„Oktober. de: d fl. 0 e. oͤderg und der 1843. — reren r * 222 fil den K bann — Intelligenzblatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, Kreiſe Friedberg, Gruͤnberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. 2 M31. Mittwoch, den 18. Oktober 1843. Amtlicher Theil. Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Gruͤnberg an die Großh. Buͤrgermeiſter des Kreiſes. Betreffend: Die Entfernung des taubſtummen Johannes Becker von Niederohmen. Der Rubricat, 38 Jahre alt, hat ſich von Haus entfernt. Ich weiſe Sie an, auf denſelben invigiliren, ihn im Betretungsfalle arretiren und anher einliefern zu laſſen. Grünberg am 8. Oktober 1843. Ouvrier. Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Hungen an die Großh. Heſſ. Fuͤrſtl. und Graͤfl. Solmſ. Buͤrgermeiſter des Kreiſes Hungen. Betreffend: Vertilgung des Froſtnachtſchmetterlings. Aus der landwirthſchaftlichen Zeitſchrift und dem Intelligenzblatt Nr. 77 werden Sie erſehen haben, wie dringend nöthig die Vertilgung des Froſtnachtſchmetterlings iſt. Ich empfehle Ihnen daher dieſe Belehrungen zur Kenntniß Ihrer Ortsangehörigen zu bringen, und dieſelben zur Vertilgung dieſes ſchäd⸗ lichen Inſects dringend aufzufordern. Noͤthigenfalls ermächtige ich Sie deſſen Vertilgung bei Strafe bis zu 1 fl. 30 kr. anzuordnen und auf Koſten der Säumigen bewirken zu laſſen. Hungen den 9. Oktober 1843. Folleni us. 1 Der Himmel auf Erden. (Fortſetzung.) Als der Erſtgeborne mußte ich nun, nach der in meiner Familie beſtehenden Einrichtung, die väter⸗ lichen Güter übernehmen, und meine Geſchwiſter fingen an, mich als ihr Oberhaupt zu betrachten. Als ſie zu mir kamen um mir zur Antretung des väterlichen Erbes Glück zu wünſchen, ruͤhrte ihr An⸗ blick mein Herz, und erinnerte mich an die Pflicht, dieß ich als Bruder gegen ſie zu erfüllen hätte. Ich erfüllte ſie redlich, mit Freudigkeit; und aller Eigen⸗ nutz war durch die Vorſtellung beſiegt: Gott hat dich zum Haupte deiner Familie gemacht, und dir dadurch Pflichten aufgelegt, deren Erfuͤllung dir hei⸗ lig ſein muß. Ich nahm von meinen Unterthanen die Huldigung an. Als ich ſie vor mir ſah, glaubte ich eine Ge⸗ ſellſchaft zu erblicken, die mir Gott zuführte, daß ich für ihr geiſtiges und leibliches Wohl Sorge tragen möchte. Selbſt bei der Uebernahme meiner Heerden fühlte ich in mir eine Aufforderung, ihr Verſorger zu ſein, und mich als eine Perſon anzu⸗ ſehen, die von Gott beauftragt wäre, ihnen ihr Leben ſo angenehm als möglich zu machen. Ich habe mich daher ſtets fuͤr verpflichtet gehal⸗ ten, nicht nur für das Wohl meiner Familie und meiner Unterthanen, ſondern auch fuͤr das Wohlbe⸗ 1 364* finden aller meiner Hausthiere en ſo weit zu ſorgen, daß ich dem Geſinde einſchärfte, das Vieh gehörig zu warten, und ſich keine Mißhandlung deſſelben zu erlauben, und daß ich keinen Dienſtboten in meinen Dienſten duldete, der dieſe Verordnung übertrat. Die Leitung meiner Haushaltung und die Regie⸗ rung meiner Ortsunterthanen