orivatg verkaufe annehmbarg u Fale aug Knaberlehm ge. brten teur nit ergeben len wohn, br. 1834. in, Myokgt ur allgemeinen eiblichen Arbei ticken, Nahen, und Friſiten beßtens. uch Unterrich „und verſprich auen ſchenken, aube, ſauerbacher Tol. ſſch mit eine neſter Facon, dorunter Blu⸗ luſtigung veranſtaltet werde. Intelligenzblatt für die Hberhes sen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. * 13. Die dreihundertjaͤhrige Jubelfeier der lutheriſchen Bibeluͤber ſetzung in der Pfarrei Melbach am 2. November 1834. Die dreihundertjährige Jubelfeier der lutheri— ſchen Bibelüberſetzung iſt am 2. November d. J. auch hier ſehr feſtlich begangen worden. Schon die 8 Tage zuvor geſchehene Ankündi— gung derſelben fand einen ſolchen Anklang, daß den folgenden Tag der großh. Bürgermeiſter und ein Mitglied des Schulvorſtandes im Namen der Ge— meinde mir den Wunſch ausdrückten, daß zum blei— benden Andenken an dieſe Feier ein Baum gepflanzt und außerdem der Schuljugend eine beſondere Be— Ich unterſtützte mit Vergnügen die Ausführung dieſes Wunſches, und es wurde nun gemeinſam beſchloſſen, auf dem Haag, einem nahe am Dorfe gelegenen, mit den Ruinen eines Heiligen-Häuschens) verſehenen, Hügel, dem höchſten Punkte der Umgegend, jenes Denkmal zu errichten und zu dem Ende den nachmittägigen % Gottesdienſt an dieſer Stelle zu halten. Die Schuljugend wurde die Woche über von dem Zwecke und der hohen Wichtigkeit des Feſtes belehrt und ihr die Sorge für die Ausſchmuͤckung des Baumes überlaſſen. In dieſem Heiligen-Haͤuschen, wie es noch genannt wird, ſoll das Bildniß der heiligen Ottilie, der es geweiht ge— weſen, geſtanden haben. Kl. Wir werden, wenn wir ſeiner Zeit die Geſchichte von. Melbach geben, dieſes Häuschens und des ſ. g. Haags weiter gedenken. Die Redaetion. Sonnabend, den 29. November 1831. Die Gemeinde bezeigte ihr Wohlgefallen an den getroffenen Anordnungen durch die reichlich einge— gangenen freiwilligen Beiträge, mit denen die Koſten beſtritten werden ſollten. Niemand, auch der Aermſte nicht, ſchloß ſich aus. Alle gaben nach ihren Kraäf— ten, viele über ihre Kräfte. Die Schulkinder waren unterdeſſen auf's emſigſte für die Verſchönerung des nahen Feſtes beſorgt. Gärten und Wälder wurden von ihnen durchſucht, um die letzten Blumen und grünen Zweige des Jahres, welche der Herbſt noch verſchont hatte, zu dem Kranze zu ſammeln, mit welchem ſie den Feſt— baum ſchmücken wollten. Am Vorabend des Feſtes wurde mir noch eine freudige Ueberraſchung zu Theil. Mehrere Freunde des göttlichen Wortes hatten ſich vereinigt, der Kirche als Zeichen ihrer Verehrung des großen Re— formators eine koſtbare, in Saffian gebundene und mit goldenem Schnitt verſehene Bibel zu verehren, und ließen mir durch einen Abgeordneten dieſen ihren Entſchluß mittheilen. Im Namen der Kirche nahm ich ihr Anerbieten dankbar auf, und bedauerte nur, daß nicht ſchon morgen durch Ueberreichung dieſes Geſchenkes die Feier des Tages erhöht werden konnte. Ich gab zugleich dieſer Bibel im Voraus die ſchöne Beſtimmung, nach hundert Jahren Enkeln und Urenkeln dieſer Gemeinde zu verkündigen, wie ihre Voreltern die 300jährige Jubelfeier der lutheri— ſchen