4. Okt.: erſte: 6 fl. 36 fr. — ledberg und Okt. 1839, IEA S 2 2 2 S iat! 8 Intelligenzblatt für die im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. „„ ̃ ͤ——...:::: k— M 42. Sonnabend, den 19. Oktober 1839. Amtlicher Theil. Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes riedberg an ſaͤmmtliche großh. Buͤrgermeiſter des Kreiſes. Betreffend: Den diesjährigen Rekrutirungsrath in der Provinz Oberheſſen. Nach einer Benachrichtigung des großh. Provinzial⸗Commiſſärs der Provinz Oberheſſen finden die Sitzungen des Rekrutirungsrathes dieſer Provinz am 21. bis 25. Oktober d. J. zu Gießen ſtatt. Es iſt dabei aber zugleich zur Erleichterung des Geſchäfts und zum Beßten der zum Theil weit herreiſenden Re⸗ klamanten, die Einrichtung getroffen worden, daß für alle Bezirke der Provinz nachfolgende Tage beſtimmt worden ſind, an welchen diejenigen Inbividuen, welche beim Rekrutirungsrathe etwas zu thun haben, ſicher ſind vorzukommen, während an den anderen Tagen dieſelben den anderen Bezirken Angehörigen nachſtehen müſſen. Vorgedachte Tagbeſtimmung iſt folgende: 21. Oktober für die Bezirke Alsfeld und Vöhl, ae, N„ Büdingen und Biedenkopf, „ 55 505„ Lauterbach und Nidda, M. 1„ Friedberg und Hungen, 3 A„ Grünberg und Gießen. Es wird ſchon von Morgens 7 und von Nachmittags 2 Uhr an das Sekretariat die Anmeldungen der Erſcheinenden annehmen und werden dieſelben nach der Reihe der Anmeldungen vorgelaſſen werden. Indem ich Sie hiervon zur alsbaldigen Bekanntmachung benachrichtige, bemerke ich noch Folgendes: Vor dem Rekrutirungsrath müſſen alle von der Rekrutirungskommiſſion an den Rekrutirungsrath ver⸗ wieſene Leute, ſowie diejenigen, welche bei der letzten Ergänzung von den Regimentern als untauglich zuruͤckgewieſen worden ſind, mit einem von dem einſchlägigen großh. Bürgermeiſter ausgeſtellten verſiegel⸗ ten Signalement erſcheinen. Die zuletzt gedachten Leute baben zugleich die von den betreffenden Regimen— tern und Corps erhaltenen vorläufigen Entlaſſungsſcheine mitzubringen. Außerdem können auch andere, welche vor dem Rekrutirungsrath etwas vorzubringen haben, ins⸗ beſondere diejenigen, die nach§. 65 der Verordnung vom 30. April 1831 noch zuläſſige Depotanſprüche geltend machen wollen, während der angegebenen Zeit vor demſelben Gehör finden. Schließlich ſchaͤrfe ich Ihnen ein, die Leute, welche wegen phyſiſcher Gebrechen, Depotanſprüche oder Untauglichkeit geltend machen wollen, darüber zu belehren, daß ſie ſich mit den nöthigen Beſcheinigungen insbeſondere der Aerzte, Bürgermeiſter, Pfarrer, Schullehrer ꝛc. verſehen müßten, widrigenfalls ſie Abweiſung zu erwarten hatten. Friedberg den 15. Oktober 1839. Küchler. 8 8 alſo ein Alter von 101 Jahr, 7 4 und 12 Sorget in der Zeit! In Nro. 22. unſeres Blattes von dieſem Jahre ſind einige Mittel angegeben, wie man ſich der Rau⸗ pen erwehren kann, welche in dieſem Frühjahre in unſerer Wetterau ſo großen Schaden anrichteten, namentlich der Ringelraupe und der des Froſt⸗ ſchmetterlinges. Was letztere betrifft, ſo halten wir für Pflicht, ie Beſitzer der Obſtbäͤume darauf aufmerkſam zu baz das ungeflügelte Weibchen von der Mitte Oktobers bis Ende Novembers an den Bäu⸗ men hinauf kriecht, um ſeine Eier an die Knospen zu legen. In dieſer Zeit wird es gut ſeyn, die Rin⸗ den der Baumſtämme mit einer klebrigen Maſſe