betrachtete ich als eine Schule, in welcher Gott mich mehr auszubilden und zu veredeln ſuche. Dieſe Vorſtellung benahm allen meinen Arbeiten das Unangenehme; und die Ver⸗ drüßlichkeiten, die mir von Zeit zu Zeit aufſtießen, konnten mich nie zum heftigen Unwillen bringen: weil ich ſie als nöthig zu meiner Erziehung betrachtete. Ich ſuchte nun eine Gattin, und fand in der Tochter eines Adeligen, deſſen Gut einige Meilen von dem meinigen lag, die Perſon, von welcher ich glaubte, daß ſie für mich beſtimmt ſei. Ich fühlte bald eine ſo heftige Liebe zu ihr, daß meine Ge⸗ müthsruhe litt, wenn ich ſie nicht wenigſtens einmal wöchentlich ſah. Recht oft war ich in der lieben Familie; man nahm mich ſtets mit offenen Armen auf, und bat mich, bald wieder zu kommen. Der Beſuch wurde auch bisweilen erwiedert, und bei der Gelegenheit meine Gegend, meine Haushaltung, mein Wohnſitz bewundert und gelobt. Da ich nun ganz gewiß verſichert zu ſein glaubte, daß ich keine Fehl⸗ bitte thun würde, wenn ich mir meine Geliebte zur Gattin erbäte: ſo wurde der Tag beſtimmt, an dem ich meinen Antrag thun wollte. Schon war mein Wagen vorgeruͤckt, die Pferde waren angeſhrert, meine Kleidungsſtücke in Ordnung gebracht, als ich einen Wagen über meinen Hof rollen hörte. Ich ſprang an's Fenſter, und ſah den beſten Freund meines Vaters ausſteigen. Unwillig ſtampfte ich mit dem Fuße auf die Erde;— aber der Gedanke, der mir, als ich über den Saal ging, um ihn zu em⸗ pfangen, durch die Seele fuhr: es iſt Gottes Wille nicht, daß du heute reiſen ſollſt! gab meiner Seele bald eine andre Stimmung. An ſolche Vorſtellungen gewöhnt, begriff ich ſo⸗ gleich, daß Gott meine Abreiſe durch dieſen uner- warteten Beſuch unterſage, indem er mich auffordere, die Pflicht zu erfüllen, die ich dem beſten Freunde meines Vaters ſchuldig wäre, und die ich verletzen müßte, wenn ich zur Befriedigung meiner Leiden⸗ ſchaft eine Reiſe antreten wollte, die auch bis mor⸗ gen verſchoben werden könnte. Dieſe Vorſtellung ſetzte mich in den Stand, mei⸗ nen Gaſt mit der Heiterkeit und Offenheit zu em⸗ pfangen, die der Freund meines Vaters zu erwarten berechtigt war, und im Stillen meinen Bedienten den Befehl zu ertheilen, daß ſie die Pferde abſchirren und den Wagen in die Remiſe bringen möchten. Dieſe Vorſtellung ſetzte mich auch in den Stand, den Freund meines Hauſes ganz zu genießen, und das Vergnügen lebhaft zu fühlen, das mir die durch ſeine Geſpräche in der Seele geweckte Erinnerung an ſo viele früher erlebte Familienſcenen verſchaffte. Bei Tiſche kamen wir auch auf das Haus zu reden, das ich ſo gerne beſuchte. Ich weiß nicht, ſagte mein Gaſt, was dort vor⸗ gehen muß. Die Hochzeit wird von einer Woche zur andern verſchoben. Erſt ſollte ſie Oſtern ſeyn, nun haben wir ſchon bald Johannistag, und ich höre noch nicht, daß Anſtalten dazu gemacht werden. Was denn für eine Hochzeit? fragte ich. Die Hochzeit des Herrn von S. mit dem älteſten Fräulein. Haben Sie denn nichts davon