* 2* S F ——— Intelligenzblatt für die im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. —————— M43. —— 5 Sonnabend, den 27. Oktober 1838. Nachtraͤglich ein Wort uͤber die neue Salz— quelle zu Nauheim. Wir hatten in der vorigen Nummer unſern Le⸗ ſern von einer neuen Salzquelle Mittheilung gemacht, und als mehrere derſelben ſie Tags darauf zu Nauheim beſuchen wollten, war ſie— ausgeblieben. Wahrſcheinlich hatte ſich etwas in den Röhren ver— ſchoben. Heute(d. 25. Okt.) erhalten wir folgende Nachricht aus Nauheim: „Die am 1. d. M. erbohrte arteſiſche Soolquelle, welche durch weitere Verſuche mit dem Bergbohrer am 17. d. M. zurückgetreten war, iſt geſtern Abend um 5 Uhr mit großem Getöſe wieder zum Vor— ſchein gekommen und ſpringt mit Heftigkeit über Tage.“ ö Raturgeſchichtliches. Am 18. Oktober wurde dem Unterzeichneten ein Vogel gebracht, den ein Bewohner Friedbergs in dem Felde getödtet hatte. Es war der gemeine Sturm⸗Vogel(procellaria pelagica), der zwar auf den Meeren ſehr häufig, bei uns dagegen eine große Seltenheit iſt. Der gewaltige Sturm, den wir einige Tage zuvor gehabt, mag ihn mit fort⸗ geriſſen haben bis zu uns, wo er denn, ziemlich ermüdet, einen Wagen umflatterte. Dieſer Sturm⸗Vogel hat in Geſtalt und Größe viele Aehnlichkeit mit einer Schwalbe, unterſcheidet ſich aber von dieſer weſentlich durch ſeinen ſchwar⸗ zen, vornen etwas gekrümmten und mit einem klei⸗ nen Höcker verſehenen Schnabel und durch ſeine ba ee ſchwarzen Füße, welche Schwimmhäute haben. Ihr eigentliches Element iſt die Oberfläche des Meeres, auf der ſie manchmal förmlich hinlaufen, während ſie ihre Flügel ausſtrecken. Auf dieſe Weiſe ſuchen ſie ſich ihre Nahrung, die in Seethier⸗ chen, kleinen Fiſchen, Inſecten, Würmern udgl. be⸗ ſteht. Naht ſich ein Sturm, ſo ſuchen ſie, wenn keine Felſen in der Nähe ſind, Schutz auf den Schiffen, wo ſie dann leicht gefangen werden. Ihre Ankunft iſt aber, wie man ſich leicht denken kann, eben keine erfreuliche Erſcheinung; doch ſind ſie dem Seefahrer von großem Nutzen, denn er kann nun die nöthigen Vorkehrungen treffen. Auf den Farber⸗Inſeln findet man ſie manchmal ſo fett, daß die Bewohner einen Docht durch ſie jehen, anzünden und als, Kerze gebrauchen. Das remplar, welches mir zu Geſichte kam, war in⸗ deſſen ſehr mager; ein Beweis, daß es der Sturm lange und hart mitgenommen hatte. Nach den Ausſagen eines glaubhaften Mannes wurde vor Jahren auch einmal ein ſolcher Vogel auf einem kleinen Waſſer in der Gegend von Ber⸗ gen gefunden. Ph. Dieffenbach. Complimentir Buch. Es iſt wieder ein neues Buch herausgekommen, welches dem Namen„Complimentirbuch“ hat, und welches wir unſern Leſern nicht erſt zu empfeh⸗ len brauchen, da ſie wohl alle wiſſen, wie noͤthig Complimente für das Leben ſind. Für Andere, die ein ſolches entbehren, wollen wir einiges Wenige hier andeuten. Wenn z. B. einer noch nicht weiß, wie man zu Eltern ſagen ſoll, die häßliche oder unartige Kinder haben, ſo lernt man nur ein Paar Sätze daraus auswendig:„Was haben Sie fuͤr liebe Kinder;“ oder:„ach, wie brave und wie ſchöne Kinderchen;“ oder auch:„die kleinen, lieben Engel⸗ chen“ u. ſ. w. Iſt man ärgerlich, daß ein läſtiger Menſch zum Beſuche kommt, den man gerne auf hundert Meilen , e von ſich entfernt wuͤnſcht, ſo ſagt man:„Es freut mich unendlich, Sie bei mir zu ſehen;“ oder:„wie lange haben wir nicht das Vergnügen von Ihnen ge⸗ habt;“ oder:„mir iſt ſo wohl in Ihrer Nähe“ u. ſ. w. Iſt jemand träge und nachläſſig in ſeinem Geſchäfte, unredlich in ſeinem Amte, ſo daß er das Vertrauen ſeiner Mitbürger verſcherzt, eines jeden Amtes ſich unwürdig gemacht hat, ſo lernt man, um ihn ſchick⸗ licher Maßen anzureden, folgende Phraſen auswen⸗ dig, um ſie bei ihm anzubrigen:„Was ſind Sie für ein würdiger Mann;“„wir haben ſchon ſo viel Rühmens und ſo viel Schönes von Ihnen gehört; Sie ſind ein überaus geachteter und geehrter Mann“ und dergleichen mehr.