Intelligenzblatt % 1 für 12— Abſen: 51 f. 1 5. Mirz:* 1 g 0 Ne 4 1 rovinz O berhes sen eiſe C im Allgemeinen, — 9.5% den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. — 1 12. Sonnabend, den 21. Maͤrz 1835. 1 g Amtlicher Theil. d Dekoun N N ae Das großherzog lich heſfiſche Landgericht Friedberg an die großh. Buͤrgermeiſter und Beigeordneten des Bezirks. a 5 1 Wir beauftragen Sie, alle Curatoren in Ihren Gemeinden zu bedeuten, daß ſaͤmmtliche rückſtehende Vormundſchaftsrechnungen ſo gewiß binnen 6 Wochen von heute an hier einzureichen ſeyen, als ſonſt feder, der damit im Rückſtande bleibt, ohne irgend eine weitere Erinnerung in 1 fl. 30 kr. Strafe ge⸗ a Magdala gommen werden wird. Zur Vermeidung eines jeden Mißverſtändniſſes fügen wir, obgleich ſich ſolches von ſelbſt verſteht, 1. d. Noch beſonders an, daß auch diefenigen Vormünder, denen wegen Geringfügigkeit des Vermögens geſtattet e, ihre Rechnungen nur von 2 zu 2 oder 3 zu 3 Jahren einzureichen, ſolche in obbeſtimmter Friſt vor— och abläuft. 4 Friedberg den 9. März 1835. u Philipru, Hofmann. 3 8* Aas elbe an die großh. Buͤrgermeiſter und Beigeordneten des Bezirks. 0 Sie haben ſämmtliche noch zu verpflichtende Orts- und Polizeidiener anzuweiſen, Mittwoch den 25. ö rierrginn. en 10 b(. 5 ärz Morgens 9 Uhr zur Verpflichtung hier zu erſcheinen. Friedberg den 9. Marz 1835. ak, 1 U Hofmann. brd et Ueber Verſicherungen. Vergleichung mit unſerem durch Freigebigkeit ge⸗ 0 5 a(Eingeſandt.) gründeten und nur im Jutereſſe der dürftigen Volks⸗ Bafob Tong In Nro. 60 der großh. heſſ. Zeitung befindet klaſſe verwaltet werdenden Mathildenſtifte in keiner 5 i 0 eine mit„Pr.“ unterzeichnete Bekanntmachung Hinſicht auszuhalten vermag, und es verdient der Nr Betreff einer im Jahre 1832 in Homberg a. d. O. edle uneigennützige Sinn, welchen der au der Spitze fed. gründeten Spar⸗ und Creditkaſſe. Hält man in⸗ dieſer Anſtalt ſtehende großh. Kreisrath Küchler desen die Statuten dieſer Kaſſe mit denen des un— hierbei an den Tag gelegt hat, die volleſte Aner- 6 kngſt im Kreiſe Friedberg in's Leben getretenen kennung. t dene zuſammen; ſo ergibt ſich ſchon auf So hat denn auch die von demſelben Beamten N un erſten Blick, daß erſtere Anſtalt eine prüfende in dieſen Tagen erfolgte Einladung zur Berathung julegen haben, wenn jener Zeitraum von resp. 2 und 3 Jahren abgelaufen iſt oder in dieſem Jahre des Statutenentwurfs einer für den Kreis Friedberg zu gründenden Rindvieh-⸗ Aſſekuranz eines ſo ungetheilten Beifalls ſich zu erfreuen gehabt, daß auch dieſe— einem allgemein gefühlten Bedürfniſſe abhelfende— Anſtalt noch in dieſem Jahre in's Leben treten kann. Und wenn auch eine Vereinigung dieſer Aſſekuranz mit dem Math ildenſtifte, welches — nach des Einſenders Anſicht— die im Laufe des Jahres zu leiſtenden Entſchadigungen bis zur am Jahresſchluſſe vorzunehmenden allgemeinen Re⸗ partition und Erhebung der Beiträge dem Unbe⸗ mittelteren leihweiſe hätte verabreichen können, ſo daß die Verwaltung der fraglichen Aſſekuranz ein⸗ facher und weniger koſtſpielig, dieſe ſelbſt aber dem Unbemittelteren zugänglicher geworden wäre,— noch zur Zeit nicht beliebt wurde: ſo gewährt hierbei doch wieder der Umſtand volle Befriedigung, daß die