Intelligenzblatt 0 f für die b Provinz Oberbeſſen im Allgemeinen, Kreiſe Friedberg, Gruͤnberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. — Sonnabend, den 12. Auguſt 1843. Amtlicher Theil. Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Gruͤnberg an die Großh. Buͤrgermeiſter des Kreiſes. Betreffend: J. u S. einen zum Nachtheil des Heinrich Dörr II. von Eifa verübten Diebſtabl. (1083) Georg Führer aus Schellnbach, Kurfürſtlich Heſſiſchen Kreiſes Homberg, iſt am geſtrigen aus dem Arreſthauſe zu Alsfeld entwichen. Ich weiſe Sie an, auf dieſes gefährliche Individuum die geeigneten Nachforſchungen anſtellen zu laſſen, ihn im Betretungsfalle artetiren und anher einzuliefern. Grünberg den 9. Auguſt 1843. Quvrier. Signalement: Alter 21 Jahre, Größe 6“8“, Haare blond, Stirne niedrig, Augenbraunen blond, Augen grau, Naſe ſpitz, Mund gewöhnlich, Bart im Entſtehen, Kinn länglich, Geſicht oval, Geſichts⸗ farbe bleich, Statur ſchlank. Kleidung: 1 blaue tuchene Weſte, 1 blauer Wams von Bieber, t blaue tuchene Kappe mit Schild von Pappdeckel, 1 Paar Schnürſchuhe. Außerdem hat derſelbe bei ſeiner Entweichung mitgenommen: 2 Waͤmſe von Zwilch, ein Paar graue wollene Hoſen, 1 Paar Hoſen von Zwilch, 3 Hemden, 1 gelb baumwollenes Halstuch und 1 rothes und 1 weißes Halstuch. Von der rechten Zeit zum Schatzgraben. i(Schluß.) f Sechstens. Vergiß nicht das große Gebot: Sechs Tage ſollſt du arbeiten, am ſiebenten aber ſollſt du ruhen. Sprich nicht: Das iſt Aberglaube. Nicht nur in der Bibel, in der ganzen welten Natur, in deiner eigenen Bruſt tönt dies Ge⸗ bot. Es iſt, wie der alte Dinter, eure Kinder kennen ihn, euch zuruft:„Ich weiß es, daß das „Geſetz der Sabathsfeier, 2. Moſ. 20., zunächſt den „Juden gegeben war. Ich weiß, daß die Chriſten⸗ „heit ſich erlaubt, eine Aenderung mit dieſem Geſetz „vorzunehmen, und an die Stelle des ſiebenten Tages „(des Schöpfungsfeſtes) den erſten als Erlöſungs— „feſt zu ſetzen. Aber ich fühle es dankbar vor Gott, „daß eine ſolche Anordnung nothwendig, wohlthätig „war. Wäre ein Tag wie der andere, bloß irdiſchen „Geſchäften preisgegeben, der ſinnliche Menſch würde „bald ſeine höhere Natur, ſeine geiſtigen Bedürfniſſe „vergeſſen. Ein berühmter Schriftſteller, der Ver⸗ „faſſer des Pachter Martin, ſagt: Nehmet mir dem „Bauer ſeinen Sonntagsrock, ſo wird er bald nicht „viel mehr ſein als ſein Kamerad Ochſe. Ich will „am Sonntage nicht ungern die irdiſchen Geſchäfte „ruhen laſſen. Ich will mich dankbar Gottes, „meines Schöpfers und meiner hohen Beſtimmung, „Jeſu, durch deſſen Verdienſte meine Schöpfung „erſt doppelten Werth für mich erhielt, erinnern, „mich prüfen, ob ich dieſer Wohlthaten Ric. „würdig gemacht habe; Gott verſprechen, daß ich „ihrer mit jedem Tage wuͤrdiger werden will. Wahr⸗ „lich, Bruder, hätte uns Gott keinen Sabbath ge⸗ „geben, wir müßten ihn wünſchen, erflehn! Nimm, „Bruder, die angebotene Wohlthat dankbar an; be⸗ „nutze ſie zu deiner Seele Heil.