bild* 90 9. gr. 1 Intelligenzblatt eln für die g allg. N U 2 8—* ufſage. e f 0 N 2 2 4— f rovin D G ber hes N age. 2 im Allgemeinen, — l 3 2.. 2 den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. W ee* 10 d M27. Sonnabend, den 3. Juli 1841. 18 Juri, Mi dem uſten Juli kann auf dieſes Intelligenzblatt für das zweite halbe Jahr mit 40 kr. abonnirt werden, welcher 3 fl. 3 Betrag jedoch voraus zu bezahlen iſt. Carl Bindernagel. F U 1 AB 1 —— 2 * 2 S ö uli 18, Jubelfeier. Am 29. Juni feierte in dem benachbarten kur⸗ heſſiſchen Flecken Dorheim der würdige Schullehrer Lotz ſein Amts jubiläum. Wir hoffen bald eine nä⸗ here Beſchreibung dieſes ſchönen Feſtes, das allge⸗ meine Theilnahme fand, unſern Leſern geben zu können, und haben zu dem Ende einen dazu tüchti⸗ gen Augenzeugen bereits gebeten, uns eine ſolche auszuarbeiten. D. Red. Rekrolog. In der Nacht zum 20. Mai ſtarb zu Vilbel der Schullehrer Johannes Andreas Gruner. Der⸗ ſelbe ward 1801 den 7. November zu Kaichen ge⸗ boren, wo ſein Vater Schullehrer war. Dieſer wurde ſpäter nach Kleinkarben befördert. Hier verlebte der Knabe die Tage der Jugend. Der häuslichen Erziehung nahm ſich der Vater mit ſolcher Liebe und Hingebung an, daß Gruner's ſanftes Gemüth— ein Hauptzug ſeines innern Lebens— die Wünſche des Vaters ſchon frühe als heiliges Geſetz anſehen lernte. Mit welcher Zärtlichkeit, mit welcher Pietät vergalt er der noch lebenden, aber ſchon ſeit 12 Jahren erblindeten Mutter die Sor⸗ gen und Mühen ſeiner frühen Jugend! Als die Tage herannahten, in welchen ſich der Juͤngling irgend einem Lebensberufe zu widmen pflegte, wählte er das Schulfach. Im Jahr 1817 war er und ſein älteſter Bruder unter den Zöglingen, mit denen das neu errichtete Schullehrerſeminar eröffnet ward. Die hinterlaſſenen Papieren ſprechen ſich dankbar über den genoſſenen Unterricht aus. Nach vollen⸗ detem dreijährigem Curſus unterſtützte er den Vater in ſeiner Schule. Kaum waren ſo einige Jahre ver⸗ ſtrichen, ſo traf die Familie der unerſetzliche Verluſt des Verſorgers. Gruners Herz erhielt dadurch eine tiefe Wunde. Man übertrug ihm das Vikariat und hoffte, der Patron würde ihm aus Rückſicht für die zahlreiche Familie die Stelle übertragen. Da dies jedoch nicht geſchah, ſo ging unſer Freund nach Beendigung dieſes Vikariats zu ſeinem Bruder, dem unterdeſſen die Knabenlehrerſtelle in Rodheim übertragen worden war. Hier lebte er ganz dem Schulfache. Freie Stunden wurden in der Natur zugebracht. Jeder Gang in dieſen ſchuldloſen Tem⸗ pel war ihm ein Kirchgang. Sein Herz war voll Andacht, ſeine Seele ruhig, wenn er in ihr weilte. 1825 wurde ihm die neu errichtete Mädchenlehrer⸗ ſtelle in Vilbel übertragen, wo er 16 Jahre mit hingebender Liebe als ein treuer Lehrer und Erzieher wirkte. Mit bewährter Amtstreue war er bemuͤht, die ihm anvertraute Jugend zur ächten Religioſität . 206. zu erziehen. Mit welcher Herzlichkeit hingen die Kleinen aber auch an ihm! Wenn er aus der Schule ging, ſo umgab ihn eine Anzahl Kinder, wovon ihn das Eine am Rocke, das Andere an der Hand feſthielt; das Eine hatte Etwas zu fragen, das Andere zu erzählen, das Dritte zu zeigen. In der Schule, im Kreiſe wohlerzogener Kinder, war er am glücklichſten. Und was führte dieſes ſchöne Verhältniß zwiſchen ihm und ſeinen Schülern herbei? Es war die Liebe zur Kinderwelt. Aber auch viele Pruͤfungen hatte unſer Freund zu erdulden. Die aus der Vaterhand kamen, die verwundet und heilt, betrachtete er als Läuterungen im Vertrauen zu Gott, das ihm bis zum letzten Augenblicke ſeines Lebens treu blieb. Als ihm im Februar vorigen Jahres von ärztlicher Seite das Schulhalten unterſagt wurde, ſchrieb er:„Dunkle Wolken umziehen mein Leben; aber ich ſchaue mit feſter Zuverſicht zum Vater im Himmel empor, der Alles zum Beßten lenkt.