zungen und nber d. J t werden. g präcis 9 die Steig ſe Winter, wi nichhur zierforſter in. mittags un und Weg Burgthor werden. D. Fritz tags um ether von entlich weit Jahr, ver btheilungen eg mit Klet Niedweg bi btheilungeſ ung, thalt zm Nied; ſenwieſe. * D„Fritz 17 Arril, .„ dohieſgn us den hi u den ober Holz un * en, welch Franken bieſelbſt . — Intelligenzblatt für die D 8 s rovinz 8 berhessen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Bienen * 16. Sonnabend, den 19. April 1 831. Die ſtarke Vermehrung der Feldmaͤuſe und ihre Vertilgung.) Obgleich gegenwärtiger Aufſatz einen großen Theil der Leſer dieſes Blattes in Bezug auf künfti— zen Erndte⸗Gewiun oder Verluſt nicht näher inter— iſſiren dürfte, ſo wird doch derſelbe durch die darin enſchaulich gemachte, faſt an's Unglaubliche reichende Bermehrung einer ſonſt wenig beachteten Thiergat— ung einige Unterhaltung finden; bei weitem aber ter größere Theil derſelben wird wegen ſeiner hart bedroheten Hoffnungen auf eine geſegnete Erndte ſegeren Antheil daran nehmen, und unter der Zahl ber Letzteren der eigentliche Fruchtbauer ſich aufge— fordert fühlen, in Zeiten, d. h. jetzt noch, zu Ab— wendung einer vorausſichtlichen Mißerndte und der ſolche begleitenden Verluſte Alles anzuwenden, was in ſeinen Kräften ſtehet. Die graue, ungeſchwänzte Feldmaus(denn andere Feldmäuſe, z. B. die langgeſchwänzte Spring— maus, die Spitzmaus, die Maulwurfsmaus, mehren ſech— wenn ſie auch in ſogenannten Maäuſejahren tbenfalls häufiger als gewöhnlich zu ſehen ſind— doch niemals in dem Grade, daß ſie eine Landplage, wie jene würden) iſt eine der fruchtbarſten und zugleich durch die Zerſtörungen, welche ſie in den ) Wir glaubten es dem wetterauer Publikum ſchuldig zu ſeyn, gegenwärtigem Aufſatze unſer ganzes Blatt zu wid— men, weil er eine Nothſache betrifft. Eben darum hoffen wir auch Entſchuldigung zu finden, wenn wir die Fortſetzungen der in der vorigen Nummer gegebenen Auf— ſäͤtze erſt im nächſten Blatte liefern. Die Redaktion. Feldern anrichtet, Thiergattung. Es iſt bekannt, daß dieſe Feldmäuſe dem Gartner und Ackerwirth nicht allein an ſeinen Er— zeugniſſen ſowohl oberhalb als unterhalb der Erde bedeutenden Schaden zufügen, ſondern ſogar in manchen Jahren in Gegenden, wie die Wetterau und die Pfalz, wo ein tiefer Lehmboden ihr Ein— dringen in die Erde— ihren gewöhnlichen Aufent— haltsort— begünſtigt, ohne ſie jedoch für den Einſturz ihrer Höhlen beſorgt zu machen, ganze Erndten bis auf wenige Ueberreſte vernichten. Zu ihrer Ernährung ſind ihnen Cerealien(Körner— früchte), Hülſenfrüchte, Kartoffeln, Runkelrüben ꝛc., kurz alle Erzeugniſſe des Acker- und Gartenbaues recht, wenn ſie keine Auswahl haben; doch ſtellen ſie erſteren vorzüglich nach. Sie ſchaden nicht allein direkt, indem ſie ſchon bei und nach der Ausſaat viele Korner aufleſen und dem Wachsthum entziehen, die aufgeſchoſſenen Getraidehalmen noch vor der völligen Reife mit ihren ſcharfen Zaͤhnen abhauen — wobei ſie methodiſch zu Werke gehen, um die reifenden Aehren zu erreichen, indem ſie die aufrecht ſtehenden Halme ſo lange in dreizöllige Stücke ab— beißen, bis erſtere zur Erde ſinken— und nach geſchnittenem und niedergelegtem Getraide die Aehren entleeren; ſondern auch indirekt, indem ſie die Win— terfelder und hochgelegenen Wieſen unterhöhlen und dadurch zum Auswintern der entbloſeten Pflanzen die nächſte Veranlaſſung geben. Auch die jungen Apfelbäume, mehr aber noch die jungen Buchwal— dungen leiden durch ihre Gefräßigkeit, indem ſie dem Landmanne höchſt gefährliche 0 9 N die jungen Stämme über und unter der Erde be— nagen, und dadurch ihr ſpäteres Abſterben veran⸗ laſſen. Verheerend ſind indeſſen ihre Beſchädigungen nur dann, wenn ihre Anzahl, durch trockne warme Jahre und durch Schutz gegen ihre natürlichen Feinde begünſtigt, vermöge der ihrer Gattung eignen außerordentlichen Fruchtbarkeit ſchnell heranwächst, und ſie ſich bis zu einer kaum glaublichen Anzahl in einer Gemarkung oder Gegend vermehrt haben. Es iſt ein ſehr irriger Wahn, wenn jetzt noch manche ununterrichtete Landleute glauben, daß die Feldmäuſe von Auswärts her auf einmal einwan⸗ derten, wie denſelben aus folgenden Betrachtungen und der weiter unten ſtehenden Berechnung ihrer wahrſcheinlichen Vermehrung im Verlauf