Intelligenzblatt für die 0 D haftend* 2 1(Provinz Oberhessen 1 im Allgemeinen, rudel a, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. macher 8—̃— die ſe W„ 28. Sonnabend, den 12. Juli 1834. . . Amtlicher Theil. % Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg 1 an die großh. Buͤrgermeiſter und Beigeordneten der Nebengemeinden des Kreiſes. ichſch Betreffend: Die Beitreibung der Domanialgefälle, insbeſondere das desfalls erlaſſene Reglement. Norſol derſel — 6 Gleichzeitig mit dem heute ausgegebenen Intelligenzblatte wird ein Jeder von Ihnen einen Abdruck 114 der dem rentamtlichen Executionsperſonale zur Inſtruction dienenden Vorſchriften und Beſtimmungen erhalten. N Sie werden ſich genau damit bekannt machen, und nach Maasgabe derſelben die Amtshandlungen e Is gedachten Perſonals gehörig überwachen, etwaige Zuwiderhandlungen aber mir ſogleich anzeigen. baun Zugleich beauftrage ich Sie, die nachſtehende Bekanntmachung möglichſt zu verbreiten. Friedberg den 10. Juli 1834. cl Kuͤchler. dend. en Rette 4 gehen Bekanntmachung. 10 w Nach dem Artikel 78 des unterm 7. September 1832 erſchienenen Reglements und nach der Verord⸗ Zahle zung vom 8. Merz l. J.(Nr. 28 des Regierungsblatts vom 15. deſſelben Monats) ſetzen ſich diejenigen ber!“ Schuldner von Domanialgefällen der Gefahr bedeutender Nachtheile aus, die ihre an die großh. Rentämter uu leiſtenden Zahlungen ganz oder theilweiſe den Domänenboten, Rentamtsdienern und Mahnboten zur geſorgung an den betreffenden großh. Rentbeamten übergeben, anſtatt dieſe Zahlungen unmittelbar an ten großh. Rentbeamten zu leiſten.— Ein gleiches findet hinſichtlich der Forſtſtrafſchuldner nach Art. 129 ter Steuer⸗Executionsordnung, nach welcher die Forſtſtrafen beigetrieben werden, ſtatt. Es iſt nun zwar durch die allegirten Beſtimmungen dem rentamtlichen Executionsperſonale bei Strafe zer Entlaſſung anbefohlen worden, ſich der Annahme ſolcher, an die großh. Rentämter zu entrichtenden, gelder zu enthalten; im Intereſſe der Schuldner halte ich es indeſſen für angemeſſen, dieſe öffentlich von hen beſſehenden Vorſchriften zu unterrichten und vor Zahlungen an die genannten Diener zu warnen. zapftl Friedberg den 8. Juli 1834. . 5 Der großh. heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg. 1 1 Küchler. — Amer fa. Seit in den letzten zehn Jahren ſo viele unſerer Landsleute nach Amerika auswanderten, um dort eine neue Heimath zu ſuchen, iſt uns dieſer Erdtheil nicht mehr ſo fremd und ſo ferne, wie früher. Alle die, welche wegwandern, geben zwar ihr altes Vaterland und ihre alte Heimath auf; durch die Bande des Blutes und der Freundſchaft bleiben ſie aber doch mit denen, welche ſie verließen, immer noch vereint. Eben darum hatten wir uns ſchon längſt vorgenommen, bei einer ſchicklichen Gelegen— heit Eins und das Andere über das Land, welches jetzt ſchon ſo manchen Bewohner unſerer Wetterau als neues Vaterland bei ſich aufgenommen, über das Verhältniß dieſer neuen Bewohner, über ihre Schickſale ꝛc. den Leſern unſeres Blattes