1 Intelligenzblatt ae für die bare Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, dehnt die 5 Kreiſe Friedberg und Hungen . und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. —— 3. 5 Mittwoch, den 26. Januar 1842. ke. Amtlicher Theil. 5. Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Hungen r an ſämmtliche Großh. Heſſ. Fürſtl. und Graͤfl. Solmſiſche Buͤrgermeiſter des Kreiſes Hungen. N Butzbach. 1 Betreffend: Die Entfernung oder Mißbrauch beſeitigende Einrichtung der ſogenannten Höllen in den Oelmüßhlen. 211 Sie werden beauftragt, die im Abdruck nachſtehende höchſte Verfügung ſämmtlichen Oelmüllern in 113 Ihren reſp. Bürgermeiſtereien bekannt zu machen, und denſelben deſonders zu eröffnen, daß Jeder, welcher 11 etwa die fragliche, Mißbrauch begünſtigende Einrichtung innerhalb 2 Monaten nicht entfernen und nicht 1 205 für immer entfernt halten ſollte, unnachſichtlich in die angedrohte Strafe verfallen würde. 1812 Nach Ablauf der zwei Monate haben Sie in allen Oelmühlen genau Viſitation zu halten und über 108 den Befund unerinnert zu berichten. Hungen den 14. Januar 1842. Follenius. „1 Das Großherzoglich Heſſiſche Miniſterium des Innern und der Juſtiz an Großh. Provinzial⸗ 1 Commiſſariat zu Gießen und ſaͤmmtliche Großh. Kreisraͤthe in der Provinz Oberheſſen. 6 3 Es iſt zu unſerer Kenntniß gelangt, daß in den meiſten Bezirken der Provinz Oberheſſen die Ein— 712 richtung der ſ. g. Höllen in den Oelmühlen— der unmittelbar neden dem Wärmeofen angebrachten, N. mit ihrer ſchmalen Seite ſich an dieſen Ofen anlehnenden, Kaſten, ſo beſchaffen iſt, daß ſie die Uebervor— 3 theilung der Mahlkunden begünſtigen. 2 Dieſe, meiſtens verſchloſſene, Käſten ſind nämlich mit einem Deckel verſehen, in welchem ſich mehrere — Einſchnitte von 6—14 Zoll Länge und ungefähr 1 Zoll Breite befinden; das Material zum Oelſchlagen wird, nachdem es durch Stempel oder Mühlſtein zerquetſcht und in der Wärmpfanne erwaͤrmt worden iſt, auf den Deckel des Kaſtens gebracht, hier in einen eiſernen Ring, worüber ein wollener Lappen geſchl 1 Hhlagen 1— iſt, gefüllt, um ſodann zur Preſſe zu gelangen. 191 Bei dem Einſcharren des Materials von der Wärmpfanne in den Preßring kann nun ein nicht 167 unbedeutender Theil deſſelben durch jene Einſchnitte in die Hölle fallen und abſichtlich das Abfallen zur * großen Benachtheiligung des Mahlgaſtes, ohne daß dieſer in der Lage iſt, derſelben zu begegnen, mehr 2 oder weniger verſtärkt werden. Die Abfälle werden für den Mahlkunden nicht wieder geſammelt, ſondern 181— von dem Oelmüller zum Gebrauch und Oelſchlag in ſeinen eigenen Nutzen zurückbehalten. 