Intelligenzblatt * N für die 1 00 4 Provins(Mhberhessen 0 1er im Allgemeinen, 15* den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. W 49. Sonnabend, den 4. Dezember 1841. 1 Zetreffend: Die von den großh. Bürgermeiſtern am Schluſſe des Jahrs einzuſendenden Tabellen, jetzt die Einſendung fur 1841 3 Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg 0 1 an die großh. heſſ. Buͤrgermeiſter des Kreiſes. 4 Bis zum erſten Januar d. J. ſind von Ihnen vorſchriftsmäßig und bei Meidung eines Wartboten 16 olgende Verzeichniſſe hierher einzuſenden: U 19 über die Eingewanderten, oder Beſcheinigung, daß keine eingewandert ſind, f 2) desgleichen uber Ausgewanderte, 3) über die als Staats- und Ortsbürger aufgenommenen inländiſchen Juden, 4) desgleichen über die rezipirten ausländiſchen Juden, und 5) Beſcheinigung über erfolgte ordnungsmäßige Bekanntmachung der gr. Regierungsblätter für 1841. Die Verzeichniſſe ſind mit der größten Pünktlichkeit aufzuſtellen. l Hierbei bemerke ich zugleich, daß Bucherucker Bindernagel den Druck der Formulare zu gedachten — zerzeichniſſen übernommen hat, und Ihnen Ihren Bedarf mit dieſem zuſenden wird. Nur auf gedruckten 5 Formularien werden die Verzeichniſſe angenommen. Local⸗Section des Großh. Heſſ. Gewerbvereins fuͤr den Kreis Friedberg. 1 Die monatliche Sitzung iſt Montag den 6. Dezember, Abends um 6 Uhr, im Gaſthauſe des 5 berrn Gerlach dahier. Tagesordnung: die in der vorigen Sitzung verſchobene Wahl eines Ausſchuſſes. Rorträge: über die Natur des Feuers und die darauf ſich gründende Einrichtung von Lampen, Oefen — und Feuerſtätten, durch einige Verſuche erläutert— über ein neues Mittel zur Enthaarung von Thierhäuten. 11. Der Vorſtand: Soldan. Pil 12 Bericht der Commiſſion fuͤr die Kleinkinderbe⸗ wahranſtalt dahier. Der Plenarverſamm⸗ lung des friedberger Huͤlfsvereins vorgelegt am 24. November 1841. Wir glauben dem uns gewordenen ehrenvollen zuftrage am beßten dadurch zu entſprechen, daß wir hiſtoriſch nachweiſen, was von Anfang an bis hie⸗ her in der unſeren Händen anvertrauten Angelegen⸗ heit geſchehen iſt, und wie ſie ſich zu ihrem gegen⸗ wärtigen Zuſtande herausgebildet hat. Dadurch wird ſich ein ſachgemäßes Urtheil von ſelbſt ergeben, und zugleich dasjenige, was etwa noch zu deſideriren ſein dürfte, ſich darſtellen. 40 „ 350 Schon ſeit mehreren Jahren trug ſich der Aus⸗ ſchuß unſers Hülfs⸗Vereins mit dem Gedanken, wie heilſam die Errichtung einer ſogenannten Kleinkinder⸗ ſchule für Friedberg wäre; und oftmals wendeten ſich die Berathungen dieſem Gegenſtande zu. Die von mehreren Seiten erhobenen Bedenklichkeiten, ſo⸗ wie die lokalen Hinderniſſe, auf welche man zu ſtoßen erwartete, verzögerten lange die Ausführung. Endlich glaubte man jedoch im Jahr 1839 zur Wahl einer Commiſſion ſchreiten zu können, welche am 21. Au⸗ guſt des gedachten Jahres zum erſtenmal der Plenar⸗ Verſammlung über ihre Wirkſamkeit referirte. Dieſe Wirkſamkeit war jedoch bis dahin eines Theils mehr negativer Art geweſen, andern Theils war ſie nur den erſten Vorbereitungen auf die in das Leben zu rufende Anſtalt gewidmet. In⸗ deſſen ſahen wir uns bereits am 13. Januar 1841 in den Stand geſetzt, der Plenar-Verſammlung über unſere Vorarbeiten Bericht zu erſtatten, und die Erklärung abzugeben:„die nöthigen Anordnungen ſeien ſoweit getroffen, daß die Anſtalt mit dem Monat März beginnen könne.“ Zu gleicher Zeit legten wir 2 Entwürfe von Anſprachen an die Bewohner Fried⸗ dergs vor, deren Veröffentlichung für zweckdienlich er⸗ achtet wurde. Der eine derſelben betraff eine kurze Belehrung über den Zweck der neuen Anſtalt, und über das, was von den Eltern, welche ihre Kinder ihr an⸗ vertrauen wollten, zu beobachten ſei; der Andere ent⸗ hielt eine Aufforderung an unſre Mitbürger, das gute Werk mit ihren Beiträgen zu unterſtützen und dadurch ſein Beſtehen zu ſichern. Beide Entwürfe wurden ge⸗ nehmigt, und der Druck derſelben beſchloſſen. In Gemäßheit der in der nemlichen Plenar⸗ Ver⸗ ſammlung weiter gefaßten Beſchlüſſe lag nunmehr der Commiſſion dreierlei ob: 1) Subſeriptionen von Beiträgen zu ſammeln; 2) für die Acquiſition eines ſchicklichen Lokals zu ſorgen; und 3) mit der zur Beaufſichtigung der Kinder bereits in Ausſicht ge⸗ nommenen Perſon einen feſten Vertrag abzuſchließen. Die Sammlung der Subſeriptionen zu Beiträgen vollzogen wir ſo, daß ein Jedes der 4 Commiſſions Mitglieder einen beſtimmten Diſtrikt der Stadt übernahm, und nach eingeholter kreis— räthlicher Erlaubniß denſelben in Begleitung eines Dieners von Haus zu Haus durchſchritt. Den ein— zelnen Unterzeichnern wurde dabei anheim gegeben, ob ſie monatliche, oder vierteljährige Bei⸗ träge verwilligen, oder auch nur eine einmalige Gabe verabreichen