mitzutheilen. Wir wollten dadurch zugleich den Vorwurf von uns abwenden, als verſäumten wir die uns obliegende Pflicht, zeitig genug zu belehren oder wo's Noth thut zu warnen, das Gute und Schlimme, wel— chem unſere Brüder in dem neuen Erdtheile entge— gen ſehen, genau und ohne Vorurtheil und Hehl anzugeben, damit Jeder, welchen die Luſt anwan— delt, vorher ſich ſelbſt und ſeine Verhältniſſe prüfe, und Keiner ohne die ihm unentbehrliche Kenntniß jenes fernen Landes abreiſet, wo er ſich anzuſiedeln gedenkt, und wofür er ſo Vieles, was dem Men— ſchen werth und theuer iſt, aufopfert. Ehe wir uns indeß in den vollſtändigen Beſitz der unentbehrlichſten Materialien geſetzt ſahen, er— halten wir von unſerm geehrten Landsmanne, Herrn Ebenau, die Ankündigung einer Zeitſchrift, deren Beſtimmung iſt, ſich ausſchließlich mit den Verhältniſſen von Nordamerika(warum werden da— bei die Brüder, welche nach Braſilien zogen, über— gangen?) zu beſchäftigen, und die den Titel führt: Der Nordamerikanische Kundschafter. Was den Zweck betrifft, ſo verſpricht uns die Ankündigung Folgendes: Ueber das Unternehmen der Auswan— derung nach den Freiſtaaten überhaupt und im beſonderen Falle eine deutliche Einſicht und Beurtheilung zu verbreiten, namentlich auch unter den Klaſſen des Volks, welchen größere Werke und unpartheiiſch wahrhafte Unterweiſungen nicht zugänglich oder nicht verſtändlich ſind. Dieſer 166 kann zunächſt nur erreicht werden a) durch mög lichſt vollſtändige Kunde über den Zuſtand der Natur und Menſchheit in den Frei ſtaaten; es würde alſo zunächſt ein überſichtlich, populär faßlicher Umriß der geographiſch'ſtatiſtiſchen Verhältniſſe, vom Ganzen zum Einzelnen, vom Allge- meinen zum Beſonderen, vom Bekannteren zum Un⸗ bekannteren fortſchreitend, geliefert; das entworfene Bild durch Landes- und Volksgeſchichte, topographi⸗ ſche, naturgeſchichtliche, Charakter- und Sittenſchil⸗ derungen, Erzählungen ꝛc. immer lebendiger und anſchaulicher ausgeführt, die vorzüglichſten Schriften zu geeigneten Auszügen benutzt, und Sammlung, Prüfung und Vergleichung verſchiedener Nachrichten und Anſichten demgemäß unſer Geſchäft werden. Daran würde ſich ſchließen: b) ein fortwährender überſichtlicher Bericht über neue Auswanderungen, vorzugsweiſe von Deut— ſchen nach den Freiſtaaten, und uber die Schick— ſale und Lage der Aus gewanderten, ſo weir ſie zu unſerer Kenntniß gelangen und von allge⸗ meinem Intereſſe ſind; dergeſtalt, daß unſer Blalt in dieſer Beziehung als eine Art Chronik und als ein beſtimmtes Organ für öffentliche Mittheilung authentiſcher und glaubwürdiger Meldungen von Werth und Gehalt zu betrachten wäre. c) Betreffend die Auswanderung ſelbſt, ſo würde die beabſichtigte Wochenſchrift ſich eben ſo⸗ wohl vor enthuſiaſtiſcher und unbedingter Aufmunterung und Anpreiſung hüten, als vor engherziger Abmahnung, welche einerſeits unſtatthafte Träumereien, andererſeits übertriebene Beſorgniſſe nähren könnten. Vielmehr würde bei ihren Aufſätzen einer unbefangenen und umſichtigen Erwägung und