Eines Frühlings und Sommers klar werden wird. Auch hat man hier zu Land noch niemals ganze Züge von wandernden Feldmäuſen wahrgenommen, wie ſolches in nördlicheren Klimaten rückſichtlich einer andern Gattung wirklich ſtatt hat. Jede weibliche Feldmaus gebäͤret nemlich, oder ſetzet bei jedem Wurf wenigſtens 6, oftmals aber auch 10 Junge, wie der Verfaſſer dieſes ſowohl beim Auffinden von Neſtern mit ganz nackten Mäu⸗ ſen, als bei der Section trächtiger Weibchen oft— mals gefunden hat. Viele behaupten, ſie ſetzten jeden Monat; allein wenn Manchen, wie dem Unterzeichneten, dieſe Periode zu kurz dünken ſollte; ſo kann man doch ſicher annehmen, daß ſie, wie die Kaninchen, wenigſtens alle 8 Wochen Junge werfen. Ihre Setzzeit dauert, wie Verfaſſer dieſes bei Eröffnung von Kartoffelgruben zu Anfang des Monats März wahrzunehmen Gelegenheit hatte, vom Erwachen des Frühlings bis in ſpͤten Herbſt. Die in der ſechsten Woche ſchon völlig ausge⸗ bildete Feldmaus zeuget wenigſtens in der achten Woche ihres Lebensalters ſchon wieder Junge, ſo daß alſo die erſte Mäuſe-Mutter im Verlauf eines nicht ganz vollen Jahres Ur-Urgroßmutter wird. Angenommen nun, daß nach dieſen Wahrneh— mungen und Vorausſetzungen 1 Paar Mäuſe jedes⸗ mal nur 6 Junge erzeugen— daß dies von dem nemlichen Paar vom Frühling bis in Spätherbſt nur ömal geſchehe— und daß eine Vermehrung der Nachkommenſchaft nur durch 4 Generationen während dieſes Zeitraums ſtatt finde; ſo ergiebt ſich folgende Berechnung: Es erzeugen Stück 1 Paar Stammeltern in 5 Sätzen: Junge 30 15 i 55 Enkel 360 180„ Enkel„3„ Urenkel 3240 1620„ö Urenkel„2„Ur⸗-⸗Urenkel 19440 Ganze Nachkommenſchaft 23070 (Eine ähnliche, obgleich die vorgemerkte noch un— vergleichbar an Schnelligkeit und Menge übertref— fende Vermehrung finden wir in der Natur noch bei andern Geſchöpfen, z. B. bei den Blattläuſen, welches die Landleute zu dem Glauben veranlaßt hat, daß ſolche aus der Atmoſphäre herabregneten.) Nehmen wir nun ſogar noch an, daß von vor— ſtehendermaßen berechneter Zahl durch Raubthiere noch mehr als die Hälfte im Verlauf des Sommers vertilgt würden, und nur 10,000 Stück am Leben blieben— und nehmen wir weiters an, daß zu Anfang eines Frühlings in einer Dorfgemarkung nur 100 Paar Mäuſe vorhanden ſeien; ſo wird dennoch im Herbſt ihre Zahl eine Million betra— gen. Welch ungeheure Summe!!! und doch ſcheint dieſe Zahl in dem berüchtigten Mäuſejahr 1822 in manchen dem Verfaſſer bekannten Gemarkungen nicht nur wahrſcheinlicherweiſe, ſondern wirklich vorhanden geweſen zu ſeyn, da ungeachtet des eifrigſten Einfangens und der Wlieferung von Hunderttauſenden kaum eine Minderung im Felde wahrgenommen wurde. Aus vorſtehender Berechnung ergeben ſich nun drei unbeſtreitbare Wahrheiten, nemlich Erſtens, daß, wenn es einmal bis zur 4ten Generation mit den Feldmäuſen gekommen iſt, dem Uebel durch alle menſchliche Anſtrengung wenig Widerſtand mehr geleiſtet werden kann, ſondern von der ſchaffenden wie auch zerſtörenden Natur lediglich Hülfe zu erwarten iſt; Zweitens: daß es aber im Anfang oder bald nach der erſten Wahrnehmung des Vorhandenſeyns von Feldmäuſen nicht ſehr ſchwer fallen dürfte, dem drohenden Uebel durch gleichzeitige Anwendung aller bekannten Zerſtörungsmittel zu begegnen, wenn ein— müthiger Wille aller Gutsbeſitzer in einer Gemar⸗ kung mit energiſcher Kraft der Gemeindevorſteher verbunden iſt. Denn ſollte es wohl ſo ſchwer hal— ſo erzielt Stüc de 30 kel 360 enkel 3240 enkel 19440 — haft 23070 te noch un⸗ ge übertref⸗ Natur noch Aattläuſen, veranlaßt bregneten.) ß von vor⸗ Raubthiere Sommers am Leben daß zu emarkung ſo wird lion betra⸗ doch ſcheint jahr 18²² markungen 1 wirklich achtet des c zur Aten n iſt, dem g wenig onder von ur lediglich oder bald andenſeyns ürfte, dem ung aller wenn eilt . Ganm devorſtehet ber hole 9 ten, durch alle uns bekannte Mittel einige Hundert Feldmäuſe zu vertilgen? Drittens: daß man bei der drohenden Ge— fahr nicht erſt abwarten und dem Zufall überlaſſen darf, ob während des kommenden Winters ſolche Witterung eintreten werde, welche den Mäuſen ver— derblich iſt. Wir müſſen es daher im Kreiſe Friedberg der vorſorglichen Anordnung der Adminiſtrativbehörde Dank wiſſen, daß dieſelbe jetzt ſchon die Ausrottung der Feldmäuſe befohlen, und zugleich