Fuhrmanng 1 Philippina nachgelaſſene Margaretha, tin, geboren Heinrich, geb, geliches Soͤhn⸗ hier eheliches lein nachgel . 25 daniel Sup hriſtian Ram⸗ Intellig enzblatt für die N N 5 5 berhessen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. ——— Sonnabend, den 17. Auguſt —— 1339. Friedberg den 15. Auguſt. Der geſtrige Abend brachte den Muſikfreunden Friedbergs ein Feſt, das gewiß auf längere Zeit ihrer Phantaſie wohlthaͤtig Nahrung geben wird. Es war ein Muſikfeſt— freilich nicht in dem Sinne, wie ſie jetzt Mode ſind, wo Hunderte, ja wohl Tauſende von fernher zuſammenkommen und zuſam— menwirken zu einem mächtigen Ganzen. Aber es war die wahre Kunſt, die uns beſuchte, die wahre Kunſt, die jetzt uͤberall ſo ſelten iſt und uns auf dem Lande noch viel ſeltener zu Theil wird. Die Herrn Altfuldiſch, Bickel, Reitz, Stautz und Haller, Mitglieder der großh. Hofkapelle zu Darm— ſtadt, welche ſchon längere Zeit ein Quintett von Blas⸗ inſtrumenten bilden, und auch ſchon in Darmſtadt öfters mit großem Beifall gehört wurden, gaben uns, unter Mitwirkung des Herrn Seminarlehrers Thurn, einiger Candidaten des hieſigen Prediger— Seminariums und einer Anzahl Zöglinge des Schul— lehrer⸗Seminariums, ſo wie unſeres Herrn Fritſch mit ſeinen Söhnen, ein Concert, welches durch alle ſeine Theile die Hörer entzückte. Schon der eigne Reitz in dem Zuſammenwirken dieſer Blasinſtrumente, Flöte, Oboe, Clarinette, Horn und Fagotte, deren jedes ſeinen beſonderen Charakter ſo ſchön zum Gan⸗ zen bringt, erfreut und befriedigt in hohem Grade das Ohr und dringt zum Herzen; man möchte es einem Geſpräch verſchiedenartig organiſirter Weſen vergleichen, die ihre, oft ſelbſt entgegengeſetzten, Ge⸗ fuͤhle zu ſchöner Harmonie zu vereinigen ſtreben. Die Virtuoſität aber, mit der jedes geſpielt wurde, und die Präciſion des Zuſammenwirkens, die Sicher— heit im Vortrage, der ſeines Erfolges in jedem Augenblicke gewiß iſt— und in jeden Gedanken des Tonſtückes, in jede feinſte Schattirung deſſelben mit Leichtigkeit eingeht, erregt bei dem Fühlenden nicht blos Bewunderung, ſondern ergreift und beherrſcht ſeine Seele mit ſanfter Gewalt. Aber dieſe Kunſt hatte ſich zur Darſtellung auch Objecte gewählt, die ihrer würdig waren. Sie wurde nicht, wie leider jetzt häufig zu beklagen iſt, an leere Tiraden verſchwendet, wie ſie von der oberflächlichen Finger— fertigkeit der neueren Componiſten in Menge pro— duzirt werden; ſie gab uns eine tief empfindende edle Seele, die uns Friedberger doppelt ſtark zu ſich hinzog, da ſie uns ſchon bekannt und befreun— det war. Die meiſten Stücke, welche vorgetragen wurden, waren nämlich aus Quintetten von einem wahren Künſtler, den wir ſo lange mit Freude unter uns wirken ſahen und deſſen Entfernung uns immer noch ſchmerzt, dem Herrn Müller, früher Lehrer am hieſigen Schullehrer-Seminar, ſeit einem halben Jahr aber Pfarrer in dem benachbarten Staden; und aus ihrem Melodienreichthum ſprach ganz die Tiefe und Innigkeit, welche ſeinen Com—⸗ poſitionen überall die Herzen gewinnt. Auch die übrigen Herrn, welche den Abend verſchönern hal— fen, ärndteten für ihre ausgezeichneten Leiſtungen ohne Ausnahme, und oft ſtürmiſchen Beifall, und die zahlreiche Verſammlung, welche den Saal er⸗ fuͤllte, trennte ſich in hoher Befriedigung. 