Vergleichung der Vortheile und Nachtheile, welche in bürgerlicher und moraliſcher Beziehung zu erwarten ſtehen, ſtets Raum gegeben, und jederlei Art von Gutachten, das mit Kenntniß, Urtheil und Wahrheitsliebe abgefaßt iſt, und den Tagesſtreit der politiſchen Theorien nicht zum Ge— genſtand hat, würde hier zuläſſig erkannt werden. Die oben bezeichnete Wochenſchrift wird um den halb⸗ jahrlichen Preis von 56 kr., in Quartformat und vorläufig im Umfang von einem halben Bogen wöchentlich, im Verlag der Andr. Heller' chen Hofbuchdruckerei und Buch⸗ handlung in Büdingen erſcheinen. Der Unterzeichnete, dem als Mitarbeiter namentlich Herr Gymnaſtaldirektor Thudichum ech ni Zuſth en 8 erſichtl tatiſtiſh dom Alz zum ntworſe pograr zittenſch iger u. Schrift immlun achricht werde cht üh on Den e Schi „ ſo on al ſer B und ittheiln gen l. el eben ſ dingtet n, all inerſeitz trieben rde bei ſchlig eile 1. oraliſh gegelg, Fenntuß, und del zum G. werden. den halb p voflaufſ ntlich, k und But ele, den Thudichu zu Büdingen ſich anſchließen wird, hat ihre Redaction uͤber⸗ nommen, und fordert Nahe und Ferne zu geneigter Unter⸗ ſtützung jeder Art hierdurch freundlichſt auf, indem er ſein Vorhaben prüfender Aufmerkſamkeit empfehlen und zugleich demerken will, daß man bei Einſendungen oder Beſtellungen ſich an die vorgenannte A. Heller' ſche Buchhandlung zu Büdingen wenden möge. K. Ebenau. Wir hoffen und erwarten zuverſichtlich, daß dieſe Zeitſchrift alles das, was wir nur in kurzen Umriſſen und Andeutungen zu geben uns vorgenom— men hatten, gediegen und vollſtändig mittheilen wird, und empfehlen ſie deswegen denjenigen un⸗ ſerer Leſer, welche hierüber nähere Belehrung wün⸗ ſchen. Doch können wir nicht umhin, hier noch Folgendes im Allgemeinen zu bemerken. Die Erde iſt zwar überall„des Herrn„, aber nicht überall finden wir Vaterland, Heimath, Ver⸗ wandte und Freunde. Wer dieſe Güter zu ſchätzen weiß, der prüfe vorher ſich genau, was er gegen den neuen Boden, den er ſucht, aufgibt. Nament⸗ lich bedenke jeder wohl, daß er nur durch Bie— derkeit, Fleiß und Ordnung ſich in eine vor— theilhafte Lage und in glückliche ökonomiſche Ver⸗ hältniſſe ſetzen kann, daß er ohne dieſe drei Erfor— derniſſe nie und unter keinem Himmelsſtriche weder glücklich noch wohlhabend werden wird.— Ferner: der Geiſt des Menſchen iſt gar ſehr geneigt, ſich alles das, was zukünftig iſt oder ferne liegt, mit ſchöneren und glänzenderen Farben auszumalen, als die Nähe und die Gegenwart ſich ihm darſtellt. Darum ſey er ſehr vorſichtig, wenn er einen Schritt thun will, der nicht nur über ſein, ſondern ſeiner Kinder und Angehörigen Schickſal auf ewige Zeiten entſcheidet, daß ihn ſeine Phantaſie nicht irre leite. Wer wegziehen will, muß darum ſeine Lage und ſeine Verhaltniſſe zuvor nicht mit ſich allein, ſon— dern mit unpartheiiſchen Männern prüſen, aber ja nicht auf Ein— vielleicht einſeitiges Schreiben ſich zum Fortziehen beſtimmen laſſen. Gar Manchen von denen, welche wegzogen, geht's ſehr ſchlecht; aber wir erfahren's nicht