dermaligen Statuten vorläufig nur auf ein Jahr angenommen und ſomit einer jeden Verbeſſerung zugänglich geblieben ſind, welche die beßte Lehrmei⸗ ſterin, nämlich die Erfahrung, in Jahresfriſt wün— ſchenswerth machen könnte; und überdieß iſt durch die Schnelligkeit, mit welcher die beſagte Auſtalt in's Leben gerufen wurde, noch zu rechter Zeit einer ausländiſchen— nicht auf den delikateſten Principien beruhenden— Auſtalt Damm und Riegel vorge— ſchoben worden, welche, in Ermangelung einer ein⸗ heimiſchen Anſtalt, eben ſo, wie eine ähnliche aus— ländiſche Hagelſchädenverſicherungs— Anſtalt, auch bei uns um ſich zu greifen drohte. Moͤge es dem Grün⸗ der auch dieſer zweiten Bezirksanſtalt gelingen, recht bald noch eine dritte, nämlich eine dem gegenſeitigen Intereſſe der Landwirthe entſprechende Hagel- oder vielleicht ſelbſt Geſammt-Flurſchäden-Verſiche— rungsanſtalt im Kreiſe Friedberg zu Stande zu bringen und ſomit dem ferneren Andrange einer aus⸗ wärtigen Auſtalt Schranken zu ſetzen, welche nicht allein durch überhäufte Agentur-, Poſt- und Ver⸗ waltungsgebühren äußerſt koſtſpielig iſt, ſondern in der Regel auch jahrlich das Doppelte des ungefähren Bedarfs im Voraus erhebt, ſomit ein ſehr beträcht— liches— nur mit 3 pCt. verzinſt werdendes— Betriebskapital den einheimiſchen Landwirthen ent zieht, und noch überdieß die einmal Beigetretenen dadurch zu ſeſſeln verſtand, daß ſie den vor dem ſiebenten Jahre Austretenden jede Anſprüche auf die verheißene dereinſtige Zurückgabe der durch jene 74 2 1 a*. 0 7* deep e entſtandenen 54805 e in Ansehung welcher übrigens nicht 773 geleiſtet iſt, verſagte. 2 5 P. d. 9. März 1835. *) Wir empfehlen bei dieſer Gelegenheit denjenigen unſer Leſer, welche ſich hierüber weiter belehren wollen, ein im Jahr 1832 Herrn pfarrer Flick zu Petterweil, das den Titel 11 „Die Errichtung einer Flurſchädenverſicherungs⸗ Anſtalt im Großherzogthum Heſſen.“(Koſtet nur 12 kr. und kann durch die Expedition dieſes Blattes bezo⸗ gen werden.) Es wird darin nicht nur die 2 Doͤllſtädt⸗Gothaiſche Hagelſchädenverſicherungs-Anſtalt näher beleuchtet, ſondern auch der Entwurf der Statuten einer Auurſchäseaberſ ice rungsanſtalt mitgetheilt. Wir werden hoffentlich mit der Zeit flug genug merh. alle dergleichen Anſtalten bei uns ſelbſt zu errichten, damit wir nicht nöthig haben, unſere Gelder in's Ausland zu geben, wo wir doch nie ſo ganz ſicher ſt ſind, ob ſie im In⸗ tereſſe ſaͤmmtlicher Betheiligten oder im Intereſſe der Un ternehmer verwendet werden. Wir können vielleicht ein⸗ mal bei einer andern Gelegenheit uns deutlicher und weit, läufiger über dieſes Capitel ausſprechen. 1 955 Red. 1 4 90 Ober-Rosbach. (Beſchluß.) In dem Teſtamente des Landgrafen Philippe 0 des Großmüthigen vom Jahre 1562 wird Ros⸗ 3 bach als Beſitzung von Heſſen und zwar als die⸗ jenige genannt, welche u. A. ſeinem zweiten 1 Ludwig IV. zufiel. Daß aber darunter nicht der ganze Ort verſtanden wurde, ſondern nur ein Theil deſſelben, wird aus dem, was wir ſofort angeben wollen, klar werden. Rosbach war nämlich damals dreiherrig; Heſſen-Darmſtadt, auf welches der von Ludwig IV. beerbte Theil kam, hatte wohl den größeren Theil. Einen andern und zwar ein Viertel, Trier, das ſich nach dem Abgange der Grafen von Dietz in den Beſitz eines vierten Theils der Grafſchaft zu ſetzen gewußt hatte).