2 Beitrag zur Geſchichte der Choral Muſik in den altheſſiſchen Landen. Wir können als bekannt vorausſetzen, daß man ſchon in den früheſten Zeiten des Chriſtenthums ſich des Geſanges als eines Mittels bediente, um bei dem Gottesdienſte die Gemüther der Anweſenden zu erheben. Denn es iſt Bedürfniß des menſchlichen Herzens, ſeinen heiligſten Gefuͤhlen Töne zu verlei⸗ hen. In den aͤlteſten Zeiten wurden dazu die Pſal⸗ men als Text benutzt, ſpäter nach und nach noch andere Hymnen und Geſänge eingeführt, beren Texte und Melodien zum Theil bei großer Einfachheit eben ſo erhaben als rührend ſind. Dazu kam die Ein⸗ führung der Orgel, eines Inſtrumentes, welches für den Gottesdienſt ſo recht geeignet iſt und darum mit Fug ein heiliges Inſtrument genannt werden kann. Bei Einfuhrung der Reformation blieb man dem Grundſatze getreu, Geſang und Orgelſpiel als für den Gottesdienſt ganz geeignet, beizubehalten,(nur Zwingli ſuchte hier und da, beſonders in der Schweiz, die Orgel zu verdrängen) und änderte da⸗ bei nur, was unumgänglich nöthig ſchien. Luther überſetzte zu dem Ende mehrere der ſchönſten alten Kirchenlieder(z. B. den ambroſianiſchen Lobgeſang) ins Deutſche, und gab ſie in Verbindung mit einigen ſelbſt verfertigten im Drucke heraus. Die erſte Auf— lage dieſes ſeines Geſangbuches kam im Jahr 1524 heraus und enthielt aber nur 8 Lieder mit 5 Me⸗ lodien. In ſpäteren Ausgaben deſſelben erſchienen aber der Lieder, theils eigne, theils fremde und überſetzte, immer mehr. Dazu hatte er ſelbſt, als gründlicher Kenner der Muſik, in Verbindung mit einem ſeiner Freunde auch die Melodien verfertigt. Dieſe damals herausgegebenen Choräle genügten in den meiſten proteſtantiſchen Kirchen wohl über ein Jahrhundert, wenigſtens in unſern altheſſiſchen Landen. Erſt im Jahr 1687 erſchien ein beſonderes Choralbuch fuͤr dieſelben. Es führt den Titel: „Das groſſe CANTIO NAL. Oder: Kirchen-Ge⸗ ſangbuch, In welchem Nicht allein D. Martin Luthers ſondern auch vieler anderer Gottſeliger Lehrer der Chriſtlichen Kirchen, geiſtreiche Lieder begriffen: Mit ſonderbahrem Fleiß zuſammen⸗ getragen und auf vielfältiges verlangen in Druck gebracht. Darmſtadt Drucks und Verlags Henning Muͤllers, Fürſtl. Buchd. Im Jahr Chriſti 1697.“ Das Werk iſt ſehr ſtark, und enthält ohne das Re— giſter 782 Seiten in Folio. Dedizirt iſt es„der Durchlauchtigſten Fürſtin und Frau, Frau Eliſa— bethen Dorotheen, Landgräffin zu Heſſen“ ꝛc., der Mutter des Landgrafen Ernſt Ludwig. Ju der Vor⸗ rede ſagt der Verleger,„er habe ſeinen Herrn Schwie— gervater Wolffgang Karlnu Brügeln, Hoch- Fürſtl. Capellmeiſter zu Darmſtatt, bittlich erſuchet, ihm hülfreiche Hand zu leiſten, die Melodyen zu revidiren und zu den noch unbekannten neuen Lie⸗ dern Melodyen zu componiren, inmaſſen dann auch geſchehen. Nachdem aber hin und wieder das Gerüchte erſchollen, daß dieſes Werk unter der Preß, ſeyen ihm von unterſchiedlichen Orten noch viele Lieder eingeſandt worden.“ Das Werk enthält den vollſtändigen Text der Lieder mit den Melodieen im Discant-Schluͤſſel, jedoch ohne die Harmonieen, und mag wohl heut zu Tage ſelten geworden ſeyn. Zwei und ſechzig Jahre ſpäter erſchien das graup⸗ nerſche Choralbuch, welches folgenden Titel führt: „Neu vermehrtes Darmſtädtiſches Choral-Buch in welchem nicht alleine bishero gewöhnliche ſowohl alt als neue Lieder enthalten, ſondern auch noch beydentheils aus mehrern Geſang-Buͤchern ein Zu— ſatz geſchehen, zum Nutzen und Gebrauch vor Kirchen und Schulen hießiger Hoch-Fürſtl. Landen. Mit ho⸗ her Approbation und vieler Verlangen verfertiget von Chriſtoph Graupnern, Hoch⸗Fürſtl. Heſſen⸗ Darmſtädtiſchen Capell⸗Meiſter. MDCC XIIX.