wollten. Sämmtliche Bewilligun— gen aber wurden in ein zu dieſem Behufe eröffnetes Verzeichniß eingetragen. Dankbar müſſen wir es anerkennen, daß man beinahe durchgängig unſern Wünſchen bereitwillig entgegen kam, und daß man namentlich nur mit wenigen Ausnahmen ſich zu regelmäßigen Quartalbeiträgen anheiſchig machte. Dieſe Quartalbeiträge lieferten für das Jahr 1840 einen Geſammtbetrag von 286 fl. 22 kr. Gewiß eine recht erfreuliche Grundlage für die junge Anſtalt! Das Auffinden eines ſchicklichen Lokals war, wenn man die Erforderniſſe eines ſolchen be⸗ rückſichtigt, gerade keine leichte Aufgabe. Wir waren indeſſen bald ſo glücklich, in den Beſitz eines der⸗ artigen, wie es kaum paſſender gefunden werden könnte, zu gelangen, indem Herr Poſtmeiſter Hel— molt ſein am unteren Hauck ſtehendes Gartenhaus nebſt einem genügenden eingeſchloſſenen Raum von dem daran ſtoßenden Garten zur Benutzung überließ. Hier iſt nicht bloß ein hinreichend großes Zimmer für die Kinder, ſondern auch eine Küche und im obe⸗ ren Stock Wohnung für die Aufſeherin. Aus der hin, teren Thüre tritt man unmittelbar in den theils zum Spielplatz hergerichteten, theils zur Gemuͤſepflanzung vorbehaltnen Garten, ſo daß in der That allen bil⸗ ligen Anſprüchen hier genügt iſt. Die jährliche Miethe für dieſes Lokal beträgt 55 fl. Es blieb uns nun noch übrig, mit der zu beſtel, lenden Pflegerin der Kinder eine feſte Uebereinkunft zu treffen, und ſie hinſichtlich ihrer Obliegenheiten zu inſtruiren. Wenn Liebe zur Sache, verbunden mit hinreichender Bildung, Neigung und Fähigkeit, mit Kindern umzugehen, Reinlichkeit, Geduld ꝛc. nothwen⸗ dige Eigenſchaften einer Perſon ſind, die kleine Kinder beaufſichtigen und leiten ſoll: ſo glauben wir in Jung fer Göring eine ſolche gefunden zu haben. Sie hat ſich bis hieher dem ihr übertragenen Geſchaͤfte treulich unterzogen, und wird dabei von einer Nichte recht wacker unterſtützt. Da ſie ubrigens im Anfang von einer Kleinkinderbewahranſtalt noch gar keine deut⸗ liche Vorſtellung hatte, ſo trugen wir Sorge, daß ſie ſelbſt erſt eine ſolche kennen lernte und ſchickten ſie auf einige Tage zu dem Ende nach Frankfurt. Die ei⸗ gene Anſchauung, welche ihr dort wurde, wirkte überaus wohlthaͤtig auf ihre Leiſtungen. Neben freier Wohnung, Licht und Holz bezieht ſie einen Jahres- gehalt von 60 fl. Sollte indeſſen die zu gründende Anſtalt eines freudigen Gedeihens ſich gewärtigen, ſo mußte außer dem bisher, Erwähnten auch für das Oekonomiſche derſelben und für eine fortwährende Beauf⸗ ſichtigung ihres inneren Haushaltes Füt— ſorge getroffen werden. Dieß konnte ohne Zweifel nicht beſſer geſchehen, als dadurch, daß dieſer Zweig der Verwaltung in die Hände eines Frauen- Vereins gelegt wurde. Es bildete ſich deßhalb auf unſeren Antrag ein Vorſtand von fünf achtbaren Frauen aus unfrer Mitte, welche gemeinſchaftlich die erforderlichen Anſchaffungen von kleinerem Haus geräthe, Küchengeſchirr, Kittelchen und dergl. über⸗ nahmen, und das Nöthige hinſichtlich des Mittag⸗ eſſens der Kinder beſorgten, ſowie überhaupt die Pfle⸗ gerin überwachten und mit Rath und Anleitung un⸗ terſtützten. Außerdem machte ſich eine Anzahl von Jungfrauen durch freiwillige Unterzeichnung verbind⸗ lich, in wechſelnder Reihenfolge die Kleinkinderſchule zu beſuchen, und theils durch angemeſſene Beſchäf⸗ tigung mit den Kindern, theils durch ſonſtige Ante gung die Anſtalt zu fördern. So waren denn die nothwendigſten Vorkehrungen den konnte. dings ein loren darum ſer Vertraue ſich mehrere 7, dann au vertrauten i wuchs ſichtbe der über 20, auf etliche u zu dieſem 2 Wenn Seite ein Friedbergs kennen, un mäßigkeit 1 es auf der Beförderer in ihren uf müden, ihn ten zu laßf des unter ihten Kräfte liegt in den und einen In der Th Blick in u Früchte ale Da ſehen und dem 90 wall iſt u. hunrben; d daß ſe dab nung und J genſeitgen ces Höß gegen maug geleitet, an die ſpäter ö „ 351» getroffen, und wir konnten unſern Mitbuͤrgern zuru⸗ en:„kommt, denn es iſt Alles bereitet!“ Durch eine in dem Intelligenzblatt(Nr. 13 des Jahres 1840) unter dem 26. Marz veröffentlichte Nachricht würde daher der Anfang der Kleinkinderſchule auf Montag den 6. April feſtgeſetzt, und für die Eltern, welche ihre Kinder der Anſtalt anvertrauen wollten, wiederholt bemerkt,„daß jedes Kind, welches gebracht wurde, gewaſchen und gekämmt ſeyn und gefrühſtückt haben müßte, und daß es entweder Einen Kreuzer nebſt Brod, oder zwei Kreuzer ohne Brod mitzu— bringen hätte, Abends um 7 Uhr aber wieder abzu— holen wäre.