die Mittel dazu bekannt gemacht hat, ob es gleich zu wünſchen geweſen wäre, daß dieſelbe frühere Kenntnißnahme erhalten hätte, um ſchon vor eingetretenem Winter desfallſige Anordnungen zu treffen, da ſich bei der zufälligen Gelindigkeit deſſelben die Mäuſe allen Wahrnehmungen nach noch während deſſelben ver— mehrt haben, und in den verfloſſenen für den Land— wirth müßigen Monaten derſelbe theils mehr Muße gehabt hatte, der Vertilgung der Feldmäuſe mehr Zeit und Obſorge als jetzt zu widmen, theils bei der ſchlafenden Vegetation letztere leichter zu fangen und zu tödten geweſen wären. Da wir uns indeſſen wahrſcheinlich jetzt noch erſt im zweiten Zeitabſchnitt der Mäuſevermehrung befinden; ſo iſt noch Hoffnung vorhanden, über dieſe Plage Herr zu werden, wenn die Gemeindevorſteher bei Anwendung der Vertilgungsmittel nur mit Ener— gie zu Werke gehen, und überhaupt ſolche Vorkeh— rungen getroffen werden, wodurch dem drohenden Uebel ein Damm geſetzt werden kann. Da indeſſen viele der gemeinen Landleute, wie man noch öfters hort, in dem Wahn ſtehen, daß die Maͤuſeverheerun— gen ein unabwendbares Geſchick, oder eine von der höchſten Vorſehung den Menſchen zur Züchtigung geſendete Landplage ſeien, und daher ſich oft nur mit Widerwillen zu den von ihren Vorgeſetzten angeordneten Maasregeln hergeben, oder doch die— ſelben nur halb ausführen; ſo dürfte ſchon um des— willen und wegen des Nachtheils, den eine geringere Fruchterzeugung auf das Allgemeine hat, die Aus— rottung der Mäuſe als eine die ganze Volksmaſſe eines Kreiſes oder wenigſtens als eine die ganze Gemeinde betreffende Angelegenheit betrachtet, und daher außer den bereits getroffenen Vorkehrungen noch Folgendes angeordnet, mithin 10 alles Schießen und Fangen zahmer Katzen im Felde, und aller den Mäuſen nachſtellender Raubthiere, wohin beſonders Füchſe, Iltiſſe vulgo Ratzen, Wieſeln, Eulen und Raben zu zählen ſind, bei nahmhafter Strafe bis auf weiteres verboten— 2) das Legen von Giften(und das Fangen der Mäuſe durch die weiter unten beregten Fallen) durch von Gemeindswegen beſtellte Leute um ſo mehr beſorgt werden, als ohnehin den Einzelnen aus anderen Rückſichten das Giftlegen nicht überlaſſen werden darf— 3) auf die Einlieferung einer gewiſſen Anzahl todter Feldmäuſe eine Prämie geſetzt werde. Zu den bereits in Nro. 11 dieſes Blattes vor— geſchlagenen Mitteln und in Bezug auf ihren Ge— brauch glaubt Unterzeichneter noch Folgendes hinzu— fügen zu müſſen: a) Auf diejenigen Stellen oder in deren Nähe, wo ſich Mäuſe zeigen, ſtecke man ſtarke Bügel (krummgebogene Stecken) in die Erde, damit die Eulen und Raben ihrem beabſichtigten Raube beſſer auflauern können. b) Da viele Landwirthe Bedenklichkeiten äußern, und in Sorge ſtehen, daß ſie durch das Legen von Küchelchen, welche aus Arſenik oder andern Mineral— giften mit Zucker und Mehl vermiſcht geformt wer— den, noch nach erfolgter Erndte ihre Schweine beim Auftreiben auf die Stoppeläcker vergiften könnten Cobgleich die darin enthaltene Doſis theils zu gering iſt, um dies zu bewirken, theils bis dahin das Gift ſammt den Kügelchen ſich aufgelöſt hat), ſo dürfte denſelben zur Beruhigung die geſtoßene Brechnuß, vulgo Poppelkörner Coder ein anderes vegetabili— ſches Mäuſegift, z. B. die weiße und die ſchwarze Nieswurz), und zwar, um die etwas mühſame Formation von Kügelchen in bedeutender Anzahl zu erſparen, in nachſtehender Anwendungsweiſe empfoh— len, indem dieſe Subſtanzen nur in größeren Por— tionen als Gifte auf größere nicht blind geborne Thiere tödlich wirken. Man nimmt 1 Pfund pulveriſirte Brechnuß, kocht ſolche in 1 Maas Waſſer, und gießet die Miſchung ſiedend durch ein altes Tuch auf 1 Sechter oder 4 Geſcheid von allem Staub und ſonſtigen Unreinigkeiten gereinigten Waizen oder Gerſte.