—— Intelligenzblatt ſür die S Mberhessen — im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. 13. Sonnabend, den 2. Mai 1340 O ſtern. Der geneigte Leſer, welcher in den ſchönen Oſter⸗ tagen ſeinen Gottesdienſt beſuchte und der geiſtli⸗ chen Rede ein aufmerkſames Ohr ſchenkte, iſt mit der Bedeutung dieſes hehren Feſtes genugſam bekannt gemacht worden, daß ſeine Wißbegierde wohl befrie⸗ digt iſt. Der denkende Menſch begnügt ſich mit der Wahrnehmung von wichtigen Erſcheinungen nicht; er forſcht nach Sinn und Urſache, und die werden ihm hier um ſo weniger vorenthalten werden, als es das heiligſte Intereſſe des Menſchen, den Glau⸗ ben, betrifft. Darum konnen wir hier als bekannt vorausſetzen, daß der Jude in dem Paſchafeſte das Feſt der Befreiung ſeines Volkes von Schmach und Erniedrigung, der Erhebung deſſelben zu einem neuen, kräftigen Volke unter einem Meſſias, wie die alten Propheten ihn verkündet, mit Einem Worte, das Feſt der Auferſtehung des Volkes Gottes feiert. Hieran knüpft ſich, aber mit erhöhterer Bedeutung, das Oſterfeſt der Chriſten. Sie feiern in demſel⸗ ben zuerſt das Andenken an Den, der mit der un⸗ endlichſten Liebe für das Menſchengeſchlecht ſich hin⸗ gab, um durch ſein Beiſpiel zu zeigen, daß die ſich aufopfernde Liebe das Erhabenſte iſt, deſſen der Menſch ſähig werden kann; ſie erkennen ferner in demſelben das Feſt der Fortdauer des menſchlichen Geiſtes, des Geiſtigen uberhaupt, im Gegenſatze zur Vergänglichkeit und Hinfaͤlligkeit alles deſſen, was zur Sinnenwelt gerechnet wird; ſie erkennen endlich in demſelben das Feſt der Erweckung des Menſchen aus ſeinem irdiſchen Thun und Treiben, des Ein— tretens in ein neues Leben, das der Liebe, des Glau- bens und der Hoffnung, in welchem weder Tod noch Verweſung iſt, oder ſeyn kann. 5 Daraus geht hervor, was unſern Leſern wohl bekannt iſt, daß dem Juden wie dem Chriſten das Oſterfeſt das bedeutungsvollſte, das höchſte religiöſe Feſt im ganzen Jahre iſt; und iſt er nur wahrhaft Jude und wahrhaft Chriſt, ſo weiß er auch, daß es das höchſte ſeyn muß. Aber nicht jeder unſerer Leſer möchte auch wiſſen, daß von uralten Zeiten her ſich an daſſelbe noch ein Feſt knüpft, das fuͤr den Deutſchen von hoher Be— deutung iſt. Eben darum glauben wir unſern Leſern hierüber einiges mittheilen zu muͤſſen. Schon lange vor Oſtern, wenn die erſten Fruͤh⸗ lingsſtrahlen die Kinderwelt ins Freie locken, iſt dieſe geſchäftig und thätig, ſucht Moos, ſucht„Ha⸗ ſenbrod“, erbaut ſich von kleinen Stäben ein run⸗ des Neſt, füttert es mit dieſem Moos aus, und legt ſein Haſenbrod darauf. Das ſind ſelige Stunden für die Kinder, und wer nicht mehr Kind iſt, aber ſeinen kindlichen Sinn bewahrt hat, dem iſt's eine liebliche Erinnerung aus einer Zeit, die nicht mehr iſt. Aber wozu bereiten die Kinder das Alles?— Weil hier am erſten Oſtermorgen der„Haas“ ſeine bunten Eier hineinlegt. Der Vater war fruͤh Mor⸗ gens im Garten, jagte ihn herum und klopfte ihm wacker auf den Schwanz, damit er recht viele fallen ließ, und nun wird in den Neſtern geſucht und ſiehe da, in jedem liegen die Haſeneier.— An man⸗ chen Orten knüpft ſich hieran ein neues Feſt; man verſammelt ſich mit ſeinem Eier-Vorrathe, und nun gehts ans„Köppen;“ das ſchadhaft gewordene Ei wird dem Sieger zu Theil, und nachdem deſſen ſtärkeres lange Zeit andere zerknickt hat, wird es endlich die Beute eines noch kräftigeren. Das gibt Veranlaſſung zu ſchallendem Gelächter.