. Intelli gen bla kt bieſigen , des er nach, rg, ein rs und ers und Utz, des 6 nach⸗ für die e 50 Srovinz berhes sen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. M51. Sonnabend, den 20. December 1834. —̃— Das Intelligenzblatt für die Provinz Oberheſſen erſcheint auch im Fahr 1835, wie im Jahr 1834, wöchentlich Einmal und zwar ſo, daß es den Freitag Mittag von den Kreisboten abgeholt, den Sonnabend Vormittag aber hier ausgegeben und durch die hieſige wohllöbl. Poſtbehörde expedirt wird. Der Abonnementspreis für 1 Jahr iſt: 1 fl. 12 kr., für ½ Jahr: 40 kr., für ½¼ Jahr: 24 kr. Einrückungsgebühren für die Zeile Petitſchrift: 2 kr., für die des Textes: für die erſte Zeile 4 kr., für die zweite 3 kr., für die dritte und jede folgende 2 kr. Für denjenigen, welcher hier, in der Umgegend und in unſerer Provinz irgend ein publikandum zu verbreiten wünſcht, bemerke ich noch, daß mein Blatt nicht allein hier und in der Umgegend ſehr zahlreich verbreitet iſt, ſondern auch an alle Poſtbehörden unſerer Provinz und nach Darmſtadt, Frankfurt, Hanau und Offenbach geht. Gemeinnützige Aufſätze werden ſtets mit Dank fur mein Blatt angenommen werden. Diejenigen meiner verehrl. Abonnenten, welche geſonnen ſind, das Intelligenzblatt auch im Jahr 1835 zu halten, haben nicht nöthig ſolches bei mir anzuzeigen; diejenigen hingegen, welche auszutreten beabſichtigen, oder neu hinzutreten wollen, erſuche ich, mich gefälligſt davon zu benachrichtigen. Friedberg, Carl Bindernagel. Amtlicher Theil. Das großherzoglich heſſiſche Landgericht Friedberg an die großh. Buͤrgermeiſter und Beigeordneten des Bezirks. Betreffend: Die Entrichtung der Collateralgelder. In den Fallen, wo Collateralgelder zu bezahlen ſind, braucht geſetzlich dieſerhalb ein Inventar nur dann aufgenommen zu werden, wenn die Erben nicht ſelbſt ein genügendes und zu beeidigendes Privat— Vermögens-⸗Verzeichniß einreichen. Letzteres muß längſtens binnen 6 Wochen vom Todestage an geſchehen und es kann eine Verlängerung dieſer Friſt unter keinen Umſtänden ſtatt finden. Da nun ſeither auf Ihre in Collateralfällen erſtatteten Berichte Ihnen jedesmal beſonderer Auftrag von uns zugegangen iſt, die Erben in jener Beziehung zu beſcheiden, ſolche ſpecielle Verfuͤgungen aber unnothig ſind und daher auch künftig nicht mehr ſtatt finden werden; ſo beauftragen wir Sie hiermit generell, bei Einſendung Ihrer Anzeigen von Collateralfällen, den Erben jedesmal ſogleich, und ohue weitere Weiſung von uns abzuwarten, bekannt zu machen, daß, wenn nicht binnen 6 Wochen vom Todestage an ein Privat⸗Vermögens-Verzeichniß bei uns eingereicht ſeyn werde, alsdann ohne weiteres erich Inventur erfolge. —— — 306— Wir empfehlen Ihnen übrigens in Ihren Berichten jedesmal Namen und Wohnort ſämmtlicher Erben und ob dieſelben alle großjährig ſind, ſowie worin beiläufig das Vermoͤgen beſteht, anzugeben. Friedberg am 15. December 1834. Hofmann. Georg Caspar Leopard. Wir haben es uns gleich bei Gründung unſers Int.