“ Da alles Neue ſich erſt Bahn brechen und in der Regel nur nach und nach Platz gewinnen muß, ſo waren wir auch im Voraus darauf gefaßt, daß unſere Kleinkinderbewahr-Anſtalt in der erſten Zeit noch nicht die gewünſchte umfaſſendere Benutzung finden würde. Es kam uns daher gar nicht unerwartet, aß die Anſtalt nur mit drei Kindern eröffnet wer— en konnte. Nur mit drei;— das war aller⸗ ings ein ſehr kleiner Anfang!— Allein wir ver— wren darum den Muth nicht, und Gott ſey Dank, un⸗ er Vertrauen wurde nicht getäuſcht. Bald meldeten ich mehrere; die Zahl der Kinder ſtieg ſchnell auf „dann auf 9. Auch einige wohlhabende Mitbürger ertrauten ihre Kinder der Anſtalt an; das Zutrauen vuchs ſichtbar; bald waren der aufgenommenen Kin— ter über 20, und in den letzten Monaten iſt ihre Zahl auf etliche und dreißig geſtiegen, und hat ſich bis u dieſem Augenblicke auf dieſer Höhe erhalten. Wenn ein ſo erfreulicher Erfolg auf der einen Seite ein laut ſprechender Beweis davon iſt, daß riedbergs Bewohner den Werth unſrer Anſtalt er— nnen, und ſich mehr und mehr von ihrer Zweck— näßigkeit und Wohlthätigkeit überzeugen, ſo muß sauf der andern Seite für die Gründer und lieförderer derſelben ein verdoppelter Antrieb ſeyn, u ihren uneigennützigen Beſtrebungen nicht zu er— rüden, ihre wohlwollende Theilnahme nicht erkal— un zu laſſen, vielmehr den ſegensreichen Beſtand es unter glücklichen Auſpizien Begonnenen nach üren Kräften zu ſichern. Der ſchönſte Lohn dafür legt in den reifenden Früchten der Anſtalt ſelbſt;— und einen andern ſuchen und wollen wir ja nicht! an der That, man darf nur einen unbefangenen Alick in unſre Kleinkinderſchule werfen, um dieſe früchte alsbald mit inniger Freude wahrzunehmen. da ſehen Sie deutlich an den heitern Geſichtern uud dem ganzen Weſen der Kinder, wie ihnen ſo rohl iſt und wie ſie ihren fröhlichen Spielen ſich lmgeben; da läßt ſich aber auch nicht verkennen, iuß ſie dabei unmerklich an Reinlichkeit, an Ord— tung und Verträglichkeit ſich gewöhnen, und in ge⸗ anſeitigem Verkehr mit ihren Spielgenoſſen ſo man⸗ ces Häßliche ablegen; da iſt es offenbar, wie ſie ben mancherlei Ungemach geſchützt und verſtändig gleitet, an Leib und Seele ſich entwickeln und auf de ſpäter ſie aufnehmende Schule vorbereitet wer⸗ den.— Und wenn die Kinder bei etwaigen Beſuchen der Anſtalt, zu welchen wir Sie einladen, ſich freund⸗ lich herandraͤngen und die Händchen biethen und überhaupt mit einem gewiſſen Anſtande ſich beneh⸗ men, ſo drängt ſich bei dem Anblick der muntern Schaar von ſelbſt der Gedanke auf:„Dieſe Kinder wären entweder ſich ſelbſt uͤberlaſſen und tauſend Gefahren blos geſtellt, oder ſie müßten zu Hauſe verſchloſſen dumpf hinbrüten, und an Geiſt und Körper verkümmern, wenn ſie hier nicht davor be⸗ wahrt würden. Und iſt es dann nicht ein lohnen— des Bewußtſeyn, zur Gründung einer Bewahr— anſtalt für ſie mitgeholfen,— ihnen ein Aſyl be⸗ reitet zu haben?— Doch wir gehen zur weitern Darſtellung des ge⸗ genwärtigen Zuſtandes der Anſtalt über, inſofern es ihr äußeres Beſtehen, ihre ökonomiſchen Ver⸗ hältniſſe, und die Mittel, die ihr zu Gebote ſtehen, betrifft. In dieſer Beziehung haben wir Ihnen noch Folgendes mitzutheilen: 1) Zur Einſammlung der unterzeichneten Quar⸗ talbeiträge wurde ein beſoldeter Erheber beſtelltz und die Führung der Rechnung und Kaſſeverwal— tung übernahm mit dankenswerther Bereitwilligkeit Herr Störger, Lehrer der hieſigen Elementarſchule, welcher auch bereits die Rechnung vom Jahr 1840 geſtellt hat. Dieſe wurde am 11. d. M. in Ge⸗ meinſchaft mit dem Frauen⸗Vorſtande durchgegangen und abgeſchloſſen, und liegt zur Einſicht vor. 2) Die Hülfsgeſellſchaft begnügte ſich nicht bloß damit, die Kleinkinderſchule in das Leben gerufen zu haben, ſondern faßte auch den Beſchluß, ſie da⸗ durch weſentlich zu unterſtützen, daß ſie der Anſtalt aus dem Holzmagazin eine Anzahl Wellen unent⸗ geltlich verabreichte. Dieß iſt bis hieher geſchehen, und ſind bis zu Ende des Monats Juni l. J. zu dieſem Behufe nach und nach 135 Stuck Wellen ab⸗ gegeben worden. 3) Zur Gründung eines bleibenden Fonds wurde ferner von dem Hülfs-Verein ein bei demſelben dis⸗ ponibles Capital im Betrage von 114 fl. 20 kr. an die Kleinkinderſchule überwieſen. 4) Im vorigen Winter vereinigten ſich mehrere hieſige Frauen und Jungfrauen zur Anfertigung von weiblichen Arbeiten aller Art, die zum Beßten der Kleinkinderbewahranſtalt verlooſet wurden. Dieſes Unternehmen hatte einen ſo günſtigen Erfolg, daß 100 fl. als reiner Ertrag zur Kaſſe geliefert werden konnten. Dieſe verſchiedenen Einnahmen und Zufluͤſſe, ver⸗ eint, machten es nicht nur möglich, neben dem fixen Gehalte der Pflegerin und der fortlaufenden Miethe des Lokals, die ſämmtlichen Koſten der erſten Ein— richtung und des Haushaltes, als Anſchaffung von kleinen Tiſchen und Bänken, Anfertigung einer zu— reichenden Anzahl von Kittelchen für die Kinder, das Waſchen und Reinigen derſelben, Küchen- und Tiſchgeſchirr, Herbeifahren von Sand zum Spiel⸗ platz, einiges Spielzeug und Schiefertafeln, Einrich— tung einiger Abtritte ꝛc. zu beſtreiten, ſondern ſetzten uns überdieß in den Stand, eine nicht ganz unbe⸗ deutende Summe zur Kapital⸗Anlage zu erübri⸗ gen. Es wird Ihnen gewiß ſehr erfreulich ſeyn, zu ver⸗ nehmen, daß unſre Anſtalt in dieſem Augenblicke ein verzinsliches Kapital von 350 fl. bei der Kaſſe des Mathildenſtifts ſtehen hat, und ſomit ein aktiver Vermoͤgensſtand gebildet iſt. g. Was die Speiſung der Kinder betrifft, ſo iſt die Einrichtung getroffen, daß dieſelben Mittags eine einfache, nahrhafte Suppe bekommen.