— Wieder an andern Orten, beſonders des nördlicheren Deutſch— landes, wird am Abend des erſten Oſtertages auf benachbarten Höhen ein gewaltiges Feuer angezün— det, um daſſelbe herum getanzt, geſungen und ge— jauchzt.— Nach der unter dem Volke weit ver— breiteten Meinung thut die Sonne am erſten Oſter— ** 128* morgen bei ihrem Aufgange drei Sprünge, und wenn man an dieſem Morgen vor Sonnenaufgang unberufen fließendes Waſſer ſchöpft, ſo iſt das, nach dem Glauben der Harzbewohner, für Alles gut.— Woher ſtammen dieſe Gebräuche und Meinungen? Was bedeuten ſie?— Woher kommt das Wort Oſtern? Wir wünſchten, unſern wißbegierigen Leſern auf alle dieſe Frugen eine genügende Antwort zu geben. Leider hat aber die Zeit hier ſo vieles verwiſcht, daß eine ſolche ſehr ſchwierig, wo nicht unmöglich iſt. Folgendes iſt indeſſen keinem Zweifel unter⸗ worfen. Unter den Göttinnen der alten heidniſchen Deutſchen befand ſich auch Eine, welche von ihnen Oſtara, von den Angelſachſen Eaſter oder Eoſtra genannt wurde; ſie war wohl, wie aus den weni⸗ gen Nachrichten, welche wir hierüber haben, hervor⸗ geht, die Göttin des beginnenden Frühlings, des von Oſten mit den Strahlen der Sonne wieder⸗ kommenden neuen Lebens, das die Thier⸗ und Pflan⸗ zenwelt beſeligend durchdringt, welcher um dieſe Zeit freudige Opfer von Jung und Alt gebracht wurden. Als das Chriſtenthum ſich in Deutſchland verbrei⸗ tete, brauchte das Volk auf dieſes ſchöne Feſt nicht wie auf andere Verzicht zu leiſten; es verband das⸗ ſelbe mit dem bedeutungsvollen Paſcha der Chriſten — und war es denn nicht wie dieſes ein Feſt des neuen Lebens? Freilich war es nur das des neuen Lebens in der Natur, jenes aber das des innern Menſchen; aber es konnte doch bleiben und blieb auch— und als der große Kaiſer Karl, der vor mehr als tauſend Jahren das deutſche Volk be⸗ herrſchte, den Winden und Monaten neue Namen gab, belegte er den Monat, in welchem gewöhnlich das Auferſtehungsfeſt fällt, der zugleich den neuen Frühling bringt, den April, mit dem vielſagenden Namen Oſtermonat(Ostarmanoth), den er noch jetzt trägt. Aber auch außer ihm erinnern an dieſe Göttinn Oſtara noch viele deutſche Namen von Orten, ſowie mehrere Eigennamen in der Geſchichte. Bekanntmachungen von Behoͤrden. Arbeits ⸗Verſteigerung. (364) Montag den 4. Mai, Vormittags 10 Uhr, ſollen die zur Anlegung eines Waſſerbehälters zu Oberrosbach erforderlichen Arbeiten und Mate⸗ riallieferungen auf dem dortigen Rathhauſe an die Wenigſtfordernden in Accord gegeben werden. Hiervon beträgt nach dem Voranſchlag: 1) Maurerarbeitslohn 204 fl. 55 kr. 2) Steinhauerarbeit 85„—„ ferner das Brechen, Anfahren und Setzen von 9 Cub. Klftr. Mauerſteinen und 2½ Cub. Klftr. Pfla⸗ ſterſteinen aus dem Oberrosbacher Gemeindebruche, Anliefern von 65 Bütten Großkarber Waſſerkalk, und 2½ Cub. Klftr. Sand. Voranſchläge und Bedingungen liegen bis zum Termin auf dem Bureau des Unterzeichneten zur Einſicht offen. Friedberg den 15. April 1840. Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter Rhumbler. Bekanntmachung. (372) Dienſtag den 5. Mai, Vormittags 10 Uhr, ſollen in dem Local des Herrn Gaſtwirths Hierony⸗ muß dahier, die Reparaturarbeiten an den Kame⸗ ral⸗, Grundlaſten und Forſtgebäuden zu Friedberg, Butzbach, Ockſtadt, Ober- und Niedermörlen, Grie⸗ del, Rockenberg, Oppershofen, Kaichen, Büdesheim, Heldenbergen, Burggräfenrod, Vilbel, Rodheim, Oberrosbach, Winterſtein und Oberau, als: Mau⸗ rer⸗, Steinhauer⸗, Zimmer⸗, Schreiner⸗, Schloſſer, Glaſer⸗, Weißbinder⸗ und Pflaſterarbeit an die We⸗ nigſtfordernden in Accord gegeben werden. Es wird dieſes mit dem Anfügen zur Kenntniß gebracht, daß nur ſolche Bauhandwerker zum Gebot zugelaſſen werden, welche die nach der Verordnung vom 31. Jauuar 1828 vorgeſchriebene Pruͤfung be⸗ ſtanden, oder bereits vor Erlaß derſelben Meiſter geworden waren. Friedberg den 15. April 1840. Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter Rhumbler. Bekanntmachung. (381) Dienſtag den 11. Mai l. J., Vormittags 10 Uhr, ſoll in hieſigem Rathhaus die zur Ver⸗ laſſenſchaft der dahier verſtorbenen G. Schat's Ehe⸗ leute gehörende Hofraithe, in der Vorſtadt zum Gar⸗ ten Pag. und Nro. J. Eine Hofraithe, beſtehend in Wohnhaus, Anbau und Scheuer an Martin und Heinrich Heß gelegen, ſodann Pag. und Nro. J, 11¾ Ruthen Garten zwi⸗ ſchen dem hintern Hirſchgraben. Auf der Hofraithe ruhet eine Leesholzberechtigung aus dem Burgwald, abgeſchätzt zu 150 fl. Friedberg den 23. April 1840. In Auftrag großh. heſſ. Landgerichts: Der Beigeordnete Bender. Mobilien-Verſteigerung. (382) Dienſtag den 5. Mai l. J., Vormittags 9 Uhr anfangend, ſoll der Mobiliennachlaß der hier verſtorbenen G. Schat's Eheleute, in der Hofraithe in der Vorſtadt zum Garten, beſtehend in Bettung, Weißzeug, Zinn, Kupfer, Meſſing, Eiſen, Holzwerk, u. ſ. w, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Friedberg den 23. April 1840. In Auftrag großh. heſſ. Landgerichts: Der Beigeordnete Bender. Gras-Verſteigerung. (383) Montag den 4. Mai, Vormittags um 10 Uhr, ſolllin hieſigem Rathhauſef die Begraſung ſämmt⸗ licher ſtäͤdtiſchen Allmeyen öffentlich an den Meiſt⸗ bietenden auf 1 Jahr verpachtet werden als: Die Begraſung des Stadthofs, des Judenbegräb Verfallz und au 7266, 7340, 7 7382, 7 755 1,7 7098, 7 7720, 7789, 7800, 7946, 9030, 9110 gl, deal, 8261, S255, 83160, 8344, 8360, 8400, 8128, 8443, 8473, 8192, Fri aumeiſter ormittags zur Ver⸗ as Ete⸗ zum Gar⸗ beſtehend ruin und ten zwi⸗ echtigung dgerichts: der. ormittags der hier Hofraithe Vettung, Holzwerl, erben gerichts: et. s um 10 ig ſammt⸗ en Meiſt⸗ ls: enbegräb 0 . 129 niſſes, der Raine an der Chauſſee, des Rentgrabens, des Stadtſchreibereigrabens in 7 Stück, des Mühl⸗ grabens, 7 Stück im Seergraben, des großen und kleinen Wildkautsgrabens, des Weges am Holz— pförtchen, des Ringgrabens, des Altwegs, des gro— ßen und kleinen Schützenraines, der Langgaſſe und der Barbaragaſſe, ein Stück am Wege zur Hocken⸗ mühle, 37 Ruthen der alteu und neuen Bleiche an der Uſa, ein Stück zwiſchen der Uſa und der Chauſſee ſaͤmmtlicher Wege in der Gemarkung Friedberg und Burg ⸗Friedberg, des Bleichbergs und des alten Weihers ꝛc. Friedberg den 22. April 1840. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz. Hofraithe-Verſteigerung. (384) Auf freiwilligen Antrag der Gebruͤder Phi— lipp und Friedrich Wißmath von Rödelheim, ſoll Donnerſtag den 7. Mai l. J., Vormittags 10 Uhr, in hieſigem Rathhauſe die denſelben gehörende, in der Uſergaſſe ſtehende Hofraithe öffentlich meiſtbie— tend verſteigert werden, mit dem Bemerken, daß bei einem annehmbaren Gebote der Zuſchlag ſogleich er— theilt wird. Friedberg den 23. April 1840. Der Beigeordnete Bender. Verſteigerung der bei dem hieſigen Pfand⸗ hauſe nicht ausgelöſ'ten und nicht reno⸗ virten Pfänder. (387) Dienſtag den 12. Mai l. J., Vormittags neun Uhr, ſollen in hieſigem Rathhauſe die bei der Verfallzeit im hieſigen Pfandhauſe nicht ausgelöſ'ten und auch nicht renovirten Pfänder, als Nro: 7254, 7256, 7257, 7262, 7313, 7324, 7326, 7330, 7342, 7346, 7352, 7355, 7375, 7377, 7378, 7379, 7381, 7382, 7392, 7446, 7452, 7481, 7493, 7522, 7529, 7551, 7582, 7600, 7603, 7643, 7644, 7662, 7669, 7698, 7700, 7701, 7703, 7708, 7709, 7716, 7721, 7725, 7727, 7731, 7738, 7755, 7758, 7759, 7761, 7789, 7808, 7824, 7832, 7835, 7841, 7842, 7859, 7865, 7870, 7877, 7886, 7904, 7923, 7932, 7933, 7946, 7947, 7952, 7953, 7970, 8017, 8023, 8025, 8034, 8044, 8076, 8082, 8089, 8095 8097, 8114, 8119, 8128, 8129, 8130, 8132, 8157, 8159, 8178, 8181, 8201, 8202, 8210, 8214, 8222, 8227, 8230, 8241, 8244, 8246, 8247, 8248, 8250, 8258, 8260, 8261, 8263, 8264, 8272, 8274, 8278, 8283, 8287, 8293, 8296, 8305, 8308, 8310, 8312, 8313, 8314, 8315, 8317, 8320, 8321, 8322, 8329, 8335, 8340, 8344, 8353, 8354, 8355, 8357, 8360, 8364, 8366, 8368, 8378, 8385, 8390, 8392, 8393, 8397, 8399, 8400, 8401, 8402, 8405, 8406, 8408, 8415, 8416, 8423, 8424, 8425, 8427, 8428, 8431, 8432, 8438, 8443, 8444, 8445, 8450, 8451, 8455, 8459, 8468, 8473, 8476, 8478, 8479, 8480, 8488, 8489, 8490, 8492, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Friedberg den 23. April 1840. Der großh. heſſ. Buͤrgermeiſter D. Fritz. Hausverſteigerung zu Engelthal. ö (411) Montag den 18. Mai d. J. ſoll dahier ein 2ſtöckiges Wohnhaus von Holz, 77 Fuß lang und 21 Fuß breit, aus welchem zwei vollſtändige Wohnhäuſer gemacht werden können, auf den Ab— bruch oͤffentlich meiſtbietend verkauft werden. Kaufliebhaber können jeden Tag das Haus da— hier einſehen. Die ſehr vortheilhaften Bedingungen werden bei der Verſteigerung bekannt gemacht. Engelthal den 29. April 1840. i Die gräfl. Solms⸗Laubachiſche Rentei daſ. Gruppe. Hofraithe⸗ Verkauf. (415) Die Erben des verlebten Johannes Stachel⸗ roth zu Bönſtadt beabſichtigen theilungshalber Mon— tag, als den 4. Mai, Vormittags 8 Uhr, meiſtbie— tend ihre Hofraithe zur Verſteigerung zu bringen. Bönſtadt den 29. April 1840. In Auftrag: Der großh. heſſ. Bürgermeiſter Geibel. Arbeits-Verſteigerung. (416) Donnerſtag den 7. Mai, Vormittags 11 Uhr, ſoll ein Stück Mauer an dem Gemeinde-Fried⸗ hof zu Fauerbach I. von 54 Fuß Länge, 6 Fuß Höhe und 2½ Fuß Breite neu aufzuführen öffent⸗ lich an Ort und Stelle an den Wenigſtfordernden verſteigert werden. Fauerbach I. am 28. April 1840. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter Werner. Schaafpferch-Verſteigerung.* (417) Donnerſtag den 7. Mai, Morgens 11 Uhr, ſollen in hieſigem Rathhaus 10 Schaafpferche offent⸗ lich meiſtbietend verpachtet werden. Friedberg den 30. April 1840. Der Beigeordnete Bender. Holzverſteigerung. (418) Donnerſtag den 7. Mai, Morgens 8 Uhr, werden in verſchiedenen Diſtrikten des freiherrlich von Franckenſtein'ſchen Waldes dahier und in dem Straßheimer Walde nachſtehende Holzſorten verſtei⸗ gert: 19 5625 Wellen eichen und birken Reiſer, D 19 Stecken 75„„ Stockholz D 7 Scheitholz, A„ Werk-Scheitholz, 5„„ Prügelholz, 6) 4½„„ Stockholz l kiefern Scheitholz, 80 7 1 4. 