⸗Blattes vorgenommen, denjenigen Wetterauern, welche ſich um unſere Gegend verdient gemacht ha— ben, in unſerm Blatte ein kleines Denkmal zu ſetzen; um ſo weniger dürfen wir bei einem Manne Be⸗ denken tragen, ſeiner hier zu erwähnen, der ſo lange und vielſeitig thätig war. Georg Caspar Leopard, von deſſen Vor— fahren mehrere als Geiſtliche zu Melbach ſtanden 550 und deſſen Großvater, der auch ſein Pathe war, noch von den alten Befitzern von Melbach, den Herrn von Carben, als Amtsſchultheiß angeſtellt war, wurde den Zten Februar 1749 zu Melbach geboren, wo ſein Vater, Johann Georg Leopard, von ſchenkſcher Rentmeiſter und Verwalter der dem Kloſter Altenburg gehörigen Güter war. Nachdem er ſeinen Vater ſchon in ſeinem 6ten Jahre verloren hatte, ſorgte ſein Vormund für deſſen weitere Aus— bildung, und ſchickte beide Brüder, unſern Georg Caspar und ſeinen jüngern Brude Johann Carl(der vom Jahr 1778 bis 1805 ebenfalls zu Melbach als Pfarrer ſtand), ums Jahr 1760 nach Friedberg, wo ſie mehrere Jahre die Auguſtiner— Schule beſuchten und unter der ſpeziellen Aufſicht des damaligen Rektors Langsdorff ſtanden. Der Verſtorbene verheirathete ſich 1771. mit Anna Barbara Schmidtin, und erzeugte mit derſelben 8 Kinder, wovon aber 5 frühzeitig ſtarben. Von den 3 andern iſt Gertraud an Hrn. Kammer- rath Brönner zu Büdingen verheirathet; ſein Sohn Joh. Philipp ſtarb 1824 mit Hinterlaſſung einer Tochter und eines Sohnes; ſeine Tochter Maria Magdalena, an den 1829 verſtorbenen Hoheits— ſchultheißen Ph. Kleberger verheirathet, ſtarb 1817. Von dem älteſten Sohne dieſer letztern erlebte der Verblichene einen Urenkel. Dreißig Jahre hindurch war unſer Leopard Verwalter des adeligen Stiftes Aldenburg, und als *) Wir hoffen ihrer in der Geſchichte von Melbach zu geden⸗ ken. Die Red daſſelbe nach dem Reichs-Deputationshauptſchluß 1803 dem Hauſe Solms-Braunfels zufiel, noch 10 bis 12 Jahre Rentmeiſter des letzteren. Zugleich diente er mehrere Jahre den Freiherrn von Schenk. Der Ertrag dieſer Aemter, ſo wie der Wohlſtand, in welchem die Familie ſchon lange Zeit ſich befin— det, ſetzten ihn in den Stand, Manches auszufüh— ren, was Aufmerkſamkeit, Nachdenken und Erfah— rung ihn als gut und nützlich erkennen ließen. Eben darum kann er als Lehrer der Landwirthſchaft für unſere Gegend zu einer Zeit angeſehen werden, wo man überall noch gewohut war, nach dem alten Schlendrian zu verfahren. Als ſolcher gab er im J. 1816 ſein Werk heraus:„die Wetterau in geo— graphiſch-ſtatiſtiſcher und ſtaatswirthſchaftlicher Hin- ſicht, ſo wie über ihren Handel;“ ein Werk, das viel Gutes enthält. Als ſolcher machte er noch manche andere Aufſätze, z. B. in dem buͤͤdinger, friedberger Wochenblatt, bekannt, und überließ uns ſelbſt noch für unſer Int. Blatt einen Aufſatz, den wir, als das Werk eines 85jährigen Mannes, gerne auf— nahmen. Seine Einſichten wurden auch nicht verkannt; von nahe und von ferne wurde er um Rath gefragt, und er theilte ſeine Vorſchläge und Erfahrungen Andern gerne mit. Insbeſondere fand er ſich dadurch geehrt, daß die Stadt Frankfurt ihn zum Zeichen ſeiner Verdienſte(1806 oder 1807) mit einem ſcho— nen ſilbernen Pokale beſchenkte. Seine letzten