— Am reichſten ſind ſolche Bücher für die Damen- welt ausgeſtattet. Von jedem Theile des Körpers und zwar vom Kopfe bis zu den Füßen iſt wenig⸗ ſtens ein Dutzend Redensarten angegeben. Wir wollen nur einige wenige anführen.— Bei ange⸗ bundenen Seidenlocken ſagt man:„die ſchönen ſchmachtenden Löckchen;“ bei Kalbs⸗ oder Katzen⸗ augen:„das holde blaue Auge z“ bei einem ver⸗ wachſenen Körper:„der ſchlanke, liebliche Wuchs“ bei einem böſen, unbeholfenen Fußwerke:„die nied⸗ lichen Füßchen.“ Betrifft es geiſtige Fehler, ſo heißt es z. B. bei einer zänkiſchen, katzenhaften Natur:„das zarte, ſanfte, holde Weſen;“ bei einem beſchränkten Geiſte:„der tiefe Blick der Seele;“ bei Herzloſigkeit:„die ſchöne Gemuͤthlichkeit;“ oder: „ein Engel von Gemüth;“ oder der Ausruf:„ach, wie gefühlvoll, wie gemüthlich!“— Mit ſolchen und ähnlichen Phraſen darf aber ein ächtes Compli⸗ mentirbuch ſich nicht begnügen, ſondern es muß noch tiefer in das Leben eingreifen, und alle Mienen, Gebärden, Stellungen und Lagen des Menſchen für die feine Geſellſchaft angeben, ſo daß Niemand im Stande iſt, ſein wahres Innere zu erkennen, wor⸗ auf es denn auch hier gar nicht ankommt. Es lehrt z. B., wie der Zornige einen freundlichen ru⸗ higen Blick, der Traurige ein fröhliches und ver⸗ gnügtes Acußere anzunehmen hat; wie man die Züge des Geſichtes dreht, wenn man nichts weiß und die Welt ſoll glauben, man wäre grundgelehrt und erfahren; wie der Herzloſe ſich das Anſehen gibt, als beſaße er ein tiefes Gemüth; wie der Müde thut, als wäre er friſch von Kräften; was der Hungrige an der Tafel anzufangen hat, daß man glauben ſoll, er wäre ganz geſättigt; wie der Furchtſame, der Haſenfuß ſich zu ſtellen hat, daß er das Anſehen eines Helden bekommt. So müſſen alle möglichen Lagen und Verhältniſſe des Menſchen durch das ganze Leben hindurch angezeigt ſeyn, und er muß gegen Alles, was ſich ihm nur eutgegenſetzt, hieb⸗ und ſtich⸗ und kugelfeſt gemacht werden. Hat er einmal auf der Zunge und in den Zügen des Geſichtes die gehörige Meiſterſchaft erreicht, ſo gibt ſich das Innere, worauf es übrigens, da man es nicht ſieht, weniger 1„in kurzer Zeit von w ſelbſt. Wir können, Alles gehörig und über⸗ all eingeübt wird, mit Vergnügen alsdann einer herrlichen Zukunft entgegen ſehen, denn wir werden eine Welt voll Engel erblicken, in der es ſich lebt, wie im Himmel.— Dampfſchiffahrt. So weit man es auch ſeit zwanzig Jahren in der Kunſt, mit Dampfſchiffen zu fahren, gebracht hat, und ſo viele dieſer Schiffe bereits in Europa und Amerika, ja ſelbſt in einigen Gegenden von Afrika und Aſien im Gange ſind, ſo hielt man es doch bis jetzt für oͤglich, die Fahrt von Europa nach Nord-Amerika, welche eine Strecke von mehr als 1000 geographiſchen oder 3000 engliſchen Mei⸗ len ausmacht, auf Dampfſchiffen zu unternehmen, weil nach den bisherigen Erfahrungen dazu ein Zeit⸗ raum von etwa 20 Tagen 1 dieſer Zeit einer größeren Menge von Kohlen für die