(Noch beſſer iſt's, wenn dieſe Fruchtarten oder auch Hafer vorher in der Mühle geſchälet worden.) Nach mehrmaligem Umrühren läßt man die übergegoſſene N ö ö — Feuchtigkeit gehörig einziehen, ſo daß die Körner wieder beinahe abtrocknen. Alsdann feuchtet man dieſelben mit einem ſyrupähnlichen Aufguſſe von 1½ bis 2 Pfund Kochzucker von Neuem an, dergeſtalt, daß ſie ganz verzuckert werden, und überſtreut ſolche zuletzt mit Waizenmehl, ſo, daß ſie darin ganz ein— gewickelt und davon umgeben werden. Wenn dieſe Umhüllung abgetrocknet iſt— was auf einer Ofen— platte geſchehen kann— ſo werden bei dem als— dann davon zu machenden Gebrauch einige Körner an den Eingang eines jeden gangbaren Mäuſe— lochs gelegt. Am beſten geſchieht dies vor Sonnen— untergang. Den folgenden Morgen werden ſich eine Menge bereits todter Mäuſe vor den Löchern fin— den, und deren noch mehrere in denſelben begraben ſeyn. Probatum est. Sollten Feldhühner oder zahme Tauben einige Körner nachmals aufleſen; ſo erregen ſolche bei denſelben höchſtens einen Taumel, wie denn anch die Raben, wenn ſie die todten Mäuſe, welche an dieſen Giften geſtorben ſind, verzehren, eine gleiche Wirkung verſpüren. Außer dieſen beiden, eigner Erfahrung ent— nommenen Hülfsmitteln muß der Verfaſſer dieſes hier noch c) auf die in Nro. 13 dieſes Jahrgangs der Zeitſchrift für die landwirthſchaftlichen Vereine des Großherzogthums Heſſen beſchriebene und abgebil— dete, ihm ſehr zweckmäßig dünkende Mäuſefalle von Blech, welche bereits anderwärts mit deu beſten Erfolge erprobt worden iſt, aufmerkſam machen. Einem Blechſchmiede(Spengler) wird es ein Leich— tes ſeyn, dergleichen Fallen nach der dort enthal— tenen Beſchreibung und Zeichnung um ein Billiges zu fertigen— und dem von Gemeindswegen ange— ſtellten Mäuſefänger wird es nicht ſchwer fallen, ſolche nach der ertheilten Anweiſung zu ſtellen, und Gebrauch davon zu machen. Woher kommt es aber, höre ich Manchen nach Leſung dieſer kleinen Abhandlung fragen, daß in neuerer Zeit die Mäuſeverheerungen ſo oft wieder— kehren? Warum hat man in längſt vergangenen Zeiten nicht ſoviel davon gehort? noch weniger ſo oft bedeutenden Schaden dadurch erlitten? Es iſt allerdings wahr, daß Mäuſefraß ſeit den letzten 30 Jahren, oder ſeit dem Beginn dieſes Jahrhunderts, viel öͤfterer in unſerer Gegend ſtatt ehabt hat als zu Anfang und in der Mitte des 90 vorigen Jahrhunderts, wie ſich der Verfaſſer dieſes aus Zehentregiſtern und andern Scripturen zu über— zeugen Gelegenheit hatte. Geſtehen wir, die wir die uneingeſchränkte Benutzung des Brachfeldes ſtets vertheidiget haben, und ſolche noch jetzt für einen großen Fortſchritt in der Landwirthſchaft halten, es nur aufrichtig und offen: daß die zunehmende Be— pflanzung der Brachfelder und der darin ſtatt habende Anbau von Futterpflanzen jeder Art, hier— von die Haupturſache iſt. So wie faſt Alles in unſerer unvollkommenen Welt ſeine zwei Seiten hat, eine gute und eine böſe, ſo auch die überall zunehmende Cultur der Brachgewächſe oder mit andern Worten: die fort— ſchreitende Ausdehnung der beſömmerten Brache. Wenn es nicht zu leugnen iſt, daß die Feldmäuſe in dieſen beſommerten Brachäckern theils hinreichende Nahrung, theils Schutz gegen die ſie verfolgenden Raubthiere finden, mithin die nothwendigſten Er— forderniſſe zu einer ſchnelleren Vermehrung auf einer Seite ungleich mehr vorhanden ſind, als ehehin; ſo war auf der andern Seite das überall zugängliche unbepflanzte Brachfeld vom Frühling bis Ende Juni von den Kuh-, Schaaf- und Schwein-Heerden täg⸗ lich begangen. Wenn beide erſten Thiergattungen die Feldmäuſe, welche die Raubthiere allenfalls ver— ſchont hatten, blos beunruhigten, ſo waren hingegen die Schweine die wirkſamſten Mäuſevertilger. Noch jetzt kann man ſich nach der Erndte auf den ent— leerten Aeckern überzeugen, mit welcher Begierde die Schweine mittelſt ihres Rüſſels den Mäuſen bis in ihre äußerſten Schlupfwinkel nachgraben, und ſie endlich ſammt ihren aufgefundenen Jungen als einen Leckerbiſſen ſchmauſen. Jetzt ziehen ſich während der Brache die Mäuſe in die untermiſchten Klee- und Kartoffeläcker zurück, wo ſie gegen die Nachſtellungen der Schweine und ihrer übrigen Feinde ſicher ſind. Nur auf den abgeerndteten Fel— dern und in jungen Baumſchlägen bewährt ſich jetzt noch die helfende Wirkſamkeit der Schweine.) *) Wir glauben gerne, daß dies Eine der Urſachen der grö— ßeren Mäuſe-Vermehrung iſt. Dagegen dürfen wir auch nicht leugnen, daß durch die großere Abnahme der Wälder und Hecken, ſowie durch all zu ſtarkes Vertilgen der Ra— ben, Füchſe, Eulen und ganz beſonders der Igel— den Mäuſen eine ungeheure Menge von Feinden entzogen wurde. Mit welcher gefühlloſen Grauſamkeit namentlich faſer dieſtz ren zu uber, r, die wir heldes ſtetz t für einen halten, ez hmende Be darin ſtatt olkommenen e und eine Cultur der : die fort n Brache. Feldmäuſe reichende erfolgenden digſten Er⸗ J auf einer zugängliche Ende Jun eerden täg rgattungen g be hingegen ilger. Noch uf den ent r Begierde Mäuſen achgraben, en Jungen ziehen ſic termiſchten gegen dit * vorigen teten Fel ir ſch jeht ne.