1 Obernhaucc, 6 urich Hafmn, 2 ein Wittwe;„ aas Herman briſtian Brit des ſieſhg M22. g . a Nn 1 Manhunt, Kirchliche Feier in Holzhauſen. maden Wer da wähnt, daß Sinn für Religiöſität und Kirchlichkeit bei uns erſtorben ſey, der konnte bharina; gh ſich am 2aten Mai zu Holzhauſen eines andern belehren. b. M. An dieſem Tage ſollte nämlich die feierliche den 8. d.) Aufnahme von einigen dreißig katholiſchen Bewoh⸗ M. nern des Ortes in die proteſtantiſche Kirche ſtatt a Cholet 2 5 ein Umſtand, welcher ſchon ſeiner Neuheit egen eine außerordentlich große Menge von r Eliſez g Menſchen— wir ſagen gewiß nicht zu viel, wenn vir behaupten, daß wohl 4 bis 5000 Menſchen inweſend waren— aus den näheren und entfern⸗ 13 Orten der Umgegend herbeigezogen hatte. Um 9 Uhr verſammelte der erſte proteſtantiſche Theodor; gi 1 3 Geiſtliche, Herr Dekan Gebhard von Rodheim, . die Catechumenen und übrigen Beichtkinder in dem Schulzimmer, und hielt ihnen daſelbſt eine herzliche Beichtrede. Hierauf ſollte der feierliche Zug in die ph 20 feirche gehen; es geſchah aber, was zu erwarten 5 var. Die Kirche war bereits vor dem Geläute ſo 103 tor von Menſchen angefüllt, daß nun weder Geiſtliche doch Organiſt noch Catechumenen nur hineinkommen 2 Mou konnten. Darum mußte ſchnell zur Anordnung eines Bottesdienſtes im Freien geſchritten werden, was oſtrechi ſo Viele der Anweſenden ſchon vorher— theils um den, Gefahr zu verhüten, theils um eine größere Anzahl Bohmer n dem Gottesdienſte Antheil nehmen zu laſſen— gewünſcht hatten. Eine paſſende Stelle hierzu war — dad gefunden. 90 Vor dem Orte ſtehen auf freiem und gruͤnem 4 Sonnabend, den 30. Mai — Intelligenzblatt im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. 1835. Platze einige ehrwürdige Linden. Dieſe ſchienen ganz geeignet, daß unter ihrem Dache die heilige Handlung vorgenommen wurde. Die Veranſtaltung dazu war ſchnell getroffen, indem man einige Tiſche zuſammenreihte, die herbei geholt wurden, und von denen Einer als Altar diente. Sofort begann ein feierlicher Geſang, nach deſſen Beendigung der Pfarrvicar von Rodheim, Herr Knabe, die Predigt über Joh. VIII, 12 hielt, in welcher er die Bedeu⸗ tung der Feier entwickelte und ſeinen Wunſch zur Ver⸗ einigung der beiden Confeſſionen anknüpfte. Hierauf ſprach Herr Dekan Gebhard ſalbungsvolle Worte an die Anweſenden und ſchloß mit der Anforderung zur Ablegung des Glaubensbekenntniſſes. Da erhob ſich in ihrem Namen der frühere katholiſche Geiſt— liche, Herr Helferich, und legte in kräftiger und feuriger Rede das proteſtantiſche Glaubensbekennt— niß ab, welchem, auf die Frage, ob die Catechu⸗ menen ſich zu demſelben bekennen, ein Ja erfolgte. Dieſem gemäß wurden ſie für aufgenommen erklärt und nun knieeten ſie nieder, um die Weihe zu er⸗ halten. Als ſie darauf von dem Geiſtlichen noch⸗ mals ermuntert worden waren, im Glauben feſt zu beharren und ſich eines frommen und chriſtlichen Lebens zu befleißigen, empfiengen ſie das Abend— mahl in beiderlei Geſtalt. Ein Gotteslied machte den Beſchluß. a Wir möchten es als einen intereſſanten und äußerſt bedeutenden Zuſatz zu der ganzen Feier an⸗ ſehen, daß die neuen Proteſtanten nach geendigtem Gottesdienſte ihrem früheren Seelenhirten mit ei⸗ nem koſtbaren Exemplare der Bibel auf ſeidenem — 1.* 1 hauſen um 16000 damaliger Gulden an Hanau. Etwas ſpäter, im Jahr 1595, verkaufte der dama⸗ lige Erbe von Eppſtein, Graf Ludwig Georg von Stolberg, den Vormündern der minderjährigen Grafen von Hanau die 4 Dörfer für die Summe von 50000 fl.— Es iſt bekannt, daß ſich hierauf zwiſchen Kur, Kiſſen ein Geſchenk machten, das er nicht beſſer erwidern zu können glaubte, als indem er ihnen die Stelle aus Jeſus Sirach(XIV,— in andern Ausgaben XV— 22 und folg.) daraus vorlas: „Wohl dem, der ſtets mit Gottes Wort umgehet, und dasſelbe ausleget und lehret“ u. ſ. w. Während der ganzen Feier, die durch das ſchönſte Frühlingswetter begünſtigt wurde, hatte bei der außerordentlichen Menſchenzahl die größte Stille geherrſcht, nicht die geringſte Unordnung das ſel— tene Feſt geſtört. Nicht nur erkannte man bei denen, welche es zunächſt angieng, die tiefſte Rührung, ſondern auch in dem ganzen großen Kreiſe der Um— ſtehenden bemerkte man die größte Andacht, war die innigſte Theilnahme an dem Akte ſichtbar, ſo daß man Vieler Augen in Thränen ſchwimmen ſah. Eben ſo ſtille, als man zuſammen gekommen war, trennte