Intelligenzblatt für die Provinz Oberbeſſen in Allgemeinen, Kreiſe Friedberg, Gruͤnberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. 35. Sonnabend, den 6. Mai 1843. Amtlicher Theil. Die Großh. Heſſ. Kreisraͤthe der Kreiſe Friedberg, Gruͤnberg und Hungen an die Großh. Heſſ. resp. Fuͤrſtl. und Graͤfl. Solmſiſchen Buͤrgermeiſter dieſer Kreiſe. Betreffend: Beeinträchtigung des Verlags der Invalidenanſtalt durch Nachdruck. Da in verſchiedenen Orten des Großherzogthums Buchbinder und Buchdrucker ſich haben beikommen laſſen, Verlagsartikel der Invaliden⸗Anſtalt, wie namentlich den Anhang zu dem Geſangbuche, ganz oder theilweiſe nachzudrucken, ſo finden wir uns veranlaßt, von Höchſter Behörde dazu ermächtigt, Sie zur ſtrengen Ueberwachung dieſes Gegenſtandes zu beauftragen. Sie werden in dieſer Beziehung auf das Geſetz vom 23. Septbr. 1830 mit dem Anſinnen verwieſen, die nöthige Aufſicht zu führen und zu Ihrer Kenntniß kommende Geſetzwidrigkeiten alsbald zur Anzeige zu bringen, damit die Beſtrafung dem Art. 11 des angezogenen Geſetzes gemaͤß ſtattfinde. Friedberg, Grünberg und Hungen den 29. April 1843. Küchler. Ouvrier. Folleni as. Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg an die Großh. Buͤrgermeiſter des Kreiſes. Betreffend: Den Hebammen ⸗Unterrichtskurs in der Hebammenſchule zu Gießen. Nach einem Schreiben Gr. Provinzial⸗Commiſſairs ſoll jedesmal der Hebammen⸗Unterricht vom 1. März bis zum letzten Mai und vom 1. Septbr. bis zum letzten November ertheilt werden. Da nun die meiſten Hebammenſchüͤlerinnen viel ſpäter, als der zum Beginn der Lehrkurſe beſtimmten Tage erſchienen ſind und dadurch im Unterricht viel Störung veranlaßt worden iſt, ſo werden Sie angewieſen, in vor⸗ kommenden Fällen dafür Sorge zu tragen, daß in Zukunft die angegebene Zeit pünktlich eingehalten, damit durch zu ſpätes Erſcheinen der Unterricht nicht geſtört wird. Friedberg am 16. April 1843.. Krach, Gr. Kr.⸗Sekr. Localſection des Großh. Heſſ. Gewerbvereins fuͤr den Kreis Friedberg. Monatliche Sitzung Montags den 8. Mai. Vorzeigung des Verfahrens der galvaniſchen Vergol dung mittelſt eines dazu eingerichteten Daniellſchen Apparats— Vorzeigung von Wollenmoſaikarbeiten und Be— chreibung des Verfahrens dazu— Mittheilungen aus Journalen: über Pappdächer— Schärfen der Feilen zurch Säuren— Befeſtigung der Stiele in den Hämmern— Schädlichkeit des Waſſerzuſatzes zu fertigem Zier— Walzenkeile— Erkennung der Verfälſchung von Pflanzenölen durch Fiſchthran— von Baum⸗ wollenfäden in wollenem Zeuge. ol dan. „ 162* Etwas uͤber den Schaden der Sperlinge. (Von einem praktiſchen Landwirth.) In Nro. 113. der Didaskalia befindet ſich ein, vom 10. d. M. aus Gießen datirter Auſſatz, wel⸗ cher den Nutzen der Sperlinge nicht genug rühmen kann, denſelben, auf eine mir unbegreifliche Weiſe, eine Lobrede hält, und ſogar die, wohlweislich von der Reglerung angeordneten Maaßregeln zur Ver⸗ minderung dieſer, der Landwirthſchaft ſo ſchädlichen Vögel, durch jährliches Liefern von 6 Stück von jedem Ortsbürger, fuͤr ſehr nachtheilig zu erklären ſich bemuͤht. Obgleich nun jeder Landwirth weiß, daß der Sperling in jeder Hinſicht der Landwirthſchaft mehr ſchadet, als nützt, ſo kann ich doch nicht unterlaſſen zu beweiſen, daß der Schaden dieſer Vögel den her⸗ vorgehobenen Nutzen bei Weitem überſteigt. Giebt es wohl einen Landwirth, ja nur