gehört? Kein Wort; antwortete ich. Sollte das Fräulein ſich aber wirklich mit dem Herrn von S. verlobt haben? fragte ich weiter. Dieß iſt ſo gewiß, als ich hier vor Ihnen ſitze, war die Antwort; ich bin ſelbſt bei dem Verlöbniſſe zugegen geweſen. Hierauf erzählte er mir das Nähere von dem, was bei dieſer Gelegenheit vorgefallen war, mit den kleinſten Umſtänden, und verſicherte, daß er ſich den Aufſchub der Hochzeit nicht anders als damit zu erklären wiſſe, daß vielleicht ſich eine beſſere Parthie fuͤr das Fräulein gefunden habe, und daß man deßwegen einen Vorwand ſuche, um mit dem Herrn von S. brechen zu können. Denn dieſer ſei freilich nicht ſehr beguͤtert, und in dem Hauſe ſeiner Verlobten ſei es gewöhnlich, den Werth des Menſchen nach der Größe ſeiner Einkünfte zu ſchatzen. Während dieſer Erzählung ſank ich nicht in Ohn⸗ macht. Ob ich gleich etwas ſchwer zu athmen an⸗ fing, ſo hielt mich doch die Ueberzeugung aufrecht, daß ich jetzt einen Wink von Gott bekäme. Dieſe Ueberzeugung gab meiner Seele ſo viel Stärke, daß ich dem Freunde meines Hauſes die Angelegenheit meines Herzens verſchwieg. Als ich auf mein Lager kam, meldeten ſich die fieberhaften Zufälle, die gewöhnlich bei Perſonen ſich einfinden, die leidenſchaftlich aber unglücklich lieben; doch ich beſiegte ſie durch den Glauben, daß mein Schickſal von Gott gelenkt werde, und— ſchlief ruhig ein. Des Morgens verließ mich mein Gaſt wieder. Sobald ich ihm in den Wagen geholfen hatte, und er zum Thore hinausgefahren war, eilte ich auf mein Zimmer, ſagte meinem Bedienten, daß ich allein ſein müſſe, verſchloß die Thür und überlegte, was ich zu thun hätte. 0 Ich ging von dem Gedanken aus: dieſen Beſuch hat dir Gott zugeſchickt— er muß Abſichten haben, weil durch ihn eine für dich ſo äußerſt wichtige Reiſe vereitelt wurde. Als ich dieß ſo, hin und her über⸗ legt hatte, wurde ich überzeugt, daß mir Gott einen Wink gegeben habe, die Geliebte meines Herzens nicht zu ehelichen. Denn, dachte ich, nun weißt du ja, daß du dieſe Perſon zur Untreue verleiten mußt, wenn du zu ihrem Beſitze gelangen willſt. Erlaubt dieß die Pflicht? Und— wenn du pflichtvergeſſen genug ſein könnteſt, ſie zur Wortbrüchigkeit zu ver⸗ leiten, was würde für dich von der Verbindung mit einer Perſon zu erwarten ſein, deren erſtes Verſpre⸗ chen gegen dich mit dem Brechen eines früher ge⸗ gebenen feierlichen Verſprechens verbunden wäre?— Ich bekam dadurch Kraft genug, den Entſchluß zu faſſen, daß ich auf die Ehelichung einer Perſon Ver⸗ Dat 0 Iten zu Er eln Helle denkopf gel weiteren mii Jangnügen Empfangöbe 10 f. 7 fr. beſchädigten Friedbe —— 23— Beka (1284) Oberheſſen Ghigl. P. den för! neten mit werden all Folderung laſeenſchaft dert, ſolch gehörig leg gamentlich kichten wa Freitag anberaum; Gebrüd dachten E eintreten und zu guͤtliches gewärtig Gleß (1366) 1 Aſenhe n Flurbi Mer 104% 0% 6905 10„ Angelegenheſt ten ſich die Derſonen ſich ickich lieben; daß mein ud— ſchliſ Daſt wieder u datte, u