zu beſtreichen und das ſo oft zu wiederholen, als die Maſſe hart zu werden beginnt. Man kann auch Papierſtreifen um die Baumrinde befeſtigen und ſolche mit Wagenſchmiere beſtreichen. Es wird nicht lange dauern, ſo werden ſich die Weibchen an die⸗ ſen feſthängen und 91 Eier legen. Dann iſt es in Leichtes ſie zu vernichten. a 5 l eee hat bereits ihre Eier in kleinen Ringen an die jungen Zweige befeſtigt. Wem es darum zu thun iſt, der ſehe jetzt ſorgfaltig nach und vertilge ſie im Feuer. Bei jungen Baum⸗ chen wird ſolches leicht zu bewerkſtelligen ſeyn. Bereits haben auch andere Raupen, die des Weißdornſchmetterlings, ihre Winterge⸗ ſpinnſte verfertigt. Man wird jetzt ſchon unter den grünen Blättern der Baͤume einige abgeſtorbene fin⸗ den. Sieht man genauer, ſo bemerkt man an einem dieſer Blätter ein ziemlich ſtarkes Geſpinnſte, und wenn man dasſelbe öffnet, ſo wird man ganz kleine Räupchen gewahr werden. Iſt ſpäter das übrige Laub abgefallen, ſo bleiben dieſe Blätter, woran ſolche Geſpinnſte ſich befinden, allein am Baume hängen; die Neſter können demnach im Herbſte und Winter leicht entdeckt und abgemacht werden. Man muß ſie aber verbrennen. 2010 Verſäumt man ſolches(es zeigen ſich bereits in unſerer Wetterau zahlloſe Geſpinnſte mit ſolchen Räupchen) ſo wird es uns ergehen, wie es uns im letzten Frühlinge mit der Ringelraupe und der Froſtſchmetterlingsraupe erging, auf deren Ver⸗ nichtung bereits in Nro. 44. d. Bl. vom vorigen Jahre aufmerkſam gemacht worden war. Hohes Alter. Am Gten Oktober d. J. ſtarb in Kleinkarben Anna Margaretha Agnes, Wittwe des ver⸗ ſtorzenen hieſigen Ortsbürgers Johannes Gei⸗ bel, eine geborne Eichelmann.— Sie wurde im Jahr 1738 am 24ſten Februar in dem herzoglich naſſauiſchen Orte Sulzbach geboren— und erreichte Tagen. Ihre Nachkommenſchaft iſt 4 4 Enkel und 13 Urenkel. 6 2 Etwas uͤber reiche Leute. Wo viel Handel iſt, da gibts auch Gelegenheit, ſich Reichthümer zu erwerben. Daß freilich nicht Jeder, der Handel treibt, reich wird, wiſſen wir auch. Wo aber einmal Reichthum iſt, da pflegt ſich auch Ehre und Glanz einzuſtellen. Welches die reichſten Handelsleute in unſerer jetzigen Zeit ſind, darüber iſt wohl bei uns nur Eine Stimme; wir wenigſtens nennen, ohne uns weiter zu beſinnen, die Herrn von Rothſchild, die mehr Kronthaler jährlich einnehmen und zählen laſſen, als Schreiber dieſes Buchſtaben ſchreibt, ob er gleich alle Tage die Feder mehr als Eine Stunde auf dem Papiere ſpazieren fahren läßt. Aus älteren Zeiten haben wir zwei Familien, die ſich durch Handel unermeßliche Reichthümer er⸗ warben und dann dadurch zu einem Anſehen gelang⸗ ten, das ihnen in der menſchlichen Geſellſchaft eine wichtige Stelle verſchaffte. „Die erſte iſt das Haus Medici(ſprich Me⸗ ditſchi) zu Florenz in Italien. Durch Fleiß und Einſicht erwarben ſich die früheren Glieder dieſer urſprünglich bürgerlichen Familie ein großes Ver mögen. Reichthum, verbunden mit Bildung und geiſtigen Vorzügen, gaben ihnen nach und nach einen immer größeren Rang unter ihren Mitbürgern. Einer derſelben, mit Namen Coſimo(Cosmus) brachte es ſo weit, daß er 128 Handelshäuſer in den ver⸗ ſchiedenen Ländern Europa's, Aſiens und Afrika's unter ſich hatte. Aber von dem Reichthum, der ihm daraus zufloß, machte er den edelſten Gebrauch. Er ließ Kirchen erbauen, und begabte ſie