P 1 8 1 1 rn 888 0 r IZntelligenzblatt für die im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. V 51. Sonnabend, den 19. Dezember 1840. 8 Intelligenzblatt für die Provinz Oberheſſen erſcheint auch im Jahr 1841, wie bisher, wöchentlich Einmal und zwar ſo, daß es den Freitag Mittag von den Kreisboten abgeholt, den Sonnabend Vormittag aber hier ausgegeben und durch die hieſige wohllöbl. Poſtbehörde expedirt wird.— Alle Inſerate, welche bis den Donnerſtag Nachmittag 3 Uhr bei mir ein⸗ gelaufen ſind, finden in derſelben Woche eine ſichere Aufnahme. Einrückungsgebühren betragen für die erſte Zeile 4 kr., für die zweite Zeile 3 kr., für die dritte und jede folgende 2 kr.— Der Abonnementspreis für 1 Jahr iſt, wenn das Intelligenzblatt von mir dörekt bezogen wird: 1 fl. 12 kr., für ½ Jahr: 40 kr., für ½ Jahr: 24 kr., welcher Be⸗ trag jedoch voraus bezahlt werden muß!— Diejenigen meiner verehrl. Abonnenten, welche geſonnen ſind, das Intelligenzblatt auch im Jahr 1841 zu balten, haben nicht nöthig, ſolches bei mir beſonders anzuzeigen; diejenigen hingegen, welche auszutreten beabſichtigen, oder neu hinzutreten wollen, erſuche ich, mich, oder die ihnen zunächſt liegende Poſtbehorde, gefälligſt davon zu benachrichtigen.— Gemeinnützige Aufſätze werden ſtets mit Dank für mein Blatt angenommen werden. Friedberg. Carl Bindernagel. Witterungs- Nachrichten. Seitdem ſich am 13. Dezember ein ſcharfer Nord— Oſtwind bei uns einſtellte, trat auch bedeutende Kälte ein; Montag den 14. ſtand vor Sonnen-Aufgang der Thermometer auf 11 Grad(Reaumür) unter Null, den 15. auf 12, den 16. auf 13½ und heute den 17. auf 14 Grad. Da indeß der Barometer bedeutend geſunken iſt und ſeit vorgeſtern der Wind ſich mehrmals nach Suͤden umgewendet hat, ſo hofft man hier auf eine baldige Aenderung der Witterung. Schnee haben wir gar nicht; nur Reif liegt da, wohin keine Sonnenſtrahlen dringen. Die Kirchen zu Friedberg. (Schluß.) 9) Auch das ehemalige Barfuͤßer⸗Kloſter muß früher eine Kirche gehabt haben. Das Kloſter ſelbſt mochte wohl uralt ſeyn, und geſchieht ſchon im Jahr 1304 des Gardians Reinhard und einer dem Kloſter von Kaiſer Albrecht gemachten Schenkung urkundlich Erwähnung. Im Jahr 1542 wurde es für 300 Gulden zur Schule erkauft. Von der Kirche, die daſſelbe hatte, findet ſich urkundlich nichts vor. An dem Daſeyn derſelben läßt ſich aber nicht zweifeln, denn 1) wurde an dem Orte, wo das Kloſter ſtand, d. h. da, wo die Wohngebäude des Hrn. Bender und Hrn. Rappolt ſich befinden, ein ſehr ſchöner Taufſtein gefunden, der gegenwaͤr⸗ tig in dem Hofe des Hrn. Sehrt vor dem mainzer Thore ſteht, und 2) iſt es erwieſen, daß im Jahr 1710 der Kirchhof um 300 Gulden an zwei hieſige Bürger verkauft wurde, und daß noch in der neue⸗ ſten Zeit ſich zuweilen Gebeine daſelbſt vorfinden. Endlich 3) kommen auch in dem Kaufbriefe von 1542 Ausdrücke, als„Meßleſen, Sepulturen nc.“ vor, welche mit Recht auf das Daſeyn einer Kirche ſchlie— ßen laſſen. b Man könnte durch eine Stelle in einem bekann⸗ Sten Werke,). welche unterm Jahr 1505 von einer ) Würdtwein Dioec. Mog. III., 43. 