immer, denn ſie ſchämen ſich, die ſchlimme Lage, in welche ſie ſich ſelbſt ge— ſtürzt haben, offen darzulegen. Darum hören wir ſelten die Schattenſeiten. Und wie viele Andere nd noch außerdem, die das Meer verſchlang, oder die einſam der Tod übereilte, ehe ſie nur das Ziel erreicht, oder die der Gram uber das, was ſie auf ewig aufgegeben haben, verzehrt! Von Allen die⸗ ſen vernehmen wir nichts mehr. Doch ſoll dies den, der dort ſein Glück zu finden überzeugt iſt, nicht gerade abſchrecken. Eine unpartheiiſche Zeitſchrift wird uns gründ— lich über ſolche und ähnliche Punkte belehren. Die Redaction. Die Obſtbaͤume. Fuͤr uns Wetterauer iſt die Obſtbaumzucht viel zu wichtig geworden, als daß wir uns nicht zuweilen in dieſem Blatte darüber beſprechen ſollten. Eine Menge von Obſtalleen ſind namentlich an den neuen Straßen oder an andern Plätzen in unſeren Zeiten neu angelegt worden, und alljährlich wer⸗ den viele tauſend junge Bäume geſetzt;— ein Be⸗ weis, daß man den Nutzen, welcher aus der Obſt⸗ baumzucht entſpringt, in unſerer Wetterau keines⸗ wegs mehr verkennt. Eben darum wird es aber auch Pflicht, daß, wer Erfahrungen geſammelt, ſie ſeinen Landsleuten mittheile. Das gibt alsdann Veranlaſſung, ſich weiter zu beſprechen, gründlicher zu prüfen, und der Nutzen wird ſpäter nicht aus⸗ bleiben. Unſer werther Landsmann, Herr Pfarrer Eigen⸗ brodt zu Södel, ſpricht in Nr. 16 der landwirth⸗ ſchaftlichen Zeitung über die Urſachen, warum die Aepfelbäume in manchen Feldmarken ſelten Früchte bringen. Nach ſeiner Erfahrung iſt der kleine Froſtſchmetterling(Phalæna geometra bru- mata) der häufigſte und gefährlichſte Zerſtörer der Blüthen, den man am beßten durch das einfache, von dem großen Naturforſcher Linne vorgeſchlagene Mittel abhalten könne, indem man nämlich in den Monaten Oktober, November und Dezember Papier— ſtreifen, die mit Theer beſtrichen ſind, um den Baum windet, das Beſtreichen aber alle Paar Tage wiederholt. Bäume, die in der Nähe von Wieſen und in feuchten Gründen und Thälern lägen, hät⸗ ten weit häufiger Obſt, als die an hoch und trocken liegenden Orten, weil durch die Nebel und feuchten Fröſte der Niederungen jenen Froſtſchmetterlingen wahrſcheinlich ſchädlich wären. Auch nach Wintern, welche ſtarkes Glatteis gehabt, gerathe darum das Obſt häufiger, als in trockenen Vorwintern, welche den Schmetterlingen günſtig wären.— Wir ſtim⸗ men dem im Allgemeinen vollkommen bei. Nur in Einem Stücke ſind wir nicht gleicher Meinung. Wir glauben nämlich nicht, daß der Apfelbaum von Natur eine niedere und feuchte Gegend liebe; im Gegentheile ſind wir überzeugt, daß er darin zwar ſchnell aufwachſe, daß er aber nur in etwas höheren, beſonders der Morgen- und Mittagsſonne ausgeſetzten Gegenden ſeiner Natur nach recht ge— deihe. Er iſt darin von dem Birnbaum ſehr ver— ſchieden, und neigt mehr zur Rebe, die noch höhe— ren, noch ſonnigeren Boden liebt. Nur müſſen ſie freilich nicht vereinzelt ſtehen und gegen Nordſtürme geſchützt ſey?n.