einen Gar⸗ tenbeſitzer, der nicht über den Schaden klagt, welcher von den Sperlingen in den Gärten, bald den Kir⸗ ſchen und Erbſen, im Felde bald dem Waizen, der Gerſte und dem Hafer ꝛc. zugefügt wird? Klappern, Scheuchen, ja Schießen ſchuͤtzen gegen dieſe frechen Diebe wenig oder gar nicht; ſie ſcheinen des Witzes der Menſchen zu ſpotten, indem ſie, wie ich ſchon lange bemerkt habe, ſelbſt das Scheuchen als bequemes Mittel betrachten, dem Gegenſtand den ſie freßen, oder in ihrem Muthwillen nur verderben wollen, nahe zu kommen; ich habe ſogar geſehen, daß ſie ſich auf die, zu ihrer Verſcheuchung ange⸗ brachten Gegenſtände geſetzt haben. Und doch finden dieſe Räuber noch Beſchützer, die den Wahn hegen, daß ſie durch Vertilgung ſchädlicher Inſekten abſon⸗ derlich Nutzen ſtiften, während ſie doch von der Na⸗ tur auf Koͤrner und Obſt angewieſen ſind. Zur Verminderung der Inſekten tragen die Sper⸗ linge ſehr wenig bei und wie überhaupt die ganze Fa⸗ milie der Finken, zu welchen ſie gehören, hauptſächlich nur auf Korner angewieſen iſt, ſtehen die Sperlinge in Hinſicht der Inſectenjagd den Spechten, Meiſen und andern von Inſecten lebenden Vögeln weit nach, und beweiſen ſich darin gegen dieſe nur als höchſt ſtuͤmprige Dilettanten. Selbſt zur Verminderung der Maikäfer, obgleich ſie dieſe allen andern Inſecten vorziehen, möch⸗ ten ſie doch nur ſehr wenig und gewiß viel weniger, als die Kinder durch ihre gewöhnliche Jagd nach dieſen Erſtlingen des Sommers beitragen, da ſie die⸗ ſelben weniger in ihrem Verſteck aufſuchen, als viel⸗ mehr nur gelegentlich, wenn ſolche, durch andere Veranlaßungen aufgeſchreckt, einen Flug bei Tage wagen, Jagd auf ſie machen und nicht ſelten ver⸗ fehlen. Was die Schmetterlingspuppen betrifft, ſo werden dieſelben keineswegs von dem Sperlinge aufgeſucht, ſondern nur gelegentlich, wenn ſie ihm zufallig vorkommen und ſeinem Geſchmacke entſpre⸗ chen, mitgenommen. So frißt der Sperling keine Ringelraupe, keine von denjenigen Raupen, welche vom Herbſte bis zum Frühjahr in den bekannten Raupenneſtern unſere Obſtbäume beſetzt halten, keine Raupe des Kohlweißlings, überhaupt keine der Rau⸗ pen, welche dem Landwirth und Gärtner ſo nach⸗ theilig werden. Ich habe ihr auf Bäumen und Geſträuchen be⸗ obachtet, welche mit dergleichen Ungeziefer reichlich beſetzt waren, aber nie bemerken können, daß er nur eins derſelben angerührt, oder auch nur Kenntniß davon genommen hätte, was beſonders in dem, vom Herrn Vertheidiger der Sperlinge angeführten Jahre der Fall war, in welchem hier gar keine Sperlinge geliefert wurden und eine Unzahl dieſer Vögel vor⸗ handen war, indeſſen wimmelten die Bäume doch von Raupen wie an andern Orten, wo damals Sperlinge geliefert wurden, und ließ die Zahl der Raupen nicht eher nach, bis die, nicht genug zu ſchätzenden, eigentlichen Raupenvertilger, nämlich die Staaren(Sprien) erſchienen. Ich möchte den Vertheidiger der Sperlinge fra⸗ gen, warum denn wohl zum Fangen dieſer Vögel, ſich Niemand der Inſecten als Lockſpeiſe bedient.