Intelligenzblatt I A. Aug uz Ablbreth rad 3 gebote ndelsmann Iſter ehelich ters Johan torb. am 1 Heil ehelicht „ Kreuznach „bemerke it ſtpapiereſ ſehr billige chſrreißlih für die D Oberhessen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. rovinz M42. Sonnabend, den 18. Oktober 1834. Warnung wegen der Waldſtreu.) „Der Krug geht ſo lang zu Waſſer, bis er bricht.“ Einſender dieſes glaubt es ſeinen Mitbürgern ſchuldig zu ſeyn, ihnen das Ergebniß ſeiner Beobach⸗ tungen über die in neuerer Zeit von Jahr zu Jahr ſo ſehr zugenommene Benutzung der Waldſtreu mit⸗ zutheilen, weil deren Uebermaaß, wenn es ſo fort geht, kein gut Ende nehmen kann, und es für die ) Wir geben gerne dem von einem denkenden und erfahre— nen Manne uns mitgetheilten Aufſatze, welcher einen für unſere Provinz— ja für unſer Land ſehr wichtigen Ge— genſtand betrifft, eine Stelle in unſerm Blatte, weil wir hoffen, daß er dazu beitragen wird, der Wahrheit, nach der wir ſtreben, näher zu kommen. Für die, welche in die Sache ſelbſt durchaus nicht ein— geweiht ſind, müſſen wir zur Erklärung folgendes Wenige bemerken: In der Ueberzeugung, daß die Cultur eines Waldes ohne Dünger keineswegs beſtehen könne, daß die Bäume des ſämmtlichen Laubes, welches ihnen entfällt, auch als ſolchen bedürfen, wachte man lange Zeit hin⸗ durch ſehr ſorgfältig, damit Niemand ſich des Laubes als Streumittel, auch nicht da, wo Strohmangel herrſchte, bedienen konnte, und wurde Jeder, der ſich Laub holte, als Frevler beſtraft. In neueſten Zeiten hielt man da— gegen dieſes Verfahren für zu hart und dem Landbau, in welchem unſer vorzüglichſter Reichthum beſteht, nachtheilig. Darum wurde im Intereſſe der Landwirthſchaft das Sam— meln des Streulaubes überall erlaubt. Uns ſelbſt kam dies, wir können es nicht leugnen, als ein Akt der Humanität vor. Indeſſen begeben wir uns unſeres Ur⸗ theiles in Dingen, worin wir Laie ſind, und laſſen gerne den Eingeweihten das Wort der Belehrung. Aber auch dieſe können einen Gegenſtand von zwei verſchiedenen— ja entgegengeſetzten Seiten betrachten. Die Redaction. Landwirthſchaft dringend nöthig iſt, in Zeiten daran zu denken, wie man dem Uebel begegne und bei der nothwendig gewordenen Verminderung der Waldſtreu⸗ abgabe beſtehen kann. Wenn man durch die Bezirke oder Kreiſe Vöhl, Biedenkopf u. ſ. f. kommt, ſo ſieht man viele tauſend Morgen Wald theils alljährlich, theils ein um das andere Jahr ausgerecht, und außer den Hegen nur ſehr wenige Waldungen, worin die Streu etwa nur alle drei bis ſechs Jahre genutzt wird. Das Näm⸗ liche bemerkt man in den meiſten Gegenden des Oden— walds und in vielen andern Bezirken. Hier, wie dort, ſieht man Vorberge in Folge des anhaltenden Streurechens veroͤdet und näher gelegene Wald— diſtrikte abſterben, lang vorher, ehe ſie den ſonſt möglichen Ertrag abwürfen, und häufig Orte, wo ſonſt die einträglichſten Laubholzbeſtände die Gegend ſchmückten, und wo man nun auf dem durch Streu— rechen ausgemergelten Boden kaum kümmerlich Na⸗ delholz und Birken aufbringen kann. Selbſt in den Gegenden, wo ein mineraliſch d. h. an ſich kräftiger Boden es länger aushält, kann ein Jeder, der Augen hat zu ſehen, ſich von der bedeutenden Ertrags- Verminderung mit ſeinen eigenen Augen überzeugen, indem er von dem Holze ſolcher Bäume, die auf