den u exn⸗ aria yx 0 Cheiſtian 5 ales und Imeider, Jun. achgel. frau on! Fan ni Tochtr. ſe * f Natia Chri⸗ ler. 3 u, eine Tuh⸗ Hermann ent keln, gebeten liſaberdg Hen⸗ alf eheliches A N Won. „T 15. April. eas Chriſian Artil. ſſe verſordened länder ehelches ril —— Intelligenzblatt für die im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. 28 20. — Sonnabend, den 20. Mai 1837. ——— Amtlicher Theil. Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg an die großherzoglichen Bürgermeiſter des Kreiſes. Unter Bezugnahme auf mein Ausſchreiben in Nr. 18 des Intelligenzblattes bemerke ich Ihnen, daß die Lieferungszeit der Sperlinge für das laufende Jahr bis zum 15. Juni l. J. verlängert worden iſt. Friedberg den 18ten Mai 1837. Küchler. Friedberg den 18ten Mai 1837. Wir werden uns Sonntag den 21ſten d. M. eines ſehr ſchönen und erhabenen kirchlichen Feſtes erfreuen. Es betrifft die kirchliche Einweihung des in der Stadt Friedberg neugegründeten Prediger⸗ Seminars und der Taubſtummen-⸗Anſtalt daſelbſt, womit zugleich die Vereinigungsfeier der Stadt- und Burg⸗Kirchengemeinde verbunden wird. Welch freudige Theilnahme werden ſolche herrliche Staats— anſtalten unter den Bürgern einer Stadt finden, deren guter Geiſt durch die Anvertrauung derſelben eine ſo ehrenvolle Anerkennung von Seiten der höchſten Staatsregierung erhalten hat, und welch frohen Anklang wird ein Vereinigungsfeſt haben, welches die letzte Schranke zwiſchen zwei nun po⸗ litiſch vereinten Brüdergemeinden entfernen ſoll. Gewiß kein Bewohner Friedberg's wird dabei zurückbleiben wollen. Deſto mehr iſt es zu beklagen, daß der beſchränkte Raum die Anweſenheit Aller innerhalb der Kirchengebäude nicht geſtattet; wenig⸗ ſtens iſt dies in Anſehung der Burgkirche der Fall, woſelbſt zuerſt die Einweihung des Predigerſemi⸗ nars vollzogen wird. Die Räume derſelben reichen kaum zur Aufnahme der dabei unmittelbar Betheilig⸗ ten, ſo wie der vielen dazu eingeladenen Geiſtlichen der Provinz hin, daher leider das größere Publi⸗ kum aus der Stadt Friedberg keinen Zutritt erhal— ten kann. Wir verſprechen uns von der Einſicht der Bewohner Friedberg's, daß ſie dieſes phyſiſche Hinderniß gehörig würdigen werden, und ſind in der Erwartung erfreut, daß die geraumige Stadt⸗ kirche bei dem zweiten Acte des Feſtes uns Alle in chriſtlich brüderliche Vereinigung in ſich aufnehmen kann und wird. X. Doctor Fauſts Zauberring oder der heirathluſtige Hageſtolz.) In der ſchönen damal weltberühmten Stadt Augs⸗ burg lebte ohngefähr in der letzten Hälfte des ſech⸗ zehnten Jahrhunderts ein junger wohlbeguͤteter Mann— Willibald mit Namen. Nicht nur, daß die Natur ihn mit einer trefflichen Geſtalt begabt hatte, er war auch befliſſen, von dem von ſeinen ) Entnommen aus:„Neue romantiſche Volksſagen, aus dem deutſchen Ritterthume. Erſtes Bändchen. Wien, Bauer und Dirnböck. 1837.“ — 11 Eltern hinterlaſſenen Vermögen einen guten Theil zur trefflichen Ausbildung ſeiner Kenntziſſe anzu⸗ wenden, ſo daß er an jedem Fürſtenhofe die Be⸗ dienſtung eines Geheimſchreibers hätte übernehmen konnen, wenn er nicht noch durch einige Jahre ſeine Freiheit hätte genießen wollen.— Uebrigens lebte er eingezogen und mäßig, und jedes Mädchen hätte ſich gewünſcht, einen ſolchen Gatten zu be⸗ kommen— auch Willibald wäre einer ehelichen Verbindung nicht abgeneigt geweſen und hätte auch Gelegenheit genug dazu gehabt, aber er war auch gar zu behutſam und glaubte, daß ſich ihm zu Liebe ein Engel in weibliche Geſtalt hüllen müſſe, um ihm den glücklichſten Eheſtand zu bereiten.