161 Dergleichen Einrichtungen führen zu Mißbrauch und Betrügereien und konnen nicht geduldet werden; 5 d. K. ö wir beauftragen Sie daher, ſolche überall, wo ſie ſich, nach von Ihnen anzuſtellenden Nachforſchungen, r finden, abzuſtellen, namentlich ſämmtliche Oelmüller Ihrer betreffenden Bezirke anzuweiſen, jene Kaͤſten let. nicht mit Deckel oder ſonſtiger Bedeckung zu verſchließen und den Mahlkunden auf dieſe Art die Moͤglich— keit zu gewähren, ſich von der Quantität der in die Hölle gekommenen Abfälle zu überzeugen und ſie zur erſcheinende Wiederverwendung zum Oelſchlag für ſich in Anſpruch zu nehmen. i müſſen, Zur Beſeitigung der bezeichneten Einrichtung haben Sie eine Friſt von 2 Monaten zu beſtimmen und die längere Beibehaltung oder ſpätere Wiedereinführung derſelben mit einer Strafe von 5 Thalern f zu bedrohen, daß Ihren Weiſungen ſtrict Folge geleiſtet wird, bei jeder Gelegenheit zu überwachen und igel. Contraventionen zur Anzeige der betreffenden Gerichte zu bringen. 1 Darmſtadt den 30. Dezember 1841. du Thi. Prinz. Iabme finden, Menſchenwürde⸗ „Dem Herrn Oberſchulratb Dr. Chr. Th. Roth zu Fried⸗ 3175 16 0 Zeichen dankbarer Verehrung gewidmet von einem ſeiner Schuler.“ Ich bin ein Menſch! Wer iſt es mehr? Wer's ſagen kann, der preiſe Den Gott, der heilig iſt und hehr, Auf jede wuͤrd'ge Weiſe. Der Gottheit Macht hat überall Das Leben hinbeſchieden; Das Leben iſt der Schöpfung Schall— Nur Leben iſt hienieden.) Das Thier im Feld, der Baum im Wald Ruft laut mir zu:„ich lebel/ Das Leben iſt's, durch das ſich ballt Der Stein; ob er wohl lebe?— O ſchöner Quell! wie ſonnenklar Scheinſt du dich zu erheben: Du fließeſt kaum, und in dir war— Der Keim zu tauſend Leben. Durch's Wort laſſ' ich den Gotteshauch In die Erſcheinung treten; Wer kann es mehr nach meinem Brauch? Wer ſonſt wagt aufzutreten? Ich bin! Das iſt mein erſtes Wort, Wodurch ich ſelbſt bekenne: „Daß ich es weiß von Ort zu Ort, Was ich hier thu' und nenne.“ Ich will! Das iſt mein Feldgeſchrei Auf dieſem Erdenrunde, Durch welches frei ich bin und frei; Sagt's nicht der Mund dem Munde? Ich muß! Das iſt Vernunftgeheiß, Wodurch ich hier auf Erden Dem Urgeiſt, was auch ich blos weiß, Nur ähnlicher kann werden. Der Tod iſt nur ein Uebergang Vom Leben zu dem Leben; Der Tod— er währet ja nicht lang— In ihm keimt neues Leben. Aus Leben iſt die ganze Welt Gemacht durch das„Es werde!“ Des Schöpfers Wort hat mich beſtellt Zum Herrſcher dieſer Erde. Das Herrſchen iſt kein Kinderſpiel;— Es iſt der Gottheit Kunde: „Erreiche, Menſch! dein höchſtes Ziel Nach dem verlieh'nen Pfunde.“ Der Urkraft heiligſtes Gebot Iſt in mein Herz geſchrieben 5 32.. „Ich ſoll, ich muß bis in den Tod Den Menſchen immer lieben.“ Dem Leben immer wohlzuthun, Das Leben— leben laſſen; Ich kann alsdann ſo ſanft hier ruh'n Das Leben niemals haſſen. Obſchon nur ich nach Gottes Bild Aus Erde Menſch geworden; Die Lebenskraft, wem ſie auch gilt, Darf ich doch niemals morden!