Bibeluͤberſetzung begangen haben, weßhalb ſie denn auch, außer den Namen der achtbaren Geber, mit einer ausführlichen Beſchreibung dieſer Feier verſehen und zur moͤglichſten Schonung nur an hohen Feſten in der Kirche gebraucht werden ſollte. Unter ſolchen Vorbereitungen brach der feſtliche Tag an. Der Morgengottesdienſt wurde wie an andern hohen Feſten in der Kirche gehalten. Ich predigte über die hohe Bedeutung, welche die 300 jährige Feier der lutheriſchen Bibelüberſetzung für jeden Proteſtanten haben müſſe,— und legte mei⸗ nem Vortrage die Textesworte: Pſalm 119, 41-52, in welchem ſich der Geiſt des Reformators abſpie— gelt, zum Grunde. Mittags 1 Uhr verſammelte ſich, wie angeord— net wurde, die ganze Gemeinde vor der Kirche und trat der Zug zur Stätte, wo der Baum gepflanzt und der Gottesdienſt gehalten werden ſollte, in fol— gender Ordnung an: 1) die Muſikanten; Y die Schulkinder und zwar die Mädchen mit Kränzen auf dem Haupte, die Knaben mit Blumenſträuſen am Arme geſchmückt; 3) der Lehrer, auf beiden Seiten von den Schulvorſtänden begleitet; 4) die Kirchenvorſtände, in deren Mitte der Erinnerungs— baum, mit einem großen Kranze und reichen Ban— dern geziert; 5) der Geiſtliche und großh. Bürger- meiſter; 6) die Gemeinderäthe; 7) die übrigen Glie— der der Gemeinde, an welche ſich viele Fremde aus der Umgegend anſchloſſen. Auf dem Haag angekommen, bildete, wie es die Beſchaffenheit dieſes Hügels mit ſich brachte, die Menge der Menſchen auf dem oberen Saume und an den inneren Seitenwänden deſſelben einen großen Halbkreis. Ich nahm meinen Platz in der Tiefe, wo ich von Allen geſehen und deutlich gehört werden konnte. Mir zur Seite ſtand der Lehrer mit den Schulkindern. Der Gottesdienſt begann mit dem Geſang: „Eine feſte Burg iſt unſer Gott ꝛc.“, worauf ich eine Rede hielt, zu der mir die Feier des Tages, die Beſtimmung des Baumes und der Ort, wo er gepflanzt wurde, reichen Stoff gab. Dem Baum ſelbſt wurde der Name„Luthers Linde/ gegeben und während ſeiner Pflanzung nach beendigter Rede das Lied:„Lobet den Herrn den mächtigen König ꝛc.“ (Nro. 415) in einem Wechſelgeſang, wozu ſich Text und Melodie ſehr eignen, angeſtimmt, ſo daß die erſte Hälfte jedes Verſes von den Schülern mit ſanfter, und die letzte Hälfte von der einfallenden Gemeinde mit ſtarker Stimme geſungen wurde. „ Hierauf entließ ich die Verſammlung mit Er⸗ theilung des kirchlichen Segens. Nochmals rief mich mein Amt in die Kirche, wo gerade an dieſem Tage ein Brautpaar copulirt zu werden wünſchte, und fand hier gegen Erwarten abermals eine ſehr zahlreiche Verſammlung. Ich ſprach über den Satz:„Daß nach proteſtantiſchen Grundſätzen der Eheſtand durchaus als eine heilige Anordnung Gottes anzuſehen ſey“,— wobei ich Gelegenheit nahm, Mehreres aus dem ehelichen Leben Luthers anzuknüpfen. Die kirchliche Feier des Tages war nun beendigt. Gegen Abend fanden ſich ſammtliche Schüler und Schülerinnen in ihrem Feſtſchmucke mit ihren Eltern und Lehrern, den Mitgliedern des Kirchen— und Schulvorſtandes, den Gemeinderäthen und vie⸗ len andern Jugendfreunden in dem neuen Gaſthauſe des Gemeinderechners Geck, wo ein geräumiger Saal mit mehreren