m: 99 1221 „ . N N N NN Intelligenzblatt für die Vrovinz(Dberhes sen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. M4. Sonnabend, den 24. Januar 1835. Amtlicher Theil. Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg an die großh. Buͤrgermeiſter des Kreiſes. Betreffend: Transportſcheine der Ortsbehörden zum Holzverkauf im Inlande. Obgleich nach der Verordnung vom 24. April 1826(in Nro. 12 des Regierungsblattes von 1826) die Verbote der Holzausfuhr in das Ausland, ausgenommen das des Holzverkaufs an die Saline Nau— heim und in das kurheſſiſche Amt Dorheim, aufgehoben ſind, ſo bleiben doch die Beſtimmungen der Aller— höchſten Verordnung vom 20. Mai 1820 F. 7, 8 und 9 noch in Anwendung und ſollen höchſter Weiſung zu Folge namentlich in dem— jene ausländiſchen Orte begrenzenden Kreis Friedberg ſtrenge zur Aus— führung gebracht werden. Dieſe ö. ſchreiben vor, daß zur Vermeidung von Unterſchleifen auch über das zum Verkauf oder Tauſch ins Inland von einem Orte nach dem andern beſtimmte Holz ortspolizeiliche Scheine ausgeſtellt, dieſe der Ortsbehörde des Beſtimmungsortes eingehändigt und von derſelben jährig an den betreffenden Revierförſter abgeliefert werden ſollen. Da neuerdings Klagen über nicht gehörige Beobachtung dieſer Vorſchriften eingelaufen ſind, ſo ſehe ich mich veranlaßt, Ihnen dieſelben ins Gedächtniß zurückzurufen und zugleich nachſtehend ein Formular mitzutheilen, wornach Sie in Zukunft ſolche Transportſcheine auszuſtellen haben. Ich empfehle Ihnen dabei die Ueberwachung des rechtmäßigen Erwerbs des zu transporttrenden Holzes nicht zu verſaumen, und Aufſicht darüber zu handhaben, daß alle Uebertretungen der Beſtimmun— gen der oben erwähnten Verordnung zur gebührenden Anzeige und Strafe gebracht werden. Schließlich bemerke ich noch zu Vermeidung von Mißverſtändniſſen, daß die in dieſem Ausſchreiben vorgeſchriebenen Transportſcheine in denjenigen Fällen nicht erforderlich ſind, wenn Holz unmittelbar aus dem Walde abgefahren werden ſoll, indem dieſenfalls die in meinem Ausſchreiben vom 30. Novbr. v. J. (Nro. 49 des Intelligenzblattes) bezeichneten Abfuhrſcheine anzuwenden ſind und als genügende Legitimation für den Transportanten gelten. Friedberg den 4. December 1834. Kuͤchler. Transport ſchein. . fahrt heute den ten Stecken Klaſtee g Holz (Reiſer), welches Holz er in, erkauft... hat, von hier über... nach. zum Verkauf(Tauſch). „, den en 18 Der großh. Bürgermeiſter des Abfuhrortes Geſehen und wird dem Hrn. Revierförſter zu mitgetheilt. . den e ee Der großh. Bürgermeiſter des Abladeortes * 1 Ein Wort uͤber Wittwenkaſſen. Jedem fühlenden Familienvater liegt es am Herzen, daß die Seinigen vor drückenden Nahrungs- ſorgen bewahrt werden möchten, wenn ihn ein früͤ⸗ her und unvermutheter Tod von denſelben trennen ſollte. Da aber nicht jeder in der Lage iſt, ſo viel zu erſparen, als er für einen ſolchen Unglücksfall bedarf, ſo lag der Gedanke nahe, daß hier durch Vereinigungen am beßten abgeholfen werden könne, und zwar ſo, daß durch gemeinſame Beiträge ein Fonds geſtiftet würde, wodurch gerade diejenige Familie, welche durch einen Todesfall in die trau⸗ rigſte Lage verſetzt wurde, zuerſt auf Unterſtützung rechnen darf, und nur diejenige verliert, welche das Gluck hat, ihre Stütze recht lange zu beſitzen. Es gibt und gab von langen Zeiten her eine Menge Vereine der Art, Wittwen⸗ und Sterbekaſſen ꝛc., die alle ihr Gutes beabſichtigten, aber nicht alle das ganz erreichten, was die Gründer wollten. Die Berechnungen der verſchiedenen Fälle, denen eine ſolche Anſtalt ausgeſetzt iſt, ſind nicht leicht; noch ſchwerer iſt es, für die Verwaltung immer treue und gewiſſenhafte Leute zu finden. Daher kommt's und kam's ſo, daß ſolche Vereine oft ge⸗ rade dann am erſten wankten oder gar untergiengen, wenn die Noth am größten war. Andere haben den doch möglichen Fall vergeſſen, wie es geht, wenn keine neuen Mitglieder mehr beitreten. Einer humanen Staatsregierung kann ſolches und Aehnliches nicht entgehen; es kann ihr nicht