9) 850 kiefern Wellen. In dem Straßheimer Walde wird der Aufang gemacht. Ockſt adt den 30. April 1840. Ber ö mſer. Bekanntmachung. (419) Montag den 4. Mai, Morgens 9 Uhr, ſollen in dem Gemeindewald Langenhain, Revier Prügel holz und Hochweiſel, die eichen Lohrinden meiſtbietend ver⸗ ſteigert werden. Ferner ſollen 0 Nachmittags 1 Uhr, mehrere Reparaturarbeiten an der Kirchhofsmauer, am Pfarrgarten und an den Gemeindeweeden an den Wenigſtnehmenden ver⸗ ſteigert werden. i Die großh. Buͤrgermeiſter der Umgegend werden erſucht, Vorſtehendes in ihren Gemeinden bekannt machen zu laſſen. Langenhain den 27. April 1840. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter Huth. Bekanntmachung. (420) Dienſtag den 5. Mai d. J., Nachmittags 3 Uhr, wird die diesjährige Grasbenutzung in dem vorderen und hinteren Hirſchgraben, auf dem Wall, in dem Orangeriegarten, ſo wie an dem vorderen und hinteren Burgberg an Ort und Stelle öffentlich verſteigert, und in dem vorderen Hirſchgraben der Anfang gemacht. Friedberg den 28. April 1840. Der großh. heſſ. Rentamtmann Bu 5. Fruchtverſteigerung. (421) Dienſtag den 5. Mai, Nachmittags 2 Uhr, werden von dem Freiherrlich von Franckenſtein'ſchen Speicher dahier 50 Malter Waizen, 100 Malter Korn, 100 Malter Gerſte und 100 Malter Hafer öffentlich verſteigert. Die Verſteigerung findet in dem Hauſe des Gaſtwirths Thaler ſtatt. Ockſtadt den 27. April 1840. Brömſer. Holzverſteigerung in dem Maibacher Gemeindewald, Reviers Hochweiſel. (422) Mittwoch den 6. Mai d. J., Vormittags 10 Uhr, ſollen in den Diſtrikten Haaſenberg und Filsbart, folgende Holzſortimente unter den vor der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen meiſtbietend verſteigert werden, als: 1) 2 Stecken buchen Scheitholz, 222„„ Prügelholz, 5„„ Stockholz, 4) 150 Stück buchen Wellen, 5) 100„ kiefern Baumpfähle, 6) 175„ gemiſchte Fachgerten, 7) 1450„ kiefern Bohnenſtangen und 8) 2350„„ Wellen. Indem ich die großh. Bürgermeiſter der hierauf reflektirenden Gemeinden erſuche, dieſes in denſelben bekannt machen laſſen zu wollen, bemerke ich noch, daß die Zuſammenkunft in Joc0 Maibach stattfindet. Maibach den 29. April 1840. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter 6 Philippi. Arbeits-⸗Verſteigerung. (423) Samſtag den 16. Maf, Vormittags 10 Uhr, ſoll auf dahieſiger Bürgermeiſterei, die, im Voran⸗ ſchlag mit 124 fl. 42 kr. vorgeſehene, Reparatur des * 130* a. e Kirchendachs an den Wenigſtnehmenden in Aecord gegeben werden. 5 Södel den 28. April 1840. Für den Kirchenvorſtand: Breidenſtein, Pfarrer. Holz-Verſteigerung. (424) Dienſtag den 5. Mai, Vormittags 8 Uhr, ſollen in dem Niederweiſeler Gemeindewald, Diſtrikt Hangenſten und Süterwald, nachbenannte Holzſor⸗ timente, als: 10 189 Stecken eichen Scheitholz, worunter ſehr ſchönes Küferholz, 29 111„ eichen Pruͤgelholz, 3) 208 Haufen„ Stockholz, 4) 4655 Stuͤck„ Wellen und 5) 75„ Bauſtämme, ſehr ſchöner Art, an Ort und Stelle meiſtbietend verſteigert werden. Die Zuſammenkunft iſt am ſ. g. Zimmerplatz. Ich erſuche die Herrn Bürgermeiſter dies in ihren Bezirken bekannt machen zu laſſen. Niederweiſel den 29. April 1840. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter Schimpf. . Privat⸗ Bekanntmachungen. Bekanntmachung. (401) Durch Maugel an Gehülfen mußte ich fruͤ⸗ her alle diejenigen Perſonen, welche mich mit in mein Fach einſchlagenden Aufträgen beehrten, mit dem Verfertigen der Kleidungsſtücke zu lange war⸗ ten laſſen. Durch zweckmäßige Einrichtung bin ich in den Stand geſetzt, nunmehr ſolche Aufträge ſchnell zu beſorgen, welches ich einem verehrlichen Publi⸗ kum zur öffentlichen Nachricht bringe. Die ſeit längeren Jahren von mir verfertigten Arbeiten bürgen dafür, daß ich jederzeit nach dem neueſten pariſer Mode-Journal, welches ſtets bei mir einzuſehen iſt, arbeite. Friedberg. Chriſtian Berg, Frauenkleidermacher, wohnhaft in der breiten Straße. Empfehlung. (403) Ich beehre mich andurch, die ergebene Anzeige zu machen, daß ich unter dem heuti⸗ gen ein* Galuͤnkerit⸗ und Mobdt⸗ Waaren⸗Geſchuaͤft dahier eroͤffnet habe, und erlaube mir, meinen wohlaſſortirten Vorrath aͤcht italieniſcher Herrn— huͤte, à 1 fl. 36 kr., 2 fl. 10 kr. bis 3 fl. 30 kr., Damenhüte, à 1 fl. 36 kr. bis 4 fl. 15 kr. Kinderhuͤte, à 20 bis 40 kr., und Strohhuͤte aller Gattungen, baumwollene, ſeidene und (425) l Fteunde u ö Anfang d brunnen! chelt ſich, ltundlich n Som pllden.— Gaäränke SGBelſe 19 0 en bei (427) deimer⸗ muſik ar (428) wohl aſſ Kleider cals, ge in den bLeochjir Letz, k. Iccharp 1 0 5 0 Aer dund: Harrer. „dur, N 8 ſttitt Holzſor. Ater ſehr At, werden Amerplagz. n ihren germeißer en. ie ich fr⸗ 1 en Publi⸗ erfertigten nach dem ſtels bei ermacher, de ergebene em heut a „meinen et Herrr⸗ fl. 30 kr., fl. 15 kr, Strohhüͤte dene und 1 131. Glace⸗Handſchuhe, ſeidene und Sammttaͤſchchen in neueſter Fagon, Cravaten(Laſtings à 40 bis 46 kr., Atlas à 1 fl., carirte à 1 fl. 20 kr. bis 1 fl. 45 kr.) Shaͤwlchen, Kappen und allen ſonſtigen in dieſes Fach einſchlagenden Ar— tikeln zu empfehlen, und werde durch geſchmack⸗ volle Waare, ſchoͤne Auswahl und ſehr herab— geſetzte Preiſe das Zutrauen meiner verehrten Abnehmer zu erlangen mich angelegentlichſt be— muͤhen. Friedberg den 22. April 1840. H. B. Groͤdel, auf dem Marktplatz. Dachſchiefer. (412) Auf der Dachſchiefergrube Wilhelm bei Pfaffenwies bach(2½ Stunde von Friedberg und von Butzbach) ſind die Preiſe der nunmehr wieder vorräthigen Dachſchiefer feſtgeſetzt: 1) das Reis erſter Sorte auf 6 fl 2)„„ zweiter„„ 3 fl. 3„„ dritter„ 77 1 fl. 30 kr. Das Behauen wird beſonders vergütet und zwar fuͤr das Reis erſter Sorte mit 20 kr., zweiter Sorte mit 16 kr. und dritter Sorte mit 12 kr. Selſerbrunnen bei Okarben. (425) Unterzeichneter beehrt ſich, ſeine verehrten Freunde und Gönner auf Sonntag den 3. Mai, zum Anfang der Sommerbeluſtigungen auf dem Mineral- brunnen bei Okarben, höflichſt einzuladen und ſchmei— chelt ſich, daß die ſchöne Lage des Brunnens, die freundlichen und wohlgeordneten Anlagen auch die— ſen Sommer viele vergnügte Stunden gewähren werden.