Jahre verlebte er ſtille im Kreiſe ſeiner Familie, beſuchte aber doch zuweilen noch ſeine Bekannten in Friedberg, zu welchen ſich Einſender dieſes rechnet, um ſich mit denſelben wiſſenſchaftlich zu unterhalten. Gerne benutzte er dann jede Gele— genheit, das Andenken ſeiner Altvordern, die er mit einer Art kindlicher Pietät ehrte, bei denſelben zu erneuern. Am 20. November d. J. wurde er vom Schlage gerührt und ſtarb an den Folgen deſſelben am 24. November eines Todes, wie er ſich immer gewünſcht hatte, namlich eines ſehr ſanften— in einem Alter von beinahe 86 Jahren. Friede ſeiner Aſche! — otſchluß; loch 10 5 8 zugleich 18zufüb⸗ Erfah⸗ Eben ſchaft Schenl, 0 werden, m alten ber in in geo⸗ kk, dat er noch dinger, ließ uns den wir, ne auf⸗ erkannt; gefragt, ihrungen durch J da dura Zeichen 4 em ſchöͤ⸗ Büdingen. (Beſchluß.) Wir verlaſſen einſtweilen die Stadt, um ihre Umgebungen etwas in Augenſchein zu nehmen, die manches Beachtungswerthe und Merkwürdige ent— halten. Zuerſt beſteigen wir die ſonnige Höhe, an wel— cher der größte Theil der Weinberge freundlich ſich anſchmiegt. Nicht nur das Thal mit ſeinem Schloſſe und Städtchen, ſondern die ganze Umgegend er— ſcheint von hier aus in eigenthümlichem Zauber; kein Wunder, daß der Wanderer hier ſo gerne weilt, daß ſein Herz ſich beim Anblicke der ſchönen Umgebung ſo gehoben fuͤhlt.— Iſt hier alles lieb— lich, ſo erſcheint dagegen in der Nähe der berühm— ten Sandſteinbrüche, welche wir nun beſuchen, alles grotesk. Längs der Straße liegen neben ein— ander die einzelnen Brüche und Werkſtätten der Arbeiter; dicht an ihnen erheben ſich in ſchroffen Wänden von mehr als 160 Fuß die Felſen, und drohen demjenigen den Untergang, der allzukühn ſich ihnen naht. Ganz anderer Ratur iſt ein Fels, der ſich ſuͤd⸗öͤſtlich von der Stadt erhebt, welcher der wilde Stein genannt wird, und ſchon von gar manchem Reiſenden eines Beſuches gewürdigt wurde. War dort reiner Sandſtein, ſo erſcheint hier in eigen— thümlicher vulkaniſcher Wirkung ein Uebergang von Sandſtein und Baſalt. Es finden ſich hier Steine, die ein Gebilde von halb Sandſtein und Baſalt ſind, wie Fluß, andere Baſalte mit eingeſchloſſenem Sandſteine. Schade, daß dieſer aus dem Sand— ſteine aufſteigende Baſaltkegel mit ſeinen Sandſtein— Einſchlüſſen die Steine zu den benachbarten Kunſt— ſtraßen hergeben muß! Was jetzt noch den Natur— ſorſcher erfreut, wird bald nicht mehr ſeyn. Endlich liegt ſüͤdweſtlich eine Kalkſtein-Anhöhe, von welcher die in früheren Zeiten ſo berühmten Krötenſteine herrühren. Schon der alte Merian erzählt(nach älteren Angaben, die uns nicht zu Gebote ſtehen) von dieſen Wunderdingen, daß ſie' „äußerlich und innerlich das Gift abtreiben. Haben „eine ſchöne signaturam buſonis, gleich wie die „Natterzungen in Malta ſondere signaturen haben.