man ſich wieder nach beendigtem Gottesdienſte, und gewiß verließ ein großer Theil derer, die von Weitem gekommen waren, die Stätte und den Tempel,„der nicht von Menſchenhänden erbaut war“, mit frommen Gefühlen und ſchönen Vorſätzen für die Zukunft.) Wir benutzen dieſe Gelegenheit, unſern Leſern einige hiſtoriſche Nachrichten uͤber den Ort hier kürzlich mitzutheilen. Holzhauſen, zur Unterſcheidung von andern gleichnamigen Oertern„an der Höh“ genannt, und zur alten ſeulberger Mark gehörig, deren Weis— thum von 1493 auf uns gekommen iſt, hat unge⸗ fähr 850 Einwohner und liegt etwa eine halbe Stunde von Rodheim auf einer kleinen Erhöhung, die ſich unmittelbar weſtlich herabſenkt, wo die Erlenbach, die aus dem Taunus kommt, von Köppern her mehrere Mühlen treibt, in ſchönem Thale vorbeifließt, um dem Auge des Beſchauers den Blick nach dem Taunusgebirge ſo recht ange— nehm zu machen. Der Ort gehörte unter die alten Beſitzungen des einſt ſo mächtigen Hauſes der Eppenſteiner und erſcheint u. A. in einer Urkunde von 1278. Bereits im Jahr 1578 verpfändete Eber⸗ hard, Graf von Königſtein, die 4 Orte, Stein⸗ bach, Ober- und Nieder-Eſchbach nebſt Holz *) Es iſt uns noch eine Beſchreibung dieſes Feſtes von Hrn. Pfarrer Gruber zu Ober-Eſchbach zugekommen, von welcher wir aber, weil Obiges bereits in der Correktur war, keinen Gebrauch machen konnten. Mainz, welches faſt die ganze eppſteiniſche Erb⸗ ſchaft als heimgefallenes Lehen an ſich zog, und dem Hauſe Stolberg ein langwieriger Proceß erhob, der bis in den Anfang unſeres Jahrhunderts währte. Der kur-mainziſche Kanzler Reigersberg hatte“ dies und die ſtürmiſchen Zeiten des dreißigjährigen“ Krieges benutzt, um des Dorfes Holzhauſen ſich zu bemächtigen, welches durch deſſen Tochter an die Familie von Ingelheim kam. Durch dieſe wurde nun neben der lutheriſchen Kirche, die bis— her beſtand, auch noch eine katholiſche Kirche ge— gründet, und dieſelbe, Widerſpruch dagegen eingelegt hatte, obwohl Heſſen-Darmſtadt im Jahr An 1716 außerhalb des Ortes erbaut. Seit dieſer Zeit — 8 2 — befand ſich daſelbſt auch ein eigener Pfarrer für“ die neue und kleine katholiſche Gemeinde. 1 90 Als nach dem Abſterben des letzten Grafen ſe Johann Reinhard von Hanau im Jahr 1736 d das Haus Heſſen-Caſſel in den Beſitz der Grat, die ſchaft Hanau⸗Münzenberg gekommen war, wur 1 die alten Anſprüche geltend gemacht, und Landgraf, 2 Wilhelm VIII. nahm im Jahr 1741 ohne Wei-( teres von Holzhauſen, als einem Theile der ba Grafſchaft Hanau, welcher von demſelben wider 10 rechtlich getrennt worden, Beſitz. Dies gab Veran- laſſung zu einem langwierigen Proceſſe, in welchen mehrere Streitſchriften erſchienen. Endlich wurde iſt die Sache 1764 beigelegt, Ingelheim durch Geld 8. entſchädigt und HeſſenCaſſel blieb im Beſitze von Holzhauſen, das zum Amte Rodheim geſchlagen war. 10 Um ſo auffallender mußten in dem Reichs- ſeh Deputations⸗Hauptſchluſſe von 1802 Cund 3) die de Worte ſeyn: daß das Haus Heſſen-Caſſel u. A. in den Beſitz der Stadt Gelnhauſen und des„Reichs dorfes Holzhauſen“ kommen ſolle. Daß hier eine Verwechſelung zum Grunde lag, war klar, e und um ſo eher möglich, als es der gleichnamigen 9 Orte viele gibt). Unſer Holzhauſen war nie⸗ 0 1 ) Es ſind drei Holzhauſen im Großherzogthume, ſechs in Kurheſſen und zwei im Herzogthume Naſſau. Bekannt- * ir un en mals ein ſ. g. Reichsdorf, wohl aber ſcheint man 6 dam es bei Abfaſſung des Reichs-Deputations-Haupt⸗ Yeorg un ſchluſſes im Auge gehabt zu haben, um allenfallſige gen Gre ſpätere Anſprüche von Seiten der Familie Ingel— en 30000 heim für immer abzuwenden. Daß man aber ſich duiſhen An, jenes Ausdruckes bediente, mag wohl daher gekom— einiſce Eh men ſeyn. Das eigentliche Reichsdorf Holz— ſic zog, un hauſen, von welchem die Familie von Rau ſich noch Proceß eig ſchreibt, liegt in der Nähe von Amöneburg; dort aderts währt hatte Kur⸗Mainz im ſiebenzehnten Jahrhundert den beberg hun, katholiſchen Gottesdienſt wieder einführen wollen, eißigjahrig noch im Jahr 1778 ſogar als Lehnsherr Anſprüche bauſen si auf den Beſitz des Ortes ſelbſt gemacht, wiewohl * Techter m 1 vergebens. Da dieſes noch in friſchem Andenken Durch die war, ſo hätte man glauben ſollen, dieſes Reichs— „die bis, dorf wäre wirklich hier gemeint geweſen. Allein e Kirche, das ältere Haus Heſſen kam ja durch den Reichs— ſſen⸗Darmem. Deputations⸗Hauptſchluß in den Beſitz vom