5 dera 285 19 kederg une uſt 1842. — Ses — 8 ri Intelligenzblatt Provinz Oberbeſſen im Allgemeinen, Kreiſe Friedberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. — Mittwoch, den 10. Auguſt 1842. — Amtlicher Theil. — Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg an die großh. Bürgermeiſter und Polizeicommiſſaͤre des Kreiſes und an großh. Polizeiamt zu 7 Roͤdelheim. Betreffend: Die Stempelung meſſingener Gewichte. Höchſten Orts iſt geſtattet worden, maſſive meſſingene Gewichte zu ſtempeln, wenn ſie Cylinder bilden, mit einem Knopfe zum Auffaſſen verſehen ſind und die geſetzl. vorgeſchriebene Eintheilung der meſſingenen Einſatzgewichte, welche die Halbirungen des Pfundes darſtellen, haben.— Das Gewicht, welches jedes einzelne Cylinder enthält, muß bis zu 1 Pfund in Pfunden, vom Pfund abwärts aber in Lothen ausge- drückt und auf der Mitte der Seitenfläche des Cylinders angegeben ſein.— Der Stempel bei dieſen Ge⸗ wichten iſt derſelbe, wie der in§. 82. S. 95. der officiellen Darſtellung v. F. W. Grimm angegebene, wonach das Zeichen G H in die Mitte der Seitenfläche, der Gewichtsangabe des Cylinders gegenüber, der Löwe und der Buchſtabe des Eichamts hingegen auf den äußeren Boden und den Knopf des Cylinders kommt. Ich beauftrage Sie, das Ihnen untergebene Polizeiaufſichtsperſonal hiernach zu inſtruiren. Friedberg den 1. Auguſt 1842. In Auftrag Krach, Kr.⸗Skr. M 63. Oeffentliche Nachricht. Nachſtehende Bekanntmachung bringe ich hierdurch zur öffentlichen Kenntniß. Friedberg den 30. Juli 1842. In Auftrag Krach, Kr.⸗Skr. Bekanntmachung den Bezug von Obſtbaͤumen zur Anpflanzung auf den die Vicinalwege begrenzenden Grund⸗ ſtuͤcken betreffend. Mit Bezug auf das in obigem Betreff unterm 28. Februar d. J. von dem Großherzoglichen Mini⸗ ſterium des Innern und der Juſtiz erlaſſene Ausſchreiben wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der Preis eines Hochſtammes, frei Darmſtadt, Mainz oder Frankfurt, ſich bei Aepfel- und Birnbäumen hoͤchſtens auf 26, bei veredelten Kirſchbäumen auf 22, und bei Nußbäumen auf 16 Kreuzer berechnen wird. Darmſtadt den 12. Juli 1842. Großherzoglich Heſſiſche Central-Behörde der landwirthſchaftlichen Vereine. Schenck. Naßkalt. Naßkalt iſt der ſchädlichſte Zuſtand, und allem Organiſchen, das auf dem Lande leben ſoll, abhold. Naßkalt greift ſogar Metalle an, macht Pflanzen ſchimmligt und ungeſund und tödtet z. B. als Froſt in einer Nacht Millionen Inſeften. Sogar das Waſſergeſchöpf muß durch Schuppen und allerlei Mittel gegen das Naßkalte geſchützt ſein. Ja dieſer Temperatur muͤſſen die Stärkſten, die Goliathe und Simſone, unterliegen und der Nordruſſe wie der Aethiopier hält ſie nicht aus. Naßkalt iſt die Mit⸗ ternacht, d. h. das Allerunterſte, Traurigſte, Fin— ſterſte von der Sonne und dem Leben Entfernteſte, naßkalt der Todesſchweiß und das Grab. Die Un⸗ zahl von Rheumatismen, Huſten, Schnupfen, Zahn⸗ weh, Ohrenweh, Halsweh, Leibſchmerz, Gliederreißen, Lungenentzündungen, die langſamer oder ſchneller zum Tod führen und quälen, kommen meiſt von naſſer Kälte her. Am weiteſten entfernt vom war⸗ men Gehirn, vom wärmeerzeugenden Magen und vom gewaltigen Schlagwerk des Herzens, das in einer Stunde drei und zwanzigmal ſein Blut in alle Theile des Körpers jagt, ſind die Füße; von dieſen herauf kommt darum