e ich auf mii 1 allein sein was ich zy „ 365* zicht thun wolle, von deren Beſitz ich mir den Him⸗ mel auf Erden verſprochen hatte. Der Entſchluß war nun gefaßt. Aber die Aus⸗ führung? Dieſe war freilich ſehr ſchwer. Nur die Ueberzeugung: Gott mißbilligt dieſe Heixath, konnte mich ſtärken, ihm treu zu bleiben. Ich wollte durch Arbeiten mich zerſtreuen, aber ſie gelangen mir nicht; ich beſuchte die Spaziergänge, die mir ſonſt ſo viele Freude gewährt hatten; aber immer fehlte mir meine Geliebte. Ohne daß ich es ſelbſt wollte, kam ich immer auf die Straße, die nach Ihrem Wohnſitz fuhrte, und wenn ich einen Wagen in der Ferne erblickte, war ich ſchwach genug, ſtehn zu bleiben, und in demſelben einen Beſuch von ihr zu erwarten. (Fortſetzung folgt.) Das Ergebniß unſerer Sammlung für die Brandbeſchä⸗ digten zu Bromskirchen betrug bis Anfang d. M. 20 fl. 7 kr., welchen Betrag wir an Großh. Kreisrath Herrn App in Bie⸗ denkopf geſendet haben. Indem wir uns zur Annahme von weiteren milden Beiträgen für dieſe Brandbeſchädigten mit Vergnügen bereit erklären, bemerken mir zugleich, daß die Empfangsbeſcheinigung des Herrn Kreisrath App über obige 20 fl. 7 kr. und den Ausdruck des Dankes Namens der Brand⸗ beſchädigten bei der Expedition d. Bl. zur Einſicht offen liegt. Friedberg den 14. Oktober 1843. Bindernagel. Buß. Wahl. Bekanntmachungen von Behoͤrden. . Edictalla dung. (1284) Großherzogliches Hofgericht der Provinz Oberheſſen hat über den Nachlaß des verſtorbenen Ghzgl. Pfarrers Anton Unzer zu Obermörlen den förmlichen Concurs erkannt und den Unterzeich⸗ neten mit deſſen Leitung beauftragt. Demgemäß werden alle, welche aus irgend einem Rechtsgrund Forderungen oder ſonſtige Anſprüche an die Ver⸗ laſſenſchaftsmaſſe zu bilden haben, hiermit aufgefor⸗ dert, ſolche entweder in eigener Perſon oder durch gehörig legitimirte Stellvertreter, deren Vollmachten namentlich auch auf Eingehung eines Vergleichs zu richten wären, in dem auf Freitag den 20. Oktober l. J., Vorm. 9 Uhr, anberaumten Liquidationstermine im Gaſthofe der Gebrüder Trapp zu Friedberg bei dem ge⸗ dachten Commiſſär bei Vermeidung des ſtillſchweigend eintretenden Ausſchluſſes von der Maſſe anzumelden und zu begründen— zugleich alsdann auch auf ein gütliches Arrangement abzielender Vorſchläge ſich zu gewärtigen. Gießen am 11. September 1843. Rei tz, Gr. Hofger.⸗Seeretär. Edieta lla d un g. (1366) Die Erben des Heinrich Velte I. und Frau zu Aſſenheim haben eine Hofraithe und Garten ¼ des Flurbuchs, ſodann die auf ihres Erblaſſers Namen unter 8 163 5 1 W 29285 2 8 4. 1 6 1 1.. 