ganzen „ im Jah, Amte Amöneburgz mithin mußten die alten An⸗ eit dieſer u ſprüche von Mainz ohnehin wegfallen. Pfarrer fe Mit dem Amte Rodheim fiel unſer Holz— de. hauſen im Jahr 1810 dem Großherzogthume Heſ— legten Gra, ſen zu. Noch findet man gegenwärtig daſelbſt die Jahr la drei Kirchen, eine lutheriſche(die Lutheraner bilden der Git] die ſtärkſte Zahl), eine reformirte und eine katho— liſche. Die lutheriſche wurde im Jahr 1731 erbaut. Die beiden Thore ſind ſchon vor mehreren Jahren abgebrochen, und die Rentamtswohnung iſt eben⸗ falls veräußert worden. Daß ſich in der Nähe auch ein Sauerbrunnen beftndet, davon wurde ſchon in Nro. 34 unſeres Blattes von 1834 geredet.— Um das Dorf, beſonders aber nach Rodheim hin, iſt eine ſchöne Obſtbaumzucht. Sonſt leben viele war, wurdc! und Laudg 11 ohne W. 1 Teile dei ſelben wide s gab Vera e, in welch udlich wun n durch Geh Bewohner neben dem Ackerbau hauptſächlich von „ Beste u Weberei. Daß die Familie von Holzhauſen, welche im geſchlahn, 12 lange Zeit in Frankfurt unter die vornehmſten Ge⸗ den 00 ſchlechter gezählt wurde, von dieſem Holzhauſen an und 3) 6 der Höh ſich ſchreibt, leidet weniger Zweifel, als el u. A. die Nachricht, daß ihre Vorfahren ihre Burg da⸗ „Reiche ſelbſt gehabt. Allerdings liegen kaum eine halbe Daß le Viertelſtunde nordweſtlich von dem Orte die Spuren 10 eines ſtarken Bollwerkes, das zum Schutze der eee, ganzen Gegend beſtimmt geweſen zu ſeyn ſcheint, n bar 1% und vom Volke die alte Burg genannt wird, 1 lich liegt in der Nähe au 0 khauſen, mne d, Münch Holzhauſen 11 50 ein Dorn⸗Holzhauſen, ein ſau. Behm g — 143— „auf welcher einſt ein heidniſcher König geweſen /. Allein uns ſcheint dieſe Burg in ihren Anlagen roömiſch, und nebſt einem andern Caſtelle, das wir da ſuchen, wo jetzt das Kloſter Thron ſteht, die Beſtimmung gehabt zu haben, das Thal der Erlenbach von oben und von unten gegen allen— fallſige Angriffe ſicher zu ſtellen. Genauere Nach— grabungen mögen dieſe Angabe widerlegen oder be— kräftigen. Das erzählen bejahrte Perſonen, daß noch vor 30 bis 40 Jahren Gewölbe auf der alten Burg ſichtbar geweſen ſeyen. Jetzt ſieht man faſt nur noch einen Damm⸗Aufwurf mit einem Graben. Die Sauerbrunnen im Landgerichtsbezirke g Karben.) In der Reihe derjenigen Mineralquellen, durch welche ſich die von der Natur ohnehin ſo reich aus— geſtattete Wetterau auszeichnet,“) nehmen die in dem Landgerichtsbezirk Großkarben befindlichen nicht die letzten Stellen ein. Es ſind deren beſonders drei bemerkenswerth, nämlich: 10 zu Vilbel. Der mineraliſche Gehalt dieſer Quelle iſt zwar nicht bedeutend; ſie liefert aber ein zum Trinken eben ſo angenehmes als geſundes Waſſer. Ihre Lage befin— det ſich in dem Orte Vilbel, nächſt der uͤber die Nidda daſelbſt führenden Brücke. Bis zum Jahre 1816 war ſelbige zwiſchen den damaligen beiden Landes— herrſchaften Vilbels gemeinſchaftlich, und iſt ſeit der von dieſer Zeit an eingetretenen politiſchen Verän— derung eine großh. heſſiſche Domane. Den Einwoh— nern Vilbels ſteht jedoch deren freie und unentgelt— liche Benutzung zu. Bis in den 1790er Jahren war der Verkauf des Waſſers an Auswärtige verpachtet, und es be— „) Wir haben uns erlaubt, dieſen uns von achtbarer Hand zugekommenen ſchätzbaren Aufſatze einige Zuſätze in den An— merkungen beizufügen, um dem denkenden Leſer Stoff zu weiteren Forſchungen zu geben. Deswegen hoffen wir auf die Nachſicht von Seiten des Herrn Verfaſiers. Die Redact. r) Es befinden ſich nämlich in der Wetterau noch Sauer⸗ brunnen: 1 bei Rosbach, 1 bei Staden, 1 bei Steinfurt, 1 bei Schwalheim, 1 zu Rödgen, 2 bei Dorheim,(Selz⸗ und Perlbrunnen) 1 bei Grünſchwalheim, 1 bei Berſtadt, 1 bei Holzhauſen u. ſ. w. Die Redact. — 146— 1 5 5 Gemarkung, war bis zum Jahr 1817 Eigenthum 1 fand ſich unmittelbar bei der Quelle eine fur den Pachter beſtimmte Wohnung. Der geringe Pachter⸗ trag verhinderte die Beibehaltung dieſes baufällig gewordenen Hauſes, und deswegen wurde ſelbiges abgebrochen, ohne wieder hergeſtellt zu werden. Die Geringhaltigkeit der mineraliſchen Beſtand⸗ theile des Waſſers veranlaßte den Verſuch, eine Quelle von größerer Reichhaltigkeit aufzufinden, und ſo wurde im Jahr 1796 der mit guten Quaderſteinen ausgemauerte Brunnenſchaft zugedeckt und außer Ge⸗ brauch geſetzt, dagegen wenige Fuß von demſelben ein neuer gegraben, und die Quelle neu gefaßt. Der Erfolg entſprach aber der Erwartung nicht, indem ſich der Gehalt des Waſſers durch dieſe— wenn gleich koſtſpielige Unternehmung nicht verbeſſerte. Zwanzig Jahre ſpäter nahm man den alten Brunnen wieder in Gebrauch, behielt aber dennoch den neugegrabenen bei. Der in der neueren Zeit ſehr bedeutend ver⸗ mehrte Waſſerabſatz hatte auch eine Steigerung des Beſtandgeldes zur Folge, und ſo boten ſich die Mittel dar, die eingegangene Pachterwohnung wieder zu errichten, was vor ungefähr 8 Jahren geſchah. 