— Für gut beſetzte Muſik, gute Speiſen und Getränke wird beßtens beſorgt ſeyn Selſerbrunnen den 28. April 1840. Ha venecker. Zwei fünfoctavige Claviere, 426) noch in gutem Zuſtande, ſtehen zu verkau⸗ 55 bei Wittwe Eckhardt in Oberau. Nauheimer ⸗Teichhaus. (427) Sonntag den 3. Mai iſt auf dem Nau⸗ deimer⸗Teichhaus gut beſetzte Harmonie- und Tanz⸗ muſik anzutreffen, wozu höflichſt einladet Henkel. Mayer F. Hirſch (428) empfiehlt ſich mit ſeinen friſch erhaltenen wohl aſſortirten Waaren; beſonders mit ſehr ſchönen Kleiderzeugen, als: ächt franzöſiſchem Cattun, Per⸗ cals, gedruckten Jaconet. und Mousselin de Laine in den neueſten eleganteſten Muſtern, glattem und brochirten Zeug zu weißen Kleidern, Victoria-Thy⸗ bets, kleinen und großen Sommer 7 Shwälchen, Echarpes u. dgl. m. Durch gute und ſchöne Waaren und moͤglichſt billige Preiſe wird derſelbe dem ihm güͤtigſt zu ſchen⸗ kenden Zutrauen ſtets zu entſprechen ſuchen. L. Hanau, Uhrmacher, in der breiten Straße, (429) empfiehlt ſich mit einer bedeutenden Aus⸗ wahl in Gold⸗ und Silberwaaren, beſtehend in gold⸗ nen Ohr- und Fingerringen, Pendeloquen, Uhrhaken, Broſches, Colliers, ſilbernen Eß⸗, Kaffee-, Gemüſe⸗ und Vorleglöffeln, Fingerhuͤten, Cigarrenröhren, Necessaires ꝛc., ſilbernen und goldnen Cylinder⸗ und Spindeluhren, Uhrenträger, wiener und pariſer Pendüles, Muſikdoſen, ſchwarzwälder Miniaturuhren und allen in dieſes Fach einſchlagenden Artikeln. Auch habe ich eine ſchöne Auswahl in Brillen, Per⸗ ſpectiven und Lorgnetten, welche ich, ſo wie alle meine Waaren, zu billigen Preiſen erlaſſe. Fünf Stück Ferkel, (430) 8 Wochen alt, ſind zu verkaufen, und bei Rentamtsdiener Heß zu erfragen. Ein rother Regenſchirm, (431) welchen ich nach der Entlaſſungsfeier der Herrn Kändidaten, am 22. d. M., an der hieſigen Burgkirche, des Regens wegen, Jemand lieh, iſt bis heute noch nicht zurückgekehrt. Da ich nicht die Ehre habe, den gegenwärtigen Beſitzer zu kennen, ſo wäre es mir ſehr angenehm, deſſen perſönliche Bekanntſchaft zu machen. Friedberg den 28. April 1840. Dambmann, Seminardiener. Bekanntmachung. (432) Montag den 4. Mai d. J., Nachmittags 1 Uhr, will der Unterzeichnete nachbenannte Gegen⸗ ſtände in der Behauſung des Gaſtwirths Schilling einer öffentlichen freiwilligen Verſteigerung ausſetzen, als: 1 ſchwarzes Wallach-Pferd, 1 Karn, 1 Pflug, 1 eiſerne Egge und ſämmtliche Pferdegeſchirre ꝛc., wozu Kaufliebhaber eingeladen werden. Beienheim den 26 April 1840. Johs. Raab, Schmiedmeiſter. Anerbieten einer Verfahrungsart zur Ent⸗ fuſelung des Branntweins. (433) In meinem langjaͤhrigen Branntweinbren⸗ nereigeſchäfte bin ich zur Kenntniß gelangt, den Branntwein ſo zu entfuſeln, daß er, wenn er aus der Blaſe kommt, ſogleich einen weinhefigen ganz reinen und alten Geſchmack angenommen hat, wel⸗ cher ſo vorzüglich iſt, daß der Branntwein, wenn er ein Jahr alt iſt, völlig den Geſchiſack eines ganz reinen Zwetſchenbranntweins angenommen hat. Der hierzu nöthige Apparat iſt ſo einfach, daß ihn jeder Brenner anwenden kann, und die Ingredienzien, welche zu einem Zulaſtfaß nöthig ſind, wenn dieſes zum Apparat angewendet wird, koſten 18 fl.