“ Und was iſt's denn eigentlich, wenn man's naher betrachtet? Es iſt nicht mehr und nicht weniger, als eine beſondere Art verſteinerter Muſcheln, der— gleichen man in anderer Geſtalt in den Kalkgebir—⸗ gen ſo oft antrifft. Was ſonſt in der Nähe iſt, wie z. B. die Saline, übergehen wir, als nicht beſonders wichtig. Dagegen findet ſich in etwas weiterem Umfange noch manches Bemerkenswerthe, was eines Ganges und einer Beſchauung wohl verdient. Wir rechnen hierher u. A. das Jagdhaus, welches der Gräfinn Chriſtine zu Ehren Chriiſtinenhof genannt wird, ferner die Faſanerie, beſonders aber den Hof Herrenhaag. Der Name Haag deutet auf eine uralte Be— feſtigung, und iſt wohl möglich, daß in der Nähe der römiſche Pfahlgraben zu ſuchen iſt. Die Anlage ſelbſt wurde im Jahr 1737 von dem Grafen von Zinzendorf, dem bekannten Stifter der Herren— huter, gekauft und davon Herrenhaag genannt. Streitigkeiten, welche in der Folge über beſondere Rechte entſtanden, die dieſe Sekte verlangte, und die man nicht einzuräumen Willens war, wurden Urſache, daß man ihnen 1750 aufkündigte. Noch gegenwärtig halt ſich daſelbſt eine beſondere Sekte auf, deren Mitglieder aus dem ſudlichen Deutſch— land hierher gewandert ſind, um dem Militärdienſte, der ihren Geſetzen entgegen iſt, leichter durch Stell— vertreter entgehen zu können. Die in der Nähe ſtehende Kirche, wohin mehrere Gemeinden einge— pfarrt ſind, brannte vor einigen Jahren bis auf die Mauern ab. Gegenwärtig wird an ihrer Wie— deraufrichtung gearbeitet. f Ueber die Geſchichte von Budingen können wir unſern Leſern nur Weniges mittheilen, weil es uns zu weit abführen würde, wenn wir tiefer eingehen wollten. Wir haben bei der Erwähnung vom Herren— haag die Vermuthung ausgeſprochen, daß in deſſem Nähe der Pfahlgraben vorbeigezogen ſeyn konne Es iſt auch möglich, daß eine andere uralte Be- feſtigung Veranlaſſung zur Benennung Haag abgab— In der Folge erſcheint in der Gegend von Buͤdin— gen ein großer Reichsforſt, der von der Kinzig, bis an die Brücke bei Altenſtadt ſich erſtreckte— Ueber dieſen Reichsforſt haben wir noch mancherlei Nachrichten, beſitzen ſelbſt noch das büdinger Wald— weisthum, worin u. A. angegeben iſt, daß der Forſtmeiſter in der Burg zu Gelnhauſen für den Kaiſer beſtändig einen gut behangenen Bracken⸗ — 308— Hund zu halten verbunden ſey, der auf ſeidener Decke und ſeidenem Kiſſen liegen, mit ſeidenem Leit⸗ ſeil befeſtigt, und deſſen Halsband von Silber und vergoldet ſeyn müſſe. Wenn der Kaiſer in dem Forſte jagen wolle, muſſe der Forſtmeiſter ihm eine Armbruſt von Eibenholz ſtellen, deren Säule von Ahorn, deren Sehne von Seide und deren Nuß von Elfenbein ſey u. ſ. w. Wir haben oben geſagt, daß die Gründung des Schloſſes zu Büdingen wahrſcheinlich von einem königlichen Jagdhofe ſich herſchreibe, und ſpäter Eigenthum eines begunſtigten Miniſterialen gewor— den ſey. Dieſen Günſtling ſucht man in Hart— mann, einem der Lieblinge des berühmten Kaiſers Heinrich IV. und hält ihn zugleich fur den Stamm⸗ vater der Herrn von Büdingen, deren Name zum erſten Male im Jahr 1131 mit zwei Brüdern, Gerlach und Ortwin, vorkommt. Nach ihnen erſcheinen noch die Namen Hartmann, dann Konrad und endlich Gerlach, welcher als Land— vogt der Wetterau ein Mann von Anſehen, aber auch der letzte ſeines Stammes war. Eine ſeiner vier Töchter, Heilwigis, war vermählt mit Ludwig von