“— Sein Geſundheitszuſtand wurde immer bedenklicher. Mit großer Aengſtlichkeit machte er von jener Beſtimmung des Arztes der nächſten Behörde die Anzeige. Der Ortsvorſtand bewilligte bald darauf für einen Aſſiſtenten 240 fl. jährlichen Gehalt, die bis zur Wiederherſtellung der zerrütteten Geſundheit ausbezahlt werden ſollten. In dieſem Beſchluſſe ſpricht ſich zugleich ſein Verhältniß zur Gemeinde aus.— Seine Krankheit wurde immer langwieriger, ſeine Schmerzen heftiger; dennoch nahm er an Allem lebhaften Antheil, was die Schule und das Schulweſen berührte, was Gutes und Exfreuli— ches ſich geſtaltete, was Beſorgniſſe einfloßte, oder Hoffnungen weckte. Selbſt das Gefühl des heran⸗ nahenden Todes vermochte die väterliche Sorgfalt für die Schule nicht aus ſeiner Seele zu verbannen. Nur Ein Gedanke konnte ſeine unerſchütterliche Seelen— ruhe trüben. Der Gedanke an ſein einziges Kind und deſſen Mutter, mit der er ungefähr 4 Jahre in der glücklichſten Ehe lebte. Dieſes angſt⸗ und qualvolle Gefühl— beim Blick in die Zukunft er⸗ greift es jeden Lehrer— verließ ihn in der Nacht zur Himmelfahrt des Herrn, als ſein Geiſt ſanft und Gott ergeben dem Irdiſchen entfloh, um in einer höhern Welt das neue Leben zu beginnen. Am 22. Mai wurde er von ſehr vielen ſeiner er— wachſenen Schülern, von der Schuljugend, von 24 Lehrern aus der nächſten Umgebung zu der Ruhe begleitet, die ihm das Leben verſagte. An dem Leichenzuge konnte man deutlich ſehen, welche An⸗ erkennung ſich der Verſtorbene durch ſein ſtilles, an⸗ ſpruchsloſes Wirken, Streben, Leben erworben hatte. Als der Sarg auf offener Gruft ſtand, ſang die Schuljugend den Choral:„Nach einer Prufung kurzer Tage ꝛc.“ Hierauf hielt Herrn Pfarrer Hinkel eine durchdachte Grabrede. Am Ende derſelben legten die Kinder die getragenen Blumenkränze anf die Ueberreſte ihres theuren Lehrers. Zum Schluſſe ſang der von dem Verklärten und Iſeinem Collegen Herrn Perron im Jahr 1836 ins Leben gerufene Singverein die Arie:„Wie ſie ſo ſanft ruhn ꝛc.“ Und als die letzten Töne dieſes rührenden Liedes verklungen waren, trennten ſich die Trauernden von dem geſchloſſenen Grabe, das für Viele ein heiliger Altar bleiben wird. S. Quodlibet. (Eingefündt.) N Alles iſt doch in der neueſten Zeit auf Welt⸗ verbeſſerung bedacht: in P. P. wo man, wie in England, die Staatsangehörigen in zwei Klaſſen— hier jedoch in eine freie und eine unfreie— ein⸗ theilt, ſoll dem Vernehmen nach eine Culturmateria⸗ lienhandlung etablirt werden. Es gibt dann auch Recepte für indiskrete Feldſchützen.— Pfingſt⸗ nachrichten: Nach einem neu erfundenen Méter „Fressomètre“ kommen für die Dauer eines zwei⸗ tägigen Feſtes auf circa 800 Seelen, à) 3460 dünne Butterkuchen, b) 600 Ratonkuchen, c) 362 große Schüſſelkuchen, d) 245 Schweinebraten, e) 110 Kalbsbraten, f) 96 Schinken.— Dem Intendanten eines berühmten deutſchen Theaters ſoll ein neues militäriſches Schauſpiel„das Tref⸗ fen im Walde“ zugeſendet worden ſein.— In E... werden ſchwere Kinder geboren: man ſieht welche tragen von 65— 80 Pfund, beinahe eben ſo ſchwer, wie ihre Wärterinnen.