“— Die Alten ſprachen: Kirchengehen verſäumet nicht! und wenn der Sonnabend herankam, ſo wurde das Wochenwerk geſchloſſen, als ob ein altes Jahr ſich ſchließe, und jede Arbeit, die morgen hätte vor⸗ kommen können, wurde beſeitigt, das Haus geſäubert, Futter für das Bieh herbeigeholt oder bereitet, und am Sonntag ſtand der Hausvater am Tiſche mit den Seinen, die Bibel und das Geſangbuch in der Hand, ſtimmte ein Morgenlied an, las ein Kapitel in der Bibel, und Ernſt und feierliche Stille herrſchte im ganzen Hauſe, im ganzen Orte und auf der gan⸗ zen Flur. Und wenn endlich die Glocken tönen, da machte ſich auf, wer da nicht von Krankheit oder Alter ans Haus gefeſſelt wurde und von allen Seiten ſtrömte Jung und Alt, reich und arm, vornehm und gering, feſtlich geſchmückt herauf zum Tempel, auf daß der Sabbath geheiliget wurde. Und den ganzen Tag über durfte bei einem rechtſchaffenen chriſtlichen Hausvater keine Axt und keine Hacke angerührt werden. Der Nachmittag war frommen Betrachtun⸗ gen, ernſten Geſprächen, einem nachdenklichen Gang ins Feld, dem Beſoche eines kranken Freundes, einer frohen Zuſammenkunft unter der Linde u. ſ. w. ge⸗ widmet. Und noch heute ſprechen wir: Ja, da unſre Väter und Großväter lebten, da waren glückliche Zeiten! Aber wir, wenigſtens leider viele unter uns, die wiſſen's beſſer. Da heißt es, wenn Sonntags zur Kirche geläutet wird, wie es im Evangelium ſteht: Ich habe einen Acker gekauft, ich habe ein Weib ge⸗ nommen, ich habe ein Joch Ochſen gehandelt, die Woche habe ich keine Zeit, heut will ich hin, ſie zu beſehen, ich kann darum nicht zur Kirche kommen, ich bitte dich, entſchuldige mich. Jetzt heißt's, nicht, es iſt Sonntag, kommt laßt uns ein gutes Lied ſingen, in der Bibel weiter leſen u. ſ. w., nein, es iſt Sonntag! heißt jetzt: Auf zu Tanz und Schei⸗ benſchießen! und der heilige Tag, an dem einſt der Herr auferſtand und uns zugerufen: Wandelt in einem neuen Leben, lebet fur die beſſere Welt! er wird ein Tag des Sündendienſtes, wo man für das höhere Leben untergeht.— Und unſere Zeitgenoſſen „ 284* klagen bei all' ihrem Scharren und Ringen nach irdiſchem Gut und irdiſcher Luſt: Ach! es ſind ſchlechte Zeiten! und wirklich ſie haben recht. Lieber Bruder! der du dieſes lieſeſi, bedenke doch das Wort: Von Gott kömmt Alles! es hilft uns nicht, daß wir die Sonntage arbeiten wie die Wochen⸗ tage, ſo der Herr uns nicht ſegnet. Bedenke es, wer die ſechs Wochentage fleißig daran iſt in ſeinem Berufe, der hat auch den ſiebenten mitgearbeitet. Wer ſechs Tage es ſich hat ſauer werden laſſen auf ſeinem Acker, in ſeiner Werkſtätte, dem thut's Noth, dringend Noth, daß er einen Tag raſte, ſchon um der Ruhe und Erholung ſeines Körpers willen. Wer Sabbath gehalten hat, beginnt am Montag mit er⸗ neuter Luſt und geſtärkter Kraft ſein Tagewerk, ſo daß er in zween Stunde mehr thut, als die, welche keinen Sabbath gehalten haben, in einem ganzen Tage. Alſo, ſagſt du, wäre der Sabbath ein Tag, an dem man keine Schätze graben könne oder dürfe? Wie viele Tage verliere ich dadurch aber doch im Jahre, wo ich, wenn ich auch keine ſchwere Arbeit thäte, doch Manches Andre beſergen könnte, was leichter iſt, ſo manche Luſt und Freude genießen könnte, die der Menſch auch bedarf. Feiere ich die Sonn⸗ und Feſttage, wie ich ſoll, ſo verliere ich aller 7 Jahre wenigſtens ein volles Jahr, was bei einem ſo kurzen Daſein, wie das