„Die Pflegerin beſorgt unter dem Beiſtande ihrer Gehülfin das Erforderliche, wie ihr denn auch unter Beauf⸗ ſichtigung und Controlirung des Frauen⸗Vorſtandes die Anſchaffung der Ingredienzien, Kartoffel, Grau⸗ pen, Butter, Brod ꝛc. übertragen iſt. Aus der vor⸗ liegenden 1840er Rechnung ergiebt ſich, daß die von den Kindern vorſchriftsmäßig gebrachten Kreuzer zur Beſtreitung dieſes Zweiges der Anſtalt nicht hinreichen, ſondern noch etwas zugeſchoſſen werden muß. Von der Eröffnung der Kleinkinderſchule am 6. April bis zu Ende des Jahres 1840, folglich in 9 Monaten, gingen nemlich von den Kindern im Ganzen 63 fl. 45 kr. ein; die Ausgabe fuͤr ihre Mittags⸗Verköſtigung und das damit Zuſammenhän⸗ gende betrug dagegen innerhalb dieſes Zeitraums 86 fl. 48 ¼ kr.; mithin ungefähr 23 fl. mehr, als die Einnahme. Wir machen auf dieſes Ergebniß um deßwillen aufmerkſam, um anzudeuten, welcherlei Verwendungen fortwährend nöthig ſind. Wir ſiud aber durchaus nicht dafür, daß hinſichtlich des von den Kindern zu leiſtenden Beitrags eine Ab⸗ änderung getroffen werde; wir halten es vielmehr fur ſachgemäß, daß die bisherige Einrichtung fortbeſtehe, und der etwaige Mehrbetrag der Verkoͤſtigung von der Anſtalt ſelbſt getragen werde. Uebrigens haben wir, um eine ununterbrochene Leitung und Ueberwachung der Anſtalt ſtattfinden zu laſſen, nicht blos uns zur Pflicht gemacht, zum oͤftern das Lokal ſelbſt zu beſuchen, ſondern wir haben auch, ſo oft es vorliegende Gegenſtände erheiſchten, gemeinſchaftlich mit dem Frauen⸗Vorſtande beſondere Sitzungen gehalten, um zu berathen, und Beſchlüſſe zu faſſen. Dieß wird zur Sicherung des guten Fort⸗ gangs auch für die Folge nicht unterbleiben dürfen. — Nur über eine Sache, namlich die Errichtung eines Schutzdaches oder Zeltes auf dem Spiel⸗ platze der Kinder, ſind wir noch zu keinem definitiven Beſchluſſe gelangt. Man erkannte zwar allgemein die Nothwendigkeit einer derartigen Vorrichtung an: allein die uns vorgelegten Ueberſchläge genügten bei näherer Prüfung nicht, indem ſie bald zu koſtſpielig erſchienen, bald an ſonſtigen Mängeln litten. Es mußte daher die Ausführung des deſiderirten Baus eines Schutzdaches dem kommenden Frühlinge vor⸗ behalten bleiben. „Wir glauben, in dem Mitgetheilten die einzelnen Zuͤge, aus welchen ſich ein treues Bild von dem gegenwärtigen Zuſtande unſrer Kleinkinderſchule ge— ſtaltet, hinreichend angedeutet zu haben; und wir d 352*. hoffen wohl nicht zuviel, wenn wir annehmen, daß Sie von der im Ganzen recht erfreulichen Beſchaffen⸗ heit der nunmehr 1½ Jahr beſtehenden Anſtalt uͤber⸗ zeugt ſind. Indem wir alſo hiermit unſeren Bericht, ſchließen, ſo erlauben wir uns noch zwei Münſche, reſp. Vorſchläge anzufügen, deren Erwägung wir Ihnen anheimgeben. 1) Wir wünſchen, daß geeignete Schritte gethan würden, um einer Verminderung der bis⸗ herigen Quartalbeiträge vorzubeugen, und, ſoviel nur möglich, in dem Publikum eine warme Theilnahme an der Kleinkinderbewahranſtalt zu er⸗ halten. Ohne die ſich gleichbleibende Fortentrichtung der freiwilligen Beiträge kann die Anſtalt nicht be⸗ ſtehen. Gleichwohl liegt es in der Natur der Sache, daß dieſe Beiträge allmälig abnehmen, weil einzelne Contribuenten ihre Geſinnungen ändern, andere mit Tod abgehen, andere wegziehen, u. ſ. w. Die Er⸗ fahrung hat daher auch uns in dem kurzen Zeitraum von anderthalb Jahren bereits eine Verminderung der anfänglich ſubſcribirten Beiträge gezeigt.— Allein es ſind unterdeſſen auch neue Mitbürger hier ein; heimiſch geworden, die gewiß bei der Förderung eines guten Werkes ſich gerne betheiligen, und den Ab⸗ gang erſetzen können, wenn ſie dazu angeregt werden. Möchte es ſich deßhalb ein Jedes unſerer verehrli⸗ chen Mitglieder zur ernſten und heiligen Angelegen⸗ heit machen, in dem engeren oder weiteren Kreiſe ſeiner Umgebung hierauf hinzuwirken, die Theilnahme an unſerer Anſtalt anzufachen, und wo ſie ſchon vorhanden iſt, ſie zu beleben und zu erhalten! 