4 capella leprosorum ſpricht, leicht verſucht werden, noch eine andere Capelle und zwar außerhalb Fried⸗ berg außer den bereits genannten zu ſuchen. Es iſt aber darunter keine andere als die oben erwähnte Hospital- oder Heil. Geiſtkirche gemeint. Bedenkt man übrigens, daß die meiſten dieſer Kirchen mehrere Altäre hatten, an welchen die Geiſt— lichen oft zu gleicher Zeit fungiren mußten(an der Stadtkirche werden 17, an der Burgkirche ſogar deren 19 genannt), ſo läßt ſich auf bie große An— zahl der Geiſtlichen ſchließen. Nach einer von Dahl in der Geſchichte von Lorſch(S. 27) mitgetheilten Urkunde waren in der That 2 Plebane und 28 Altariſten allein an den Hauptkirchen der Stadt und Burg Friedberg und außerdem noch 8 an den be⸗ ſonderen Capellen angeſtellt. Rechnet man hierzu eine Anzahl von Mönchen in den beiden Kloͤſtern und bedenkt man, daß Friedberg zugleich der Sitz eines Land⸗Capitels war, welches die Hälfte der ganzen Wetterau umfaßte, ſo kann man annehmen, daß hier beſtändig eine große Anzahl von Welt— und Kloſtergeiſtlichen zu finden geweſen ſeyn mag. ——üä—j—öũ— Die zwei Nachbarſtaͤdte. Im alten Schwabenlande lagen nahe bei einan— der 2 Städte, die zwei verſchiedenen Herrn gehör— ten und darum eben nicht immer zu einander im beßten Vernehmen ſtanden. Daher kams denn auch, daß ſie ſich nie einander das Gute abſahen, ſondern daß jede das Gegentheil von dem that, was bei der andern geſchah. Beſonders waren ſie in Hinſicht auf Polizei das pure Widerpart, und da konnte man recht die Wahrheit des alten Sprüchwortes ſehen: Zu wenig und zu viel Verdirbt alles Spiel. In dem Einen Städtchen wurde nämlich die Polizei ſo ſtrenge gehandhabt, daß die Bürger nicht ſelten in die größte Verlegenheit geriethen; in dem andern dagegen war ſie ſo nachſichtig, daß man oft gar nicht erfuhr, ob eine Polizei da ſey oder nicht. In dem letzteren lag der Schmutz an manchen Orten einen halben Fuß hoch in den Straßen, und wenn der Fremde ſich darüber beklagte, daß er nicht durch⸗ zukommen vermöge, ſo hieß es:„Ei was, der Menſch muß ſeine Freiheit haben und den Koth hinſchütten können, wohin er eben will.“— Das ärgerte die Polizei in der andern Stadt und ſie befahl bei ſchwe— rer Strafe gegen die Uebertreter, daß die Leute alle Tage ohne Ausnehme die Straße zu kehren hätten. Mit vieler Mühe ging das, ſo lange die Leute we— nig zu thun hatten. Als aber die Ernde kam, da gerieth man in große Nöthen, denn da waren kaum 352. Hände genug da, um im Felde zu arbeiten und an ein Kehren der Straßen war nicht zu denken. Nun — — wurde Jeder geſtraft, der nicht gekehrt hatte, und das dauerte ſo lange, bis es an ben Stadtvorſtand 11 ſelbſt kam. Am allerübelſten aber gings in den Feiertagen. Denn auf der Einen Seite wollte man doch„den Feiertag heiligen,“ und das war chriſtlich, auf der andern aber die Verordnung gehandhabt wiſſen, und das war recht. Beides zuſammen zu thun war aber unrecht oder vielmehr unmöglich. In der Einen Stadt konnten die Leute toben und ſchreien Tag und Nacht hindurch, daß der Kranke nicht wußte, wohin er ſich wenden ſollte. In der andern verbot man dagegen das laute Spre⸗ chen, ſo daß man nicht einmal einem Meuſchen zu⸗ rufen durfte, wenn er in Noth gerieth. Ließ ſich Einer gar erſt beigehen, mit der Peitſche einmal zu klatſchen), ſo wurde er mit ſchwerer Strafe belegt. — Wenns lange nicht geregnet hatte, ſo war in dem erſten Städtchen ein Staub, daß man hätte erſticken mögen, ſogar manche