt, ohne daß ſie ſelbſt ihre Kraft lenkt? iſt er einem Zugthiere zu vergleichen, das von dem Stecken des Treibers aufgeregt die letzte Kraft zur ver⸗ zweifelten Anſtrengung aufbietet?— Wahrlich der Sohn des unendlichen Gottes, wie wir den Menſchen doch nennen dür⸗ fen, iſt zu etwas Beſſerem geboren, iſt berufen, mit freiem Bewußtſein ſein Tagewerk zu beginnen und mit ungetrübtem Geiſte es zu vollenden. Wo aber bleibt der Geiſt friſcher als bei einem mäßigen Leben, als da, wo vor allen Dingen alles das verbannt wird, was die Nerven betäubt, die Sinne überſpannt und ſo die Klarheit des Denkens trübt? Zugleich aber wird der Körper nur da wahre Ausdauer beweiſen, wo ein reger, kräftiger Wille ihn belebt, während er bald ermat⸗ ten muß, ſobald die Seele ihre Spannkraft verloren hat. Wir rühmen uns der Fortſchritte unſrer Zeit, wir freuen uns der Macht, die der Menſch über die Krafte der Natur gewonnen, durch die er über unermeßliche Abgründe die kuͤhnſten Bogen ſchlägt, durch die er auf den Fittichen des Sturmes über den Ocean dahin fliegt oder die furchtbare Kraft des Dampfes zu ſeinem Dienſte zwingt. Und doch möchte ich behaupten, daß unſer Geſchlecht erröthen muß, wenn es auf die Ausdauer hinblickt, mit welcher in ver⸗ gangenen Jahrhunderten die ungeheuerſten Anſtrengungen ertragen wurden. Der römiſche Soldat kaunte jenes Reiz⸗ mittel nicht, durch welches man in neuren Zeiten ſich er⸗ mutbigen und kräftigen will, und doch ertrug er Draͤngſale, vor denen ſelbſt wackre Krieger der Gegenwart erblaſſen würden. Derſelbe Legionsſoldat, der heute im Schatten der Cedern auf Libanon geſtanden, mußte vielleicht nach einem Jahre an den Ufern des Rheines oder der Weſer gegen wilde Feinde kämpfen oder an den Grenzen von Schottland Wälle und Mauern errichten wider die Feinde des Nordens.— Er trug auf ſeinem Rücken ein Gewicht von 60— 70 Pfund und doch machte er Tagemärſche in glühender Sonnenhitze oder unter herabſtrömenden Regengüſſen, die in unſrem Jahrhun⸗ dert kaum ein nicht bepackter Fußgänger auf ſchattigen, wohl⸗ gebahnten Wegen zurücklegen könnte.— Was gab ihm die Kraft? Neben der ſteten Uebung des Körpers ein feſter, ungebeugter Wille, eine ungetrübte Klarheit ſeines Geiſtes. Wir bewundern die Bauwerke aus der Zeit unſrer Väter, die erhabnen Gotteshäuſer, die gewaltigen Burgen, und müſſen geſtehen, die Gegenwart würde ſie nicht gründen und er⸗ richten können. Haben aber unſre Ahnen bei ihren Arbei⸗ ten nur einen Tropfen eines Trankes gekoſtet, mit dem man jetzt ſelbſt unbärtigen Knaben Kraft einflöſſen will? Was unſre Väter ſo tüchtig machte, war ein kräftiger, weder durch ſchnöde Wolluſt noch durch viehiſche Schlemmerei ent⸗ nervter Körper, dabei ein Gemüth voll Frömmigkeit, ein Herz voll Vaterlandsliebe, ein Wille ſtark und unerſchütterlich, wie die Felſen, an denen ſich die Meereswoge bricht. Und ihnen wieder ähnlich zu werden in allem Großen und Edlen, dar⸗ nach laßt uns ringen mit eifrigem Muthe. Wir errichten ja den edlen Vätern Denkmale, die ihren Namen der Nachwelt predigen ſollen, wir ſuchen uns in dem Anblick ihrer Bilder zu erſtarken. So hat denn die neueſte