5 Zum weiten Transport iſt übrigens das Waſſer nicht geeignet, daher ſich deſſen Abſatz hauptſachlich auf die beiden nahe gelegenen Städte Frankfurt und Offenbach beſchränkt. Der Handel mit demſelben er— nährt, des geringen Preiſes ungeachtet, viele Familien in Vilbel, da der Abſatz an die genannten beiden Orte wohl an 200,000 Krüge reichen— oft auch mehr in einem Jahr betragen mag. 2) Der„okarber Sauerbrunnen /, früher von den Bewohnern der nächſt gelege⸗ nen Ortſchaften der„Sülzbrunnen“ genannt, (das denſelben umgebende Gelände heißt noch„die Sülz“)) liegt in der groß- und kleinkarber ) Die Namen Sülz und Selz kommen bei Salzlacken, Sauerbrunnen ꝛc. öfters vor, und ſind beide Ausdrücke Eines Urſprunges mit Salz.— Wir haben über dieſen Brunnen ſchon mehrere Beſchreibungen. Die des Tabernaemonta- nus(Bergzaberner) von 1605 iſt uns nicht zu Geſicht ge⸗ kommen. Dagegen kennen wir eine im Jahr 1820 erſchie⸗ nene Schrift von Dr. Karl Chriſtian Nonne, und eine andere von Dr. Heinrich Hoffmann in Darmſtadt. Letztere berührt auch die Nachrichten der früheren Gelehr⸗ ten. Außerdem beſitzen wir noch einen von Fehr verfer⸗ tigten und dem Burggrafen Joh. Erwin von Greiffen⸗ elau ſo wie den beiden Burgbaumeiſtern gewidmeten Kupfer⸗ ſtich, welcher den Grundriß und„Proſpeet des Karber der Burg Friedberg, und ging von dieſer als eine Domäne an das Großherzogthum Heſſen über. Bis zum Jahre 1812 ließ die Burg Friedberg den Brunnen durch einen an demſelben in dem da⸗ bei befindlichen Häuschen wohnenden Aufſeher ver walten, d. h. das Waſſer für einen geringen Betrag an diejenigen verkaufen, die wie die Einwohner der nächſt gelegenen drei Ortſchaften, Okarben, Groß⸗ karben und Kleinkarben, zur unentgeltlichen Be⸗ nutzung des Brunnens nicht berechtigt ſind. Der durch dieſe Verwaltung entſtandene Koſtenaufwand ließ kaum einen reinen Ertrag übrig, daher von 1812 an eine Verpachtung— jedoch auch nur gegen ein ge⸗ ringes Beſtandgeld,“) erfolgte. Der Pachter erweiterte die Wohnung, und ließ einige Nebengebäude dabei aufführen. Der Abſatz des Waſſers nahm ſeit dieſer Zeit einen ſehr bedeutenden Aufſchwung, beſonders um deswillen, weil man den Gehalt ſeiner minera⸗ liſchen Beſtandtheile und deren Wirkungen immer beſſer kennen und würdigen lernte. Mit dem im Jahr 1827 erfolgten Ableben des bis dahinigen Pachters übernahm ein anderer— und zwar ein angeſehener Kaufmann in Offenbach— den Brunnen, und brachte denſelben durch den merkantiliſchen Betrieb des Geſchäfts in einen vorher nie in dieſer Ausdeh⸗ nung bekannt geweſenen Ruf. Hieraus laßt es ſich auch erklären, daß der jährliche Waſſerabſatz, haup“⸗ ſachlich nach Frankreich, in die Schweiz, nach Baiern, ꝛc. mehrere hundert Tauſend Krüge betragen ſoll. Nachdem von Seiten der Domänen⸗Verwaltung 1 zu der Umgebung des Brunnens Gelände von be⸗ deutendem Flächengehalt acquirirt worden war, ver⸗ wendete ſolches der neue Pachter zu ſchönen Garten und Bosquet-Anlagen, und erhöhete ſomit, ſowie durch Erbauung eines zur Gaſtwirthſchaft beſtimm⸗ ten neuen Hauſes ꝛc. ꝛc. die Annehmlichkeit, welche die anmuthige und reizende Lage des gon alten Linden Suͤlz-Brunnens“ darſtellt— aus den Anfange des vori⸗ gen Jahrhunderts.— Cine merkwürdige Beſchreibung des Brunnens giebt der„Wetterauiſche Geographus⸗ unter dem Artikel Großkarben; wir werden uns aber hüten, ſie unſern Leſern wieder zu geben, da wit die Gränze der Schicklichkeit nicht zu verletzen willens ſind. f f e e eee „ 0. *) Wir hatten von 60 Gulden gehört, die Herr Köhler jährlich bezahlte. Die Redact. n 10 lichen Ve ind. Der ſenaufwand er von 1812 gegen ein ge⸗ er erweiterte baude dabei nm ſeit dieser 1 beſonderz iner minern⸗ ö igen immer dem im Jahr en Pacher augeſehener nnen, und en Betrieb er Ausdeh⸗ laßt es ſch ſatz, hauy⸗ ach Baiern, Nen ſoll. Verwaltung de von be⸗ war, ver⸗ en Garten⸗ mit, ſowie t beſtimm⸗ eit, welche en liuden ge des voll reibung des gtaphus“ uns aber e 1 Kebatt. 