— Indeſſen wollen wir uns gerne unſeres Urtheiles begeben, wenn erfahrnere Männer uns widerlegen. Bei dieſer Gelegenheit erlauben wir uns, auf einige andere Punkte aufmerkſam zu machen. 1) Edlere Apfelſorten werden in der Regel nicht ſo gut gedeihen, wie geringere, beſonders ſolche, die mit unſerm wilden Apfelbaum am nächſten verwandt ſind. Wenn man darum viel Obſt haben will, ſo pflanze man ſolche Bäume, die unſerm Klima am angemeſſenſten erſcheinen. In der Wetterau werden die ſogenannte Schaafnaſe, der Bamberger, der Glasapfel, der Anhalter, der weiße Madapfel und der Gräfenſteiner am häufigſten ge— deihen. Auch der Borsdorfer und von den Reinetten die rauhe und die Kaiſer-Reinette, die wohl zu den wohlſchmeckendſten gehören, hier und da ſelbſt der weiße Carlville, gerathen oft. 2) Der allzuſchwere, namentlich der Lehm— Boden iſt dem Apfelbaume nachtheilig. Es wird deswegen gut ſeyn, bei der Anpflanzung in ſolchem ſchwerem Boden, deſſen die Wetterau viel hat, jedesmal dem Baume ein Körbchen Sand oder Kies zu geben. 3) Der Apfelbaum muß Raum haben, da— mit er ſich ausbreiten kann. Kein Baum, ſelbſt der Birnbaum, verlangt ſo viel Platz, wie der Apfelbaum, als wache er eiferſüchtig darauf, daß nie die Sonne ſeinen Stamm beſcheine. Hierin und überhaupt bei Obſtpflanzungen, wird im nördlichen Theile der Wetterau am meiſten ge— fehlt, ſo daß man geneigt wäre zu vermuthen, es komme den meiſten Menſchen nur auf die Menge der Bäume, nicht auf die Menge und Güte der — 188 Frucht an. Wahrend Ein Viertel Morgen Land mit 6 Apfel- oder ſtatt deren mit 12 Zwetſchen⸗ baumen übrig genug hat, ſieht man dreißig, vier— zig, ja noch mehr auf demſelben, ſo daß oft das Stück eher einem Walde als einer Obſtpflanzung ähnlich iſt. Bedachte man doch, daß Ein Ba um, der ſich ausbreiten kann, mehr Früchte bringt, wie ſechs zuſammengepreßte Baume, die gleich den Pappeln nach dem Himmel ſtreben, und außer der kleinen Krone gar nicht fruchtbar ſeyn können! 4) Neben dem Reinigen der Bäume von Raupen⸗ neſtern vergeſſe man nie das Reinigen von über⸗ flüſſigem Moos- und Flechtwerk, das ſich be⸗ ſonders in der Nähe von Waldungen haufig anſetzt. Dieſes geſchieht am beßten nach einem durchdringen— den Sommerregen; endlich 5) können wir nicht umhin, eines ſonderbaren Gebrauches zu erwähnen, welcher in der Gegend von Friedberg herrſchend iſt. Er beſteht darin, daß man, dem Nachbar zum Trutze, hauptſächlich die Gränzen voller Bäume ſetzt. Dieſer thut desgleichen, und ſo geſchieht's, daß nicht ſelten beide— um Ober— und Unternutzen, wenigſtens großentheils, kommen. Bekanntmachungen. Candſtändiſche Verhandlungen betreffend. (418) Von den Verhandlungen der zweiten Kammer der Landſtände des Großherzog— thums, von ihr ſelbſt amtlich herausgegeben, ſind bereits vier Hefte Protokolle, welche das tte bis 24te vom 20. Juni begreifen, erſchienen und an die Abonnenten verſandt worden. Da demnach dieſe Verhandlungen ſo raſch, als es bei dem be⸗ ſtehenden Geſchaͤftsgang nur immer moͤglich iſt und weit früher als ſeither geliefert, auch durch keine andere inländiſche