— Man lege eine Raupe und einen Fruchtkern neben⸗ einander und wollen wir dann ſehen, welches von beiden der Sperling zuerſt antaſtet; dieſes iſt der klarſte Beweis, daß der Sperling, ſo lange er Kör⸗ ner bekommen kann, kein Inſect anrührt. Was aber der Herk Anwalt der Sperlinge in ſeinem Aufſatz beſonders hervorhebt, daß nämlich der Sperling in den Knospen der Bäume Inſekten, Rau⸗ pen ꝛc. ſuche, iſt lächerlich; da gerade die eigentliche Klage der Baumbeſitzer iſt, daß er im Frühjahr die angeſchwollenen Tragknospen muthwillig abwirft. Die⸗ ſer Umſtand mag freilich Manchen veranlaßen zu glauben, die Abſicht Inſekten aufzuſuchen, liege da⸗ bei zum Grunde und die abgeworfenen Knospen ſeien nur ſolche, welche von dieſen angegangen wären. Sie beſtehen aber aus ſolchen, die ganz geſund und nicht von Inſekten beſetzt ſind und hat das Abwer⸗ fen derſelben, theils in dem Muthwillen und der be ſtändigen Geſchäftigkeit dieſer Vögel, theils und be— ſonders darin ſeinen Grund, daß der Sperling in den, runden Saamenkapſeln ähnlichen, Tragknospen ein Saamenkern erwartet, dieſen Inhalt durch einen Druck mit dem Schnabel zu erforſchen ſucht und ſie dadurch abwirft. Am beträchtlichſten aber iſt der Schaden, der dem Landwirth ſchon mit dem der Saat ins Feld folgen- den Sperlinge im Sommer an den Waizenäckern er— wächſt; dieſelben können gar nicht genug vor dieſen verſchmitzten Dieben geſchützt werden, da ſie, auch wenn ſie von den naheſtehenden Bäumen verjagt werden können, ſogar unmittelbar aus dem Dorfe, mitten in das Waizenfeld fliegen und das Schießen, Klappern ꝛc. für gar nichts achten. Wahrſcheinlich hat Einſender des Aufſatzes in der Didaskalia noch nie geſehen, auf welche ſchändliche Weiſe die Sper⸗ linge, wo ſolche zahlreich vorhanden ſind, ein Wai⸗ zenfeld ruiniren. Er wartet nicht bis der Waizen reif iſt, ſondern beſucht denſelben ſchon wenn die Körner noch milchig ſind bis zur Erndte und folgt ihm ſogar in die Scheune und von hier auf die Böden. v. 20 Mf Friedberg, iche Muc ſtummen la ſummenan Gwoßh. Het Gemeinden 30 kr. bis demnach! gen gef. 9 Jeder von pier armer Ta bereit, u Sache be Fried 5 Eine 9 Wittwe) a heute unte geben work beſſ. Ober⸗ ſenen Beka Friedb 1— Beka (530) verfahren helm Col gefordert, Mitiwo dahler anz unberückſic weit dispo 0 aub a (554) 3 tenrod bed derſtorhene namlich der ekten, Rau⸗ r eſgentliche nespen ſeien den Lorſe Schießen, Urſcheinlic 2 163 Einſender dieſes kann beweiſen, daß der Sper⸗ ling in ſeinem Wohnort einen jährlichen Schaden (trotz allem Wegjagen) von wenigſtens 400 fl. an⸗ richtet und kommt es ihm ganz unbegreiflich vor, wie man bei ſolchen ganz klaren Thatſachen den Scha⸗ den derſelben nicht einſehen will, da doch der Sper⸗ ling, wenn er nicht anders durch großen Hunger oder Muthwillen gezwungen wird ein Inſekt anzu⸗ rühren, immer auf Koſten des ee 3 Der Großh. Direktor der Taubſtummen-Anſtalt zu Friedberg an die Großh. Bürgermeiſter in den Kreiſen Friedberg, Grünberg und Hungen. Mich beziehend auf die in dem Intelligenzblatte v. 29. April von den Herrn Kreisräthen der Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen gegebene öffent⸗ liche Nachricht, betr. die Unterſtützung armer Taub— ſtummen nach vollendeter Bildungszeit in der Taub⸗ ſtummenanſtalt zu Friedberg, erlaube ich mir die Großh. Herrn Buͤrgermeiſter zu bitten, in ihren resp. Gemeinden Subſcriptionsliſten zu Beiträgen von 30 kr. bis 1 fl. jährlich cirkuliren zu laſſen und mir demnächſt von dem Erfolge ihrer gütigen Bemühun— gen gef. Nachricht zu geben. Jeder Großh. Geiſtliche hat ein Exemplar des von hier ausgegangenen Aufrufs zur Unterſtuͤtzung armer Taubſtummen in Händen und iſt gewiß gerne bereit, nach dem dort Geſagten