— Wenn ich das Leben nie verletzt, So kann ich froh beſchauen Das All, worin ich mich verſetzt Mit himmliſchem Vertrauen. Wohlan! im ganzen Weltenkreis Will ich das Leben lieben; Auch werde ich um keinen Preis Das Leben je betrüben. Dann üb' ich blos, was Pflicht gebeut, Und was ich Tugend nenne; Dann bin ich immer gern bereit Zur Wahrheit, die ich kenne. Dann leb' ich ſtets mit frohem Muth Mein Leben für das Leben, Und hab' erzielt das höchſte Gut, Was ich je kann erſtreben. Ich bin dem Bilde Gottes gleich, Zur Freude hier geboren, Und dann noch für ein Himmelreich Allein nur auserkoren. Drum dank ich dir mit Herz und Mund O guter Gott! für's Leben, Das du erhältſt von Stund zu Stund, Aus Liebe mir gegeben. E. C. K. Wieder eine merkwürdige neue Erfin— dung. In Frankreich, wo man ſich ganz beſonders auf Erfindungen von neuen Dingen legt, und wo man auch gerne Fallen ſtellt, hat Einer, Namens Gal⸗ land, eine Mauſefalle erfunden, die Alles weit hinter ſich läßt, was man bis jetzt in der Art ge⸗ habt hat, und womit man nicht nur die gewöhnli⸗ chen Mäuſe, ſondern auch andere kann, ohne daß man nöthig hat, Fange wieder zu ſtellen. öffentliche Blätter verſichern, aus einem kleinen hol⸗ zernen Käfig, deſſen Boden von Blech iſt und beim geringſten Druck überſchlägt. im Hintergrunde des Käfigs angebracht. Sobald Thiere fangen ſie nach jedem Die Falle beſteht, wie Die Lockſpeiſe wird lönnten. . Bekanl He (60 da d Nabiners 8 ſtellten, ihre the, beſtehen einer freiwiſ gerung ausſe gerungsterm gens 10% U nit dem Ben Verſteigerung Friedbt Oe (00) Auen meinde Steit zu Wiese Güter, dur riger Grun à) am 13 b) am 1 Caution. zwar die 0 zwiſchen er gegangen ſe⸗ den daher A behaupten ge nerhalb 60 arguzeigen, g und die bett büchern per Bub bach Gr (89) 35 5 * dri zur ib nac der Spei fallt, ede 2873 der Beden um, 1nd es den Ks 1 3 dem el 1 einen iter 1 1 2 5 8 * 28/0 1 1* Nn edel 7 0 0 1 „* Se wenden 2 1 4 * 9 5 * — 1 — 3 8 0 „ 34. Arbeits-Verſteigerung. a (94) Samſtag den 29. Januar l. J., Vormittags 11 Uhr, ſoll in hieſigem Rathhauſe das Brechen mehrerer Klafter Steine aus der neu aufgedeckten Steingrube in hieſiger Gemarkung(Toͤpfenkaute) unter den bei der Verſteigerung bekannt zu machen⸗ den Bedingungen, öffentlich an den Wenigſtnehmen⸗ den verſteigert werden. Friedberg am 19. Januar 1842. Der Beigeordnete Bender. Verſteigerung von Brückenbauarbeiten. (95) Dienſtag den 1. Februar, Vormittags 11 Ubr, ſoll die Lieferung und Bearbeitung der Hau⸗ ſteine, die Maurerarbeit und das Brechen, Fahren und Aufſetzen von 50 Cubikklaſter Mauerſteinen zur Erbauung der aus drei Bogen conſtruirten Brücke über die Uſa bei Ziegenberg, in der Behauſung des Gaſtwirths Wick zu Ziegenberg, an den Wenigſtneh⸗ menden in Accord gegeben werden. Friedberg den 18. Januar 1842. Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter Rhumbler. Oeffentliche Ladung. (96) Zur Publikation des von der ledigen Gertrude Lenz zu Melbach errichteten Teſtaments werden de⸗ ren unbekannten Inteſtaterben auf Donnerſtag den 3. März, Morgens, unter dem Rechtsnachtheil hiermit vorgeladen, daß bei ihrem Ausbleiben jenes Teſtament dennoch er⸗ offnet und vollſtreckt werden wird. Friedberg den 20. Januar 1842. Großh. heſſ. Landgericht Hofmaun. N Privat⸗ Bekanntmachungen. Schellfiſch, Laberdan, (97) Stockfiſch, Buͤcking