— Leider aber ſind die Engelsſeelen ſo ſelten zu fin⸗ den, wie der vierblättrige Klee, daher ſie dann auch wie dieſer die Gabe gemeinſchaftlich haben, durch ſüße Zauberkünſte zu beglücken. So oft er alſo iu einem Hauſe Zutritt fand, und meiſtens geſchah dies der heirathsluſtigen Mädchen willen, war es ſein erſtes Geſchäft, ſich um die ſchoͤnen Töchter Evens zu bekümmern— aber überall fand er Etwas, das ihm nicht behagte— denn ſchon dazumal, als das Ritterthum im Sinken war, be⸗ gannen freiere Sitten zu herrſchen, die Mädchen. errötheten nicht mehr bloß wegen deſſen, daß ein. ſtattlicher Burſche ſie etwas ſchärfer anſah, und die Paladine waren nicht mehr ſo thöricht, für einen Liebeskuß mit Rieſen und Drachen zu käm⸗ pfen— man machte ſich's in Liebesgeſchichten viel bequemer. Auch ſaßen ſelbſt die Bürgerstöchterchen nicht wie ehemal die Burgfräulein tagelang unter ihren Mägden bei'm Spinnrocken— ſie ſtiegen in. reichen Kleidern umher, und ließen keine Gelegen⸗ heit vorüber, wo ſie bei Luſtbarkeiten tanzen und liebäugeln konnten. Jedoch wurde noch in der Kleidung der öffentliche Schein der Modeſtie be⸗ obachtet, weil ſich aber bis auf unſer Jahrhundert der Geiſt der Zeit ſo mächtig verfeinert hat, ſo mußte ja dies auch bei den Kleidern geſchehen, da⸗ her es Niemanden wundern darf, wenn jetzt unſere Schönen nur zur Hälfte in. Spinnengewebe gehüllt, auf dem Tanzſaale erſcheinen.— Was würde alſo unſer Willibald erſt geſagt haben, wenn er unſere jetzigen Mädchen geſehen hätte, da ihm ſchon die zu ſeiner Zeit zu gewaltig gegen das eigentliche Ritterthum abſtachen.— Er war ein Griesgram und aller Anſchein war vorhanden, ein heirathslu⸗ ſtiger Hageſtolz zu werden. Tief in Gedanken verſunken luſtwandelte er einſt an den lieblichen Ufern der Wertach— die ſchöne Natur hatte für ihn keinen Reiz— er ſenkte düſter ſein Auge auf den Boden— da bemerkte er etwas Glänzendes im Sande, und hob einen gol⸗ denen Ring auf, in deſſen Mitte ſich ein ſchwarzer Stein befand, in welchem verſchiedene unbekannte 8 5 Charaktere eingegraben waren.„Ei, ſprach er zu ſich ſelbſt,„dem, der ihn verloren hat, wird ſehr leid darum ſeyn— doch wenn er ſich meldet, werde ich ihm ſein Eigenthum redlich zurückſtellen.“ Er ſteckte den Ring an den Finger; ohne weiter daran zu denken, ging er ſeine Straße fort, langte endlich ganz mißmuthig und müde in ſeiner Woh⸗ nung an und legte ſich nach einem kleinen Nacht⸗ mahle zur Ruhe— der Ring drückte ihn am Fin⸗ ger— er drehte ihn alſo um, damit er ihn her⸗ abbringen könne— und in dem Augenblicke er⸗ ſcholl ein Ton, wie von einem kleinen Silberglöck⸗ chen, und ein ſchwarzes, kaum fingerlanges Männ⸗ chen ſtand auf ſeiner Bettdecke und glotzte ihn mit kleinen blitzenden Aeuglein an.“—„Wohl dire ſprach er,„daß du mich gerufen haſt, ich kann dir vielleicht nützen— und zwar ohne alle Beding⸗ niß— wiſſe alſo, daß dieſer Ring zu einem Nach⸗ laſſe des berühmten und berüchtigten Doktor Fauſt gehört, und ihn heute einer ſeiner Urenkel verlor— der Verluſt kümmert dieſen wenig, denn mich, der ich vermöge der eingegrabenen Charakteren feſt an dieſen Ring gebunden bin, weiß er nicht zu be⸗ nützen.“„Ich will dich auch nicht beläſtigen,“ ſprach Willibald lächelnd,„und gebe dir deine Frei⸗ heit wieder.“ 4 117 „Das vermagſt du nur, wenn du den Stein. des Ringes zertrümmerſt.“ „Das werde ich ſogleich thun.