Menſchen an der Bruſt litten, und das war nicht gut. In dem andern verordnete die Polizei, daß alle Tage dreimal auf den Glockenſchlag die Straßen übergoſſen werden ſollten. Wer nun einmal die Uhr nicht hörte und 5 Minuten ſpäter goß, der wurde geſtraft. Aus Furcht vor einer ſolchen Strafe begoſſen nun die Leute ihre Straßen, auch wenns geregnet hatte, und das war doch nicht nöthig. Wenn man in den Gaͤrten des Einen Städt— chens einmal einen Spaziergang machen wollte, ſö konnte man faſt nicht durchkommen vor lauter Dor— nen und Diſteln und anderm Geſträuch, weil kein Menſch daran dachte, ſeinen Zaun in Ordnung zu halten. War das recht?— In dem andern dage— gen war der Befehl gegeben, es ſolle Jedermaͤnnig— lich ſeinen Zaun ſo und ſo vielmal im Jahre be⸗ ſchneiden, und der Zaun ſolle ſo und ſo hoch, ſo und ſo dick und ſo und ſo lang ſeyn, und wer ſich um etliche Zoll geirrt hatte, der konnte auf eine tüch— tige Strafe rechnen, daß am Ende den Leuten alle Gärten verleidet wurden. In dem Einen Städtchen rannten und liefen die Leute wider einander, wie die Herrn Studenten, denn es war ausdrücklich ausgeſprochen, es bräuchte Keins dem Andern auszuweichen, weil das wider die Freiheit des Menſchen liefe. Da gabs denn oft gar unſanfte Rippenſtöße und der Ochs wurde faſt am Ende der Herr auf der Straße. 3 Als das in dem andern Städtchen bekannt wurde, da gabs einen Polizei-Befehl es ſolle Jeder bei Strafe von 2 Tha⸗ lern dem Andern zwei Schritte rechts ausweichen. Das ging ſo ziemlich, ſo lang man in der Mitte 2) Wir kennen noch jetzt eine Stadt in Schwaben, in wel⸗ cher das Klatſchen bei Tag mit 30 kr. und bei Nacht noch höher verpönt iiſt ben, und 1. nit ſiulang Die Geſchicht gtreſſe Friedt dem neuen Kirchgöns der nächſten zur Nachric gen. S—jç— Für die Waß Non einem Un Friedberg 2 Bekann (1243) S frau des F des erſten E von daher, machen, ſo Don Vormittags gründen, al! Veräußerun den wird. Bußban Fr! (L256) mittags 2 dem Fruchty der diesjah A hoͤrte und aft. Aus en nun die et hatte, und Anen Städt⸗ en wolle, ſd r lauter Dor⸗ ch, weil kein Ordnung zu andern dage⸗ 3 dermämig⸗ Jahre de⸗ doch, ſo und aer ſich um uf eine tuch en Leuten alle und liefen die u Studenten, , es bräuchte das wider gabs denn oft 58 wurde faſt Als das in da gabs einen ſe von 2 Tha⸗ 3 aus weich en. in der Mitte ewaben, in wel und bei Nat der Straße war. Wenn aber Jemand an den Häu⸗ ſern herging und begegnete ihm ein Anderes, ſo war das Ausweichen unmoͤglich. Das half indeſſen nichts; mit gewaltiger Strenge wurde der Befehl gehand— habt, daß Jeder dem Andern zwei Schritte rechts auszuweichen habe. Am Ende wagte kein Menſch mehr in der Nähe der Häuſer zu gehen. So könnten wir unſern Leſern noch Mancherlei mittheilen, wies dieſe Städte einander zum Tort thaten. Sie werden aber an dem, was wir ihnen hier geſagt, ſchon genug haben, um die Ueberzeugung zu gewinnen, daß das Zuwenigregieren und das Zuvielregieren wenigſtens in den Städten ſeine Nach— theile hat. Ob es mit Laͤndern auch ſo iſt, wagen wir nicht zu beſtimmeu, weil wir in unſerm Leben noch nicht Theil an einer Regierung genommen ha— ben, und nicht gerne von dem ſprechen, was wir nicht hinlänglich verſtehen. 