Dampfmaſchine bedürfte, als das Schiff bei ſich aufzunehmen im Stande ſey... „Allein den Engländern iſt auch dieſes Hinderniß nicht mehr unbeſiegbar. Sie ſagen, man könne ſtatt 150 engliſche Meilen auch wohl deren 200 in Einem Tage zurücklegen,“) wie bereits Dampfſchiffe gethan; man müſſe wein Dampfſchiff von 1200 Tonnen(jede 1 zu 20 Centner) bauen mit 300 Pferdekraft. Die Hälfte des Gewichtes, d. h. 600 Tonnen oder 1200 Centner Kohlen reiche für den Bedarf hierzu hin, und damit müſſe man wohl in etwa 13 Tagen nach Amerika kommen. Wirklich haben ſchon im vergangenen Jahre die öffentlichen Blätter ange⸗ zeigt, daß mehrere ſolche Schiffe im Bau begriffen wären, welche ſogar auf 1800 Tonnen berechnet ſind. Kommen ſie, woran wohl jetzt nicht mehr zu zweifeln iſt, zu Stande,“) dann iſt eine Reiſe nach Amerika mit weniger Schwierigkeiten verbunden, nach London war, wozu man nun kaum einige Tage nöthig hat. Aber nicht die Schnelligkeit allein iſt das Bewunderns würdige bei dieſer Sache, ſon⸗ dern, daß man alsdann faſt bei jedem Winde und jeder Witterung und Jahreszeit zu fahren im Staude iſt. Was würden unſere Väter und Großväter dazu ſagen, wenn ſie ſaͤhen, daß ihre Enkel„wider den Strom ſchwimmen“ können, wovor ſie doch F. 19 1 1 ie 7 9 69 eugliſche Meilen ſind 15, geographiſche Meilen oder 25 franzöſiſche Liene s, welche unſeren Wegsſtun⸗ den ungefähr gleichkommen werden; mithin werde man dieſer letzteren mehr als 70 in Einem Tag zurücklegen können. 25 1 i zr) Neueren Zeitungsnachrichten zufolge ſind ſie nicht allein zu Stande gekommen, ſondern haben auch ihre Fahrten nach Amerika und zurück glücklich zurückgelegt. nöthig wäre, und es in als eine ſolche vor hundert Jahren aus der Wetterau 2 2 5 2 (4166) iſt zuiſch mit Gel genthüm lichem 2 gegen 2 geben w. Ober 0 1 1 (0J167) I udigunz um 8 l ö 0 ö 0 f Jahren in bracht hat, Luropa und don Afrifa a al doc Europa r bon mehr chen Mei, ternehmen, qu ein Zeit⸗ t und es in Koblen fut chiff dei ſich s Hinderniß n konne ſtatt 00 in Einem diffe gethan; Tonnen(jede kraft. Die ober 1200 NRetpu hin, Tagen en ſchon im tler ange⸗ au begriffen nen berechnet icht mehr zu e Reiſe nach verbunden, der Wetterau kaum einige ligkeit allein Sache, ſon⸗ Winde und eu im Staude d Großväter nel„wider poor ſit doch din werde man des zurücklegen v ſie nicht allein cd wre Fahrten zelegt. — immer ſo ſehr warnten? Was würden ſte dazu ſagen, wenn ſie erführen, daß man mit Wagen fährt, vor welche keine Zugthiere geſpannt ſind, und die doch in Einer Stunde mehr als vier Stunden zurücklegen? Was würden ſie endlich ſagen, wenn man ihnen mittheilte, daß man in Einem Monate bequem nach Amerika und wieder zurück zu reiſen vermag?— Wahrlich, wir würden es ſelbſt nicht glauben, wenn wirs nicht in der Wirklichkeit ſähen! Dei ü ck fei ker. In Nr. 42 unſeres Blattes, S. 303, eilfte Zeile der erſten Columne, leſe man Mahl ſtatt Mal. Wir müſſen bei dieſer Gelegenheit unſere Leſer überhaupt um Rachſicht bitten, wenn ſich hier und da ein Druckfehler einſchleicht. Wer die Sache genauer kennt, weiß, daß dergleichen trotz ge⸗ nauer Correctur und Reviſion zuweilen ſich doch nicht ver— meiden läßt. Die Red. Kaſſe fuͤr taubſtumme Konfirmanden. Für die Predigt ꝛc. des Herrn Prof. Sell, von deren Ertrag eine Kaſſe für taubſtumme Konfirmanden gegründet werden ſoll, iſt ferner bis heute eingegangen: Durch Exempl. fl. kr. Herrn F. F. Meinhard, stud. theol. von Nauheim 8 7. Candidaten Clotz 4 1 20 Friedberg den 25. Oktober 1838. 