“ „Ich danke dir für dieſe Bereitwilligkeit,— doch behalte mich noch einige Zeit,— aus Dank⸗ barkeit will ich dir dienen. Ich beſitze weder Geld noch kann ich durch magiſche Kraft Wunder wir⸗ ken. Meine ganze Kunſt beſteht darinnen, daß ich meinem Gebieter verrathen kann, was andere Leute in der Taſche tragen.— Ich verwandle mich in eine kleine Nuß, welche du unbeſchwert bei dir tragen kannſt— ſo bald du aber den Ring rechts am Finger dreheſt, nehme ich meine jetzige Geſtalt wieder an, und ſchlüpfe dem, den du meinſt, un⸗ ſichtbar und unbemerkt in die Taſche— da ſind auch verſiegelte Schriften für mich kein Geheimniß mehr, und wie du den Ring links dreheſt, bin ich wieder bei dir und ſtatte dir genauen Bericht von dem ab, was ich geſehen habe. Es kann dir zum weſentlichen Nutzen gereichen, denn es iſt oft von Bedeutung, zu wiſſen, was andere Leute für Ge⸗ heimniſſe haben— mancher Ehemann oder Diploma⸗ tiker würde meinen Werth für unſchätzbar halten. Wie geſagt, aus Dankbarkeit möchte ich dir gerne und anſpruchlos dienen.— So, magſt du noch bleiben, erwiderte Willibald lächelnd,— da kol⸗ lerte das Männchen, ſchnell in eine Nuß verwan⸗ delt, auf der Bettdecke herum.— Willibald legte ſie auf ſeinen Nebentiſch, und ohne weiter mehr an dieſes Poſſenſpiel zu denken, ſchlief er ein. Mis Mittagmal oebeitung, eher dl uber das denkend, behülflich in ſeiner Feſte ans ſteckte, of nen Bien ſanmenra Nicht ben Worde Puße ſo vorkommel ſem ganz mit ihr, u guügt gew ein Neben einige Erff aber wur wegen al Meere vo einem Tu in die Han die erſte irgend ein die Nuß 0 Fer und ſch Munchen hinautſog E der zurück. libald? wo ich di Fräulein men Stude 1 ſſe ihm bereinie be den J. 0 1 zieh 5 ſprach er bar, wird lach meldet, 1 ückſtellen. ohne weiber ekt, langte ner Woh⸗ zen Nacht⸗ am Fin⸗ in her⸗ f Ache dr⸗ Ollbaglock⸗ ges Mann⸗ de id wi Wohl dir ich fannt lle Beding⸗ dem Nach⸗ chor Fut kel verlor— 1 wich, der den feſt au ucht zu be⸗ delaſtigen/ r deine Frei⸗ den Stein villigkeit,— aus Dank⸗ weder Geld Dundet wir⸗ nen, daß ich andere Leude dle mich in wert bel dir Ring rechts ezige Geſtalt mrinſt, Un⸗ — da ſind Geheimniß gest, bin ich „Bericht von dann dir zum iſt oft von eute für Ge der Diplem⸗ bar halen. ich dir gerne f U no — da kol⸗ ag verwan⸗ Adald legte ur mehr an tt ell. 19 libald? — 143— er am folgenden Tage aufwachte, fand er eine Einladung zu einem glänzenden Abendfeſte bei einem der reichſten Patrizier der Stadt. Fräulein Iſaura, die Tochter des Hauſes, wäre ſchon lange gerne ſein Gegenſtand der Aufmerkſamkeit geweſen, aber ſie ſchien ihm zu reich und vornehm— nun war aber eine Gelegenheit zur näheren Bekanntſchaft vorhanden; er beſchloß alſo davon Gebrauch zu machen.— Nicht lange darnach wurde er zu dem geſtrengen Herrn Bürgermeiſter ſelbſt berufen, der ihm einen wichtigen Auftrag bekannt machte, welchen Willibald wegen Erkrankung eines der geſchickteſten Rathsglieder zur Ausarbeitung über⸗ nehmen möchte; dieſe Auszeichnung war fuͤr den jungen Mann ſehr ſchmeichelhaft— er machte ſich ſogleich an die Arbeit, nahm nur ein kurzes Mittagmahl ein und übergab gegen Abend die Aus⸗ arbeitung, welche der hocherfahrene Herr Burger— meiſter als ein Meiſterwerk anerkannte. Vergnügt über das erhaltene Lob und an eine frohe Ausſicht denkend, wozu ihm der Vater Fräulein Iſaurens behülflich ſeyn konnte, langte er erſt ſpät am Abende in ſeiner Wohnung an, wo er ſich ſogleich zum Feſte anſchickte. Willibald zog ſich haſtig an und ſteckte, ohne darauf zu achten, nebſt anderen klei— nen Bijouterien, die er in der Geſchwindigkeit zu— ſammenraffte, auch die Nuß zu ſich. Nicht bald war ſo ein glänzendes Feſt gege— ben worden.