af Intelligenzblatt 0 kr. für die N= 2 14 0 2 e Mrovinz W 8 g im Allgemeinen, eder Gettt e den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. Geh. 7 kt.—— . M 38. Sonnabend, den 22. September 1833. te: A t.* k. 10. Sept.:. Amtlicher Theil. bre f. 0h. . —————— See: Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg de. 4. tt. an ſaͤmmtliche großh. Buͤrgermeiſter des Kreiſes. reg 40 Belreffend: Die Entrichtung von Einzuͤgsgeld von Seſten der neueinziehenden auswärtigen Schutzjuden. It. 1838. Von höchſtpreißlichem Miniſterium des Innern und der Juſtiz iſt verfuͤgt worden, daß die neueinzie⸗ —— enden auswärtigen Schutzjuden, ſowie die auswärtigen Frauensperſonen, welche einen Schutzjuden ehelichen, r Buzktag. das nach der Seelenzahl der Gemeinden durch mein Ausſchreiben vom 27. Sept. v. J., Intelligenzblatt Nr. 39, k. die Beſtimmung der Inferenden und Einzugsgelder für Neueinziehende betreffend, feſtgeſetzte Einzugsgeld nin die Ortsgemeinden zu leiſten ſchuldig ſind, daß dagegen, die auswärtigen iſraelitiſchen Frauensperſonen, pelche einen Wittwer heirathen, der bereits als Schutzjude recipirt iſt, eines Inferendums nicht bedürfen. Friedberg am 14. Sept. 1838. Küchler. — S 8 t a e. N a g 65 IN. Entlaſſungsfeier 5 95 evangeliſchen Pre- waren diesmal drei derſelben angemeſſene Lieder . diger-Seminar zu Friedberg. gedichtet und zum Theil neu componirt. Das erſte Die Entlaſſung derjenigen Mitglieder des hie- ſtimmte der Chor des Schullehrer-Seminars von 2 u 5 ſgen evangeliſchen Prediger-Seminars, welche die der Orgel herab an. Hierauf hielt der zweite Pro— = brgeſchriebene Zeit dieſe Anſtalt beſucht hatten, feſſor, Herr Fertſch, eine gehaltvolle, Kraft und 4 1 find diesmal am 17. September und zwar auf eine Salbung athmende Rede, und benutzte hauptſächlich — 12— benſo würdige und ruͤhrende Weiſe ſtatt, wie im die Stelle Galater V. zur Ermunterung der „ errfloſſenen Frühjahre.— Um neun Uhr lud das jungen Männer, feſt zu halten am Evangelium und 5 4— fierliche Geläute in das Gotteshaus. Außer den ſeiner würdige Diener zu werden. Als er geendigt, 5 2 ehrern und Mitgliedern fand ſich in demſelben nicht ſprach der Director, Herr Crößmann, bei Aus⸗ — 16— uur eine zahlreiche Menge Friedberger als Zuhörer theilung der Entlaſſungsſcheine rührende Abſchieds— — 1 enz auch mehrere Geiſtliche aus der Nähe und Ferne Worte an die Scheidenden, und bat ſie, eingedenk 2 15— leehrten das Feſt mit ihrer Gegenwart, und wir zu bleiben des Spruches:„Nicht, daß ich's ſchon — 110— feuten uns, Herrn Prälaten Köhler von Darmſtadt, ergriffen hätte; ich jage ihm aber nach, ob ich es 6— frner unſern ehemaligen Landsmann, den jetzigen auch ergreifen mochte ꝛc.“ Hierauf ſchöner Wechſel⸗ — 15— General⸗Superintendenten Herrn Sartorius von geſang der Candidaten und des Chores, nach wel— ath d. K. 9 Fbönigsberg in Preußen, und den Superintendenten chem Herr Candidat Bender Namens der Scheiden— f der Provinz Oberheſſen, Herrn Simon von Gie-⸗ den die Abſchiedsrede hielt. Den Beſchluß machte — ben, unter denſelben zu erblicken. Für die Feier würdig ein drittes Lied, nach der altehrwürdigen 1 Melodie„Ein' veſte Burg iſt unſer Gott“ zꝛc. Wir bedauern nur, daß uns der beſchränkte Raum ver⸗ bietet, ein Mehreres von dem Inhalte der drei Reden, ſo wie den ganzen Text der ſchönen Lieder für die⸗ jenigen unſerer Leſer zu geben, welche die Gelegen⸗ heit nicht hatten, dieſer Feier beizuwohnen, die ſo ganz einen ächt chriſtlichen Geiſt athmete. 