geſchontem Boden erwuchſen, die Dicke der Jahr⸗ ringe(aus welcher ſich ja die Holzerzeugung jährlich anſammeln muß!) mit denen vergleicht, die auf oft ausgerechtem Boden erzeugt wurden— oder indem er bei einem und demſelben Baume die Dicke der Jahrringe von der Zeit, wo keine Streu genutzt wurde und der Boden Schutz und Nahrungsſtoff be— R hielt, mit den Jahrringen von der Zeit vergleicht, worin ihm die Streu genommen wurde. Das iſt ein Verluſt, der ſehr ins Große geht, weil er ſich mit der Anzahl der Bäume, die durch ihren jähr— lichen Holzanſatz erſt die Hauptmaſſe des Holzertrags erzeugen ſollen) multiplicirt und die von Streu⸗ nutzung heimgeſuchten Waldflächen ſo ausgedehnt ſind,— ein Verluſt, der dem Lande verhältnißmaäßig eben ſo viel koſtet, als wenn z. B. ſtatt einer vollen Ernte nur eine halbe oder drittels Ernte gemacht wird. Freilich iſt derjenige, wo ganze Diſtrikte, ganze Bergwände in Folge der Streunutzung ver— wüſtet werden, greller und augenfälliger. Das Eine, wie das Andere, bringt nicht dloß dem Staate, ſon— dern mehr noch den Gemeinden und Unterthanen großen Schaden. Jede Einbuße des Staats fällt auf die Steuerpflichtigen zurück; die meiſten Wal⸗ dungen ſind überdem Eigenthum von Gemeinden und Privaten, die wenigſten, wenn man die Summe vom ganzen Lande zieht, landesherrliche Domäne. Aber auch im Allgemeinen iſt es ein großer Unter— ſchied für Wohlſtand und Erwerb einer Gegend, ob Berge und Ebenen öde oder doch unter ihren Er— trag gebracht ſind, oder ob ſie denjenigen Ertrag geben, deſſen ſie bei zweckmäßiger Benutzung fähig wären, namentlich ob die Waldungen den ganzen aus pfleglicher Behandlung erzielbaren Naturalertrag liefern, oder wegen Ausmagerung durch übermäßige Streunutzung nur noch die Hälfte, den dritten Theil und ſofort immer weniger. Wir ſtehen nun mit un— ſern Bedürfniſſen und unſerer ganzen Kultur auf der Stufe, daß alle Walderzeugniſſe, auch die un— entgeldlich oder in noch ſo niedrigen Preiſen abge⸗ gebenen, doch einen Geldwerth haben, den wir bei unſeren Vergleichungen nicht außer Rechnung laſſen dürfen. Im Anfang freilich merkt der Nichtſachverſtän— dige den Schaden nicht; im Gegentheil, er freut ſich der vorübergehenden größeren Nutzung, weil er nicht ſo bald gewahr wird, daß ſie nur„vorge— geſſen Brod“ iſt und er den Stock, die Quelle der Erzeugung, ſelbſt angriff, mithin ſpäter deſto größe— rer Mangel eintreten muß. Hüten wir uns, daß die Reue nicht zu ſpat kommt! Der Mangel wird deſto fühlbarer, wenn man im Wahne, daß es ſo fortdauern könne, ſeine Wirthſchaft auf das Ueber⸗ maas einrichtet. Sollte nicht die Forſtverwaltung unſeres Lan— des im Ganzen genommen durch ihre Nachgiebig— keit bei der Waldſtreunutzung eine große Verant— wortung auf ſich geladen haben? Die großere Wald— ſtreuabgabe hat überdies dazu beigetragen, daß in vielen Gegenden der Anbau der Halmfrüchte ver— mindert, dagegen derjenige von Gewächſen, die, während ſie ſelbſt kein Streumaterial liefern, ge— rade am meiſten Düngſtoff verzehren und aus beiden Gründen eine größere Waldſtreuabgabe erfordern, übermäßig vermehrt, der Futterbau nicht verhältniß— mäßig ausgedehnt, die Streumittel theils nicht ſpar— ſam genug, theils fremdartig verwendet, beſſere Sammlung und Behandlung der Düngſtoffe verſäumt wurde, kurz, daß in