reichlich, die Gelehrten unterſtützte er, und lud ſie an ſeine Tafel; der Univerſitat zu Padua vermachte er eine koſtbare Bibliothek; dem Vaterland ſchoß er Geld vor; den Dürftigen ſtand jederzeit ſein Haus offen, und damit Künſtler und Handwerker Arbeit bekamen, verwandte er 700,000 Skudi für Gebäude. Für⸗ ſten hielten um ſeine Töchter an; er gab, ſie aber Landsleuten zur Ehe. Dieſer„Vater des Vater⸗ landes“ ſtarb im Jahr 1464. Sein Enkel Lorenzo übertraff ihn faſt noch an Geiſt, Liebenswürdigkeit und Freigebigkeit. Er ſammelte um ſich die größten Gelehrten ſeiner Zeit und unterſtützte ſie und die Künſtler. Wo ſich eine ſchöne ſeltne Handſchrift oder ein Kunſtwerk fand, das ließ er es aufkaufen. Aber er ſtrebte, nachdem er den Handel aufgegeben, zu ſehr nach Vermehrung des Glanzes und der Macht, als nach Reichthum. Daſſelbe thaten ſeine Nachkom⸗ men. Sein gleichnamiger Enkel wurde Herzog von Seiten zu; Dukaten. bei ihnen en ihnen eine ae n nacht wiſſen wir pflegt Aaches die e, un; wir „beſinnen, enthaler Ochreider aue Tage Papiere Jamilien, Wumer er⸗ den gelang⸗ Ichaft eine rich Ne⸗ Fleiß und eder dieſer toe Ney dung Vn lach einen gern. Einer as) brachte u den ver⸗ ud Afrika's Ytdum, der Gebrauch. ſe reichlich, ſe an ſeine hte er eine ßer Geld aus offen, eit bekamen, el Lorenzo a8würdigkeit .. größten ſe und die Handſchrit auffuufen, aufgegeben, d ber Nach, ne Nachkom⸗ Herzog bol — 9— Urbine. Die ſpäteren Medicäer ſchwangen ſich zum Theil auf den papſtlichen Thron, Einer, Na⸗ mens Cosmus, erlangte endlich 1569 die Würde eines Großherzogs von Toskana, die det Familie bis zu ihrem Ausſterben im Jahre 1737 verblieb. Die zweite Familie, welche durch Handel ſich ungeheueren Reichthum erwarb, iſt die der Fug ger in Augsburg. Der Stammvater derſelben war Johannes Fugger, Webermeiſter in einem Dorfe dei Augsburg. Sein Sohn erhielt das Bürgerrecht in dieſer Stadt. Von der Zeit an wurde die Fa⸗ milie nach und nach durch Handel immer angeſehe⸗ ner, ſo daß ſie vom Kaiſer Maximilian I. in den Adelſtand erhoben wurde. Dafür halfen ſie ihm mit Geld aus, deſſen er gar ſehr bedurfte. Innerhalb acht Wochen ſchafften ſie ihm bei irgend einer Gelegenheit 70,000 Dukaten; ſpäter ſchoſſen ſie ihm 300/000 Dukaten vor. Nachmals pachteten ſie die Bergwerke von Tyrol, Ungarn, Kärnthen und Krain. doch größer und mächtiger wurde die Familie unter Kaiſer Karl V. Nachdem ſie das ausſchließ⸗ liche Privilegium über den Gewürzhandel in Deutſch⸗ land erlangt hatten, floß ihnen das Gold von allen Seiten zu; denn die Unze Zimmet galt damals 2 Dukaten. Als Kaiſer Karl V. im Jahre 1530 bei ihnen einkehrte, bat er um Nachſicht, daß er ihnen ſeine große Schuld noch nicht habe abtragen können. Die große Ehre wußte die Familie zu ſchätzen. Weil's ein kalter Tag war, ſo brachte man ihm ein Kohlenbecken, legte darauf zum Wohl⸗ geruche mehrere Bündel Zimmetrinde, und obendrauf die Schuldverſchreibungen des Kaiſers, deren Ge⸗ ruch ihm beim Verbrennen noch angenehmer moch⸗ ten geweſen ſeyn, als der Zimmt. Das war aber doch nicht umſonſt gethan. Der Kaiſer erhob ſeine Wirthe in den Grafenſtand, ſchenkte ihnen die ſchon länger ihnen verpfändeten Herrſchaften Kirchberg und Weißenborn und verlieh ihnen das Recht, goldne und ſilberne Münzen zu prägen. Als An⸗ ton Fugger, der Stifter der jüngeren