5 Die Redaction an ihre Leſer. Geſchichtliche Nachrichten uber die beiden dem Kreiſe Friedberg ſeit dem 1. Juli einverleibten und dem neuen Landgerichte Butzbach zugetheilten Orte Kirchgöns und Pohlgöns werden wir in einem der nächſten Blätter unſeren Leſern mittheilen. Dies zur Nachricht auf einige an uns ergangene Anfra⸗ gen. D. Red. Fur die Waſſerbeſchädigten zu Lyon ſind eingegangen: Von einem Ungenannten von Weckesheim 1 fl. 45 kr. Friedberg am 18. Dez. 1840. C. Bindernagel. Bekanntmachungen von Behoͤrden. A Aufforderung. (1243) Sollte Jemand an den Nachlaß der Ehe⸗ frau des Friedrich Hill zu Pohlgöns, ſowie des erſten Ehemannes derſelben, Johannes Will von daher, aus irgend einem Grunde Anſprüche machen, ſo ſind dieſe ſogewiß im Termin Donnerſtag den 7. Januar 1841, Vormittags 8 Uhr, dahier anzumelden und zu be⸗ gründen, als ſonſt die nachgeſuchte Beſtätigung der Veräußerung dieſer Verlaſſenſchaften ertheilt wer⸗ den wird. Butzbach am 25. November 1840. Großherzoglich heſſiſches Landgericht Völcker. Fruchtverſtei gerung. (1256) Montag den 21. Dezember l. J., Nach⸗ mittags 2 Uhr, ſollen in hieſigem Rathhauſe von dem Fruchtvorrathe des vereinigten Armenfonds aus „ 353. der diesjährigen Ernte 60 Malter vorzüglich gutes Korn, zweimalterweis, öffentlich meiſtbietend ver⸗ ſteigert werden. a Friedberg den 9. Dezember 1840. In Auftrag der Armen-Commiſſion: Der Beigeordnete Bender. Edictal ladung. (1262) Da die Wittwe des hieſigen Burgers und Küfermeiſters Wilhelm Hinkel, Louiſe geb. Heck, als geſetzliche Bormünderin ihrer Kinder die Erb—⸗ ſchaft ihres Mannes mit der Rechtswohlthat des Geſetzes und des Inventars angetreten hat, ſo wer den alle Gläubiger des Wilhelm Hinkel, unter der Androhung der Nichtberückſichtigung beim Abſchluß des Inventars aufgefordert, im Termin den 7. Januar k. J., Vormittags 9 Uhr, ihre Forderungen mit Vorlegung etwaiger Beweis— urkunden entweder in Perſon oder durch zuläſſige Bevollmächtigte anzumelden. Im Falle einer ſich ergebenden Ueberſchuldung ſoll zugleich zur Abwendung eines Concurſes unter den Gläubigern die Güte verſucht werden, wozu die bekannten bei Meidung dem Beſchluſſe der Mehr⸗ beit für beitretend angeſehen zu werden, die unbe⸗ kannten aber unterm Rechtsnachtheil der Ausſchlie— ßung von der Maſſe vorgeladen werden. Windecken den 28. November 1840. Kurf. heſſ. Juſtizamt daſelbſt; Neuhof. Degen. Holz-Verſteigerung. (1279) Dienſtag den 22. d. M., Vormittags 9 Uhr, ſollen in dem Oberrosbacher Gemeindewald, Diſtrikt Schwarzhaid, Loosholzſchlag und Waſſerdall⸗ 1) 13¼ Stecken buchen Scheitholz, 9 5 nadel„ 3) 4½/%„ buchen Prügelholz, 4 377 5 nadel 5 57. buchen Stockholz, „ nadel 7 7) 475 Stuck buchen Wellen, 8) 385„ nadel N 9) 7 Stämme, 1 Stange Buchenholz, enthal⸗ tend 60 Eubikfuß. Nadelholz, enthal- tend 1049 Cub.⸗ F. an die Meiſtbietenden öffentlich verſteigert werden. Die Zuſammenkunft iſt zu Oberrosbach. Die Herrn Bürgermeiſter werden erſucht, dieſes⸗ in ihren Gemeinden bekannt machen zu laſſen. Oberrosbach den 16. Dezember 1840. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter⸗ Lämmer. Holz ⸗Verſteigerung. (1280) Montag den 21. d. M., des Vormittags präcis 11 Uhr, ſollen in dem Obermörler Gemeinde wald, Diſtrikte Roſenſchlag und Steinbucht, folgende Holzſortimente: 100 56 77 1 2 75 1) 25 Stecken nadel Scheid-⸗ und Pruͤgelholz, 2) 4012½ nadel Normalwelle und 3) 330 Stück nadel Stangen unter den vor der Verſteigerung eroͤffneten Beding⸗ ungen auf Ort und Stelle öffentlich und an die Meiſtbietenden verſteigert werden. Die Herrn Bürgermeiſter der Umgegend werden erſucht, Vorſtehendes in ihren Gemeinden gefälligſt bekannt machen zu laſſen. Obermörlen am 16. Dezember 1840. Der großh. heſſ. Buͤrgermeiſter Nicolai. Bekanntmachung. (1281) Dienſtag den 22. d. M., Vormittags 10 Uhr, ſoll an hieſiger Saline eine Quantität Blei dem Wenigſtnehmenden in Lieferung übergeben wer— den, welches den dazu Luſttragenden hierdurch be⸗ kannt gemacht wird. Nauheim den 16. Dezember 1840. Kurfuͤrſtliches Salzamt, Wille. Meinhard. Weiß. Dunker. ofraithe-Verſteigerung. (1282) ontag den 4. Januar 1841, früh 9 Uhr, ſoll auf dem Bürgermeiſterei⸗Büreau dahier auf Antrag der Ludwig Seyfrieds Erben daſelbſt deren Hofraithe, erbvertheilungshalber, an den Meiſt⸗ bietenden verſteigert werden. Dieſelbe iſt am Marktplatz, woran die hier durch⸗ gehende Hauptſtraße vorbeiführt, gelegen, und iſt dieſe Lage auch zu jedem Geſchäft ſehr geeignet. Sie beſteht in Zſtöckigem Wohnhaus, Hinterhaus, Scheuer, Stallung und Hofraum mit beſonderer Einfahrt. Liebhaber wollen ſich in dem beſtimmten Termin einfinden. Butzbach den 9. Dezember 1840. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter Zahn. f d Privat- Bekanntmachungen. Geſchaͤfts-Erdffnung. (1265) Der Unterzeichnete beehrt ſich einem hie⸗ ſigen und auswärtigen Publikum ergebenſt anzuzei⸗ gen, daß er heute auf hieſigem Platze ein Waaren⸗ Geſchäft eröffnet hat, beſtehend in: Glatten und damascirten Thybets, Mousseline de laine, breiten franzöſiſchen Kattunen, gedruckten Zeugen, ſchottiſchem Battiſt, Battiſt-Mouſſeline, Jaconet, glattem und geſticktem Moll, ſelbſtverfertig⸗ ten geſtickten Krägen, Tüll in Stücken und Garnir⸗ tüll, modernen Weſtenzeugen, Barchent und Bettzeu⸗ gen, ſeidenen Damen⸗ und Herrn⸗Tuͤchern, leinenen, wollenen und baumwollenen Taſchen⸗ und Halstuͤ⸗ chern, Mousseline de laine Schürzen, Band, Strick⸗ und Baumwolle und noch vielen andern in dieſes Fach einſchlagenden Artikeln. . 354 Eine geſchmackvolle Auswahl verbunden mit reeller Bedienung und billigen Preiſen laſſen mich auf einen zahlreichen Zuſpruch hoffen. Mein Laden iſt im Hauſe des Herrn Rabiners am Eingange der Judengaſſe an der Freiheit, Nr. 18. Friedberg den 6. Dezember 1840. d Amſchel Strauß. Zwei tüchtige Ackerknechte, (1283) welche des Fahrens kundig ſind, koͤnnen bei dem Unterzeichneten auf Petritag 1841 eintreten. Helmolt, Poſtmeiſter. J. C. Nagel auf der breiten Straße, 5 (1284) empfiehlt ſich mit einer geſchmackvollen Auswahl in Goldwaaren(Ohr- und Fingerringe, Pendeloquen, Broſch, Colliers oder Halskettchen, Vorſtecknadeln), ferner in ſeidenen und Stramin⸗ Damen- und Kindertaſchen, Hoſenträger ꝛc., Etuis und Portefeuille-Arbeiten, dabei ſich ſehr billige Stammbücher befinden, da ich dieſe von einer auf⸗ gelösten Fabrik beſtanden, wo ich ſo billig eingekauft, daß ich diefelben unter dem Fabrikpreis abgeben kann(à Stück 30 kr., 36, 48 bis zu 3 fl. 30 kr.) In Conditorei⸗Waaren iſt wieder eine Sendung bei mir angelangt. Von dem vorzüglichen Branden⸗ und Mandelconfekt trifft mit nächſtem Sonntag die letzte Seudung vor Weihnachten ein. Aechte Nuͤrn⸗ berger Honigkuchen habe ich noch einen kleinen Vor⸗ rath, den Pack von 6 Stück zu 24 kr., großere zu 30 kr. Zur Nachricht für die geehrten Beſteller der Oel⸗ Gas⸗Lampen: wartet vergriffen iſt, ſo beeilte ich mich, eine Sen⸗ dung noch vor Weihnachten zu erhalten, dieſe trifft beſtimmt mit nächſtem Montage bei mir ein. Geſtempelte Spielkarten, Piquet das Dutzend zu 1 fl. 4 kr., 1 fl. 8 kr., feinere 1 fl. 12 kr. bis 2 fl., Ehombre⸗ und Whiſt⸗Karten. Friedberg den 17. Dezember 1840. Erklärung. (1285) Vor einiger Zeit wurden mir 50 fl. ge⸗ ſtohlen. Dieſen Vorfall zeigte ich gehörigen Orts an, und es entſtand deßhalb eine gerichtliche Unter⸗ ſuchung.— Gegen keinen von meinen Gäſten, welche mich ſeit der Wiedereröffnung meiner Wirthſchaft mit ihrem Beſuche beehrt haben und noch beehren, hege ich den geringſten Verdacht. Um nun auch dem Herrn Adam Rauſch, Bäcker⸗ meiſter dahier, öffentlich zu beweiſen, daß ich ihn nicht im Verdacht habe, wie er das irrthümlich von mir glaubte, fühle ich mich bewogen, auch ihn vor dem Publikum rein von Verdacht in dieſer Sache zu erklären. Friedberg den 17. Dezember 1840. Anton Burck. Da eine Sorte dieſer Lampen uner⸗ (4270) nachtsfeierta Preiskegelſch 5 1 6 ba d Beach G (1289) 7 rad Schwan Schwanen“, der Nähe de haus, dem! lung für z einer großen einer bedeckt Hofraum, Wohnhaus genthuͤmer Do Nachmittags lich an den Die ſeh der Verſteis Jett an ſch ſehen werd nen ſich w. en Branden, Sonntag die lechte Nüru⸗ kleinen Por⸗ »Reßtte zu ler der Oel⸗ ampen uner⸗ „eine Sen⸗ „ Vdieſe trifft ein. Dutzend zu kr. dis 2 fl, . ir 50 fl. ge⸗ oͤrigen Orts liche Untet⸗ sten, welche rthſchaft mit echten, hege uſch, Bäcker daß ich ihn tbümlich von auch ihn vor dieſet Sache 174 N Erklärung. (1286) Ein im Publikum umlaufendes Gerücht, als übe ich die Heilkunſt unbefugterweiſe aus, ver— anlaßt mich hiermit öffentlich zu erklären, daß ich von Großherzoglich Heſſiſchem Höchſtpreißlichem Mi— niſterium des Innern und der Juſtiz die Erlaubniß zur Ausübung der geſammten Heilkunde habe. Friedberg. Schimpff, vormaliger Stabsarzt. Empfehlung. (1287) Einem verehrten Publikum mache ich hier⸗ mit die ergebenſte Anzeige, daß ich mich als Buch— binder dahier etablirt habe, und empfehle mich in allen in dieſes Geſchäft einſchlagenden Arbeiten. In— dem ich für gute und reelle Bedienung ſtets beſorgt ſeyn werde, bemerke ich noch, daß auch Schreibma— terialien bei mir zu haben ſind. Meine Wohnung iſt in dem Hauſe des Herrn Schneidermeiſters J. Heil, nächſt dem dahieſigen großh. Landgerichte. Friedberg den 16. Dezember 1840. Carl Chr. Weis aus Oſſenheim. 7— Holzverſteigerung. 5 (1288) Künftigen Dienſtag den 22. d. M., Vor⸗ mittags 10 Uhr anfangend, wird im hieſigen Unter— wald eine Parthie eichen Bau- und Brennholz, meiſt— bietend verkauft. Bainhards Forſthaus den 15. Dez. 1840. Bötz. Einladung. (1270) Bei Unterzeichuetem findet am 2. Weih⸗ nachtsfeiertage, Samſtag den 26. Dec. d. I., ein Preiskegelſchieben ſtatt, wozu er ergebenſt einladet. Butzbach den 8. Dezember 1840. Gottfried Zell. Beachtungswerthe Anzeige. Gaſthaus-Verſteigerung. (1289) Das den Söhnen des verſtorbenen Con— rad Schwan jun. dahier zuſtehende Gaſthaus„zum Schwanen“, in der freguenten Wallthorſtraße, in der Nähe der Poſt gelegen, beſtehend in dem