(Ob dies durch die Uebereinkunft zwiſchen Naſſau und Trier im Jahr 1564 geſchehen, wie Schmidt II. 177 anführt, kann ich nicht ſagen. In den von ihm aus Wenck angezogenen Stellen befindet ſich wenigſtens nichts davon. Auch in dem von Wenck I. S. 563 Rote n mitgetheilten Inhalte jenes Vertrages finde ich 4 6) Hontheim prodr. Rist. trev. p. 1125 a. * zu Darmſtadt erſchienenes Schriftchen des 1 5 beſaß Chur 1 110 1 ble 1 8 4558 wiel 6 7 ein f mi 4 a F. ben unſeter N n, ein in ſircen des Tüel führt: cerungs (Goſtet nur Flattes bezo⸗ Getbaiche et, ſonderg denverſiche: hug werden, ö dien, damit Ausland b ſie im ſeſe der Un. lelleicht ein er und weit, Die Re... 0 * 1 1 um Re ir als die ten Sohn nicht der ein Thel ct angeben 1 dreiherrig; idwig IN. 1 eren Theil ſaß Chur er Grafen Theils da Achuſſe, ſchaft ain ee Rosbach keineswegs erwähnt.) Die dritte Herr⸗ war, wie wir oben geſehen haben, garbrücken. Im Jahr 1633) ver⸗ nebſt Nieder-Rosbach um 22,000 Gulden an Heſſen⸗Darmſtadt, das nun, wie wir aus den frü⸗ her mitgetheilten Rechnungen erſehen haben), drei Viertheile beſaß. Ein Jahr darauf plünderten, wie bekannt, die Kriegsvölker unſer Städtchen, und bei dieſer Gelegenheit ſollen, wie Winckelmann erzählt, die alten Urkunden ihm entkommen ſeyn. Auf jeden Fall muß der Ort durch den dreißigjäh⸗ rigen Krieg überhaupt, damals insbeſondere, viel gelitten haben und ſehr entvölkert worden ſeyn. Dies geht hauptſachlich aus der Stelle unſerer früher ge— gebenen Rechnung hervor, wo es u. A. heißt, die 6 Malter Salz haͤtten von Nauheim nicht bezogen werden können,„weill die Underthanen mehreutheils verſtorbenn, vndt die noch übrige wenig Zeit im Flecken gewohnet,“ und deswegen das Holz nicht vom Salzberge nach Nauheim hätten liefern können. — Nach und nach erholte ſich der Ort wieder et— was, und wir haben geſehen, daß ſpäter noch Wein daſelbſt gezogen wurde, wiſſen indeſſen nicht anzu— geben, wann der Weinbau ganz aufhörte. Im Jahr 1666 wurde endlich das letzte Viertel Rosbachs von Chur-Trier durch Tauſch erworben; wofür? iſt uns nicht bekannt. Seitdem blieb es an Heſſen⸗Darmſtadt, und bildete bis in die neueren Zeiten mit Nieder⸗Rosbach ein beſonderes Amt, das nach der Erwerbung Friedbergs mit letzterem ver⸗ eint wurde, und auch in der neuen Organiſation mit demſelben vereint blieb. Frühe ſchon ſcheinen Rosbach und Fried⸗ berg, auch der Lage nach, in gewiſſen Beziehungen zu einander geſtanden zu haben. Nicht nur finden wir ein angeſehenes Geſchlecht zu Friedberg, das ſich„von Rosbach“ nannte); auch in kirchlicher 7) Nicht 1621, wie der oben angeführte Weyrich Wetter⸗ dies dur Triet in 7 aun 4 Wend 1 16 mann S.. 225 fälſchlich angibt. 50) Intell. Bl. Nr. 43 von 1834. d In einer ungedruckten Urkunde von 1314 kommt unter den Schöffen zu Friedberg ein Gobelo de Rospach und ein Goaso genannt Grozzeo de Rospach vor. Im J. 1376 war nach einer andern ungedruckten Urkunde ein Clericus Conradus dietus de Roispache. 