— In dem Dorfe N. blühen ſchöne Roſen; die Natur hat ſie aber mitunter ſo ſehr in Dornen verſteckt, daß ſie nur mit der größten Muͤhe gepflückt werden können. Es ſoll übrigens aber auch in der Pflanzung in Etwas verſehen worden ſeyn.— Ein bairiſcher Schullehrer hatte ſich unlängſt an einer philoſophiſchen Suppe, bald darauf aber noch mehr an einem mathematiſch combinirten Reisauflauf den Mund dermaßen ver⸗ brannt, daß jetzt an allen für Volksſchullehrer deſtinirten Tafeln dergleichen Speiſen nicht mehr aufgetiſcht werden dürfen. Solche Ereigniſſe hätte ein Giambattiſta Vico erleben müſſen!— In Krähwinkel werden die Kinder, welche zur Geld— ariſtokratie gehören, ſchon in der Wiege copulirt. Daher können Juͤnglinge ſich ſpäter nicht mehr frei bewegen, ſie ſind vielmehr mit dem Genuß ihres jungen Lebens in den engen Kreis verwieſen, welche der kalte Speculationsgeiſt der Eltern ihnen markirt hat. Ueberſpringt ein lebensluſtiger Jüngling dieſen Kreis, jagend nach den Freuden der nie wieder— kehrenden Jugendzeit; liebt er das geſellige Leben und begreift er überhaupt nur einmal den Zweck des Lebens,— ſo wird er in die Acht erklärt und muß entweder ohne Lebensgefährtin ſterben oder in einen anderen Stand übergehen.— Es gibt jetzt auch eine ſogenannte Jungfern-Ariſtokratie! Zur Aufnahme in dieſe Kaſte gehören wenigſtens 25 Mor⸗ rühling ee anges.. Geſangbere die Herzen lch machen die Begeiſt dankbar de. Cupfängie haben in! künftigen ſangfeſt u Heil und ſanges ſo welche ſie ſört ſich e Noch eine Ana Wetterau auch mit Kräfte ſid davon geb deren mar brunnen e Vereine f Theile der Moͤge die eine ihre und ſich Gelbſtver beide The Um heres Ver Vereine; die Krafte Entwickeln Vunſch la uſammen 15 der W don den 6 Wenſazt * * 207. gen eigenthümliches und ſchuldenfreies Land, und bei ihren Zuſammenkünften, Soirées ꝛc. werden die Plätze nach Maßgabe des Steuerkapitals und der Kapitalbücher angewieſen.— In der Kürze ſoll auf dem Oſſenheimer-Wäldchen ein würdiges Feſt ge⸗ feiert werden— ein Kartoffelfeſt zu Ehren Franz Drackes; wir freuen uns darauf und wuͤnſchen recht bald das Programm zu leſen. Einladung. Friedberg den 30. Juni 1841. Wenn des Frühlings wormer Hauch über die im Win⸗ terſchla e erſtarrke Erde hinſtreicht, da beginnt ein friſches, ein fröhliches Regen in der Natur, da ſtreift die Erde ihr Winterkleid ab, die Berge werfen die weißen Nachtmützen von ſich und die Ströme und Bäche zerſprengen ihre Eisdecken. Und wenn alles dieß geſchehen, dann erhebt hier ein Schnee⸗ gloͤckchen, dort ein Veilchen ſein kleines Haupt, mehr und mehr Blüthen, Blumen und Blätter geſellen ſich den Erſt⸗ lingen des Frühlings zu, und auch die gefiederten Sänger der Lüfte— anfangs nur in einzelnen Stimmen, dann in immer größerer Anzahl— laſſen ihre munteren Liedlein er— ſchallen, bis endlich im Mai der Erde Schmuck vollendet und der Sängerchor vollſtändig geworden iſt, Auge und Ohr des Menſchen ergötzend und das Herz zur Andacht ſtimmend. So hat ſich auch über unſere geſegnete Wetterau ein e ergoſſen, ein Frühling des Frohſinnes und des Ge⸗ anges. Friſch und kräftig blühen in ihr allenthalben die Geſangvereine empor, die Gemüther bildend und veredelnd, die Herzen für reinere Freuden und edlere Genüſſe empfäng⸗ lich machend. Klein und ſchwach waren die Anfänge, aber die Begeiſterung der Gründer— und vor Allen ſey bier dankbar des' verdienſtvollen Lehrerſtandes gedacht!