2) Unſer zweiter Wunſch iſt nur der Ausdruck deſſen, was uns von mehreren Seiten kund gegeben wurde; er betrifft nemlich die Veranſtaltung einer nochmaligen Verlooſung zum Beßten der Kleinkinderſchule. Was im letztvergange⸗ nen Winter von wenigen Zuſammengetretenen ver⸗ ſuchsweiſe unternommen wurde und ein ſo ſchönes Reſultat ergab, dazu wuͤrden ſich ohne Zweifel unſte ſäͤmmtlichen Frauen und Jungfrauen, je nachdem es ihnen ihre häuslichen Verhältniſſe geſtatten, bereit⸗ willig verbinden: denn ihnen Allen ſind die Freu⸗ den des Wohlthuns nicht fremd. Es wuͤrde nur eines öffentlichen Aufrufs bedürfen, um einen edlen Wetteifer in der Lieferung von mancherlei weiblichen Arbeiten zu wecken. Allein es müßten zu gleicher Zeit auch mehrere Perſonen beſtimmt werden, welche die Arbeiten bis zu einem beſtimmten Termin in Empfang nähmen, ſie verzeichneten, und den Abſatz der Looſe, ſo wie überhaupt das weiter Erforder⸗ liche beſorgten. Die zu hoffende Einnahme würde eine wünſchenswerthe Vermehrung des Fonds möoͤg⸗ lich machen. Möchte alſo unſer Vorſchlag um der gu⸗ ten Sache willen recht bald zur Ausfuhrung kommen! Die Commiſſion für die Kleinkinderbewahranſtalt: Fertſch. Trapp III. Roller. Ph. Dieffenbach. fertigung zu Vilb' öffentlich Fried (1317 ſypothe zu Mel ſchaft ü unter 2 haltlich Heinric ſoll. P. Seippel alt wär die für befinde Erben, Da nu verfügt werden und de che auf ſprüche ſgewiß daß die glg g beiden Heinric hinſcht daß ſol ewa brate . 353* Bekanntmachungen von Behoͤrden. N Holz-Verſteigerung. (1274) Montag den 6. Dezember l. J., Mittags 12 Uhr, ſollen im Gemeindehauſe dahier 2 der Ge⸗ meinde zuſtehende Nußbaumſtämme, a) 16 Fuß lang und 23 Zoll Durchmeſſer, b) 18 7 5 77 in Cubikgehalt von 154 Fuß, meiſtbietend verſteigert werden, wozu Kaufliebhaber einladet. Wölfersheim den 15. November 1841. Der großh. heſſ. Burgermeiſter Allwohn. Arbeits-Verſteigerung. (1293) Donnerſtag den 9. Dezember, Vormittags 10 Uhr, wird die Planirung einer Straßenſtrecke zwiſchen Lindheim und Hainchen auf der Provinzial⸗ ſtraße von Lindheim nach Markobel, ſowie das Ausheben mehrerer Graben an die Wenigſtnehmen⸗ den auf Ort und Stelle in Accord gegeben werden. Friedberg den 23. November 1841. Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter Rhumbler. (1295) Montag den 13. Dezember, Nachmittags 2 Uhr, wird auf dem Rathhauſe zu Vilbel die An⸗ fertigung eines eiſernen Geländers an die Brücke zu Vilbel, nochmals an den Wenigſtnehmenden oͤffentlich verſteigert. Friedberg den 23. November 1841. Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter Rhumbler. Edictalladung. (1317) Nach einem Eintragen im Melbacher Orts- hypothekenbuche, entliehen Georg Pfeifers Eheleute zu Melbach am 3. Juli 1776 von der Vormund⸗ ſchaft über Peter Seippel von Melbach 40 fl. 30 1 unter Verpfändung ihrer Hofraithe, an welche in⸗ haltlich des erwähnten Hypothekenbuchs auch Joh. Heinrich Seippel noch 74 fl. 30 kr. zu fordern haben ſoll. Peter Seippel iſt längſt todt, Joh. Heinrich Seippel aber, der, wenn er noch lebte, über 90 Jahre alt wäre, iſt ſeit ſehr geraumer Zeit abweſend und die für beide ausgeſtellten Schuldverſchreibungen befinden ſich nicht im Beſitze ihrer muthmaßlichen Erben, ſcheinen vielmehr abhanden gekommen zu ſein. Da nun dermalen über das Unterpfand anderweit verfügt und die erwähnten Schulden abgetragen werden follen, ſo werden Joh. Heinrich Seippel und deſſen allenfallſige Leibeserben, ſodann alle, wel⸗ che auf die vorgedachten beiden Schuldurkunden An— ſprüche zu haben vermeinen, anmit aufgefordert, ſich ſogewiß binnen 60 Tagen hier anzumelden, als ſonſt, daß die Auszahlung der mehr berührten Kapitalien gültig an die hier bekannten Seitenverwandten der beiden Gläubiger geſchehen könne, unterſtellt, Joh. Heinrich Seippel als kinderlos verſtorben angeſehen, hinſichtlich der beiden Schuldurkunden ſelbſt aber, daß ſolche nicht mehr exiſtiren, angenommen und hiernach die Löſchung der deßfallſigen Einträge im Hypothekenbuche verfügt werden wird. Friedberg den 19. November 1841. Großh. heſſ. Landgericht Hofmann. Edictalladung. (1318) In den Hypothekenbüchern der Gemeinde Aſſenheim ſtehen noch folgende Einträge a) auf den Namen des Carl Ludwig Heimburg zu Aſſenheim 200 fl. am 16. November 1785 bei Kammerrath Serruvier zu Hanau und 900 fl. am 16. Oktober 1695 bei Hofkammerrath Geiger entliehen, ſodann eine Caution von 1500 fl. am 6. Mai 1788 zur Sicherung we⸗ gen erhaltener Brautgabe den Bauſchiſchen Kindern zu Niederwöllſtadt geſtellt, b) auf den Namen der Vormünder der G. Stocks Kinder zu Aſſenheim, Pachter Carl daſelbſt und G. Fauerbach zu Niederwöllſtadt 900 fl. den 20. März 1831 bei Adam Fauerbach zu Nie⸗ derwöllſtadt entliehen, c) auf den Namen des Wilh. Reuling zu Aſſen⸗ heim eine Caution von 128 fl. wegen Zahlung der Kriegskoſten von Grundſtücken, die er in der bruchenbrücker Gemarkung gehabt,— offen, die in Folge geſchehener Zahlung ihre Gül⸗ tigkeit verloren haben ſollen. Da indeſſen die Schuld⸗ und Cautionsurkunden nicht beigebracht werden kön- nen, ſo werden alle, die noch Anſprüche aus denſel⸗ ben herleiten zu können vermeinen, aufgefordert, ſolche ſogewiß binnen 60 Tagen hier anzuzeigen, als ſonſt die erwähnten Schuld- und Cautionsurkunden für mortificirt erklärt, ſofort die desfallſigen Einträge in den Hypothekenbüchern werden gelöſcht werden. Friedberg den 17. November 1841. Großh. heſſ. gräfl. ſolmſ. Landgericht Hofmann. Oel⸗ und Lichter⸗Lieferung. (1319) Freitag den 10. Dezember l. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſoll in hieſigem Rathhauſe die Lieferung des Oels und der Lichter zur Straßen⸗ beleuchtung, für die Nachtwächter und Thürmer für das Jahr 1842 einer öffentlich wenigſtnehmenden Ver⸗ ſteigerung ausgeſetzt werden. Indem die Luſttragenden hiermit eingeladen wer— den, wird bemerkt, daß der Bedarf des Oels ſich gegen 300 Maas belaufen wird. Friedberg den 1. Dezember 1841. Der Beigeordnete Bender. Mobilien Verſteigerung. (1320) Auf Antrag der Erben der dahier ver⸗ ſtorbenea Friedericke Finzel ſoll Donnerſtag den 9. Dezember l. J. deren Nachlaß, beſtehend in Holz werk, Weißzeug, Kleidungsſtücke, Bettung, Eiſen u. ſ. w. in der Behauſung des Schreinermeiſters Frank an der Stadtkirche, von 9 Uhr Morgens anfangend, meiſtbietend verſteigert werden. Friedberg den 30. November 1841. Der Beigeordnete Bender. Schubfuhren⸗Verſleigerung. (1321) Nachdem die Schubfuhren von Station zu Station für das Jahr 1842 in der Verſteigerung vom 22. November l. J. nicht genehmigt wurden, ſo werden dieſe Fuhren Freitag den 10. Dezember, Morgens 9 ½ Uhr, in hieſigem Rathhauſe nochmals einer wenigſtnehmenden Verſteigerung ausgeſetzt. Friedberg den 1. Dezember 1841. In Auftrag f Großh. Herrn Kreisraths des Kreiſes Friedberg: Der Beigeordnete Bender. 5 Bekanntmachung. (1322) Freitag den 10. Dezember, Morgens 10 ½ Uhr, ſoll in hieſigem Rathhauſe das Reinigen der Straßen und öffentlichen Plätze, als auch das Auf— hauen des Eiſes, für 1842 öffentlich wenigſtnehmend verſteigert werden. Friedberg den 1. Dezember 1841. 6 Der Beigeordnete Bender. Baumgarten⸗ Verpachtung. (1323) Freitag den 10. Dezember, Morgens um 11 Uhr, ſoll auf den Antrag des Kurators der Andreas Reul'ſchen Kinder in hieſigem Rathhauſe nachſtehende, in der Burg-Gemarkung liegende Guͤ⸗ terſtücke auf drei nacheinander folgende Jahre meiſt— bietend verpachtet werden, als: 1) 2 Viertel 17 Ruthen Baumgarten im Ohrlach. 201„ auf der Eller. Friedberg den 2. Dezember 1841. Der Beigeordnete Bender. Bekanntmachung. (1324) Freitag den 10. Dezember, Vormittags 9 Uhr, ſoll in hieſigem Rathhauſe das Einkommen an Standgeld an Wochen- und Jahrmärkten mit Butterwaag, ſowie auch das Einkommen der Stadt— waage für das Jahr 1842 öffentlich meiſtbietend verpachtet werden. Friedberg den 2. Dezember 1841. Der Beigeordnete Bender. Straßenbau ⸗Reparatur⸗Arbeits-Ver⸗ ſteigerung. (1325) Die Unterhaltungsarbeiten der Staats- und Provinzialſtraßen im Baubezirke Friedberg für das Jahr 1842, als Steinbrechen, Steinfuhr, Stein— ſetzen, Steinſchlagerlohn, Handarbeiten ꝛc., ſollen in den nachbenannten Terminen unter den alsdann be— kannt gemacht werdenden Bedingungen an die We— nigſtnehmenden zur Verſteigerung gebracht werden, 1) Für die Straße in der Vilbeler Gemarkung und von der Dortelweiler Grenze bis Okarben, zu Kloppenheim Montag den 20. Dezember d. J., Vormittags 10 Uhr. ) Für die Straße von Okarben bis an die Nau⸗ heimer Grenze, zu Oberwöllſtadt bei Wirth Brauburger Dien— ſtag den 21. Dezember d. J., Vormittags 9 Uhr. 3) Für die Straße von der Nauheimer Grenze bis Butzbach, zu Niedermörlen im Gaſthaus zum Löwen, „ 354* 5 den 22. Dezember d. J., Vormittags 1 15 4) Fur die Straße von Niederwöllſtadt nach Hanau und von Aſſenheim nach Dornaſſenheim, im Chauſſeehaus bei Ilbenſtadt, Donnerſtag den 23. Dezbr. d. J., Vormittags 10 Uhr. 5) Für die Straße von Ilbenſtadt bis Altenſtadt, zu Altenſtadt bei Gaſtwirth Holzapfel, Dienſtag den 28. Dezbr. d. J., Vormittags 9 Uhr. 6) Für. die Straße von Altenſtadt bis Selters, von Lindheim nach Büdingen und von Lindheim nach Marköbel, zu Lindheim Mittwoch den 29. Dezbr. d. J. Vormittags 9 Uhr,. 