0 Juli.* 1 N 2 rovinz 42 Intelligenzblatt für die berhessen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. —— * 30. Alterthuͤmer zu Friedberg“. ö(Beſchluß.) Wir gelangen nun zur eigentlichen Burg, und werden hier eine noch reichere Ausbeute um ſo eher finden, als hier Gelegenheit gegeben wurde, tiefer 77 weiter in das Innere zu ſchauen. Schon längſt kommen an dem nördlichen Ab—⸗ 1 ange der Burg, beſonders da, wo vor etwa zehn Fahren ein Steinbruch angelegt wurde, und auch da, wo bisher die Soldaten ihre Zielſcheiben ange⸗ legt haben, wodurch jedesmal etwas Boden aufge⸗ lockert wurde, einzelne Scherben zu Tag, die der ſtenner für römiſche erklären muß. Einſender fand daſelbſt nicht nur im Jahr 1829 einen ſehr inter— iſſanten Legionsſtein, welcher beſagt, daß die Vexrilla— ſier) der vierzehnten Legion ihn verfertigt, ſon⸗ dern außerdem ſpäter nach und nach mehrere be— trächtliche Reſte von ſolchen Gefäßen, die aus ſ. g. ſemniſcher Erde(terra sigillata) gebildet und zum Theil mit ſinnreichen Figuren, wie Jagden u. dgl. erziert oder mit Stempeln der Verfertiger verſehen ind. Eins führt z. B. den Namen IAXNVARIVS gar ſchön gearbeitet. Sodann erſchienen Stücke einer Gußmauer, eine faſt ganz erhaltene Lampe, auf⸗ ) Während des Druckes dieſer Abhandlung ſind dem Schrei⸗ ber einige Reſte von römiſchen, aus lemniſcher Erde ver— fertigten Gefaͤßen eingehändigt worden, welche bei Gra— bung eines Kellers unweit dem Platze, wo ſonſt der ſ. g. Auguſtiner⸗Pfuhl war, da, wo vor einigen Jahren die Scheunen abbrannten, zu Tage gefördert wurden. ) Es iſt von dem Steine gerade ſo viel übrig, um die Inſchrift vexillarii leg. XIIII. beſtimmt leſen zu können. 7 * Sonnabend, den 25. Juli 1835. fallend große Enden von Hirſchgeweihen, woran zum Theil die Spuren einer Sage ſichtbar ſind, Reſte von Glasgefäßen, darunter eins von drei pariſer Linien Dicke, und außerdem Mehreres von Metall, wie eine eichelartige Verzierung, eine Agraffe (Fibula) u. a. m. Man ſieht aus dieſem Allem deutlich, daß hier Schutt aus den Römerzeiten zu finden iſt). Noch weit reicher iſt die Ausbeute in dem In— nern der Burg. Bei dem im April dieſes Jahres vorgenommenen Planiren des Straßen-Bodens zum Behufe der Legung eines neuen Pflaſters fanden die Arbeiter zuerſt mehrere Münzen. Einige derſel— ben ſind aus jüngerer Zeit und ſogenannte Kreuz⸗ ober Händelheller frankfurter Gepräges, wie ſie Lersner im erſten Bande ſeiner Chronik von Frank— furt zu Seite 450 auf der erſten Tafel(II, 1. 29 hat abbilden laſſen. Die drei andern, welche mir ) Unmittelbar über dem Steinbruche ſieht man ſehr genau folgende Schichten übereinander, die uns Stoff zu einer kurzen Geſchichte der Stadt abgeben: 10 Felſen als fe— ſter Urboden; hierauf 2 Damm-Erde, welche ſich in; Verlaufe der Zeit über denſelben gebildet; dann 3) Stein— geröll, welches bei Errichtung des römiſchen Caſtrums hingeſchüttet wurde; nun folgt 4) ein mit Scherben ro miſcher Gefäße gemiſchter Grund. Dies iſt demnach der von Römern herrührende Schutt. Auf dem— ſelben folgt wieder 5) Steingeröll, das wohl