Linie, 1560 ſtarb, betrug ſein Vermögen an Geld allein 6 Millionen ſogenannte Goldkronen, ſeine liegenden Güter und Juwelen nicht dazu gerechnet. Obwohl der Handel auch in ſpäterer Zeit von der Familie noch immer fortgefuͤhrt wurde, ſo ſanken doch ein⸗ zelne Glieder derſelben allmählig wieder herab, weil ſie zu zahlreich wurde; denn ſie zählte ſchon im Jahr 1619 ſiebenundvierzig Glieder. Kein Wunder, wenn ſie ſpäter die wichtige Rolle nicht mehr ſpielten. Doch muß man ihnen nachſagen, daß ſie lange Zeit hindurch außerordentlich viele Handlungen der Wohlthätigkeit und Mildthä⸗ tigkeit ausübten, wovon namentlich die Vaterſtadt Augsburg hinlänglich Zeugniß abgibt. Der Erbe Einer Linie wurde im Jahre 1803 von Kaiſer Franz II. in den Reichsfürſtenſtand erhoben. Die Beſſtzungen dieſes Furſten, der jetzt unter der Sou⸗ verainität des Königs von Bayern ſteht, betragen ungefähr 8— 9 Quadratmeilen mit etwa 16,000, Einwohnern; die ſämmtlichen fuggeriſchen Beſitzungen mögen ſich auf 20 Quadratmeilen belaufen und gegen 50,000 Einwohner zählen. N Verbeſſerung. In dem Artikel„Nidda“ unſers vorigen Blattes, Zeile 4, leſe man ſtatt derſelben— demſelben— Die Red. Bekanntmachungen von Behoͤrden. Nu ι Bekanntmachung. (1007) Auf freiwilliges Anſuchen der Chriſttan Wagueriſchen Eheleute ſoll Montag den 28. Okt. l. J., Vormittags um 10 Uhr, in hieſigem Rath⸗ haus, deren Hofraithe, an der Straße ſtehend, zu jedem Geſchäft tauglich, beſtehend in neu erbautem Wohnhauſe und Nebenhauſe mit 7 heitzbaren Zim⸗ mern, 71 Nebenſtuben und Kammern, zwei geräumi⸗ gen Kuͤchen, geräumigen Speichern, gewölbtem Keller, ſodann ein Seitenbau, Waſchkuͤche, Holzremieſe, Stallung und Heuboden, nebſt großem Hofraum, ſo⸗ dann, 1 Prtl. 5 Rth. Garten am Schützenrain, 3 Vrtl. 7 Rth. Acker auf der Wartpforte und an Jung⸗ frau Jeckel, 6 Vrtl. an der Wingertsgaß an der Pfarrei Friedberg in der Fauerbacher Gemarkung offentlich meiſtbietend verſteigert werden. Friedberg den 3. Oktober 1839. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz. Bekanntmachung. (1027) In der Gemarkung Obers und Unterflor⸗ ſtadt mit Birkenſee ſollen ſaäͤmmtliche Zehntgrund⸗ renten und andere Grundgefälle, welche an die frei⸗ herrliche Geſammtfamilie Löw von und zu Stein⸗ furt zu entrichten ſind, und von dieſer Familie bis⸗ her bezogen wurden, im geſammten Betrage von 2,082 fl. 48 ½ kr. nach dem Geſetze vom 27. Juni 1836 abgelöſ't werden. Es werden daher ſämmtliche bekannten und un⸗ bekannten Betheiligten bei der Ablöſung der frag⸗ lichen Grundrenten in Gemäßheit des Art. 23 des vorerwähnten Geſetzes hiermit, aufgefordert, ihre etwaige Rechtsanſprüche bezuglich jener Gefälle bin⸗ nen 2 Monaten um ſogewißer dahier anzuzeigen, als widrigenfalls die Auszahlung des Ablöſungska⸗ pitals an die obengedachte freiherrliche Familie ge⸗ ſtattet werden wird. Friedberg den 8. Okt. 1839. Großh. heſſ. freih. v. Lö wiſches Landgericht Hofmann. Oeffentliche Aufforderung. (1030) Nach dem Hypothekenbuche entlieh unterm 18. Juli 1817 Anna Clara, Heinrich Meiers Wittwe 2.