7) Für die Straße von den Nonnenſtümpfen nach Ranſtadt, zu Niedermoxſtadt Donnerſtag den 30. Dezbr. d. J., Vormittags 10 Uhr, 8) Für die Straße von Frankfurt nach Homburg durch die Gemarkungen Ober- und Niedereſchbach und für die Straße von Frankfurt nach König⸗ ſtein durch die Gemarkung Rödelheim, zu Obereſchbach Freitag den 7. Januar 1842, Vormitags 10 Uhr, 9) Für die Straße von Friedberg über Oberrosbach nach Homburg, a zu Oberrosbach bei Gaſtwirth Bingmann Mitt⸗ woch den 12. Januar 1842, Vormittags 10 Uhr. 10) Für die Straße von Niedermörlen nach Ziegen— berg, zu Niedermörlen im Gaſthaus zum Löwen Frei— tag den 14. Januar 1842, Vormittags 10 Uhr. Es werden die großh. Bürgermeiſter erſucht, im Intereſſe ihrer Gemeinden Vorſtehendes bekannt ma⸗ chen zu laſſen. Friedberg den 2. Dezember 1841. Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter Rhumbler. Faſſelochſen-Verkauf. (1326) Dienſtag den 7. Dezember l. J., Vor⸗ mittags 9 Uhr, ſoll der Gemeinde-Faſſelochs dahier öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Kaufliebhaber werden eingeladen. Obereſchbach den 27. November 1841. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter Himmelreich. Bekanntmachung. (1327) Montag den 13. Dezember l. I.,, ſoll die Lieferung von 1000 Pfund Flachs und 20 Fuder Roggenſtroh, welche fur die Marienſchloſſer⸗Anſtalt nöthig ſind, ſodann Mittwoch den 15. deſſ. M. die Lieferung von 200 Stecken Buchenſcheitholz, ſowie 1000 Cubikfuß eichenes Stammholz, und Donnerſtag den 16. deſſ. M. die Lieferung der vöthigen harten und Schmierſeife, auch das Anfahren von ungefähr 300 Centner Braunkohlen von Salzhauſen hierher, in meiner Wohnung dahier, öffentlich an den We⸗ nigſtnehmenden verſteigert werden. Ich bringe dies verschiede! Weibsklei Die g ten werd Niede Holz 2 Geme (1329) mittags nachbena bekannt meiſtbiete 1 befinden ſich ſeht Die lulches; benerkt, roh iſt. Dod rast, vertes dach „ 355 mit dem Bemerken zur allgemeinen Kenntniß, daß die Verſteigerungen an den genannten Tagen des Vormittags um 9 Uhr beginnen und daß ein Jeder, welcher bei der Verſteigerung mitbieten will, vorher ſeine Lieferungsfähigkeit nachweiſen muß. Marienſchloß am 28. November 1841. Funk. Mobilien-Verſteigerung. (1328) Montag den 6. d. M., Morgens 9 Uhr, ſollen in Auftrag des großh. Landgerichts Friedberg die hinterlaſſenen Mobilien der verſtorbenen Peter Winters Eheleute zu Niedermörlen in dem Sterbe⸗ hauſe einer öffentlich meiſtbietenden Verſteigerung aus⸗ geſetzt werden, und zwar: 1) 2 junge Fahrkühe, 2) 1 Kuhkarren mit Zugehör, 3) 1 Pflug und 1 Egge nebſt Zugehoͤr, 4) ungefähr 2 Fuder Roggen⸗ und Futterſtroh, 5) ungefähr 10 Centner Heu und Grummet, 6) ungefähr 16 Malter Kartoffel, 7) Erdkohlraben und gelbe Rüben, 8) Korn, Gerſte, Erbſen und verſchiedene Hausgeräthſchaften, Dreherwerkzeug und Weibskleider. Die großh. Burgermeiſter benachbarter Ortſchaf— ten werden um gefällige Bekanntmachung erſucht. Niedermörlen am 2. Dezember 1841. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter Dey. Holz⸗Verſtegerung in dem Bodenröder Gemeindewald, Reviers Hochweiſel. (1329) Donnerſtag den 9. Dezember d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſoll in dem Diſtrikt Wildwieſe nachbenanntes Holz, unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Brdingungen, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. 15 4¼% Stecken Buchen⸗Scheitholz, 272 75„ Prügelholz, 3) 29 7„ Stockholz, friſches, 4) 23„ Eichen⸗Scheitholz, 50 14 7„ Prügelhol, 6) 33 5„ Stockholz, friſches, 7) 187 ½ Stück buchene Reisholzwellen, 8) 609„ eichene Reisholzwellen, 9) 1 Stamm Buchen⸗-Werkholz, 49 Cubikfuß enthaltend, 10) 33 Stämme Eichen⸗, Bau⸗ und Werkholz, 2892 Cubikfuß enthaltend, worunter ſich Stämme befinden, welche über 100 Cubikfuß enthalten und ſich ſehr gut zum Bauen eignen. Die großh. heſſ. Bürgermeiſter werden erſucht, ſolches gefälligſt bekannt machen zu laſſen, und wird bemerkt, daß die Zuſammenkunft in loco Boden⸗ rod iſt. Bodenrod den 29. November 1841. Der großh. heſſ. Bürgermeiſtet Hoffmann. d Privat⸗ Bekanntmachungen. Einen Gulden dreißig Kreuzer Belohnung. (1277) Am 8. Auguſt hat ein Omnibus⸗Kutſcher in der Reichskrone in Frankfurt, A. B. Nr. 154, 1 Kiſtchen mit Frachtbrief nach Friedberg erhalten, und iſt nicht an ſeine Adreſſe angekommen. Wer darüber genügende Auskunft gibt, erhält 1 fl. 30 kr. Belohnung bei Herrn M. L. Goldmann in Friedberg. Eine Scheune, (1287) von Eichenholz ganz gut gebaut, iſt auf den Abbruch zu verkaufen bei Georg Henzel in Bönſtadt. Ein engſpurender Wagen, (1311) zwei⸗ oder dreiſpännig zu fahren, mit Erndteleitern und eiſerner Axe hat zu verkaufen H. Hanſtein I. Wittwe. (1313) In das Haus des Kreisraths Küchler zu Friedberg wird eine gut empfohlene Köchin geſucht. Empfehlung. (1330) Auf bevorſtehende Weihnachten empfiehlt Unterzeichneter eine große Aus⸗ wahl Spielwaaren, ſowohl fuͤr Kinder als auch fuͤr Erwachſene, und verſpricht ſehr billige Preiſe. Friedberg den 1. Dezember 1841. Wilhelm May. (4a) Empfehlung. Friſche ſuͤße Schellfiſche, direkt von der Küſte, zu 14 kr. das Pfund. „ engliſche