bei den Befeſtigungs-Anlagen im Mittelalter hierher gekommen ſeyn mag, und über demſelben bildete ſich 6) wieder eine Damm Erde im Laufe der letzten Jahrhunderte. Es bedürfte übrigens keines großen Scharfblickes, um an dite Schichten die Geſchichte des Ortes zu knüpfen. — 2 Das Gewand war von ſtarkem, faſt beben, zu Geſicht gekommen, ſind ſammtlich röͤmiſch, und zwar zuerſt eine Erzmünze, die unter dem achten Conſulate des Vespaſian geprägt iſt, die andere eine Silbermünze aus dem 7ten Conſulate des Titus, und die dritte iſt eine Erzmünze des Tiberius (Pontiſex. trib. potestate XII).— Bei weiterem Nachgraben kam das Fundament der nun ſeit mehr als 40 Jahren abgebrochenen alten Burgkirche zu Tag. Ungefähr 10 Klafter von dem St. Georgs— Brunnen, und etwa 11 Klafter von der ſüdlichen Ecke der neuen Burgkirche ſtieß man auf das Fun⸗ dament des Hochaltares. Da man unter demſelben einen Grundſtein zu finden hoffte, der allenfalls etwas enthalten möchte, was auf die Gründung der Kirche hatte fuͤhren können, ſo wurde daſſelbe ſorgfältig aufgegraben. Cs zeigte ſich nun zwar das nicht, was man gehofft hatte; dafür kam man auf mehrere römiſche Ziegelſtücke, von welchen in— deſſen keins einen Stempel hatte, und traf endlich in einer Tiefe von mehr als 4 Fuß einen vollkom⸗ men erhaltenen Eſtrich, der, wie man dergleichen an römiſchen Gebäuden oft findet, von Kalk und kleinen Ziegelſtücken bereitet und ſorgfältig geglättet war. Nachdem man einige Stücke davon aufge- nommen und zum Andenken aufbewahrt, wurde das Uebrige wieder bedeckt, um einer kommenden Generation Zeuge zu ſeyn von dem, was einſt war).— In der Nähe des Hochaltares, und zwar nach Weſten und Norden, entdeckten die Arbei⸗ ter nach und nach drei Gräber. Das erſte muß wohl eine weibliche Leiche enthalten haben, wenn man anders nach dem ſeidenen Gewande urtheilen ſoll, das darin war. Auch die ſeidenen Strümpfe waren noch erhalten, und ſoll an denſelben das Zeichen HB ſichtbar geweſen ſeyn*). Das zweite Grab enthielt die Gebeine eines Kindes. Das dritte endlich mag einer wichtigen Perſon angehört haben. * *) Für die, welche einmal nachzuſuchen geſonnen ſind, be⸗ merken wir, daß die Stelle etwa 11% Klafter von dem Ziehbrunnen, eben ſo weit von der ſüdlichen Ecke der neuen Burgkirche und 17 Klafter von der ehemaligen Kaplanei-Wohnung, der nunmehrigen Wohnung des Ba⸗ taillons-Commandanten, entfernt iſt. %) Es kann nicht gerühmt werden, daß dieſes Gewand ſo⸗ fort zerriſſen und die Silberborde dem erſten beßten Juden verkauft wurde. Man ſollte wohl, wo nicht Achtung vor dem Alterthümlichen, doch vor dem haben, was den zur Ruhe Gegangenen gehoͤrt. Tuche und mit ſilbernen Treſſen beſetzt, die aber im Laufe der Zeit ſich ſo geändert, daß man ſie im erſten Blicke für Goldtreſſen hielt. Dem Schnitte des Gewandes nach zu urtheilen, möchte es aus den Zeiten nach dem dreißigjährigen Kriege Derag fand ſich eine ſeidene Schärpe und ein kleiner drei⸗ 4 12 eckiger Hut, der ebenfalls mit Treſſen beſetzt und von 1660 bis 1680 rühren. Außer dem Gewande mit Federn verziert war. f