jede nähere, die Sache betreffende, Auskunft zu ertheilen. Friedberg den 1. Mai 1843. Nölle r. Eine Rolle von 49 fl. Werth(fur Schullehrer Kiſſelberts Wittwe) an Herrn Dr. Wiegand zu Worms adreſſirt iſt beute unterzeichneter Poſt-Verwaltung zur Beförderung über⸗ geben worden, und wird dafür nach Maßgabe der von großh. deſſ. Ober-Poſtinſpection unterm 25. September 1810 erlaſ⸗ ſenen Bekanntmachung, ein viertel Jahr lang gehaftet. Friedberg den 25. April 1843. Großherzoglich B Poſt⸗Verwaltung. i etz. Bekanntmachungen von Behoͤrden. N Edictal ladung. (530) Zur Abwendung eines förmlichen Concurs⸗ verfahrens werden ſämmtliche Gläubiger der Wil⸗ helm Colrabs Eheleute von Laubach hiermit auf⸗ gefordert, ihre etwaigen Forderungen ſo gewiß Mittwoch den 31. Mai, Vormittags 9 Uhr, dahier anzumelden und zu begründen, als ſonſt ſie unberückſichtigt bleiben und über die Maſſe ander⸗ weit disponirt wird. kaubach den 1. April 1843. Gr. Heſſ. Graͤfl. Solmſ. Landgericht daſ. Brumhardt. Edictalla dung. (554) Johannes Wenzels Wittwe von Stumper⸗ tenrod beabſichtigt an ihre Kinder ihr und lihrem verſtorbenen Ehemanne zugehöriges, in Stumper⸗ tenröder Gemarkung belegenes Feldgut, worüber der in den Acten befindliche, zu eines Jeden Einſicht auf Verlangen offen liegende, Extract Flurbuchs das Nähere beſagt, abzutreten, vermag aber die deßfallſigen Eigenthumsrechte nicht überall durch ge⸗ richtliche Urkunden nachzuweiſen. Es werden daher alle diejenigen, welche ding⸗ liche Rechte auf jenes abzutretende Grundeigenthum geltend machen können, aufgefordert, ſolche ſogewiß binnen vier Wochen à dato dahier zu begründen, gegenfalls die Abtretungsurkunden beſtätigt werden. Ulrichſtein den 19. April 1843. Großh. Heſſ. Landgericht daf. Ray ß. Bekanntmachung. (555) Montag den 8. Mai l. J., Vormittags 11 Uhr, ſoll in hieſigem Rathhauſe, auf die Verfugung Großh. Heſſ. Landgerichts, die Hofraithe des Jean Foucar, in der Uſa⸗Vorſtadt am Hospitalhof gelegen, beſtehend in einem Wohnhaus mit Magazin, Remiſe, großem Speicher, Stallung und einem Fabrikgebäude ſammt den darin befindlichen Deſtillirapparaten öffent⸗ lich meiſtbietend verſteigert werden. Friedberg den 22. April 1843. Der großh. heſſ. Bürgermeiſler D. Fritz. Hofraithe⸗Verſteigerung. (565) Da ſich zu der am 24. April l. J. ausge⸗ botenen Hofraithe des Martin Philippi dahier kelne Kaufliebhaber einfanden, ſo ſoll dieſe Hofraithe, be⸗ ſtehend in Wohnhaus, Stall und Gärtchen an Mi⸗ chael Bauer und Philipp Jacob Groß in der Kirch⸗ gaſſe belegen, Montag den 8. May, Vermittags 11 Uhr, einer nochmaligen, öffentlichen, meiſtbietenden Verſteigerung ausgeſetzt werden. Friedberg den 26. April 1843. Der großh. heſſ. Bürgermelſter D. Fritz. Fruchtverſteigerung. (587) Dienſtag den 9. Mai, des Vormittags 19 Uhr, werden in der Krone zu Nieberweiſel, vom Fürſtlichen Speicher allda, 100 Mltr. Gerſte tu Parthieen öffentlich verſteigert. Lich den 30. April 1843. Furſtliche Rentei daſelbſt. Ker a tz. Bekanntmachung. (592) In dem Nauheimer Gemeindewald liegen gegenwaͤrtig noch 60 Eichſtämme von verſchiedener Länge und Dicke zum Verkauf vorräthig und werden jeden Tag, und zwar bis Ende dieſes Monats, im Einzelnen zu den verſchiedenen feſtgeſetzten Preiſen aus der Hand abgegeben. Zugleich wird bemerkt, daß das bis jetzt verkaufte, und noch nicht abgefahrene Holz bis Ende dieſes Monats abgefahren