1 Köhler Redacl und Kaſtanien⸗Bänmen umſchatteten Brunnens in der von der Mutter Natur ſo herrlich ausgeſtatteten Gegend darbietet. a 3) Der zwiſchen Großkarben und Burggräfen— rode befindliche Mineralbrunnen, der„großkarber Sauerbrunnen“ genannt, liegt ebenfalls in der groß- und kleinkarber Gemarkung, welchen beiden Gemeinden er als Eigenthum zuſteht. Sein Waſſer wird nur von den Einwohnern der nördlich und öſtlich deſſelben gelegenen Ortſchaften— hauptſäch— lich im Sommer zum Trinken geholt. Es hat aber auch auf denſelben der in der neueren Zeit eingetre— tene bedeutende Verkehr mit Mineralwaſſer beſſeren Gehalts ſeinen Einfluß geäußert, und den Vorſtand der Gemeinden Groß- und Kleinkarben veran— laßt, erſt eine eigene Adminiſtration des Brunnens anzuordnen, ſpäter aber deſſen jetzt noch beſtehende Verpachtung vorzunehmen, und zu dieſem Behufe an demſelben eine Wohnung für einen Verwalter, und einen Schoppen zum Füllen der Krüge erbauen zu laſſen. Damit wurde zugleich der Name in„Lud— wigsbrunnen“ umgeändert, der indeſſen hauptſäch—⸗ lich auf den zu dem Waſſerdebit in die Ferne die— nen ſollenden Krügen vorkommt, bei den Bewohnern der Umgegend, die nur einen„großkarber Sauer— brunnen kennen, aber noch nicht gekannt iſt. Der Gehalt des Waſſers ſoll geringer— und darum der Verkehr mit demſelben als Handelsartikel minder bedeutend ſeyn. Die Quelle iſt ohnehin bei weitem nicht ſo ergiebig, als die des ſ. g. okar—⸗ ber Sauerbrunnens, und ergieſet ſich, nach einer geſchehenen neuen Faſſung, nur aus zwei Röhren, während dem die des„okarber Sauerbrunnens ſich kaum durch zwölf Röhren des Waſſers zu entledigen vermag, das in mächtigem Andrang aus dem Schooße der Erde hervorſprudelt. *) Es geſchieht dieſes Sauerbrunnens(Sureburne) ſchon in einer Urkunde von 1411 Erwähnung. Val. Mader ſichere Nachrichten von— Burg Friedberg Theil I. S. 277. Die Redacet. * 10 f Neue Prachtbibeln. Es gab eine Zeit, da war ein frommer, chriſt⸗ licher Sinn in allen Wohnungen ſo zu Hauſe, daß nirgends eine Bibel fehlte, daß das Leſen derſelben zu den ſchönſten Stunden an den Abenden der Sonn- und Feſttage gehörte, und daß man keine — 147— Koſten ſcheute, um dieſes Buch aller Bücher in— würdiger Ausgabe und prachtvollem Bande zu be— ſitzen. Dieſe Zeiten änderten ſich, und es folgten ihnen andere nach, in denen man faſt lächelte über ſolche altmodiſche Sitte und luſtigere Unterhaltun— gen für die Abende der Sonntage ſuchte und fand. Allein auch dieſe Zeiten ſind vorübergegangen, und es zeigt ſich hier und dort wieder das Verlangen nach einer edeln geiſtigen Nahrung nicht nur für den Bürger und Landmann, ſondern auch für die höheren und gebildeteren Stande. Und während die Bibel in hundert und abermal hundert verſchie— denen Sprachen den fremden Völkern in Aſien, Afrika, Amerika und Auſtralien gebracht wird, zeigt ſich auch bei uns wieder eine regere Nachfrage nach Bilderbibeln. Die alten großen Foliobibeln, die in Sachſen herauskamen oder die mit merian— ſchen Kupfern geziert ſind, finden ſich nur ſelten noch als Familien-Erbſtück. An dem ſoliden Ein— bande mit ſtarken Krappen erkennt man die ſoliden Zeiten, aus denen ſie ſtammen. Unſere Zeiten lieben ſolche große Folianten nicht mehr. Ein erfreuliches Zeichen iſt's aber, daß man zu gleicher Zeit an drei verſchiedenen Orten dem Publikum neue und ſchöne Bibel-Ausgaben mit Bildern darbietet. Das bibliographiſche Inſtitut zu Hild— burghauſen liefert ſolche in 4 verſchiedenen Aus— gaben, nämlich 1) eine Pfennig-Prachtbibel in 28 Lieferungen mit eben ſo vielen Stahlſtichen, jede Lieferung zu 9 Kreuzer; 2) eine Pathen-Bibel in 32 Lieferungen mit 32 Stahlſtichen, jede Lieferung zu 12 Kreuz zer; 3) eine große Altar-Bibel, ebenfalls in 32 Lieferungen mit 32 Kupfern, deren aber jede 54 Kreuzer koſtet; endlich 4 eine Andachts-Prachtbibel in 12 Liefe— rungen mit 24 Stahlſtichen, die Lieferung zu 36 Kreuzer. Die baumgärtner'ſche Buchhandlung in Leipzig gibt heraus eine Volks-Bilderbibel mit 150 Abbildungen (Holzſtichen) in 16 bis 18 Lieferungen, jede zu 23 Kreuzer. Endlich erſcheint zu Carlsruhe in der Bibel— Expedition eine Pracht-Bibel(mit einer Vorrede von Hüffell) in 12 Lieferungen mit 24 Stahl⸗ — 148— 3 c ſtichen, jede Lieferung zu 36 Kreuzer. Von letzterer haben wir bereits 3 Hefte jedes mit 2 Stahlſtichen“) vor uns liegen, die ganz unſern Erwartungen ent⸗ ſprechen, und die wir deswegen, ohne den andern zu nahe treten zu wollen, allen denjenigen unſerer Leſer und Leſerinnen empfehlen, welchen 7 fl. 12 kr. für ein ſolches Werk nicht zu viel iſt. Es iſt nur ſchade, daß in dem Texte dieſer zwei erſten Hefte mehrere bedeutende Druckfehler eingelaufen ſind.