“ Ohne das Regiſter 146 Seiten in Quer⸗Quart. Die Melodieen ſind mit einfacher Harmonie und im C Schluͤſſel. Bei Erſcheinung eines neuen Geſangbuches im Jahr 1786 erhielt der damalige Cantor und Colla⸗ borator am Gymnaſium zu Darmſtadt, Joh. Gott— lieb Portmann, den Auftrag, ein Choralbuch dazu zu verfertigen. Dieſes erſchien unter dem Titel:„Neues Heſſendarmſtädtiſches Choralbuch mit höchſter landesfürſtl. Genehmigung herausgegeben. Verlegt von der Buchhandlung der Fürſtl. Invaliden⸗ und Soldaten-Waiſenanſtalt.“—„Die Harmonie iſt, laut der Vorrede, nach dem Muſter des Herrn Capellmeiſter Graupners ſo einfach, daß ſie ein An⸗ faͤnger und Liebhaber in kurzer Zeit leicht, obgleich nicht ganz ohne Studium faſſen kann. Freilich muß man vorher eine richtige Kenntniß haben von den Anfangsgründen der Muſik, muſikaliſchen Zeichen, Tönen, Intervallen, Tonarten, Accorden und deren Benennung und Entſtehung“ ꝛc. Dieſes Choralbuch enthält ohne die Inhaltsan⸗ zeige nur 88 Seiten. Als im Jahr 1814 ein neues evangeliſches Geſang⸗ buch eingefuhrt wurde, mußte für dasſelbe auch wieder ein neues Choralbuch nöthig werden. Es wurde die— ſes von unſerem würdigen Rinck ausgearbeitet und erſchien unter dem Titel: Neues Choralbuch für das Grossherzogthum Hessen von Christian Heinr. Rinck, Grossh. Hess. Hoſforganist(en) und Cantor eéte. Offenbach a. M. gedr. bey Joh. André. 100 Seiten enthalten die Melodieen; das Uebrige iſt dem Regiſter und der Vorrede ge⸗ widmet. Der Verfaſſer ſagt u. A. in Letzterer: Das in dem Großh. Heſſen eingeführte Portmänuiſche Choralbuch war vergriffen und eine neue Auflage, D J. Herr Ale die mit geben laſſen. B. Hab kommen? A. Nein A. Eine bleiben. B. Nu A. Her B. Id. A. Nun dern bekom 2— p———j— Bekan (805) 9 Ur, ſoll; erung von ſteubrüchen führung ein nehnelden Fried Verſt (001); Aktags ur = A dae 1 2 NA 5* 8 buch dem! geben auden monie ögleich 1 muß on den d deres inzwiſchen erſchienene vermehrte und verbeſſerte Aus⸗ gabe des heſſiſchen evsngeliſchen Landesgeſangbuchs nothwendig geworden. Dieſes letztere hatte nehmlich eine bedeutende Bereicherung an Geſängen erhalten, wozu ſich keine Melodieen in dem genannten Cho⸗ ralbuch finden.— Ich erhielt daher von der hohen Behörde den Auftrag die neue Auflage des Choral⸗ buchs durch Aufnahme der erforderlichen Melodien dem Geſangbuche gehörig anzupaſſen.“ Die Melodien ſind größtentheils in der engeren Harmonie, damit ſie auch in häuslichen Zirkeln und ohne Pedal benutzt werden können und wurden zu dem Ende in den Violinſchlüſſel geſetzt. Im Jahr 1825 erſchien von demſelben Ver⸗ faſſer als Beigabe zu dem Choralbuche ein Werk⸗ chen in Octav unter dem Tittel: Melodien aus dem Choral buche für das Großherzogthum Heſſen. (Darmſtadt bei Leske) Es enthält aber dasſelbe nur einſtimmige Melodien. Die Streit ſuͤchtigen. Erſtes Geſpräch. A. Herr, nehmen Sie ſich vor mir in Acht! Alle die mit mir zu thun bekommen, müſſen das Leben laſſen. B. Haben Sie ſchon mit Andern zu thun be⸗ kommen? A. Nein, nie. Zweites Geſpräch. A. Einer von uns beiden muß auf dem Platze bleiben. B. Nun, ſo bleiben Sie; ich will heim gehen. Drittes Geſpräch. A. Herr, ſuchen Sie Streit? B. Ja. A. Nun ſo ſehen Sie, wo Sie bei einem An⸗ dern bekommen. Bekanntmachungen von Behoͤrden. N Arbeits ⸗Verſteigerung. (805) Montag den 19. Auguſt, Vormittags 11 Uhr, ſoll zu Butzbach bei Gaſthalter Joutz die Lie⸗ ferung von Deckplatten aus den Rockenberger Sand—⸗ ſteinbrüchen und die Maurerarbeit zur Wiederauf— führung eines Canals bei Butzbach an die Wenigſt⸗ nehmenden vergeben werden. Friedberg den 6. Auguſt 1839. Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter Rhumbler. Verſteigerung von Baureparaturen. (801) Montag den 19. Auguſt d. J., des Vor⸗ mittags um 10 Uhr, ſollen nachſtehende, in der hie⸗ 233 zugleich aber eine Erweiterung deſſelben durch die ſigen Cavaleriecaſerne vorzunehmende Baurepara— turen auf dem Bureau des Verwaltungsraths der 2. Diviſion, Garderegiments Chevauxlegers mittelſt Verſteigerung in Accord gegeben werden. Maurerarbeit, voranſchlagt zu 387 fl. 52 kr. Zimmerarbeit 581, 36% Schreinerarbeit 29%—„ Schloſſerarbeit i, Glaſerarbeit en 12 Spenglerarbeit N Weißbinderarbeit, Dachdeckerarbeit 89 Summa 2532 fl. 29 kr. Butzbach den 6. Auguſt 1839. In höherem Anftrag: Cellarius, Unterquartiermeiſter. Brückenbauarbeiten. (803) Mittwoch den 28. Auguſt, Vormittags 10 Uhr, werden zu Obermörlen die zur Erbauung einer aus drei Bogen über die Uſa daſelbſt führenden maſſiven Brücke erforderlichen Arbeiten und Mate— riallieferungen als: Maurerarbeit voranſchlagt zu 1204 fl. 47 kr. Materialien hierzu 1940„ 6„ Steinhauerarbeit 3951„ An, Schloſſerarbeit 232„—„ Weißbinderarbeit 1% n Summa 9743 fl. 19 kr. an die Wenigſtnehmenden öffentlich vergeben. Plan, Voranſchlag und Steigbedingungen liegen 15 dem Büreau des Unterzeichneten zur Einſicht offen. Friedberg den 6. Auguſt 1839. Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter Rhumbler. Arbeits ⸗Verſteigerung. (804) Donnerſtag den 22. Auguſt, Vormittags 11 Uhr, ſollen in Altenſtadt bei Gaſthalter Holz⸗ apfel die zur Aufführung zweier Kanäle auf der Staatsſtraße von Ilbenſtadt nach Selters nöthigen Maurer- und Steinhauerarbeiten öffentlich an den Wenigſtnehmenden in Accord gegeben werden. Friedberg den 6. Auguſt 1839. Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter Rhumbler. Offerte. (813) Bei Ausführung von verſchiedenen Brücken im Baubezirk Friedberg können Steinhauer gegen guten Lohn Beſchäftigung finden. Friedberg am 7. Auguſt 1839. Der großh. Krei sbaumeiſter Rhumbler. Arbeits-Verſteigerung. (815) Dienſtag den 20. d. M., Vormittags um 10 Uhr, werden die erforderlichen Maurer-, Stein⸗ hauer⸗, Zimmer-, Dachdecker ⸗„ Schreiner⸗„ Schloſ⸗ — 234— ſer-, Glaſer-, Weißbinder-, und Spengler-Arbei⸗ ten, Behufs der Erbauung einer Waſchküche und von 6 Holzſtällen in der Burgcaſerne dahier, auf dem hieſigen Militärverwaltungsbüreau verſteigert. Riſſe und Koſten⸗Ueberſchläge können auf genanntem Büreau eingeſehen werden. Friedberg den 5. Auguſt 1839. In Auftrag: Geöſl tz, Oberquartiermeiſter. Verſteigerung von Brückenbauarbeiten in Nidda. (830) Donnerſtag den 22. Auguſt, Vormittags 10 Uhr, ſollen auf dem Rathhauſe in Nidda die zur Erbauung der Niddabrücke nöthigen Arbeiten und