ſein muß. Nauheim den 4. Mai 1843. Der kurheſſiſche Buͤrgermeiſter Hartmann. Verſteigerung von Bauarbeit. (593) Donnerſtag den 11. Mai 1843, des Ver⸗ ö 0 140 „ 164* mittags um 10 Uhr, ſollen die zur Erweiterung des Friedhofs erforderlichen Arbeiten und Lieferungen in der Behauſung des Wirths J. C. Schneider dahier an die Wenigſtnehmenden in Akkord gegeben werden, als: 1) Maurerarbeit voranſchlagt zu 86 fl. 14 kr. 2) Steinhauerarbeit 160„—„ 3) Lieferung von 4 C. Kfr. Mauerſteine 1125,—„ 4 77 7 36 Buͤtten Kalk 84 l Oſtheim den 4. Mai 1843. ö In Auftrag, Clo tz. Frucht⸗Verſteigerung. (594) Freitag den 12. d. M., Morgens 9 Uhr, ſoll im herrſchaftlichen Hofe zu Wölfersheim 1 a Boden, 70 Achtel Korn, 10 Achtel aizen, 2) vom Boden zu Hungen, 18 Achtel Waizen, 30 Achtel Hafer, oͤffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Hungen den 1. Mai 1843. Der Rentamtmann Kießling. Bekanntmachung. (595) Künftigen Montag, als den 8 d. M. des Morgens um 9 Uhr, ſoll im Pohlgönfer Gemeinde⸗ wald, die Bodenhard genannt, folgendes Gehölz öffentlich meiſtbietend verſteigert werden: 1. 7 eichen Nutzholzſtämme, 267 Cubikfuß haltend, 2. 5300 Stück gemiſchte Wellen. Die Zuſammenkunft iſt an der Cleeberger Grenze. Die Herrn Bürgermeiſter der Umgegend werden er⸗ 5 dieſes in Ihren Gemeinden bekannt machen zu aſſen. Pohlgoͤns am 2 Mai 1843. Der großh. heſſ. Buͤrgermeiſter Schöpff. Arbeits ⸗Verſteigerung. (596) Freitag den 19. Mai l. J., Nachmittags 1 Uhr, werden an Ort und Stelle die zum Bau der Weg⸗ Strecke von Oberlais nach Michelnau, Gemarkung Oberlais nöthigen Arbeiten öffentlich an die Wenigſtnehmenden in einzelnen Looſen in Ak⸗ kord gegeben. f Der Voranſchlag beträgt: bei der Planirarbeit 55 fl.— kr. „„KChauſſirarbeit 195„—„ „ den Materialien 270„ 24 Ueberſchlag und Bedingungen können bei dem Unterzeichneten eingeſehen werden. Nur Cautions fähige Steigerer werden zum Ge⸗ bote zugelaſſen. Nidda den 27. April 1843. Der Gemeindebaumeiſter Roth. Bekanntmachung. [397) Die Brannkohlen⸗Conſumenten des Dor⸗ heimer Bergwerks, welche Klötze auf Credit beziehen wollen, werden benachrichtigt, daß Bürgſcheine, auf welche mehrere Perſonen aufgeführt ſind, unter kei⸗ ner Bedingung mehr angenommen werden, ſondern für jede einzelne Perſon, welche Braunkohlen bezie⸗ hen will, auch ein beſonderer Bürgſchein, auf wel⸗ chen jedoch nie ein Quantum unter 25 Centnern ver⸗ abfolgt wird, abgegeben werden muß. Die Gr. Herrn Bürgermeiſter werden erfucht, dieſes im Intereſſe ihrer Ortsangehörigen bei Auf⸗ ſtellung der Buͤrgſcheinen beobachten und in ihren Gemeinden bekannt machen laſſen zu wollen. Dorheimer Bergwerk am 2. Mai 1843. Der Gr. Berginſpector A. Storch. Arbeits ⸗Verſteigerung. (598) Donnerſtag den 18. Mai, Vormittags 11 Uhr, werden auf der Gr. Buͤrgermeiſterei zu Ober⸗ ſeemen nachſtehende Arbeiten zur Einrichtung des da⸗ ſigen Schulhauſes öffentlich wenigſtnehmend in Ak⸗ kord gegeben: Maurerarbeit betragt nach dem Voranſchlag 142 fl. 23 kr. Materialien 85„ 30„ Zimmerarbeit 138% 12„ Schreinerarbeit 169„ 12„ Schloſſerarbeit 162% 4„ Glaſerarbeit 428 Weißbinderarbeit 171„„ 42„ Es werden nur ſolche Handwerker als Concurren⸗ ten zugelaſſen, die ſich über ihre Meiſterſchaft und Cautionsfähigkeit durch Atteſtate gehörig ausweiſen können. Plan, Ueberſchlag und Bedingungen liegen bei dem Unterzeichneten zur Einſicht offen. Nidda