— die Empfänglichkeit unſeres Volſes für das Schone und Gute baben in kurzer Zeit Großes hervorgebracht. Feiern wir doch künftigen Sonntag bereits das dritte große Wetterauer Ge⸗ ſangfeſt mit wahrlich nicht zu verachtenden Kräften. Ehre, Heil und Frieden dem Volke, welches die Blume des Ge⸗ ſanges ſo fröhlich pflegt! Ehre und Dank einer Regierung, welche ſie mit gewohnter Güte und Milde ſchützt und unge— ſtört ſich entfalten läßt!— Noch aber iſt viel zu thun übrig; noch ſteht namentlich eine Anzahl jüngerer und kleinerer Geſangvereine unſerer Wetterau außer aller Verbindung, ſowohl unter ſich, als auch mit den älteren und bedeutenderen. Welche herrliche Kräfte ſich öfters in den kleineren Geſangvereinen vorfinden, duvon geben die Leiſtungen des beldenberger Geſangvereins, deren man ſich am vorigen Sonntage am okarber Sauer brunnen erfreuen konnte, hinreichend Kunde. Und ſolcher Vereine finden ſich noch manche, namentlich im ſüdlicheren Theile der Wetterau, von Wenigen gekannt und gewürdigt. Möge dieß nicht länger ſo bleiben! Mögen die älteren Ver⸗ eine ihre jüngeren Brüder auch als ebenbürtig anerkennen und ſich näher mit ihnen befreunden! Mögen letztere mit- Selbſtvertrauen hierzu die Hände bieten! Es durfte für beide Theile lohnend ſeyn. um dieſen Zweck zu erreichen, um namentlich ein nã⸗ beres Verſtändniß und Anſchließen der jüngeren und kleineren. Vereine zu bewirken, um ferner Gelegenbeit zu bekommen, die Krafte derſelben gehörig kennen zu lernen und in ihrer Entwickelung zu befördern, iſt von mehreren Seiten her der Wunſch laut geworden, noch im Laufe dieſes Sommers eine t ſämmtlicher Geſangvereine des ſüdlichen Thei⸗ es der Wetterau zu veranſtalten. Wir haben bis jetzt Kunde von den Geſangvereinen der Orte Aſſenheim, Heldenbergen, Ilbenſtadt, Kaichen, Obererlenbach, Petterweil, Rödelheim, Rodheim, Steinbach und Vilbel. Gerne möchten wir ver⸗ nehmen, daß auch außer dieſen noch mehrere von ihrem Daſeyn Kunde gäben. Alle die genannten aber und alle, welche ſonſt noch daran Theil nehmen wollen, ſind hiermit freundlichſt eingeladen, ſich in den Nachmittagsſtunden des 11. Juli d. J. an dem okarber Sauerbrunnen durch ſach⸗ verſtaͤndige Abgeordnete vertreten zu laſſen, von welchen als⸗ dann in Gemeinſchaft' die näheren Beſtimmungen zu verab⸗ reden ſeyn möchten. Wir wollen dort nicht ein viertes Wetter— auer Geſangfeſt veranſtalten, nein! dieſes ſoll uns, ſo Gott will, das künftige Jahr bringen; aber Vorbereitungen wollen wir treffen, damik wie demſelben neue, ſeither einzeln wir⸗ kende Kräfte zuführen köunen, eine Saat wollen wir aus⸗ ſtreuen, welche uns im künftigen Jahre gewiß Blüthen und Früchte bringen wird. Die kleineren Geſangvereine mögen bedenken, daß vereinigt auch die Schwachen mächtig werden, mögen ſich alſo nicht durch Schüchternheit und Mißtrauen auf ihre Kräfte abhalten laſſen von einem fördernden Zu⸗ ſammenwirken. N Keine in dieſer Angelegenheit an ihn gerichtete ſachgemaͤße mündliche oder ſchriftliche Anfrage wird der Unterzeichnete unbeantwortet laſſen und mit Vergnügen jede mögliche Aus⸗ kunft ertheilen. J. R. Eberhardt. Bekanntmachungen von Behoͤrden. ANN Edictal ladung. (637) Das Vermögen des mit Hinterlaſſung von 3 Söhnen, Johann, Wilhelm und Conrad, angeb⸗ lich im 7jährigen Krieg, in der Affäre bei Kaſſel umgekommenen Georg Konrad Roth vom Stras⸗ heimer Hof, wurde ſeit dem Jahre 1772 curatoriſch verwaltet und dieſe Verwaltung bezüglich des Erb⸗ theils des abweſenden Konrad Roth bis in die neueſts