jenen Gegenden die Leute ſich immer auf eine größere Streuabgabe verließen und darum nicht in Zeiten darauf Bedacht nahmen, ih— ren Feldbau ſelbſtſtäͤndiger und darum ſicherer zu gründen. Die Gemeinden und Privaten leiden alſo auf die Dauer nicht allein dadurch, daß die von übermäßiger Streunutzung heimgeſuchten Waldungen weniger Holz, weniger Streu und weniger andere Nebennutzungen ertragen, ſondern auch das gemeine Beßte in der eben angedeuteten Beziehung auf Ver— beſſerung und ſelbſtſtändige Begründung der Land— wirthſchaft*). Hierin liegt auch ein Grund, warum, je mehr man die Waldſtreunutzung ausdehnt, deſto größerer Anlaß zur Vermehrung des Verlangens gegeben wird; denn mit der mehreren Waldſtreuabgabe nimmt die Urſache derſelben immer zu. So wird alſo das Uebel gerade durch die willfährige Aus— dehnung jener ſtets größer. Während dem nimmt aber die wirkliche Erzeugung von Streu in den Waldungen ab: ſie nimmt ab, weil ohnedies die Waldfläche kleiner wird, ſie nimmt noch mehr ab, weil die übermäßige Streunutzung ein Kränkeln der Bäume, eine geringere Belaubung, einen weniger *) Die Forſtbeamten büßen freilich bei ihrer Nachgiebigkeit gegen Waldſtreugeſuche nichts für ihre Perſon ein; im Ge— gentheil, ſie machen ſich durch Gewährung der Forderungen beliebter und haben mehr Vortheil davon, als vom Ver— weigern. Damit will aber der Einſender nicht geſagt ha— ben, daß die Forſtverwaltung aus perſönlichem Intereſſ⸗ die Streuabgabe ausgedehnt habe; nur ſo viel bleibt richtg, daß, wenn Einſchränkungen ſtatt finden, da zu der Be— weggrund nicht aus eigenem Intereſſe der Forſtbeamten entſpringt, vielmehr dieſes dabei hintangeſetzt wird. 0 el luntrie miele viel fr. Hehfläe n ebe adem berdi erkehrt W ien ehmen, on St folge i immt? gelche ltgeugr gal in fiele z kuf mo ine gr ſſe bür and 1 ollen N u beh utzun er ei Orten Urfniſ ſgar d ſgefü linſend hoch ii gangel dehnt lit Ne de Lau ſhen, gahren ia ge E er W Herlei Maas ü d unſertz dy achgiehh, ſoße Ver oßere Uh zen, daß h. früchte vn ichſen, di, liefern, g. aus beidn e erforden t verhaltniß s nicht ſpar det, beſeen ffe verſaun ie Leute ſih erließen um nahmen, ih ſſcherer leiden als daß die von Waldungen niger anden das gemein ng auf Ver der Land, m, je weht ſto größerer ens gegeben dſtreuabgab! . So wild ührige Au dem nimmt, en in de ohnedies di ch mehr 1 Kränkeln d. inen wenig 0 Jacht n en; in Ge r Jorderunn 4 uon 01 uur Waldſtreu; er ſieht es recht gut 4 berlei Streuwerk ohne erheblichen TNaasgabe der Ortsverhältniſſe durch Verwendung gdeihlichen Wachsthum veranlaßt, weil ferner der Untrieb für Holz wie für Streu kürzer wird, weil pele vor der Zeit abſtändig gewordene Diſtrikte ſo vel früher niedergehauen werden müſſen, ſomit die gegflächen viel größer und die offenen Waldflächen um eben ſo viel kleiner werden, auf dieſer Flache zedem weniger Streu, als vormals, wächſt und werdies dieſe, indem die Nutzung häufiger wie— drkehrt, darauf ſich weniger ſammeln kann. Wo ſoll das nun hinaus, während auf der enen Seite die Anſprüche von Jahr zu Jahr zu— uhmen, auf der anderen die wirkliche Erzeugung pon Streumitteln in den Waldungen, gerade in zolge ihrer übermäßigen Nutzung, immer mehr ab⸗ mmt?