Zeit dem Retter Deutſchlands, Hermann dem Cherusker, ein würdiges Denkmal geſetzt, zu dem noch die ſpäteſten Enkel dankbar wallen werden. Und dies Denkmal, das hoch auf den Bergen emporſteigt, iſt errichtet von nüchternen, beſon⸗ nenen Männern, aus deren Mitte der würdige Meiſter alle Trinker verbannt hatte. Es zeigten ſich unter dieſer wackren Schaar von Bauleuten keine Schlemmer mehr und ſo durften ſie ein Rieſenwerk vollenden, ohne daß ein Menſchenleben verloren gegangen wäre.— Möge die Vorſehung es geben, daß in dem Andenken jenes Helden, der einſt Deutſchland von der Schmach der Knechtſchaft erlöſet, der Bund aller Guten einen Anhaltspunkt finde, um ein Uebel zu unterdrücken, das ſo viele Tauſende in die ſchimpflichſten Feſſeln ſchlägt, das ihnen Freiheit uud Kraft raubt und zuletzt der Geiſtes⸗ zerrüttung und einem elenden Tode entgegenführt. F. Dienſſag den 19. Sept. b. J. wurde in Friedberg auf der breiten Straße ein Tuch mit etwas Kaffee gefunden. Der Eigenthümer kann Beides bei der Expedition d. Bl. in Em⸗ pfang nehmen. —— Bekanntmachungen von Behörden. a ιιννν Hofraithe-Verſteigerung. (1205) Wegen geſchehenen Nachgebots ſoll auf An⸗ trag der Eigenthüͤmer der Hofraithe Nro. 209, das Eckhaus der Judengaſſe neben Herrn Collector Reuß, Montag den 2. Oktober l. J., Vormittags um 11 Uhr, und zwar/ dieſer Hofraithe in hieſigem Rath⸗ hauſe einer nochmaligen öffentlichen Verſteigerung ausgeſetzt werden. Friedberg den 7. September 1843. Der großh. heſſ. Buͤrgermeiſter D. Fritz. 8 Ediectalla dung. (1244) Friedrich Arndt, Seifenſieder, zu Butzbach beabſichtigt mit ſeiner Familie nach Nordamerika auszuwandern und hat um Vorladung ſeiner Glaͤu⸗ biger zum Verſuche eines gütlichen Arrangements ge⸗ beten. Da nach dem aufgenommenen stat. act. et passiv. eine bedeutende Ueberſchuldung vorliegt, ſo werden ſämmtliche bekannte und unbekannte Gläu⸗ biger des Friedrich Arndt zum Zwecke der Liquida⸗ tion ihrer Forderungen auf Freitag den 20. Oktober d. J., Morgens 9 Uhr, unter dem Rechtsnachtheile vorgeladen, daß die Nichterſcheinenden als den Beſchluͤſſen der Mehrheit der erſchienenen Gläubiger beigetreten angeſehen, daß aber, wenn ein Vergleich nicht zu Stande kommt, und das förmliche Concoursverfahren eingeleitet wird, weitere Edictalien nicht erlaſſen und die ſich nicht meldenden Gläubiger von der Maſſe ausgeſchloſſen werden. Butzbach den 8. September 1843. Großherzogl. Heſſ. Landgericht Völker. Dr. Irle. Edictal ladung. (1275) Johannes Joſt, K. S., von Oberſeiberten⸗ rod hat folgende, in der Gemarkung Ulrichſtein be⸗ legene, auf dem Namen des Eckhardt Bär von Boben⸗ hauſen im Grund- und Flurbuch ſtehende, dem Erſte⸗ ren jedoch angeblich gehörige Grundſtücke, nemlich: 393/41 1/890 3,0[iKlftr. Grabgarten am Hain an Georg Peuſchers Wittwe, 212/73 VII/23 347,0 Wieſe die Reichelwieſe an Kaspar Fritz, 16/38 V/76 308,0 Acker am Gießberg an Zehnt⸗ verwalter Schuchard, 260/2. 