— a ) Die bisjetzt beigegebenen Stahlſtiche ſtellen dar: Das heilige Abendmahl, nach L. da Vinci. Jeſus zu Emaus, nach Appiani. Die Grablegung, nach Titian. Das heilige Grab zu Jeruſalem. Innere Anſicht von Jeruſalem. Anſicht von Bethlehem. Sämmtliche Hefte liegen zur Einſicht offen bei dem Verleger dieſ. Blattes. Mohnſaamenzucht betreffend. Die Mohnſaamenzucht ſcheint für Petterweil auch für dieſes Jahr von gutem Erfolg zu werden, indem bis jetzt unſere Einwohner ſchon ſo thätig ge— weſen ſind und das erſte Behacken deſſelben verrich⸗ tet haben. Man konnte während der jüngſt ver⸗ floſſenen 12 Tage täglich wenigſtens 200 Men⸗ ſchen in einzelnen Abtheilungen ſehen, welche mit Luſt und Freuden das gedeihliche Fortkommen der aufgekeimten Saat durch das Behacken zu befördern ſuchten. 8 2. Beſonders gunſtig iſt auch der Mohnpflanze die Witterung ſchon während des ganzen Frühjahrs, ſo daß unmittelbar nach dem erſten das zweite Be⸗ hacken vorgenommen werden kann. Im vorigen Jahr ſind zu Petterweil uber 5000 fl. aus Mohnſaamen erzielt worden, und aller nach⸗ barlichen Vorurtheile ungeachtet iſt die Wiederſaat auf dem Felde, worauf der Mohnſaamen gezogen worden, bis jetzt einer der ſchönſten und vollkom⸗ menſten anzuſehen. P. den 25. Mai 1835. H. Anfrage und Bitte. Dem kürzlich bei Herrn Buchhändler Pabſt in Darmſtadt erſchienenen Werke:„Mittheilungen aus der Erfahrung uͤber die Sool⸗Bäder zu Salzhauſen von Medizinalrath Dr. Möller, iſt der von mei⸗ ff. nem Bruder Fritz herausgegebene, ſpater in mei⸗ nen Verlag übergegangene Plan des Kurgar⸗ tens zu Salzhauſen in verjüngtem Maßſtabe! beigegeben worden. Iſt dieſes nach unſern Geſetzen Nachdruck?— Sollte ein Rechtsgelehrter bereit ſeyn vor Gericht zu beweiſen, daß dieſes als Nach druck nach unſern Geſetzen beſtraft werden müſſe, 1 ſo bitte ich denſelben, mich gefälligſt bald davon in Kenntniß zu ſetzen. e Friedberg. Carl Bindernagel, 1 Buchhändler u. Buchdrucker. Bekanntmachungen von Behoͤrden. — N 32 4 * Edict alla du ng. 0 0 (344) Großherzogliches Hofgericht hat über den 10 Nachlaß des Bäckers Anton Feger zu Butzbach 15 den Concurs erkannt und die unterzeichnete Gericht⸗ 0 ſtelle mit deſſen Eröffnung und Leitung beauftragt. Alle bekannte und unbekannte Gläubiger des gedach⸗ R ten Anton Feger werden daher aufgefordert, ſo ge- wiß in dem auf b Montag den 6. Juli d. J., Morgens 8 Uhr,„ beſtimmten Termin ihre Forderungen gehörig zu i liquidiren, gleichzeitig ſich auch über Vergleichsvor- ſchläge und die Wahl eines Maſſekurators zu er⸗ klären, als ſonſt der Ausſchluß von der Maſſe ver⸗ fügt resp. angenommen werden wird, daß ſie der Erklärung der Mehrheit der Gläubiger beigetrete ſeyen. 1 Friedberg den 12. Mai 1835. 22 Großh. heſſiſches Landgericht daſelbſt. 21 Hofmann. e Edictal ladung. N (345) Georg Fiſcher's Eheleute zu Aſſen⸗ heim haben unter'm 7. Januar 1818 von Georg Weith zu Ilbenſtadt, unter Verpfändung ihres 1 Wohnhauſes, ein Kapital von 250 fl. entliehen 9 und wurde die desfallſige Obligation, nach der Erklärung des urſprünglichen Gläubigers, ſpäter der Frau Gräfin von Leiningen Weſterburg cedirt. Nach der Letzteren Angabe iſt jene verloren gegan⸗ 1 gen und kann jetzt, wo die Schuld von den Erben der Fiſcher'ſchen Eheleute abgetragen werden ſoll, nicht mehr vorgelegt werden. 1 Auf Antrag der dermaligen Gläubigerin wer⸗ den daher alle, welche aus der fraglichen Verpfän⸗ dung und auf die erwähnte Obligation Anſprüche bilden zu können vermeinen, aufgefordert, ſolche ſo gewiß binnen 3 Monaten von heute an, hier gel- tend zu machen, als ſonſt jene für mortificirt er⸗ — s Kurgar choͤden. ot iber den 1 Butzbach tte Gerich⸗ beauftragt. 5 90 8 Uhr, gehoͤrig u igleichsvor⸗ ators zu er⸗ Maſſe ver⸗ daß ſie der beigetreten ht daſelbſt. zu Aſſen⸗ en Georg dung ihres entliehen nach ber 16, ſtütet ag cedirt. en gegan⸗ en Erben rden ſoll, gerin wer⸗ Auſprüche ſolche ſo hier gel⸗ iſtcirt er⸗ 70 ce 4 e Berpfa(373) Donnerſtag den 11. Juni, Uhr, klärt und der desfallſige Eintrag im Hypotheken⸗ buche gelöſcht werden wird. 5 Friedberg den 13. Mai 1835. Großh. heſſiſches Landgericht daſelbſt. 