— Das führt zu einer Raubwirthſchaft, welche das Kapital ſtatt der Zinſen verzehrt, das Erzeugungsvermögen ſchwächt und tödtet und, zu— nal in Sand- und Gebirgsgegenden, wie die Bei— ſiele zeigen, mit Verodung und Wüſtung endigt. Wir aber, wir leben nicht bloß von heute auf morgen. An die Stelle der Geſtorbenen tritt eine großere Anzahl Geborener— und der Staat, die bürgerliche Geſellſchaft, ſtirbt nicht; der Staat, und und Leute, ſammt und ſonders, ſollen und wollen fortleben. 5 Im Allgemeinen hat dies jede Staatsregierung zu beherzigen und insbeſondere wegen der Waldſtreu⸗ nitzung eine Forſtverwaltung. Hat nun dieſe ſeit— ſer eine übermäßige Waldſtreunutzung an vielen Orten geſchehen laſſen, hat ſie den geſtiegenen Be— dürfniſſen, zumal in Misjahren, nachgegeben, ja ſogar die Waldſtreunutzung an vielen Orten wieder eingeführt, wo ſie längſt nicht mehr beſtand(wie Einſender nachweiſen kann), und wird auch wohl noch in Folge der 1834r Dürre und des Futter⸗ nangels für 1835 in mehreren Bezirken eine aus— gedehntere Waldſtreunutzung ſtatt haben, als ſie nit Nachhaltigkeit und mit dem Landesintereſſe auf nie Länge ſich verträgt, ſo iſt doch ſicher vorauszu— ehen, daß die Forſtverwaltung in den nächſten Ahren wieder einlenken und das Uebermaas auf dus gehörige Maas zurückführen muß. Einſender will durchaus nicht Abſchaffung ein, daß man⸗ Schaden nach ür die Landwirthſchaft ſich nutzbarer machen läßt; 247 er fühlt auch recht gut, daß die Bedürfniſſe berück— ſichtigt zu werden verdienen. Aber gerade aus die— ſer Rückſicht muß Maas und Ziel gehalten werden. Das geſchieht nicht, wenn man es bis zum Abſtäͤndigwerden oder Abtrocknen des Holzes und Ausmergeln des Bodens kommen läßt; es geſchieht ſelbſt nicht, wenn bei dem ſteigenden Holzwerthe durch das viele Streurechen die Baume im Wachs⸗ thum mehr zurückkommen, als der damit erzielte Vortheil beträgt, z. B. aus 1000 Morgen Wald kaum ſo viel Ertrag gewonnen wird, als aus 500 und weniger Morgen; es geſchieht aber namentlich nicht, wenn, wie nur zu haufig der Fall iſt, Wald— diſtrikte alljährlich ausgerecht werden, oder wenn ſie ſchon in 1½ bis 3 Jahren die Reihe wieder trifft, oder wenn man gar ſteile oder ſteinige Berg⸗ abhänge oder Boden, der urſprünglich Flugſand iſt, der für ſie ſo nothwendigen Streudecke beraubt und dabei die ganze Nutzbarkeit des Bodens auf lange Zeit oder auf immer aufs Spiel ſetzt! Und es bleibt, wenn man ſo im Uebermaaſe jährlich nutzt, kein Vorrath übrig, aus dem man, wenn Mis jahre eintreten und es wirklich Noth thut, der Landwirth— ſchaft aus dem Walde zureichend zu Hülfe kommen könnte. Was Maas und was Uebermaas ſey, iſt nach der Gegend verſchieden und kann nicht in dieſen Blättern ausführlich erörtert werden; das iſt aber gewiß, daß eine Verminderung der Streuabgabe aus den Waldungen in vielen Gegenden unabwend— bar nöthig geworden iſt. Dieſe Nothwendigkeit beruht auf den vorhin geſchilderten verderblichen Folgen, ſie wird alſo durch das Wohl des Staats, das gründliche Gedeihen der Landwirthſchaft und das dauernde Jutereſſe der Landbewohner dringendſt geboten. Einſender halt es daher für Pflicht, darauf aufmerkſam zu machen, ſeine Mitbürger in den be⸗ treffenden Gegenden vor den ſchädlichen Folgen der bisherigen übergroßen Waldſtreunutzung zu warnen und zu ermahnen, ſich nicht auf die Fortdauer die— ſer letzteren im bisherigen Ueber maaſe