Gaſt— haus, dem neuen Anbau mit Waſchhaus und Stal— lung für zwanzig Pferde und für Schweine, einer großen Scheuer mit Stallung für 24 Pferde, einer bedeckten Kegelbahn, Holzremiſe und großem Hofraum, ſodann das unmittelbar daran ſtoßende Wohnhaus mit Anbau, ſollen auf Anſtehen der Ei— genthuͤmer Donnerſtag den 28. Januar 1841, Nachmittags 2 Uhr, auf hieſigem Rathhaus öffent— lich an den Meiſtbietenden verſteigert werden. Die ſehr annehmbaren Bedingungen werden vor der Verſteigerung eröffnet, können aber auch von jetzt an ſchon bei großh. Stadtgerichte dahier einge— ſehen werden. Die genannten Gebäulichkeiten eig— nen ſich wegen ihrer günſtigen Lage und ihrer Ge— W 355 räumigkeit ſomohl zur Gaſtwirthſchaft und der vor 5 theilhaft mit ihr zu verbindenden Landwirthſchaft und deren Nebengewerben(Brennerei u. a.) als faſt zu jedem andern Geſchäft. Zu dieſem Beſitzthume gehören auch Grundſtücke, die im Augenblick noch verpachtet ſind, ſpäter aber dazu gegeben werden können. Gießen im Dezember 1840. Der Eigenthuümer: Carl Schwan. Ein tüchtiger Bäckerburſche (1290) kann zu Weihnachten bei einem hieſigen Meiſter Arbeit bekommen. Ausgeber dieſes ſagt wo. Aechten reinen Reinette-Aepfelwein, (1291) die Maaß zu 12 kr., verzapft Anton Eich in Friedberg. Lappertan und Stockfiſch (1292) das Pfund zu eilf kr., gewaͤſſerter zu 10 kr., Schellfiſche, neue hollaͤndiſche Haͤringe, Sardellen und Buͤckinge ſind zu haben bei D G. J., Feri, in der Uſergaſſe. terer iſſche Ar; 8 Weißhnachtsſchrifkchen. (1293) Vor wenigen Monaten erſchien in meinem Verlage und iſt bei Carl Bindernagel in Friedberg vorräthig: Curtmann, Wilhelm, Geſchicht— chen fuͤr kleine Kinder, welche noch nicht leſen, zu erzählen von Müttern, Geſchwiſtern und Lehrern. S8. In Umſchlag geheftet. Preis 18 kr. Dieſes Schriftchen, welches ſogleich nach Erſcheinen in vielen Gegenden Deutſchlands die beifälligſte Aufnahme gefunden, erlaube ich mir bei herannahendem Weihnachtsfeſte als paſſendes Geſchenk für kleine Kinder zu empfehlen. Daſſelbe iſt in allen Buchhandlungen zu erhalten. Offenbach im Dezember 1840. Ernſt Heinemann. Für Männergeſang- Vereine. (1294) Es erſcheint im Verlage von Conrad Glaſer in Schleuſingen und ſind die 2 erſten Hefte bei Carl Binder— nagel in Friedberg vorräthig: Der deutſche Maͤnnerchor. Leicht ausführbare Original-Compoſitionen 1 A. Zoͤllner. Preisbedingungen: 1) Vom September an erſcheint jeden Monat ein Heft von 5—6 Liedern oder ſtatt deren eine größere Piece, die dieſelbe Seitenzahl ausfüllt. 2) Sechs Hefte bilden einen Band. 3) Man ſubſcribirt auf ſechs Hefte Einer Stimme, die nicht getrennt werden 4) Sechs Hefte koſten nur 27 kr. 5) Sammler erhalten auf 10 Exemplare eins frei. Die billigſten Schulkarten(v. F. Handtke) (1295) à Stück 4 kr. Durch alle Buchhandlungen-Deutſchlands(in Friedberg bei Carl Bindernagel) ſind zu dieſem billigen Preiſe zu haben: 1) Planigloben. 2) Europa. 3) Aſien. 4) Afrika. 5) Nord⸗ amerika. 6) Südamerika. 7) Auſtralien. 8) Deutſchland. 9) Paläſting. 10) Großherzogthum Heſſen Bei Carl Bindernagel in Friedberg ſind zu haben: Großer Wandkalender mit Verzeichniß der in Fried— berg ankommenden und abgehenden Poſten. 