den 27. April 1843. Der Gemeindebaumeiſter Roth. Mobilien⸗Verſteigerung. (599) Freitag den 12. d. M., des Vormittags 10 Uhr, ſollen zu Oberrosbach dem Heinrich Grill da⸗ ſelbſt mehrere Hausgeräthſchaften, als: Kiſte, Fäſ⸗ ſer, Schrank, Weißzeug, Bettwerk und Mannsklei⸗ der ꝛc. gegen baare Zahlung öffentlich verſteigert werden. Oberros bach den 3. Mai 1843. In Auftrag Gr. Heſſ. Landgerichts: Der großh. heſſ. Buͤrgermeiſter Lämmer. Arbeits ⸗Verſteigerung. (600) Die bei Vergrößerung des Friedhofs dahler vorkommende Maurerarbeit, voranſchlagt zu 120 fl. 47 kr. Kalklieferung 140 66%„ Mauerſandlieferung 24„—„ ſollen Samſtag den 13. Mai d. J., Vormittags 10 Uhr, auf hieſigem Rathhauſe an die Wenigſtnehmen⸗ den verſteigert werden. Rockenberg den 29. April 1843. Der großh. heſſ. Burgermeiſter Streb. Arbeits-Verſteigerung. (601) Nächſtkommenden Dienſtag den 9. Mai 1848, 2 3) 16 einer Ob — ſonderg ö len bei, * auf wel, nern ver, . erfucht, kei Auf, in hte ollen. 8 1843. ginſptctor tor c. mlttags 11 0 Ju Ober⸗ 10 des da⸗ end in Al, l. 23 kr. „ 30„ „ 12 0 15 12 5 ' 7 7 57 — 42* Concurren, ſchaft und ausweisen liegen bei tbaumeiſttt t h. 3 mittags 10 0 Grill da⸗ Kiſte, Fäſ⸗ y 221 Mannsklei⸗ verſteigett indgerichts: ermeiſter hofs daher fl. 7 fi. 5 6 1 I mittags 10 nigſne hen 8 germtiüirt Mal 1845 „ 165 Nachmittags 3 Uhr, ſoll die Herſtellung der erfor⸗ derlichen Reparaturarbeiten an dem Gemeindeback⸗ hauſe dahier, beſtehend in Maurer- und Dachdecker⸗ arbeit, erſtere zu 45 fl. und letztere zu 5 fl. vervor⸗ anſchlagt, in dem Geſchäftszimmer des Unterzeichne⸗ ten öffentlich wenigſtnehmend verſteigert werden. Bauernheim den 3. Mai 1843. Der großh. heſſ. Buͤrgermeiſter Walther. Arbeits ⸗Verſteigerung. (602) Nächſtkommenden Dienſtag den 9. d. M., Nachmittags 2 Uhr, ſollen die erforderlichen Bau⸗ arbeiten an dem Schulhauſe zu Oſſenheim, beſtehend in Schreiner-, Dachdecker⸗ und Weißbinderarbeit, in dem Rathszimmer daſelbſt öffentlich meiſtbietend ver— ſteigert werden. Bauernheim den 3. Mai 1843. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter Walther. Oeffentliche Ladung. (603) Etwaige Forderungen an den Nachlaß der am 15. Januar l. J. in Friedberg verſtorbenen Frau Wittwe des Freiherrn Maximilian Low von und zu Steinfurth, einer gebornen Hoßfeld, ſind zum Behufe der Richtigſtellung des Inventars über die fragliche Verlaſſenſchaft bis zum 29. Mai l. J. bei dem Unterzeichneten vorzubringen und zu begründen. Gießen den W. April 1843. Vermöge Auftrags Gr. Hofgerichts der Provinz Oberheſſen Wortmann, Hofgerichtsrath. Immobilien ⸗Verſteigerung. (604) Mittwoch den 31. d. M., des Vormittags 10 Uhr, ſollen auf dem Rathhauſe zu Oberrosbach die ſämmtlichen Immobilien des Bäckers Johannes Keßler daſelbſt, beſtehend in: 15 ¼⁰1 18(1 Klftr. Hofraithe, beſtehend in einem Wohnhaus nebſt Backofen u. Stall, an Georg Engel und Gerhard Wenzel gelegen, Garten am Oberthor, an Heinrich Anton Backes, unter der Stimmgabel an Johannes Lotz II., einer öffentlichen Verſteigerung ausgeſetzt werden. Oberrosbach am 3. Mai 1843. In Auftrag Großh. Heſſ. Landgerichts: Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Lämmer. Waldſtreu⸗Verſteigerung. (605) Mittwoch,den 10. d. M., Vormittags 8 Uhr, werden in dem Oberrosbacher Gemeindewald, Diſtrikt Hohenburg, 102 Haufen in Laub, Moos und Haide beſtehende Streu öffentlich verſteigert. Oberrosbach den 3. Mai 1843. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter Lämmer. a Holz ⸗Verſteigerung. (606) Freitag den 12. d. M., Morgens 8 Uhr, werden in den Strasheimer Hecken 10,800 Stück 2 3 32, 17 1634% 3) 1, Eichen⸗Wellen, ſodann in angrenzenden Diſtrikten des Freiherrlich von Frankenſtein'ſchen Waldes 4 Stecken Holz und 62 Wellen verſteigert. Ockſtadt den 3. Mai 1843. Brömſer. Privat⸗ Bekanntmachungen. Einladung. (588) Naͤchſten Sonntag den 7. und Montag den 8. May wird das hieſige Kirchweihfeſt ge⸗ feiert, wozu ich hiermit hoͤflichſt einlade. Die neue Einrichtung meines Locals, der ſchoͤn decorirte mit guter Muſtik beſetzte Tanz⸗ ſaal, die auserleſenen, ganz vorzuͤglichen Weine, welche ich diesmal meinen verehrten Gaͤſten vor— ſetzen werde; die unmittelbar an den Tanzſaal grenzenden, mit gruͤnen Matten angelegten, bluͤ⸗ theduftenden Garten:— Alles dieſes berechtiget mich, die feſte Verſicherung auszuſprechen, daß gewiß Niemand mein Local verlaſſen wird, ohne der ſchoͤnſten Genuße theilhaftig geworden zu ſein. Niederwoͤllſtadt den 30. April 1843. Philipp Speck. Ein ſchwarzer Frackrock nebſt Hoſen, (607) noch ſehr gut erhalten, und für Konfirman⸗ den paſſend, ſind zu verkaufen. Näheres bei Schnei⸗ dermeiſter Schwalb in der Metzgergaſſe. Einladung zu einem Balle. (608) Da nunmehr der Beſchluß des Tanzunter⸗ richtes der mir anvertrauten hieſigen und benachbar⸗ ten Schüler herannaht, bin ich geſonnen, Sonntag den 7. Mai auf dem Schwalheimer Brunnen einen Ball zu halten und lade hierzu alle meine Schuler und Freunde der Umgegend, beſonders aber die von Friedberg und den benachbarten Orten, in welchen ich Unterricht ertheilte, höflichſt ein. Schwalheim den 4. Mai 1843. Goldenberg, Tanzlehrer. i Von dem bekannten Zettelgarn (609) in allen gangbaren Nummern habe ich wie⸗ der ziemlichen Vorrath und werde daſſelbe zu den möglichſt billigſten Preiſen verkaufen. Friedberg. Nathan Hirſchhoru, Uſergaſſe Nr. 244. Ein Klavier (610) ſteht zu verkaufen. Bek wem ſagt die Ex⸗ pedition dieſes Blattes. Verkauf auf den Abbruch. (611) Unterzeichneter will einen zweiſtöckigen Bau, worin oben ein Tanzboden und unten zwei Ställe ſind, ſodann ein Brennhaus nebſt Holzſchoppen, ge— eignet zu Haus und Scheuer, und eine 50 Fuß lange und 38 Fuß breite Scheuer aus freier Hand ver— kaufen. Bönſtadt den 3. Mai 1843. Chriſtian Wenzel. Ein vollſtändiges Logis, (612) welches ſogleich bezogen werden kann, iſt zu Buchecker. Empfehlung. (613) Ich verfehle nicht hiermit meinen hieſigen und auswärtigen Freunden und Gönnern die erge⸗ benſte Anzeige zu machen, daß das verbreitete Ge⸗ rücht, als hatte ich mein Geſchäft aufgegeben, unge⸗ gründet iſt. Ich empfehle daher meinen ſtets fer⸗ tigen Vorrath feiner Tranchir⸗ und Tafelbeſtecke, Tiſch⸗, Deſſert⸗, Taſchen⸗, Feder⸗ und Raſirmeſſer, ſowie Schröpfſchnäpper, Aderlaßfloͤten jeder Art und alle andere in dieſes Fach einſchlagende Waaren zu den möglichſt billigſten Preiſen, verſpreche zugleich bei Reparaturen, ſowie im Schleifen ſchnelle und pünktliche Beſorgung. Ferner empfehle ich meinen Vorrath Abzieh⸗, Schleif⸗ und Wetzſteine von jeder beliebigen Größe. Friedberg im Mai 1843. Friedrich Schäfer, Meſſerſchmiedmeiſter. Anzeige. (614) Durch vortheilhafte Einkäufe bin ich in den Stand geſetzt, meine verſchiedenen Sorten Leder, be⸗ ſtehend in Rind⸗ und Sohlen⸗, ſchwarzem