gleichgültig ſeyn, daß die Wittwen verdienter Staats⸗ diener darben; es kann ihr endlich nicht entgehen, daß Anſtalten dieſer Art am beßten unter ihrem Schutze zu gedeihen vermögen, und daß ſie um ſo mehr ihren Zweck erreichen, je allgemeiner ſie wer⸗ den, je größer die Zahl der Theilnehmer iſt und je mehr die Capitalien Zins-Zinſen zu tragen im Stande ſind. 5 In unſerm Lande haben wir mehrere Privat⸗ ) Wir geben gerne unſer Blatt zur Berathung vaterländi⸗ ſcher Angelegenheiten, und nehmen keinen Anſtand, Auf⸗ ſätze anzunehmen, worin Fehler gerügt werden. Nur müſſen ſolche Rügen in den Gränzen des Anſtandes und ohne Leidenſchaftlichkeit dargeſtellt werden, weil ſie ſonſt, ſtatt was wir wunſchen— das Gute zu befördern— nur Erbitterung erzeugen und dem Guten dadurch gerade hin⸗ derlich ſeyn würden. Die Redactjon. 2 18 1 *. 1 vereine zur Verſorgung der Wittwen und Waiſen. Als die vorzüglichſten mögen wohl die durch die Bemühungen des Herrn Direktor Krönke ins Leben getretene Ludwigs- und Louiſen⸗Stiftung zur Verſorgung unverheiratheter Töchter über 20 Jahre, und die Ludwigs- und Wilhelminen⸗Stiftung, als eigentliche Wittwenkaſſe, hier genannt werden. So viel wir wiſſen, beſteht auch noch eine Fünf und dreißiger- und eine Vierziger-Wittwen⸗ kaſſe in Darmſtadt, in mehreren anderen Städten finden wir Sterbe- oder Leichenkaſſen; andere ſind untergegangen, wie die alte hanauer Wittwenkaſſe, die der Dreißiger zu Darmſtadt, die Burgfried⸗ berger u. ſ. w. Als Staatsanſtalten beſtehen gegenwärtig in dem Lande 1) die Civildiener⸗Wittwenkaſſe, mit welcher auch die Univerſitäts⸗Wittwenkaſſe vereinigt iſt, 2 die Forſtdiener⸗-Wittwenkaſſe, 3) die Militär⸗ Wittwenkaſſe, 4) die Geiſtlichen⸗Wittwenkaſſe der alten Lande, 5) die Geiſtlichen⸗Wittwenkaſſe der neuen, und 6) die Schullehrer⸗Wittwenkaſſe. So ſehr dieſe Anſtalten von der Sorge zeugen, zu verhüten, daß Familien nicht durch den Tod des Familienvaters dem Mangel Preis gegeben werden, ſo können wir doch nicht umhin, unſere Wünſche in Betreff der⸗ ſelben hier zu äußern. 3 Da Gerechtigkeit zu üben die erſte Pflicht einer Staatsregierung iſt; da ſie„mit gleicher Liebe ihre Kinder zu lieben“ verbunden iſt, ſo möchten wir einen verhältuißmäßig gleichen Beitrag für alle dieſe Wittwenkaſſen von Seiten des Staats. Noch beſſer aber möchte für die Kaſſen ſowohl als für die Verwaltung ſeyn, wenn ſie alle miteinan⸗ der vereinigt würden. Wir haben ſchon ander⸗ wärts und früher Stimmen vernommen, die ſich darüber beklagten, daß manche Staatsdiener⸗Witt⸗ wen ſo unverhältnißmäßig unterſtützt werden, und z. B. die Wittwe eines Geiſtlichen in den neuen Landen nur auf jährlich 40 Gulden Anſpruüche machen könne, während die eines Kreisrathsdieners oder eines Reitknechts 80 fl., die eines Phyſikats⸗ Chirurgen gar 160 fl. erhält. Solchen Klagen würde gewiß bei einer allgemeinen Staats⸗ diener-Wittwenkaſſe abgeholfen werden. Und wenn auch fur die gegenwärtige Generation nicht alles ausgeglichen werden kann, ſo möchte doch eine größere Gleichſtellung für die Folge möglich werden 1 ber lech 7 tung ſun wir zweite Fohnsrechn derſelben. Fal; war geschehen? viel lieber wüßten, w Endli Männer de wäre, eine alle Stac bürger z Verſicher n ale Haufe ſcheint un aſe, obſdc in das Ne mancher 2 Tod denkt nes Leben Unte 1 ſudet ſich über die ſtattgehab und Ohn gehn, den ur das, ſagt, iſt Brrichtig J hausbau Nad die zu di. men war grade un neh Abſiͤt 4 beiden bon hier dieſen. ale Einl U. . Da es ferner keinem der beitragenden Mitglie- derr gleichgültig ſeyn kann, wie eine ſolche Verwal— r tung ſtatt findet, wie die Kaſſe ſteht, ſo wünſchten wir zweitens bei allen eine Veröffentlichung der Jahresrechnung und eine Commiſſion zur Prüfung derſelben. Iſt dies ja bei andern Anſtalten der Fall; warum ſollte es nicht bei den Wittwenkaſſen geſchehen? Wir ſind überzeugt, daß die Mitglieder viel lieber ihren Beitrag keiſten würden, wenn ſie wüßten, wie die Rechnungen ſtehen. Endlich wünſchten wir die Stimme verſtändiger Männer