1423 ſtarb Henricus Rospach, Schöff zu Friedberg, deſſen Grabſtein im nörd— lichen Kreuz der friedberger Stadtkirche liegt. Auſſer die— Hinſicht war früher eine gewiſſe Gemeinſchaft. Wie Friedberg, ſo war nämlich Rosbach lange Zeit ein Filial von Straßheim, deſſen Kirche in der Nähe des nach Friedberg führenden Weges lag und deren Reſt erſt 1804 abgebrochen wurde. Doch hatte Rosbach ſeinen eignen Pleban(Pfarrer). Daß frühe ſchon ein zum Gottesdienſte be— ſtimmtes Gebäude daſelbſt geſtanden, ſieht man deutlich an dem unterſten Theile des Kirchthurms, welcher ſichtbar die Spuren des alten ſ. g. gothiſchen Bauſtyles an ſich tragt. Die im Innern deſſelben befindlichen Säulchen haben ſchoͤne Blatter, eins hat ein Männchen als Knauf. Die Thüre hat auch noch ihren urſprünglichen Kreuzbeſchlag. Renovirt wurde der Thurm im Jahr 1768. Die Kirche da⸗ gegen iſt 1757 neu erbaut. g Wann Rosbach Stadtgerechtigkeiten erhielt, iſt uns durchaus nicht bekannt; daß es ſie aber hatte, leidet keinen Zweifel. Einſt zog um den Ort ein ſogenannter Haingraben als Befeſtigung. Noch iſt der Name geblieben, aber die Stätte ſeit einigen Jahren planirt und mit Obſtbäumen beſetzt. Außer— dem zieht eine Mauer um den Ort, die aber aus neuerer Zeit zu ſeyn ſcheint. Vier alte Thürme gewährten nicht minder in fruͤhern Zeiten Schutz. Vor wenigen Jahren waren deren nur noch zwei übrig. Im Jahr 1832 wurde der dritte abgebrochen und mit den Steinen die Vorſtadt chauſſirt. In eben dieſem Jahre wurde, ſo viel uns bekannt, das ehemalige Amthaus zum Schulhauſe eingerichtet. — Das alte von Holzhauſenſche Haus ſt ge⸗ theilt und verkauft; aber ihm gegenüber am Wirths⸗ hauſe zeugt noch jetzt das eiſerne Rad mit der aul“ gehobenen Hand und dem Schwerte von alter pein— licher Gerichtsbarkeit. Im vorigen Jahre wurde end lich der vierte und letzte der alten Thürme thellweiſe niedergeriſſen. Dagegen wurde in neuerer Zeit nicht nur für Weg- und Straßenbau viel gethan, ſondern, was noch erfreulicher iſt, man ſieht jetzt rund um Rosbach eine Menge der ſchönſten jungen Obſtbau⸗ me an Orten, die ſonſt unbebaut und unbeachtet waren. Die Bewohner ſcheinen endlich erkannt zu haben, daß ihr Gebiet fur Obſtbau ganz beſonders ſen findet ſich u. A. ein Altariſte Andreas Roispach und ein Niclas Roispach, ſodann von 1469 bis 1506 Albertus Rospach, der geiſtlichen Rechte Doctor und Pfarrer zu Friedberg. günſtig iſt, nicht nur dem Boden nach, ſondern auch weil die Lage an dem öſtlichen Abhange des Gebir⸗ ges demſelben die erſten Strahlen der Morgenſonne verleiht, welche das Obſt vorzüglich verlangt. Hoffent⸗ lich werden die Bewohner ſich immer mehr überzeu⸗ gen, daß in dem Obſtbau ihr Reichthum liegt. An ihnen iſb es nun, dieſen Reichthum gehörig zu be⸗ nutzen. f i Außerdem beſitzt Rosbach auch noch viel Wald. In demſelben liegt nach Wehrheim zu, un⸗ weit dem Pfahlgraben, ein etwas über 24 Mor⸗ gen haltendes Stück, die Capersburg oder Cär— bersburg genannt, noch vor wenigen Jahren der Pfarrei, gegenwärtig aber der Gemeinde gehörig. Ueber dieſe Capersburg hoffen wir bei einer anderen Gelegenheit beſonders zu reden, da ſie es verdient, 76 daß ihrer weitläufiger Erwähnung geſchieht. Für jetzt wollen wir unſere Nachrichten über Rosbach ſchließen, und wünſchen uns nur noch für das, was wir gegeben, nachſichtsvolle Leſer. Gedanken-Spaͤne. Wer iſt der freieſte Mann? Der iſt der freieſte Mann, welcher