und brau⸗ nem Kalb⸗, ſowie auch Vache⸗ und Roßleder u. ſ. w. zu auffallend billigen Preiſen gegen baare Zah⸗ lung abzugeben. Friedberg den 2. Mai 1843. M. L. Goldwann. Sehr gutes Heu (615) habe ich in Auftrag zu verkaufen und kann daſſelbe in kleinen Parthieen abgegeben werden. M. Jung. Nauheimer Teichhaus. (616) Sonntag den 7. Mai iſt auf dem Nauhei⸗ mer Teichhauſe Harmonie- und Tanzmuſik anzutref⸗ fen, wozu höflichſt einladet Henkel. eee eee (617) Um einem längſt gefühlten Bedürfniſſe un ſerer Stadt abzuhelfen, habe ich ein Tapeten⸗ Lager dahier begründet, worin die neuſten Muſter in möglichſt großer Auswahl zu finden ſind. Die Waaren in ſtarkem Papier, haltbarer Farbe und zu billigen Preiſen ſind ſtets bei mir vorräthig. Ich bitte deßhalb unter Zuſicherung prompter und reeller Bedienung um geneigten Zuſpruch. Friedberg den 2. April 1843. Joh. Bechſtein, Sattler und Tapezirer. Acht Geſcheid Schwerterſtangenbohnen (618) ſind entweder im Ganzen oder Schoppen⸗ weiſe zu verkaufen von Schuhmachermeiſter Wilhelm Tönges. Zwei Branntweinbütten, (619) jede 400 Maas, 1 Kartoffelbuͤtte 3 Ohm und verſchiedene Faſſer, zuſammen 8 Ohm haltend, ſind zu verkaufen bei Heinrich Bünding in Reichelsheim. vermiethen bei * 166* Empfehlung. N (620) Unterzeichneter beehrt ſich hiermit, ſein aufs Beßte mit allen gangbaren Artikeln, als Colliers, Armringen, Ketten, Ohrgehängen, Broſchen ꝛc. aſ⸗ ſortirtes Gold⸗ und Silber⸗Waarenlager in empfeh⸗ lende Erinnerung zu bringen. Zugleich erlaubt er ſich die Bemerkung, daß er wieder alle Sorten goldne und ſilberne Cylinder⸗ Herrn⸗ und Damenuhren, ſo wie auch gewöhnliche Taſchen⸗, Pendül⸗ und ſchwarzwälder Uhren vor⸗ räthig hat. Schließlich empfiehlt er ſich mit Brillen in Horn, Stahl, Silber und Neuſilber, und bittet, ſeinen Ab⸗ 5 50 billige Preiſen zuſichernd, um geneigten Zu⸗ pruch. L. Hanau, Uhrmacher und Goldarbeiter, in der breiten Straße Nr. 78. Große ſchoͤͤne Kohlrabi-, (621) Wirſing und Kohl⸗Pflanzen verkauft Feldwebel Rottner. Fruͤchte-Preiſe hier in Friedberg: Waizen: 10 fl. 45 kr.; Korn: 10 fl.— kr. Gerſte: 8 fl.— kr. 5 Hafer: 6 fl. 30 kr. g Fruͤchte-Preiſe zu Mainz, am 28. April: Waizen: 11 fl. 32 kr. Korn: 9 fl. 24 kr. Gerſte: 7 fl. 54 kr. 8 Hafer: 6fl. 59 kr. Erbſen:— fl.— kr. Polizei-Taxe für die Staͤdte Friedberg und Butzbach vom 7. bis 13. Mai 1843. 5: iedberg[ Butzbach. pfo[ Brod ⸗Preiſe. rie 9 0 kr. pf. kr. pf. 1 Leib⸗Roggenbrod 313 34 2 2„ 17 70 1 7 1 414„ 1 14 2 14 2 Loth. Loth. —MWilchbrod 14 14 —Waſſerweck 1 4½ 14 5 —Gemiſchtes(Tafel-) Brod 114% 5 Fleiſch-⸗Preiſe. of pf 1(Ochſenfleiſch 17 144— 14 8 Age; gemaͤſtetes 12— 10 „Kübhfleiſch ungemäſtetes 5— 8— j; gemäſtetes 014— 101— 7 Rindlleiſc ungemäſtetes 8 81— „Kalbfleiſch 74— 5 „ Schweinenfleiſch 14 14 „Hammelfleiſch 10— 104— „Schaaflleiſch 5 5 „Wurſt von blos Schweinen 16— 15— „Gemiſchte Wurſt 10— 104— „ Bratwurſt 18— 184— „Schwartenmagen 16— 16— „ Geraäucherter Speck 24— 24— „Schinken 18— 18— „Dörrfleiſch 180% 18 „Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 24— 24— „ dito unausgelaſſen 23— 23— „ Nierenfett 26— 244— „ Hammelsfett 18— 116— Der großh. heſſ. Kreisrath d. K. F. 0 J. d. A. Kra 0 Kr.⸗Sctr. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Binder nagel in Friedberg. der 0 0 und 1 bis ſol erfordern 2 (in der Einticht iſt dem 3 polizei⸗ U 8 eigentht 1 beſtraft, 2 derſelben F