menſchliche Leben iſt, doch fürwahr einen großen Abzug macht. Aber, ſage ich dir, Lieber! rede doch nicht ſo ver⸗ geblich. Habe ich dir doch ſchon früher geſagt, daß es noch gar höhere Schätze giebt, daß der Menſch zum Glücklichſein noch gar beſſerer Güter bedarf, als Gold und Silber, als Geſundheit und irdiſche Luſt! Ich meine die Schätze, von denen der Herr ſpricht, daß ihnen die Diebe nicht nachgraben, daß an ihnen Motten und Roſt nicht freſſen, daß kein Schickſal und ſelbſt der Tod ſie uns rauben könne! Den Schatz eines kindlichen Glaubens an Gott, mit dem wir in allen Verhängniſſen ruhig und heiter ſtehen, wie am fchönſten Frühlingstage! Ich meine den Schatz einer herzlichen und thätigen Liebe zu Gott und den Bruͤdern, in der wir Saaten ſtreuen, die jenſeits des Grabes reifen, die unſer Gewiſſen ruhig und uns würdig machen, einſt einzugehen zu den vollen⸗ deten Gerechten! Ich meine den herrlichen Schatz jener heiligen Hoffnungen, welche, gegruͤndet auf den Glauben und die Liebe, bis über das Grab hinaus⸗ reichen und uns ſprechen lehren: Wer die Tugend ſubet die al öchte Perle, Güter gewir Ewigkeit dal uit mit, lie werden woll Den Und um a Un Nicht Dat Für die Unterzeichne von Herrn Für die gegangen: 9 —— Bekam. 158 0 aß un 11 u in ſeinen mitgearbeitet eden laſſen auf dem tente a Tagewerk, ſ als die, welche einem ganzen e Freude genichn Friere ich die ſo verliere ich Judt, wad be nenſchlicht Leben g nacht. doch nicht ſo det ſagt, daß ee der Menſch zur auer bedarf, al und irdiſche Lu det Herr ſpric un, daß an ihn 45 kein Schickt unt Den Schi u, mit dem u deittt ſtehen, v. atine den Ein „ Gen md del n br ini * ſen luſig und 0 1 den vollen nchen Sthak vindet auf den * Grab hinaus Ber die Tugen * 285* liebt, der lebt, wenn er gleich ſtürbe! Dieſe Schätze mußt du dein nennen, wenn du nicht arm, elend ſein willſt. Alle 365 Tage des Jahres ſind gut zum Schatz⸗ graben und jeder wird Schätze finden, der da recht gräbt aber die 60 Sonn- und Feſttage ſind die beſten Tage zum Schatzgraben. Denn der Fromme, der würdig in wahrer Erhebung ſeines Herzens zu Gott die heiligen Tage feiert, der Gottes Wort hört und bewahrt und Frucht bringen läſſet in einem feinen guten Herzen, der gräbt und fiudet die allerbeſten Schätze, das wahre Gold, die achte Perle, den reinen Edelſtein, darum daß er Güter gewinnt, die ihm die reinſten, edelſten und in Ewigkeit dauernden Freuden ſichern. Darum ſprich mit mir, lieber Bruder, liebe Schweſter, die ihr reich werden wollet, wahrhaft reich, ſprich mit mir: Den Höchſten öffentlich verehren, Und in ſein Haus mit Freuden geh'n, Um andachtsvoll ſein Wort zu hören Und ihn lobpreiſend zu erhöh'n, Iſt eine Pflicht, wozu der Chriſt, So lang' er lebt, verbunden iſt. Wie ſchwach, o Gott, ſind unſ're Krafte! Wie ſchwach Erkenntniß und Verſtand! Der Gottesdienſt iſt ein Geſchäfte, Wozu Gott gütig nns verband; Ein Mittel, das uns neue Kraft Zum Glauben und zur Tugend ſchafft. Wie manchen Troſt hab' ich empfunden, Wenn ich das Wort des Herrn gehört: Ich ſegne euch, ihr frohen Stunden, Da man anbetend Gott verehrt, Und, um das Ewige bemüht, Sich aller Erdenſorg' entzieht. Nichts gleicht dem himmliſchen