— Fräulein Iſaura ſchien in ihrem Putze ſo ſchön wie ein Engel— und war ſo zu⸗ vorkommend und freundlich mit Willibald, daß die⸗ ſem ganz ſonderbar um's Herz wurde— er tanzte mit ihr, und war noch keinen Abend ſo ſeelenver— gnügt geweſen; nach dem Tanze begab er ſich in ein Nebengemach und Iſaura ſelbſt kredenzte ihm einige Erfriſchungen. Sie waren ungeſtört; Iſaura aber wurde plötzlich einer häuslichen Angelegenheit wegen abgerufen. Willibald ſchwamm in einem Meere von Wonne. Von ungefähr griff er nach ſeinem Tuche in die Taſche, da kam ihm die Nuß in die Hand.— Hollah, dachte er ſich, laß doch die erſte Probe machen und ſehen, ob ich hinter irgend ein Geheimniß kommen kann.— Er legte die Nuß auf den Tiſch, drehte den Ring am Fin⸗ ger und ſchnell hatte ſich dieſe in das kleine ſchwarze Männchen verwandelt, welches zur Kabinetsthüre hinausflog.— Nach einigen Minuten kam es wie— der zurück.—„Was haſt du entdeckt, fragte Wil⸗ d?—„Dies iſt ſchon die erſte Gelegenheit, wo ich dir nützen kann, erwiderte jener—„das Fräulein hat den Aufſatz eines Briefes an den ar⸗ men Studenten Adolf, deinen Freund, bei ſich, wo ſie ihm ſchreibt, daß zwar keine Ausſicht mit ihm vereiniget zu werden, vorhanden ſey, daß ſie aber den Rath der Eltern befolgen wolle, dich in's Retz zu ziehen, wo ſie dann Mittel genug finden werden, heimlich zuſammen zu kommen.“— Willi⸗ bald ſaß wie verſteinert, ſein Zorn erwachte— er drehte den Ring am Finger links, ſteckte die Nuß wieder ein und eilte, ohne Abſchied zu nehmen, nach ſeiner Wohnung zurück. Sein Erſtes war, dem Diener zu befehlen, ſein Roß zu ſatteln— während deſſen ſchrieb er einen Brief an Adolph voll der bitterſten Vorwürfe und kündete ihm den Unterſtützungsbeitrag auf, den dieſer monatlich von ihm genoſſen hatte— dem redlichen Diener übergab er einſtweilen die Beſorgung ſeiner Wirthſchaft und ſprengte mit Geld wohl verſehen fort, ohne zu wiſſen wohin. Ermattet langte er am Morgen in einer abgelegenen Landſchenke an, wo er für ſich und ſein Pferd trefflich ſorgen ließ.— Ein Gaſt war in der Stube, der ſich ſogleich in ein Ge— ſpräch mit ihm einließ und Willlbalden trefflich gefiel. Ihn dauerte ſein gutes Pferd, daß er es dieſen Tag noch weiter abmatten ſollte, auch hat— ten ſich Sturmeswolken am Horizonte zuſammenge⸗ zogen— er beſchloß alſo bis zum folgenden Mor⸗ gen hier zu bleiben, und befahl, ein reines beque⸗ mes Zimmer zurechte zu richten.— Ueber Tiſch unterhielt er ſich trefflich mit dem Fremden, wel— cher ganz artige Hiſtoͤrchen zu erzählen wußte.— Während des Geſpräches kam der Wirth und brachte ein kleines Schreiben an den Fremden, worauf ſich dieſer auf einige Augenblicke entfernte.— Willibald ward neugierig, ſeinen neuen Bekannten doch etwas näher kennen zu lernen,— er drehte den Ring, und ſogleich ſchlüpfte ihm das ſchwarze Männchen aus der Rocktaſche und eilte dieſem nach.— Er kam bald wieder zurück.—„Du biſt in üblen Händen,“ ſprach er—„der Fremde iſt das Ober⸗ haupt einer ſchändlichen Räuberbande, und mit dem Wirthe hier einverſtanden.— So eben erhielt er Nachricht, daß heute noch mehrere ſeiner Kum— pane hier eintreffen werden— du warſt unvorſich⸗ tig genug eine volle Geldbörſe ſehen zu laſſen, und dein Leben iſt in Gefahr.