und Kabeljau habe ich ganz friſch erhalten und verkaufe dieſelben zu den billigſten Preiſen. D. C. J. Fritz, in der Uſergaſſe. Eine brave Haushälterin (98) wird dahier geſucht. Ausgeber dieſes ſagt von wem. 650 fl. (99) Vormundsgeld liegen gegen einen annehmba⸗ ren Einſatz zu 5 pCt. zum Ausleihen bereit. Kaichen. Ludwig Strauch. Danklſagung. (100) Dem Singverein zu Kaichen ſage ich, Na⸗ mens der hieſigen Einwohnerſchaft, für das au letz ⸗ ten Sonntag, den 16. Januar d. J., gemachte Vergnügen den herzlichſten Dank. Alle, welche zugegen waren, verließen die Sänger mit dem größten Beifall. Bönſtadt den 20. Januar 1842. Konrad Wiegand, Gaſtwirth. Ein braver Hausknecht (101) kann ſogleich oder auf Petritag in Dieuſt treten. Bei wem? ſagt die Expedition dieſes Blattes. In ein Spezereigeſchäft (102) einer Stadt der Provinz Oberheſſen wird ein geſitteter Junge in die Lehre geſucht. Nähere Mittheilung gibt auf frankirte Anfragen unter Nro.(102) die Expedition. Eine Zwänge (103) zu einem ſchweren Güterwagen iſt am 21. Januar d. J. zwiſchen Vilbel und Oberwöllſtadt verloren worden. Wer ſie an die Expedition dieſes Blattes bringt, erhält eine gute Belohnung. Ein kleines, Jähriges, (104) graues Pommerhündchen, kein Spitz, mit weißer Bruſt, iſt mir abhanden gekommen. Demje⸗ nigen einen Kronenthaler, welcher mir Auskunft über denſelben ertheilt. Ich mache die Orts- und Polizei⸗ Diener darauf aufmerkſam. Friedberg den 23. Januar 1842. Phil. Philippi im„Steinernen Haus.“ 1000 bis 1200 fl. (105) liegen gegen doppelte Verſicherung, ſowohl im Ganzen als auch theilweiſe, zum Ausleihen be⸗ reit. Ausgeber dieſes ſagt wo? Bekanntmachung. (106) Dienſtag den 1. Februar d. J., Vormittags 9 Uhr, ſollen in dem Walddiſtrikte ober der Quer⸗ ſchneiße zehn tauſend Stück buchen Wellen, vorzüg⸗ lichſter Qualität, meiſtbietend verſteigert werden, und wird gegen guͤltige Bürgſcheine Zahlungsfriſt bis den 1. September d. J. gegeben. Ockſtadt den 23. Januar 1842. In Auftrag: May, Gerichtsſchreiber. Liter at fh nn; Bei C. Bindernagel in Friedberg iſt vor— räthig: Die Geſchichte der Glauburg bei Ortenberg. Von Ph. Dieffenbach, Profeſſor in Friedberg. 12 kr. Geſchichte Napoleons. 10 kr. Allgemeine Weltgeſchichte. 10 kr. 2 Wiederholt bemerke ich, daß alle Inſerate, welche in das den Mittwoch erſcheinende Blatt aufgenommen werden ſollen, bis zum Sonntag Abend bei mir eingelaufen ſeyn muͤſſen, und daß nur ſolche Inſerate in dem Samſtags erſcheinenden Blatte eine ſichere Aufnahme finden, welche bei mir bis zum Mittwoch Abend eingegangen ſind. C. Bindernagel. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Binde rnagel in Friedberg. Gleich Provinzial 5 mit, dieſelbe öffentlichen! Friedberg die haben, mar können. Sit Kenntniß zu welchem ſie detes Hinden Abhaltungsg Frie an sum Zur in einer Ihnen ein öffentliche In rathsbezirke etwaigen A werden jede binnen 8 2 Grunde an des Grunde Vor A ce Uandererla