des äuße⸗ ren Zwanges der Geſetze nicht bedarf, um als Menſch und Bürger ſeine Pflichten zu erfüllen. Wer iſt der ſchlechteſte Mann? Der iſt der ſchlechteſte Mann, welcher Fröm⸗ migkeit und Tugend zur Schau trägt, und das Laſter bewahrt und nährt in ſeinem Herzen. Kleine Buͤcheranzeige. Heſſiſches Volksbuch ꝛc. Von Georg Wil⸗ helm Juſtin Wagner. (Beſchluß.) Auszuſtellen haben wir an dem Büchlein zuerſt, daß manche der gegebenen Aneedoten und Nachrich⸗ ten zu unbedeutend oder zu wenig paſſend ſcheinen, um als Muſter für einen kräftigen, arbeitſamen, biederen und unverdorbenen Landmann zu dienen oder als Merkwürdigkeit der Nachwelt im Munde des Volkes aufbewahrt zu werden. Schon gleich mit der erſten Erzählung wiſſen wir nicht recht, was anfangen, da ſie mehr Intereſſe für den Verfaſſer als für das Publikum hat. Eben ſo halten wir die Nummern 10, 15, 16, 18 für unbedeutend, die leicht mit weit vorzüglicheren hät⸗ ten vertauſcht werden können. Von den ſpäteren ſind eine Menge noch unbedeutender, wie Nro. 37 5 das weiter nichts enthält, als daß einem Kinde zu Dieburg eine Bohne in die Luftröhre gekommen, woran es geſtorben ſey, oder Nro. 41, 43 ꝛc. Wie viel könnte man ſammeln, wenn ma et gewaltſamen Todesfalle, der ſonſt nichts Merkwür. diges in ſeinem Gefolge hat, oder jedem Brand, der in einem Dorfe ſtatt hatte, Nachricht geb wollte, und was nützt's der Jugend?— Wir neh⸗ men indeſſen dieſe Nachrichten als Dreingabe für die vielen andern Artikel, welche wir ganz geeign, finden, wie Nro. 2, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 11, 12, 13, u. ſ. w. u. ſ. w. Bei Nro. 31„Gefährliches Sp 10 1 hätte wohl bemerkt werden können, daß jener Knabe Rettig, der Sohn eines Schuhmachers zu Gießen, welcher von ſeinen Kameraden aufgehängt, nahe daran war, durch das gefährliche Spiel ſein Leben zu verlieren, gegenwärtig Profeſſor der Theologie zu Zürich iſt. Zu Nro. 35 wollen wir nachträglich hinzuſetzen, daß der Knabe zu Bingen, welcher ſo heldenmüthig mit dem Fremden, der ſich in's Waſſer geſtürzt, zu deſſen Rettung gerungen, von dem Augen⸗ blicke ſo mächtig ergriffen wurde, daß er leider in 1 der Folge die fallende Sucht bekam. Einſender die⸗ 1 ſes ſah ihn einige Jahre ſpäter in dieſem traurigen Zuſtande. i 5 9 Wenn es der Raum geſtattete, hätten wir wohl Luſt, eine und die andere der gegebenen beſſeren Ine Erzählungen unſern Wetterauern zu Liebe mitzuthei⸗ Nicht len. Vielleicht geſchieht's ſpäter einmal. 5 Die ſchwächſte Seite des Büchlein ſcheint— 0 in der dritten Abtheilung zu liegen. Es klingt ſchon gar ſonderbar, wenn vornen eine„Geſchichte von Heſſen kommt, gleich darauf„Bruchſtücke aus der Geſchichte/ und dann„Kriegsereigniſſe“ von Heſſen gegeben werden. 5. 1 Wie wir ſchon bei der ſichtbaren Bekanntſchaft des Verfaſſers von ſeiner Umgegend, eine genauere Kenntniß der entfernteren Gegend, beſonders von Oberheſſen vermißten, ſo vermiſſen wir hier gauz beſonders Vertrautheit mit ſolchen Schriften, die ihm von nöthen waren. Wie viele herrliche Muſter von Frömmigkeit, Heldenmuth, Fleiß ze. finden wir in den früheren Zeiten unſeres Volkes; wie Manches der Art enthalten ſelbſt unſere alten Chroniken! Wie manche beſondere Gebräuche und Sitten finden wir hier und da in den Weisthümern, deren wir ſo viele noch beſitzen, daß Grimm in ſeinen deutſchen Rechtsalterthümern mehr als 50 allein aus unſerm Großherzogthume Heſſen anführt, die er für ſein Werk benutzt hatte! Wie manches Bemerkenswerthe geben uns die Geſchichten dern Städte unſeres Landes?