zu verlaſſen, vielmehr in Zeiten ſich auf deren bevorſtehende Verminderung vorzubereiten, indem ſie, wie geſagt, zeitig genug darnach ihre Einrichtungen treffen, die Streumittel gehörig zu Rathe halten, den An— bau von Halm- und Köͤrnerfrüchten, überhaupt von — ſolchen Gewächſen, welche zu Futter oder zu Streu ſich eignen, ausdehnen, dagegen von ſolchen Ge— wächſen, deren Bau auf Beihülfe von Waldſtreu berechnet iſt, ihn mehr einſchräͤnken, den Viehſtand mit den Mitteln in ein richtiges Verhältniß ſetzen und auf ſorgfältige Sammlung und Behandlung der Dungſtoffe emſigen Bedacht nehmen. Um den Feldbau ſelbſtſtändig zu begründen, muß man in jeder Wirthſchaft dahin ſtreben, ſo viel Halmfrüchte zu bauen, als zur Erziehung des erforderlichen Streumaterials erfordert wird. Da dieſes denjeni— gen, welche ſchon 15, 20 Morgen und mehr Feld beſitzen, viel leichter iſt, als denen, die weniger zur Benutzung haben, ſo ſollte man dieſen weſent— lichen Unterſchied bei der Austheilung der Waldſtreu berückſichtigen. Gewiß würde in den meiſten Ge— genden die Waldſtreuabgabe ausreichen und das wirkliche Bedürfniß beſſer befriedigt werden kön— nen, wenn man die Eigenthümer größerer, zum Bau von Halmfrüchten hinlänglicher Feldſtücke in gewöhnlichen Jahren von der Austheilung der Wald— ſtreu ausſchlöſſe. Dieſes wäre wenigſtens in allen denjenigen Fallen, wo die großen und ſchädlichen Waldſtreuabgaben nur wegen Nothwendigkeit, nur wegen Dringlichkeit des Bedürfniſſes geſchehen, in Billigkeit gegründet, weil bei jenen Eigenthümern größerer Grundſtücke ein ſolches Bedürfniß in ge— wöhnlichen Jahren nicht ſtatt hat oder durch gehörige Einrichtung vermieden werden kann. Zur Kurzweil. Wie man manchmal wohlfeilen Wein trinkt. Wohlgemuth ſaßen der Hans und der Kunz mit ihren Kameraden in einem Wirthshauſe zum güldnen Kalb(die wetterauer Wirthshäuſer ſind leider hier und da faſt den ganzen Tag nicht leer) und hätten gerne zuſammen noch ein Paar Gläs— chen von dem guten„Berger“ getrunken, wenn der Herr Wirth mit dem kleinen Schürzchen und der großen Taſche nicht bei jedem Schöppchen die Hand aufgehalten hätte.„Es iſt am Ende einerlei, wie man das Geld zum Vertrinken verdient, meinten ie, wenn's nur auf ehrliche Weiſe geſchieht.“ Da— mit wurde es ein Weilchen ſtille. Bald darauf geriethen ſie in heftigen Wort⸗ wechſel, eben als der Bauch des Wirthes und bald nachher der Herr Wirth ſelbſt der Thür herein kam.—„Es gilt vier Flaſchen Berger“ rief Hans“ — Topp, ſagte Kunz, vier Flaſchen Berger.„Wit ſind Zeugen, überſchrieen die andern, der Peter und der Jakob, zwei brave Burſche, denen dis Arbeit hinter dem Glaſe niemals zu ſchwer wurde, und die Löwen-Muth und Kameels-Geduld hatten bei ſolchen Geſchäften;„„wir ſind Zeugen und ab ken mit.“„Das verſteht ſich“, meinte dei Kunz.— Meinethalben auch, ſetzte der Hans nachträglich hinzu. Der Wirth hatte alles gehört, denn er wat ſehr ſchlau, und die Neuigkeiten, namentlich dit politiſchen, waren ſeine Liebhaberei, und die ließ et ſich auch etwas koſten, ſo daß er im Jahr 1814 ſchon acht Tage vor dem erſten April die Ein— nahme von Paris wußte, und koſtete ihn dieſe Nach— richt, wie er ſich ſelbſt ſpäter rühmte, zehn Flaſchen alten Nierſteiner. Wollen die Herren den Wein einſtweilen trin— ken? und ſoll ich die Flaſchen