Zeit fortgeſetzt. Die Wittwe des Johann Meier von Ziegenberg, mit dem Abweſenden angeblich Geſchwiſterkind, hat mit Nückſicht darauf, daß deſſen dermaligen Auf⸗ enthaltsort unbekannt iſt, und er das 70. Lebensjahr längſt zurück gelegt zu haben ſcheint, als vermeint⸗ liche nächſte Inteſtaterbin, um Ueberlaſſung des nach letzter Curatelrechnung auf 579 fl. 6¾ kr. ſich be⸗ laufenden Vermögens ihres Vetters gebeten, und ergeht/ daher an Konrad Roth oder deſſen Leibeserben, andurch Aufforderung, ſich binnen 3 Monaten vom Tage der erſten Bekanntmachung an, zur Empfang⸗ nahme des curatoriſch verwalteten Vermögens zu melden, widrigenfalls Erſterer für verſchollen erklärt und ſein Vermögen, ohne weitere Bekanntmachung, denen überantwortet werden ſoll, welche ſich als nächſte Erben legitimiren werden. Zugleich werden die beiden gleichfalls abweſen⸗ den Brüder des Konrad Roth, Wilhelm und Johann, Letzterer in den 1780er Jahren Soldat im königl. preuß. von Raumer'ſchen Infanterie-Regiment, oder deren etwaige Leibeserben, ſowie alle diejenigen, welche nähere Erb⸗Anſpruͤche begruͤnden zu können glauben, andurch aufgefordert, ſo gewiß in gleicher, dreimonatlicher Friſt ihre Prioritätsrechte an. die 4„ 208 Erbſchaft des Konrad Roth geltend zu machen, als ſonſt ſie damit ausgeſchloſſen und ſolche ohne vor— gaͤngiges Präcluſivdecret, der gedachten Joh. Meiers Wittwe, deren Legitimation vorausgeſetzt, überliefert werden ſoll. Friedberg den 29. Mai 1841. Gr. heſſ. freih. v. Loͤw. Landgericht Hofmann. Dr. Gilmer. Brücken bauarbeiten. i (705) Dienſtag den 6. Juli d. J., Vormittags 10 Uhr, ſoll zu Heldenbergen auf dem Gemeinde⸗ haus, die bei Erbauung einer Brücke auf dem Vi⸗ cinalweg gegen Büdesheim hin erforderlichen Arbeiten incl. Lieferung der hierzu nöthigen Materialien an die Wenigſtnehmenden in Accord gegeben werden. Voranſchlagt iſt: 1) Die Maurerarbeit, incl. Material. 436 fl. 9 kr. 2)„ẽKSteinhauerarbeit„ 5 182 ⸗24 ⸗ 3)„ Zimmerarbeit„ 17 18⸗ 8 ⸗ 4)„S Schloſſerarbeit„ 77 5 ů⸗— 5)„ Weisbinderarbeit„. 6 48 ⸗ Zuſammen 648 fl. 29 kr. Plan, Voranſchlag und Bedingungen liegen auf dem Büreau des Unterzeichneten zur Einſicht offen. Friedberg den 16. Juni 1841. Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter Rhumbler. 5 Arbeits⸗Verſteigerung. (738) Dienſtag den 6. Juli, Vormittags 10 Uhr, ſoll im Wirthſchaſtslokale des Herrn Gaſthalters Henſel zu Okarben die bei Verlängerung eines Canals zu Kloppen⸗ heim erforderlichen Arbeiten und Materiallieferungen an die Wenigſtfordernden in Accord gegeben werden. Hiervon beträgt: 1) Maurerarbeit, voranſchlagt zu 14 fl. 57 kr., 2) Die Herbeifuhr von ½ Cub. Klſtr. Baſalt⸗ ſteinen aus dem Aſſenheimer Bruch, 3) Das Brechen und Herbeifahren von 0,7 Cub. Klftr. Mauerſteinen aus den Kleinkarber Brüchen, 4) Aufſetzen der Steine, 5) Lieferung von 0,1 Cub. Klftr. Sand und 60„„ 4 Bütten Kalk. Ferner die Erweiterung der Bruͤcke zwiſchen Kloppenheim und Okarben. 1) Maurerarbeitslohn, voranſchlagt zu 147 fl. 46 kr. 2) Steinhauerarbeit 374% 13% 3) Herbeifuhr und Setzen von 3 Cub. Klftr. Ba⸗ ſaltſteinen aus dem Aſſenheimer Bruch. 4) Brechen, Setzen und Anfahren von 4,7 Cub. Klftr. Mauerſteinen aus den Kleinkarber Brüchen. 