Entzücken, Das nur ein frommes Herz belebt, Wenn es in ſel'gen Augenblicken, Sich im Gebet zu Gott erhebt, Und voll des Glück's, das es genießt, Von Dank und Freude überfließt! Für die Brandbeſchädigten in Bromskirchen ſind bei dem Unterzeichneten eingegangen: von Herrn Rn 1 fl. 30 kr., von Herrn S. zu N. 2 fl. 42 kr. Buß. Für die Abgebrannten in Bromskirchen ſind bei mir ein⸗ gegangen: von K. G. 1 fl. 20 kr. Carl Wahl. Bekanntmachungen von Behoͤrden. S Bekanntmachung. (998) Montag den 4. September l. J., Vormit⸗ tags um 11 Uhr, ſoll in hieſigem Rathhauſe der dem Georg Lang in der Gemarkung Fauerbach II. zu⸗ ſtehende Acker, Pag. 631, Nr. 12, 2 Vril. 37 Rth. haltend, in Holz an Georg Martin Billaſch gelegen, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Friedberg den 19. Juli 1843. In Auftrag Großherzogl. Landgerichts: Der großh. heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz. Güter-Verſteigerung. (1052) Auf freiwilliges Anſtehen der Frau Ober⸗ ſteiger Friedrich Sieck's Wittwe ſollen Montag den 21. Auguſt, Vormittags um 10 Uhr, deren ſämmt⸗ liche Güterſtücke in der hieſigen und Fauerbacher Gemarkung, mit Ausnahme der Gärten, in hieſigem Rathhauſe öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Die Feldſchützen, denen das Verzeichniß der Güter⸗ ſtücke eingehändigt worden iſt, ſind angewieſen, den Kaufliebhabern die Stücke zu zeigen. Friedberg den 27. Juli 1843. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz. Verſteigerung eines Bauplatzes. (1953) Mentag den 21. Auguſt, Vormittags um halb 12 Uhr, ſoll in hieſigem Rathhauſe der Platz, worauf die Todtenkirche geſtanden hat, blos zu einem Bauplatze öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Friedberg den 3. Auguſt 1843. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz. Edictalla dung. (1057) Stephan Bindewalds Eheleute von Meiches beabſichtigen an ihren Schwiegerſohn, Heinrich Rau von dort, ihre Hofraithe ſammt ihrem, in der Gemar⸗ kung Meiches und Windhauſen belegenen, in 63 Parzellen beſtehenden Gute, welches nach den dahier vorliegenden Auszügen Flurbuchs, die zur Einſicht offen liegen, theils auf ihren, theils auf Dietrich Bindewalds Namen in den Flurbüchern eingetragen iſt, zu verkaufen, können aber ihre Eigenthumsrechte nicht gehörig urkundlich nachweiſen, weßhalb An⸗ ſprüche an dieſe Immobilien ſogewiß binnen vier Wochen a dato dahier zur Anzeige zu bringen und näher zu begründen ſind, gegenfalls der deßfallſige Contract beſtätigt werden wird. Ulrichſtein den 31. Juli 1843. Großh. Heſſ. Landgericht daſelbſt R 8 9 b. Bekanntmachung. (1077) Montag den 14. d. M., Vormittags um 10 Uhr, wird das Ausleeren der Dunggruben in der Burg⸗ und Kloſtercaſerne dahier, auf dem hie⸗ ſigen Militär⸗Verwaltungs⸗Bureau verſteigert. Friedberg den 7. Auguſt 1843. 