Zeitſchrift auf irgend voll— ſtändige Weiſe mitgetheilt werden, ſo rechnet der unterzeichnete Verleger auf ein zahlreiches Abonnement. Der Abonnementspreis für die vollſtändigen Verhandlungen der zweiten Kammer iſt auf gutem Druckp. pr. Bogen 3 kr. und es können ſolche durch jede löbliche Poſtexpedition und jede Buch⸗ handlung dafür poſtfrei bezogen werden. Wenn demnach ſich an jedem Orte, nur 4 bis 6 Perſonen ſich für dieſe Angelegenheiten lebhaft intereſſiren, die ſie zunächſt betreffen, und für das Abonne— ment zuſammentreten, ſo kann Jedermann für inen lunge JN (305 deabſ 8 binne heim erthe a0 Hach wern. drei Janzu heil 00 Leabf Deſte elbe geri asi * »inen geringen Beitrag dem Gang der Verhand— ungen folgen. Darmſtadt den 3. Juli 1834. Carl Wilhelm Leske. In Friedberg kann die Expedition beſorgen Carl Bindernagel. Glaubiger-Aufforderung. 382) Suſanna Ambron von Niederurſel veabſichtigt nach Heddernheim, im Herzogthum Naſſau, auszuwandern. Nechtsanſprüche an dieſelbe ſind vinnen drei Monaten bei großh. Landgerichte Roͤdel— Heim anzumelden, gegenfalls die Entlaſſungsurkunde ertheilt werden wird. Friedberg den 16. Mai 1834. N Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg. Küchler. Gläubiger-Aufforderung. 405) Jakob Wenzel von Ilbenſtadt beabſichtigt ach Schwabing im Königreiche Baiern auszuwan⸗ ern. Rechtsanſprüche an denſelben ſind binnen erei Monaten bei großh. Landgerichte Groskarben unzumelden, gegenfalls die Entlaſſungsurkunde er— theilt werden wird. Friedberg den 13. Juni 1834. Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg. Küchler. Gläubiger- Aufforderung. 106) Johann Chriſtian Foͤrſter von Rödelheim teabſichtigt nach Unterlanzendorf im Kaiſerthume Deſterreich auszuwandern. Rechtsanſprüche an den— Aben ſind binnen drei Monaten bei großh. Land— erichte Rödelheim anzumelden, gegenfalls die Ent— aſſungsurkunde ertheilt werden wird. Friedberg den 10. Juni 1834. Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg. Küchler. a Edictalladung. 414) Nachdem bei dem hieſigen Gerichte lange zeit eine Curatel für den ſeit etwa vierzig Jahren ibweſenden Ludwig Carl Strudel von Butzbach be— anden hatte, wurden vor einiger Zeit mehrere zurch den königlich preußiſchen Conſul zu Marſeille gehörig legaliſirte Urkunden vorgelegt, wonach Ludwig (Strudel in Marſeille mit Hinterlaſſung eines Kindes, ter Louiſe Charlotte Eliſabetha Strudel, geſtorben iſt. Da jedoch aus dieſen Urkunden die Identität er Perſon des Verſtorbenen, mit dem bisher ab— weſenden Ludwig Carl Strudel, obwohl ſolche durch emdere Beweismittel unterſtützt wird, nicht zur Ge— nüge erhellt, überdies aber auch vor der Exportation les Vermögens ſämmtliche auf demſelben haftende Schulden hierorts angegeben werden muͤſſen, ſo werden alle diejenigen, welche aus irgend einem Rechtsgrunde Forderungen oder ſonſtige Anſprüche an das Vermögen des Ludwig Carl Strudel zu bilden haben ſollten, hiermit angewieſen, dieſe ſo gewiß binnen ſechs Wochen dahier geltend zu machen, als ſonſten das vorhandene Vermögen an die ſich gemeldet habende Erbin ſofort ausgehändigt wer— den ſoll.