6%, 2%, 12%, des Flurbuchs eingetragene, end⸗ lich folgende darin noch auf dem Namen der Chri- ſtina Velte ſtehende und angeblich durch Erbſchaft auf Heinrich Velte übergegangene Güterſtücke 7 157 0 057 1 437 55 5 0 85 125 5 775 8 recht an Denſelben urkundlich nicht nachweiſen. Auf der Verkäufer Antrag werden alle, welche an die vorbeſchriebenen Immobilien Eigenthumsrechte zu ha⸗ ben behaupten, oder überhaupt Widerſpruch gegen den Verkauf erheben zu können vermeinen ſollten, an⸗ durch aufgefordert, ſolches ſogewiß innerhalb ſechs Wochen hier anzuzeigen, als ſonſt den Kaufbriefen die gerichtliche Beſtätigung ertheilt werden wird, übri— gens liegen die Flurbuchsauszuͤge über obgedachte⸗ Güter hier zu etwa nöthig erachteten Einſicht offen. Friedberg am 26. September 1843. Gr. Heſſ. Gräfl. Solmſ. Landgericht Hofmann. Marktverlegung. (1379) Der Büdinger Vieh⸗ und Krämermarkt, welcher den 17. und 18. d. M. abgehalten werden ſollte, iſt, da auf erſteren Tag ein jüdiſcher Feiertag eintritt, auf den 18. und 19. d. M.,(den 18. Vieh⸗ und den 19. Krämermarkt) verlegt worden. Büdingen am 6. Oktober 1843. Der Gr. Heſſ. Fürſel. Iſenb. Bürgermeiſter Jeckel. Stroh lieferung. (1380) Die Lieferung von, fur hieſige Strafanſtalt auf das Jahr 18 nöthigen 30 Fuder Roggen⸗ ſtroh, ſoll Donnerſtag den 26. Oktober, Vormittags um 10 Uhr, an den Wenigſtfordernden dahier ver⸗ ſteigert werden. Marienſchloß am 10. Oktober 1843. Schneider. Edicetalla dung. (1385) Nachdem gegen den Fäͤrbermeiſter Chriſtoph Kalbfleiſch von hier der Concours erkannt worden iſt, ſind Anſprüche jeder Art im Termine, Mittwoch den 13. Dezember d. J., Vormittags 8 Uhr, bei Vermeidung des ſtillſchweigenden Ausſchluſſes von der Maſſe dahier anzuzeigen und zu begründen. Butzbach den 12. Oktober 1843. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. 5 Völker. Eicheln Lieferung. (1386) Freitag den 20. d. M., Vormittags um 10 Uhr, ſoll in dem Gaſthauſe zum Stern zu Oppers⸗ hofen die Lieferung von 50 Malter Eicheln, fuͤr die Rockenberger Mark, unter denen daſelbſt bekannt gemacht werdenden Bedingungen wenigſtfordernd ver⸗ ſteigert werden. Oppershofen den 13. Oktober 1843. In Auftrag des Markvorſtandes: Der Markgegenſchreiber Weil. Hofraithe⸗Verſteigerung. (1387) Montag den 27. November l. J., Vormit⸗ tags um 11 Uhr, ſoll in hieſigem Rathhauſe die dem Schreinermeiſter Friedrich Frank dahier zuſte⸗ hende Hofraithe, beſtehend in Wohnhaus und Stall an Adam Rauſch und Adam Stemmler gelegen, ſodann 22½ Ruthen Garten in den Grabengärten an Carl Schneider und 45 Ruthen daſelbſt öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Friedberg den 14. Oktober 1843. In Auftrag Großh. Heſſ. Landgerichts: Der großh. heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz. Bekanntmachung. (1388) Diejenigen Braunkohlenkonſumenten, welche ihren Bedarf vom Dornaſſenheimer Werk beziehen wollen, werden hiermit in Kenntniß geſetzt, daß ferner gegen genügende Bürgſcheine bis zu Ende dieſes Jahrs Credit gegeben wird, jedoch nur unter der Bedingung, daß die Kohlen ſogleich reſp. vor Jah⸗ resſchluß abgefahren werden. Zugleich erlaubt man ſich, darauf aufmerkſam zu machen, daß auf hieſigem Werk noch eine bedeu⸗ tende Quantität vorzüglich getrockneter Klötze von vorjähriger Formerei lagert.