holen? fragte der Herr Wirth, der immer wenigſtens zwanzig bis fünfundzwanzig Flaſchen des Morgens in Vorrath für die Gaͤſte geordnet, das heißt, Sorge getragen hatte, daß der Wein eine ſchöne Farbe, ſo wie einen guten Geſchmack erhielt und doch dabei nicht zu ſtark ins Blut gieng, beſonders aber einen chriſt— lichen und ehrlichen Namen bekam. Er hatte, ſo pflegte einer ſeiner Gaäſte manch— mal rühmend von ihm zu ſagen, in ſeinem Leben mehr getauft und kopulirt wie die drei Stadt⸗ Geiſtlichen. Darum und weil er einen ſehr geſegne— ten Appetit und keine Sorgen hatte, war er auch in kurzer Zeit ſo reich und ſo dick geworden. „Thun Sie das“, nickte beifallig der Hans. — Ja, fiel der Kunz ein, aber nur unter der Bedingung, daß das Geld nicht eher gegeben wird, als bis die Wettung entſchieden iſt. Oder meint ihr, wir ſollten gleich bezahlen? Und griff dabet in die Taſche, wo ein Schlüſſel, ein großer gefun— dener Knopf, von denen, die Anno 1709 Mode. waren, und zwei öſereichiſche Kupfer-Sechskreuzer— ſtücke gewaltigen Lärm machten, der faſt wie ſchmel— zende Silbertöne ſich ausnahm. „Was? Niemand darf bezahlen, bis die Wettung entſchieden iſt, überſchrieen die zwei Zeu— gel, den,! 9 ſende Aeon oo an 9 ich g rtwider E ſie He achten u brin ſigent ſiel im hen f chuhen reies gaben buuder b den Uu Fr links Lauge mmer er die iber 9 nur di Kopf! 2 kauen 3 Mann ches indie Thür 0. c rief hu derger. 158 u, der pet e, denen ſchwer wun Geduld hal ugen und te „meinte. te der Har denn er tamentlich! d die ließt. m Jahr 188 pril die Eh hn dieſe Nu zehn Flasche nſtweilen triß n? ftagte de zwanzig b. s in Vorrat ge getrage rbe, ſo wie 9 dabei rich er einen chriſh en, und der Herr Wirth war's deun auch zufrie— en, und holte vier Flaſchen„Berger.“ Run wurde getrunken, als wenn durſtige Rei— nde in den Sommertagen an eine klare Quelle kommen wären, und doch war's um Weihnachten, po andere Leute am wenigſten Durſt haben. Mitunter kam's auch wieder auf die Wette. Ich gewinne doch“, ſagte Hans.— Schwerlich, erwiderte Kunz; mir iſt noch gar nicht bange. Endlich, da der Wein zur Neige gieng, und nie Herren Trinker ſchon an die Daumenprobe dachten, um eine neue Wette wo möglich in Gang t bringen, fragte der Herr Wirth, worin denn eigentlich die Wette beſtehez er habe ja ſo iel im Keller und in der Küche zu thun gehabt, daß er noch nicht zu Athem, geſchweige zum Fragen hätte kommen können. Ei! ſchmunzelte Kunz, und die andern Herren ſahen ſich dabei nach ihren Pelzkappen oder Hand— ſchuhen um, oder ſuchten ſich in der Taſche ein freies Plätzchen für die Hande neben der Boͤrſe; haben ſie denn die Wette noch nicht gehört? Das wundert mich ja gar ſehr. Wir haben gewettet, ob der neue Thurm an der Barfüßer-Kirche zu Frankfurt, wenn er umfällt, rechts oder links ſtürzt.——— Die Gaſte waren ſchon lunge draußen, und der Herr Wirth überlegte inmer noch an der Wette, bis ſeine Frau, welcher er die Geſchichte mittheilte, ihm die Aeuglein dar— über öffnete. Gaſte mant ſeinem Lehn e drei Sta ſehr geſegſ war er all vorden. 3 der Halt dur unter df gegeben will Oder mt d griff 10 zroßer geflt 1700 M0 Sechskreuſt it wie schul 1, b 1 wel die zel d 0 Mau merke ſich: 1) Die Wirthe müſſen nicht nur die Augen hinten und vorn, ſondern auch den Kopf oben haben. 