2 Hans und Kunz. Gur Kurzweil.) Hans und Kunz waren im Wirthshauſe in einen Wortwechſel gerathen, der endlich ſo ernſt wurde, daß beide beſchloſſen, den Herrn Pfarrer zum Schiedsrichter anzurufen.— War's ſchon vor⸗ her ergoͤtzlich für die übrigen Wirthsgaſte geweſen, die Männer, welche ſonſt immer ſo friedlich neben einander geſeſſen hatten und alle beide von dem Grundſätze ausgingen,„eſſen und trinken könne Jeder für zwei Mann, dafür müſſe er aber auch in der Zwiſchenzeit ſeine Ruhe haben,“ nun wie zwei Kampfhähne gegen einander zu ſehen; ſo war's jetzt um ſo ergötzlicher für einen großen Theil der Dorf⸗ bewohner, ſie bis an das Thor des Herrn Pfarrers zu begleiten und zu hören, wie ſie ſich gegenſeitig anblitzten und andonnerten und immer lauter wur⸗ den, weil Jeder glaubte, je lauter er dem andern zuſchrie, deſto eher müſſe er Recht erhalten. Als ſie nun vor den Herrn Pfarrer gekommen waren, gab's eine neue ergötzliche Scene, diesmal aber nur für die Pfarr-Familie, denn die andern Perſonen waren vor dem Thore geblieben. Jeder von beiden glaubte nämlich Recht zu bekommen, wenn er zuerſt ſpräche, und da ſprachen oder ſchrien ſie vielmehr zuſammen, daß man ſein eigenes Wort nicht hören, wenigſtens der Herr Pfarrer durch⸗ aus nicht verſtehen konnte, worüber ſie ſtritten. Der Herr Pfarrer war aber ein verſtändiger Mann, und dazu noch ein ächter Menſchenkenner.„Wenn, ſo dachte er, ich ſie nur einmal zum Sitzen gebracht habe, ſo iſt die größte Hitze vorüber, und dann werd' ich es auch dahin bringen, daß ich ſie ver⸗ ſtehe.“ Damit holte er und ſeine kluge Hausfrau, die immer wußte, was ihr Mann wollte, ohne daß ers zu ſagen brauchte, jedes einen Stuhl, und waren endlich ſo glücklich, den Zeitpunkt zu benutzen, wo beide etwas ausſchnaufen mußten, um zu Athem zu kommen, und ſie beide zu den Stühlen nieder zu beugen. Ein Paar mal wollten ſie zwar wieder auf; allein das friedenſtiftende Ehepaar ſuchte ſie doch in ihrer ſitzenden Stellung feſt zu halten. „Jetzt, ihr lieben Leute, begann der ruhige Geiſt⸗ liche, bringt mir euer Anliegen vor.“ Kaum hatte er das Wort geſprochen, ſo war das alte Uebel wieder da, und Jeder ſchrie ihm ſeine Behauptung ſo in die Ohren, daß er abermals nichts verſtand. Zuletzt gebrauchte er ſein geiſtliches Anſehen, und brachte es dahin, daß der Kunz ſchweigen mußte, und der Hans das Wort erhielt. „Ich behaupte, ſagte er, daß alle Nahrung von Gott kommt.“— Da habt ihr Recht verſetzte der Pfarrer. „Was? Recht? ſchrie Kunz, und wollte eben wieder das alte Lied anfangen, als er zum zweiten Mal„zur Ordnung“ verwieſen wurde, wie mans an dem Landtage zu nennen pflegt, und der Hans fuhr dann weiter fort:„Da nun alle Nahrung von Gott kommt, ſo wird mir gewiß niemand Un⸗ recht geben dürfen, wenn ich behaupte, daß es auf der Welt nichts Beſſeres gibt, als das Eſſen.“ Da habt ihr gewiſſer Maßen Recht, verſetzte der Pfarrer, während Kunz mit den Zähnen knirſch⸗ te, weil er ſeinem Gegner nicht Unrecht geben durfte. Denn eben hatte ſich der Pfarrer in aller Ruhe nach ihm gewandt, um ihn zu bitten, nun ſeine Be⸗ hauptung auszuſprechen. „Ich behaupte, ſagte Kunz, daß der Schlaf auch von Gott kommt; und weil er von Gott kommt, ſo behaupte ich, daß er mir über das Eſſen geht, und daß mir nichts über den Schlaf geht.