— Friedberg den 28. Juni 1831. Großh. heſſiſches Landgericht daſelbſt. Hofmann. Weber. Bekanntmachung. (431) Der Wittwer und Maurermeiſter Wilhelm Birkenſtock zu Obermörlen iſt für einen Ver— ſchwender erklärt und demſelben in der Perſon des Philipp Morſchell, Pfarrgaſſe zu Obermörlen, ein Curator beſtellt worden. Indem man dieſes mit dem Anfügen zur offentlichen Kenntniß bringt, daß alle ohne Conſens des Curators mit Wilhelm Birkenſtock abgeſchloſſene Rechtsgeſchäfte für wirkungslos werden erkannt werden, fordert man zugleich alle Gläubiger des Wilhelm Birkenſtock hiermit auf, ſo gewiß binnen 4 Wochen dem Curator ihre Rechnungen einzurei⸗ chen, als ſonſten darauf bei Befriedigung der Gläubiger keine Rückſicht genommen werden ſoll. Friedberg den 30. Juni 1834. Großh. heſſiſches Landgericht daſelbſt. Hofmann. Weber. (419) Es liegen hundert Gulden Vormundsgelder gegen gerichtliche Hypothek, zu 5 Procent, bei dem Unterzeichneten zum Ausleihen bereit. Burggräfenrod den 8. Juli 1834. Hartmann Moſcheroſch, Curator. (420) Montag den 21. Juli d. J., Nachmittags um 2 Uhr, ſoll der Bauplatz an Adam Kehr und Ludwig Hieronimus Haus in hieſigem Rathhauſe einer öffentlichen meiſtbietenden Verſteigerung aus⸗ geſetzt werden, wozu die Kaufliebhaber einladet Friedberg den 10. Juli 1834. Der Beigeordnete Boutemy. (421) In der Judengaſſe Nr. 12 ſind 4 Räder von einer Chaiſe, noch gut im Stande, zu verkau⸗ fen bei Salomon Schwaab. (422) Mittwoch den 23. d. M. wird der zweite diesjährige Vieh- und Krämermarkt dahier abge— halten. Butzbach den 8. Juli 1834. Der Bürgermeiſter B. Küchel. 8 Bekanntmachung. (423) Die Abhaltung der auf den 26. und 27. Auguſt d. J. fallenden Jahrmärkte dahier bleibt eben ſo, wie die Abhaltung aller folgenden, bis auf Weiteres eingeſtellt. Vilbel den 8. Juli 1834. Der großh. Bürgermeiſter Hinkel. (424) Mittwoch den 16. Juli d. J., des Vor⸗ mittags um 10 Uhr, ſoll zu Niederwöllſtadt auf daſigem Rathhauſe von ungefähr 60 Morgen ein⸗ ſchürigen Wieſen das Gras in mehreren Abtheilun⸗ gen verſteigert werden. Es wird gegen einen vom Orts vorſtand ausgeſtellten Zahlungsfähigkeits-und Bürgſchein ein Kredit bis Michaeli dieſes Jahrs gegeben. Niederwöllſtadt am 10. Juli 1834. Der Bürgermeiſter Bauſch. g Bekanntmachung. 5 5 Dienſtag den 22. l. M., Morgens um 8 hr, ſollen die nachbenannten Waaren: circa 220 Pfund Kaffee, „ 450 Zucker und 716 diverſe Ellenwaaren auf hieſigem Rathhauſe gegen gleich baare Zahlung auf's Meiſtgebot öffentlich verkauft werden. Friedberg den 10. Juli 1834. Der großh. Ober⸗Grenz⸗Controleur Fehr. (426) Dienſtag den 15. d. M., Nachmittags 2 Uhr, ſollen von dem Auguſtiner⸗Schulſpeicher dahier 35 Malter 7 Meſten Korn aus der vorjaͤhrigen Erndte in der Behauſung des Hrn. Boutemy öffent⸗ lich an die Meiſtbietenden verkauft werden. Friedberg den 10. Juli 1834. Der Schulpfleger Steinhäußer. Edictalladung. 