Nebenzimmern ein paſſendes Lokal darbot. Nachdem ſie hier mit Kaffee und Weißbrod bewirthet worden waren, beluſtigten ſie ſich unter Tanz und Spiel bis gegen 11 Uhr und machten dann der erwachſenen Jugend Platz. Schließlich erwähne ich noch eines Plans, der dieſem Abend, wo alle Herzen voll Dank und Freude waren und für alles Wahre, Gute und Schöne wärmer ſchlugen, ſeinen Urſprung verdankt und deſſen Ausführung das ſchönſte Denkmal dieſes ge⸗ feierten Tages bleiben wird. In traulicher Unter⸗ haltung mit den Vorſtänden des Orts ſprach ich kaum den Gedanken aus, wie leicht es ſey, den Haag, der in ſeiner jetzigen Geſtalt nur als eine kahle, öde Erdmaſſe da liege, durch Anlagen zu einer Zierde und einem reizenden Luſtplatze Melbachs und der Umgegend umzuſchaffen, als derſelbe, leb⸗ haft aufgegriffen, nach allen Seiten beſprochen und ſeine Ausführung mit allgemeiner Zuſtimmung be⸗ ſchloſſen wurde. Man wünſchte, daß noch in die— ſem Jahre der Anfang damit gemacht werde und erſuchte mich zu dem Ende, die obere Leitung zu übernehmen, wogegen man von Seiten der Gemeinde verſprach, alle dabei nöthigen Arbeiten zu verrichten und ſelbſt, wenn es erforderlich ſey, mit einigen Geldmitteln mich zu unterſtützen. Mit Vergnügen ſagte ich meine Dienſte zu, und vereinigte mich mit den Vorſtänden dahin, daß der Huͤgel in ſeiner neuen Geſtalt von der Luthers-Linde, die er ſchon M 85 lung mit 0 n die Kirch, paar copulim gen Erwartg umlung. J roteſtantiſchen s eine heilig — wobei ich dem ehelichen nun beendin. liche Schüle icke mit ihren des Kirchen then und vie uen Gaſthaul u geräumigt ein paſſendes it Kaffee 0 beluſtigten ſt 11 Uhr und Platz. s Mans, der i und Freude und Schöne verdankt und mal dieſes ge⸗ licher Unter; als sprach it t es ſey, din t nur als eiu 1 Anlagen 1 latze Melbach derſelbe, l beſprochen ud zuſtimmulg b c noch in du ict werde 0 art geitung M ider Gemein 0 n zu berichte 5 nit ei it gerne nigte min 11 in e 9 die(. f 0 1 1 in ſeinem Schooße berge, den Zunamen„Luthers Hain erhalten ſolle.) So endigte dieſer Tag, der allen Bewohnern Melbachs unvergeßlich und gewiß auch nicht ohne Segen ſeyn wird. F. Kleberger. Schulſachen. Mit vielem Vergnügen hat Einſender dieſes den in dem Intelligenzblatte Nr. 46 mitgetheilten Artikel„Schulſachen“ geleſen. Es bethaͤtigt ſich, daß auch unter den Schullehrern ein Geiſt des re— gen Vorwärtsſchreitens erwacht iſt, und man erkennt dieſes Streben als ein dem Zeitgeiſt angemeſſenes und eine beſſere Einrichtung des Schulweſens föoͤr— derndes nunmehr überall in unſerm Großherzogthum an. Auch im Kreiſe Friedberg ſind die Schullehrer in dieſer Hinſicht eben ſo wenig zurückgeblieben, wie in andern Kreiſen unſers Großherzogthums. Denn ſo viel dem Einſender dieſes bekannt iſt, beſtehen in dieſem Kreiſe drei Lehrervereine: einer zu Butz— bach, ein zweiter zu Okarben und ein dritter zu Friedberg. Alle haben ſich ein höheres Ziel ge— ſteckt, und alle drei wetteifern im Vorwärtsſchreiten. Was den friedberger Lehrerverein betrifft, ſo konnen wir wohl annehmen, daß derſelbe der älteſte“) unter allen in unſerer Provinz ſeyn möge; denn ſchon im Jahre 1821 fühlten einige Lehrer das