— Damit kann man ohne neue Zuthaten 80 Ohm Branntwein ſo entfuſeln, daß der letzte eben ſo rein ſchmeckt, als der erſte. Auf Verlangen ſtehen Proben des von mir entfuſelten Branntweins zu Dienſt. Für die Vorzeigung oder Beſchreibung des Apparats und die Belehrung der Verfahrungsart verlange ich nur eilf Gulden. Auch bin ich erbötig gegen Vergütung der Transportkoſten, nebſt gedachten eilf Gulden, zu jedem Brenner zu reiſen, und ihm in ſeiner Bren⸗ nerei die gehörige Einrichtung hierzu zu machen. Altenſtadt bei Büdingen in der Wetterau. Boy, Gutsbeſitzer. Vorgefundenes. (434) Am zweiten Oſterfeiertage haben ſich in meinem Familienwagen zwei Paquette vorgefunden. Die ſich gehörig legitimirenden Eigenthümer können ſolche gegen Erſtattung der Inſeratgebühren bei mir in Empfang nehmen. Aſſenheim den 29. April 1840. Schwab. Verloren.. Am 23. April iſt zwiſchen Friedberg und Florſtadt ein Pack Leder, beſtehend in Rinds⸗, Kalbs⸗ und Sohlenleder verloren gegangen. Der redliche Finder wird gebeten, ſelbiges gegen eine angemeſſene Belohnung an die Expedition d. Bl. abzugeben. 15,000 gute, trockene Lehmſteine (436) werden bei dem Unterzeichneten billig ab⸗ gegeben. Friedberg. Friedrich Chr. Sieck. Ein Kronleuchter, (437) ein Tanzboden mit Unterlage und Beleuch⸗ tung fuͤr ins Freie ſind aus der Hand zu verkaufen bei Friedberg. Friedrich Chr. Sieck. Ein Mädchen, N (438) vom Lande, von guter Erziehung, welches alle Feldarbeiten verſteht, und gute Zeugniſſe vor⸗ legen kann, wird geſucht. Die Exp. ſagt wo. (435) Literariſche Anzeige. (439) So eben iſt bei Herold in Homburg er— ſchien: Der Matador. Eine Schilderung aus der jüng⸗ ſten Vergangenheit Spaniens, v. Maria Norden. 2 Bände mit Vignetten. 8. 1840. 4 fl. 48 kr. den Leſern von Rellſtab's 1812 wird hier ein gleich ergreifendes Gemälde aus dem ſpaniſchen Freiheits⸗ kriege geliefert. »Beſtellungen nimmt an: Carl Bindernagel in Friedberg. —... r 4 132*. Bei C. Bindernagel in Friedberg iſt erſchienen: Die oͤffentlichen Verſorgungsanſtalten fuͤr Pfarr⸗Wittwen und Waiſen im Großherzog⸗ thum Heſſen, und unmaßgebliche Wünſche in Be⸗ ziehung auf dieſelben. Von einem Freunde der evangeliſchen Geiſtlichkeit in Heſſen. Geh. 12 kr. Widerruf. Die Anzeige Nr. 414 d. Bl., Hausverſteigerung zu Engelthal betreffend, wird ſo eben, während des Druckes, widerrufen. Fruͤchte⸗Preiſe hier in Friedberg: Waizen: 11 fl.— kr. Korn: 7 fl. 20 kr. Gerſte: 6 fl. 30 kr. Hafer: 2 fl. 50 kr. Erbſen:— fl.— kr. Fruchte⸗Preiſe zu Frankfurt, am 27. April: Waizen: 10 fl. 15 kr. Korn: 6 fl.— kr. Gerſte: 6 fl. 15 kr. Hafer: 3 fl. 15 fr. Erbſen:— fl.— kr. Fruchte⸗Preiſe zu Mainz, am 24. April: Waizen: 11 fl. 32er. Kern: 8 fl. 53 kr. Gerſte: 7 fl. 32 kr. Hafer: 4 fl. 1er. Erbſen:— fl.— kr. 1 Polizei⸗Taxe fur die Städte Friedberg und Butzbach vom 3. bis 10. Mai 1840. pfo[ Brod ⸗-Preiſe. Friedberg Butan kr. bf er pf. 1 Leib⸗Roggenbrod 3 2 3 2 7 7 5 2 5 2 44„„ 11 5 111— i Loth. Loth. — Milch orod 114 1 47%¼ —[Waſſerweck 115 1— — Gemiſchtes(Tafel-) Brod 11 5% 15% Fleiſch-⸗Preiſe. . pf.. 1 Ochſenfleiſch 11J10 2 10 20 „ Kübfleiſch 8 81 1 „ Rindflleiſch 12 7 77 Kalbfleiſch 5 2 5 5 „ Schweinenflleiſch 101 1 2 „Hammellleiſch 8 8— „ Schaaflleiſch———— „Wurſt von blos Schweinen 33 „ Gemiſchte Wurſt 104— 104— „ Bratwurſt 14— 14 „ Schwartenmagen 14— 1144— „I Geraͤucherter Speck 20— 20— 77 Schinken 4 14— 14— „ Dörrfleiſch 15— 15— „ Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 19— 19— „% dito unausgelaſſen 18— 18— „ Nierenfett 1 18[[ Hammelsfett 15— 1151— Der großh. heſſ. Kreisrath d. K. F. Küſch ber. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. — tilgun, von E oder e