Speckbückinge zum Roheſſen und Backen, zu 4 kr. das Stück. „ holländiſche ſüße Vollbückinge, beſonders deli— cat, zu 3 und 2½ kr. das Stück. „ Labberdan in Salz und geböckelten, auch gewäſſert, oder Bolch, zu 12, 10, 9 und 8 kr. das Pfund. „, hollaäͤndiſche Vollhäringe nach Größe, zu 5, 4, 3 und 2 kr. das Stück. „ Göttinger, Gothaer- und Braunſchweiger— Würſte, zu 36 kr. das Pfund. „ Bremer Bricken oder Neunaugen, beſonders delicat, 12 kr. das Stück. Empfehle nebſt meinen ubrigen Spezerei-, franzöſiſchen und italieniſchen Waaren unter Verſicherung guter Waaren und möglichſt billigſten Preiſen zu geneigtem Zuſpruch beſtens 5 H. C. Rollmann,) große Sandgaſſe, nahe am großen Kornmarkt in Frankfurt a. M., fruͤher Fahrgaſſe an der Mainbrücke. ) In Nr. 46 d. Bl.(1269) ſteht irrthümlich Kollmann. , 346 C. K. Stelz, Baͤckermeiſter in der Uſergaſſe, (1309) bringt ſeine ſelbſt verfertigten Conditoreiwaaren, als Lebkuchen, Pfef⸗ fernuͤſſe, Anisgebackenes, Biskuit ꝛc., in gefaͤllige Erinnerung und bittet um geneigten Zuſpruch. Ein Bällchen (1332) mit gedrucktem Baumwollen⸗Zeug, mit E. B. gezeichnet, wurde auf der Straße von Frank⸗ furt, zwiſchen Vilbel bis Oberwöllſtadt verloren; der redliche Finder, der ſolches an den Verleger dieſes Blattes abgibt, erhält eine Belohnung von drei Gulden. Kapitalien (1333) von verſchiedener Größe liegen zum Aus⸗ leihen bereit, und werden gegen beliebige Unterpfän⸗ der abgegeben. In Auftrag: Philipp Jung. Bekanntmachung. (1334) Die Unterzeichnete iſt geſonnen, ihre Hof⸗ raithe, die ſog. Oehlmühle, entweder aus der Hand zu verkaufen, oder ganz, auch in 2 Abtheilungen, zu vermiethen. 8 H. Hanſtein I. Wittwe. Zu Weißnachtsgeſchenken (1335) empfehle ich außer meifen bisher geführ⸗ ten Artikeln eine bedeutende Auswahl der neueſten Kinder⸗Spielwaaren zu den billigſten Preiſen. H. B. Grddel, auf dem Marktplatze. Conrad Södler (1336) macht hiermit die ergebenſte Anzeige, daß er ſich als Bürger und Sattlermeiſter in Steinfurth niedergelaſſen hat, und empfiehlt ſich in allen in ſein Fach einſchlagenden Arbeiten, unter Zuſicherung reeller und prompter Bedienung. Steinfurth den 1. Dezember 1841. Bekanntmachung. (1337) Ich erinnere alle Diejenigen, welche Aecker von mir gepachtet haben, daß Markini vorbei iſt, und erſuche ſie zugleich binnen 8 Tagen Zahlung zu leiſten. Heinrich Sang, a in Fauerbach II. Stroh-Verſteigerung. (1338) Der Unterzeichnete läßt Donnerſtag den 16. Dezember, Vormittags halb 10 Uhr, in ſeiner Behauſung folgendes Stroh von 1840 freiwillig verſteigern: s 20 Fuder Rogenſtroh, 20„ Waizenſtroh, 20„ Haferſtroh. Bruchenbrücken den 29. November 1841. Schneider, Gaſtwirth. Anfrage. (1339) Im Monat Juni ging dahier ein Circular herum, welches die hieſigen Rindviehbeſitzer zur Un⸗ terſchrift und Theilnahme aufforderte, um eine Vieh⸗ Aſſecuranzkaſſe zu gruͤnden! Leider iſt aber bis dato Alles ruhig geblieben, und es ſcheint hiermit gehen zu wollen, wie mit Vielem, das heißt: Vieles wir angefangen und wenig ausgeführt!!. Butzbach den 1. Dezember 1841. Mühle-⸗Verſteigerung. (1340) Johannes Rühl zu Burggemünden iſt wil⸗ lens, ſeine Mühle mit zwei Mahlgängen und einem Schlaggang an den Meiſtbietenden öffentlich zu ver⸗ ſteigern, Kaufliebhaber werden eingeladen, ſich den 27. Dezember 1841 einzufinden. Burggemünden den 29. November 1841. Johannes Rühl. Meine Condiloreiwaaren (1341) und vorzügliche Lebkuchen empfehle ich zun bevorſtehendem St. Nicolaustage, Weihnachten und Neujahr. Philipp Engel, Baͤcketmeiſter. Ein Logis (1342) im dritten Stock, in der Nähe der Poſt, iſt für eine ſtille Haushaltung zu vermiethen und kann ſogleich bezogen werden. Wo? ſagt die Expe⸗ dition d. Bl. Ein braves Mädchen (1343) kann dahier ſogleich in einen Dienſt tre⸗ ten. Wo? ſagt die Exp. d. Bl. l Meine Condilkoreiwaaren (1344) und vorzügliche Lebkuchen empfehle ich zu bevorſtehendem St. Nicolaustage, Weihnachten und Neujahr. J. Steinhäuſer, Bäckermeiſter. Fruͤchte-Preiſe hier in Friedberg: Maizen, alter: 12 fl.— kr., neuer: 11 fl.— kr. Korn: 6 fl. 10 kr. Gerſte: 4 fl.— kr. Hafer: 2 fl. 25 kr. Fruͤchte⸗Preiſe zu Frankfurt, am 22. Rov.: Waizen: 10 fl. 30 kr. Korn: 5 fl. 50 kr. Gerſte:— fl.— kr. Hafer: 2 fl. 35 kr. Erbſen:— fl.— kr. Fruͤchte⸗Preiſe zu Mainz, am 26. Nov.: Waizen: 10 fl. 59 er. Korn: 6 fl. 31 kr. Gerſte: 4 fl. 39 kr. Hafer: 2 fl. 52 kr. Erbſen:— fl.— kr. Polizei⸗Taxe für die Staͤdte Friedberg und Butzbach vom 5. bis 12. Dezember 1841. Dieſelbe iſt unverändert geblieben, außer daß in beiden Städten das Kalbfleiſch 8 kr., in Butzbach das Hammelfleiſch 7 kr. und 4 Pfund Brod 9 kr. 2 hell. koſten. Der großh. heſſ. Kreisrath d. K. F. K ü ch ele r. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. an st