Krankheit und Tod und ſie erkalten zuerſt. Darum bewahre dieſe vorzuͤglich vor jeder naſſen Kälte. Bruſt und Kopf koͤnnen ſie ſchon viel beſſer vertragen. Wer wird eine Nacht durch in einem naßkalten Bette liegen? wer ein Kind in einem ſolchen liegen laſſen? Arzt und Nicht⸗ arzt warnen den Kranken und Geſunden vor dem kaltausdünſtenden Fruͤhling und Herbſt. Der Kranke und Kränkliche ſpürt augenblicklich ihren nachthei⸗ ligen Einfluß. Es iſt die alte Erfahrung, daß im Frühling und Herbſt und in naßkalter Witterung die meiſten Menſchen ſterben. Die meiſten Menſchen ſterben bei Nacht. Die Nacht iſt feuchtkalt, und löͤſcht nur noch glimmende Funken ſchneller aus als das trocknere Tageslicht. 5 — Allerlei. Ein trauriger Fall. Kürzlich ließ der General Santa Anna in Amerika ſein linkes Bein, das ihm abgenommen worden war, feierlichſt beſtatten, folgte hinkend dem Zug und hörte ſehr gerührt die Leichenrede mit an. — Darüber iſt eigentlich nicht zu lachen; es mag hart genug ſein, ſich einer Sache für immer zu ent⸗ äußern, die man mit ſeinem Herzblut genährt von Jugend auf, die zum ſichtbaren Ich gehörte, mit der man aufs Innigſte verwachſen war. Eine Erklärung. Ein Pariſer Tagdieb(laneur) wäre nach He⸗ gel: das An- und Fürſichſein mit der Negation des Naumes und der Zeit. ———— 282 5 Miscellen. Aus Herders Cid. Unendlich iſt der Liebe Macht. * ** Der Liebe Iſt treu zu ſeyn die ſchönſte Pflicht. * ** — Dem Glück geliebt zu werden, Gleicht kein ander Glück auf Erden; Die geliebte Schäferinn, Sie allein iſt Königinn. * 1* Vor Verräthern Hüte Jeder ſich; am Meiſten Wer Gewalt und Unrecht thut. * ** Niederträcht'ge nur verſchonet Feige Niederträchtigkeit; Auf die eoelſten Gemuͤther Spritzet ſie zuerſt ihr Gift. * ** Zu erobern Iſt wohl nicht das Hauptwerk; Das Eroberte erhalten, Dieſes iſt das Schwerere. Bekanntmachungen von Behoͤrden. 1 Verſteigerung einer Scheuer auf den Ab⸗ bruch. (1033) Kommenden Freitag den 12. d. M., des Vormittags um 11 Uhr, ſoll die in dem Hofe des neuen Gymnaſiums zu Gießen ſtehende, 77 Fuß lange, 43 Fuß breite, 22 Fuß hohe, von Holz er⸗ baute, noch wohl erhaltene Scheuer, unter den, bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Be⸗ dingungen, an Ort und Stelle an die Meiſtbieten⸗ den öffentlich auf den Abbruch verſteigert werden. Gießen den 3. Auguſt 1842. Der großh. heſſ. Provinzialbaumeiſter Hofmann. Arbeits-Verſteigerung. (1034) Mentag den 15. Auguſt, Vormittags 10 Uhr, werden bei Gaſtwirth Hyronimus dahier die zur Anlage von Abfahrten von der Provinzialſtraße von Friedberg nach Homburg in den Gemarkungen Friedberg und Oberrosbach erforderlichen Arbeiten und Materiallieferungen, als Steinhauerarbeit, Bre— chen, Fahren und Setzen der erforderlichen Steine, ſowie Planir- und Chauſſirarbeiten an die Wenigſt⸗ nehmenden öffentlich vergeben. Friedberg den 1. Auguſt 1842. a Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter Rhumbler. Edictalladung. a (1055) Auf erfolgte Concurserkennung des Schrei 1050) 9 empfehle ich dahiet, unte eintretenden Friedb 2 (1057) N neu erbaut berg zu Fri wers Witt Vormittags nigſtnehmer gemacht we Friedb— pr (1045)! M. dad Fe in meinem und habe i Nachbarſch Die Tanzmuſſk Obere rad Winte botzen noch entrichten, 4. Vilbel d 1 (4058) f 1059) 1 Bauar. Jchoͤrden. * 283* ermeiſters Johannes