5 1 von 30 Bütten Großkarber Waſſer⸗ alk. 6) 1 Cub. Klftr. Sand. Die Anfertigung einer Gurte mit Bruͤſtungsge⸗ länder an der Brücke zwiſchen Ober- und Nieder⸗ wöllſtadt in der Abtheilung Nro. 39. Maurerarbeit voranſchlagt zu 43 fl. 38 kr. Steinhauerarbeit 424„16„ Voranſchläge und Bedingungen liegen auf dem Büreau des Unterzeichneten zur Einſicht offen. Friedberg den 23. Juni 1841. Der großh. heſſ. Rhumbler. Edictal ladung. (765) Ueber den überſchuldeten Nachlaß des Ki⸗ lian Hild von Heldenbergen hat zwiſchen den bekann⸗ ten Gläubigern ein Arrangement ſtattgefunden. Um durch deſſen Realiſirung den Intereſſen etwaiger unbekannter Gläubiger nicht zu nahe zu treten, wer⸗ den ſolche hiermit aufgefordert, ſogewiß im Termin Dienſtag den 17. Auguſt, Vorm. 8 Uhr, ihre Anſprüche dahier zu melden, richtig zu ſtellen und ſich über das ihnen dann eröffnet werdende Arrangement zu erklaͤren, als ſonſt die ſich nicht Meldenden ohne beſonderes Präcluſivdecret ausge- ſchloſſen, von den ſich Anmeldenden aber angenommen wird, daß ſie ſich der getroffenen Uebereinkunft an⸗ ſchließen wollen. Großkarben den 16. Juni 1841. Großh. heſſ. Landgericht daſelbſt Muhl. Schmidt. Bekanntmachung, betreffend Heu⸗ und Grummet⸗Gras-Verſteigerung in den Forſtfiscaliſchen Teichen des Reviers Hoch⸗ weiſel, Forſtes Friedberg, aufs Jahr 1841. (766) Dienſtag den 6. Juli d. J., Vormittags Schlag 8 Uhr, in dem oberen Forellenteiche anfan⸗ gend, ſollen die Heu- und Grummetgrasnutzungen in den forſtfiscaliſchen Teichen, und zwar: a) in dem oberen Forellenteich, p) in dem mittleren„ c) in dem unteren 75 d) in dem Piſtorteich, i unter den vor der Verſteigerung mitgetheilt werden⸗ den Bedingungen öffentlich an die Meiſtbietenden verſteigert werden. 8 Die Herren Bürgermeiſter der hierauf reflektiren⸗ den Gemeinden werden erſucht, dieſe Verſteigerung durch die Schelle in ihren reſp. Gemeinden zur allgemeinen Kenntniß bringen zu laſſen. Hochweiſel den 28. Juni 1841. Der großh. heſſ. Revierförſter Stillgebauer. Holzverſteigerung. (767) Dienſtag den 6. Juli l. J., Vormittags um 9 Uhr, wird in dem hieſigen Gemeindewald, Diſtrikt Bornberg, 1 Stecken buchen Scheitholz, 8„„ Prüuͤgelholz, 7„ eeichen Scheitholz, 57„„„ ö Puuͤgelholz, 194„ buchen Stockholz, Kreisbaumeiſter 19 . Zimmeratd Dachdecker Schreiner Schloſſera Glaſerarbe Meißbinde Spenglerat dclen Freitag 10 Uhr, au Wenigſtforde Indem 1 biß bringt, Doranſchläge dem Bürger ſſcht der Ste ſolche Handr die ihre Cau Gießen! Be Brennholz rialpald Forſtes (770) Nack 1½ Uhr, w. Niedermörlen Meiſtbietende 18tecken Sch Reiſer⸗ f. Dberros * 209. 246 Stück birken Reisholzwellen, 14 Stück z buchen und 207 Stück eichen Werkholz⸗Stämme, welche im Durchmeſſer 2 bis 5 Zoll haben meiſtbietend verſteigert. Die großh. Bürgermeiſter der nahe liegenden Orte werden erſucht, dieſes in ihren Gemeinden ge— fälligſt bekannt machen zu laſſen. Holzhauſen den 29. Juni 1841. 0.. 1 1 8 Kl, Der großh. heſſ. Bürgermeiſter en bekann⸗ Ried. de den. Um Schaafpferche-Verſteigerung. ju Nükn der(768) Montag den 5. Juli l. J., Vormittags richt daſelbſt duidt. Benſteigerung Aeviers Hoch⸗ r 181. N Vetminags iche auf dn igtasnutzungen war: ich, theilt werden. Meiſtdietenden auf reflektiren⸗ Verſteigerung demeinden zur Ed. . Nevierſorſir tbauet. „ Vormittags Sentinbewald, 11 Uhr, ſollen in hieſigem Rathhauſe 10 Schaaf⸗ oferche, wovon der erſte mit dem neunten Juli an⸗ ängt, öffentlich meiſtbietend verpachtet werden. Friedberg den 30. Juni 1841. Der großh. heſſ. Buͤrgermeiſter D. Fritz. Verſteigerung von Bauarbeiten. (769) Die zur Einrichtung zweier Schullehrer⸗ wohnungen zu Langgöns erforderlichen Arbeiten, beſte— hend in: Maurerarbeit, voranſchlagt