2 G ö lz, Oberquartiermeiſter. Edictalladung. (1010) Gegen Ludwig Albrecht Nees vom Voökels⸗ 1 8 bei Koͤddingen, vormals zu Höchſt im Oden⸗ wald wohnhaft, iſt der Coneursproceß erkannt wor⸗ den. Anſprüche jeder Art an deſſen Maſſe ſind da⸗ her um ſo gewiſſer in dem auf Montag den 2. Oktober a. C., fruͤh, anberaumten Liquidationstermin anzuzeigen und zu begruͤnden, auch etwaige Vorzugsrechte, geltend zu machen, gegenfalls ohne Ertheilung eines Präcluſiv⸗ decrets Ausſſhluß von der Maſſe erfolgt. Ulrichſtein den 20. Juli 1843. Gr. Heſſ. Landgericht daſelbſt Ray ß. Arbeits-Verſteigerung. (1073) Montag den 14. Auguſt l. J., Vormittags 10 Uhr, werden in Oberrosbach auf dem Rathhauſe folgende, bei Erbauung der Oekonomie ⸗ Gebäude für die 1. und 2. Pfarrei vorkommenden Arbeiten öffentlich an den Wenigſtnehmenden verſteigert. Nach dem Voranſchlag betragen dieſe Arbeiten: 1) Maurerarbelt 217 fl. 43 kr. 2) Steinhauerarbeit 290„ 6„ 3) Zimmerarbeit 623„ 20„ 4) Dachdeckerarbeit 250„—„ 5) Schreinerarbeit 129„ 16„ 6) Schloſſerarbeit 81„ 75 7 Glaſerarbeit 19 7 77 8) Weißbinderarbeit 140„—„ 9) Planir⸗ und Pflaſterung der Pfarr⸗ Hofraithe 569„ 40„ ferner die Anlieferung von 3¼ Cub.⸗Klftr. Mauer⸗ ſteine, 63 Bütten Kalk, 23,000 Backſteine und 1,5 Cub.⸗Klftr. Sand. Die Voranſchläge und Riſſe liegen auf dem Bureau des Unterzeichneten zur Einſicht offen. Friedberg den 4. Auguſt 1843. Der Großh. Kreisbaumeiſter Stockhauſen. Verſteigerung von Pflaſterarbeit. (1084) Samſtag den 19. Auguſt l. J., Vormittags 10 Uhr, ſoll in dem Rathhauſe zu Butzbach die Pfla⸗ ſterung der Griedeler Straße daſelbſt, einſchließlich der Zurichtung der Pflaſterſteine im Steinbruch bei Oberhörgen an den Wenigſtnehmenden verſteigert werden, welches man hiermit zur öffentlichen Kennt⸗ niß bringt. Grünberg den 7. Auguſt 1843. Der Großh. Kreisbaumeiſter Holzapfel. Holz ⸗Verſteigerung. (1085) Montag den 14. d. M., des Vormittags um 10 Uhr, ſoll in dem Obermörler Gemeindewald, Diſtrikt Steinbühl, folgendes Geh alz, als: 15 11½ Stecken Prügel⸗ Nadelholz, 20%,, kde 5 3) 2325 Stück Nadelwellen, 4) 890„ Baumſtützen, 5) 223„ Hopfenſtangen, 6) 17„ Rüſtreitel und 70 1 Stamm Nadelholz, * 286 auf Ort und Stelle öffentlich und an den Meiſtbie⸗ tenden verſteigert werden. 4 Obermörlen am 8. Auguſt 1843. Der großh. heſſ. Buͤrgermeiſter Nicolai. Oeffentliche Aufforderung. (1086) Die Wittwe des Kaſpar Möglich IL zu Obererlenbach hat unter andern nachſtehende, nach dem Grundbuch ihr zuſtehende Grundſtücke, als: Pag. u. Nr. 1) III/145/83 häuſerweg, 2 1V/627 24 Klftr., 14 Ruth, in den großen Gärten, 3) V/128/90 90 Klftr., 50 Ruth., im Holder⸗ ſtauden, 4) 372 241 Klfir., 134 Ruth., am Hom⸗ burgerpfad, 55 V/A 69 Klftr., 38 Ruth., im Holder⸗ ſtauden, 6) VII 7299/7 139 Klftr., 78 Ruth., am Eſchba⸗ cher Berg, 305 7 VIII/15/öX 442 80 XIVVII 9) XIL51¹ 121 Klftr., 68 Ruth., am ſchmalen 94 Klftr., 54 Ruth., auf der Nacht⸗ weide, veräuſſert, kann aber keine deßfallſigen, angeblich ver⸗ loren gegangene Eigenthumsurkunden produciren. Es werden daher alle, welche Eigenthums- oder ſonſtige Anſprüche an erwähnte Güterſtücke begründen kön⸗ nen, aufgefordert, ihre Rechte binnen 6 Wochen vom Tage des Erſcheinens in dieſem Blatt an gerechnet, dahier geltend zu machen, als ſonſt nach Ablauf dieſer Friſt das Eigentham der Verkäuferin als un⸗ bedingt angeſehen und der Kaufbrief beſtätigt wer⸗ den wird. Groskarben am 3. Auguſt 1843. Großhl. Heſſ. Landgericht daſ. Muhl. Limpert. Güter- Verpachtung. (1087) Auf Antrag der Curatoren der Kinder des Karl