“—„Was ſoll ich thun? fragte Willibald ängſtlich.—„Nur ruhig bleiben und dich nichts merken laſſen.— Ich werde mich jetzt nicht verwandeln, ſondern unſichtbar an dei— ner Seite verweilen— wenn ich dir aber den Wink gebe, daß cs Zeit ſey, ſo wirſt du dein Pferd ge⸗ ſattelt finden, jage ſchnell fort, eile aber rechts über den Feldweg der Heerſtraße zu, denn links her kommen die Räuber.“ Der Fremde kehrte bald wieder zurück, er war nun noch freundlicher und fröhlicher als zuvor— und Willibald gab ſich alle erdenkliche Muͤhe, ſeine Beklemmung zu verbergen.— Der Abend brach ſchon ſtark heran.— Das ſchwarze Männchen hatte ſich bisher ruhig in einen Winkel hingekauert, end⸗ lich huſchte es zur Thüre hinaus.— Nicht eine Viertelſtunde verging, ſo entſtand gewaltiges Ge⸗ ſchrei im Hauſe— der Wirth ſtürzte herein— „Hülfe,“ rief er,„die Scheuer ruͤckwärts ſteht in hellen Flammen!“—„Wo meine Vorräthe ſind 2“ ſchrie der Fremde und eilte mit dem Wirthe zur Thüre hinaus.—„Es iſt höchſte Zeit ſprach das Männchen und ſchlüpfte, als Willibald den Ring gedreht hatte, ſchnell wieder in deſſen Rocktaſche. 5(Beſchluß folgt.) Bekanntmachungen von Behoͤrden. Hofraithe⸗ Verſteigerung. (320) Auf die Verfügung großherzogl. Landge⸗ richts ſoll Montag den 29ſten Mai l. J., Vormit⸗ tags um 11 Uhr, die dem Schreinermeiſter Hei n⸗ rich Klein zuſtehende Scheuer und Hofraithe Grund an Hrn. Conrad Jung und Adam Vogt am Ende der Köͤhlergaſſe gelegen, oͤffentlich meiſt⸗ bietend verſteigert werden. Friedberg den I7ten April 1837. Der Bürgermeiſter D. Fritz. Frucht⸗Verſteige rung. (342) Mittwoch den 24ſten Mai d. J., Morgens 10 Uhr, werden 16 Malter Waizen 101„ Korn 90„ Gerſte, und 74 Hafer aus 1836 r Erndte unter den bekannten Bedingun⸗ gen auf dem hieſigen Rathhaus meiſtbietend ver⸗ ſteigert. Reichelsheim am 24ſten April 1837. Herzogl. naſſauiſche Receptur Hehner. Gläubiger- Aufforderung. (372) Heinrich Ochſenhirt von Rommelhau⸗ ſen beabſichtigt mit Familie nach Amerika auszuwan⸗ dern. Rechtsanſprüche an denſelben ſind binnen drei Monaten bei großh. Landgericht Großkarben anzu⸗ melden, gegenfalls die Entlaſſungsurkunde ertheilt werden wird. Friedberg den 25ſten April 1837. Der großherzeglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg. Küchler. Gläubiger⸗ Aufforderung. (374) Will von Rodenbach beabſichtigen mit Familien Rechtsanſprüche an die⸗ ſelben ſind binnen drei Monaten bei großh. Land⸗ gericht Großkarben anzumelden, gegenfalls die Ent⸗ nach Polen auszuwandern. laſſungsurkunde ertheilt werden wird. Friedberg den 8. April 1837. Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg Küchler. — 144— n Verſteiger ung. (391) Montag den 22. l. M., Vormittags 8 Uhr, ſollen in dem Philipp Marloff' ſchen Hauſe dahier mehrere Hausgeräthſchaften, als: Bettſtellen, Schränke, Stuͤhle, eine Kelter, Kiſten u. ſ. w., ſodann Kleidungsſtücke, Bettzeug, mehrere Stücke Leinewand, Zinn, Kupfer, Eiſen u. ſ. w. gegen ſofortige Zahlung oͤffentlich verſteigert werden. Dorheim am 6. Mai 1837. 