5 Hofmann. Hiofraithe-Verſteigerung. (346) Dienſtag den 2. Juni l. J., Morgens um 9 Uhr, wollen die Fried. Kautz'ſchen Eheleute ihr neben Johannes Wind's Wittwe gelegenes Wohn— haus, Nro. 290, nebſt Scheuer und Zugehör einer offentlichen freiwilligen Verſteigerung auf hieſigem Rathhauſe ausſetzen. Die Steigliebhaber werden eingeladen, um die Bedingniſſe zu vernehmen und nach annehmbaxem Gebote ſich des Zuſchlags zu gewärtigen. Friedberg den 21. Mai 1835. In Auftrag: 2 Der Beigeordnete Jakob Bechſtein. Hofraithe-Verſteigerung. (354) Mittwoch den 1. Juli d. J., Vormittags 10 Uhr, wollen die Wilh. Dietz'ſchen Eheleute ihre Hofraithe in der Uſergaſſe, beſtehend in Wohn— haus, Hof, Nebenbau, Scheuer und Stallung nebſt Gäͤrtchen hinter der Scheuer; ſodaun 3 Viertel 2½ Ruthen Acker in der Langgaſſe, an Herrn Martin Falk und Chriſtian Hecht gelegen, einer freiwilligen öffentlichen Verſteigerung unter den bei derſelben bekannt gemacht werdenden Bedingungen auf dem hieſigen Nathhauſe ausſetzen. Friedberg den 20. Mai 1835. f In Auftrag: Der Beigeordnete Jakob Bechſtein. . Brod-Lieferung. (356) Montag den 1. Juni d. J., Vormittags 10 Uhr, ſoll im Verwaltungsbüreau auf hieſiger Dae die Brod⸗Lieferung für das II. Bataillon IV. Infanterieregiments auf das zweite Semeſter d. J. an den Wenigſtnehmenden öffentlich verſteigert werden. Triedberg den 21. Mai 1835. In Auftrag: Reichart, Oberquartiermeiſter. Oel- und Lichter⸗Lieferung. (357) Der Bedarf an Brennöl und Lichtern für das II. Bataillon IV. Infanterieregiments auf das zweite Semeſter d. J. ſoll Dienſtag den 2. Juni, Vormittags 10 Uhr, im Verwaltungsbüreau auf hieſiger Hauptwache an den Wenigſtnehmenden ver⸗ ſteigert werden. Friedberg den 21. Mai 1835. Reichart, Oberquartiermeiſter. Arbeit⸗Verſteigerung. Vormittags 9 ſollen auf der Gemeindeſtube zu Steinfurt die zur Erbauung eines neuen Schulſaals daſelbſt nöthi⸗ gen Bauarbeiten, als: 10— 1) die Maurerarbeit, voranſchlagt zu 548 fl. 29 kr. 2) die Steinhauerarbeit„„ 28, 18, 3) die Zimmerarbeit 1„ 406% 58„ 4) die Dachdeckerarbeit 1„188, 19, 5) die Schreinerarbeit 1„ 230% 20„ 6) die Schloſſerarbeit 1„ 95, 38, 7) die Glaſerarbeit*„89, 207 8) die Weißbinderarbeit„139% 20% Summe 7725 fl. ITtr. an die Wenigſtnehmenden öffentlich verſteigert wer— den. Zeichnungen, Ueberſchläge und Bedingungen liegen bis dahin auf dem Büreau des Unterzeichne— ten zur Einſicht offen. Man bringt dieſes mit dem Bemerken zur all⸗ gemeinen Kenntniß, daß nur ſolche Steigerer zuge⸗ laſſen werden, welche Atteſte von ihren Bürgermei— ſtereien vorzeigen, daß ſie Kaution zu leiſten im Stande ſind. Die Herren Bürgermeiſter werden erſucht, vor⸗ ſtehende Bekanntmachung in ihren Gemeinden durch die Schelle gefälligſt bekannt machen zu laſſen. Friedberg den 27. Mai 1835. Der Kreisbaumeiſter Holzapfel. Ein Kochofen und ein Kochheerd, (374) in gutem Zuſtaude, iſt aus freier Hand zu verkaufen. Dorheim. Der kurfürſtl. heſſ. Bürgermeiſter Zerb. Aufforderung. (375) Forderungen an den Nachlaß der am 5. März d. J. zu Niederurſel verſtorbenen Jette Kaſtrer, welche noch nicht angemeldet worden, ſind um ſo gewiſſer binnen 4 Wochen à dato beim unterzeichneten Landgericht anzuzeigen, als ſonſt nach Ablauf dieſes Termins ihr Nachlaß an die im Auslande wohnenden Erben eingehändigt wer— den wird. Rödelheim den 21. Mai 1835. Großh. heſſ. graͤfl. ſolmſ. Landgericht. Buff uff. Schaafpferche-Verſteigerung. (376) Dienſtag den 2. Juni, Vormittags 11 Uhr, ſollen auf hieſigem Rathhauſe die in dieſem Monat fallenden Schaafpferche in der hieſigen Ge⸗ markung, mit dem 4. Juni anfaugend, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden, wozu die Pacht⸗ luſtigen einladet Friedberg den 27. Mai 1835. 6 Der Beigeordnete Jakob Bechſtein. N Bekanntmachungen von Privaten. Zum Verkaufen. (342) Eine große, ſchwere, gute Kuh und ein großes Schwein, beide zum Mäſten beſonders ge⸗ eignet, ſind zu verkaufen. Das Nähere bei Aus— geber dieſes Blattes. 0 Alle Sorten Sandplatten (343) werden zu den hanauer Verkaufspreiſen abgegeben beine 1 Friedberg. Gebrüder Grödel. Wein⸗Verkauf. (360) In der Behauſung des Gaſtwirths Fried. Siek dahier ſollen Mittwoch den 3. Juni, Mor⸗ gens 10 Uhr, 8 Ohm gute und rein gehaltene Weine, nämlich eine Ohm Nierſteiner 18271, eine Ohm Laubenheimer 1827r, fünf Ohm 1833 r und eine Ohm 1834r, an den Meiſtbietenden gegen gleich baare Zahlung verkauft werden. Bemerkend, daß am Tage des Verkaufs die Proben an den Faſſern zu nehmen ſind, werden alle Kaufluſtigen hierdurch eingeladen. 