“ Da habt ihr gewiſſer Maßen auch Recht, erwie⸗ derte ihm der Pfarrer, und hielt dabei ſeine Hand vor Hanſens Mund, damit er das, was er eben geſagt hatte, nicht noch einmal herausbrüllen konnte. Und nun fuhr der Pfarrer ſo fort: Seht, ihr lieben Leute, die Speiſe iſt eine Gabe Gottes, und der Schlaf ebenfalls. hungrig gearbeitet hat, dem iſt die nährende Speiſe das Liebſte, und wer bis zum Abend ſo thätig ge⸗ weſen iſt, daß er ganz ermüdet wurde, der ſehnt ſich nach Ruhe, und dem iſt der Schlaf das Liebſte. Wer aber nichts gearbeitet hat, der ver⸗ dient weder zu eſſen noch zu ſchlafen.— Und dann gibt es doch auch wieder Menſchen, denen weder das Eſſen noch der Schlaf das Liebſte iſt, ſondern die nicht ſelten Eſſen und Schlaf fur nichts achten, um das zu thun, was ihnen am Her⸗ zen liegt und was ihnen die Pflicht auferlegt. Solche Menſchen arbeiten aber nicht für ſich und ihren Bauch, ſondern für Gott und ihre Mitmenſchen. Sie fühlen in ſich den Trieb zu etwas Beſſerem, als das Eſſen und Schlafen iſt, zu etwas Edlerem. Ja ſie ſetzen oft ihr eigenes Leben hintan, um das Gute zu be⸗ fordern, das Schlechte zu vernichten, und ſo die Gebote Gottes zu erfüllen. Das ſind eigentlich die wahren Menſchen. Denn wenn wir bloß eſſen und trinken und ſchlafen, ſo ſind wir im Grunde nicht mehr als die Thiere, die auch eſſen und trin⸗ ken und ſchlafen; ja wir ſind kaum ſo viel, indem viele Thiere dem Menſchen durch ihre Thätigkeit und Kraft außerordentlich nützlich ſind, wie Pferde, Ochſen, Kühe u. dgl.— Wenn ihr darum haben wollt, daß eure Mitmenſchen euch achten ſollen, ſo Wer ſich recht fu, verſetzte 1. nen kirsch, geden durf N 0 aler Rub nun ſeine Be N der Schlaf Gott komm, Eſſen geht geht.““ Recht, erwie⸗ el ſeine ban was er ehen prüllen konnte, t eine Gabe 3 r ſich recht a Ide Speiſe o thaͤtig ge⸗ dt, der ſehut das Veste. „ der ver 5 ſchlafen.— der Menſchen, af das Liebſe d Schlaf für hnen am Her erlegt. Solcht ihren Bauch, . Sie fühle als das Eſſi In ſie ſetzn Gute zu he, „ und ſo dit eigentlich du dir bloß eſa t im Grund ſen und tri viel, inden e Thätigte“ „wie Pferde darum haben da llen en ſollen, 0 müßt ihr andere Dinge als Eſſen und Schlafen für das Beßte in der Welt halten.“ Als das der Haus und der Kunz hörten, machten ſie beide lange Geſichter, und gingen ganz in der Stille davon. Aber wozu dieſe Geſchichte in unſerm Intelligenz⸗ blatte? Es wird doch wohl unter den Leſern keinen Hans oder Kunz geben, die ſich allenfalls an der Naſe zupfen können?— Das nicht; es war nur zur Kurzweil. zur wetterauer Geſch ichte. 2) Muſchenheim. Daß zur damaligen Zeit nicht nur ein großer Nothzuſtand, ſondern auch eine große Rechtsunſicher— heit herrſchte, davon zeugt nachſtehender Vorfall, der ſich im Jahre 1637 bei Muſchenheim zutrug. Ein gewiſſer Caspar Schwenkel aus Bellersheim, Geiſtlicher im Kloſter Rockenberg, predigte auf den nahe gelegenen Orten Obermörlen, Niedermörlen, Oppershofen und Münzenberg gegen die Auhänger der neuen Lehre, die Proteſtanten. Als er eines Tages bei Muſchenheim vorbeiwanderte, wurde er von einem Adligen gefangen genommen, und von ihm ein Loͤſegeld von 1100 Makes gefor⸗ dert. Der heilige Mann hatte aber gar kein Geld, und ſo mußte er denn nach dem Sprüchworte, wer kein Geld hat, muß am Korper büßen, eine