dieſen Ruheſtätten längſt weggewälzt ſind, ſo war es unmöglich, genauer zu beſtimmen, wen ſie bergen. Auf jeden Fall befanden ſie ſich im öſtlichen Theile der alten Burgkirche und zwar nahe am Hochaltare). Endlich wurde etwas ſpäter, und zwar unweit der nördlichen Fundamental⸗Mauer, von Südweſt nach Nordoſt ſtreichend ein doppelter Röhrengang entdeckt. Beide Röhrengefüge lagen etwa 2 Fuß tief in der Erde nahe an einander in Sand, und waren mit etwas Mauer umgeben. Die einzelnen Rohren ſind von Thon, ungefähr 13 pariſer Zoll lang und in einander geſteckt, ſcheinen indeſſen auf ein ſehr hohes Alter keinen Anſpruch zu machen, wenigſtens nicht römiſch zu ſeyn, da mir nicht bekannt iſt, daß die Römer ſich ſolcher zuſammengeſteckten Thonröhren bedienten, wenigſtens die Kunſt, das Waſſer fallen und wieder ſteigen zu laſſen, nicht verſtanden.(Die⸗ jenigen Waſſerröhren, welche von den Römern tubae genannt wurden, waren wohl von anderer Geſtalt.) Es möchte allerdings gut geweſen ſeyn, wenn von je her alles, was einigermaßen Bedeutungs⸗ volles aus unſerem Boden aufgefunden wurde, auf. Leider iſt nun das nicht geſchehen, und was allenfalls noch in den Händen einzelner Privatleute iſt, wird auch verſchwinden, bewahrt worden wäre. ehe man ſich's verſieht. Wie leicht hätte ein öffent⸗ liches Gemach mit„Alterthümern von Friedberg/ geziert, wie leicht manches Wichtige in früheren 5) Da Herr Hofrath Schatzmann zu Darmſtadt noch ein Verzeichniß der Grabſteine beſitzen und mit der Lokalität der alten Kirche bekannt ſeyn ſoll, ſo ließ ſich vielleicht mit Hülfe deſſen, was Herr Geometer Bindernagel J. über die Lage der Gräber in einem Grundriſſe verzeichnet hat, die Perſon auffinden. Die beiden Gräber der Erwachſen nen lagen nicht neben einander, ſondern das zuletzt er⸗ wähnte in gerader Linie weſtlich von dem Hochaltare et⸗ was weiter von dieſem entfernt, als das erſtere. 85 Da die Grabſteine von Hurgkit U erden Handelt ſbie vor len die und ei fetten, unsere bas berlie 15 1 1 e aß u mange Miel Manz weger 33 gebrich 0 iſt 1 ſchon dem teu o den s 4 Wies in e tile ſeugt. Mog Vicht f ah der beide ohne ſolche Fried lchte 455 bangen, b Schni ern, daß einſt Römer unſern Ort bewohnten; ja te es auß 8 iſt ſelbſt wenig Hoffnung vorhanden, daß die . eim honen Grabſteine, welche aus unſerer ehrwürdigen Gewand einer drei, beſczt und bſteine von d, ſo war ſie bergen pen Theil chaltare d) etten, was zu retten möglich iſt! Zurgkirche ruͤhren, für die Nachwelt erhalten wer⸗ ſen, wenn ſie nur noch zehn Jahre ſo behandelt Herden ſollten, wie ſie in dem letzten Jahrzehnt be⸗ andelt— ſelbſt mißhandelt wurden. Möchten doch ie vorgeſetzten Behörden ſich ihrer erbarmen! Möch— en die Freunde der Ortsgeſchichte zuſammentreten ind einen Verein bilden, um wenigſtens noch zu Möchte endlich unweit det inſere Jugend aufmerkſam gemacht werden auf alles, dweſt nach vas uns von frühen Jahrhunderten Intereſſantes ug entdeckt tief in der waren mi ohren ſun ng und in ſehr hohes yſtens nich „ daß die Lenden g aſſer falle nden.