darüber zu vernehmen, ob es nicht möglich wäre, eine allgemeine Wittwenkaſſe, nicht allein für alle Staatsdiener, ſondern für alle Staats- bürger zu errichten? Wenn eine allgemeine Brand— Verſicherungsanſtalt zu gründen möglich war, wozu alle Häuſerbeſitzer gezwungen werden konnten; ſo ſcheint uns die Gründung einer ſolchen Wittwen— aſſe, obſchon nicht ohne Schwierigkeit, doch nicht in das Reich der Unmöglichkeiten zu gehören. Wie mancher Vater, der jetzt mit Schaudern an ſeinen Tod denkt, würde alsdann beruhigt dem Ende ſei— nes Lebens entgegen ſehen können! An die Redaction. Unter der Ueberſchrift: Neues Schulhaus zu Butzbach findet ſich in Ihrem Blatte Nro. 2 d. J. ein Bericht über die bei Gelegenheit der Legung des Denkſteines ſtattgehabten Feierlichkeiten. Referent ſcheint Augen⸗ und Ohrenzeuge des ganzen Herganges geweſen zu ſeyn, denn ſeine Erzählung iſt im Ganzen richtig; nur das, was er am Ende von den Gaſtmahlen ſagt, iſt es zum Theil nicht, und bedarf daher einer Berichtigung. Nach Beendigung der Feierlichkeiten am Schul⸗ hausbau begaben ſich die beiden großh. Beamten, die zu dieſem Behufe von Friedberg hierher gekom⸗ men waren, wieder in das Poſthaus, um, weil es grade um dieſe Zeit war, das Mittagsmahl dort einzunehmen. Zu ihnen geſellten ſich noch in gleicher Abſicht, außer dem Geiſtlicheu von Hochweiſel, die beiden hieſigen Geiſtlichen, ſowie der Beigeordnete von hier, wozu noch der Bauaufſeher kam. Aus dieſen wenigen Perſonen, die ſich gelegentlich, ohne alle Einladung, hier zuſammengefunden hatten, be— 19 ſtand die ganze Tiſchgeſellſchaft. Irrig iſt es hier— nach, daß auch der Gemeinderath, wie es in jenem Bericht heißt, an dieſem Mahle Theil genommen hätte. Das Abendeſſen in dem Gaſthauſe zum Stern betreffend, ſo verhielt es ſich hiermit alſo: Einige Glieder des Gemeinderathes, ſowie des Kirchen- und Schulvorſtandes hatten ſich Mittags beim Aus— einandergehen am Schulhausbau verabredet, daß ſie Abends zu einem frugalen Mahle im Stern wieder zuſammenkommen wollten, wozu dann ſpäter— hin auch noch einige andere Bürger eingeladen wur— den, jedoch ſo, daß die ganze Geſellſchaft nicht ſtär— ker als 14— 16 Perſonen war. Auch hier lag demnach kein Plan zu etwas Ganzem zu Grunde, ſondern auch dieſe Verſammlung mußte als Parti— kulargeſellſchaft, vereint um auf ihre Weiſe den Abend hinzubringen, betrachtet werden. Es war mit einem Worte bei Anordnung der in Rede ſtehen— den Feierlichkeit auf ein das Ganze ſchließendes Mahl gar kein Bedacht genommen worden, und Niemand, der zu einem ſolchen nicht eingeladen wurde, konnte ſich dadurch für zurückgeſetzt halten. Man glaubt hiernach nicht, daß die Bürger Butzbachs— die bei weitem der Mehrzahl nach an jenem Tage von Gaſtmahlen nicht das Mindeſte gewahr worden ſind— getroffen werden können von der durch jenen Bericht veranlaßten Rüge der Redaction, welche allerdings unter andern Umſtan— den und unter der Vorausſetzung, unter der ſie, wie man zu glauben geneigt iſt, ausgeſprochen wurde, gerecht hätte ſeyn konnen. Butzbach, am 13. Jan. 1835. Die deutſchen Titulaturen. (Auszug aus einer Vorleſung.) Meine Herren, wir haben viel Schönes und Herrliches von unſern Vorfahren erhalten; aber Schöneres und Herrlicheres gibt es nichts als die Titulaturen, und es ſcheint, als wenn ſie in ihnen die Blüthe ihres Geiſtes und Herzeus(ſie machen beiden gleich viel Ehre) ſo recht hätten zei— gen wollen. Denn das werden doch ſelbſt ihre ärgſten Gegner(ſogar das Ehrwürdigſte hat heut zu Tag ſeine Gegner und Anfechter) einräumen müſſen, daß in dieſen Titulaturen etwas wahrhaſc — 20— Geiſtreiches liegt. und wahrlich, wenn ich je den Schmerz hätte, zu ſehen, daß die Revolutionäre unſerer Zeit ſie uns rauben wollten, ich würde vor⸗ ſchlagen, ſie als die köſtlichſten Alterthümer aufzu⸗ bewahren, wie man zu Frankfurt am Main die goldne Bulle, den Reichsapfel und den Zepter zum immerwährenden Andenken aufbewahrt. Aber gerade ihre zarteſte Seite wird am ſelten⸗ ſten berührt, und darum ſey es mir