dringende Be— dürfniß, ſich über die Angelegenheiten ihres wichti— gen Amtes, in welchem alles Bürger- und Menſchen— glück ſeinen Pol hat, gemeinſchaftlich zu berathen und ſich wechſelſeitig ihre Erfahrungen ſowohl hin— ſichtlich der angewandten Lehrmethoden, welche jeder beobachtete, als auch durch nützliche, für jeden Zweig des Unterrichts gewählte Bücher mitzutheilen, um dadurch ihre Kenntniſſe zu bereichern. Es wurde damals von dieſem Vereine der Wunſch gehegt, daß ſich ein wetterauer Schullehrerverein bilden moge. Um dieſen in's Leben zu rufen, erging ein Einla— ) Schon ſind mir im Kreiſe meiner Bekanntſchaft von mehreren Seiten verſchiedene Bäumchen, als: Linden, Fichten, Acazien ꝛc. und anderes Strauchwerk unentgeltlich zu dieſer Anlage zugeſichert worden. Da dieſe jedoch nicht hinreichen, ſo werde ich jeden weiteren Beitrag, der mir von andern Orten zukommt, mit dem größten Dank er⸗ kennen. Kl. 195 Redaction. 283— dungsſchreiben an 46 Schullehrer, welche in dem Umkreiſe von Friedberg wohnten. Allein der Sinn ſür einen ſolchen Verein, der das wahrhaft Beſſere fördern ſollte, war damals noch nicht erwacht, und dieſes Einladungsſchreiben fand wenig Anklang. Um ſo feſter und zutraulicher ſchloſſen ſich nun die⸗ jenigen, welche Theil an jenem Vereine nahmen, an einander, wählten ſich einen Vorſteher und einen Sekretär aus ihrer Mitte, und verſammelten ſich regelmäßig jedesmal den erſten Mittwoch eines Monats in Friedberg in der Wohnung des Cantor Markel. Obgleich dieſer Verein damals nur acht, Mitglieder zahlte,— nämlich die zwei Lehrer Schmidt und Schäfer von Aſſenheim, Bapſt von Bönſtadt, Lotz von Dorheim, Auffarth und Gimbel von Nauheim, Beck, Hauslehrer in Florſtadt, nunmehr Lehrer in Großkarben, und Markel in Friedberg,— ſo wurde deßfalls doch kein Koſtenaufwand geſpart, um die beßten paͤdagogiſchen Zeitſchriften, Methoden⸗ lehren ꝛc. für unſern Verein anzuſchaffen, und mit Vergnügen erinnern wir uns noch, die Werke eines peſtalozzi, eines Denzel, Türk, Zerrenner, Dinter, Schwarz u. a. mehr geleſen zu haben. In den Conferenzen wurden von einzelnen Lehrern Katechiſationen mit Kindern vorgenommen. Nach Beendigung derſelben wurden von den Mit⸗ gliedern freimüthige, aber liebevolle Bemerkungen über den behandelten Gegenſtand abgegeben; denn an beleidigen und übelnehmen iſt nie gedacht wor—⸗ den. Wie konnte dieſes auch ſeyn, da dieſer Ver— ein durch Ein Herz und Eine Seele belebt war? War dieſer Gegenſtand abgehandelt, dann wurden die ſchriftlichen Ausarbeitungen, welche über ein von dem Vorſteher gegebenes Thema verfertigt wor⸗ den waren, vorgenommen und vorgeleſen. Ueber dieſe wurde nun nicht weiter mündlich verhandelt, ſondern der Vorſteher ließ dieſelben cirkuliren, und ein jedes Mitglied hatte das Recht, ſeine Bemer— kungen über dieſe Ausarbeitungen zu machen und ſie dem Vorſteher zu überſchicken. Dieſe Bemerkun— gen wurden von dem Sekretär in ein hierzu be— ſtimmtes Buch eingetragen und in der nächſten Zu— ſammenkunft vorgeleſen, ohne den Verfaſſer ſelbſt zu nennen. Hier boten nun dieſe Aufſätze, und die über dieſelben gemachten Bemerkungen, reichlichen Stoff zu Unterhaltungen über