— Von dem Verfaſſer eines ächten Volksbuches verlangen wir das alles benutzt und mit Fleiß und Umſicht geſammelt, ohne daß man darum der Sache das Gelehrte anzuſehen braucht. Ein ſolches Buch aber zu ſchreiben, iſt(17 nicht leicht, und fordert den Sammlerfleiß von zehn, zwanzig Jahren, der unſern Büchern abzugehen ſcheint. date det 2 unn „ 114) Mon ö 4% traurigen wir wohl n beſſeren mitzuthei⸗ 0. — ungen von Behoͤr Bekanntmach ! N N45 Bekanntmachung. tag den 6. April 1835, Vormittags 10 Uhr, ſollen die zur Concursmaſſe der Schuhma⸗ ger Chriſtian Lohmänn'ſchen Eheleute zu Il— ſenſtadt gehörigen Immobilien, namlich: fol. Nrlguth. 5 421,8 Hofraithe, beſtehend aus einſtöckigem Wohnhauſe und Stall; giebt der Lan⸗ desherrſchaft für 1 Rauchhuhn 12 kr. Garten innerhalb des Haingrabens, an Anna Maria Reinhard; giebt Zins 6kr. n dem Gaſthaus des Peter Haas daſelbſt öffentlich n den Meiſtbietenden verkauft werden. Großkarben den 14. Febr. 1835. Großh. heſſiſches Landgericht daſelbſt. Winheim. Geyger. Oeffentliche Bekanntmachung. 158) Der Nachlaß des Johannes Hinkel, Gaſt—⸗ irths zur Lilie zu Vilbel und deſſen Ehefrau iſt on deren Erben nur unter der Rechtswohlthat des nventars angetreten worden. Zum Zwecke der ichtigſtellung der Maſſe werden daher alle, wel— then Forderungen an dieſelbe zuſtehen, aufgefordert, 42433%¼ 1 ſcheint uns olche ſo gewiß N agt chan Mittwoch den 15. April d. J., Vormittags 9 Uhr, iche ven b ahier anzuzeigen und zu begründen, als ſonſt bei aus der der Auseinanderſetzung keine Rückſicht darauf ge⸗ don Heſſen 0 kanntſchaft genauere ders von hier ganz iften, die herrliche Fleiß u. 8 Volkes; ſert alten auche und sthumern, rimm in als 50 5 anführt, manches en der Berfaſſer as alles elt, ohne anzuſehen iben, von zehn, 1 ſcheint. ſommen werden wird. Groskarben den 6. März 1835. Großh. heſſiſches Landgericht daſelbſt. Winheim. Geyger. Kornſtrohlieferung. 175) Montag den 30. d. M., des Vormittags um 10 Uhr, ſoll im Verwaltungsbüreau auf hieſiger Hauptwache die Lieferung von 14 Fader Kornſtroh an den Wenigſtnehmenden öffentlich verſteigert werden. Friedberg den 17. März 1835. . In Auftrag: Reichart, Oberquartiermeiſter. Hafer-Verſteigerung. 5 (176) Mittwoch den 25. d. M., Vormittags 10 Uhr, ſollen in der Behauſung des Unterzeichneten 5 bis 30 Maſar Gemeinde⸗Hafer öffentlich meiſt— bietend verſteigert werden. Beyenheim den 18. März 1835. 13 Der großh. Bürgermeiſter daſelbſt 10 Stein. N a Arbeits-Verſteigerung. 177) Dienſtag den 24. März, Vormittags um alb 11 Uhr, ſoll in hieſigem Rathhauſe die Maurer— arbeit in der Burg, beſtehend in Anlegung zweier 5 Klafter langer Kanäle, und das Aufführen einer 90 Fuß langen, 8 Fuß hohen und 2 Fuß dicken — 1 den. 7— g Mauer in hieſigem Amtshof öffentlich an Wenigſt⸗ nehmende verſteigert werden. Friedberg den 19. März 1835. Der Bürgermeiſter D. Fritz. Arbeits-Verſteigerung. (178) Freitag den 27. d. M., des Vormittags um 10 Uhr, ſollen zu Niederwoͤllſtadt auf daſigem Rathhauſe zum Behuf einer Ortsſtraße die daran befindlichen Arbeiten unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen an den Wenigſtnehmenden vergeben werden, als: 10 100 Klafter altes Pflaſter aufzubrechen und zu chauſſtren. b 2) 20 Kubilklafter Steine aufzuſetzen. 