(Die nern tube Zebricht, ſogar bei dieſer trockenen Witterung nicht; er Geſtalt) eyn, wem edeutung⸗ purde, au, das nich en Händg rſchwindin, ein öſſan Jrieberg⸗ g fruheren 0 et noch er Lokal/ vielleicht 1 1861. üs 7 zeichnet bil er Each iberliefert wurde, und nicht muthwillig zerſtören, vas uns doch heilig ſeyn ſoll! Ph. D. Frage. Es kaun wohl nicht in Abrede geſtellt werden, daß nicht ſelten gegen die Erndte hin bei uns der Brod⸗ mangel aus zweierlei Urſachen ſehr drückend für den Mittel- und armen Mann iſt, eines Theils wegen Mangel an Brodfrüchten ſelber, andern Theils vegen Mangel an Mühlenwaſſer. Ob es gleich dem Wetterbache nie an Waſſer ſo iſt doch an dieſem gegenwärtig und ße ſchon um dieſe Zeit Brodmangel, und zwar aus dem einzigen Grunde, weil zu dieſer Zeit Ortſchaf—⸗ ten oberhalb Lich, und namentlich Oberbeſſungen, den Wetterbach abſchlagen und das Waſſer in die zeſen leiten, ſo daß der größte Theil der Mühlen im Landrathsbezirke Hungen und Kreiſe Friedberg ſtille ſtehen muß, was natürlich Brodmangel er⸗ zeugt. Damit alſo ein einziges Dorf ein Paar Morgen Wieſen wäſſern kann, müſſen Tauſende Brodmangel leiden, der in der Erndte, wo keine Kartoffeln mehr vorhanden ſind, um ſo viel drücken⸗ der iſt, als zu jeder andern Jahreszeit! Dürfen wohl die Herren Bürgermeiſter dieſer beiden Bezirke, denen doch die Sache bekannt iſt, W ohne daß ſie beſonders dazu aufgefordert werden, juletzt altar„. t. ſolchen Mißbrauch nicht ihrem Herrn Kreisrath zu Friedberg und Herrn Landrath in Hungen einbe⸗ richten? 1 208 die abr leiten zuſammen gebracht werden können! So haben ſnan ſie in vir kaum Hoffnung, unſern Enkeln Beweiſe zu lie⸗ Einſender dieſes glaubt, daß, wenn es dit großh. Bürgermeiſter anzeigten, dieſe beiden rechtlich denkenden und achtbaren Staatsmänner dieſem Un⸗ fuge bald ſteuern würden. Der achtbere Schullehrer. Das frankfurter Journal vom§ten Mai 1835 enthält folgende, wir wiſſen nicht, aus welchem Blatte entlehnte Aneedote, die wir mehreren unſerer Leſer (auch denen, die's ſchon einmal geleſen haben) an's Herz legen müſſen. „Johannes Wüſt, Schullehrer von Bier— hard bei Brugg, im Kanton Aargau, in der Schweiz, iſt der Ehrenmann, der ſchon ſeit 31 Jahren der Schule ſeiner kleinen Geburts-Gemeinde vorſteht. Er hat keine Kinder, beſitzt ein kleines Vermögen, von dem er bei einer großen Einſchrän⸗ kung leben kann. Darum hat er ſeine Beſoldung nie für ſich bezogen, ſondern immer einen großen Theil derſelben für Bedürfniſſe der Schule, zu Prämien für die fleißigſten Schüler, und zur Unter⸗ ſtützung armer Kinder mit Lehrmitteln verwandt, den Reſt aber zu einem geheimen Zwecke bei Seite ge— legt. Endlich nach 31 Jahren der treueſten und fleißigſten Amtsverwaltung hatte er ſo viel zuſam— mengebracht, ein ſchönes Haus zu erbauen, und als es fertig war, machte er es ſeiner Gemeinde als neues Schulhaus zum Geſchenke, und behielt ſich nichts vor, als die Wohnung im obern Stocke bis zu ſeinem Tode. Sein Lohn iſt ihm die Freude in dem— mit ſo vielen Entbehrungen erworbenen Hauſe noch lange wirken zu können. „Ich will auch, erklärte der beſcheidene Manu, mein Lebtag Euer Schulmeiſter bleiben, und wenn ich alt werde, und der Schule nicht mehr nützen kann, ſo will ich auf meine Koſten einen Gehülfen an meine Seite nehmen, der von dem Schulrath für 5 erkannt wird.