5 E. Bindernagel. An die Herren Lehrer des Kreiſes Friedberg. In Bezug auf mein Zirkulär vom 12. d. M. bemerke ich, daß die Beſprechung nächſten Mittwoch, als den 31. d. M., Nachmittags von 1 bis 2 Uhr in dem hieſigen Rathhausſaale, welchen die ſtädtiſche Behoͤrde mit der größten Bereitwilligkeit zuſicherte, ſtattfindet und erſuche daher die Herrn Lehrer, ſich daſelbſt einzufinden. Friedberg den 25. Oktober 1838. Carl Bindernagel. Bekanntmachungen von Vehoͤrden. Aufgefundenes Geld. (1166) Am 25. d. M., Abends gegen 6 Uhr, iſt zwiſchen Oberwöllſtadt und Friedberg eine Gurte mit Geld gefunden worden. Der rechtmäßige Ei⸗ genthümer hat ſich bei Unterzeichnetem mit hinläng⸗ lichem Ausweis zu melden und es wird ihm jene gegen Vergütung der Inſerats⸗ ꝛc. Koſten zurückge⸗ geben werden. Ober wöllſtadt den 25. Oktober 1838. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter Feuerbach Beka untma ch ung. (1167) Montag den 12. k. M. und bis zur Be⸗ endigung die folgenden Tage, jedesmal Vormittags um 8 Uhr und Nachmittags um 2 Uhr, werden in 309 — dem Zimmer des Küchenbaues der Kloſterkaſerne dahier namhafte Quantitäten getragener Mäntel, Röcke, Handſchuhe, Spencer, Mützen, wollene und leinene Pantalons, dergleichen Gamaſchen, Hemden, Socken, Schuhe und Bett⸗Teppiche ſtückweiſe— ſodann mehrere abgängige Caſernen-Requiſiten, als Tiſche, Stühle ꝛc. ſowie auch alte Trommelfelle ſtück⸗ und parthienweiſe, gegen gleich baare Zahlung verſteigert. f Die Herren Burgermeiſter der Umgegend Fried⸗ bergs werden erſucht, dieſe Verſteigerung geeignet bekannt machen zu laſſen. Friedberg den 25. Oktober 1838. a In Auftrag: Gölz, Oberquartiermeiſter. Edictalladung. (1149) Der Schneider, Wirth und Krämer Joh. Muth zu Nauheim hat ſeine Inſolvenz ge— richtlich angezeigt und auf Eröffnung des Concurs⸗ verfahrens angetragen. Hiernach iſt zuvor zur ſum⸗ mariſchen Liquidation ſämmtlicher Forderungen und zum Verſuche der Güte, ſowohl zwiſchen den Ge⸗ meinſchuldnern und den Gläubigern, als dieſer unter ſich, Termin auf den 14. November l. J., Morgens 9 Uhr, unter dem Rechtsnachtheil anbe⸗ ſtimmt worden, daß die zurückbleibenden bekannten Gläubiger als dem Beſchluſſe der Mehrzahl der Erſcheinenden beitretend erachtet, die unbekannten aber ausgeſchloſſen werden. Zahlungen können gültiger Weiſe nur au den einſtwellen beſtellten Maſſepfleger Martin Bern⸗ hard in Nauheim geſchehen. Dorheim den 12. Oktober 1838. Kurfürſtliches Juſtizamt Halberſtadt. Hofraithe⸗Verſteigerung. (1150) Montag den 29. d. M., Vormittags um 10 Uhr, ſoll in hieſigem Rathhauſe wegen ge⸗ ſchehenem Nachgebot die Hofraithe des Carl Göring, beſtehend in Wohnhaus, Nebenhaus, zwei Schwein⸗ ſtällen, ſammt Hofraum und Garten hinter dem Hauſe, an Herrn Heinrich Weckerling gelegen, einer nochmaligen öffentlichen Verſteigerung aus⸗ gefetzt werden. Friedberg den 16. Oktober 1338. Der Bürgermeiſter D. Fritz. Verpachtung i (1155) Montag den 29. Oktober, Vormittags um 10 Uhr, ſollen in hieſigem Rathhaus nachbe— merkte leihfällige Almayenſtücke einer anderweitigen Verpachtung auf 6 und 3 Jahre an Meiſtbketende ausgeſetzt werden, als: 37 Ruthen an der Landſtraße, 20 daſelbſt, 1 N 389 an der Galgenbrücke, links,. Das Grabſtück hinter Kehrs Garten, ungemieſſen⸗ Der viereckte Weier, 3 Stück das Gras im Roſenthal, an der Antauge, auf 3 Jahre, 3 Prtl. 30 Ruthen am