20 Gewiſſen Gäſten iſt immer nur halb zu trauen. 3) Es iſt nicht genug, daß man den Wein an Mann bringt; er will auch bezahlt ſeyn.— Ane kd ot e. J. F. Matthiſſon Water des am 23. Januar 1761 geb. und am 12. März 1831 geſtorb. beruͤhmten Dichters F. v. Matthiſſon) beſaß die Gabe in Verſen zu improviſiren, und gab davon im ſieben⸗ jährigen Kriege, wo er als Feldprediger angeſtellt war, einen intereſſanten Beweis. Der Commandeur ines magdeburger Garniſonregiments faßte ihn näm⸗ 249 lich einſt in's Auge, als beim Ueberfalle von Hoch— kirch ſich einige Regimenter der preußiſchen Armee zuſammenzogen, um gegen den unerwarteten Feind einzudringen, wie er ſich ſchnell auf das Pferd warf, um ſeine Perſon hinter der Fronte pflichtmaßig in Sicherheit zu bringen.„Wohin, Herr Feldprediger?“ rief der Oberſt in ſcherzhaft gutmüthigem Tone, „halten Sie fein Stich und bleiben Sie bei uns.“ Mit kaltmüthiger Beſonnenheit gab der Mann des Friedens dem Manne des Kriegs zur Antwort: Der Ruf geht nur an Euch, ihr Streiter, Und nicht an mich, der ich nur Hirte bin; Stich' halt ich nicht, ich reite weiter, Bis dort zu jenen Bergen hin; Da bet' ich dann, wie Moſes that, Bis ſich der Kampf geendet hat. Und ſo ritt er auch den Höhen von Doberſchütz zu. (Aus einem öffentl. Blatte.) Bekanntmachungen von Behoͤrden. ANA Een ng (623) Nachdem die Erben des dahier verſtorbe— nen großherzoglichen Hauptmanns Mändl die Er— klärung abgegeben haben, daß ſie deſſen Nachlaß nur sub beneſicio legis et inventarii autreten wollen, ſo werden in Gemäßbheit desfalls erhaltenen Auftrags großh. Hofgerichts, alle diejenigen, welche an den fraglichen Nachlaß Forderungen oder An— ſprüche irgend einer Art bilden zu können glauben, aufgefordert, dieſe ſo gewiß binnen ſechs Wochen von heute an, bei dem unterzeichneten Gerichte an— zumelden, als ſonſten die Erbſchaft den Erbintereſſen— ten überlaſſen und dieſe nur bis zum Belaufe der Taxation des Nachlaſſes für haftbar erklärt wer— den ſollen. Friedberg den 1. Oktober 1834. Großh. heſſiſches Landgericht daſelbſt. Hofmann. Weber. Wieſe zu verkaufen. (624) Auf Antrag des Curators von der Con— cursmaſſe der Philipp Kratze Wittwe zu Nauheim ſoll nachſtehende in der burgfriedberger Gemarkung gelegene Wieſe% 32 Ruthen im Ried iſt getheilt mit Johannes Mörler jun. zu Nauheim, Samſtag den 18. Oktober l. J., Mittags 3 Uhr, auf dem Rathhauſe zu Nauheim verkauft werden. Dorheim den 8. Oktbr. 1834. i Kurfuͤrſtliches Juſtizamt daſelbſt. Halberſtadt. Verſteigerung eines Gaſthauſes ꝛc. (626) Mittwoch den 22. d. M., Nachmittags 1 Uhr, wird das Gaſthaus zum goldnen Ritter da⸗ hier, beſtehend in einem geräumigen zweiſtöckigen Wohnhauſe mit 8 heitzbaren Zimmern, 2 Küchen, 1 Waſchküche, 1 Spezereiladen, 1 gewölbten und 2 Balkenkellern zu 50 Stückfaß, Stallung für 15 Pferde, mehrere Stück Rindvieh, und Schweine, 1 Holzſchoppen, 1 großen Scheuer, nebſt einem ſchönen 1 Morgen haltenden Obſtgarten, ſo wie 22 Morgen Ländereien, im Hauſe ſelbſt, erbabthei⸗ lungshalber öffentlich verſteigert. Friedrichsdorf den 4. Oktober 1834. P Achard, Stadtſchultheiß. Schreinerarbeit-Verſteigerung zu Niederwöllſtadt. (632) Die in der Schulſtube zu Niederwöllſtadt vorzunehmende Schreinerarbeit iſt voranſchlagt zu 152 fl. und ſoll Montag den 20. d. M., Vormit⸗ tags 10 Uhr, an den Wenigſtnehmenden auf hieſi— gem Rathhauſe verſteigert werden. Niederwöllſtadt den 15. Oktbr. 