“ Am 5. Mai 1830 war das Zeſt der feierlichen Uebergabe des Hauſes an die Gemeinde und ſeiner Einweihung zum Schulhauſe. Die ganze Gemeinde, Vorgeſetz te, Väter, Mütter, Söhne und Tochter, der Oberamtmann des Bezirks, alle Mitglieder der Schulbehörde, und viele Bürger und Collegen aus fernen Orten ſchloſſen ſich an, wohnten dem ein— fachen, rührenden Feſte bei, deſſen ſchoͤnſte Zierde — 204—. der alte fromme Wüuͤſt war, dem die ſeligſte Freude über das Gelingen ſeines Werkes aus den Augen leuchtete.“ Hätten doch manche unſerer Dörfer(und Städte?) ſolche Lehrer; ſie würden vielleicht zu guten Schulhäuſern kommen! Fuͤr Landwirthe. Die 46ſte Nummer der Zeitſchrift fuͤr die land⸗ wirthſchaftlichen Vereine des Großherzogth. Heſſen von 1834 enthält einen Aufſatz, der abermals auf die vorzügliche Wirkung des Miſtpfuhles auf das Ackerland aufmerkſam macht. Daß auch bei uns die Stimmen hierüber ge⸗ theilt ſind, beruht auf einer Verwechſelung zweier in ſich verſchiedener Dinge, des Harns und des Pfuhls. Wahr iſt es, daß der auf grüne Ge⸗ wächſe bei trockener Witterung gebrachte Harn mehr ſchadet als nützt. Wenn aber der gegohrene, mit andern Feuchtigkeiten und Dungtheilen vermiſchte Harn, den man Pfuhl nennt, zur rechten Zeit auf die Felder gebracht wird, ſo gibt er ohne Zweifel das vortrefflichſte Dungmittel ab. Eben darum dringt man in neueſter Zeit ſo ſehr darauf, daß die Land⸗ wirthe ſich gute Dungſtätten anſchaffen, an welchen namentlich die Vorrichtung getroffen iſt, daß der überfließende Pfuhl nicht weggeſchwemmt wird, ſon— dern ſich in einem Behälter ſammelt, woraus man ihn vermittelſt einer Pumpe in ein Faß bringen und in demſelben denjenigen Feldern, welche deſſen be— ſonders bedürfen, mittheilen kann. Einſender dieſes hat die Freude gehabt, in verſchiedenen Orten un— ſerer Gegend bei einzelnen Landleuten bereits ſolche Dungſtätten anzutreffen, wie ſie allein von Nutzen ſeyn können, und hofft und wünſcht, daß ſie in unſerer Wetterau immer allgemeiner werden mochten. Bekanntmachungen von Behoͤrden. HNA NNNN NN Edietal bald ün g. (504) Johannes Michels Eheleute zu Aſſen⸗ heim haben am 29. December 1819 von Wilhelm Lochmanns Wittwe zu Eichen ein Capital von 500 fl. auf gerichtliche Hypothek entliehen, welche letztere nach beigebrachter Beſcheinigung am 29ten December 1825 dem Jakob Schmidt zu Aſſen⸗ heim von der Gläubigerin cedirt wurde. Dieſer, welcher die Obligation in den Hypothekenbüchern auf ſeinen Namen nicht hat transſcribiren laſſen, behauptet, jene verloren zu haben, und kann ſich als deren Beſitzer durch ihre Production nicht aus⸗ weiſen. Es werden daher auf ſeinen Antrag alle, welche auf die erwähnte Hypothek Anſprüche bilden zu können glauben, aufgefordert, ſolche ſo gewiß binnen 8 Wochen von heute an hier anzumelden, als ſonſt die Ueberſchreibung der Hypothek auf den Namen des Jakob