Materiallieferungen öffentlich an die Wenigſt⸗ nehmenden in Accord gegeben werden. Der Maurerarbeitslohn beträgt nach dem Voran⸗ ſchlag: 1159 fl. 34 kr. Die Steinhauerarbeit 6022„ 20„ Der Zimmerarbeitslohn am Pfahlroſt 164„ 37„ Die Schloſſerarbeit 403„ 4„ Die Weißbinderarbeit e n Die Materiallieferung beſteht in dem Brechen, Beifahren und Setzen von 21 Kubikklaftern aus⸗ geſuchter Mauerſteine, in der Lieferung von 4 Cu⸗ bikklaftern Kies und 0,800 Cubikklaftern Ziegelmehl und dem Beifahren von 1500 Cubikfuß Eichenholz zu den Roſtſchwellen und Diehlen und 3024 Cubik⸗ klaftern Buchenholz zu den Roſtpfählen. Plan, Voranſchlag und Steigbedingungen liegen 11 dem Büreau des Unterzeichneten zur Einſicht offen. Nidda den 6. Auguſt 1839. Der großh. heſſ. Kreis baumeiſter Süffert. Edictalladung. (831) Adam Stahl von Burggräfenrode und deſſen Ehefrau, Anna Katharina, geborne Gerlach, ſind ſchon vor langer Zeit verſtorben. Nach dem Tode der Ehefrau, welche ihren Mann uͤberlebte, wurde das beiderſeitige Vermögen unter curatoriſche Ver⸗ waltung genommen, weil das einzige Kind der be— nannten Eheleute, ein Sohn, Namens Johann Kon⸗ rad Stahl, welcher in ſeiner Jugend bei dem öſtrei⸗ chiſchen Militär Dienſt genommen, unbekannt wo, abweſend war. Nach einem, in der Folge beige⸗ brachten Todesſcheine war indeſſen beſagter Johann Konrad Stahl vor ſeiner Mutter verſtorben, und da letztere die Erbſchaft ihres Sohnes nicht ange⸗ treten hatte, ſonach ſolche auch an ihre Verwandten nicht weiter vererben konnte, ſo ſind nunmehr die nächſten Auverwandten des Sohnes von väterlicher Seite, zu deſſen in dem Vermögenstheile, der ihm von ſeinem, vor ihm verſtorbenen Vater zugefallen war, beſtehenden, die nächſten Anverwandten der Mutter aber zu der letzteren Nachlaſſe als Erben berufen. Von beiden Seiten ſind auch bis jetzt viele Erbprätendenten aufgetreten; es ſcheinen indeſſen nol mehrere vorhanden zu ſeyn, und namentlich ſollg ſich im Königreiche Preußen, wo ein Bruder de Ehefrau des Adam Stahl, Namens Johannes Gen lach, als Feldwebel in Militärdienſten ſtand, nog Verwandte befinden. Unter dieſen Umſtänden ſieht man ſich veranlaß, alle diejenigen, welche an eine oder die andere di benannten beiden, ſeither gemeinſchaftlich verwalteten und nach der letzten Rechnung in 2530 fl. 25 f. beſtehenden Nachlaßmaſſen Erbanſprüche machen z können glauben, hiermit aufzufordern, ſich, ſofer ſie noch nicht bei Gericht aufgetreten ſind, um ſl gewiſſer binnen drei Monaten dahier zu melden und gehörig zu legitimiren, all ſonſt die Abgabe des Vermögens an die, bis jetz aufgetretenen Intereſſenten, welche ſich uͤber die Au der Vertheilung bereits arrangirt haben, erfolgen wird. Großkarben den 5. Auguſt 1839. Großherzogl. heſſ. Landgericht Muhl. Bekanntmachung, Heiden⸗ und Ginſtern⸗Verſteigerung in Revier Oberrosbach betreff. (832) Dienſtag den 20. d. M. Morgens 7 Uhf, werden in dem Gr. Domanialwald Kellerberg: 25,00 Gebund Heiden und Ginſtern, zu Backholz brauchbar, an die Meiſtbietenden öffentlich verſteigert und, da Nachgebote unzuläſſig ſind, der Zuſchlag ſogleich ertheilt, wenn der Abſchätzungspreiß erlößt wird. Oberrosbach 15. Augſt. 