1834. Der Bürgermeiſter Bauſch. Markt zu Altenſtadt. (633) Der jährliche hieſige Herbſ-Waaren⸗Markt fällt gewöhnlich auf Donnerſtag nach Gallus, und wird demnach auch diesmal Donnerſtag den 23ten Oktober abgehalten. Ich erſuche die großh. Herren Bürgermeiſter, dieſes in ihren resp. Gemeinden gefälligſt zur öffent— lichen Kenntniß zu bringen. Altenſtadt den 8. Oktober 1834. Der Bürgermeiſter Bertalott. NN Bekanntmachungen von Privaten. Unterricht in der Mathematik. (616) In Folge mehrerer gefälligen Anfragen, ob ich mathematiſchen Unterricht geben wolle, beehre ich mich zu erklären, daß ich vom 1. Decbr. l. J. an geſonnen bin Unterricht in der reinen Mathe— matik zu ertheilen. Diejenigen, welche Theil daran 9 zum 15. Novbr. l. J. bei mir anzuzeigen, damit ich die nöthige Eintheilung treffen kann. Friedberg im Oktober 1834. Der großh. heſſ. Kreisgeometer G. Bindernagel II. (634) Eine brave Viehmagd wird geſucht. Billige Baum wollenzeuge. (635) Baumwollen⸗Kleiderzeuge, breit, werden bedeutend unterm Fabrikpreis abgegeben bei Louis Mann. Kapital auszuleihen. (636) 200 fl. Curatelgelder zu 5 Procent liegen gegen gerichtliche Verſicherung zum Ausleihen bereit in Oſſenheim bei Georg Walther. (637) 100 fl. Vormundsgelder liegen gegen dop⸗ pelte Sicherung zum Ausleihen bereit. Ausgeber dieſes ſagt wo? Bei C. Bindernagel in Friedberg iſt ange— kommen und um den dabei geſetzten Preis zu haben: 50ſte Sitzung der Lten Kammer der groß. heſſ. Land⸗ ſtände. Berathung über die von der Staatsregie— rung vorgelegte Geſetzespropoſition, die Beſtrafuug der Forſtvergehen und Forſtfrevel betreff. gehört auch ein Bericht über den Antrag der Abg. Goldmann, Prätorius(von Homberg) und Wolff, auf Anlegung einer täglichen Poſtverbindung zwi— ſchen Friedberg und Salzhauſen. 2 f 52ſte Sitzung. Berathung über den Hauptvoranſchlag der Staatsausgaben fuͤr die Jahre 1833 bis 1835. 10 kr. Sackreuter, L., Kurze Geſchichte der chriſtliche Religion und Kirche. Ate Aufl. 18 kr. Wagner, G. W. J., Heſſiſches Volksbuch, oder Denkwürdigkeiten aus dem Vaterlande. 8 36 kr. Norvins, v., Geſchichte des Feldzugs von 1813. Aus dem Franzöſiſchen. Mit dem Plane der Schlacht von Lützen. 2 Bndch. gehef. 1 fl. 20 kr. Vereins-Zolltarif für die Königreiche Preußen, Bayern, Würtemberg und Sachſen, das Groß— nehmen wollen, erſuche ich, daſſelbe längſtens bis herzogthum Heſſen, das Kurfürſt. Heſſen ꝛe. 12 kr. Verkaufspreiſe 1 Pfund Leber- und Blutwurſt 12 kr. der Bäcker und Metzger vom 29. Septbr. bis zum 6. Ott. 1 Bratwurſt g 8 14 kr. Fur 1 kr. Milchbrod 6 Loth— Quint. 1 Schwartenmage 14 ke. R. Gemiſchtes. 8 7„ 2 77 1 05 Speck 7 8. 20 kr. „ 8 kr. Laden⸗Brod. 4 Ppfund 10—„ 1 Diorrfleiſch Jg 14 kr. „ kr. dito. N 83„„% 2 1» Schmalz 0 3 f 16 kr. 4 kr. dito 2„n Sa In der Judengaſſe bei den Metzgern: 4 Pfund Ochfenſeeiſch N„„ e. Eee 8 kr. 1„ Nierenfett 20 kr. eee 993 13 1 Kalbfleiſchß 8 kr. Fruchtpreiſe. 1„ Hammelfleiſch.. Waizen 6 fl. 15 kr. Gerſte 3 fl. 30 kr. 1„ Schpeinenfleiſch 9 kr. Korn 4 fl. 10 kr. Hafer 3 fl. 5 kr. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. 20 kr. 51ſte Sitzung. Fortſetzung der Berathung. Hierzu 13 lenen Berie verſt valle erf Vang lieg „elt „ſirt „We lege . Sti