Schmidt bewirkt, auch der beab— ſichtigte Verkauf und die Vertheilung des Michel ſchen Vermögens beſtätigt werden wird. g Friedberg den 10. Juli 1835. Großh. heſſiſches Landgericht daſelbſt, ö Hofmann. Edictalladun g. (515) Johann Heinrich Wattenxrod von hier, der ſchon ſeit vielen Jahren abweſend iſt, oder deſſen allenfallſige Leibeserben werden aufgefordert, ihre Anſprüche an das jenem gehörige— ſeither cura, toriſch verwaltete Vermögen ſo gewiß binnen 3 Monaten von heute an hier geltend zu machen, als ſonſt daſſelbe den ſich legitimirt habenden nächſten Anverwandten ohne Cautionsleiſtung überlaſſen wer— den wird. J Friedberg den 16. Juli 1835. f Großh. heſſiſches Landgericht daſelbſt. Hofmann. N Schaafpferche⸗Verſteigerung. (516) Freitag den 31. Juli, Morgens 11 Uhr, ſollen die Schaafpferche vom Monat Auguſt einer offentlichen Verſteigerung an den Meiſtbietenden auf allhieſigem Rathhauſe ausgeſetzt werden, welches zur allgemeinen Kenntniß bringt Friedberg den 23. Juli 1835. 8 Der Beigeordnete Jakob Bechſtein. Jagdverpachtung im Revier Bingenheim, Forſts Nidda. dingu bekan lustig Big 4 Betri, 1 (517) Höherer Entſchließung zu Folge ſoll die landesherrliche hohe und niedere Alleinjagd in der berſtadter Ortsgemarkung Samſtag den 5. Septem⸗ ber d. J., des Nachmittags um 2 Uhr, in dem Gemeindehauſe zu Echzell verpachtet werden. Die Bedingungen dieſer Verpachtung werden im Termin bekannt gemacht.— Zu Pachtern wer⸗ den nur bekannte rechtliche Leute zugelaſſen, von welchen die vorſchriftsmäßige Benutzung der Jagd zu erwarten iſt. Es durfen keine Jagd-, Fiſch⸗, Krebs- oder Waldfrevler, keine Leute ohne Vermoͤ⸗ gen oder ſolche ſeyn, welche durch die Jagd ihr Gewerbe vernachläſſigen. Sie haben ſich, falls ihre Qualification zur Jagdpachtung nicht notoriſch vor— liegt, laͤngſtens 14 Tage vor dem Verpachtungs⸗ termin darüber bei dem unterzeichneten Forſtinſpector genügend auszuweiſen. N 8 1 eker biren 15 d kun ft f nicht az Kintrag alt ruche bilde he ſo ger anzumelde chek auf de ch der beat des Miche cht daſelh od von hien oder deſſt ordert, ih ſeither cun c binnen machen, al den nachſn erlaſſen un t daſelbſ ung. 18 11 U luguſt eim ietenden au welches zu Bechſtein igenhein ge ſoll di jngd in de 5. Sepia r, in den 22 ig werdel tern we iſſen, vol det Jag , Fisch ne Verme Jagd ill 1 falls ihte oriſch vol, pachtünge⸗ cſtinſpecte r „ 1 Nachgebote werden nicht angenommen. Die Genehmigung der Verpachtung wird bei annehm⸗ barem Meiſtgebot ſogleich ertheilt. Bingenheim am 16. Juli 1835. 5 Der großherzogl. Forſtinſpector Klipſtein. Muͤhlenverkauf. (518) Die nahe vor hieſiger Stadt an dem Lahn⸗ fluß gelegenen Mahlmühlen, jede mit 3 Gängen, nebſt dazu gehöriger Scheuer, Stallung und Garten ſollen einer nochmaligen öffentlichen Verſteigerung in Eigenthum an den Meiſtbietenden ausgeſetzt werden, wozu Termin auf Montag den 17ten Auguſt l. J., Vormittags 10 Uhr, geſetzt iſt. Die näheren Be⸗ dingungen werden im Verſteigerungstermine ſelbſt bekannt gemacht, können aber auch von den Kauf⸗ uſtigen vorher auf dem Büreau des unterzeichneten