Iſenburg. Dieſer iſt der Stammvater des noch jetzt in mehreren Zweigen blühenden Hauſes Iſenburg. Die ſpätere Geſchichte von Büdingen knüpft ſich an die Geſchichte dieſes Hauſes, die wir hier nicht weiter erzahlen können; wir begnügen uns, Folgendes noch anzugeben: Die dem H. Remigius geweihte Kirche zu „Großen Dorf“, wie oben erwähnt, die älteſte der Gegend, und wo deswegen wahrſcheinlich die erſten Bewohner des Schloſſes ihren Gottesdienſt verrich— tet haben, war dem Kloſter Marienborn einver— leibt. Als Stadt erſcheint Büdingen bereits im Jahr 1321; doch ſoll erſt Luther von Iſenburg ihr mit Genehmigung Kaiſer Ludwigs des Bayern 4330 Marktrechte und Heinrich von Iſenburg ihr 1353 Stadtgerechtſame verliehen haben. Nicht lange nachher, nämlich 1367 fällt die Errichtung der hölzernen Liebfrauen-Capelle. Von ihr gieng 1378 der Gottesdienſt in die kurz vorher errichtete ſteinerne Kirche über. Im Jahr 1456 begann der Bau der Stadtkirche. Die Reformation wurde 1536 eingeführt. Da aber ein Theil der Familie, welche ſeit Diether in den Grafenſtand erhoben war, dem lutheriſchen, ein anderer dem reformirten Cultus beitrat, ſo gab's Streitigkeiten in derſelben, die— endlich ſo weit giengen, daß Graf Heinrich, der 1601 ſtarb, ſeinen Antheil, theils aus Mangel an Geld, theils aus Furcht, die Bewohner möchten nach ſeinem Tode zum reformirten Glauben ge— zwungen werden, vor ſeinem Tode dem Landgrafen Ludwig V. von Heſſen-Darmſtadt verkaufte. Hatte Büdingen ſchon am 31. Auguſt 1552 eine Belagerung durch die Frankfurter ausgehalten, ſo mußte es im dreißigjährigen Kriege alle Schre— cken ertragen, die jener furchtbare Kampf von Freund und Feind mit ſich brachte. Was Theilungen und Zwiſt nicht verdarben, das vollendete jener Krieg; und, wer ſollte es glauben, wenn die Waffen ruh— ten, ſo begannen die Hexenproceſſe, die im Sommer 1633 binnen 8 Monaten 64 und 1634 im Sommer 50 Menſchen das Leben raubten.— Nicht lange nachher zeigte ſich die Peſt in der Stadt, und da der Graf in die Reichsacht verfallen war, ſo wurde 1635 Stadt und Land an den Landgrafen Georg von Heſſen-Darmſtadt zu Lehen gegeben bis zum Vergleiche von 1643. Die Stadt war ſo herabge— kommen, daß ſie 30 Jahre nach dem Frieden nicht mehr als 150 Haushaltungen zählte; kein Wunder, daß manches Gute dadurch untergieng. So war ſchon im Jahr 1602 vom Grafen Wolfgang Ernſt eine gelehrte Schule gegründet worden, während des Krieges aber wieder vernichtet. Mit dem Anfange des achtzehnten Jahrhunderts bemerkt man eine neue Blüthe der Stadt. Dies geht aus der Errichtung einiger Fabriken(deren Beſtehen freilich von kurzer Dauer war), eines Eiſenwerkes, einer Papiermühle(1712), ſo wie der Salinen hervor, deren Erbauung in die Jahre 1728 bis 1731 fallt. Eben ſo wurde im Jahr 1718 die neue Vorſtadt errichtet, und etwas ſpäter die lutheriſche Pfarrei geſtiftet. Mit jenem neuen Jahr— hundert erſcheint auch wieder eine neue„Provin— zialſchule“, aus welcher im Jahr 1822 die Grün— dung eines Gymnaſiums hervorgieng. Nachdem im Jahr 1817 die verſchiedenen Confeſſionen ſich ver— einigt