1839. Der Gr. heſſ. Revierförſter Bingmann. Arbeits-Verſteigerung. (833) Montag den 19. d. M., Nachmittags um 2 Uhr, ſoll Maurerarbeit, beſtehend in Aufführung einer Mauer am Brunnenhaus voranſchlagt zu 56 fl. 48 kr., ſodann die Weißbinderarbeit, beſtehend in Tünchen der Umfangswände mit Sandſpeis und Oel⸗ anſtrich der Bekleidung, voranſchlagt zu 65. fl. 13 kr, hierauf eine Bütte von Eichenholz, ohngefähr 20 Ohm haltend, öffentlich an die Wenigſtnehmenden verſteigert werden. 8 Die Voranſchläge ſind täglich von 2 bis 3 Uhr auf meinem Büreau einzuſehen. Friedberg den 15. Auguſt 1839. Der Bürgermeiſter D. Fritz. Verſteigerung von Plaſterarbeiten in Schotten. (834) Samſtag den 24. August, Vormittags 10 Uhr, ſoll in Schotten im Gaſthaus zum Heſſiſchen Hauſe die zur Vollendung des Gaſſen⸗ und Ban⸗ quett⸗Pflaſters in Schotten nöthige Pflaſterarbeit, fur etwa 135 Quadratklafter ſchichtenweiſes Pfla⸗ (836)& Uhr/ ſollen menden a ausgeboken, det Zuſchlag 1 Das ße 2) Das An 9) Das B. 40 Dad K 5) 100 K b) Einfr 1) Zimmei Y Weißbi 0 Erbau ) Murer 2) Ebäächa 3) Schlaſe 9 Pflaſte Die B liegen in zur Stund ſcht offen. Die h. 19 etung 0 treff. dorgens 7 ll. ledber. 35 el brauchba gert und, 81 ag ſogleih cloßt wird. J. Revierſoörſtz zmann. ung. achmittags un in Auffüͤhrun chlagt zu 56 f. „„ beſtehend n dſpeis und Ol zu 65 fl. 13 fl, ohngefähr 2 enigſtnehmenden u 2 bis 3 Ul D. Fritz arbeiten Vormittags 1 zum Heſſiche ſen⸗ und Ban Pflaſterarbel, umtiſes Pf tags 1 Uhr, 0 i bureau nachſtehende Arbeiten unter den im Termin 0 bekannt gemacht werdenden Bedingungen öffentlich ſter, oͤffentlich an den Wenigſtnehmendeu in Accord gegeben werden. N Die Bedingungen des Accords liegen bei dem Unterzeichneten zur Einſicht offen. Nidda den 14. Auguſt 18309. a Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter Süffert. Arbeits-Verſteigerung. (853) Mittwoch den 21. Auguſt d. J., Nachmit⸗ ſollen auf dem hieſigen Bürgermeiſterei⸗ an die Wenigſtnehmenden verſteigert werden. 1) Reparatur von Maurerarbeit: Die Gemeinde-Schulſcheuer auswendig rundum zu verputzen. Die erforderlichen Materialien dazu ſtellt die Gemeinde. 2) Maurer- und Zimmerarbeit: Bei das Gemeinde-Schulhaus zwei Abtritte zu fertigen. Die erforderlichen Materialien hierzu ſtellt die Gemeinde. Die großh. Bürgermeiſter werden erſucht, dieſes in ihren Gemeinden bekannt machen zu laſſen. Bodenrod den 13. Auguſt 1839. Der großh. heſſ. Buͤrgermeiſter Hoffmann. Arbeits-VPVerſteigerung. (836) Samſtag den 24. d. M., Nachmittags 2 Uhr, ſollen folgende Arbeiten an den Wenigſtneh⸗ menden auf der Bürgermeiſterei dahier öffentlich ausgeboten, und, geſchehen annehmbare Forderungen, der Zuſchlag ſogleich ertheilt werden, als: a) Wegbauarbeiten. 1) Das Fertigen von 200 Klftr. Graben und Ban⸗ quetts, voranſchlagt zu 16 fl. 40 kr. 2) Das Anliefern von 3,6 Cubikklftr. Steine 35„ 42„ 3) Das Brechen dieſer 3,6 Cubik— klafter Steine e 4) Das Kleinſchlagen von 3,6 Cu⸗ bikklafter Steine 72„,—„ 5) 100 Klftr. Stemmbahn zu decken 6„„ 40„ b) Einfriedigung des alten Kirchenplatzes. 1) Zimmermannsarbeit, mit der Lieferung des Ma⸗ terials, voranſchlagt zu 229 fl. 10 kr. ) Weißbinderarbeit 5 9 35„ c) Erbauung eines neuen Röhrbrunnens. 1) Maurerarbeit, voranſchlagt zu 101 fl.— kr. 2) Steinhauerarbeit e. 3) Schloſſerarbeit Dr„, 4) Pflaſterarbeit„ 4„, Die Bedingungen, Voranſchläge und Zeichnungen liegen in dem Termin von Morgeus 9 Uhr an bis zur Stunde der Verſteigerung zu Jedermanns Ein— ſicht offen. Die Herrn Bürgermeiſter der Umgegend erſuche 235 ich dienſtergebenſt, dieſen Termin nochmals durch die Schelle bekannt machen zu laſſen. Södel am 14. Auguſt 1839. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter Väth. Arbeits-Verſteigerung. (837) Dienſtag den 22. d. M., Vormittags 10 Uhr, ſoll die Herſtellung der erforderlichen Repara— tur-Arbeiten in der hieſigen Pfarrhofraithe, in Maurer-, Pflaſtrer- und Schreinerarbeit beſtehend, öffentlich an den Wenigſtnehmenden verſteigert wer— den, was hiermit zur öffentlichen Kenntniß bringt Oſſenheim den 15. Auguſt 1839. Der Kirchenvorſtand. A Privat- Bekanntmachungen. Eine Magd, (820) welche bürgerlich kochen kann, wird in eine Landhaushaltung nahe bei Friedberg geſucht. Aus— geber dieſes ſagt wo? Anzeige. (838) Mein geliebter Ehemann, der hieſige Buͤr⸗ ger und Glaſermeiſter Auguſt Schulze, wurde mir am 10. d. M. nach einer langwierigen achtmonat⸗ lichen Krankheit durch den Tod entriſſen. Hierdurch bin ich Wittwe geworden und meine 7 Kinder, wo⸗ von 3 noch unerzogen ſind, haben ihren Vater und Ernährer verloren. Indem ich nicht ermangle die⸗ ſen harten Verluſt, der uns betroffen, den zahlreichen auswärtigen guten Freunden und Kunden meines ſeeligen Mannes anzuzeigen und mich und meine Kinder ihrem ferneren Wohlwollen zu empfehlen, erlaube ich mir die fernere Anzeige, daß ich unter der Leitung meines älteſten Sohnes, der von ſeinem Vater zu einem tüchtigen Glaſer ausgebildet wurde, die Profeſſion fortbetreiben und unſere Kunden mit guter Arbeit bedienen werde. Es wird unſer uner⸗ muͤdetes Beſtreben ſeyn, des uns geſchenkt werden— den Zutrauens würdig zu zeigen. Friedberg den 13. Auguſt 1839. Wittwe Schulze. Bekanntmachung. (839) Ein mit guten Zeugniſſen verſehener Gru⸗ benſteiger, welcher im Rechnen und Schreiben ge— übt iſt, ſo wie in der Markſcheidekunſt und im Grubenbau, beſonders in Beziehung auf die Braun— kohlen-Gewinnung, wie ſie in der Wetterau ſtatt— findet, Kenntniß beſitzt, kann Anſtellung„als Ober— ſteiger“ finden. Das Nähere bei der Expedition dieſes Blattes. 5 Bekanntmachung. (S840) Künftigen Mittwoch den 21. d. M., Vor⸗ mittags 9 Uhr, läßt der Unterzeichnete in ſeiner Wohnung verſchiedene Mobiliarſtücke, als: Krämerei⸗ geräthſchaften, Kiſten, Schränke, Tiſche, Stühle ꝛc. oͤffentlich an den Meiſtbietenden, gegen gleich baare — Zahlung verſteigern, und ladet zu dem Ende hiermit die reſp. Kaufliebhaber ergebenſt ein. Niederwöllſtadt den 14. Auguſt 1839. 5 G. Frankfurter. Geſchaͤfts-Eroͤffnung. (841) Einem geehrten hieſigen und auswärtigen Publikum mache ich hierdurch die ergebenſte Anzeige, daß ich mein Geſchäft als Meſſerſchmied dahier er⸗ öffnet habe, und einen ſtets fertigen Vorrath in feinen Tranchir⸗ und Tafelbeſtecken, Tiſch⸗, Deſſert⸗, Taſchen⸗, Feder-, Raſir⸗ und Trennmeſſern, ſo wie in anderen Waaren dieſes Faches unterhalte, ver⸗ ſpreche bei Reparaturen ſo wie im Schleifen pünkt⸗ liche und ſchnelle Beſorgung, verbunden mit billigen Preiſen. 