20. Mai 1835. Friedberg am i In Auftrag: Trapp III. i Güter zu verkaufen. (371) Unweit der Stadt Frankfurt, in den ſchön⸗ ſten und fruchtbarſten Gegenden ſind einige große Güter von 110600 Morgen nebſt Oekonomie⸗Ge⸗ bäuden, theils mit theils ohne Erndte und Schiff und Geſchirr, unter höchſt billigen Bedingungen zu verkaufen resp. gleich zu beziehen. Nähere Mitthei⸗ lungen macht, auf portofreie Anfragen, das allgem. Geſchaͤftsbuͤreau zu Roͤdelheim. Capitalien von 3000 bis 10,000 fl., (372) gegen doppelte erſte Inſatze und 5 prét. Zinſen, liegen zum Ausleihen bereit. Rödelheim den 20. Mai 1835. Das allgem. Geſchaͤftsbuͤreau daſelbſt. Regen⸗ und Sonnenſchirme, (377) und zwar ſeidene und baumwollene, ſowie eine gute eichene mit Eiſen beſchlagene, 3 Schuh lange und 2 Schuh hohe Geldkiſte hat zu verkanfen. Mandle Garde, Nr. 7 Judengaſſe. Die großh. heſſ. Zeitung (378) wünſcht Jemand mitzuleſen. Ausgeber die⸗ ſes Blattes ſagt erf e Scheibenſchießen in Friedberg. (379) Die unterzeichneten Vorſteher der friedber⸗ ger Schützengeſellſchaft machen hierdurch ihren Freun⸗ den und überhaupt den Liebhabern des Scheiben— ſchießens die Anzeige, daß mit obrigkeitlicher Er⸗ laubniß die erwähnte Schützengeſellſchaft auf die bevorſtehende Pfingſten ein Scheibenſchießen auf dem gewöhnlichen Schießplatz hinter dem Schützenrain veranſtältet hat. Das Schießen wird nach geendigtem Gottes⸗ dienſte den 2ten Feiertag als den 8. Juni eröffnet, und werden gegen Abend eine Ehrenſcheibe und drei Schnappgaben herausgeſtochen. Den 9. Juni wird Vormittags ebenfalls geſchnappt und eine Ehren⸗ ſcheibe und drei Schnappgaben herausgeſchoſſen. Den gten Mittags um 12 Uhr nimmt das Haupt⸗ — 150— ſchießen ſeinen Anfang, welches 25 Preiſe iſe enthãl und worauf 500 Schüſſe gethan werden ſollen und der Schuß 12 kr. koſtet. Das Nähere wird das Reglement enthalten. b 12 Für gehörige O Herren Schießliebhaber tragen werden. N f Friedberg den 7. Mai 1835. Renneberg. Damm. 1 a ü Gerlach 0 In Bezug auf obige Anzeige empfiehlt ſich 10 Wirth der Unterzeichnete dem Publikum mit guten 1 rdnung und Beguemlichkeit der wird die nöthige Sorge ge- 13 — und billigen Weinen und den Liebhabern des Tan⸗ zens mit einem neuen Tanzboden und guter Muſik. Friedberg wie oben. Serien⸗Ziehung des preuß. Anlehens. (380) Die diesjährige Serien⸗Ziehung des neuen königl. preußiſchen Anlehens von 12 Millionen Thaler preuß. Courant, oder 21 Millionen Gulden im fl. 24 Fuß— rückzahlbar mittelſt 252,000 Prämien von 2mal 100,000 Thaler preuß. Courant; 90,000 Thlr.; 2mal 80,000 Thlr.; 75,000 Thlr.; Smal 70,000 Thlr.; 2mal 65,000 Thlr.; 2mal 30,000 Thlr.; 2mal 20,000 Thlr.; 10,000; 9,500; 8,000 ꝛc. ꝛc. Thlr. preuß. Courant— findet nächſten Iten Juli, und die darauf Bezug habende Gewinn⸗Ziehung 7 menen Nummern einen kleineren oder größeren winn machen müſſen, und welche 9000 e 1 von 80,000 Thlr.; 20,000 Thlr. ꝛc. ꝛc. enthält— am 15. Oktober d. J. ſtatt. 4 J Original⸗Promeſſen dazu von 5d Nummern pr. Stück ſind bei dem Unterzeichneten a 4 Thlr. pr. Ert.(7 fl. im fl. 24 Fuß) pr. Nummer oder 20 Thlr. prß. Crt. pr. Promeſſe gegen gefällige Ueberſendung des Betrags zu haben: auch iſt 1 1 bereit dieſen, nach Ablieferung der Promeſſen, bei den treffenden Perſonen pr. Wechſel in Empfang nehmen zu laſſen.— Auf fünf bezahlte Promeſſen Auf Verlangen 4 wird eine ſechſte gratis gegeben. ſind auch ausführliche Verlooſungs-Plane zu haben bei Wilhelm Rieger in Frankfurt a. f 3 Fruchte⸗Preiſe hier in Friedberg: Waizen: 6fl. 10 kr. Korn: 5 fl.— kr. Gerſte: 4 fl. 30 Hafer: Z fl. 40 kr. Erbſen: fl. e Fruͤchte-Preiſe zu Frankfurt, am 25. Mai: Waizen: 5 fl. 55 kr. Korn: 4 fl. 10kr. Gerſte: 4fl. 15 kr. Hafer: 3 fl. 27 kr. Kohlſaamen:— fl.— kr. Erbſen:— fl.— kr, Fruͤchte⸗Preiſe zu Mainz, am 15. Mai: Waizen: 6 fl. 26 kr. Korn: 4fl. 52 kr. Hafer: 3 fl. 23 kr. Fleiſch⸗ und Brodpreiſe ſind unverändert geblieben. kr. ö 4 Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Binder nagel in Friedberg. 1 1 1 3 Gerſte: 4 fl. 20 fr. 1* l N Die Für die Richtigkeit: Der Beigeordnete Bech ſtein. lach der U N ö 2 1 1 0 1 0 0 48 ö e del 1 1D Gerlach. + 2 N . 2 5 8 — worin alle in der Serien-Ziehung herausgekom⸗ 475 Del das Lob;