* ben der gro⸗ en wit auch der Wälder gen der R= Auel— den ** 1 entzogen 0 namentlich laufen oder höchſtens im Herumtoben. Indeſſen wollen wir über den jeweiligen, wenn auch ſehr beträchtlichen Schaden, den die Feldmäuſe verurſachen, die weit werthvollere jährliche Benutzung des Brachfeldes, zumal ſie wegen dir vermehrten Klee- und Kartoffelpflanzungen und der hinwieder dadurch vermehrten Viehzucht und Branntweinerzeu— gung jetzt ſo eng mit unſerer ganzen dermaligen Wirthſchaftseinrichtung verbunden iſt, daß ſie weder aufgegeben noch zurückgeführt werden kann, nicht unterlaſſen, ſondern nur auf Mittel denken, wie dem damit verbundenen Uebel jetzt und künftig wirkſam begegnet werden kann. Laſſet uns daher, meine lieben Landsleute! zu rechter Zeit, d. h. im Beginn einer Mäuſeplage, nicht zu Einem ſondern zu allen Mitteln, welche uns bis jetzt die Erfah— rung als helfend darbietet, unſere Zuflucht nehmen, und zweifeln wir dann nicht, daß wir, wenn wir nur ernſtlich wollen, auch des drohenden Uebels Meiſter werden können. Jäger. Großer Irrthum. (Zur Beherzigung fur ſolche Leute, die Kinder haben.) Man hört häufig Eltern über die Unarten ihrer Kinder Klage führen, und wenn man's beim Lichte betrachtet, ſo beſtehen dieſe Unarten in gar nichts als im Springen, Jubeln, Schreien, Herum— Das ſind aber an und für ſich keine Unarten; man könnte ſie im höchſten Falle bei Erwachſenen Unſchicklich— keiten nennen. Dankt vielmehr Gott, wenn eure Kinder jubeln, ſpringen und ſchreien; das iſt der größte Beweis, daß ſie geſund ſind. Man hört und ſieht oft, daß Kinder gelobt werden, wenn ſie recht ſtille auf Einem Plätzchen ſitzen, ſtundenlang nichts thun, als in ein Eckchen ſehen.„Das iſt ein recht geſchicktes(braves) Kind! iſt dann der gewöhnliche Ausruf. unſere Jugend in Doͤrfern und Staͤdten gegen die ſo ſehr nützlichen Igel verfährt, iſt wahrhaft empörend, und wir können es den Behörden, ſowie den Eltern, Lehrern ꝛc. nicht warm genug empfehlen, dieſen unſer Zeitalter ſchän⸗ denden Gebräuchen, die Igel zu martern, mit allen ihnen zu Gebote ſtehenden Mitteln entgegen zu treten. Wir haben Scenen geſehen, welche für unſere Generation, die ſich gebildet nennt, ein wahrer Schandfleck ſind. Die Redaktion. 1 Ich aber ſage, das iſt ein großer Irrthum. Ein Kind, welches ſtundenlang auf Einer Stelle ſitzen kann, ohne ſich zu regen, ohne zu eſſen oder zu ſchlafen, iſt entweder körperlich krank oder ſchwach an Geiſt, und das iſt immer ſchlimm, und die Folgen werden's über kurz oder lang ausweiſen, wie ſehr ſich die Eltern geirrt haben.— Manchen mag's freilich erwünſcht ſeyn, wenn ihre Kinder wie die Klötze da ſitzen; ſie konnen alsdann unge— ſtört ihren Geſchäften oder ihren Liebhabereien nach— gehen, und wiſſen gar nicht, daß ſie Kinder haben Oder die Mägde, welche in Abweſenheit der Eltern die Aufſicht führen über ſolch ein junges Geſchöpf, ſetzen es in ein Eckchen, und treiben nach Belieben ihr Weſen oder Unweſen, und werden auch nicht geſtört darin.„Das iſt ein recht geſchicktes(braves) Kind“, hört man wiederholt ausrufen.— Was würden ſie dagegen die Hände ringen, wenn ſie wüßten, welch ein Wurm an dieſem zarten Weſen nagt! Ihr Eltern, gebt einmal wohl auf Euch acht, und ihr werdet finden, daß häufig gerade das, was ihr Unarten heißt, weiter nichts iſt, als fröhliches jugendliches Weſen, leichtes, raſches Blut, natür⸗ licher Sinn für Recht, eine unverdorbene, reine Seele, die keine Verſtellung kennt, ſondern ſich gibt, wie ſie iſt, und dergleichen mehr. Die wahren Unarten ſind Lüge, Bosheit, Falſchheit, Träg⸗ heit; die müßt ihr zu vertilgen ſuchen, wo ihr ſie findet. Ihr werdet aber ſchon halb gewonnen Spiel haben, wenn ihr ſelbſt euch frei macht von dieſen Tyrannen des menſchlichen Weſens. Zeigt ihr euch aber ſelbſt als unwahr, boshaft, falſch, träge ꝛc., ſo müßt ihr auch erwarten, daß ihr über kurz oder lang ſolche Früchtchen an euern Kindern findet. „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamme.“ Andere Zeiten, andere Sitten. Die älteren unſerer geneigten Leſer werden ſich wohl noch der langen Schuühſchnäbel erin— nern, welche vor etwa dreißig Jahren Mode waren. Es ſah ſonderbar aus, wenn die Leute die zwei langen Stacheln vor ſich hertrugen. Indeſſen kön⸗ nen wir noch ein ganz anderes Beiſpiel von ſolchen Schnäbeln aus früherer Zeit anführen. Im Jahr 1386 Dienſtag nach Francisci(ſo erzählt uns eine alte Chronik) des Morgens frühe kamen der Herzog Otto von Braunſchweig, der Markgraf von Meiſſen, der Biſchof von Cöln, von Osnabrück u. A. vor Caſſel, mußten aber nach zweimaligem Sturme wieder abziehen. „Zu dieſen Zeiten haben die Leute getragen ſpitze Schuhe mit langen Schnäbeln, und als ſie von Caſſel abgezogen und der Feind hinweg geweſen, haben ſie in Caſſel geführet etliche Wagen voll der ſpitzigen Schnäbel, ſo die Kriegsleute des Sturms halben abgeſchnitten hatten.“ (Kuchenbecker analecta hass. I, 10.) Bekanntmachungen. NI (98) 50 fl. Curatel-Gelder ſind in hieſiges Land— gericht unter den bekannten Bedingungen auszu— leihen von Joh. Friedrich Kautz sen. Hoͤhere Toͤchterſchule. (231) Die Unterſchriebenen glauben dem Publikum bekannt machen zu müſſen, daß in ihrer höheren Töchterſchule jetzt wieder ein neuer Curſus beginnt. Die Gegenſtände des Unterrichtes ſind: Religion, Geographie, Geſchichte, Arithmetik, Schönſchreiben, deutſche und franzöſiſche Sprache. Eltern, welche ihre Kinder an dem Unterrichte theilnehmen laſſen wollen, belieben ſich vorher an einen der Unterzeichneten zu wenden. Friedberg am 18. April 1834. Fertſch. Ph. Dieffenbach. F. Vitriarius. Gläubiger-Aufforderung. (181) Georg Keuper von Beyenheim beabſichtigt nach Nordamerika mit ſeiner Familie auszuwandern. Rechtsanſprüche an denſelben ſind binnen drei Mo⸗ naten bei großh. Landgerichte dahier anzumelden, e die Entlaſſungsurkunde ertheilt werden wird. Friedberg den 18. Marz 1834. Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg. Küchler. (182) Adam Schäfer von Beyenheim beabſichtigt nach Nordamerika mit ſeiner Familie auszuwandern. Rechtsanſprüche an denſelben ſind binnen drei Mo— naten bei großh. Landgerichte dahier anzumelden, — 92— gegenfalls die Entlaſſungsurkunde ertheilt werden wird. Friedberg den 26. März 1834. Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg. Küchler. ie (204) Sonntag den 20. April iſt bei günſtigem Wetter gut beſetzte Tanzmuſik auf dem Nauhei— mer Teichhauſe anzutreffen, wozu hiermit höf— lichſt einladet Henkel. Edictalladung. (206) Die hinterlaſſenen Kinder des verſtorbenen großh. Landrichters Hennemann dahier und reſp. die für dieſelben beſtellten Vormünder haben die deferirte Erbſchaft des genannten großh. Landrich— ters Hennemann nur unter der Rechtswohlthat des Inventars angetreten. In Auftrag großh. Hofgerichts der Provinz Oberheſſen werden daher alle etwaigen Gläubiger des Erblaſſers aufgefordert, ihre Anſprüche ſo gewiß innerhalb 6 Wochen bei der unterzeichneten Gerichts— ſtelle anzumelden, als anſonſt ſie hiermit ausge— ſchloſſen werden und über den Nachlaß ferner recht— lich verfügt werden wird. Groskarben den 6. April 1834. Großh. heſſiſches Landgericht daſelbſt. Buff. (207) Montag den 21. d. M., Vormittags 10 Uhr, ſoll im Verwaltungsbüreau auf hieſiger Haupt⸗ wache der Theil der Seewieſe, worauf nicht exer— cirt wird, 2 Morgen 1 Viertel 19 Ruthen nach dem gewöhnlichen alten Ruthenmaaße haltend, ander⸗ weit auf 3 Jahre meiſtbietend verpachtet werden. Friedberg den 9. April 1834. Reichart. (210) Sonntag den 20. April iſt bei mir gut be⸗ ſetzte Tanzmuſik anzutreffen, wozu ich höflichſt einlade. Ockſtadt den 10. April 1834. Johannes Gröninger. Fruchtverſteigerung. (211) Dienſtag den 22. dieſes Monats, Morgens 10 Uhr, werden von den vorigjährigen hieſigen Domanialfrüchten 25 ½ Malter Waizen, alten friedberger Maaßes, 104 7 Korn 9, 7. 97 85 9 Gerſte 1 7 47 67„ Hafer„ 7 , in einzelnen Abtheilungen unter den bekannten Be⸗ dingungen auf dem hieſigen Rathhauſe meiſtbietend verſteigert. Reichelsheim am 9. April 1834. Herzoglich Wp Receptur. Hehner. eilt werder Kreistatf berg. i güͤnſtigen 1 Nauhei⸗ nermit höf; Henkel. verſtorbenen r und reſp. haben die Landrich⸗ ohlthat des r Provinz Glaubigen he ſo gewiß n Gerichts⸗ mit ausge⸗ ferner recht⸗ ht daſelbſt nittags 10 ger Haud nicht exel uthen nac tend, ander t werden. chart. jir gut be⸗ ſt einlade ninger. 