Weckerling, ſollen deren Guͤterſtücke, in der Gemarkung Friedberg, beſtehend in 124 Ruth. in dem Großwarthfeld, 119 Ruth. daſelbſt neben Boutemy, 174 Nuth. in dem Kleinwarthfeld an Adam Bender, 120 Ruth. an Wilhelm Hechler, 185 Ruth. daſel bſt an Franz Krämer, 123 Ruth. im Lachenfeld, 205 Ruth. bei der Lach an Chriſtian Joſt, 71 Nuth. Wieſe im Strasheimer Grund; in der Gemarkung Fauer⸗ bach II.: 162 Ruth. am Irrweg an Georg Groß, 165 Ruth. rechts der Gerbenheimer Hohl, 49 Ruth. an der Leimenkaut, öffentlich meiſtbietend und zwar zuerſt im Ganzen und dann im Einzeln auf 6 Jahre verpachtet werden. Schließlich werden die Kartof⸗ feln, das Kraut und Obſt von einem Garten und einem Acker öffentlich verſteigert. Friedberg den 9. Auguſt 1843. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz. 200 Klftr., 111 Ruth., am Holz⸗ eg, 9 153 Klftr., 89 Ruth., am Riedweg, d Maus An dfertich nest ſteigert werde Oberer. 5 (1090) Z 8 Uhr, ſolle an Gemeinde gegeben daß erſucht, vo Gemeinden Obereſ. 2 (1091) D liche Zebnt treten, weß bekannt zu tigen, weld Felde liege llärungen, Fauerb 1092) 2 Lütt vier Rößtentheile * 287 Schaafpferche Verpachtung. 1088) Mittwoch den 16. d. M., Vormittags um 1 Uhr, ſollen in hieſigem Rathhaufe 5 oder 10 ferche je nach dem Concurenz vorhanden iſt, wovon er erſte am 20. Auguſt l. J. anfängt, oͤffentlich zeiſtbietend verpachtet werden. Friedberg den 9. Auguſt 1843. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz. Bekanntmachung. 1089) Mittwoch den 16. d. M., Vormittags 9 ihr, ſollen die Mobilien des Pachters Johannes Zhaler dahier, als: 1 Kleiderſchrank, 2 Schreibpult, 1 Bettſtelle, mehrere Tiſche und Stühle, 3 Wagen, mehrere Pflüge, Pferdegeſchirre, Bütten, Fäſſer, ein voll⸗ ſtändiges Brandweinbrennereigeſchirr, und ſonſtige Haus- und Oekonomiegeräthſchaften ffentlich meiſtbietend gegen gleichbaare Zahlung ver⸗ teigert werden. Obererlenbach den 8. Auguſt 1843. In Auftrag Großh. Heſſ. Landgerichts: Der Gr. Heſſ. Bürgermeiſter⸗Vicar Ohmeis. Arbeits⸗Verſteigerung. 1090) Dienſtag den 15. Auguſt l. J., Vormittags Uhr, ſollen zu Obereſchbach nachbenannte Arbeiten in Gemeinde⸗Gebäuden, wenigſtnehmend in Accord egeben werden. Dieſe Arbeiten ſind veranſchlagt: 1) Maurerarbeit zu 76 fl. 48 kr. 2) Zimmerarbeit 6„—„ 3) Schreinerarbeit 33„ 4) Schloſſerarbeit 44„ 5) Weißbinderarbeit 9 5 6) Glaſerarbeit 5 5 7) Steinhauerarbeit 37, 5 Die Herrn Bürgermeiſter in der Umgegend werden erſucht, vorſtehende Arbeits⸗Verſteigerung in ihren Gemeinden bekannt machen zu laſſen. Obereſchbach den 9. Auguſt 1843. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter Himmelreich. Bekanntmachung. 1091) Der hieſigen Zehntr achtung ſind nicht ſämmt⸗ iche Zehntpflichtigen in hieſiger Gemarkung beige⸗ treten) weßhalb man ſich veranlaßt findet, öffentlich bekannt zu machen, daß alle und jede Zehntpflich⸗ tigen, welche die zu gebenden Zehnten nicht auf dem Felde liegen laſſen, ohne Rückſicht auf Beitrittser⸗ klärungen, zum Zehntausſchlage zugezogen werden. Fauerbach den 10. Auguſt 1843. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter Philippi. Hämmel⸗ Verkauf. (1092) Die Gemeinde Sö del beabſichtigt 37 Stück vierzähnige Hämmel, welche gut genährt und größtentheils jetzt ſchon ſchlachtbar ſind, zu verkaufen. 