5 Kurfuͤrſtliches Juſtizamt f Hal berſtadt. Ediktalla dung. Nachdem gr. Hofgericht zu Gießen gegen den (395) Seifenſieder Friedrich Arndt zu Butzbach, deſſen Vermögen mik 6273 fle 38 kr. überſchuldet iſt, den förmlichen Concursproceß erkannt hat, werden alle diejenigen, welche Forderungen an denſelben oder Anſpruͤche an die Maſſe geltend machen wollen, hierdurch aufgefordert, diefelben Dienſtag den 27. Juni, Vormittags 10 Uhr, bei Vermeidung des ſtillſchweigenden Ausſchluſſes von der Concursmaſſe hier anzuzeigen und zu be⸗ gründen. In demſelben Termin haben ſich die Creditoren über allenfallſige Vergleichsvorſchläge, ſowie über die Wahl eines Gläubiger Ausſchuſſes und Maſſe⸗ Curators um ſo gewiſſer zu erklären, als ſonſt un⸗ terſtellt wird, ſie ſeyen dem Beſchluſſe der Mehr⸗ zahl der erſchienenen Gläubiger beigetreten. Friedberg den Zten Mai 1837. Großherzogl. heſſ. Landgericht. Hofmann. Brumhard. Edictal ladung. (397) Nach dem Hypothekenbuche der Gemeinde Niederweiſel entliehen, unter Verpfändung meh⸗ rerer Immobilien Ambr. Schimpf junior und Ehefrau Eliſabetha von da am 15. Mai 1792 bei Konrad Kuhl's Wittwe zu Butzbach 350 fl. und ferner am 5. März 1800, bei Wilhelm Müller zu Butzbach ein Kapital von 100 fl. Beide Kapitalien ſollen zwar abgetragen ſeyn; da jedoch die Obligationen zur Löſchung nicht vorgelegt werden können, ſo werden auf Antrag der Bethei⸗ ligten alle, welche aus den conſtituirten Pfandrech⸗ ten und auf die vorgedachten Schuldurkunden An— rüche bilden zu können glauben, zu deren Gel⸗ Johannes Will JI. und Heinri ſy g Jon 8 8 tendmachung binnen 6 Wochen unter dem Prä⸗ judizo aufgefordert, daß ſonſt jene Schuldverbrie⸗ fungen fur mortificirt erklärt und die Einträge in den Hypothekenbüchern gelöſcht werden ſollen. Friedberg, den 28ſten April 1837. Gr. heſſ. Landgericht daſelbſt. Hofmann. Arbeits ⸗Verſteigerung. (418) Die zur Vollendung des Chauſſee⸗Neubaueſ z ligen meg de heilt 1 de P. Breche 2 Mau f Vefe g 0 zuſammen Dienſag d dem ſieſge herſtelgert, Dabei Vechſungen ſtube einge Brüͤckenbal ſaſen werk ihre Cauti Reichel (419) Die Jieſſgen Vor Ulet den d auf dem 2 10 Uhr, be Nibba ua 8 1420) 2 ded Danie Igeborne He Hahr 113, , Forderun werden aufge Wochen daß ſſonſt auf un esp. Verthe Hommen wir Großtar 0) ſenerkten Arien 8 arſügrung 0 daſag N u Aibbach — 145— emmittagz im hieſigen Amtsbezirk von der Reichelsheimer Ge⸗ roff'ſchen markungsgränze nach Bingenheim bis zur Dorn— ten, ais: aſſenheimer Gränze nach Aſſenheim zu,— zur Er— der, fiſten bauung einer Bruͤcke und mehrerer Canäle nöthigen , hitte Arbeiten, namentlich ſen u. f w. die Planir- und Chauſſirungs⸗Arbeiten, Art werden. Brechen, Aufklaftern, Zerkleinern, Meſſen und Aufbringen der Steine, Maamt Maurer-, Steinhauer, Pflaſter-, Zimmer- ad! und Schmied-Arbeiten, 9 Lieferung von Kalk, Eichen⸗Noſtpfählen und der gegen d Bohlen, Saud ꝛc. b en zuſammen veranſchlagt zu 14,008 fl. 29 kr. werden u Dienſtag den 23ſten d. M., Vormittags 8 Uhr, auf e den dem hieſigen Rathhaus an den Wenigſtnehmenden erben alle uſelben oder den Wollen, verſteigert. Dabei wird bemerkt, daß die Voranſchläge, Zeichnungen und Bedingungen auf der hieſigen Amts⸗ 8 10 Ul ſtube eingeſehen werden können, und daß bei dem mül, Brückenbau nur ſolche Steigerer zum Gebote zuge—⸗ Aesch laſſen werden, welche ſich bei der Verſteigerung über id zu bes ihre Cautionsfähigkeit gehörig ausweiſen. Reichelsheim am 16ten Mai 1837. Herzogl. naſſauiſches Amt die Creditoren e, ſowie übe . dehner une en 2 ale ſonſt un⸗ Pflaſter ⸗ Arbeit. (419) Die Anfertigung des Gaſſenpflaſters in der hieſigen Vorſtadt ſoll Mittwoch den 24. d. M., unter den bekannt gemacht werdenden Bedingungen, 0 a auf dem Bureau des Unterzeichneten, Vormittags Eudgericht. 40 Uhr, verſteigert werden. rünbard, Nidda am 16. Mai 1837. 0 dane Der großh. Maier Her o Oeffentliche Ladung. 