3) 120 Klafter zu planiren. 40 120 Quadratklaſter Rinnenpflaſter zu fertigen. Die großh. Bürgermeiſter werden hierdurch er— ſucht, dieſe Verſteigerung in ihren Gemeinden durch die Schelle gefaͤlligſt bekaunt machen zu laſſen. Niederwöllſtadt am 19. Marz 1835. Der großh. Bürgermeiſter daſelbſt Bauſch. 3 * NM NMN NN Bekanntmachungen von Privaten. Conzertanzeige. Hr. Muſikus Schierholz aus Gießen (172) beabſichtigt den 22. d. M. dahier in Fried⸗ berg ein großes Vocal- und Inſtrumental-Conzert in dem Saale des Hen. Gerlach zu veranſtalten. Da derſelbe ein guter Violinſpieler iſt, und von einer großen Anzahl Maſikfreunde des gießer Muſik— vereins unterſtützt wird, ſo darf man ſich ſchon im Voraus auf einen recht angenehmen Abend freuen, zumal, da die Solo's auf verſchiedenen und ver— ſchiedenartigen Inſtrumenten von mehreren beiwoh— nenden Künſtlern vorgetragen werden. Es werden hiermit alle Muſikfreunde hoͤflichſt eingeladen, dieſem Conzert beizuwohnen. Eintrittskarten werden an der Caſſe à Perſon 24 kr. gegeben. Der Anfang iſt ½ 7 Uhr Abends. Eine Quantität Roggen-Kleie (179) iſt zu verkaufen. Ausgeber dieſes ſagt wo. Eine Parthie noch brauchbarer Kaſten, (180) welche ſehr gut in Spezerei-Geſchäften ver— wendet werden können, ſind in der hieſigen Engel— Apotheke aus der Hand zu verkaufen. Ein Logis im zweiten Stock, (181) auf der breiten Straße, iſt zu vermiethen bei Philipp Zimmermann. Tauſend Gulden. (182) können im Ganzen oder in mehreren Kapi⸗ talien gegen gerichtliche Obligation zu 5 Procent aus der hieſigen Hoſpitalkaſſe abgegeben werden. Friedberg den 19. März 1835. Der Hoſpitalpfleger Bontemy. Dreihundert ſiebenzig fünf Gulden (183) Curatelgelder ſind gegen gerichtliche Obli⸗ gation zu 5 Procent von Unterzeichnetem zu verlehnen. Friedberg den 19. März 1835. P. Boutemy. b Frucht⸗Verſteigerung. (184) Miftwoch den 25. d. M., Vormittags 10 Uhr, ſollen in der Behauſung des großh. Bürger⸗ meiſters Stein zu Beyenheim von den Pfarrfrüch— ten daſelbſt 14 Malter Korn, 14 Malter Waizen, 14 Malter Gerſten und 14 Malter Hafer in Par⸗ thien öffentlich dem Meiſtgebot ausgeſetzt werden. Beyenheim den 18. Marz 1835. Der Rechner Roth. Haus- und Garten-Verſteigerung. (185) Montag den 30. Maͤrz, Morgens um 9 Uhr, ſoll auf dem Nathhauſe zu Rockenberg das Wohnhaus des verſtorbenen Jakob Dietz öffentlich an den Meiſtbietenden, mit Vorbehalt landgericht licher Genehmigung, verkauft werden, enthaltend: Eine Wohnſtube mit einer Nebenkammer, eine geräumige Küche, eine Waſſerpumpe, zwei Keller, zwei Stuben im untern Stock, 5 Zimmer mit einer Küche im zweiten Stock; ferner eine große Scheuer und Stallung, ein ſchöner Garten hinter der Scheuer, welcher ein Morgen ein Viertel enthält und mit allen guten Obſtbäumen ver⸗ ſehen iſt. Die Steigliebhaber werden eingeladen, ſich an oben beſtimmtem Tage hier einzufinden. Nockenberg den 16. März 1835. Die Vormünder: Konrad Dietz. Nikolaus Wild. 1000 fl. (186) liegen in der Juſtus Buffiſchen Vormund⸗ ſchaftskaſſe zu Niederwöllſtadt zum Ausleihen. 