— zu Altenſtadt, bei dem Schullehrer Wiegand, als Curator der Johs. Wolf'ſchen Tochter zu Rommel⸗ hauſen, ein Kapital von 250 fl. zu 5% verzinslich und verpfändete dafür mehrere in der Altenſtädter Gemarkung gelegene Güterſtücke. Dieſe Forderung ſoll abgetragen, die Schuldurkunde aber verloren gegangen ſeyn. Es werden deßhalb alle diejenigen, welche aus irgend einem Rechtsgrund Anſpruͤche auf dieſe Schuldurkunde machen zu können glauben, auf⸗ gefordert, ſolche ſogewiß binnen 6 Wochen vom Er⸗ ſcheinen dieſer Verfügung in öffentlichen Blättern dahier geltend zu machen, anſonſt die darin ſtattge⸗ habte Verpfändung fuͤr erloſchen erklärt und im Hy⸗ pothekenbuche getilgt werden wird. Großkarben den 25. September 1839. Großherzogl. heſſ. Landgericht Muhl. a Edictal ladung. 1 (1031) Im Jahre 1791 entliehen Chriſtoph Wil⸗ helm Mittler, und Ehefrau, Anna Eliſabetha von Niederweiſel bei dem Kirchenbau daſelbſt ein Kapital von 40 fl., das beſcheinigtermaßen längſt abgetra⸗ gen iſt, ohne daß jedoch die Hypothek, die noch in den Pfandbüchern offen ſteht, vorgelegt* ven kann. Auf Antrag eines Miterben des Schur ers wer⸗ den daher alle, welche etwa aus jener Sthuldver⸗ ſchreibung noch Rechte herleiten wollen, aufgefordert, ſolche ſogewiß binnen 6 Wochen hier anzuzeigen, als ſonſt dieſelbe für mortificirt erklärt und der Eintrag in den Hypothekenbüchern gelöſcht werden wird. Friedberg den 24. September 1839. Großh. heſſ. fuͤrſtl. ſolmſ. Landgericht Wegen Verhinderung des Landrichters Brumhard. Verſteigerung Bergmänniſcher Arbeiten. (1032) Die Beendigung eines Stollens zur An⸗ lage einer Brunnenleikung für die Stadt Gießen, ſoll an den Wenigſtfordernden vergeben werden. Der Voranſchlag im Betrag von 1750 fl. 55 kr., ſowie die Steigbedingungen und Zeichnungen liegen auf dem großh. Bürgermeiſterei⸗Büreau dahier zur Einſicht offen. Die Verſteigerung findet Freitag den 25. Okt. d. J., Vormittags um 10 Uhr, auf hieſigem Rath⸗ hauſe ſtatt und wird dabei zugleich die Lieferung und Legung einer eiſernen Röhrenleitung, von 910 Fuß lang, mit vergeben. Die Luſttragenden zur Uebernahme ſolcher Ar⸗ beiten werden erſucht, ſich auf obigen Termin zur Verſteigerung einzufinden. Gießen den 6. Oktober 1839. Der großh. heſſ. Provinzialbaumeiſter Hoffmann. Verſteigerung getragener Montirungs⸗ ic. Stücke. (1033) Montag den 28. d. M., Vormittags 8 Uhr und Nachmittags um 2 Uhr, werden in dem Zimmer des Küchenbaues der Kloſtercaſerne dahier, anſehnliche Quantitaͤten getragener Mäntel, Röcke, Handſchuhe, Spencer, Mützen, wollene und leinene Pantalons, dergleichen Gamaſchen, Hemden, Socken⸗ Schuhe, Bett⸗Teppiche ꝛc. ſtückweiſe, ſodann verſchie⸗ dene ausrangirte Caſerne⸗ ꝛc. Requiſiten und Trom⸗ melfelle parthieenweiſe gegen gleich baare Zahlung verſteigert. f. a Die Herrn Buͤrgermeiſter der Umgegend Fried⸗ bergs werden erſucht, dieſes bei ihren Gemeinden mit dem Anfügen bekannt machen zu laſſen, daß dieſe Verſteigerung bis zu deren Beendigung um die nämlichen Stunden die folgenden Tage fortgeſetzt werden wird. ö Friedberg den 10. Oktober 1839. 1 In Auftrag: Gölz, 5 Oberquartiermeiſter. f Allmeyen ⸗ Verpachtung. (1045) Montag den 28. d. M., Vormittags um 41. Uhr, ſollen in hieſigem Rathhaus die mit Mar⸗ tinitag leihfallig werdenden Allmeyen auf weitere 6 Jahre öffentlich meiſtbietend verpachtet werden, als: and zul Pag. Nro. 11 f 15 s der ehemalige Canzleidiener⸗Acker, 2% der ehemalige Stadtſchreiberei⸗Acker, 3)%% der Rain am Exercierplatz, 3 V. 25 Rth. 40 1 7 der Haingraben am Pfaffenbrunnen 2 V. R 7 50% e ditto daſelbſt 1 V. 13 th. f 6), Pflanzengewann im Ried an Joſt, 4 Rth. 7) ein Stück Grabland an Glaſer Wagners Gar⸗ ten, ohngefähr 1% V. 8)% am Sodenweg ohngefähr 19 Rth. Friedberg den 16. Okt. 1839. 