hatten, wurde die lutheriſche Kirche über— fluſſig, und konnte darum ſpäter, wie oben erwähnt, zu einem Gymnaſialgebäude eingerichtet werden. Schließlich müſſen wir bemerken, daß ſich zu Büdingen ſeit geraumer Zeit eine Sekte von In— ſpirit ihren 1 in der ter re Köpf das kann weld hier zu ich, der igel an möchten ben ge⸗ idgrafen e. 1552 gehalten, e Schre⸗ Freund gen und Krieg; en ruh⸗ Sommer Sommer t lange d da der wurde Georg bis zum herabge⸗ en nicht Bunder, o war Eruſt vahrend Hunderts Dies (deren eines ſo wie e Jahte 1 171¹8 iter die n Jahr⸗ rovin⸗ Grun⸗ 1 dem im ch ver⸗ über wähnl * en 85 1 0 5 1 dit Lſcirirten aufhält, welche in einem Privatgebäude ihren Gottesdienſt hält.) Ueber die politiſchen Unruhen, welche im J. 1830 in der Umgegend ſtatt hatten, konnen wir hier nicht wei⸗ ter reden. Sie ſind ohnehin noch in friſchem Gedächtniſſe. Anfragen. Vor Kurzem ſoll zu Dorheim ein Kind mit zwei Köpfen geboren worden ſeyn. Iſt das wahr? In einem großen Theil der Wetterau iſt noch das folmſer Landrecht in Anwendung. Wer kann hierüber etwas Näheres mittheilen? Oder in welcher Schrift finden ſich geſchichtliche Nachrichten hierüber? ) Wir haben von ihr eine ſehr merkwürdige, im Jahr 1822 zu Büdingen gedruckte Erbauungsſchrift in Händen gehabt. Bekanntmachungen von Behoͤrden. AN NNNNRN NN NN Edi et alba dung. (712) Die Wittwe des Jakob Wagner zu Florſtadt hat folgende dem Johann Heinrich Schmidt zu Hanau verpfandete Grundſtücke: Fol. Nr.[Ruth. Gemarkung Oberflorſtadt. 3241015 1% im Mittelfeld auf der Platte an Wilhelm Kratz. 25211[81 ¾ im Unterfeld am Mittelgraben an Johs Hartmann. Gemarkung Unterflorſtadt. 1871123020 am Heiligenhaus an Conrad Moll. 21917[31 im Oberfeld am reichelsheimer Weg an Jakob Schmidt, ledig. 51018 035 die Platzgewann an Johs Moll, verſteigern laſſen und um Beſtätigung der Kauf— briefe gebeten. Dieſer ſteht entgegen, daß die Wittwe Wagner das Eigenthum jener Grundſtücke weder urkundlich nachgewieſen noch das Feldgericht die Art des Er— werbes genügend beſcheinigen kaun, weshalb dem geſtellten Antrage zufolge, alle, welche Auſprüche an jene Grundſtücke machen zu können glauben, auf⸗ gefordert werden, ſolche ſo gewiß binnen 6 Wochen hier anzuzeigen, als ſonſt der erwahnte Verkauf gerichtlich beſtätigt werden wird. Friedberg den 3. December 1834. Großh. heſſiſches Landgericht daſelbſt. Hofmann. e e e e e e e e e e e e (713) Chriſtoph Steinmeyer und deſſen Ehe⸗ frau Eliſabetha geb. Windecker, ſowie der Caſpar Steinmeyer von Steinbach beabſichtigen ihr ſammt— liches Mobiliar- und Immobiliar-Vermögen an den Lorenz Höck von Steinbach gegen eine Leibrente erb- und eigenthümlich abzutreten. Dieſem vorgängig werden alle diejenigen, welche Forderungen an die genannten Eheleute und den Caſpar Steinmeyer zu machen haben, aufgefordert, ſolche um ſo gewiſſer binnen 6 Wochen à dato bei dem unterzeichneten Gerichte anzuzeigen, als ſonſt nach Ablauf dieſer Friſt keine Rückſicht auf ſie ge— nommen, der Vertrag gerichtlich beſtätigt werden wird, und ſie ſich alle dadurch ihnen erwachſenden Nachtheile ſelbſt zuzuſchreiben