5 Morgens gen egen 7 Maßes, „ 1 76 unten Be neiſtbietem Fruchtverſteigerung zu Friedberg. (217) Freitag den 2. Mai dieſes Jahrs, Vormit— zags 10 Uhr, werden dahier zu Friedberg in der Behauſung des Herrn Gaſtwirths Hieronimus vor dem ehemaligen Mainzerthore nachgenannte Frucht— quantitäten von den bemerkten fiscaliſchen Speichern der öffentlichen Verſteigerung ausgeſetzt: 1) von dem Speicher zu Friedberg 40 Malter Waizen, 50 Mltr. Gerſte, 60 Mltr. Hafer; 2) von dem Speicher zu Obermörlen 180 Mltr. Korn, 50 Mltr. Gerſte; von dem Speicher zu Oberrosbach 220 Mltr. Korn; 4) von dem Speicher zu Rodheim 150 Mltr. Korn; 5„„„ Vilbel 40 Mltr. Hafer. Friedberg den 5. April 1834. Der großh. Rentamtmann Buß. Edictalladung. 218) Der Ortsbürger Friedrich Zober zu Nieder— eſchbach hat in Gemeinſchaft mit ſeiner Ehefrau Anna Catharina, geborne Loos, bei Johannes Schmidt zu Niedereſchbach am 27. December 1803 ein zu 5% verzinsliches Darlehen à 130 fl. aufge⸗ gommen und zur Sicherheit des gedachten Darleihers nehrere Immobilien verunterpfändet. Dieſe Hypothek— ſchuld ſteht noch ungeloſcht in dem Hypothekenbuche, während von Seiten der Zoberiſchen Eheleute be— vauptet wird, daß gedachtes Kapital bereits im Jahr 1808 abgetragen, die retradirte Schuldver— »riefung aber verloren gegangen ſey. Auf Anſtehen es Friedrich Zober wird daher jeder, welcher aus rgend einem Rechtsgrunde Anſprüche an die ver— oren gegangen ſeyn ſollende Schuldverbriefung zu aben glauben ſollte, hiermit aufgefordert, ſolche o gewiß binnen 6 Wochen bei hieſigem Gerichte eltend zu machen, als ſonſt die gedachte Hypothek ur mortificirt erklärt und die neu errichtet werden ollende Hypothek amtlich beſtätigt werden wird. Groskarben den 7. April 1834. Großh. heſſiſches Landgericht daſelbſt. Buff. 30 Bekanntmachung. 219) Johann Heinrich Meyer sen. und Ehefrau 14 Altenſtadt entliehen auf gerichtliche Hypotheken 1) am 11. April 1792 bei Frau Landamtmann Klingelhöffer zu Altenſtadt ein Kapital von 220 fl., 2) am 16. April 1802 bei Pfarrer Horſt und Ehefrau zu Lindheim ein Kapital von 300 fl. und 3) am 31. Juli 1802 bei denſelben Gläubigern ein weiteres Kapital von 150 fl. Dieſe Schuldpoſten ſollen abgetragen worden, die gerichtlichen Schuld- und Pfandverſchreibungen aber verloren gegangen ſeyn. Da die desfallſigen Einträge in den Gerichts— Lypothekenbüchern noch offen ſtehen, ſo werden alle 9 3 diejenigen, welche an jene Schuld- und Pfandver— ſchreibungen Auſprüche bilden können, aufgefordert, ſolche ſo gewiß innerhalb 6 Wochen hierorts anzu⸗ zeigen, als anſonſt die fraglichen Schuld- und ee ee für erloſchen erklärt werden ollen. Groskarben den 7. April 1834. Großh. heſſiſches Landgericht daſelbſt. Buff. Bekanntmachung. (220) Samſtag als den 19. d. M. ſoll aus frei— willigem Antrag auf hieſigem Rathhauſe eine Hof⸗ raithe nebſt 33 Morgen Ackerland unter annehmli— chen Bedingungen, welche noch vor der Verſteigerung gehoͤrig bekannt gemacht werden, öffentlich meiſtbie— tend verſteigert werden. Bönſtadt den 11. April 1834. Der Bürgermeiſter Geibel. (221) Mittwoch den 23. d. M., Vormittags 10 Uhr, werden in hieſiger Pfarrſcheuer zwei Fuder Kornſtroh meiſtbietend verkauft. Fauerbach II. den 15. April 1834. In Auftrag: Schullehrer Alles. (222) Von den ferner erhaltenen Sendun— gen und in Parthien eingekauften Waaren empfehle ich: Die modernſten Seiden-Mouſſelinen, Gros de Londre, Mouſſelin-Cattunen, alle Farben % breiter Thibet, Atlas, wollene und Thibet— Shawpls in allen Groͤßen; ganz feine italieniſche glatte und durchbrochene zweifarbige Moden— Strohhuͤte, auch alle Sorten fuͤr kleine Maͤdchen. Die neuſten rein wollenen und leinenen feinen Sommerzeuge fuͤr Herren-Oberroͤcke und Bein— kleider, eine große Auswahl in allen Arten von Weſten. Ganz feine hollaͤndiſche, bielefelder und im Garn gebleichte Leder Leinewand, alle Sorten weiße Waaren, ſehr viele Spitzen, Spitzen— und Tuͤll⸗Einſaͤtze. Geſtoͤpfte farbige Bettdecken, einfarbige Damen- und Herren-Schlafroͤcke. Ferner bemerke ich, daß ich mein bisheriges Galanterielager beſonders in Gold und Silber vielfaͤltig vermehrt habe. Endlich bringe ich wiederholend mein in großer