vergönnt, Sie, meine Herren, ganz beſonders darauf aufmerkſam zu machen. Wie ein liebevoller Vater keinem ſeiner Kinder zu wenig thut, ſondern alle gleich bedenkt und beſchenkt, ſo haben unſere Vorfahren ſich in den Titulaturen gegen jeden gleich gütig gezeigt. Je mehr die Natur einen Menſchen vernachläßigte, oder je geringer der Stand war, in dem er lebte, oder die Würde, die er bekleidete, deſto mehr ſuch— ten ſie ihn durch den Titel zu entſchädigen. Daher die herrliche Erſcheinung des Herabgehens in dem Hinaufſteigen; eine Erſcheinung, die ſonſt nirgends bemerkbar iſt, ja in allen andern Dingen ein Wider⸗ ſpruch heißen würde. Zur näheren Beleuchtung 85 ich Ihnen folgendes Schema hin: I. Geiſtliche Titulaturen. 1) Unterſter Stand, höchſter Titel: Hochwohlehrwuͤrden. 2) Höheres Amt, geringerer Titel: Hochehrwürden. 3) Weitere Stufe: Wohlehrwürden. 4) Hohe Stufe: Hochwürden. Hier fehlt die höchſte Stufe mit dem geringſten Titel, nämlich ſimpel Würden; es ſcheint als hätte man ſich das vorbehalten wollen. II. Weltliche Titulaturen. 10 Unterſter Stand, höchſter Titel: 8 Hochwohledelgeboren. 2) Höherer Stand, geringerer Titel: Hochedelgeboren. 3) Weitere Stufe: Wohlgeboren. 4) Höhere Stufe: Hochwohlgeboren. Mit dieſen beiden letzteren ſcheint eine Ver⸗ wechſelung im Laufe der Zeit vorgefallen zu ſeyn. 5) Ganz hohe Stufe: Hochgeboren. Auch hier fehlt es an einem weitern Titel, welcher noch eine höhere Stufe andeuten ſoll, und wäre das einfache Geboren allerdings an ſeiner Stelle geweſen. Zum Beſchlüſſe gebe ich Ihnen einige Beiſpiele zur Einübung und zum Belege des Geſagten. ad I. 1)„Seine Hochwohlehrwükben der Herr Caplanats⸗Vicar haben von Anfang an ſo gar keine Ehre und Würde gezeigt und beſeſſen, daß eine Abſetzung wohl erfolgen mußte.“ 6 i ad II. 1)„Seine Hochwohledelgeboren der Herr Amtsſchreiberei-Abſchreibers-Gehülfe ſind eigentlich das uneheliche Kind eines durchreiſenden ruſſiſchen Leibeigenen und einer gemeinen fremden Perſon, auch außerhalb des Dorfes an der unter⸗ ſten Straße geboren, haben aber ſtets durch gute Aufführung und durch demüthiges und ganz gehor⸗ ſames Betragen ihrem Platze Ehre gemacht, und verdienen empfohlen zu werden.“ ad II. 3)„Seine Wohlgeboren der Herr Amtmann haben den Klumpfuß und die ſchiefe Schulter mit auf die Welt gebracht.“ ad II. 5)„Seine Hochgeboren der hoch⸗ ſelige Herr Graf ſind bekanntlich während der Be— lagerung in dem unterſten Kellergewölbe zur Welt gekommen“. Oder:„der gnädige Herr haben ſei⸗ nen Bedienten geprügelt.“ Wie wohlthuend war es, um hier ſchließlich noch einer Titulatur zu erwähnen, wenn in den alten Reichsſtädten an die„Herren“ gerade in dem Augenblicke, wo ihr Verſtand ganz zu Ende gegan⸗ gen war, die vielſagende, aufrichtende Anrede er⸗ gieng:„An den hochweiſen, ehrenfeſten, vollkom⸗ menen Rath.“ Das war doch etwas Tröſtliches für denſelben! e ö Sie ſehen, meine Herren, aus dieſen wenigen Beiſpielen, wie zart unſere Vorfahren durch den Titel und die Anrede gerade das erſetzten, was dem Betitelten oder Angeredeten ſelbſt abgieng, und ich ſchätze mich glücklich, derjenige zu ſeyn, der die⸗ ſes Gewebe der Weisheit an den Tag gebracht hat und dem gegenwärtigen wie dem kommenden Ge⸗ ſchlechte mitzutheilen berufen iſt. Der Fliegenwedelhandel.) Indem Einſender dieſes für die Mittheilung *) Porſtehenden Aufſatz theilt uns in Neo. 307 die Didas⸗ kalia vom Jahr 1834 als eine Fortſetzung deſſen mit, was ſie früher aus unſerem Blatte über dieſen Gegenſtand entlehnt hatte. Dieſer umſtand macht es uns gewiſſer⸗ maßen zur Pflicht, auch Gegenwärtiges unſern Leſern nicht vorzuenthalten. Die Redaction. des A Oktbr erlaut Fliege Eeozpa derſel Mail und? namen Fraue junge den 6 der A zu N zuerſt Herbſ kehtte ßerte, nach geſchl auf d gebül wur fen; meiſtt men Da in's Engl. ſo zo Orte um bare läßig liege Rück alten es 1. Just haus Mor Fred teren wed. Arbe verri eben das mit, tand piſſet⸗ eſern on — 1 Oktbr. l. J. dankt, erlaubt ſich derſelbe Folgendes erläuternd dieſem Aufſatze anzufügen:„Als der Fliegenwedelhandel im Jahre 1824 und 1825 von Espa in das großh. heſſiſche Gebiet übergieng, wurde derſelbe vorzüglich ſtark aus den Orten Münſter, Maibach, Bodenrod, Fauerbach I., Hoch— und Niederweiſel ꝛc. betrieben, und manche Orte, namentlich Münſter und Maibach waren von ledigen Frauensperſonen ſo entleert, daß ſelten noch ein junges Mädchen zu ſehen war. Dieſes erregte unter den Geiſtlichen der genannten Orte Aufſehen, und der Veteran derſelben, der Herr Pfarrer Dreſcher zu Münſter, ein vorzüglicher Kanzelredner, trat zuerſt gegen den Fliegenwedelhandel auf. Da jeden Herbſt gefallene Mädchen in ihre Heimath zurück— kehrten und ſich mit jedem Jahr die Zahl vergrö⸗ ßerte, auch nunmehr Schulkinder auf die Reiſen nach Rußland, Dännemark, England u. ſ. w. mit⸗ geſchleppt wurden, ſo ſuchte dieſer dem Unweſen auf das Kraftigſte zu ſteuern, und dieſem Prediger gebührt das Verdienſt, daß das Verbot erlaſſen wurde, keine Schulkinder mehr mitnehmen zu dür—⸗ fen; auch wurde das Verbot durch die Ortsbürger— meiſter öffentlich bekannt gemacht und das Mitneh—⸗ men von ledigen Frauensperſonen eingeſchränkt. Da indeſſen alljährlich die Fliegenwedler Päſſe in's Ausland zu erſchleichen wußten, auch die in England erbettelten Gold- und Silberſtüͤcke reizten, ſo zogen jedes Jahr mehr Leute aus den gedachten Orten auf den Fliegenwedelhandel in's Ausland, um unter dieſer Firma zu betteln. Die unmittel- bare Folge davon war, daß der Ackerbau vernach— laßigt wurde; halbe Gemarkungen blieben wüſte liegen und die Fliegenwedler konnten ſich bei ihrer Rückkehr in's Vaterland nicht dazu bequemen, ihre alten Bauernarbeiten zu verrichten, ſondern zogen es vor, das im Ausland durch Betteln, Singen, Poſſenreißen und Muſik erhaltene Geld im Wirths—⸗ haus zu verpraſſen. Daß durch dieſes Gewerbe die Moralität, der Fleiß zur Arbeit und der häusliche Friede zu Grunde gegangen iſt, bedarf keiner wei— teren Ausführung, ja die profeſſionirten Fliegen— wedler giengen ſogar ſo weit, ſich jeder ökonomiſchen Arbeit zu ſchämen und ließen dieſelbe durch Andere verrichten, da ſie ſich ſolcher ganz entzogen. Die eben genannten Orte können ſich glücklich preiſen, 8 des Aufſatzes in der Didaskalia Nro. 296 vom 27. daß Herr Kreisrath Küchler mit Energie dieſem Uebel entgegengetreten iſt, und die Zeit wird lehren, ob dieſer würdige Beamte im Stande iſt, dieſem ſeit zehn Jahren eingeſchlichenen Uebel Schranken zu ſetzen und es mit Stumpf und Stiel auszurotten, wozu der Herr ſeinen Segen verleihen möge!“ A fen. Die Bewohner im ſ. g. Grunde Breiden— bach ſollen ihre beſonderen Gewohnheitsrechte haben, die von den übrigen im Großherzogthum Heſſen geltenden Rechten ganz verſchieden ſind. Iſt Nie— mand in der Wetterau, der hierüber etwas Näheres mitzutheilen wüßte? * 5* Bei Bönſtadt ſteht ein alter Wartthurm. Weiß Jemand nähere Nachrichten hierüber mitzu— theilen? * 4* Im Jahr 1793 ſollen bei Friedberg mehrere römiſche Urnen ausgegraben und von damaligen ſtadtiſchen Behörden aufbewahrt worden ſeyn. Weiß ſeiemand, wo ſie hingekommen ſind? Bekanntmachungen von Behoͤrden. NN Hofraithe-Verſteigerung. (7) In Auftrag großherzoglichen Landgerichts da— hier ſoll Freitag den 13. Februar l. J., Vormittags um 10 Uhr, in hieſigem Rathhauſe die Hofraithe des Wilhelm Netz dahier, beſtehend in Wohnhaus Nebenbau, Brauerei, Scheuer, Stall, Garten und Grund, an Johann Oberländer und der Stadt Fried— berg am fauerbacher Thor gelegen, öffentlich meiſt— bietend unter den alsdann bekannt gemacht werden— den Bedingungen verſteigert werden. Friedberg den 2. Januar 1835. Der Bürgermeiſter D. Fritz. Hofraithe-Verſteigerung. (8) In Auftrag großherzoglichen Landgerichts ſoll Montag den 26. d. M., Vormittags halb 11 Uhr in hieſigem Rathhauſe die Hofraithe der Jakob Simmrocks Eheleute, beſtehend in Wohnhaus, Scheuer Grund und Garten, an Ludwig Sellin und Philipp Söllner Jun. in der Seegaß gelegen, einer noch— maligen öffentlichen Verſteigerung ausgeſetzt, und wenn ein annehmbares Gebot