Bürgermeiſters eingeſehen werden. Hierbei wird noch bemerkt, daß die Lage dieſer ühlen in jeder Beziehung ſehr günſtig iſt, und ihr Betrieb eine reichliche Nahrung verſpricht. Gießen den 17. Juli 1835. f Der großh. Bürgermeiſter daſelbſt C. Silbereiſen. Hofraithe⸗Verſteigerung. (4519) Montag den 3. Auguſt, Vormittags 9 Uhr, ſoll die dem verſtorbenen Wagnermeiſter Adam Ruppel dahier zugehörige Hofraithe in der Schirngaſſe, beſtehend in Wohnhaus, Werk- ſtätte und Hinterbau, auf dem hieſigen Rathhauſe öffentlich verſteigert werden. Weiter werden verſteigert: 20% Ruthen Garten an der fauerbacher Grenze, 20 daſelbſt, 37%„ Ackerland gegen der Leonhards-Kirche, 12te Gewanne, ſowie die Gerſte und Kartoffel, Morgen Ackerland im Bock. Großh. heſſiſches Landgericht. Hofmann. 5 Edittalla dung. (520) Alle diejenigen, welche an die Verlaſſenſchafts— maſſe des Adam Ruppel sen. dahier Forderungen bilden zu können glauben, werden hiermit aufge⸗ fordert, ſolche um ſo gewiſſer Montag den 17. Auguſt, Nachmittags 2 Uhr, bei unterzeichnetem Gericht zur Anzeige zu bringen, als ſonſten bei Vertheilung der Maſſe auf ſie keine Rückſicht genommen werden kann. Großh. heſſiſches Landgericht. Hofmann. Verköſtigung einiger Kinder. Man wünſcht 2 elternloſe Mädchen von 12 Jahren bei rechtſchaffenen Bürgersleuten 7 7 Crescenz von 1 (521) 10 und — 205— auf mehrere Jahre gegen billige Verguͤtung in Koſt und Logis zu geben. Hierauf Reflectirende haben ſich an Wagner⸗ meiſter Adam Menges dahier zu wenden. Friedberg den 6. Juli 1835. Großh. heſſiſches Landgericht daſelbſt. Hofmann. Fuhren ⸗ Verſteigerung. (522) Donnerſtag den 30. d. Mts., Vormittags um 8 Uhr, werden die Fuhren zum Transport der Militär⸗Effecten ꝛc. ꝛc. des 2. Batls. 4. Inf.⸗Reg., Behufs der diesjährigen September-Uebungen, von Friedberg in die Umgegend von Offenbach und von da ſpäterhin wieder zurück nach Friedberg, auf dem Verwaltungsbüreau bemerkten Bataillons dahier, verſteigert. Dieſe Fuhren beſtehen aus 2 zweiſpännigen Wagen, ſodann aus beſonderen 2 Paar Vorſpanns⸗ pferden. Die Herren Bürgermeiſter der Umgegend von Friedberg werden erſucht, dieſes in ihren Gemein— den bekannt machen laſſen zu wollen. Friedberg den 23. Juli 1835. Für den Verwaltungsrat: Gotz, Oberquartiermeiſter. N — Privat⸗ Bekanntmachungen. Capitalien zu 4½ pro Cent (492) von 1000 fl. bis 5000 fl. liegen gegen gericht— liche erſte Inſatz Hypotheken zum Ausleihen bereit, bei dem allg. Geſchaͤfts-Buͤreau zu Roͤdelheim. a Empfehlung. (495) Der Unterzeichnete zeigt hierdurch ergebenſt an, daß er außer ſeinen Seifen- und Lichterfabri— N katen noch einen bedeutenden Vorrath von Grün— ſchmiere beſitzt, und zu billigem Preiſe abgeben kann. Fauerbach II. den 8. Juli 1835. Simon Gottſchalk. Vorzüglich guter Langweißrübſaamen, (514) das Loth 2 Kreuzer, verkauft Carl Decher in Friedberg. Jagdverpachtung. (523) Freitag den 7. Auguſt d. J., Morgens 10 Uhr, ſoll die zur ſtiftsdirecten von Ra uiſchen Maſſe gehörige Jagd und Lerchenfang in beienheimer Gemarkung auf 3 Jahre in der Wohnung des Unter— zeichneten meiſtbietend verpachtet werden, wozu die Pachtliebhaber eingeladen werden. Friedberg den 20. Juli 1835. Der Adminiſtrator der v. Ra uiſchen Debitmaſſe G. Trapp II., Hofgerichtsadvokat. 