Schulangelegenheiten dar; deun jeder hatte die Anſicht des Andern er— — wogend geprüft und ſeine eigenen Anſichten damit verglichen. (Beſchluß folgt. —— Nicht zu vergeſſen! Dieſen Herbſt durchreiſ'te ein Engländer Na⸗ mens Sharpe unſere Wetterau, um, wenn wir nicht ſehr irren, in Auftrag der Univerſität zu Cam⸗ bridge, die merkwürdigſten unſerer alten Gebaͤude, und zwar zunächſt derjenigen, welche im ſogenann⸗ ten byzantiniſchen Style errichtet ſind, nicht nur kennen zu lernen, ſondern auch abzuzeichnen. Damit wir uns vor den Fremden nicht zu ſcha⸗ men Urſache haben, wenn allenfalls die Rede da⸗ von ſeyn ſollte, ſo wollen wir hier die wichtigſten (mit Ausnahme der ſ. g. gothiſchen Gebäude) un— ſern Leſern wieder ins Gedächtniß zurückführen. 10 Das unterirdiſche Gebäude zu Friedberg, welches unter dem Namen Judenbad bei Fremden nicht allein, ſondern auch bei Einheimiſchen bekannt genug iſt, über deſſen urſprünglichen Zweck aber wohl jetzt kein Zweifel mehr obwalten kann. 2) Die uralte Kirche zu Ilbenſtadt, welche ehemals zu dem Prämonſtratenſer-Kloſter daſelbſt ge— horte, und in welcher gegenwärtig die Gemeinde ih— ren Gottesdienſt hält. Es findet ſich darin u. A. ein ſehr wohl erhaltenes und vortrefflich gearbeitetes Grabmal des Grafen von Cappenberg, des Gründers des Kloſters. Auch dieſer Stein iſt, wie die geneigten Leſer wiſſen, bereits in einem beſon⸗ deren Werke abgebildet. 3) Das ſchöne, aus lauter Baſaltquadern er— richtete Gebäude in dem Hofe des Herrn von Wie— ſenhütten zu Niederweiſel, welches ſonſt dem Johannitter-Malteſer-) Orden daſelbſt als Kirche diente, gegenwärtig aber in einen Kuhſtall verwan⸗ delt iſt. An der ſüdlichen Thür ſteht aus uralter Zeit der Name Wolkramus in Stein gehauen; wir wiſſen aber nicht anzugeben, ob es der Name des Baumeiſters oder desjenigen Commenthurs iſt, wel⸗ cher zur Zeit der Erbauung lebte: das aber wiſſen wir, daß das Gebäude wohl ſeine ſiebenhundert Jahre auf dem Rücken hat. 4 Die herrlichen Ueberreſte des Schloſſes zu Münzenberg, deren Erbauung, was das Haupt⸗ gebäude betrifft, wohl in die Zeit von 1160 zu ſetzen it, und das mit den Ueberreſten des Kaiſerpalaſtes zu 286 Gelnhauſen, welcher von Friedrich dem Roth— bart herrührt, viele Aehnlichkeit hat. Es ſind frei⸗ lich nur Trümmer; dieſe Trümmer ſind aber ſo aus⸗ gezeichnet, daß nicht leicht in Deutſchland irgend eine alte Burg aufzuweiſen ſeyn wird, welche ihnen vorgezogen werden konnte. Sie verdienten wohl, daß die Wetterauer ihnen zu Ehren jährlich daſelbſt ein Feſt feierten. Möchten wir endlich auch die Kirche zu Arns— burg noch dazu rechnen können; leider aber exiſtirt ſie— wie wir früher in unſerm Blatte gemeldet haben— ſeit 20 Jahren nicht mehr. Aus der Wetterau. Am 12. November fand an dem Sauerbrunnen zu Okarben eine Verſammlung der proteſtantiſchen Dekane und Geiſtlichen des Kreiſes Friedberg, be— ſtehend aus den Dekanaten Friedberg, Rodheim und Rödelheim, ſtatt. Ueber dieſe Verſammlung iſt uns Folgendes mitgetheilt worden. „Es war dieſes die zweite zur Gründung eines — die genannten 3 Dekanate umfaſſenden Prediger⸗ Vereins veranſtaltete Zuſammenkunft, und hatte ſich auch von Seiten der entfernter wohnenden Geiſtli⸗ chen, einer lebhaften Theilnahme zu erfreuen. Der größte Theil der Zeit gieng unter Ableſen und Be⸗ ſprechen der vorher ſchon entworfenen Statuten vor⸗ über, welche mit einigen Abänderungen, über die man ſich vereinigte, angenommen und zum Einſen⸗ den an die höhere Behörde vorbereitet wurden.