— Wegen den vorſchriftsmäßigen Buͤrgſcheinformu⸗ laren wollen die Herrn Bürgermeiſter ſich an die unterzeichnete Verwaltung wenden und ſind dieſelben zugleich ergebenſt erſucht, Gegenwärtiges in ihren Gemeinden bekannt zu machen. Braunkohlengrube Wilhelms hoffnung bei Dornaſſenheim, am 15. Oktober 1843. Fr. Schmidt. Obligations-Verlooſung. (1389) Bei der heute vorgenommenen Verlooſung der zur Abtragung für 1843 beſtimmten 3300 fl. hieſiger Gemeinde⸗Obligationen ſind folgende Num⸗ mern rückzahlbar geworden, als: Nro. 2. 6. 11. 35. 44. und 47., jede zu 500 fl. Nro. 57. zu 200 fl. Nro. 96. zu 100 fl. Es werden daher die Inhaber gedachter Partial— ſchuldverſchreibungen hiermit aufgefordert, unter ge— gehörig quittirter Rückgabe dieſer Schuldſcheine die Beiträge bis zum 1. Januar 1844 in Empfang zu nehmen, indem von dieſem Tage an keine weiteren Zinſen vergütet werden. Altenſtadt am 1. Oktober 1843. Der großh. heſſ. Burgermeiſter Ber a ck. M ν 1 Privat⸗Bekanntmachungen. Ein ſchon gebrauchter Koffer (1390) wird zu kaufen geſucht. Von wem, iſt in dem Hauſe Nro. 473 zu erfragen. „ 366 Eine vollſtändige Kelter (1391) mit eiſernen Schrauben und meſſingenen Muttern, welche über 2 Ohm ausdruͤckt, iſt nebſt Mahltrog wegen Mangel an Platz abzugeben. Niedereſchbach Nro. 59. Todes anzeige. (1392) Am 22. September a. C. vollendete mein Gemahl, der Fruchthändler David Kaufmann dahier, an einer ſchon längere Zeit andauernden Krankheit ſein mit vielen Widerwärtigkeiten begleitetes Leben. Allen ſeinen Freunden und Gönnern, insbeſondere den hochherzigen chriſtlichen Bewohnern Melbachs, widme ich dieſe Anzeige im Gefühle des innigſten Dankes für die Wohlthaten, die ſie meinem verſtor⸗ benen Gemahl und den Seinigen aus ächter Menſch⸗ lichkeit— ohne Rückſicht auf die Verſchiedenheit der Religion zu nehmen, darbrachten— hoffend— daß auch ich mit meinen unerzogenen Kindern dieſen Menſchenfreunden in wohlwollendem Andenken blei⸗ ben werde. Melbach am 15. Oktober 1843. David Kaufmanns Wittwe, für ſich und ihre Kinder. Benachrichtigung. (1393) In Bezugnahme auf die Note in Nr. 77 des Intelligenzblattes, die Vertilgung des Froſtnacht⸗ ſchmetterlings betreffend, erlaube ich mir nochmals den verehrlichen Baumbeſitzern die Bemerkung zu machen, daß Diejenigen, welche geſonnen ſind, mich mit der Anlegung der Gürtel u. ſ. w. zu beauftra⸗ gen, ſolches doch recht bald an mich gelangen zu laſſen, indem dadurch die an ſich unbedeutenden Koſten noch verringert werden können. Friedberg. M. Jung, Saamenhändler. Eine Anweiſung (1394) an Großh. Heſſ. Rentamt Friedberg, im Betrag von 5 fl. 50 kr., wurde auf dem Wege von Fauerbach II. bis an Großh. Rentamts⸗Wohnung in Friedberg verloren. Der redliche Finder wird gebeten dieſelbe gegen eine angemeſſene Belohnung an die Expedition dieſes Blattes abzugeben. Literariſche Anzeige. Für Pianoforte ſpieler. Pen Huben Bei C. Bindernagel in Friedberg iſt zu aben: Das Schönſte aus den Opern der berühmteſten und neueſten italieniſchen Operncomponiſten. 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