geſchieht, der Zu⸗ ſchlag ſogleich ertheilt werden. Friedberg den 6. Januar 1835. Der Bürgermeiſter D. Garten- und Wieſen-Verſteigerung. (9) Montag den 26. d. M., Vormittags um 10 Uhr, ſoll in hieſigem Rathhauſe der Nachlaß des Johannes und Engelhard Rollhaus, beſtehend in. Pag. Nr.] Ruth. 11916 9% Garten an der Hockenmühle, Ate Ge⸗ wann, an Friedrich Auguſt Söllner und Engelhard Rollhaus gelegen, 9½ daſelbſt an Johannes Rollhaus, 51 Garten an der Langgaß, Z3te Gewann, an Conrad Auguſt Schulze und Engel⸗ hard Rollhaus gelegen, 51 daſelbſt an Johannes Rollhaus, 3% Wieſen im Ried in der 2ten Abthei⸗ lung, an Martin Simon in der Burg⸗ Gemarkung gelegen, zehntfrei, öffentlich an Meiſtbietende unter den bei der Ver⸗ ſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen verſteigert werden. Friedberg den 6. Januar 1835. In Auftrag großh. Landgerichts, Der Bürgermeiſter D. Fritz. Pförtnerhaus-Verſteigerung. (11) Montag den 26. d. M., Vormittags 11 Uhr, ſoll das Pförtnerhaus am Seerthor, beſtehend in Wohnhaus und Gärtchen, einer nochmaligen meiſt⸗ bietenden Verſteigerung ausgeſetzt werden, wozu Kauf⸗ luſtige einladet Friedberg den 8. Januar 1835. Der Bürgermeiſter D. Fritz. Edictalla dung. (14) Von großh. Hofgerichte zu Gießen iſt den 3. d. M. über den Nachlaß des verſtorbenen Friedrich Schwaab in Bruchenbrücken der foͤrmliche Con⸗ cursproceß erkannt worden. Es werden daher ſo— wohl die bekannten als auch die unbekannten Gläu⸗ 8 des Friedrich Schwaab aufgefordert, in dem au Montag den 16. Febr., Vormittags 9 Uhr, beſtimmten Liquidationstermin ſo gewiß perſönlich oder durch einen gehörig Bevollmächtigten ihre For⸗ derungen dahier anzuzeigen und zu liquidiren, als widrigenfalls ſie von der Maſſe werden ausge⸗ ſchloſſen werden. Groskarben am 13. December 1834. Großh. heſſiſches Landgericht daſelbſt. Winheim. Oeffentliche Ladung. (26) Die Ehefrau des Philipp Groß zu Holz⸗ hauſen iſt am 5. April 1834 ohne Leibeserben ge⸗ ſtorben. Dieſelbe ſoll Charlotte Henriette Wilhelmine 119017 12212 12213 823026 Fritz. 22* geheißen, die Tochter des Johann Georg Fleiner aus dem Stift Waitzenbach und deſſen Ehefrau Eliſabetha Roſina Philippina geborne Binderwald aus Steinberg im Darmſtädtiſchen geweſen und am 3. November 1765 zu Mäſtricht getauft worden ſeyn. Da die nächſten erbberechtigten Verwandten der Verſtorbenen unbekannt ſind, ſo werden ſolche an— durch öffentlich aufgefordert, ſo gewiß binnen ſechs Wochen von heute an ihre Anſprüche an den unbe⸗ deutenden Nachlaß dahier geltend zu machen und zu begründen, als ſie ſonſt damit nicht mehr gehört und der Nachlaß dem Fiscus heimgeſchlagen wer⸗ den ſoll. Binnen gleicher Friſt haben die etwa noch un⸗ bekannten Glaͤubiger der verſtorbenen Philipp Groß⸗ ſchen Eheleute zu Holzhauſen ihre Anſprüche dahier anzuzeigen und zu begründen, nach Ablauf derſelben aber ſich zu gewartigen, daß ohne ihre Berückſichti⸗ gung über den Nachlaß das weitere Rechtliche ver⸗ fügt wird. Groskarben den 9. Januar 1835. Großh. heſſiſches Landgericht daſelbſt. inheim. Repoſitorgeſtelle. g (37) Dienſtag den 27. Jan. l. J., Vormittags 10 Uhr, ſollen auf dem Büreau des Unterzeichneten mehrere gebrauchte aber noch in gutem Zuſtande befindliche Repoſitorgeſtelle öffentlich an den Meiſt⸗ bietenden verkauft werden. 8 a Friedberg den 19. Januar 1835. Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg. J. V.: Cameſasca. Fruchtverſteigerung im Rentamt Friedberg. (38) Von den 1834r fiscaliſchen Fruchtvorräthen des hieſigen Rentamts kommen zur Verſteigerung: 1) Dienſtag den 3. Febr. 1835, Vormittags 10 Uhr, in dem Rathhauſe zu Butzbach, von dem daſigen Speicher: 30 Malter Waizen, 230 Mal⸗ Sn„ 150 Malter Gerſte und 70 Malter dafer; 0 2 Mittwoch den 4. Febr. 1835, ebenfalls Vor⸗ mittags 10 Uhr, dahier zu Friedberg, in der Behauſung des Herrn Gaſtwirths Hieronimus vor dem ehemaligen Mainzer Thore, von den Speichern dahier und zu Oberrosbach: 300 Malter Korn und 80 Malter Hafer. Friedberg den 10. Januar 1835. 