4a 1151 Der großh, heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz Arbeits ⸗Verſteigerun gen. (1046) Montag den 28. Oktober, Nachmittags um 2 Uhr, ſollen in hieſigem Rathhauſe folgende Arbeiten an Wenigſtnehmende verſteigert werden: 10 Das Reinigen des Wegs nach Ockſtadt und Kleinſchlagen von 3 Cubikklafter Steine. 2) Den Weg nach Obermörlen zu reinigen und zu decken und Kleinſchlagen von ½ Cubikklaf⸗ ter Steine. b ö 3) Den Weg nach Nauheim vom Seerberg an zu reinigen und zu decken nebſt Kleinſchlagen von o- Cubifklafter Steine, f N 4 Den Weg nach Fauerbach II. zu reinigen und zu decken und 3 Cubikklafter Steine klein zu ſchlagen. N Friedberg den 16. Oktober 1839. 0 Der großh. heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz. 11 Arbeits ⸗Nerſteigerung. (1047) Mittwoch den 23. d. M., Vormittags 10 Uhr, ſoll die Herſtellung der Banquetts an dem ihre Nach an 11% 0 als fat bi 6030 fl a ſattet werden, Großkarl E (1049) u dels nden Löt gericht zu Gi Leitung unter Ale dieje Art an gedac ſulche ſogewi Freitag angesetzten begründen, Präcluſiodef ſen werden. Da in weiteren Co den ſoll, ſo datare auch mächtigen. Großka (00) Joſt, 4 th. zurrs Gat⸗ Mb. zingemeiſte en. Nachmittags uſe folgende t werden: Ockſtadt und Steine. tim gen und „ Eubikllaf⸗ erberg an zu iſchlagen von reinigen und ine klein zu Zürgermeitet 6. 19. Permit ns an den Vicinalweg nach Fauerbach hin und zwar bis zur Brücke über den Wetterfluß an Ort und Stelle wenigſtnehmend veraccordirt werden, und man er⸗ ſucht die großh. Bürgermeiſter des Kreiſes Friedberg, dieſes in ihren Gemeinden bekannt machen zu laſſen. Oſſenheim den 17. Okt. 1839. M Oi Der großh. heſſ. Bürgermeiſter die“ Keller.. 14 Oeffentliche Aufforderung. f (1048) Der dem großh- badiſchen Geiheimenrath und Oberſtkammerherrn, Freiherrn v. Edelsheim zu Carls ruhe, in der Gemarkung Rendel zuſtehende, in eine Grundrente von 201 fl. 40 kr. verwandelte Zehnten, ſoll nach dem Geſetz vom 27. Juni 1836 abgelöſet werden. Alle diejenigen, welche bei dieſer Ablöſung betheiligt ſind, werden hiermit aufgefordert, ihre Rechtsanſpruͤche um ſogewiſſer binnen zwei Mo⸗ naten bei unterzeichneter Gerichtsſtelle anzuzeigen, als ſonſt die Auszahlung des Ablöſungs⸗Capitals à 3630 fl. an den oben benannten Betheiligten ge⸗ ſtattet werden wird. Großkarben den 3. Oktober 1839. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Muhl. Edictal ladung. (1049) ueber den Nachlaß des verlebten Han⸗ delsjuden Löb Strauß zu Vilbel hat großh. Hof⸗ gericht zu Gießen den Concurs erkannt, mit deſſen Leitung unterzeichnetes Gericht beauftragt worden iſt. Alle diejenigen, welche Forderungen irgend einer Art an gedachte Maſſe geltend machen wollen, haben ſolche ſogewiß in dem auf Freitag den 29. Nov., Vorm. 9 Uhr, angeſetzten Liquidations-Termin anzuzeigen und zu begründen, als ſie ſonſt, ohne daß ein beſonderes Präcluſivdecret erfolgt, von der Maſſe ausgeſchloſ—⸗ ſen werden. Da in dieſem Termin zugleich zur Abwendung weiteren Concursverfahrens, die Güte verſucht wer— den ſoll, ſo müſſen die Vollmachten etwaiger Man⸗ datare auch zum Abſchluſſe eines Arrangements er⸗ mächtigen. Großkarben den 29. September 1839. Großh. heſſ. Landgericht daſ. Muhl. Schmidt. Holz derſteige rung. (1050) Freitag den 25. d. M., Vormittags 9 Uhr, ſollen in dem Altenſtaͤdter Gemeindewald 1 Stecken eichen Prügelholz, 59—„,„ Sthockholz, 50 Stück„ Wellen und 120 C. Fuß„ Bauholz öffentlich verſteigert werden. Die Herrn Bürgermeiſter der Umgegend wollen dieſes gefälligſt. veröffentlichen laſſen. Altenſtadt am 16. Oktober 1839. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter Brack. Bekanntmachung. (1051) Sämmtlichen Eltern, reſp. Pflegern der hieſigen ſchulpflichtigen Kinder dient zur Nachricht, daß die Winterſchule nächſten Montag den 21. d. M., Morgens 8 Uhr ihren Anfang nehmen wird, und zwar in der Weiſe, daß alle diejenigen Kinder, welche bisher die Elementarklaſſe des Herrn Stör⸗ ger beſuchten, ſich in dem neuen Schulgebäude in der Burg, neben dem Schullehrer-Seminar, einzu⸗ finden haben, wo ihnen ihre Plätze werden ange wieſen werden. Die andern Klaſſen erhalten ihren Unterricht wie bisher in dem neuen Schulhauſe neben dem Rektorat. Die bisherige Seminarſchule wird dagegen aufgelöſ't und werden die Schüler derſelben in die übrigen Klaſſen vertheilt werden. Friedberg am 16. Oktober 1839. Der Schulrektor 5 Prof. Ph. Dieffenbach. E Privat⸗ Bekanntmachungen. In Dienſt geſucht (1037) wird auf den 1. Dezember d. J. eine rechtliche Köchin, die ſehr gut kochen kann, gegen 15 8 jährlichen Lohn. Wo? ſagt die Exped. d. Bl. Anzeige und Empfehlung. (1038) Unterzeichneter erlaubt ſich die ergebene Anzeige, daß er neben ſeinem Medicinal-Geſchäft, ein Material⸗ und Farbwaaren-Lager errichtet hat und empfiehlt dasſelbe hiermit beßtens. Friedberg im Oktober 1839. i C. Wahl. Eine Brieftaſche, (1052) welche einen Pfandſchein(Nr. 8504) ent⸗ hielt, iſt verloren worden. Man erſucht den red— lichen Finder ſie an die Exp. d. Bl. abzugeben. Ein Logis (1053) im zweiten Stock, beſtehend in mehreren heitzbaren Zimmern, Küche, Kammern, verſchloſſenem Keller, iſt bei mir zu vermiethen und kann den 1. November bezogen werden. A. Suhrada. Eine Magd, (1054) welche die gewöhnliche Hausarbeit zu ver⸗ ſehen im Stande iſt und wo möglich ſchon gedient hat, wird in eine nicht große Familie nach Fried⸗ berg geſucht. Ein Haus (1055) in der kleinen Schmidgaſſe neben Johan⸗ nes Spamer iſt bei Unterzeichnetem zu vermiethen. 1 Chriſtian Engel. Eine große Quantität Miſt, (1056) ohngefähr 18 bis 20 Wagen voll, iſt zu verkaufen. Ausgeber dieſes ſagt wo? NR D D HH H———————————————— — 98 —— Tanzmuſik.. (1037) Mittwoch den 23. Okt., als am Tage des Marktes, iſt bei günſtiger Witterung gutbeſetzte Tanzmuſik bei mir anzutreffen, wozu ich ergebenſt einlade. P. Mann. Bekanntmachung. (1058) Unterzeichnete iſt geſonnen ihr Haus, nebſt Scheuer, Stallung und Gärtchen zu verkaufen. Auch wird das Haus allein verkauft, und kann das Kaufgeld gegen Sicherheit ſtehen bleiben. 10 Friedberg den 16. Oktober 1839. g Katharina Wecker, Wittwe. Sonntagsſchule. (1059) Der Unterricht in der Sonntagsſchule zu Friedberg wird Sonntag den 3. November in dem bisherigen Lokale wieder ſeinen Anfang nehmen. Friedberg den 16. Oktober 1839. Prof. Ph. Dieffenbach. 300 fl. i (1060) Vormundſchaftsgeld liegen bis zum 11. November d. J. zum Ausleihen bereit. Ph. Ritzel, Schmiedmeiſter. Ns. 42 (1061) des Intelligenzblattes von 1838 wird zu kaufen geſucht. Von wem? ſagt Ausgeber d. Bl. Schwalheimer Mineralbrunnen. (1062) Nächſten Sonntag den 20. d. M.