— Zum Schluſſe der Sitzung gewährten die von einem Mitgliede aus einer ältern Schrift mitgetheilten Bi— belſtellen in verſchiedenen,(hoch-) deutſchen, niederlän⸗ diſchen und plattdeutſchen Ueberſetzungen, verglichen mit der lutheriſchen, eine eben ſo angenehme als belehrende Unterhaltung.“ An eben dieſem Tage, Nachmittags, verſam— melte ſich daſelbſt der Geſammtausſchuß des Ma— thildenſtiftes unter dem Vorſitze des Hrn. Kreis⸗ rathes Küchler, und ſchritt u. A. zur Wahl der Direktoren und des Hauptrechners. Ein Weiteres hierüber hoffen wir nächſtens dem Publikum mit⸗ zutheilen. Einſtweilen glauben wir die Verſicherung geben zu koͤnnen, daß die Kaſſe dieſer ſo wichtigen Anſtalt noch vor Jahresſchluß eröffnet werden wird. — den Roß, Es ſind 15 aber ſo auß land irgend welche ihnen dienten wohl, hrlich daſelbſ rche zu Arnd. r aber exiſtitt zatte gemeldet Sauerbrunnen proteſtantiſchen Friedberg, be g, Rodhein Verſammlun ründung eine nden Prediget⸗ und hatte ſich, enden Geiſtli⸗ freuen. Der leſen und Be; Statuten vor ngen, übet die d zum Einſen tet wurden.— die von eine ſitgetheilten 0 ſchen, niederlal gen, verglich angenehme alt as, verſal flags/ 0 ſchuß des 0 0 es Hrn. Klei * 1 Wahl d. . eitel. Ein Weite 0 nublikum w der ſichenul die Berſc 0 g wichlg ſel 5 70 L t *— 287 Sauerkraut einzumachen. Bei dem theuern Salze glaube ich Manchem, dem es noch unbekannt iſt, daß man Weiskraut ohne Salz einmachen kann, einen Gefallen zu erzei— gen, wenn ich hier ein Verfahren mittheile, welches vor einigen Jahren der allgemeine Anzeiger und nach ihm die landwirthſchaftliche Zeitſchrift fur das Großherzogthum Heſſen in Nr. 38 von 1832 lobend erwähnen. Man mache das geſchnittene Weiskraut nach gewöhnlicher Weiſe, jedoch ohne Salz, ein, und thue in daſſelbe zur Verbeſſerung des Geſchmacks die Kräu— ter und das Gewürz, die man liebt. Wenn dies geſchehen iſt, ſo ſchütte man friſches hartes Brunnen— waſſer dazu, bis das Waſſer darüber zugeht, und beſchwere daſſelbe. Das Kraut erhält ſich nicht allein eben ſo lange als das mit Salz eingemachte, ſondern hat eine angenehmere Säure, iſt leichter zu verdauen und verurſacht keinen Durchfall. Bekanntmachungen von Behoͤrden. NN NN Verſteigerung getragener Militärmontirungsſtücke. (682) Donnerſtag den 4. December d. J., Vor⸗ mittags 9 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe eine große Quantität Mäntel, Röcke, Spencer, wollene Pautalons, wollene Gamaſchen und Fauſthandſchuhe ſtückweiſe an die Meiſtbietenden gegen gleich baare Zahlung verſteigert. Indem man dieſe Verſteigerung hiermit zur Kenntniß des Publikums bringt, wird bemerkt, daß, im Falle dieſe Verſteigerung an dem bemerkten Tage nicht beendet ſeyn ſollte, mit der— ſelben an dem folgenden Tage fortgefahren werden wird. Friedberg den 18. November 1834. Der Verwaltungsrath des II. Bataillons