8 Der großherz. Rentamtmann N Buß. Gutsverpachtung zu Kaichen im Rentamte f Friedberg. (39) Dienſtag den 17. März 1835, Vormittags 9 Uhr, wird in dem Rathhauſe zu Kaichen das in dortiger Gemarkung gelegene— dem großherz. heſſ. Fiskus gehörige— mit Ende dieſes Jahres leihfällig werdende Gut auf anderweite 12 Jahre, von An⸗ fang 1836 an, öffentlich verpachtet. Es beſteht ſelbiges: g 1) in einer ſehr geräumigen Hofreithe, welche enthält: u) ein wegen ſeiner unmittelbaren Lage an der Straße zwiſchen Friedberg und Hanau zum Wirth⸗ ſchaftsbetrieb geeignetes zweiſtockiges Wohnhaus, in welchem zwei Keller, Küche, ſechs Stuben ꝛc. befindlich ſind; b) eine mit zwei Tennen verſehene Scheuer; 0) Stallungen; d) ein hinter der Scheuer gelegener Gemüßgarten von ungefahr 140[IKlafter; 2) in circa 284 Morgen, neuen großh. heſſ. Maa⸗ ßes, Garten, Ackerland und Wieſen; 3) in einer Schäferei-Gerechtigkrit von 300, und Pferchgerechtigkeit von 500 Stück Schafvieh. Das Ausgebot geſchieht zuerſt im Ganzen, dann in einzelnen Abtheilungen. Die Verleihungsbedingungen können ſchon vor dem Verpachtungstermin auf dem Büreau der unter zeichneten Behörde eingeſehen werden. Friedberg den 20. Januar 1835. Großherz. heſſ. Rentamt daſelbſt a Buß. Offene Stelle für einen jungen Menſchen. (40) Ein junger Menſch, welcher eine correcte und ſchöne Hand ſchreibt, und mit den noͤthigen Schulkenntniſſen— beſonders im Rechnen— ſowie mit Zeugniſſen über ſein bisheriges gutes Betragen verſehen iſt, kann auf dem Büreau des Unterſchrie— benen gegen angemeſſene Belohnung eine Anſtellung finden. Friedberg den 21. Januar 1835. Buß, Rentamtmann. f Eiſen-Waaren. (41) Donnerſtag den 29. Januar l. J., Vormit⸗ tags 9 Uhr, werden in den Seminargebäuden da⸗ hier 2 eiſerne Läden, 1 eiſerne Thüre und 1 Wer⸗ neriſcher Circulirofen an die Meiſtbietenden unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werden— den Bedingungen öffentlich verſteigert. Friedberg den 22. Januar 1835. Der Kreisbaumeiſter Holzapfel. Brodfrucht-Bedarf. (42) Montag den 2. Februar d. J., Vormittags 10 Uhr, ſoll an hieſiger Saline der Bedarf an Brodfrucht für das 3. und 4. Quartal d. J. dem Wenigſtnehmenden unter den im Termin bekannt gemacht werdenden Bedingungen in Lieferung über— geben werden. Nauheim den 19. Januar 1835. Kurfürſtliches Salzamt. Wille. Meinhard. Wilhelmi. Weiß. 23 Holzverſteigerung im Revier Oberrosbach. (43) Im Domanialwalddiſtrikt Kellerberg bei Oberrosbach wird Mittwoch den 28. Januar 1835 nachverzeichnetes Brenn- und Bau-, Werk- und Nutzholz unter den vorher bekannt gemacht werdenden Bedingungen an die Meiſtbietenden öffent— lich verſteigert werden: 15 ½ Stecken Hainbuchen⸗Scheidholz, 2 13%„ Eichen-⸗Scheidholz, 30 20„ Buchen-Prügelholz, 4 17 77 Eichen⸗ 7 5 1„ Aspen⸗ 77 6) 13„ Eichen-Stockholz, 7) 3025 Wellen Buchen-Reiſerholz, 8 1250„ Eichen⸗„ 9 4100 5 Aspen⸗„ MD r Kiefern⸗„ 110 17 Klötze Eichen⸗Stammholz in 908 Cubikfuß, 120 8 Stück Eichen⸗Stangenholz. Der Anfang hat präcis um 8 Uhr ſtatt. Oberrosbach den 19. Januar 1835. Der großh. heſſ. Revierfoͤrſter Bingmann. Holzverſteigerung zu Butzbach. (44) Montag den 26. d. M, Vormittags 9 uhr, ſollen in dem hieſigen Stadtwald, Diſtrikt Haͤuſereck: 54 Stecken Buchen- u. Eichen⸗Scheidholz, 23 7 7* 175 Prügelholz, 110 Haufen„„„ Stock⸗ und Wurzelholz, 65 77 77 77 77 Reisholz Uu. circa 1300 Cubikfuß Bau⸗, Werk⸗ und Nutzholz, in 5 Eichſtämmen, 13 Karrenaxen und 15 Leiterbäumen beſtehend, an die Meiſtbietenden öffentlich verſteigert werden. Die Zuſammenkunft iſt am Exercierplatz. Butzbach den 19. Januar 1835. Der Bürgermeiſter B. Küchel. Holzverſteigerung zu Niedermörlen. (45) Montag den 26. Januar 1835, Vormittags 9 Uhr, ſollen in dem Gemeindewald zu Niedermör— len, nahe bei dem Hofe Haſeleck: 10 4 Stecken Birken⸗Scheidholz, 2) 46 5„ Prügelholz, 3) 1950 Stück„ Normal-Wellen, ) 275„ Aspen u. Butzholz⸗Wellen, 5) 46/ Cubikfuß Werk- und Nutzholz in Leiterbaͤumen, an den Meiſtbietenden öffentlich verſteigert werden. Die Zuſammenkunft iſt pracis am oben verzeich⸗ neten