(wenn jedoch ungünſtige Witterung eintritt Sonntag den 27. d. M.) iſt auf dem ſchwalheimer Mineralbrun⸗ nen gut beſetzte Tanzmuſik anzutreffen, wozu ich höflichſt einlade. Da dies zugleich der Beſchluß der diesjährigen Sommerbeluſtigungen ſeyn wird, ſo ſage ich meinen verehrten Gönnern den verbindlich⸗ ſten Dank für den zahlreichen Beſuch, womit ſie mich im Laufe des verfloſſenen Sommers beehrten und empfehle mich zu fernerem gütigen Wohlwollen. Schwalheimer Mineralbrunnen den 17. Okt. 1839. Henkel. Lite rar iſſchlen Pnzeige. 1063) In der Ritter'ſchen Buchhandlung in iesbaden iſt erſchienen und bei C. Bindernagel in Friedberg vorräthig: Wortmann, W., Anſichten über den gegenwär⸗ tigen Stand des deutſchen Volksſchulweſens, nebſt Vorſchlägen zur zeitgemäßen Verbeſſerung desſelben. 5 1 fl. 12 kr. Ferner iſt bei demſelben vorräthig: Sternberg, A. v., Saint-Sylvan. Zwei Theile. Se Das Leben Jeſu kritiſch bearbeitet von Dr. D. F. Strauß. Geprüft für Theologen und Nicht- theologen von W. Hoffmann. 1 fl. Gutzkow, K., Beiträge zur Geſchichte der neue⸗ ſten Literatur. 4. und 2. Band. 1 fl. 30 kr⸗ Friedleben, Dr. Th., populäre Experimental⸗ Phyſik zum Gebrauch gemeinfaßlicher Vorträge und zum Selbſtunterricht für denkende Freunde der Naturwiſſenſchaft und gebildete Gewerbtrei⸗ bende aller Klaſſen. 3 fl. 30 kr. Behlen, St., Real⸗ und Verbal⸗Lexikon der Forſt⸗ u. Jagdkunde mit ihren Hülfswiſſenſchaften. 54 kr. Pöhlmann, Geiſt und Kraft des Vaterunſers. Zweite Lieferung. ö 24 kr. Sammlung der neueſten und beliebteſten Ouvertüren für das Piano-Forte zu vier Händen. Zweiter Jahrgang. 2 3 fl. 36 kr. Fruͤchte-Preiſe hier in Friedberg: Waizen: 11 fl.— kr. Korn: 7 fl. 20 kr. Gerſte: 6 fl. 10 kr. Hafer: 2 fl. 50 kr. Erbſen:— fl.— kr. g Fruͤchte⸗Preiſe zu Frankfurt, am 14. Okt: Waizen: 10 fl. 45 kr. Korn: 5 fl. 45 kr. Gerſte: 6 fl. 20 kr. Hafer: 3 fl.— kr. Erbſen: 7 fl.— kr. Fruͤchte⸗-Preiſe zu Mainz, am 11. Okt.: Waizen: 11 fl. 42 kr. Korn: 8 fl. 20 kr. Gerſte: 6 fl. 35 kr. Hafer: 3 fl. 49 kr. Erbſen:— fl.— kr. Polizei⸗Taxe fuͤr die Staͤdte Friedberg und Butzbach vom 20. bis 27. Okt. 1839. pfo[ Brod Preiſe. Friedberg] Butzbach. kr. pf. kr. pf, 1 Leib⸗Roggenbrod 2183 258 2 77 7 12 5792 4 7* 11 5 10 3 Loth:„Loth. —[Milchbrod 14 4 114 —[Waſſerweck 115 11— Gemiſchtes(Tafel⸗) Brod 47% 15% Fleiſch-Preiſe. pf. pf. 1 JOchſenfleiſch 102. 1014— 77 Kübfleiſch 1 82 8 2 „Rindfleiſch 2711 7111 2 „ Kalbfleiſch f An! E 81— „ Schweinenfleiſch 10— 10— „Hammellleiſch 81— 8.4.— „ Schaaflfleiſch N 71——— „[Wurſt von blos Schweinen 124— 112— „Gemiſchte Wurſt 10— 104— „ Bratwurſt„ 4„ „Schwartenmagen 0 15— 15— „ Geräucherter Speck 20— 20— „Schinken 16„ 0 „ Dörrfleiſch g i „ Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 191— 19— 5 dito ungusgelaſſen 16— 164— „ Nierenfett 18— 18— Hammelsfett 15— 151— Der großh. heſſ. Kreisrath d. K. F. Küchler. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bind ernagel in Friedberg. den — Di Ga Aſenheim, g Ic Friel — Ein ander 38. d In wei und lernte hieß der 9 Haus w heirathete, ſtelle von räͤthige Ge ein Gebun und ein G Der 4 was Letzte 1 Kreuzer Grethe f (das war icht haus duch zufrie M Knabe büab, und wie di M ange, in Reil keiner dan mal ſo l merkte m wahtes 6