Leibes⸗ ſtrafe erleiden. Vorerſt wurde ihm der Bart theils abgeſchnitten, theils ausgeriſſen, uud nachdem ihm alle Kleider ausgezogen worden waren, ward er mit einem Bein an einen Balken aufgehängt und nun tüchtig durchgeprügelt. Dennoch ließ er ſein Predigen nicht. Vielmehr trieb er es immer weiter und hielt namentlich den in der Gegend zerſtreut wohnenden Nonnen Gottes⸗ dienſt u. ſ. w. Er wurde daher abermals tüchtig durchgeprügelt, ſeine Kutte ihm in Stücke zerriſſen und er hierbei ſo mißhandelt, daß er nicht wieder geneſen konnte, und hierauf ſtarb.“) Miscellen ) Coment. de castro aquilae. 1774 pag. III seg- Kaſſe für taubſtumme Konfirmanden. Für die Predigt ꝛc. des Herrn Prof. Sell, von deren Ertrag eine Kaſſe für taubſtumme Konfirmanden gegründet werden ſoll, iſt ferner bis heute eingegangen: Nen: Exempl. fl. kr. Fräulein Dietzſch in Ortenberg 12 3 4 3 42 Herrn Dekan Marchand in Bellersheim 6 2 „„ Kleberger in Melbach 6 2 45 „ Hofgerichtsrath Weber in Gießen 100 32 44¼ „ Pfarrer Sieglitz in Oberwöllſtadt 1— 24 Friedberg den 20, September 1838. g C. Binder nagel — N— Bekanntmachungen von Behoͤrden. NaN* Mobilien Verſteigerung. (1040) Dienſtag den 25 d. M., von Morgens 9 Uhr und Nachmittags 2 Uhr an, ſoll in der Jakob Engels Behauſung in der Uſergaß, auf Antrag der Jakob Engels Kinder, deren Mobilien erbvertheilungshalber öffentlich meiſtbietend verſtei⸗ gert werden, dieſe beſtehen: in Gold, Kupfer, Meſ— ſing, Zinn, Eiſen, zwei Schnappwaagen, Bettladen ic. vollſtaͤndige Betten, Betttücher, Vorhänge, Spie⸗ gel, ſonſtige Hausmobilien, zwei Keltern, eine Par⸗ tie Faßtauben, 7 gutgehaltene Stückfaß, 6 Zulaſt⸗, 7 zweioͤhmige Faͤſſer, 5 anderthalböhmige Fäͤſſer, 20 Ohmfäſſer, 15 halböͤhmige Fäſſer, Brandwein⸗ und Sauerkrautfäſſer. Friedberg den 14. Sept. 1838. Ju Auftrag: großh. heſſ. Landgerichts: Der Bürgermeiſter D. Fritz. Hofraithe-Verſteigerung. (4041) Nach der Verfügung großherzoglich heſ— ſiſchen Landgerichts ſoll die den Jakob Engels Kin⸗ der zuſtehende Hofraithe, an Peter Boutemy und Joh. Cromm gelegen und beſtehend in Wohnhaus, großem Hinterbau und Stall, Montag den 24. d. M., Vormittags 11 Uhr, einer nochmaligen freiwilli⸗ gen offentlichen Verſteigerung erbvertheilungshalber ausgeſetzt, und der Zuſchlag unwiderruflich ertheilt werden. Friedberg den 14. Sept. 1838. Der Bürgermeiſter D. Fritz, Arbeits-Verſteigerung. 9 (1069) Dienſtag den 25. September, Vormittags 9 Uhr, ſollen auf dem Rathhauſe zu Niederrosbach die zur Erbauung zweier neuer Abtritte in die dortige Schulhofraithe erforderlichen Bauarbeiten, als: 1) Maurerarbeitslohn voranſchlagt zu 9 fl. 26 kr. 2) Zimmerarbeit 9„029 7 12 1 3) Dachdeckerarbeit 1 0„, 4) Schreinerarbeit 5 iel, 6„, 5) Schloſſerarbeit 3 716% „ 7 ferner die Anfertigung der Subſellien in den Schul⸗ ſaal, wovon die Schreinerarbeit voranſchlagt zu 85 fl.. „ Spenglerarbeit 5 5„ 14„ an die Wenigſtfordernden in Accord gegeben werden. Friedberg, den 19. September 1838. Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter Rhumbler, Maurer- und Pflaſterarbeit⸗Verſteigerung. (1070) Dienſtag den 25. d. M., Morgens um 8 Uhr, ſollen die zur Herſtellung des hieſigen Fried⸗ hofs nöthige Maurerarbeiten, ſowie die zur Anlage eines ordentlich gangbaren Wegs nach demſelben, die nöthig gewordenen Pflaſterarbeiten, an Wenigſt⸗ nehmenden in Accord gegeben werden. Bemerkt wird hierbei jevoch, daß nur ſolche Steigerer zuge— 4 laſſen werden, welche als tuͤchtige Handwerker ſich legitimiren können. Stammheim den 20. Sept. 1838. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter Eckhold. f Holz- Verſteigerung. (1071) Dienſtag den 2. Oktober, Vormittags 9 Uhr, ſollen in den freiherrlich v. Diediſchen Waldun⸗ gen dahier 10 das von den Verſteigerungen vom 21. Mai und 9. Auguſt ſtehen gebliebene Stecken ⸗, Wellen⸗ und Stockholz; 2) circa 70 Stecken Hainbuchen⸗„ Eichen und Bir⸗ ken⸗Pruüͤgelholz und 3) 2000 Backwellen öffentlich an Ort und Stelle an den Meiſtbieten⸗ den verſteigert werden. Ziegenberg den 20. Sept. 1838. Kirchner. Bekanntmachung. (1072) Freitag den 28. d. M., Nachmittags 2 Uhr, ſoll in hieſigem Rathhaus die Lieferung von 8 Stück gußeiſernen Brunnen ⸗Trögen öffentlich an den Wenigſtnehmenden verſteigert werden. Friedberg den 20. Sept. 1838. f Der Buͤrgermeiſter D. Fritz. Bekanntmachung. N (1073) Dienſtag den 2. Oktober l. J., von Vor⸗ mittags 9 Uhr an, ſoll das Obſt auf den ſtädtiſchen Allmayen, im Seer⸗, Stadtſchreiberei- und Hain⸗ graben, Wildkautsgraben, hinterm Schützenrain, in der ockſtädter Gaſſe, an der Chauſſee ꝛc. ꝛc., beſtehend in Aepfeln, Birnen, Nüſſen und Zwetſchen, im Ganzen, dann in einzelnen Parthien öffentlich meiſt⸗ bietend verſteigert und der Anfang damit am Seeer⸗ graben gemacht werden. Friedberg den 20. Sept. 1838. a Der Bürgermeiſter D. Fritz. Aepfel-Verſteigerung. (1074) Freitag den 28. d. M., des Vormittags präcis 9 Uhr, ſoll das der hieſigen Gemeinde gehö⸗ rige Obſt, beſtehend in circa 10 Mltr. Aepfel an Ort und Stelle unter den vor der Verſteigerung eröffnet werdenden Bedingungen in Abtheilungen oͤffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Der An⸗ fang der Verſteigerung findet beim Ort vor der neuen Pforte ſtatt. Obermörlen den 20 Sept. 1838. Der großh. heſſ. Buͤrgermeiſter N Nicolai. Aepfel⸗ und Arbeits ⸗Verſteigerung. (1075) Montag den 24. d. M., Vormittags 10 Uhr, ſollen zu Fauerbach die diesjährigen Gemeinde⸗ Aepfel circa 5 Mltr. an Ort und Stelle meiſtbie⸗ tend verſteigert werden. Sodann ſoll, Mittags gegen 12 Uhr, in dem Gemeinde ⸗ Schulhof ein Stall zu pflaſtern und etwas Maurerarbeit an Ort und Stelle wenigſtnehmend verſteigert werden. N Die großh. Bürgermeiſter werden hierdurch er⸗ ſucht, dieſe Verſteigerungen in ihren Gemeinden be⸗ kannt machen zu laſſen. 5 Fauerbach J den 18. Sept. 1838. 51 15 Der großh. heſſ. Buͤrgermeiſter Werner. Bekanntmachung. (1076) Montag den 8. Oktober d. J., Vormit⸗ tags 10 Uhr, ſoll für hieſige Saline eine Quan⸗ tität Brodfrucht dem Wenigſtnehmenden in Lieferung überlaſſen werden, welches den Luſttragenden hier— mit zur Nachricht dient. Nauheim den 19. September 1838. Kurfuͤrſtliches Salzamt, Wille. Meinhard. Wilhelmi. Weiß. i Obſt-Verſteigerung. (1077) Montag den 24. d. M., Nachmittags 2 Uhr, ſollen die hieſigen Gemeinde-Aepfel in ſchick— lichen Abtheilungen an Ort und Stelle öffentlich meiſtbietend verkauft werden. 5 Schwalheim am 20. September 1838. f Der Buͤrgermeiſter f Hofmann. Vieh⸗ und Mobilien Verſteigerung. (1078) Mittwoch den 26. September l. J., des Vormittags präcis 9 Uhr, ſoll das zum Nachlaß, der Michael Königs Wittwe Erben dahier gehoͤrige Vieh, beſtehend in: W g 1 Pferd, g 2 Kühe, 1 Rind, a 4 Schaafe und 955 7 Hühner; 5 235 a ſodann Schiff und Geſchirr, ſowie auch Hausmoͤbeln jeder Art, unter den vor der Verſteigerung eröffnet werdenden Bedingungen in deren Wohnung öffentlich und an die Meiſtbietenden verſteigert werden. Obermörlen am 19. September 1838. *. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter Nicolai. Privat⸗Vekanntmachungen. Speiſe⸗Wirthſchaft. (1039) Meinen Freunden, Gönnern und verehr⸗ lichen Meßbeſuchern zeige ich hiermit ergebenſt an, daß ich in meiner Reſtauration ſtündlich ſehr gute Bouillon und Gerſtenſchleim in Taſſen, verſchiedene ſchmackhafte billige Speiſen nach der Karte, gutes bayeriſches Bier in Flaſchen, ſehr preiswürdige Weine verabreiche, und da ich in der Nähe, wo die Fried⸗ berger Familienwägen auf der Zeil am alten Eckhaus Lit. C. Nr. 218 ſich aufſtellen, mein Wirthſchafts⸗ local habe, ſo bin ich auch herzlich gern erbötig, meinen Bekannten und Beſuchern über Verſchiedenes Schnul/ und ale Frie Ein (1080 1 ſolterin! Plat, f Dieſelbe ſogleich Blattes Wag (1081 ich un herigen habe u Waare! Farben Damen Bieber, ſo wie Attikel Bemerk ſtets bi werde. Frit 9 (1085 Kleider nament Thype Mare. zu He Coatii Barche pfohler (108. gleſge den 2 Ich l bemüh Argermeiſtet mann. erung. . J, des 2 Nachlaß zer geporige Hausmöbeln ng eröffnet ng öffentlich erden. 38. 1 ürgerneiſter l. en. t. und verehr⸗ gebenſt an, 9 ſehr gute verſchiedene ante, gutes dige Weine die Fried en Eckhaus ürthſchafts⸗ tn erbötig, erſchiedenes N im Handelsfache unentgeldlich Auskunft zu ertheilen, auch ihre Sachen, z. B. Päckchen, Kleidungsſtücke u. ſ. w. bis zur Abfahrt aufzubewahren. Um ge⸗ neigten Zuſpruch bittet Frankfurt im September 1838. Karl Friedrich Auguſt Leiſering. Waarenempfehlung. (1079) Unterzeichneter verſpricht unter ſehr billigen Preiſen folgende Artikel von vorzüglicher Qualität: Bettzeuch, Bett- und Futterbarchend, Saſſenet, Weiß zeug, Jaconet, Moll, ½¼ breiten ſchottiſchen Batiſt, Streifen-Till, Spitzen, Leinwand- und Cortuan-Reſter, Hals- und Sacktuͤcher, Mode- und weißwollenes Strickgarn, baumwollenes Strick- und Nähgarn, Schnur, Loth- und Seidenband, ſchleſinger Zwirn und alle in dieſes Fach einſchlagende Artikel. Friedberg im September 1838. Nathan Hirſchhorn. Eine Perſon von geſetzten Jahren, (1080) welche viele Jahre eine Stelle als Haus⸗ hälterin bekleidete, ſucht in gleicher Eigenſchaft einen Platz, ſey es in der Stadt oder auf dem Lande. Dieſelbe iſt mit guten Zeugniſſen verſehen und kann ſogleich in Dienſt treten. Die Expedition dieſes Blattes ſagt das Nähere. Waaren⸗ und Geſchäfts⸗Empfehlung. (1081) Ich beehre mich hiermit anzuzeigen, daß ich nunmehr einen offenen Laden in meiner bis— herigen Wohnung, Nr. 5 in der Judengaſſe, etablirt habe und verfehle nicht, mich mit meinen bekannten Waaren, beſtehend in: wollenem Tuche, in allen Farben und jeder Qualität, Drap de Zephyr zu Damenmänteln, Weſten in modernen Muſtern, Bieber, Hemdenflanell, Barchend und Bettzeuch, ſo wie noch andere in dieſes Fach einſchlagenden Artikeln, ergebenſt zu empfehlen, mit der beſondern Bemerkung, daß ich meine verehrlichen Abnehmer ſtets billig und reell zu bedienen mich bemühen werde. Friedberg. Seligmann Hirſchhorn. Waaren⸗ Empfehlung. (1082) Mit einer ſchönen Auswahl in neuen Kleider- und Mantelſtoffen in Wolle und Seide, namentlich in Figur-Damasses, Mousselin de laine, Thybeths, print. Thyb, Gros