haben. Rödelheim den 28. November 1834. Großh. heſſ. graͤfl. ſolmſ. Landgericht. Buff. Oel- u. Lichter-Lieferung u. Armenfuhren betr. (722) Mittwoch den 24. d. M., Vormittags um 10 Uhr, ſoll in hieſigem Rathhauſe die Lieferung des fur das Jahr 1835 benöthigten Oels und Lich— ter ſowohl für die Nachtwache als auch zur Stra— ßenbeleuchtung; Hierauf die Armenfuhren von Ort zu Ort, oͤffentlich an Wenigſtnehmende verſteigert werden. Die Bedingungen werden bei der Verſteigerung be— kannt gemacht. Friedberg den 18. December 1834. Der Bürgermeiſter D. Fritz. Städtiſche Verpachtungen. (723) Mittwoch den 24. d. M., Vormittags halb 11 Uhr, ſollen in hieſigem Rathhauſe das Einkom— men von der Stadtwaage und das Einkommen von der Butterwaage, und das Standgeld von Wochen— und Jahrmärkten, unter den bei der Verpachtung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, öffentlich meiſtbietend auf 1 Jahr, als vom 1. Januar 1835 bis Ende December 1835, verpachtet werden. Die Pachtliebhaber werden eingeladen, am Verſteige— rungstermin zu erſcheinen, wobei bemerkt wird, daß wenn ein annehmbares Gebot geſchieht, der Zuſchlag ſogleich ertheilt wird. Friedberg den 18. December 1834. Der Bürgermeiſter D. Fritz. Verſteigerung der Schubfuhren. (724) Nachdem mir von großherzoglich heſſiſchem Herrn Kreisrath Küchler der Auftrag geworden iſt, diejenigen Schubfuhren, welche von hier aus von Station zu Station für das Jahr 1835 nöthig werden, öffentlich zu verſteigern, ſo ſollen Mittwoch den 24. d. M., Vormittags um halb 11 Uhr, in hieſigem Rathhauſe dieſe Fuhren unter den alsdann bekannt gemacht werdenden Bedingungen öffentlich an Wenigſtnehmenden verſteigert werden. Es wer— den die Steigluſtigen eingeladen, in dieſem Termin zu erſcheinen. Friedberg den 18. December 1834. Der Bürgermeiſter D. Fritz. Ankauf eines Faſelochſen. (725) Die hieſige Gemeinde will einen ſchoͤnen, guten 2jährigen Faſelochs kaufen. Die hierauf Reflektirenden haben ſich deshalb in frankirten Briefen an den Unterzeichneten zu wenden. Melbach den 16. December 1834. Der Bürgermeiſter Ph. Stier II. 2 putzwellen-Reiſerholz-Verſteigerung. (726) Dienſtag den 23. d. M., Vormittags 10 Uhr, ſollen in dem Obermörler Gemeindewald, Diſtrikts Battenberg, 1191 Putzwellen-Reiſerholz nochmals öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Obermörlen den 18. Dezbr. 1834 Der Bürgermeiſter Morſchel. pfannenblech- und Gußeiſen-Verſteigerung. (727) Montag den 5. Januar 1835, Morgens 10 Uhr, ſoll im hieſigen Salzamts-Lokal eine Quan tität von 30 bis 40 Centner altes Pfannenblech und 25 bis 30 Centner altes Gußeiſen einer öoͤffent— lichen Verſteigerung an den Meiſtbietenden, unter den im Termin bekannt gemacht werdenden Bedin— gungen, ausgeſetzt werden. Nauheim den 15. December 1834. Kurfuͤrſtliches Salzamt. Wille. Meinhard. Wilhelmi. Weiß. ddt ι⏑ν Bekanntmachungen von Privaten. Ackerknechte werden geſucht. (718) Zum nächſten Petritag werden zwei Acker⸗ knechte evangeliſcher Religion auf ein in dem Kreiſe Friedberg gelegenes Gut gegen guten Lohn geſucht. Dieſelben muͤſſen über