Schmidt'ſchen Acker, „— am Dachspfad, „„ in der Töpfenkaut, 8„ in dem Lachenfeld und 1„ 10„ das Grabſtück im Roſenthal. Die Schützen ſind angewieſen den Pachtlieb⸗ habern die Stücke zu zeigen. Friedberg den 16. Oktober 1838. Der Bürgermeiſter D. Fritz. Bekanntmachung. (1168) Mittwoch den 31. d. M., Vormittags 40 Uhr, werden auf dem Rathhauſe dahier 400 Centner Braunkohlen aus dem Dorheimer oder Bau⸗ ernheimer Bergwerk, für die Hausarmen, hierher zu fahren, an den Wenigſtnehmenden verſteigert. Die großh. Bürgermeiſter werden erſucht, dieſe Verſteigerung in ihren Gemeinden bekannt machen zu laſſen. Niederwöllſtadt den 22. Okt. 1838. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter Bauſch. Verpachtung des Holzhäuſer Bachs im Revier Eſchbach. (1169) Mittwoch den 28. November d. J., Mor⸗ gens 10 Uhr, ſoll auf der Gemeindeſtube zu Holz⸗ hauſen die fiscaliſche Fiſcherei im Holzhäuſer Bach, von der Köpperner Grenze bis zur Obererlenbacher Gemarkung, auf 12 Jahre verpachtet werden. Es wird dieſe Verpachtung mit dem Bemerken veröffent⸗ licht, daß Nachgebote nicht angenommen, und nur bekannte, rechtliche Leute als Paͤchter zugelaſſen wer⸗ den, von denen eine odrnungsmäßige Benutzung des Fiſch⸗ und Krebsfangs zu erwarten ſteht; keine Holzfrevler, Wild⸗, Fiſch⸗ und Krebsdiebe, oder Leute ohne alles Vermoͤgen, oder ſolche, die durch Aus⸗ übung des Fiſch⸗ und Krebsfangs ihr Gewerbe vernachläſſigen und in ihrem Nahrungsſtande zurück⸗ kommen würden. Perſonen, deren Fähigkeit, hiernach zu Pachtungen von Fiſch- und Krebswaſſern zuge⸗ laſſen zu werden, nicht notoriſch iſt, haben ein Zeug⸗ niß des großh. Kreisraths und Forſtinſpectors bei⸗ zubringen. Obereſchbach am 18. Oktober 1838. Der großh. heſſ. Revierförſte Weihl. f Fleiſchlieferung für das Landes hoſpital Hofheim auf 6 Jahre. (1170) Mittwoch den 14. November d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, kommt die Lieferung des für die hieſige Landes⸗Anſtalt erforderlichen Ochſen⸗, Rind⸗ Kuh⸗, Kalb⸗ und Hammelfleiſches ſowie des Fettes, in einem voranſchlägigen jährlichen Betrage von eirca 6000 fl. für 35,000 Pfd. auf die Dauer der s Jahre, 1839 bis einſchließlich 1844, dahier — 1— zur öffentlichen Verſteigerung an den Wenigſtneh⸗ menden. Dieſer muß ein gelernter Metzger und ſolider Mann ſeyn, und ſowohl hierüber, als auch zur Stellung einer Caution von 400 fl. oder ent⸗ ſprechender Bürgſchaft, ſich ausweiſen können. Sei⸗ nen Wohnſitz hat derſelbe in einem der nahe liegen- den Orte Crumſtadt, Goddelau oder Stockſtadt zu nehmen. Das Schlacht⸗ und Aufbewahrungslocal, ſowie die erforderlichen Gefäße für den dieſſeitigen Bedarf werden demſelben in der Anſtalt geſtellt. 9 Die weiteren Bedingungen können jeden Tag in dem Geſchäftslocal der dieſigen Oekonomie⸗ und Kaſſeverwaltung eingeſehen werden. Hoſpital Hofheim den 11. Okt. 1838. Wolff. Oeffentliche Ladung. (1171) um das Inventarium uͤber den Nachlaß der, im vorigen Monate zu Niedereſchbach geſtor⸗ benen Schreiner Franz Koch Eheleute, abſchließen zu können, werden alle diejenigen, welche Forderungen an ſolche haben, aufgefordert, Freitag den 16. November, Vormittags, dieſelben dahier anzuzeigen, als ſonſt beim Abſchluß⸗ des Inventars und der Vertheilung des Nachlaſſes keine Rückſicht darauf genommen Wi Großkarben den 15. Oktober 1838. Großherzogl. heſſ. Landgeicht daſ. Muhl. Schmidt. Brodlieferung zu Butzbach. (1172) Montag den 29. d. M., des Vormittags