d' Orleans, Royals, Märcelin etc. etc., ſo wie in allen Sorter Tuch zu Herrn-Kleidern und Mänteln, Bieber, Ladi Coatings, Callicos, carirten Merinos, Zwillch, Barchet, Multons dc. ꝛc. haltet ſich beßtens em— pfohlen G. S. Katzenſteins Wittib. Kirchweihfeſt zu Okarben. (1083) Bei dem Unterzeichneten iſt auf das hieſige Kirchweihfeſt Sonntag den 23. und Montag den 24. d. M. gut beſetzte Tanzmuſik anzutreffen. Ich lade hierzu freundlichſt ein und werde mich bemühen, meine Gäſte mit guten Weinen und Spei⸗ ſen zu bedienen und ſehe, da dieſes Jahr außerdem die Kirchweihe zum erſtenmal an dieſen Tagen gefeiert wird, einem recht zahlreichen Zuſpruch entgegen. Okarben den 19. September 1838. erhard Fauerbach. Beſchluß der Sommerbeluſtigungen zu Ockſtadt. (1084) Nächſten Sonntag den 23. d. M., iſt zum letztenmale für dieſen Sommer bei mir gut beſetzte Harmonie- und Tanzmuſik anzutreffen. Indem ich für den bisher mir ſo zahlreich zu Theil ge⸗ wordenen Beſuch hiermit meinen Dank ausſpreche, hege ich zugleich die Hoffnung, daß derſelbe auch nächſten Sonntag recht zahlreich ſeyn wird und gebe das Verſprechen, alles aufzubieten, um mir ein freundliches Andenken für die Folge zu erhalten. Ockſtadt d. 20. Sept. 18388. Adam Krug. J. Fuͤrth in Friedberg, Metzgergaſſe Nro. 195, (1085) empfiehlt ſich mit ſeinem friſch aſſortirten und mit vielen neuen Gegenſtänden verſehenen Mode- Waaren-Geſchaͤfte zu den bekannten billigen Preiſen und bittet um geneigten Zuſpruch. Schwalheimer- Mineralbrunnen. (1086) Sonntag den 23. Sept. d. J. iſt dahier gut beſetzte Harmonie- und Tanzmuſik anzutreffen, wozu hoͤflichſt einladet Henkel. Ein Mutterſchwein (1087) iſt mir den 6. Sept. aus meinem Hofe entlaufen. Daſſelbe iſt beſonders an einem ſchwar— zen Kopf, ſchwarzen Hinterbeinen und einem kurzen Schwanz kenubar. Wer mir über daſſelbe Auskunft geben kann, bekommt 1 fl. 30 kr. zur Belohnung. Fauerbach II. Rudolph Haas. Bekanntmachung. (1088) Unterzeichnete ſind geſonnen ihr in der Burg gelegenes Wohnhaus nebſt dem daranliegenden Gemüſegarten im Ganzen oder auch getheilt zu ver— pachten, oder aus der Hand zu verkaufen und könnte im Monat November bezogen werden. Johannes Eiſeners Eheleute. Die Herren Buͤrgermeiſter wollen mir igſt ihren Bedarf folgender Kalen— der für 1839 baldigſt mittheilen: Landkalender à 4 kr. Derſelbe mit Papier durchſchoſſen à 6 kr. Heſſiſcher Hausfreund à 8 kr. Derſelbe mit Papier durchſchoſſen à 10 kr: Kleiner Hauskalender à 3 kr. Schreib- und Geſchäftskalender à 48 kr. Friedberg. Carl Bindernagel. 2 Nachtrag zu den Bekanntmachungen von Behörden. Publikandum. (1089) In Nro. 37 des Intelligenzblattes vom 15. Sept. l. J. befindet ſich eine Bekannt⸗ machung, welche mit dem Namen„Vorbach“ unterzeichnet iſt. Dieſelbe ſollte das Publikum unterrichten, daß der hieſige Markt aufgehoben und die damit verbundene Kirchweihe fruͤher verlegt worden ſey. Da dem nicht ſo iſt, ſon⸗ dern unſer Markt nach wie vor auf Mittwoch nach Allerheiligen abgehalten wird, ſo bringe ich das hiermit zur oͤffentlichen Kenntniß des Publikums. Okarben den 20. Sept. 1838. Der großh. heſſ. Buͤrgermeiſter Jung. Bei C. Bindernagel in Friedberg iſt vorräthig: Frankfurt wie es leibt und lebt. Erſte Anſicht. Der Gemüsmarkt. Vom e des Gräff. Mit einem lithographirten Umſchlags Frankfurt. Körner. 