1 1 E Kaufliebhaber wollen ſich deßhalb an den Unterzeich⸗ neten wenden. Södel den 9. Auguſt 1843. Der großh. heſſ. Buͤrgermeiſter Schneider. d Privat⸗ Bekanntmachungen. Zur Nachricht. (1093) Donnerſtag den 17. d. M., Nachmittags, findet die zweite dies jährige Sommercaſino⸗Beluſti⸗ gung auf dem Nauheimer Teichhaus ſtatt. Friedberg. Der Vorſtand. Da n mu i. 2(1094) Sonntag den 13 Aug. findet im Oſſen⸗ heimer Wäldchen gut be⸗ ſetzte Harmonie- u. Tanz⸗ muſik ſtatt, wozu höflichſt Aehle. einladet Tanzmuſik. (1095) Sonntag den 13. Auguſt findet in meinem Garten gut beſetzte Tanzmuſik ſtatt, wozu ich alle meine Freunde mit dem Bemerken, daß ich für gute Speiſen und Getraͤnke ſorgen werde, höflichſt einlade. Ockſtadt. Steyer. Auszuleihendes Kapital. (1096) 300 fl. Pfarrbeſoldungs kapital liegen in dem Kirchenfonds zu Steinbach gegen doppelt ge⸗ richtlichen Einſatz zu 4½% zum Ausleihen bereit. Steinbach am 7. Auguſt 1843. Der Kirchenrechner Kromm. Eine Wohnung, (1097) welche alsbald bezogen werden kann, iſt zu vermiethen bei Philipp Groß in der Kirchgaſſe. Ein Logis, (1098) im zweiten Stock, iſt zu vermiethen und kann bis im halben September bezogen werden bei Ludwig Finzel auf dem Hauck. Verlornes. (1099) Sonntag den 30. Juli wurde auf dem Nauheimer Teichhaus, oder auf dem Wege von da bis Friedberg, ein weißes mit Spitzchen beſetztes Ta⸗ ſchentuch verloren. Der redliche Finder wolle es gegen angemeſſene Belohnung an die Expedition die⸗ ſes Blattes abgeben. Wohnungs veränderung und Empfehlung. (1100) Einem verehrungswürdigen Publikum widme ich die ergebenſte Anzeige, daß ich mein ſeitheriges Logis verlaſſen habe und in das Haus des Herrn Corporal Sulzbach, der Wohnung des Herrn Buͤr⸗ germeiſter Fritz gegenüber, gezogen bin. Zugleich empfehle ich mich im Fertigen von Paraplüie und Reparatur derſelben. Indem ich reelle Bedienung verſpreche, bitte ich um geneigten Zuſpruch. Friedberg im Auguſt 1843. F. Euler, Kappenmacher. Verſteigerung von Früh ⸗ Birnen. (1101) Montag den 14. b. M., Nachmittags 2 Uhr, will der Unterzeichnete in ſeinem Beſoldungs⸗ garten am ſ. g. Brachbrunnen einen großen Baum voll guter Frühbirnen meiſtbietend verſteigern laſſen. Friedberg den 10. Auguſt 1843. a C. Bindernagel, Vater. Zwei vollſtändige Wohnungen (1102) hat zu vermiethen Lehrer Bauer. Einige junge Leute, (1103) von gutem Herkommen, können bei einer Familie in Darmſtadt, deren Wohnung in der Nähe des Gymnaſiums und der Realſchule iſt, fur die Dauer ihres Studiums Koſt und Logis dorten finden. Das Nähere bei der Redaction dieſes Blattes. Literariſche Anzeige. Einladung zur Sublcription. Lehrbuch der Erziehung und des Unterrichts F. H. C. Schwarz, Doctor der Theologie und Philoſophie, großherz. badiſchen geh. 7 Kirchenrath ꝛc. Vierte Auflage. Neu bearbeitet als Handbuch für Eltern, Lehrer und Geiſtliche von Dr. W. 2. G. Curtman, Direktor des Schullehrer⸗Seminars zu Friedberg. Vollſtändig in 3 Theilen, gr. 8. geh. Erſter Theil, auch unter dem beſonderen Titel: Lehrbuch der allgemeinen Pädagogik. „Zweiter Theil, a. u. d. beſ. Titel: Lehrbuch