Seiboldt IV. zu Vilbel wird Liquidationstermin auf Mittwoch d. 12. Oktbr. l. J., Vorm. 8 Uhr, lbeſtimmt, in welchem Alle, welche aus irgend einem Rechtsgrunde Anſprüche an die Maſſe haben, ſolche bei Vermeidung des Ausſchluſſes von derſelben, da⸗ hier geltend zu machen, auch ſich auf Vergleichs⸗Vor⸗ ſſchläge und über Beſtellung eines Maſſe⸗Curators erklären muͤſſen, widrigenfalls ſie an die Beſchlüſſe der Mehrheit der Liquidanten gebunden ſind. Großkarben den 5. Auguſt 1842. Gr. heſſ. Landgericht Limpert. Edictal ladung. (1056) Anſprüche an die unbedeutende Konkurs⸗ maſſe des Nicolaus Wüſt von hier ſind Donnerſtag den 1. Sept. d. J., Nachm. 2 Uhr, dahier, unter dem Rechtsnachtheil des ſtillſchweigend eintretenden Ausſchluſſes, anzuzeigen. Friedberg den 29. Juli 1842. Grhzal. Heſſ. Landgericht daſelbſt Hofmann. Löw. Arbeits ⸗Verſteigerung. 11057) Das letzte noch zu planirende Stück der meu erbaut werdenden Staatsſtraße um den Burg⸗ berg zu Friedberg, in dem Garten der Müller Kraͤ⸗ uners Wittwe, ſoll Samſtag den 20. Auguſt d. J., Wormittags 9 Uhr, an Ort und Stelle an den We⸗ migſtnehmenden öffentlich, unter den dabei bekannt gemacht werdenden Bedingungen, verſteigert werden. Friedberg den 5. Auguſt 1842. Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter Rhumbler. W Privat- Bekanntmachungen. Einladung. 1045) Der hieſige Liederkranz feiert am 14. d. M. das Feſt der Fahnenweihe Nachmittags 4 Uhr in meinem Lokale durch Geſangsvorträge und Tanz und habe ich die Erlaubniß erhalten, die verehrliche Nachbarſchaft hierzu einzuladen. Die Eintrittskarte koſtet 30 kr.; wogegen die Tanzmuſik frei iſt. Obererlenbach am 1. Auguſt 1842. Franz Dehle, Gaſtwirth. Warnung. 1050) Ich warne hiermit Jedermann, dem Kon— ad Winter dahier nichts auf meinen Namen zu zorgen noch Zahlungen an denſelben für mich zu utrichten, indem ich ſolches nicht anerkennen werde. Vilbel den 3. Auguſt 1842. Philipp König, Nagelſchmied. 1 Hahn und 12 Leghühner 1058) ſind zu verkaufen bei Seminardiener Dambmann. Empfehlung. 1059) Einem verehrungswürdigen Publikum anpfehle ich mich im Verfertigen aller Arten Möbel und Bauarbeiten, verſpreche reelle Behienung und äußerſt billige Preiſe und garantire fur die Arbeit, welche ich liefere, weßhalb ich um zahlreichen Zu⸗ ſpruch bitte. Schließlich bemerke ich noch, daß eine nußbau⸗ mene Kommode mit einem Aufſatz ſehr billig zu ver⸗ kaufen ſteht. Friedberg den 7. Auguſt 1842. Heinrich Rauſch, Schreinermeiſter, wohnhaft bei Phil. Zimmermann. Bekanntmachung. (1060) Freitag den 12. Auguſt d. J., Vormittags 8 Uhr, will Heinrich Wolf I., Müller zu Rockenberg, nachſtehende Gegenſtände einer öffentlichen Verſtei⸗ gerung ausſetzen, als: 1 6jähriges Schimmelpferd, zum Reiten und Fah⸗ ren geeignet, 2 tragende Mutterſchweine, 1 Schwein mit 6 Sprenger, ſodann verſchiedenes Pferdegeſchirr, Pflug, Egge, Karn mit eiſerner Axe, eine Heblade und Winde und dergleichen Oekonomiegeräthſchaften. Rockenberg den 5. Auguſt 1842. Heinrich Wolf J. Hofraithe-Verſteigerung. (1061) Durch eingetretene Familien⸗Verhältniſſe, iſt der Unterzeichnete geſonnen, ſeine, an der breiten Straße neben Herrn Heinrich Preußer und Philipp Simmerock dahier, liegende Hofraithe, beſtehend: 10 im unteren Stock, in 3 heitzbaren Zimmern mit eben ſoviel Cabinetten, 1 Geräth- und 1 Ge⸗ ſindekammer, 2 Küchen mit Speiſekammern, ſo⸗ wie in 2 gewölbten Kellern unter dieſen Loca— litäten; 2) im zweiten Stock, in 6 Zimmern von welchen 4 heitzbar ſind, nebſt zwei Geräthkammern und einer Küche; 3) in einem geräumigen Speicher, ferner 4) in einer großen Scheuer mit 2 Ställen für Pferde und Brennmaterialien, ſodann 5) in zwei beſonderen Gebäuden mit Stallungen für Rind⸗, Schwein⸗ und Federvieh, einem Waſch— Haus und einem Futterboden, endlich 6) in einem, in der Hofraithe liegenden Gärtchen unter vortheilhaften Bedingungen zu verkaufen. Die vorſtehenden Gebäuden und Räume eignen ſich insbeſondere wegen ihrer ſchönen Lage an der frequenten großen Straße, zum Betriebe eines jeden Gewerbes, und können täglich eingeſehen werden. Friedberg den 7. Auguſt 1842. Bingmann, Steuercommiſſair. Wohnungs-Vermiethung. (1062) Eine vollſtändige Wohnung, welche bis zum 1. Oktober d. J. bezogen werden kann, iſt zu vermie⸗ then bei Leonhard Fuller II., Zimmermeiſter. Geſchäftseröffnung. (1063) Einem geehrten Publikum mache ich hier— mit die ergebenſte Anzeige, daß ich mir ein Eiſen— Waaren⸗-Geſchaft etablirt habe. Da ich mich jede Zeit beeifern werde, nur gute Waare zu führen, ſo glaube ich im Voraus überzeugt zu ſeyn, daß ich mir das Wohlwollen meiner Herrn Abnehmer durch möglichſt billige Preiſe, prompte und reelle Bedie⸗ nung zu verſchaffen wiſſen werde. Einem geneigten Zuſpruch ſieht daher entgegen. Großkarben im Auguſt 1842. Samuel May. Nachricht. (1064) Den hieſigen und auswärtigen Familien⸗ kutſchern dient zur Nachricht, daß ich einen Wagen mit Blech oder Zink für 10 fl. beſchlage. Friedberg den 8. Auguſt 1842. Wilhelm Reuß, Spenglermeiſter. Eine tüchtige Haushälterinn, (1065) im Kreiſe Friedberg, die im Kochen beſon⸗ ders bewandert iſt, ſucht eine derartige Stelle bei einer Herrſchaft oder auf einem Pachthofe. Die Ex⸗ pedition gibt nähere Auskunft. An das ſchreibende Publikum. Durch unſere ſeit Jahren geſammelten Erfahrungen, ſo wie durch Anſchaffung neu erfundener Maſchinen und Engagement der vorzüglich⸗ ſten Arbeiter Englands iſt es uns jetzt gelungen, unſer Stahlfedernfabri⸗ kat in einer Vollkommen⸗ n er heit zu liefern, welche in denden) en(lanbart) jeder Hinſicht alles bis⸗ Schuberth& Co. her Bekannte bei Weitem übertrifft. Unſere Federn vereinigen alle Vortheile der Claſticität und Zartheit des Gänſekiels mit der Dauerhaftigkeit des Stahls und ſind in 20 verſchiedenen Sorten nur ächt zu haben in der unten genannten Haupt-Niederlage. J. Schuberth& Comp. Stahlfedern⸗Fabrikanten. Einige der allgemein rühmlichſt bekannten, vorzüglichſten Sorten ſind folgende, und koſtet das Dutzend mit Halter: Breite calligraph. Feder 14 kr.; Beßte calligraph. Feder 18 kr.; Feine Schulfeder 27 kr.; Feine Damenfeder 36 kr; Super⸗ feine Lordfeder, mittelgeſpitzt, broncirt und Silberſtahl, 36 kr.; Correſpondenzfeder, feingeſpitzt, 45 kr.; Notenfeder, breitge⸗ ſpitzt, 54 kr.; Studentenfeder, ſtumpfgeſpitzt zum Schnell⸗ ſchreiben, 45 kr. a Obige, ſo wie auch wohlfeilere Sorten für jede Hand— und Schriftart, ſind ſtets vorräthig und werden zu den Fabrikpreiſen verkauft in der Haupt⸗Niederlage bei C. Bindernagel in Friedberg. — ia n; W. A. Mozarts Sonaten (1067) für Pianoforte allein und zu 4 Händen. Verlag von Joh. 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