3. IV/60 872,0 Wieſe am Höfchen an Georg Scharmann, verkauft, vermag aber ſein Eigenthumsrecht nicht ge⸗ hörig urkundlich nachzuweiſen, weshalb alle diejeni⸗ gen, welche Eigenthums oder ſonſtige dingliche Rechte an jenen Grundſtücken ansprechen, zu deren Begruͤn⸗ ſowie die Lef und Backſteit J,, Vormitia nehmend ver Burggre 2 (1317) Na Vormittags 1. neuer Fahrda an der Gren ſtelgert werd Okarbel An (1318) 8 Vormittags dahier die Kartoffeln, für die M Accord geg Die He den erſucht Gemeinden Butzba (4319); Ur, wird une mit 9 Vgpflinte Frie db. hörden ung 10 ſoll auf Ar a— 209, d Ame Ae dne un Algem Ruth, Versteigerung 12 0. Bürgermeiſtt „ Butzbach Nordamerit g ſeiner Gli rargements 05 Stat. act. et gg vorliegt, ſ. dekarnte Glu, ber Liquida, 1 0 * tu, daß die det Mehrheit angeſeden, daß Stande kommt, Ngeleitet wird, dit ſich nich ausgeſchloſſn f cs. Landgerich — r. Irle. Oberſeibenm Ulrichſtein de där von Bober e, dem Ert tücke, neui anten am han chers Mit, teichelwieſe dn berg an geh 4200 0 un Georg nuch nicht ge⸗ 1 alle dit jenl⸗ igliche Recht deren Begrun „ 345. dung um ſo gewiſſer binnen 4 Wochen a dato auf- gefordert werden, gegenfalls der anderweiten Dis⸗ poſition ſtattgegeben und die entſprechenden Urkunden beſtätigt werden. Ulrichſtein den 14. September 1843. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Ray ß. Bekanntmachung. (1315) Es hat der Kutſcher Biebenſtein von Berlin am 16. September auf der Chauſſee von Frankfurt hierher einen Beutel mit Geld gefunden und hier abgegeben, damit dieſer dem ſich legitimi⸗ renden Eigenthümer zurückgegeben werden kann. Friedderg den 19. September 1843. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz. Arbeits ⸗Verſteigerung. (1316) Die bei Umbauung einer kleinen ſteinernen Bruͤcke erforderliche Maurerarbeit, voranſchlagt zu 20 fl. und Handarbeit 7 ſowie die Lieferung von Steinen, Sand, Waſſerkalk und Backſteinen ſoll Mittwoch den 4. Oktober d. J., Vormittags 10 Uhr, auf meinem Bureau wenigſt⸗ nehmend verſteigert werden. Burggräfenrod den 23. September 1843. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter Börner. Arbeits-Verſteigerung. (1317) Nächſten Donnerſtag den 5. Oktober d. J., Vormittags 10 Uhr, ſoll die Fertigung einer Strecke neuer Fahrbahn an dem Vicinalweg nach Petterweil, an der Grenze anfangend, auf Ort und Stelle ver⸗ ſteigert werden. Okarben den 23. September 1843. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter Jung. Ankauf von Lebensmitteln. (1318) Freitag den 6. künftigen Monats, des Vormittags um 10 Uhr, wird in der Reiter⸗Caſerne dahier die Lieferung bedeutender Quantitäten an Kartoffeln, Erbſen, Bohnen, Linſen und Weißkraut für die Menage an den Wenigſtverlangenden in Accord gegeben. Die Herrn Bürgermeiſter in der Umgegend wer⸗ den erſucht, dieſe Verſteigerung in den unterhabenden Gemeinden bekannt machen zu laſſen. Butzbach den 27. September 1843. In höherem Auftrag: Cellarius, Unterquartiermeiſter. Bekanntmachung. (1319) Dienſtag den 3. October, Nachmittags 3 Uhr, wird in dem Amtslocale des Unterzeichneten eine mit Percuſſlonsſchloß verſehene gute einfache Jagdflinte öffentlich verſteigert. Friedberg den 27. September 1843. Der Gr. Rentamtmann Bu ß. Obſt⸗Verſteigerung. (1320) Dienſtag den 3. October d. J., Vormit⸗ tags 11 Uhr, ſoll das hieſige Gemeinde⸗Obſt, be⸗ ſtehend in