5 Friedberg. Salomon Goldbeck, Meſſerſchmied. Gärber, (842) welche das Charniren und Blanchiren zu erlernen wünſchen, konnen Unterricht erhalten bei S. Baſchwitz& Comp. Rothgärbermeiſter in Rödelheim. e e e (843) Formtorf vorzüglicher Qualität und in großem Format, wird auf der hieſigen Torfſteche⸗ rei zu 3 fl. 30 kr. pr. 1000 Stücke verkauft. Be⸗ merkt wird noch, daß 1000 Stücke von dieſem Torf circa 10 Centner wiegen und ſich ſolche Vorräthe verſchafft ſind, daß ſtets ein Jahr lang ge— lagerter Torf, welcher kerntrocken iſt, abgege⸗ ben werden kann. Beſtellungen auf große Quan⸗ titäten, deren Abfuhr nach und nach ſtattfindet, wer— den unter Bedingungen angenommen. Enkheim bei Bergen am 13. Auguſt 1839. Wachsmuth, Schichtmeiſter. Schwalheimer Mineralbrunnen. (844) Sonntag den 18. Auguſt l. J. iſt am hie ſigen Mineralbrunnen wohl beſetzte Harmonie⸗ und Tanzmuſik anzutreffen, wozu höflichſt einladet Henkel. Selſerbrunnen bei Okarben. (845) Sonntag den 18. d. M. iſt gut beſetzte Harmonie⸗ und Tanzmuſik auf dem Okarber Mine⸗ ralbrunnen anzutreffen, wozu mit der Verſicherung billigſter und prompteſter Bedienung freundlichſt einladet Ha vennecker. Nauheimer Teichhaus. (846) Sonntag den 18ten Auguſt iſt auf dem Nauheimer Teichhauſe gutbeſetzte Harmonie und Tanzmuſik anzutreffen, wozu höflichſt einladet Nauheim den 15. Auguſt Henkel. Bei C. Bindernagel in Friedberg iſt vorräthig: Geographiſches Handbuch über Deutſchland, Hol⸗ land, Belgien, die Schweiz und wichtige Städte — 286 benachbarter Länder mit beſonderer Rüͤckſicht auß Topographie, Balneographie, Geſchichte, Induſtri und Kunſt für Reiſe und Haus. Mit 35 Plan, chen der wichtigſten Städte und ihrer Umgebung und einer neuen Poſt- und Reiſekarte von dei obengenannten Ländern. In Etuis elegant ge bunden mit der Poſt- und Reiſekarte 7 fl. 12 5 Ohne die Karte. 4 fl. 48 f. Kleine Maleracademie. Vorlagen zum Fig renzeichnen. 48 —— Landſchaftſtudien. 2 Hefte. 1 fl. 12“ —— Vorlagen zu Seeſtücken. 48 kl. —— Anatomie des Menſchen. 48 kf. Gersbach, Singvögelein. Dreißig zweiſtimmige Li der für die Jugend. 36 k. Fruͤchte⸗Preiſe hier in Friedberg: Waizen: 11 fl.— kr. Korn: 6 fl. 30 kr. Gerſte: 5 fl.— Hafer: 3 fl.— kr. Erbſen:— fl.— kr. Fruͤchte⸗Preiſe zu Frankfurt, am 12. Auguſ Waizen: 9 fl. 40 kr. Korn: 5 fl. 45 kr. Gerſte:— fl.— Hafer: 3 fl. 10 kr. Erbſen:— fl.— kr. Fruͤchte⸗Preiſe zu Mainz, am 9. Auguſt: Waizen: 11 fl. 38 kr. Kern: 7 fl. 23 kr. Gerſte: 5 fl. 58 f. Hafer: 3 fl. 31 kr. Erbſen:— fl.— kr. Polizei⸗Taxe für die Staͤdte Friedberg un Butzbach vom 18. bis 25. Auguſt 1839. pfd Brod Preiſe. Friedberg Butzbach. kr. pf. kr. pf. I Teib⸗Roggenbrod 22 242 f 2 57 77 5 5 1 4 1 101 10 2 5 Loth. Loth — Milchbrod 114%½/ 14%/ —[Waſſerweck 1795 7/. 1 —[Gemiſchtes(Tafel⸗) Brod 14.5% 15% Fleiſch⸗Preiſe. pf. uf 1(Ochſenfleiſch’ r „Kübfleiſch 82 8— „Rindfleiſch 1171141 7 1 „ Kalbfleiſch 6 1 6— „ Schweinenfleiſch 10— 10— „Hammellleiſch 81 81 77 Schaaffleiſch. 71——— „Wurſt von blos Schweinen 124— 12— „ Gemiſchte Wurſt 104— 10— „Bratwurſt 15— 14— „Schwartenmagen 16— 16— „Geräucherter Speck 22— 22— „Schinken 15 15— „ Dörrfleiſch nee „ Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 20— 19— „dito ungusgelaſſen 17— 16— „ Nierenfett 18— 118— Hammelsfett 15— 15 1 Küchler. Fedrückt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bind ernagel in Friedberg. 5 Der großh. heſſ. Kreisrath d. K.. Hedank auger Harmonien Durch d Du etregſ Wandelt geſeſt v Un ed ton Nah und Die ein Keine Kl Freudenſi Deren 12 deß N Tauſende, Das v Süßer Lo Welche h. Kindlic —— ) Au gaub ü u chien m Verſiſg iſt, dab; gu ein ulſeres