ihre Geſchicklichkeit, Fleiß, gute Aufführung und mehrjährigem Verbleiben in ihren frühern Dienſten ganz genügende Atteſtate beibringen koͤnnen, wo ſonſten auf die ſich ohne dieſes Anmeldende keine Rückſicht genommen wird. Das Naähere iſt bei der Expedition dieſes Blattes zu erfragen. Ein junges Mädchen wird geſucht. (728) Ein Beamter auf dem Lande wünſcht auf Neujahr ein junges braves Madchen, welches ſich vorzüglich über ſeine Treue und Thätigkeit auszu— weiſen hat, bürgerlich kochen kann und reinlich iſt, in ſeinen Dienſt zu nehmen. Das Nähere iſt bei der Expedition dieſes Blattes zu erfahren. 310 — (729) Meinen zahlreichen hieſigen und benachbarten Freunden und Goͤnnern mache ich die ergebenſte An⸗ zeige, daß ich, wie in den frühern Jahren, auf den zweiten Chriſtfeiertag, als den 26. l. M., einen Bürger-Ball veranſtaltet habe. Ich werde alles aufzubieten trachten, um den Wünſchen der mich Beſuchenden vollig entſprechen zu können. Der En— trepreis iſt 48 kr. Friedberg den 18. Dezbr. 1834. G. Gerlach. Ein junger Burſche wird geſucht. (730) Ein junger Burſche, der ſchreiben und leſen kann und ſich vor keiner Arbeit fürchtet, kann in einem lebhaften Geſchäfte dahier einen Dienſt als Kuecht auf Petritag bekommen. Bei der Expedition dieſes Blattes das Nähere zu erfragen. Schuh- Verkauf. (731) Geſtrickte Manns- und Frauen-Schuh, ge— blockt, ſind zu billigem Preiſe zu haben bei Garde. Hühner zu verkaufen. (732) 8 bis 9 Hühner ſind zu haben bei Adam Stemmler. Kalender für 1835. — 5— 2—„ (733) Der bereits ſeit 21 Jahren erſcheinende und dem Geſchäftsmann ein unentbehrliches Bedürfniß gewordene Schreib- und Geſchaͤfts-Kalender für das Jahr 1835. Darmſtadt, im Verlage von Carl Wilhelm Leske iſt erſchienen und enthält außer hinlänglichem Raum zu ſchriftlichen Notizen für alle Tage des Jahres, ein Caſſa⸗ Tagebuch, Intereſſentabelle, Reductionstabellen verſchiedener Münzſorten, neue ſtatiſtiſche Ueberſichten der europäiſchen Staaten, der deutſchen Bundesſtaaten und insbeſondere des Großherzogthums Heſſen, ſodann die vollſtändige Genealogie der regierenden Häuſer in Europa. 5 Die Ausſtatkung in typographiſcher Hinſicht durch Vig⸗ netten ꝛc. zeichnet ſich dießmal gegen alle fruheren Jahrgänge vortheilhaft aus. Der Preis iſt auf ordinärem Papier, gebunden, 48 kr.; auf feinem Schreibpapier, gebunden, 1 fl. 12 kr. Iſt in allen Buchhandlungen Cin Friedberg bei Cadel Bindernagel) zu haben. ä e— ——— Bücher, welche ſich ganz beſonders zu Weihnachts⸗ und Neujahrs⸗Geſchenken eignen und zu haben ſind bei: Se ene eee ee eee Bagge, E. W. G., Gedichte zum Gebrauch in und außer der Schule 6 Carové, F. W., Moosblüthen zum Chriſtgeſchenk, gebunden 1 fl. Dittmar, Dr. H., Spiegel der alten chriſtlich-deutſchen Erziehung, geheftet e Freya, oder eheliche Liebe und häusliches Leben, gebunden 2 fl. König, der Chriſtbaum des Lebens, gebunden 2 0 Die Fleiſch-, Brod- und Fruchtpreiſe ſind unveraͤndert geblieben. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. Bürger-Vall bei G. Gerlach. und zw und du di bemerkt Poſtbeh Ge di nicht n. erſuche der 9