um 10 Uhr, ſoll die Lieferung des Brodbedürfniſſes hieſiger Garniſon pro 1. Semeſter 1839 an den Wenigſtnehmenden mittelſt Verſteigerung in Accord gegeben werden. Butzbach den 23. Oktober 1838. In Auftrag: Cellarius, g Unterquartiermeiſter. Bekanntmachung. (1173) Auf Verfügung großh. heſſ. Landgerichts, ſoll Montag den 29. d. M., Vormittags 9 Uhr, auf hieſigem Rathhaus 1 6%, 1 Morgen 8 Ruthen Acker an Adam Gruß und Heinrich Kehr gelegen ee 50 11 Ruthen am Fiscus cameralis ge⸗ egen g öffentlich meiſtbietend auf 1 Jahr verpachtet werden. Friedberg den 25. Oktober 1838. Der Bürgermeiſter D. Fritz. Bekanntmachung.. g (1174) In Auftrag des Herrn Profeſſor Fertſch ſoll deſſen in hieſiger Kirchgaſſe gelegene Hofraithe nebſt Zubehörungen, beſtehend aus Wohnhaus, Stal⸗ lung Hofraum und Garten, Donnerſtag d. 1. Nov. I. J., Vormittags um 10 Uhr, durch den Unterzeich⸗ neten einer freiwilligen Verſteigerung unter den im Termin bekannt gemacht werdenden Bedingungen, ſo gewiß im Termin deren Einſicht vorher bei dem großh. Hofgerichts⸗ ſowohl die. Bedingung Obbor 0 (4177) um 2 Uhr Steuernag ſo wie ein Korn, Wa Stroh in Forder ſind durch ſtellten Vo Dorhe (1178) Termin z. Johannes ſchaften, Waarenvo der Ladeng. 90.. M, ſimmt word Dorheir 8. den Nachla goach geſtor⸗ Fabſchlitzen Forderungen iim Termin mittags, ein döſcluß * Nachlaſſes 38. ndgeicht daſ. nidt. Dach. Vormittags oöbedürfniſſes e an den ug in Meord A Auftrag: Lellatius, rguartiermeiſtet. u g. „Landgerichts, zittags 9 Uhr, Mam Griß cameralis ge⸗ pachtet werden. 8. 5 ſter D. Fritz. 19. mirſor Ferch zent Hoftaithe bubaus, Stal⸗ dag d. J. Noy. den Unterpeich⸗. unter den in Bedingungen, b. Hofgerichts⸗ ſtattfinden kann, ausgeſetzt werden. werden hierzu eingeladen. 5 Friedberg den 25. Oktober 1838. Der Bürgermeiſter D. Fritz. Bekanntmachung Kaufluſtige (1175) Dienſtag den 30. Oktober, Vormittags 10 Uhr, werden in dem freiherrlich von Franken⸗ ſtein'ſchen Wald, Diſtrikt über der Quer⸗Schneiße 3500 Stück buchen Wellen vorzüglichſter Qualitat unter den vor der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen verſteigert, wozu Kauflieb⸗ haber einladet. Ockſtadt den 25, Oktober 1838. Der freih. v. frankenſtein'ſche Oberförſter g Harth. Verſteigerung auf den Abbruch. (1176) Auf dem hochgräfl. Solms Laubachiſchen Hofgute zu Obbornbofen(Landrathsbezirk Hungen) ſollen Montags den 26. November d. J. auf den Abbruch öffentlich an den Meiſtbietenden verſteigert werden: 0. 5 1) Ein geräumiges zweiſtöckiges Wohnhaus meiſt von eichen Holz erbaut, 36 ½ Fuß lang und 23 Fuß breit, ſodann 2) ein Stall 72 Fuß lang und 14 Fuß breit. Steigluſtige koͤnnen vor anberaumtem Termin ſowohl die Hofraithe, als die näheren Verſteigerungs⸗ Bedingungen bei dem Unterzeichneten einſehen. Obbornhofen im Oktober 1838. Der gräfliche Verwalter daſelbſt f E. Hoffmann. Bekanut machung. 1177) Montag den 29. l. M., Nachmittags im 2 Uhr, ſollen die zum Nachlaſſe des der Georg Steuernagels Wittwe gehörigen Hausgeräthſchaften, o wie eine Kuh, einige Malter Kartoffeln, etwas Korn, Waizen, Hafer und Gerſte, und einige Fuder Stroh in dem Sterbehaus verkauft werden. Forderungen an die Kinder der Steuernagel nd durch Einreichen der Rechnungen bei dem be— ſellten Vormund Peter Euſer alsbald anzuzeigen. Dorheim am 23. Oktober 1838. Kurfuͤrſtl. heſſ. Juſtiz⸗Amt daſelbſt. Halberſtadt. Bekanntmachung. (1178) Auf Antrag des Maſſe- Verwalters iſt Termin zum Verkaufe der zum Concursmaſſe des zohannes Muth zu Nauheim gehörigen Hausgeräth⸗ ſhaften, ſowie von einigen Mltr. Kartoffeln, der Vaarenvorräthe, ſodann von einigen Centnern Heu, ter Ladengeräthſchaften u. ſ. w. auf Dienſtag den 0. l. M., Morgens 10 Uhr, nach Nauheim anbe⸗ ſimmt worden. Dorheim den 23. Oktober 1838. f g Kurfüͤrſtl. heſſ. Juſtiz⸗Amt daſ. Halberſtadt. 