circa 15 Malter Aepfeln und 6 Malter Birnen, auf Ort und Stelle öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Maibach am 26. September 1843. Der großh. heſſ. Buͤrgermeiſter Philippi. Bekanntmachung. (1321) Mit höherer Genehmigung ſoll auf Don⸗ nerſtag den 12. October d. J. ein vierter Vieh⸗ und Krämermarkt dahier abgehalten werden. Ich erſuche daher die betreffenden Großh. Bücgermeiſter im In⸗ tereſſe des handeltreibenden Publikums, dieſes öffent⸗ lich bekannt machen laſſen zu wollen. Langsdorf den 2. September 1843. Der Gr. Heſſ. Fürſtl. Solmſ. Buͤrgermeiſter Köhler. d ⏑ι. N νι Privat⸗ Bekanntmachungen. Zum Verkaufen. (1164) Eine ſehr bedeutende Parthte reingehaltener, guter und ſtarker Fäſſer, 3 bis 4 Ohm haltend, welche ſich namentlich zu Lagerfäſſern für Aepfelwein, Bier und Brandwein ſehr gut eignen, iſt bei mir zu äußerſt billigen Preiſen im Ganzen oder auch vereinzelt zu verkaufen. Auch habe ich noch eine Parthie dauerhafter Faͤſſer, zu Pfuhlfäſſern ſehr tauglich, welche ihrer Billigkeit wegen ſehr zu empfehlen ſind. Großenlinden den 24. Auguſt 1843. Jean Goſſi. Eine Kartoffelmühle, (1167) ganz neu und ſehr gut gearbeitet, iſt zu verkaufen, und nimmt der Verkäufer Brandwein ſtatt Zahlung an. Wo? ſagt die Expedition d. B. Zum Verkaufen. (1310) 3 neue Ovalbütten, eine jede zu 450 Maas, für eine Brandwein⸗ Brennerei geeignet, ſind von mir zu verkaufen. Vilbel den 22. September 1843. C. Kreiling, Eich⸗ und Küfermeiſter. Leder ⸗ Verkauf. (1312) Durch den gering erzielten Preis in der verfloſſenen Frankfurter Meſſe fand ich für rathſam, vieles Leder zurück zu nehmen, weßhalb ich zu ſehr billigen Preiſen weißes und braunes Schaafleder, mitunter eine Sorte, die ſich ſehr gut für Buchbinder eignet, ſowie auch eine Parthie braunes und ſchwar⸗ zes Kalbleder ꝛc. erlaſſen kann. Fauer bach II. den 24. September 1843. Louis Simon, Gerbermeiſter. F Aechte Kalmuck⸗ und Tuchmäntel (1322) ſind billig zu haben bei Meyer Schwarz. * 346* Nauheimer Teichhaus. (1323) Sonntag den 1. und Montag den 2. Oktbr. wird auf hieſigem Teichhauſe das Nauheimer Kirchweihfeſt gefeiert. Meine verehrten Gönner und Freunde lade ich zu dieſem Vergnügen mit dem Bemerken höflichſt ein, daß ich ſür gute Weine und Speiſen— beſonders vorzügliche Karpfen— ſowie für gute Mußt beſorgt ſeyn werde. Nauheim den 26. September 1843. Henkel. Einladung zum Kirchweihfeſte. (1324) Bei Gelegenheit des hieſigen Kirchweihfeſtes, Sonntag den 1. und Montag den 2. Oktober, iſt bei dem Unterzeichneten gut beſetzte Tanzmuſik an⸗ zutreffen, wobei für alle Erforderniſſe beßtens geſorgt iſt. Er ladet ſeine Freunde zu zahlreichem Beſuche höflichſt ein. Nauheim. J. Fritzel. Warnung. (1325) Da ſich meine Frau, Katharina Finzel, und meine Tochter, Helena Finzel, von mir entfernt, und mir heimlicher Weiſe Alles, was ich im Hauſe hatte, entwendet haben, ſo warne ich Jedermann denſelben nichts auf meinen Namen zu borgen. Friedberg den 28. September 1843. Ludwig Finzel. Fur die Herrn Oekonomen. (1326) Außerſt ſchöner blauer Vitriol iſt billigſt zu haben bei H. Hahn. Empfehlung. (1327) Mit Bettbarchent, Bettzeugen, Schirting, Baumwolltuch, Saſſenet, Halbleinen, ½ breitem Moll,% breitem Tüll, Garnir⸗Tüll, Spitzen, wei⸗ ßem und blauem baumwollenem Strick⸗ und Nähgarn, rohem und gebleichtem Zettel⸗ und Einſchlaggarn, 3, 4 und 6 Draht grauem und weißem wollenem Garn, Modewolle, Näh⸗ und Drehſeide, weißem und blauem leinenem Zwirn, engliſchen Näh⸗ und Stopfnadeln, baumwollenen und Werk⸗Watten, Rock⸗ und Weſtenknöpfen, Beinknöpfen, baumwollenem und ſeidenem Lothband, Kortel, Hausmacher⸗Leinen⸗ und Wirken⸗Tuch und allen ſonſtigen in dieſes Fach ein⸗ ſchlagenden Artikeln bin ich wieder beßtens verſehen und werde dieſelben zu den möglichſt billigſten Preiſen verkaufen. Friedberg im September 1843. Nathan Hirſchhorn, wohnhaft in der Uſergaſſe Nr. 244. Jagd ⸗ Verpachtung. (1328) Montag den 16. Oktober, Mittags 1 Uhr, ſoll bei dem Unterzeichneten die Graͤflich Eltziſche Jagd zu Burggräfenrod an den Meiſtbietenden ver⸗ pachtet werden. Burggräfenrod den 27. September 1843. Verwalter Reß. Mobilien ⸗Verſteigerung. (1329) Die auf den 4. Oktober in der Burg da⸗ hier beſtimmt geweſenen Verſteigerung verſchiedener Möbels, als Kommode, Küchenſchrank, Tiſche, Waſch⸗ bütten u. dgl. m., wird eingetretener Hinderniſſe wegen Donnerſtag den 5. Okt., Morgens 9 Uhr, ſtattfinden. Friedberg den 28. September 1843. Vier Morgen Garten (1330) und Ackerland hat im Einzelnen oder im Ganzen zu vermiethen Wittwe Bender in der Vorſtadt. Einladung zum e zu Bauern; e im (1331) Sonntag den 1. und Montag den 2. Okt. findet bei vorzüglichen Speiſen und Getränken Tanz⸗ und Harmoniemuſik im Gaſthaus zum Solmſiſchen Hofe ſtatt. Fruchte⸗Preiſe hier in Friedberg: Waizen: 9 fl.— kr.; Korn: E fl. 45 kr. Gerſte: 4 fl. 15 kr. . Haſer: 2 fl. 30 er. Früchte⸗Preiſe zu Mainz, am 22. September. Waizen: 9 fl. 41 kr. Kern: 7 fl. 6 kr. Gerſte: 5 fl. 11 kr. 1 Hafer: 3 fl. 9 kr. Erbſen:— fl.— kr. Polizei⸗Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 1. bis 7. Oktober 1843. pfbo[ Brod Preiſe. Friedberg Buße kr. pf. kr. pf. 1 JLeib⸗Roggenbrod 23 2 2 E 71 5 1 5 1 414„ 5 10 1 10 1 Loth. Lotb. —Milchbrod 1 4½¼ 14% —Waſſerweck 115 1975 —IGemiſchtes(Tafel⸗) Brod 1188 12755 Fleiſch-Preiſe. 51 pf 1 Ochſenfleiſch 155 15— 15— Ag; gemaͤſtetes 24855 124— „ Kühfleiſch ungemäſtetes 10— 10— 5;; gemaͤſtetes 11— 111— Rindfleisch ungemäſtetes 9 3 A „ Kalbfleiſch 12 2 l „ Schweinenfleiſch 18— 18— „Hammellleiſch 11— 111— „ Schaaffleiſch 8——— „Wurſt von blos Schweinen 18— 18— „Gemiſchte Wurſt 12— 121— „Bratwurſt 20— 20— „Schwartenmagen 20— 20— „Geraucherter Spec 275353 „Schinken 20,, „ Doörrfleiſch 21— 21— „ Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 28— 28— „dito ungusgelaſſen 26— 26— „Nierenfett 25— 25— „ Hammelsfett 16— 1 Der Gr. Heſſ. Kreisrath d. K. Friedberg IJ. N: Krach, Kr.⸗Sctr. Die Polizeitaxe für die Stadt Butzbach gilt auch für den Kreis Hungen. Der Gr. Heſſ. Kreisrath d. K. Hungen Follenius. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. Sie u am 16. ſtattfinde, u Fr 1 D — Betreffend: In de Oetonomiere ſonſtigen M welche nebſt nothigen M ſionen der ausgeführte Im 2 dieſet nützl erklaren, d werden S ſparung v veranlaßt Der Gr. Es is