1 A n e i ge e 0 (524) Dem verehrten Publikum iſt bekannt daß durch den am Dienſtag erfolgten ſegenreichen Regen das von mir veranſtaltete Schießen ſeine Beendigung nicht erreichte. Dem zu Folge halte ich künftigen Sonntag und Montag wieder Tanzmuſik und wird am Montag das angefangene Schießen ſeine Been⸗ digung finden, wozu ich höflichſt einlade und mich dem verehrten Publikum empfehle. Friedberg den 23. Juli 1835. Guſtav Gerlach. Einladung. (525) Sonntag den 26. Juli iſt gut beſetzte Tanzmusik auf dem Nauheimer Teichhauſe an⸗ zutreffen, wozu höflichſt einladet Henkel. Verſteigerung von Frauen-Kleidungsſtücken. (526) Der Unterzeichnete iſt geſonnen in ſeiner Behauſung in der Burg Mittwoch und Donnerſtag den 29. und 30. Juli, von Vormittags 8 Uhr an, Frauen⸗Kleidungsſtücke verſteigern zu laſſen. Friedberg den 23. Juli 1835. C. Becker, Hauptmann. Verlorenes. (527) Verfloſſenen Dienſtag Abend iſt auf der breiten Straße vom Rathhauſe an bis gegen den Brunnen hin, dem Hrn. Kautz gegenüber, ein Geld⸗ beutelchen mit 32 kr. von einem durch Händearbeit ſich Nährenden verloren worden. Daſſelbe war mit W. F. bezeichnet, gegenüber ſtand ein Vogel, mit Woll⸗Stramin genäht. Der redliche Finder wird gebeten, ſolches bei der Redaction d. Bl. abzugeben. Ein Jagdhund (528) iſt dem Unterzeichneten zugelaufen. Der rechtmäßige Eigenthümer kann denſelben binnen 8 Tagen bei ihm abholen. Nauheim. Georg Knieriem. 1500 Gulden (529) liegen gegen einen doppelten gerichtlichen Verſatz und annehmbare Zinſen im Ganzen oder getheilt zum Ausleihen bereit bei G. Kettinger. Eine halbe Scheuer (530) iſt bei Unterzeichnetem zu verzinſen. Philipp Söllner jun. Ein Kochofen, (331) in ganz gutem Zuſtande, iſt zu verkaufen bei Mändle Garde in der Judengaſſe. Bei C. Bindernagel in Friedberg iſt zu haben: Belehrende Darſtellungen fur das höhere Jugend⸗ alter. Zuſammengetragen und mit Anmerkungen begleitet von Georg Ludwig Kriegk. 1 fl. 45 kr. N e 9 Dichtergarten fuͤr Frau ine Feſtgabe, elegant gebunden 4 fl Naturgeſchiüchett e für Kinder. Verfaſſet von C. Ph. Funke, herausgegeben von G. H. C. Lippold, Mitglied der naturforſchen⸗ 1 den Geſellſchaft zu Halle. Neunte ſehr vermehrte und verbeſſerte Ausgabe. Mit Kupfern. 3 fl. 36 kr. Victor Hugo's „ 1 01 12 1 Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichke 2 2 5 ſämmtliche Werke. Zweiter Band. 7 5 JN gan von Js lan d. e Er ſt er i 8 e Geheftet. Preis 36 kr. N 90 Fruͤchte-⸗Preiſe hier in Friedberg: N. Waizen: 7fl.— kr. Korn: 6 fl. 35 kr. Gerſte: 5 fl. 5k. 0 ſitzw Hafer: 5 fl.— kr. Erbſen:— fl. kr. find 1 0: ich Fruͤchte-⸗Preiſe zu Frankfurt, am 20. Juli: 5 Waizen: 6 fl. 10 kr. Korn: 4fl. 10 kr. Gerſte:— fl.— kr. Hafer: 4fl. 6kr. Kohlſaamen:— fl.— kr. Erbſen:— fl.— fl. Fruchte⸗Preiſe zu Mainz, am 10. Juli:. Walzen: 6 fl. 53 kr. Korn: 4 fl. 52 kr. Gerſte: 4 fl.— kr. 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