311 advokaten, Hrn. Trapp III., in deſſen Behauſung Privat⸗ Bekanntmachungen. . Zum Vermiethen, (1141) In dem ehemaligen W. Dietz'ſchen Hauſe in der Uſergaſſe iſt der zweite Stock zu vermiethen und kann ſogleich bezogen werden. Derſelbe beſteht aus 4 in einander gehenden heitzbaren Zimmern, Küche, Keller, Dachſtube, Holzbehälter und einer gemeinſchaftlichen Waſchküche.— Im dritten Stock iſt ferner ein heitzbares Zimmer mit einem Alkoven ohne Möbel an einen ledigen Herrn zu vermiethen. Die näheren Bedingungen ertheilt der Unter— zeichnete. f Fried berg im Oktober 1838. 290 Peter Roth, Gaſtwirth, e ze hh n g, 1179) Ich mache meinen Freunden und Gönnern die Anzeige, daß ich meine Wohnung in der Metz⸗ gergaſſe verlaſſen habe und gegenwärtig bei Witt⸗ frau Roßbach auf der breiten Straße wohne. Fer⸗ ner bemerke ich, daß ich von jetzt an jede Woche decatire und bitte um geneigten Zuſpruch. Karl Heinrich Friedrich, Schneider meiſter. 8 Aechtfarbigen Cattun, (1180) in Reſten von 3 bis 10 Ellen, à 11 kr. die Elle, habe ich wieder erhalten. J. Fürth, Friedberg. Metzgergaſſe 195. Alle Sorten Mehl, (1181) Grießmehl, Gerſtenſchrot, Erbſen, Linſen, neue Häringe und verſchiedene Fäſſer ſind zu ver⸗ kaufen bei Wilh. Breitwieſers Wittwe. Bekanntmachung. (1182) Montag den 29. d. M., Vormittags um 10 Uhr, ſollen aus der Concursmaſſe der Martin Meyers Eheleute 2—3 Malter Hafer, 30 Gebund Haferſtroh und 4 Mlt. Kartoffeln verſteigert werden. Schwalheim den 25. Oktober 1838. Georg Fritzel, Maſſepfteger. Zwei Faſſelſchweine, (1183) welche unter 4 Stück ausgewählt werden können, hat zu verkaufen Bäckermeiſter Kalbhenn in Heldenbergen. 5 Schluß der Sommerbeluſtigungen auf dem ſchwalheimer Sauerbrunnen. (1184) Sonntag den 2. November iſt auf dem ſchwalheimer Sauerbrunnen gut beſetzte Tanzmuſik anzutreffen, womit ſich die Sommerbeluſtigungen da⸗ ſelbſt für dieſes Jahr beendigen. Indem ich fuͤr den bisherigen zahlreichen Beſuch meinen verbind⸗ lichſten Dank ausſpreche, hege ich zugleich die Hoff⸗ nung, alle meine lieben Sommergäſte noch einmal den 4. November bewirthen zu können, und zwar mit vorzüglichem Wein und gut zubereiteten Speiſen. Henkel. Derjenige Unbekannte, (1185)— Di. aus F?—, welcher in einem An⸗ falle von Irrſinn oder jugendlicher Schwärmerei vor Kurze m durch den Bezirksboten einen mit„——iffht unterzeichneten Brief voll gereimter Klagen über unglückliche und ewige Liebe einem achtbaren Frau⸗ enzimmer hieſiger Gegend zu ihrer und ihres Ver⸗ lobten freilich nicht geringer Beluſtigung geſchickt hat, wird hiermit gebeten, ſeine Don„Quixoterien dort abzuholen und doch künftig lieber ſonſtwo an⸗ zubringen. In Dienſt geſucht (1186) wird eine gute Köchinn, die feine Spei⸗ ſen und Backwerk zu bereiten verſteht, und ſogleich in Dienſt treten kann, bei einer Herrſchaft auf dem Lande gegen guten Lohn. Auskunft ertheilt die Ex⸗ pedition. 