der Methodik oder der Lehrkunſt für den erziehenden Unterricht. Dritter Theil, a. u. d. beſ. Titel: Lehrbuch von den Schulen und andern Anſtalten der Jugendbildung. Das Buch iſt ſchon in drei Auflagen in ganz Deutſchland verbreitet und als trefflich anerkannt; es iſt ebenſowohl für Leh⸗ rer und Geiſtliche beſtimmt und geeignet, als auch überhaupt für Männer von Bildung, welche in treuer und ernſter väterlicher Sorge für die Erziehung ihrer Kinder ſich nach einem Buche umſe⸗ hen, welches ihnen dabei als Rathgeber und Führer dienen könnte. In der Bearbeitung dieſer vierten Auflage durch Herrn Seminar⸗Director Curtman,(rühmlich bekannt in der päda⸗ gogiſchen Literatur durch ſeine bei dem Unterzeichneten erſchienene gekrönte Preisſchrift„die Schule und das Leben“) hat das Werk an Klarheit und Beſtimmtheit der Darſtellung und an größerer * 288* Ausführlichkeit und Vollſtändigkeit noch beſondere Vorzüge vor den früheren Auflagen erhalten;— es iſt, in ſeiner jetzigen Ge⸗ ſtalt, ein populär(in der höheren und beſſeren Bedeutung des Worts) geſchriebenes Werk,— jedem Gebildeten zue gänglich und verſtändlich. N f ö Die Anſchaffung des Werks wird durch einen außerge⸗ wöhnlich niedrigen Subſeriptions⸗Preis erleichtert, wie er für claſſiſche Werke dieſer Art noch nie geſtellt wurde, und auch nur bei der Gewißheit eines bedeutenden Abſatzes eſtellt werden konnte;— das Ganze erſcheint in drei Thel. en, und der Subſeriptions-Preis für jeden 114 1 1 fl. 20 kr. Das Werk wird bis zum Schluß des Jahre vollſtändig geliefert. a Um baldgefällige Aufträge bittet Friedberg. C. Bindernagel. — Fruͤchte-Preiſe hier in Friedberg: Waizen: 11 fl.— kr.; Korn: 8 fl. 15 kr. Gerſte: 7 fl. 30 kr, Hafer: 6 fl. 30 er. Fruͤchte-Preiſe zu Mainz, am 4. Auguſt. Waizen: 12 fl. 54 kr. Korn: 7 fl. 14 kr. Gerſte: 4 fl. 46 kr, Hafer: 6 fl. 48 kr. Erbſen:— fl.— kr. Polizei⸗Taxe fur die Staͤdte Friedberg und Butzbach vom 6. bis 12. Auguſt 1843. kr. pf. kr. pf. 1 Leib⸗Roggenbrod 3— 31— 2 7 7. f 6— 6— 4 6„ 12 1 12 1 Loth. Loth. —Milchbrod 1134 14 — Waſſerweck 14% 1 4½ —Gemiſchtes(Tafel-) Brod 115 1 Fleiſch-Preiſe. pf 1 1 Ochſenfleiſch 14 3 14 3 dige; gemaͤſtetes F „Kübfleiſch ungemäſtetes 9 2 5— ö ö gemäſtetes 10— 0— 5 Rindfleiſc ungemäſtetes 8.1 8 2 „ Kalbfleiſch 8 3 8 „Schweinenfleiſch 14 2[14 1 „Hammelfleiſch 10— 104— „Schaaffleiſch 7——— „Wurſt von blos Schweinen 16— 16— „Gemiſchte Wurſt 10— 101— „Bratwurſt 18— 181— „Schwartenmagen 18— 18— „Geräucherter Speck 25— 25— „Schinken 18— 184— „ Dörrfleiſch 0 18— 184— „Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 26— J 25— 1 g dito unausgelaſſen 24— 23— „Nierenfett 0 24— 23— „ Hammelsfett 16— 16— Der Gr. Heſſ. Kreisrath d. K. Friedberg i Küchler. Die Polizeitaxe für die Stadt Butzbach gilt auch für den Kreis Hungen. Der Gr. Heſſ. Kreisrath d. K. Hungen Follenius. 2 Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Binder nagel in Friedberg. 4 Unter Ihnen auf, d d. J. bei mit Friedb an die Hrn Betreffe Unter liſte für dies höchſten Lor Bis zum 15, Fried Züge aus 2. Peter de Ufer der 9 denz beſtimn ten unausge burg's in t In Kleidern Etde dazu be durch ſeine dust, daß M an des Kaiſer bug hinaus