Auswahl bekanntes bedeutendes Tuchlager in ergebenſte Erinnerung, und empfehle die ganz dunkelgrün, olive und Couleur de Negre zu —. Ober- und Frackroͤcken fuͤr Herren getragen werdenden Tuͤcher. Friedberg und Butzbach. Simon Lindheimer auf der breiten Straße. (223) Dienſtag den 29. April, des Morgens um 10 Uhr, ſollen in dem dahieſigen Wirthshauſe des Johannes Gröninger von dem dahieſigen herrſchaft— lichen Fruchtvorrath 1) 100 Malter Waizen, 2) 300„Korn, 3) 300„ Gerſte, und 4) 100„Hafer an den Meiſtbietenden unter den bei der Verſteige— rung bekannt gemacht werdenden Bedingungen ver— kauft werden, welches den Kaufluſtigen andurch bekannt macht Ockſtadt am 17. April 1834. Die hochfreiherrlich von Franken— ſteiniſche Rentei daſelbſt. (224) Vorzüglich guter Kleeſamen vom Jahr 1833 hat zu verkaufen Heinrich Waas. (225) Mayer J. Hirsch empfiehlt ſich einem geehrten Publikum mit ſeinen friſch erhaltenen Waaren, beſtehend in ſehr ſchönen Cattunen nach dem neueſten Geſchmack, ſehr feinem ſchottiſchen Batiſt, Jaconet, Moul, Tüll, ſchmalen und breiten Merinos, Thibet, ſehr ſchönen neuen Muſtern Pique-Weſten, Nanquin, Hoſenzeuge, ge— druckten Zeugen in neuen Deſſins, Baumwollenzeu— gen, guten Moltons zu Unterröcken, Pique und Pique-Röcken, ſeidenen Shäwlchen, halbſeidenen, baumwollenen und wollenen Halstüchern, Barchet, Zwillich und dergleichen mehr, alles in beſter Aus— wahl und zu ſehr billigen Preiſen. Waaren⸗Empfehlung. (226) Ich mache hiermit die höfliche Anzeige, daß 94 auszeichnen wird, namentlich in Tuch, Sommer⸗ zeugen und Weſten,/ und ¼ breiten Cattunen, allen Sorten weißen Waaren, Mouſſelins und an⸗ deren Sommerſtoffen nach neueſtem Geſchmack, und ſonſtigen darin einſchlagenden Artikeln. Durch die beſonders billigen Preiſe und reelle Bedienung zahle ich auf einen zahlreichen Zuſpruch. Friedberg den 16. April 1834. Samuel Lindheimer jun. (227) Dem Unterzeichneten iſt ein Jagdhund, männlichen Geſchlechts, mit ſchwarzen Ohren, ſchwarzen Augen und auf der linken Seite mit ſchwarzen Flecken, zugelaufen. Burggräfenrod. J. C. Trauband, Gaſtwirth. (228) Donnerſtag den 24. April d. J., Nachmit⸗ tags um 4 Uhr, ſoll das Einfahren von 2000 Holz⸗ wellen aus dem rosbacher Diſtrikt Kellerberg in das hülfsgeſellſchaftliche Magazin, bei Herrn Hoſpital— pfleger Boutemy an den Wenigſtnehmenden unter den zu eröffnenden Bedingungen verſteigert werden. (220) Samſtag den 26. April, Vormittags 10 Uhr, ſollen die an der geſammtherrſchaftlichen Mühle zu Kleinkarben vorzunehmenden Baureparaturen, als a) die Maurerarbeit, voranſchlagt zu 48 fl. 29 kr. b)„ Zimmerarbeit„„ 60„ 16„ i Summe 108 fl. 45 kr. an die Wenigſtnehmenden an Ort und Stelle öffentlich ver— ſteigert werden. Ueberſchläge und Bedingungen liegen bis dahin auf dem Büreau des Unterzeichneten zur Einſicht offen. Friedberg den 16. April 1834. Der Kreisbaumeiſter Holzapfel. (230) Samſtag den 26. April, Nachmittags 1 Uhr, ſoll die zum äußeren Verputzen des Bezirksgefängniſſes zu Großkar⸗ ben nöthige Weißbinderarbeit, voranſchlagt zu 127 fl. 45 kr., in der Wohnung des dortigen großh. Bürgermeiſters an die Wenigſtnehmenden öffentlich verſteigert werden. Ueberſchlag und Bedingungen liegen bis dahin auf dem Büreau des Unterzeichneten zur Einſicht offen. Friedberg den 16. April 1834. Der Kreisbaumeiſter Holzapfel. ſich mein Waarenlager durch ein ſchönes Aſſortiment Verkaufspreiſe der Bäcker und Metzger vom 21. bis zum 28. April. Für 1 kr. Milchbrod 6 Loth 2 Quint. „ 1 kr. Gemiſchtes e ee „ 8 kr. Laden⸗Brod. 4 pfund 16 Loth. 6 kr. dito. 1„ „ 4 kr. dito. 7 0 0 2„» 8„ 2 kr. dito 1 71 4„ 1 Pfund Ochſenfleiſch 11 kr. 1„—Niierenfett 20 kr. 1„ Kalofleiſch 5 5 kr. 1„ Schweinenfleiſch 9 kr. 1 pfund Leber- und Blutwurſt 12 kr. 1„ Bratwurſt 1 5 8 5 2 14 kr. 1„ Schwartenmagen 8 0 2 0 14 kr. 1 77 Speck* 5 5 5 8 5 20 kr. 1„ Dioörrfleiſch 8 14 kr. 1„ Schmalz. 1 0 8 1 0 8 16 kr. In der Judengaſſe bei den Metzgern: 1„ Kühlleiſch f 9 1 f 2 0 8 kr. 1„ Rindfleiſch g 7 0 2 9 kr. Fruchtpreiſe. Waizen 5 fl. 15 kr. Gerſte 3 fl. 10 kr. Korn 4 fl.— kr. Hafer 2 fl. 40 kr. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel. (Mit einer literariſchen Beilage von J. Rickert in Gießen. Auf ſaͤmmtlich darin verzeichneten Werke nimmt jedoch auch Beſtellungen an C. Bindernagel.)