200 fl. (1187) liegen im Kirchenkaſten zu Melbach zum Ausleihen bereit. a Melbach den 19. Oktober 1838. f Der Kirchenrechner Filius. Einladung. (1188) Bei Gelegenheit des hieſigen Marktes, welcher Dienſtag den 30. und Mittwoch den 31. d. M. abgehalten wird, iſt bei mir gut beſetzte Tanz⸗ muſik anzutreffen, wozu ich meine Freunde und Be⸗ kannte hiermit höflichſt einlade. Rodheim den 24. Oktober 1838. Jacob Emmerich. Anzeige. (1189) Einem geehrten Publikum beehre ich mich hiermit die ergebene Anzeige zu machen, daß ich Sonntag den W. Oktober meine etablirte Gaſtwirth⸗ ſchaft eröffne. Den 31. Oktober und den 1. Nov. l. J. iſt gute Tanzmuſik bei mir anzutreffen. Da an dieſen beiden Tagen der hieſige Markt abgehal⸗ ten wird, ſo ſehe ich einem recht zahlreichen Zuſpruch von bekannten und unbekannten Gäſten entgegen. Durch prompte und billige Bedienung werde ich mich dem Publikum dieſes Jahr zu empfehlen bemüht ſeyn, damit wir— meine Gäſte und ich— nach 365 Tagen ans fröhliche Ende den fröhlichen An⸗ fang knuͤpfen können. Okarben den 17. Oktober 1838. Wilhelm Philipp, Gaſtwirth. Zum Verkaufen. (1190) Ein zum Fahren und Reiten geeignetes, vorzüglich rüſtiges Plerd iſt zu verkaufen. Die Expedition d. Bl ertheilt hieruͤber nähere Auskunft. Logis ⸗ Anzeige. (1191) Bei Unterzeichnetem iſt ein Logis zu ver⸗ miethen, beſtehend in vier heitzbaren Zimmern, et⸗ lichen Kammern, Keller und Küche; auch kann es Dedruckt und verlegt unter Verantwortli 312 Etageweiſe, werden. oder einzelne Zimmer davon abgegeben J. Steinhäußer. Zweite Lieferung zweiter Auflage Schillers ſaͤmmtlichen Werken iſt bei dem Unterzeichneten angekommen und wird gegen 1 fl. 21 kr. an die reſp. Suſeribenten abgegeben. Zugleich empfiehlt ſich derſelbe zu weiteren gütigen Aufträgen auf dieſe ſchone in 12 Bänden beſtehende Taſchen⸗Ausgabe, im Sub⸗ ſcriptionspreis von 5 fl. 24 kr. 1 Ferner nimmt derſelbe Beſtellungen an auf W. Shakeſpeare's ſaͤmmtliche dramatiſche Werke. Ausgabe in 12 Bänden. Druck und Format wie Schillers Werke. Mit 37 Umriſſen. Subſcriptions⸗ preis 6 fl., zahlbar in 4 Terminen.] Probedruck liegt bereit. C. Bindernagel. Fruͤchte⸗Preiſe hier in Friedberg: Waizen: 10 fl.— kr. Korn: 7 fl. 20kr. Gerſte; 5 fl.— kr. Hafer: 3fl.— kr. Erbſen:— fl.— kr. Fruͤchte⸗Preiſe zu Frankfurt, am 22. Okt.: Waizen: 9 fl. 40 kr. Korn:— fl.— kr.— Gerſte: 5 fl. 30 kr, Hafer: 3 fl. 10 kr. Erbſen:— fl.— kr. Früchte⸗Preiſe zu Mainz, am 19. Okt.: Walzen: 10 fl. 4 kr. Korn: 7 fl. 40 kr. Gerſte: 5 fl. 41 kr. Hafer: 3 fl 28 kr. Erbſen:— fl.— kr. Polizei⸗Taxe für die Staͤdte Friedberg und Butzbach vom 28. Okt. bis 4. Nov, 1838. pfd Brod NY reiſe. Friedberg Butzbach. kr. pf. kr. pf. 1 Leib⸗Roggenbrod 2 3 23 2 77 77 5 5 5 1 4 7 1 10 3 10 2 . g Loth. Loth. Milchbrod 144% 1 4½ —[Waſſerweck 11 5% ü— —([Gemiſchtes(Tafel⸗) Brod 1 475% 1 5% Fleiſch⸗Preiſe. 2 4 pf. pf. 1. Ochſenfleiſch f 1112 14%½2 „Kühfleiſch 8.3 811 „ Rindfleiſch 8 81— „ Kalbfleiſch n 81— 81— „ Schweinenfleiſch 1113 41 3 „ Hammelfleiſch 9 81 „ Schaaflleiſch 5 7—— „ Wurſt von blos Schweinen 1 „ Gemiſchte Wurſt 8 10— 10— „Bratwurſt 15— 15— „ Schwartenmagen 16— 16— „ Geräucherter Speck 2233 „Schinken 15— 14— „ Doörrfleiſch 16— 15— „ Schpweinenſchmalz, ausgelaſſen 20— 13— 1 did unausgelaſſen 19— 18— „ Nierenfett„„ Hammelsfett 151— 141— Der großh. heſſ. Kreisrath K. d. F. Küchler. chkeit von Carl Bind ernagel in Friedberg. . den — . 0 Am der Lil wirkung de ein J zahl von Theil no von Buß worden; gelesenen überfsog Anzeige. —— 9 Ver Sehet als Ey Am heim, Eteigni liefert, Unglüc die Urſ Die war in und ſo men mt huſchan Gleiche