IV. Infanterieregiments. Oel- und Lichter-Lieferung. (683) Der Bedarf an Brennöl und Lichtern fuͤr das II. Bataillon IV. Infanterieregiments auf das erſte Semeſter 1835 ſoll Dienſtag den 2. December d. J., des Vormittags um 10 Uhr, im Verwal- tungsbüreau auf hieſiger Hauptwache an den Wenigſt— nehmenden verſteigert werden. Friedberg den 20. November 1834. In Auftrag: Reichart, Oberquartiermeiſter. Brod⸗-Lieferung. (684) Montag den 1. December d. J., Vormit— tags 10 Uhr, ſoll im Verwaltungsbüreau auf hie— ſiger Hauptwache die Brod-Lieferung für das II. Bataillon IV. Infanterieregiments auf das erſte Semeſter 1835 an den Wenigſtnehmenden öffentlich verſteigert werden. Friedberg den 19. November 1834. In Auftrag: Reichart, Oberquartiermeiſter. Reiſerbeſen-Lieferung. (693) Dienſtag den 9. December d. J., Vormit⸗ tags um 10 Uhr, ſoll im Verwaltungsbüreau auf hieſiger Hauptwache die Lieferung von 300 Stück Reiſerbeſen an den Wenigſtnehmenden öffentlich ver— ſteigert werden. Friedberg den 26. November 1834. In Auftrag: Reichart, Oberquartiermeiſter. Fuhren-Verſteigerung. (694) Mittwoch den 10. December d. J., des Vormittags um 10 Uhr, ſollen im Verwaltungs— büreau auf hieſiger Hauptwache die für das II. Bataillon IV. Infanterieregiments im Jahr 1835 nöthigen Fuhren zum Abholen von Militär-Effekten in Offenbach an Wenigſtnehmenden verſteigert werden. Friedberg den 26. November 1834. In Auftrag: Reichart, Oberquartiermeiſter. Brennholz-Lieferung. (695) Montag den 15. December d. J., des Vormittags um 10 Uhr, ſoll im Verwaltungsbüreau auf hieſiger Hauptwache die Lieferung von 200 Stecken Buchen- und 80 Stecken Eichen-Scheitholz für das Garniſons-Holzmagazin an den Wenigſt— nehmenden öffentlich verſteigert werden. Friedberg den 27. November 1834. In Auftrag: Reichart, Oberquartiermeiſter. NN NN N N⁰ν Bekanntmachungen von Privaten. Empfehlung. (689) Der Unterzeichnete empfiehlt ſich mit einer bedeutenden Auswahl Herrenhüte neueſter Facon, Filzſchuhe und Geſundheitsſohlen ꝛc. Ferner ſind alle Sorten Mehl, worunter Blu— menvorſchuß von vorzüglicher Güte, Grütze, ge— ſchälte Gerſte, Erbſen, Linſen um billige Preiſe bei mir zu haben. Ludwig Sellin. Klavier zu verkaufen. (696) Ein gutes Klavier iſt zu verkaufen. geber dieſes ſagt wo. Aus⸗ — 288— N Verlorenes Tiſchblatt. (697) Auf der Straße von Grünberg nach Hanau iſt am 18. d. M. ein rundes Tiſchblatt von Maha⸗ goni, in wollene Teppiche und darüber in graue Leinen eingepackt, von einem Leiterwagen verloren worden. Dem redlichen Finder wird gegen die Rückgabe eine angemeſſene Belohnung zugeſichert, und erſuche ich denſelben, bei der weiten Entfer- nung, ſich bei mir ſchriftlich zu nennen. Schweinsberg bei Marburg den 22. Nov. 1834. Herber, Schreinermeiſter. Militaͤr-Vertretungs-Anſtalt. (698) Zur allgemeinen Militaͤr-Vertretungs— Anſtalt, die dieſes Jahr 1028 Mitglieder zaͤhlte und die durch die von mir geleiſtete 102,000 fl. betragende Caution jedem die groͤßtmoͤglichſte Sicherheit bietet, haben fuͤr das naͤchſte Jahr bereits 400 Perſonen ihren Beitritt erklaͤrt. Die Eltern der im Jahr 1815 Gebornen lade ich zum Beitritt ein. Darmſtadt den 26. November 1834. Ernst Emil Hoffmann. ref fer. (699) Bei der vom Unterzeichneten am 19. d. M. abgehaltenen Ausſpielung von Gemälden und Zeich— nungen haben folgende Nummern die Preiſe gewon— nen: Nr. 185. 