3 Nach Ausweis des Hypothekenbuchs haben eorg Schaub sen. und Ehefrau zu Buͤdesheim folgende gerichtlich verſicherte Darlehen aufgenom⸗ men, bei 1) Amtsrath Koch zu Büdesheim mit 500 fl. am 18. Februar 1809. 2) Schullehrer Johann Adam Kreß zu Bocken⸗ heim im Betrage von 350 fl. den 21. Okto⸗ ber 1811. 3) Schultheiß Friedrich Wieſenbach zu Büdes⸗ heim mit 250 fl. am 5. Februar 1812, und 4) bei Amtmann Rauch zu Windecken im Betrage von 850 fl. am 24. Februar 1814. Da die Erben der Georg Schaubiſchen Ehe⸗ leute den Immobiliar⸗Nachlaß ihrer Erblaſſer thei⸗ len und theilweiſe veräußern wollen und jene Schul⸗ 7 7 * den berichtigt ſeyn ſollen, ſprechenden Original-Schuld⸗ bungen als verloren nicht producirt werden können, ſo werden die oben genannten deren Erben oder wer ſonſt tend machen zu können glaubt desfallſigen Anſprüche ſo gewiß innerhalb 6 Wochen vor dem unterzeichneten Landgericht vorzubringen, als ſonſt die fraglichen Hypotheken für erloſchen erklart werden. Groskarben den 28. Juni 1834. Großh. heſſiſches Landgericht daſelbſt. Buf f. (428) Dienſtag den 15. l. M.„Morgens gegen 9 Uhr, ſollen im ockſtaͤdter Gemeindewald— in dem ſogenannten Kühkopf— 10 3002 Stück eichene Schlagwellen, 2) 1667 eichene Baumſtützen 5 3) 1 Stecken Prügelholz meiſtbietend einer Verſteigerung ausgeſetzt werden, mit der Bedingung, daß bis zum 2. Januar 1835 Zahlungsfriſt geſtattet wird. Ockſtadt den 10. Juli 1834. Der Bürgermeiſter Gröninger, (429) Nächſtkünftigen Sonntag den 13. Juli iſt gut beſetzte Tanzmuſik bei mir anzutreffen, wozu höflichſt einladet Friedberg den 10. Juli 1834. Friedrich Chr. Siek. (430) Für die Wetterbeſchädigten im Kreise Grünberg ſind bei dem Unterzeichneten eingegangen: von Hrn. S. Offenbach 1 fl., von Hrn. Bergrent⸗ meiſter Hutter 1 fl. 45 kr., von Hrn. S. Lindheimer 35 kr., von Hrn. Apotheker Werner 1 fl. 45 kr., von Hrn. Steuerkommiſſar Bingmann 1 fl. 45 kr., von Hrn. H. Salzmann 1 fl. 45 kr., von Hrn. Kaufmann G. Groß 1 fl. 45 kr., von Hrn. Major Schmalkalder 1 fl. 45 kr., zuſammen 12 fl. 5 kr., welchen Betrag ich heute auf der hieſigen Poſt zur Beförderung an Herrn Kreisrath Ouvrier zu Grün⸗ berg abgegeben habe, und worüber ich im nächſten Blatte Quittung vorlegen werde. Um fernere Beiträge bittet Friedberg am 9. Juli 1834. Flemming. e 0 1 Pfund Leber- und Blutwurſt 8 12 kr. der Bäcker und Metzger vom 14. bis zum 21. Juli. 1* Bpatwurſtt 8 14 kr. Für 1 kr. Milchbrod 5 6 Loth 3 Quint. 1 Schwartenmagen 14 fr. * 8. Gemiſchtes 7. 2 7 1* Obrrfeiſch. 4 9 1 r. Laden⸗Brod. 4 Pfund 16 Loth.* or. „ 6 715 dito 3 3 5 77 12 1* Schmalz—*. 2 5 16 kr. „ 4 25 dito. 2, In der Judengaſſe bei den Metzgern: r dito. 1„ 4„ 1„ Kühlleiſ N 5 3 0 5 8 kr. 1 pfund Ochſenfleiſch i 1 Rüudſleſſt Muc 9 kr. 1„ Nierenfett 20 kr. j 1 Kalbfleiſch 6 kr. 5 Fruchtpreiſe. 1„ Hammelfleiſch. 8 kr. Waizen 5 fl.— kr. Gerſte 3 fl. 15 kr. 1 Schweinenfleiſch 5 8 kr. Korn 3 fl. 28 kr. Hafer 2 fl. 40 kr. Gedruckt und verſegf Unter Verantworklichkeit von Car Biaderſagel. Gläubiger und resp. Anſprüche darauf gel⸗ „ aufgefordert, ihre während die hieruͤber und Pfand-Verſchrei⸗ 1 2 Woo Anſt.