27 kb. Als Pröbchen: Geyern. No es gibt aach noch orndliche Menner in Sachſehauſe. Ditzelin. De ſein awer dinn genug geſiet. Mer ſieht wenig Mannsleut, die net finf oder ſechs Leidenſchaſte hawe: im Maul die Tuwackspeif, in der linke Hand dei Kreuz⸗ un dei Schippedam, in dar rechte Hand des Schoppeglas, uf der Schulter dei Flint, unnerm Stauhl der Jagdhund un uf dem Buckel en u. ſ. w. Pierre, die Actien oder der Wettlauf nach Heckernheim. Vorſpiel zur Eiſenbahn in einem Akt. Mit einer Abbil⸗ dung. Die Eiſenbahn. Original⸗Luſtſpiel aus 1 1 70 in zwei Akten. Mit einer Abbildung. 4 kr. Heber, P., Geſchichte der Stadt Offenbach. Nach 1 den und Quellen bearbeitet. Mit einer litographirten An⸗ ſicht der Stadt i. J. 1655. Frankfurt. Schmerber. fl. 1 45 kr. Mendel, vierſtimmige Lieder für den Männer⸗Chor. Er⸗ ſtes und zweites Heft à 45 kr Harris, J., Mammon, oder der Geiz, die Sünde der chriſtlichen Kirche. Aus dem Engliſchen überſetzt don C. Becker. Gekrönte Preisſchrift. Frankfurt. 1838. Brönner. 8. Geh. 1 fl. 30 kr. Dethmar, F. W., freundliche Erinnerung an Holland und ſeine Bewohner. Zugleich ein dee er für Reiſende. Erſtes Bändchen. Eſſen 1838. Bädeker. 8. Geh. 1 fl. 12 kr. Dieſterweg, Dr. F. A. W., Wegweiſer 5 deutſchr Lehrer. In Gemeinſchaft mit Bormann, Hentſchel, Hill, Knebel, Knie, Lüben, Mager, Mädler 05 s bearbeitet. 2. umgearbeitete Auflage in 2 Bde. daſ. 6 fl. 54 kr. Franz, Agnes, Andachtsbuch für die e end Mit 1 Stahlſtich. Ebendaſ. S. Geh. 2 fla 5 kr. —— Gebete für Kinder. Mit 1 Stahlſtich. Ebend. 45 kr. Das Buch für den Landmannn, oder was Pferde- und Vieh⸗ beſitzer thun und laſſen ſollen, um zu Nutz und Freud Hausthiere aufzuziehen, anzukaufen, zu fütkern und zu pflegen, in geſunden wie in kranken Tagen. 115 3 Holz⸗ ſchnitten. Bern. Fiſcher. 1 fl. 40 kr. Unterzeichneter erhielt eine Sendung 1 Schreibfedern, von welchen er das Viertelhundert zu 10 kr. ab⸗ laſſen kann. 1 ö Bei demſelben ſind auch 9 Schlachtſcheine ſtets vorräthig und koſtet jetzt das Buch 20 kr, der einzelne Bogen 1 kr. 0 Friedberg. C. Bindernagel. 1 Fruͤchte-Preiſe hier in Friedberg: de Waizen: 9 fl. 30 kr. Korn: 7 fl.— kr. Gerſte: 4fl. 20 kr. 1— 51 Hafer: 3fl. 10 kr. Erbſen:— fl.— kr. Fruͤchte-Preiſe zu Frankfurt, am 10. Sept.: Waizen: 8 fl. 45 kr. Korn: 6 fl.— kr.— Gerſte: 4fl. 30 kt Hafer: 3 fl. 30 kr. Erbſen:— fl.— kr. Früchte⸗Preiſe zu Mainz, am 14. Sept.: Waizen: 9 fl. 19 kr. Korn: 7 fl. 8 kr. Gerſte: 4 fl. 46 kr. Hafer: 3 fl 11 kr. Erbſen:— fl.— kr. 5 Polizei-Taxe fuͤr die Staͤdte Friedberg und Butzbach vom 23. bis 29. Sept. 1838. pfo.[ Brod-Preiſe.. Butz kr. pf. kr. pf. 1 Leib ⸗Roggenbrod 2 75 2 27 2 1 6 5— 4 1 3 14 1„ Loth. Loth, — Milchbrod 14% 14% —[Waſſerweck 1 65% 11— —[Gemiſchtes(Tafel-) Brod 116 116 Fleiſch-Preiſe. pf. N 1 Ochſenfleiſch 110— 11 1 7 Kühfleiſch 8 3 8. „ Rindfleiſch 84 2 84— „ Kalbfleiſchh 8— 842 „ Schweinenfleiſch 1113 1 „ Hammellleiſch 9— 8 2 „ Schaaflleiſch 77 ˙⁰2 e „Wurſt von blos Schweinen 14— 14 „Gemiſchte Wurſt 10— 10— „Bratwurſt 15— 13 „Schwartenmagen 16— 16 1 Sar Speck 22— 2— „Schinken 14— 14— „ Doörrfleiſch 15— 115— „ Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 19— 18— 1 dito unausgelaſſen 17— 16— „ Nierenfett 18— 18— Hammelsfett 16 15— Der großh. heſſ. Kreisrath d. K. F. Küchler. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernggel in Friedberg. — Sitzul dabei lama. worde did v müſſe