15. Mai 1792 420) Alle diejenigen, welche an den Nachlaß Jagbach 350 fl kes Daniel Stoll und deſſen Frau Katharina, „ ilbeln zeborne Hofmann, von denen letztere bereits im von 100 fl. fahr 1813, erſterer aber im Jahr 1835 geſtorben * ſeyn; da t, Forderungen irgend einer Art zu machen haben, ncht vorgeleg terden aufgefordert, ſolche ſogewiß längſtens in 4 n der Betheh Pochen dahier anzuzeigen und zu begründen, als en Pfandrech ft auf unangezeigte Forderungen bei Regulirung enden Au esp. Vertheilung des Nachlaſſes keine Rückſicht ge⸗ 5 deten Ge hemmen wird. ſe det Mehr⸗ red. r den Je Großkarben den 10. Mai 1837. Schuldvalbri Großherzogl. heſſiſches Landgericht. die Eunige d Muhl. Schmidt. den ſollen Frucht ⸗Verſteigerung. 1857 421) In nachgenannten Terminen ſ erde die 45 daſelbſt, bemerkten Quantitäten von den fiscaliſchen Frucht⸗ 9 6 Arräthen des hieſigen Rentamts der öffentlichen 1. Lerſteigerung ausgeſetzt: tung. a0 U Dienſtag den 30ſten d. M., Vormittags 10 Uhr, zuſſee⸗Ne zu Butzbach in dem daſſgen Rathhauſe, von dent Speicher daſelbſt: 170 Mltr. Korn, 80 Mltr. Gerſte und 60 Mltr. Hafer. 2 Freitag den 2ten künft. M., ebenfalls Vormit⸗ tags 10 Uhr, dahier zu Friedberg, in der Be— hauſung des Herrn Gaſthalters Hieronimus vor dem ehemaligen Mainzerthore, von den Speichern hier, dann zu Obermoͤrlen, Niedermörlen, Ober— rosbach und Holzhauſen: 35 Mltr. Waizen, 250 Mltr. Korn, 24 Mltr. Gerſte und 70 Mlitr. Hafer. Friedberg den gten Mai 1837. Der großh. Rentamtmann. Buß. Gläubiger- Aufforderung. 8 (422) Heinrich Süß von Beienheim be⸗ abſichtigt mit Familie nach Polen auszuwandern. Rechtsanſprüche an denſelben ſind binnen drei Mo— naten bei großherzogl. Landgericht dahier anzumel— den, gegenfalls die Entlaſſungsurkunde ertheilt wer— den wird. Friedberg den gten Mai 1837. a Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg. Küchler. Holz ⸗Verſteigerung. (423) Montag den 22. Mai d. J., Vormittags 10 Uhr, ſollen im florſtädter Walde circa 425 Stück Buchen⸗Wellen und einige Bauſtämme ver⸗ kauft werden. Der Ort der Zuſammenkunft iſt an der Kohlplatte. Die Herren Bürgermeiſter werden erſucht, die⸗ ſes gefälligſt in ihren Gemeinden bekannt machen zu laſſen. Florſtadt den 18ten Mai 1837. Der großh. Bürgermeiſter G0 otz. S αονÆ¶⁰ Privat⸗Bekanntmachungen. Wohnungs veränderung. (424) Daß ich meine bisherige Wohnung ver⸗ laſſen habe und nunmehr bei Conrad Scheig hinter der Poſt wohne, zeige ich einem geehrten Publikum mit der ergebenen Bitte an, mich auch in meiner neuen Wohnung, wie bisher, mit recht vielen Auf⸗ trägen zu beehren. Friedberg. Fuhrmann Muth. Ein vollſtändiges Logis, (425) welches ſogleich bezogen werden kanu, hat zu vermiethen D. Fortmann's Wittwe. Baumwollene Sonnenſchirme à 1 fl. G kr. (426) wie auch ſeidene Sonnenſchirme, baum wollene und ſeidene Regenſchirme verkauft zu ſehr billigen Preiſen Mendel Garde in der Judengaſſe Nr. T. ä— — ä — 146— Bade-Wirthſchaft zu Nauheim. (427) Da mir während der Dauer der dies jah⸗ rigen Badezeit die Wirthſchaft im hieſigen Sool⸗ badehaus überlaſſen iſt, ſo verfehle ich nicht meinen verehrten Gönnern und Freunden hiervon ſchuldige Anzeige zu machen, und hoffe auch an dieſem Orte, wie bei den Tanzbeluſtigungen am Teichhauſe, durch prompte und billige Bedienung die bisher genoſſene Zufriedenheit zu erlangen. Nauheimer Teichhaus am 17. Mai 1837. Henkel. Lehrlings⸗Geſu ch. Ein geſunder kräftiger junger Menſch, der kann