zu 1063 fl. 29 kr. 573 5 Zimmerarbeit 8 Dachdeckerarbeit 542„ 20„ Schreinerarbeit s 5 Schloſſerarbeit 2 Glaſerarbeit 144„ 54„ Weißbinderarbeit 307% 35„ Spenglerarbeit 8 ſollen Freitag den 9. Juli d. J., Vormittags um 10 Uhr, auf dem Rathhaus zu Langgöns an die Wenigſtfordernden verſteigt werden. Indem man dies hiermit zur öffentlichen Kennt— niß bringt, bemerkt man zugleich, daß die Riſſe, Voranſchläge und Verſteigerungs-Bedingungen auf dem Bürgermeiſtereibüreau zu Langgöns zur Ein- ſicht der Steigliebhaber offen liegen, und daß nur ſolche Handwerker zur Verſteigerung zuläſſig ſind, die ihre Cautionsfähigkeit nachweiſen können. Gießen den 29. Juni 1841. Der großh. heſſ. Provinzialbaumeiſter Hofmann. Bekanntmachung, Brennholz-Verſteigerung in den Doma⸗ nialwaldungen des Reviers Oberrosbach Forſtes Friedberg, betreffend. (770) Nächſten Mittwoch den 7. d. M., Mittags 1½ Uhr, werden in dem Diſtrikte Frauenwald bei Niedermörlen der öffentlichen Verſteigerung an die Meiſtbietenden ausgeſetzt: 1 Stecken Scheid⸗, 15 Stecken Prügel, 6087 ½ Wellen Reiſer⸗ ſämmtlich geſchält eichen Holz. Oberrosbach den 1. Juli 1841. Der großh. heſſ. Revierförſter Bingmann. N Privat⸗Bekanntmachungen. Empfehlung. (760) Am 4. Juli, bei Gelegenheit des großen Wetterauer Sängerfeſtes, empfiehlt ſich der Unter⸗ zeichnete mit rein gehaltenen Weinen, ausgewählten Speiſen nach der Karte und Mittags wohl zuberei⸗ tetes Mittageſſen, bei günſtiger Witterung im Garten unter dem Zelt. Den gütigen Beſuch ſeiner werthen Freunde und Gäſte wird er durch prompte und reelle Bedienung ſo zu würdigen ſuchen, daß er deſſen Zutrauen und Gewogenheit erhält. Zu der Harmonie der Lieder, Die vereinigt viele Brüder Unſ'rer lieben Wetterau, Ladet zu dem ſchönen Feſte, Große Schaaren froher Gäſte, Zum Genuſſe herzlich ein Butzbach im Juni 1841. Karl Becker, vor dem Lahnthor. . Bainhards-Forſthaus. (771) Sonntag den 4. Juli iſt bei dem Unter⸗ zeichneten gut beſetzte Harmonie- und Tanzmuſik anzutreffen, wozu höflich einladet B ö tz. Kirſchenfeſt zu Ilbenſtadt. (772) Sonntag den 4. Juli iſt auf dem Chauſe⸗ Haus zu Ilbenſtadt gut beſetzte Harmonie- und Tanz⸗ muſik anzutreffen, wozu ich alle meine umliegende Freunde und Gönner höflichſt einlade. Für gute Getränke und Speiſen nebſt vortrefflich guten Kir⸗ ſchenkuchen habe ich beßtens geſorgt, indem ich einem zahlreichen Zuſpruch entgegen ſehe. Ilbenſtadt den 30. Juni 1841. Gottfried Mörſel. Nauheimer Teichhaus. (773) Sonntag den 4. Juli iſt auf dem Nau⸗ heimer Teichhaus gut beſetzte Harmonie- und Tanz— muſik anzutreffen, wozu höflichſt einladet Henkel. Ein tüchtiger Schaafhirt, (774) kann bei guter Aufführung zu Altenſtadt lebenslängliche Anſtellung finden. Derſelbe darf Familie beſitzen, muß ſich aber über ſein ſeitheriges Betragen durch Zeugniſſe ausweiſen können. Brack. Frucht- Verſteigerung. (775) Dienſtag den 6. Juli, Mittags 12 Uhr, ſollen in der freiherrlich von Rau'ſchen Wohnung in Beyenheim verſteigert werden: 20 Malter Waizen, 50 Korn, 1 Gerſte, 80 Hafer und 4„ Linzen. Beyenheim den 30. Juni 1841. J. Filius. % 210. Cirque Olympique. (776) Mit hoher Genehmigung wird die in Butz⸗ dach angekommene privilegirte Kunſtreitergeſellſchaft unter der Direction des Unterzeichneten Sonnabend den 3. und Sonntag den 4. Juli große Vorſtellun⸗ gen in der hohen und edlen Reitkunſt zu geben die Ehre haben. Die Geſellſchaft beſteht aus 18 gut dreſſirten Pferden und 22 Perſonen, die