190. 66. 192. 68. 37. 168. 112. 139. 166. 19.46. 150. 105. 174. 133. 164. 122.195. 179.104. 215. 180. 54. 106. 127. 60. 146. 32. 89. 94. 176.39. 199. 52. 193. 93.77. 118.217. E. Ph. Finkernagel, Friedberg. Kunſtmaler. Logis zu vermiethen. (700) Der dritte Stock in der hieſigen Poſt iſt zu vermiethen und kann ſogleich bezogen werden. Das Nähere iſt bei der Epedition dieſes Blattes zu erfahren. (701) In den erſten Wochen des nächſten Jahres er⸗ ſcheint im Verlage der J. W. Heyer'ſchen Hofbuchhandlung (G. Jonghaus) in Darmſtadt: Statiſtiſche Zuſammenſtellung der Ele ment ar ſich u len im Großherzogthum Heſſen von Dr. M. A. Ries, Gr. Heſſ. Prof. u. Director am Schullehrerſeminar in Bensheim. Dieſes Buch füllt eine Lücke in der pädagogiſchen Litera⸗ tur unſeres Vaterlandes aus, und iſt nicht minder Bedürf— niß, als es vor ihrem Erſcheinen die topographiſch-hiſtoriſchen Beſchreibungen des Staates waren; denn wer aus Amts⸗ pflicht, oder aus edler Vorliebe der Elementarſchule und der Jugendbildung näher ſteht, dem wird es angenehm ſeyn, hier die Schulſtellen in Beziehung auf Kinderzahl, Dienſt— gehalte, Präfentationsrechte, Lehrernamen, Schulgebäude, Verbeſſerungs wünſche u. ſ. w. in bequemer Ueberſicht vor das Auge geſtellt zu erhalten. Dem Herrn Verfaſſer wurde auf Vortrag des Großh. Ober⸗Schulrathes von dem Höchſtpreißlichen Miniſterium des Innern und der Juſtiz die Begünſtigung zu Theil, die Mate— den zu dieſem Werke auf dem Dienſtwege einholen zu durfen. Der Subſcriptionstermin bleibt bis zum Schluſſe dieſes Jahres offen, wo dann ein erhöhter Adenpkeis eintritt. Für eine würdige Ausſtattung in Papier, Druck und gefälligem Umſchlag wird die Verlagshandlung beſorgt ſeyn und den Druückbogen, deren es nicht über 25 werden, den Herrn Subſeribenten zu 4 Kreutzer auf Druckpapier, und 6 Kreutzer auf ſchönem Schreibvelin erlaſſen. Bei C. Bindernagel in Friedberg liegt zu vorſtehendem Werke eine Subſcriptionsliſte offen. Auch iſt bei demſelben zu haben: Der Wetterauer Hausfreund. Kalender für das Jahr 1835. Preis 8 kr. Dieſer Kalender eignet ſich ſowohl für Proteſtanten als auch für Katholiken. Die Sonn- und Feiertage ſind roth gedruckt, Meſſen und Märkte darin angegeben und auſſerdem f 0 er noch 44 intereſſante Erzählungen mit zwei Holz ſtöcken 1 e e e e ee e e der Bäcker und Metzger vom 29. Septbr. bis zum 6. Okt. Für 1 kr. Milchbrod 5 8 6 Loth— Quint. „ 1 kr. Gemiſchtes 0 0. „ 8 kr. Laden-Brod 4 Pfund 10 5 dito 8 3 7 7 2 6 „ 4 kr. dito. 2 3. 5„—„ „ dito 17* 2 1 1 Pfund Ochſenfleiſch a 8. 1 1„ Nierenfett 20 kr. 1„ Kalbfleiſch 7 r 1„ Hammellleiſch 7 15 1„ Schweinenfleiſch 9 kr. 1 Pfund Leber- und Aten 12 1 Bratwurſt 14 kr. 1 Schwartenmagen 14 kr. 11 0 J 1„ Doörrfleiſch 14 kr. 1 Schmalz 5 16 kr. In der Judengaſſe 1 den Metzgern: 1„ Kühlleiſch 5 8 0 8 8 kr. 1„Rindfleiſch 9 kr. Fruchtpreiſe. Waizen 5 fl. 50 kr. Gerſte 3 fl. 35 kr. Korn 4 fl. 30 kr. Hafer rx. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. Blatt und licht erſuc 7