4 kr. Kleiner Wandkalender 2 kr. Zweifarbig gedruckter Tempelkalender 4 kr. Brieftaſchenkalender 3 kr. Duller, E., die Geſchichte des deutſchen Volkes. Mit hundert Holzſchnitten. Geb. ö fl. 36 kr. Gallerie zu Göthe's ſämmtlichen Werken nach Zeich— nungen von W. Kaulbach und ſeinen Schülern, in Stahl geſtochen von Steifenſand, Weber u. ſ. w. Erſte Lieferung. 40 kr. (Die ganze Gallerie erſcheint in 8 Lieferungen.) Shakspeares ſämmtliche dramatiſche Werke in 12 Bänden. In Halbfranzband. 8 fl. 36 kr. Hebel's ſämmtliche Werke. Acht Bände in Halb⸗ franzband. 8 fl. 24 kr. Rheiniſches Taſchenbuch pro 1841. 4 fl. 30 kr. Cornelia. Taſchenbuch fuͤr deutſche Frauen pro 1841. 4 fl. Pianofortſchule von Gerlach. 1 fl. 48 kr. Pianofortſchule von Muller. f e Schelmenlieder und andere aus der Liederſamm— lung eines luſtigen Malers. 24 kr. Contes dédiés a Padolescence; par Pauteur des oeufs de paques. r. et r. tome. à 36 kr. Nouveaux petits contes pour les enfans; par Pauteur des oeufs de paques. 21 kr. Le bon Fridolin et le méchant Thierry, par Tauteur des oeufs de paques. fr et r tome. i 54 kr. Petit théätre de Tenfance, par Pauteur des oenfs de pàques. 36 kr. La veille de noel. Conte pour les enſans par Pauteur des oeufs de paques.“ 21 kr. Josaphat, ou le prince Indien. Histoire d premiers temps du christianisme, rajeunie par P'auteur des oeufs de paques. 32 kr. Histoire de Rose de Tannenbourg, par Pauteur des oeufs de paques. 36 kr. Sept nouveaux contes, par Pauteur des oeufs de paques. 21 kr. —— Fruͤchte-Preiſe hier in Friedberg: Waizen: 7 fl. 20 kr. Korn: 5 fl. 30 kr. Gerſte: 4 fl.— fr. Hafer: 2 fl. 50 er. Erbſen:— fl.— kr. Fruͤchte⸗Preiſe zu Frankfurt, am 14. Dezember: Waizen: 7 fl.— kr. Korn:— fl.— kr. Gerſte: 4 fl. 20 kr. Hafer: 3 fl. 15 r. Erbſen:— fl.— kr. Fruͤchte⸗Preiſe zu Mainz, am 11. Dezember: Waizen: 7 fl. 44 kr. Korn: 6 fl. 20 kr. Gerſte: 4 fl. 37 kr. Hater: 3 fl. 41 r. Erbſen:— fl.— kr. Polizei-Taxe fuͤr die Staͤdte Friedberg und Butzbach 20. bis 27. Dezember 1840. ; iedberg Butzbach. fo Brod ⸗Preiſe. rie 0 9 0 1 kr. pf. kr. pf. 1 Leib-Roggenbrod 21 21 2 77„* 4 2 0 4 2 4 17 1 9 91— Loth. 1 575 Milchbrod 115% 5 — Waſſerweck 115.% 12 Gemiſchtes(Tafel⸗) Brod 1 7 11 7 Fleiſch-Preiſe. . pf. pf. 1 Ochſenfleiſch 1 5 18 1 8 1 7 ge; gemaͤſtetes 1— Kühfleiſch ungemäſtetes— 127 „Rindfleiſch 74.1 5 „ Schweinenfleiſch 9 1 911 „ Hammellleiſch 7 5 „Schaaflfleiſch 5 1—— „Murſt von blos Schweinen 12— 12— „Gemiſchte Wurſt 10— 10— „Bratwurſt 14— 144 „ Schwartenmagen 5 14— 144— „I Geräucherter Speck 20— 2— „Schinken 14— 144— „ Dörrfleiſch 0 15— 151— „ Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 191— 194— „ dito unausgelaſſen 18— 18— „ Nierenfett 184— 184— „ Hammelsfett 15— 115— Der großh. heſſ. Kreisrath d. K. F; a Küchler. Vegen den Weihnachtsfeiertagen wird das Intelligenzblatt ſchon Donnerſtag den 24. Dezember gedruckt, und koͤnnen deßhalb nur diejenigen Inſerate eine ſichere Aufnahme finden, welche laͤngſtens Mittwoch den 23. Dez., Nachmittags 3 Uhr, bei mir ein⸗ gegangen ſind. Carl Bindernagel. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. — der von gr A. Armen, tiger unent, B. Bränden Bauweſen, da Bevolkerungsl Bürgermeiſter Ueberſichten C. Cnutöone tiv Taugli, J. Feldtrur Feuerviſſtatio Jorſtſtrafen, Feldgeſchworn Felddienſtzeic Zach und Feuerpolizei, Gemein! ben und d ſchreitungen Gemeinde⸗Res