Alles auf⸗ bieten werden, den Beifall, den dieſelben bisher allenthalben genoſſen haben, auch hier zu erndten. Auch wird der erſte Clon, Jean Moligan aus London, welcher aus dem großen Circus der Herren Aßler und Dückro zum Erſtenmal hier in Deutſchland auf⸗ tritt, ſolche Stücke zeigen, die noch nie geſehen wor⸗ den ſind. 8 585 Schauplatz iſt in der Chevauxlegers⸗Reit⸗ ahn. Um gütigen Beſuch bittet Louis Götz, Kunſt⸗ und Schulbereiter aus Marburg. Ein Baͤckerlehrling (777) wird in den erſten Tagen in der Nähe von Friedberg mit oder ohne Lehrgeld in die Lehre geſucht. Wo? ſagt die Expedition dieſes Blattes. Junge Leute, (778) die ſich dem käufmänniſchen Fache widmen wollen, können plaſirt werden, durch C. Langgaeſſer, Waaren⸗Senſal in Mainz. Verſteigerung. (779) Montag den 5. Juli, Vormittags 10 Uhr, ſollen in der Behauſung des Herrn Gaſthalter L. C. Trapp dahier eine Anzahl Thüren, Fenſter, Läden, Ziegel ꝛc. an die Meiſtbietenden öffentlich verſtei⸗ gert werden. Auch werden viele zum Bauen brauchbare Gegen⸗ ſtände an jedem Tag aus freier Hand verkauft. In Auftrag: Wißmann. Der Liedertext zum Wetterauer Sängerfeſt, welches den 4. Juli 1841 zu Butzbach ſtattfindet, iſt à 6 kr. zu haben in Friedberg bei der Expedition dieſes Blattes, in Butzbach bei den Herren Buchbindern Berg und Weickhardt. Bei Carl Bindernagel in Friedberg iſt zu haben: Predigt auf Veranlaſſung des am 13. Juni 1841 an einem zweijaͤhrigen Kinde zu Nidda veruͤbten Mordes. Gehalten am zweiten Sonntage nach Trinitatis, den 20. Juni 1841, von Daniel Manchot, zweitem Pfarrer zu Nidda. Zum Beßten des Frau⸗ envereins und der Sonntagsſchule zu Nidda. 5 12 kr. Der Predigt geht eine Darſtellung der Veranlaſ⸗ ſung derſelben voraus. Fruchte⸗Preiſe hier in Friedberg: Waizen: 8 fl. 50 kr. Korn: 6 fl.— kr. Gerſte: 4ffl. 10 kr. Hafer: 3 fl. 20 kr. Erbſen:— fl.— kr. Früchte⸗Preiſe zu Frankfurt, am 25. Juni: Waizen: 9 fl. 30 kr. Korn: 5 fl. 30 kr. Gerſte:— fl.— kr. Hafer: 3 fl. 25 kr. Erbſen:— fl.— kr. Fruchte⸗Preiſe zu Mainz, am 25. Juni: Walzen: 10 fl. 10er, Korn: 5 fl. 56 kr. Gerſte: 4 fl. 31 kr. Hater: 3 fl. 43 er. Erbſen:— fl.— kr. Polizei⸗Taxe fuͤr die Staͤdte Friedberg und Butzbach vom 4. bis 11. Juli 1841. pfd Brod 57 rei ſe. Friedberg Butzbach kr. pf. kr. pf. 1 j Leib⸗Roggenbrod 242 2 2 77 1 413 4 85 44„ 7 93 9 2 5 Loth. Loth. — Milchbrod 114% 1 4¼ — Waſſerweck 1 1— —Gemiſchtes(Tafel⸗) Brod 18 116 Fleiſch-⸗Preiſe. 4 51 1 Ochſenfleiſch ab:* 75— 5— gez gemaͤſtetes—* „Küyfleiſch ungemäſtetes 1 6 3 . N gemäſtetes 5 8— 8 5 Rindfleisch Ungemäſtetes 6 6 2 „Kalbfleiſch g 6 9823 „ Schweinenfleiſch 9— 9 „Hammelfleiſch 8 8 „ Schaaflleiſch 71——— „Wurſt von blos Schweinen 12241— 2 „Gemiſchte Wurſt 10— 10— „Bratwurſt 144— 13 „Schwartenmagen 14— 144— „( Geräucherter Speck 18— 18— 17 Schinken 14— 144— „ Doörrfleiſch 14— 144— „ Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 19— 19— „dito unausgelaſſen, 18— 18— „ Nierenfett 19— 18— „ Hammelsfett 15— 1151— Der großh. heſſ. Kreisrath d. K. F. Küchler. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. — Die Sonne Süngerfeſte u det ganzen oe hüllte und ſe bergoß, ſo l. mehr unter ih ſchmückten W den wehenden! und als nun gekleideten Ab. mit Muſik auf grüßten, dal und zerriß de himmliſchem! ſchoͤnen Zug der Stadt ge ganzen Tag ſondern leuch zur Ruhe, al dann auftrug der Nacht he Es war Die Geſange vorgetragen v furt, Friedber Shoeten, Uſin 4 Herren Übernehmen Neltor Algei