Orte im Walde ſelbſt. Niedermörlen den 21. Januar 1835. Der großh. Bürgermeiſter daſelbſt Dey. Holzverſteigerung zu Niederrosbach— (46) Dienſtag den 27. d. M., Vormittags 9 Uhr, ſollen in dem Gemeindewald zu Niederrosbach, Di⸗ ſtrikt Eichen⸗Hochwald: 10 12 Stecken Eichen⸗Scheidholz, 22,. Buchen⸗„ 7 3) 9%„ Eichen⸗Prügelholz, 4) 420 Stück Buchen⸗Wellen, 50 205 77 Eichen⸗Wellen, 6) 16„ Eichen⸗Bauſtämme von 1836 Cubikfuß, 7) 2„ Buchen⸗Bauſtämme von 210 Cu⸗ 9) 800„ Buchen⸗Zaungerten und 10) 1500„ Bohnenſtangen, unter dem im Termin bekannt gemacht werdenden Bedingungen an Ort und Stelle an den Meiſtbie⸗ tenden öffentlich verſteigert werden. Die Zuſammenkunft iſt präcis 9 Uhr im Wald am Rothenſtoß. 6 f Niederrosbach den 20. Jan. 1835. f Der großherz. Buͤrgermeiſter daſelbſt F. Bullmann. 8 Patrontaſchen und Bandeliere. (47) Mittwoch den 4. Februar l. J., Vormittags 9 Uhr, ſollen auf dem hieſigen Rathhauſe 27 Stück gute Patrontaſchen und 24 Stück Bandeliere gegen baare Zahlung an den Meiſtbietenden verſtei⸗ gert werden. Niederurſel den 17. Januar 1835. Der großh. Bürgermeiſter daſelbſt Amſel. N Bekanntmachungen von Privaten. Lehrling wird geſucht. (23) Bei einem hieſigen Baͤckermeiſter kann ein junger Burſche von guter Erziehung in die Lehre treten. Das Nähere iſt bei der Expedition dieſes Blattes zu erfragen. Chaiſen- oder Reitpferd. (48) Ein ſchönes Chaiſen⸗ oder Reitpferd, Fuchs von Farbe, fehlerfrei, wofür garantirt wird, iſt zu verkaufen. Ausgeber dieſes ſagt wo. Wicken (49) im Kleinen zu verkaufen bei Gebrüder Grödel. Ein Logis (50) iſt zu vermiethen bei Philipp Pfeiffer. Nachricht. Der Unterzeichnete beehrt ſich, den Intereſſenten hiermit bekannt zu machen, daß er die zuletzt einge⸗ gangenen, in Nr. 46 u. 50 des Int. Blattes v. 1834 erwähnten, für die Wetterbeſchädigten im Kreiſe Grünberg beſtimmten Gelder— im Betrage von 2fl. 57 kr.— wie die früheren an Herrn Kreisſekretär Fuhr in Grünberg, als den betreffenden Rechner, geſendet und von demſelben Empfangsbeſcheinigung erhalten hat, welche bei dem Verleger dieſes Blattes Jedem zur Einſich offen ſteht. 5 Friedberg den 22. Jannar 1835. 11 Flemming. Dieſem Blatte liegt eine literariſchen Anzeige bei, welche die Carlsruher Pracht⸗ Bibel betrifft, Die erſte Lieferung, mit zwei ſchönen Stahlſtichen: das heilige Grab zu Jeruſalem und das Abendmahl, liegt bei mir zur Einſicht offen. Die Vorrede des Hrn. Prälaten Hüffel, eines Mannes, welcher gewiß noch bei vielen hieſigen Einwohnern in freundlichem Andenken ſteht, wird wahrſcheinlich erſt einer der letztern Lieferungen beigegeben werden. Auch iſt bei mir zu haben: 5 8 Lauteſchläger, Dr. G., Beiſpiele und Aufgaben zur Algebra. Für Gymnaſien, Realſchulen und zum Selbſtunterricht. f 45 kr. —— Auflöſungen dazu f 18 kr. Schneider, J. A., Fibel, oder ABC⸗ und Lefebuch ſowohl für die Buchſtabir⸗ als Lautmethode brauch⸗ bar. Gebunden. 5 8 kr. —— Daſſelbe mit 24 illum. Abbild. 24 kr. C. Bindernagel. Fruͤchte⸗Preiſe hier in Friedberg: Waizen: 6 fl. 15 kr. Korn: 4fl. 40 kr. Gerſte: 3fl. 40 kr. Hafer: 3 fl. 10 kr. Erbſen:— fl.— kr. Fruͤchte⸗Preiſe zu Frankfurt, am 19. Januar: Waizen: 6 fl. 10 kr. Korn:— fl.— kr. Gerſte: 4 fl.— kr. Hafere 3 fl. 13 kr. Kohlſaamen: 17 fl. 33 kr. Fruͤchte⸗Preiſe zu Mainz, am 16. Januar: Waizen: 6 fl. 44 kr. Korn: 4 fl. 48 kr. Gerſte: 3fl. 42 kr. Hafer: 3 fl. Akr. Verkaufs- Preiſe der Bäcker und Metzger vom 24. bis zum 31. Januar. N Lt 5 5 pfd. Lth. Ot. Für 1 kr. Milchbrod 350 5 3 „ 1 kr. Gemiſchtes 7 5 7 2 „ 8 kr. Laden⸗Brod 4 6 5 „ 6 kx. dito 3 4 2 „ 4 kr. dito 2 33 2 br dito 1 1 ſe. Kr. Judengaſſe. 1 Pfund Ochſenſleiſch 11 10 1„ MRindfleiſch 2 5 1 77 Kühfleiſch 5 8 1„ Nierenfett 20 19 1 77 Kalbfleiſch 5 6 5 1„ Hammelfleiſch 7 6 8 1„ Schweinenfleiſch 9— 1„ Leber⸗ und Blutwurſt 12— 1„ Bratwurſt. 14— 1„ Schwartenmagen 16— 1* Spe 2⁰— 1„ Doͤrrfleiſch 14— 1,„ Schmalz 18 Für die Richtigkeit: Der Bürgermeiſter D. Fritz. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Binder nagel in Friedberg. wende hlt. bew. 1 1 9