5 Eine eiſerne Thüre, (187) 8 Schuh 2 Zoll hoch, 4 Schuh 2 Zoll breit, nach dem 12 zölligen Schuhe gemeſſen, ſehr brauchbar zu einer Waaren-Magazinsthüre, iſt um einen geringen Preiſe zu haben bei J. H. Fritz. Koſt und Logis 188) wünſcht Jemand in einem hieſigen honetten ürgershauſe zu erhalten, wer? iſt bei der Expedi⸗ tion dieſes Blattes zu erfahren. 8— 1 89* 4.. Lehrling wird geſucht.„ (189) Ein hieſiger Schuhmachermeiſter ſucht einen braven Burſchen in die Lehre. Wer? ſagt Ausg. dieſ. N e Ein Hund, n (190) grau getiegert, etwas langharig, die Be, haͤnge braun gefleckt, iſt zwiſchen her und Gießen am 18. d. M. Abends eutlaufen. 0 Ich erſuche denjenigen, welchem er zugelaufen 1 iſt, ihn an mich gegen billiges Douceur abzuliefern. Friedberg den 19. Septbr. 1835. 1 ö Helmolt. 1 s Literariſche Anzeige. 91 (191) Das dritte Heft(März) der b * 0 2 17 Vaterlaͤndiſchen Berichte für das Großherzogthum Heſſen— 5 iſt ſoeben erſchienen und enthält: 9 Ueber den Stand der ſchönen Künſte im Großherzogthum Heſſen.— Von den Flüſſen und Bächen im Großherzogthum Heſſen, insbeſondere von Regulirung der nicht ſchiff baren Fluſſe.— Notizen über den Handel. Die Meſſen zu Offe bach und deren Ergebniſſe.— Die Verhältniſſe der Bevs! E fd N kerung im Großherzogthum Heſſen von Schmidt(Beſchluß) — Wünſche aus dem Kreiſe Biedenkopf für Verwendung] der der Arbeitskräfte.— Die Gewerbvereine Deutſchlands(Fork aber ſetzung).— Blicke auf Mainz, dritter Artikel, das Armen 0 weſen.— Die Rheinſchifffahrt im Allgemeinen.— Dieſelbe, bon erſter Artikel, Rückblick auf das Jahr 1834 von Mainz auß. bder — Die Mainſchifffahrt.— Ueberfluß und Mangel an Ka 4 tal.— Die Verbeſſerung des Volksgeſangs.— Nachricht von hab. mehreren chemiſchen Fabriken im Großherzogthum Heſſen.— ele Die Z itungsberichte der K. Preuß. Regierungen. 0 Gratisbeilage. I. Literariſche Berichte: Rinks Selbſt⸗] chen biographie nebſt vollſtändigem Verzeichniſſe ſein'r Werke. N Wagners Heſſ. Volksbuch.— Nachtrag über das Maſchinen⸗ we weſen.— Mittheilungen des Hannövr. Gewerbvereins.“ Der Leske'ſche Verlag.— II. Anfragen und Anzeigen: Al frage wegen Zehntverwandlung.— Juſtus Horrs Poſam 1 hene tirmaſchine.— Poſtbitte der Einwohner von Michelſtadt. 7 er i Glaſers Karte von dem Großherzogthum Heſſen.— 5 allgemeine Volkszeitung. welch Preis und Stärke gleich den frühern Heften 24 kr. 10 0 Cremplare dieſer drei Hefte ſind in allen Buchhandlun gen zu Gießen und Mainz(in Friedberg bei C. Bin nicht dernagel) zu erhalten, ſowie bei g 1 Carl Dingeldey in Darmſtadk, 1 Fruchte-Preiſe hier in Friedberggz N Waizen: 6 l. 10 kr. Korn: 4 fl. 50 kr. Gerſte: 4fl. 0 Hafer: Ifl. 7 Erbſen:— fl.— kr. 6 9 Früchte-Preiſe zu Frankfurt, am 16. Marz Waizen: 5 fl. 50 kr. Korn:— fl.— kr. Gerſte:— fl.— b. Hafer: 3 fl. 14 kr. Kohlſaamen:— fl.— kr. Erbſen: 5 fl. 37 5 5 Fruͤchte-Preiſe zu Mainz, am 13. Maͤrz: gen! Waizen: 6 fl. 34 kr. Korn: 4 fl. 53 kr. Gerſte: 41a Hafer: 3fl. 17 kr. 5 10 Fleiſch⸗ und Brodpreiſe ſind unverändert geblieben. 311 Der Bürgermeiſter D. Fritz Für die Richtigkeit: Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. 0