gegen ein Bei Ausgeber (428) Luſt hat die Gerberei zu erlernen, billiges Lehrgeld eine Stelle finden. dieſes Blattes das Nähere. Verſteigerungsanzeige. (429) Michel Roſenthal zu Nauheim läßt kommenden Donnerſtag den 25. Mai, Vormittags 9 Uhr, freiwillig verſteigern: Bettzeug, Weißzeug, Silber und mehrere audere Gegenſtände. Eine Wohnung, 20 (430) welche ſogleich bezogen werden kann, hat zu vermiethen. J. H. Hoffmann. Aus zu leihen. (431) Gegen 200 Gulden ſind aus dem Kir⸗ chenfond zu Niederrosbach zu 4½ PCt. aus⸗ zuleihen. f Ausgeſetzte Reſten Cottons ice. (432) von 3 bis 18 Ellen zu 12 und 14 kre, ſo⸗ wie Leder⸗Leinewand zu 16 und 18 kr. werden weit unter den ſeitherigen Preiſen abgegeben bei Friedberg den 17ten Mai 1837. Samuel Lindheimer jun., wohnhaft au der Uſargaſſe neben Hrn. Bürger⸗ meiſter Fritz. Bekanntmachung. (433) Der Unterzeichnete will die hinter dem Landgerichts⸗Lokal gelegene ſehr geräumige Scheuer und den unter derſelben befindlichen gewölbten Kel⸗ ler, in welchem ungefähr 18 Stück⸗Faß Raum haben, für die Zeitdauer von mehreren Jahren vermiethen. Friedberg den 18ten Mai 1837. Trapp III. C. Bindernagel in Friedberg kann folgende Werke gegen baar um die Hälfte des dabei bemerkten Ladenpreiſes geben: Meine Reiſe durch Italien, Frankreich, England im Jahr 1831. Von Horten ſe, vormalige Köoͤ⸗ nigin von Holland. 1 fl. 48 kr. Kaspar Hauſer oder der Findling.. Zwei Jahre unter den Mauren oder der gezwungene Renegat. Scenen und Beobachtungen aus dem Leben eines ſp beſchrieben. Jahrbuch ſchw ausg. von aniſchen Patrioten. Von ih 1 Kirchlicht Anzeigen. Mit dieſem Intelligenzblatte wikd die e mer der„Kirchliche i ten Subſcribenten ausgegeben. enthalt das Programm über die geliſchen Predigerſeminariums, unter der Leitung des 1 n Numm⸗ Anzeigen, an die geehr⸗ Dieſe erſte Nummer de Eröffnung des evan⸗ ſowie den Text der Herrn Rektors M üller von m ſelbſt fl. 30 kr. äbiſcher Dichter und Novelliſten. Her⸗ C. Möricke u. W. Zimmermann. 2 fl. den Zoͤglingen des Schullehrerſeminariums in der 2 Burgkirche und von kirche geſungen werden dem Singverein in der Stadt? den Choralgeſänge.— Der halbjährige Pränumerationspreis dieſer„kirchliche Anzeigen“ iſt 12 kr.) die erſte Nummer iſt indeſſen auch bei mir einzeln, für 3 kr., zu haben. C. Bindernagel. Fruchte⸗Preiſe hier in Friedberg: 5 5 Waizen: 8 fl.— kr. Korn: 6 fl.— kr. Gerſte: A fl. 50 kr. e Hafer: 3fl. 15 kr. Erbſen:— fl.— kr. 9 7 5. 8 5 angeſyr Fruchte⸗Preiſe zu Mainz, am 12. Mai: 11 1 Walzen: 7 fl. 42 kr. Korn: 6 fl. 3 kr. Gerſte: 4 fl. 54 kr. 4 d Hafer: 3 fl. 33 kr. 1 g Polizei⸗Taxe für die Staͤdte Friedberg und 9 0 12„ Butzbach vom 21. bis 28. Mai 1837. Begenhe 5 Bodenro pfd eb. Brod. Preiſe. kr. pf. Benſabt Cin Leib ⸗Roggenbrod 2 Bruchenb Zwei— 175 77 14 3 Butzbach Vier— 7 77 9 2 Adosho — 5½¼% Milchbrod 1——— — 6% WMaſſerweck 5 1195 0 —% Gemiſchtes(Tafel-) Brod 1— 1 755 . 5 Friedbe Fleiſch-Preiſe. Großfan Ein!— Ochſeufleiſch 10— Halbenbe „— Kübfleiſch 8— Hochweiß „— Rindfleiſch 8— Hiochſt „ 5 Kalbfleiſch 5 e 1 1— Schweinenfleiſch 111— Holshaust „— Hammelfleiſch 8— 55— Wurſt von blos Schweinen 12— „— Bratwurſt g 14— 5— Schwartenmagen 16— „— Geräucherter Speck 20— 2— Schinken 144— „— Dörrfleiſch 16— 6— Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 20— „— dito unausgelaſſen 18 in dem „— Nierenfett! „— Hammelsfett 18— fl. 90 7 0 Der gr. heſſ. Kreisrath Küchler. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg.