der Mat⸗ 26. Ok⸗ tzung des teinde. Donners⸗ Ihr: Ver⸗ ichen Ju⸗ 9½ Uhr rrer Aus⸗ inderkirche rrer Aus⸗ Bechtols⸗ reinigung igend der der kon⸗ der Jo⸗ dem Re⸗ irchen im Feier des vier Ge⸗ in. untagvor⸗ berg. Ab⸗ intag den ormittags dtadtkirche Chors des Becker. Familien⸗ sangsvor⸗ Die Fest⸗ uenhagen. ind deren eibwaren⸗ eur Bütt⸗ ormhaus, ster Heß, eder ein⸗ m 2. Vor⸗ „ Markt⸗ lbendkasse ingeführte en keinen zu emp⸗ 1 sichern. er, Stein⸗ Preußer, g. Ruths, Uhr, im Fhrentafel zerteilung Zöglings⸗ Sonntag rgerückten n pünkt⸗ Darnach: Musik⸗ — eindruckerei onntagsgruß Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen Nr. 43 Gießen, 22. Sonnt. n. Trinitatis, den 31. Oktbr. 1920 9. Jahrg. Reformationsfest. 1. Kor. 16, 13. Wachet, stehet im Glauben seid männlich und seid stark. Zum Reformationsfest mag ein Wort unseres Martin Luther an der Spitze un⸗ serer Betrachtung stehen, ein Wort, das uns besonders zeitgemäß erscheint:„Das weiß ich wohl, daß kein Staat durch Ge⸗ setze gut regiert werden kann. Denn ist die Obrigkeit verständig, so regiert sie alles besser nach natürlichem Rechtsinn als nach Gesetzen; ist sie aber nicht verständig, so wird sie durch Gesetze nur Uebles zutage fördern, da sie nicht versteht, sie zu ge⸗ brauchen und der Zeit anzupassen. Darum ist in den Staaten mehr dafür zu sorgen, daß gute und verständige Männer an der Spitze stehen, als daß Gesetze gegeben wer⸗ den; denn diese werden selber die besten Gesetze sein, da sie alle Mannigfaltigkeit einzelner Vorfälle nach lebendigem Rechts⸗ sinn zu beurteilen wissen werden“. Was uns heute fehlt, sind nicht Gesetze; deren haben wir schon mehr als genug; es sind Männer, wirkliche Führer des Vol⸗ kes aus den schier endlosen Wirren der Zeit. Heiße Sehnsucht ergreift uns oft nach solchen Männern; Besten der Nation begegnen sich wohl im Gebet zum Lenker der Geschichte, um eine gnädige Führung unseres armen, irregelei⸗ teten Volkes.„ Das Gedächtnis an die Menschheitstat Luthers gibt uns in unserem Hoffen und Sehnen einen Lichtblick und leitet unsere Gedanken nach einer bestimmten Richtung: Ein wahrhafter Führer zum Aufstieg und zur Freiheit muß ein Mann Gottes sein und gleichzeitig ein Mann von echt volkstüm⸗ licher Art, aus den Tiefen rein deutschen Wesens emporgewachsen und getragen von der Kraft deutscher Sittlichkeit und deutsch verstandener christlicher Frömmigkeit. Fort mit aller fremden Wesensart, fort auch mit der Lauheit oder gar Feindschaft gegen unsere christliche Religion! Soviele sich auch als Volksbeglücker an⸗ preisen— keinem andern Manne wird es gelingen, uns wieder aus den Abgründen emporzu eiten, als einem solchen, der im Tiefsten seiner Seele sich we ensverwandt fühlt mit Doktor Martin Luther, er üllt von dessen Kraft und Glaubensmut, Charakter⸗ stärke und unbeugsamem Trotz: „Ein' feste Burg ist unser Gott, Ein' gute Wehr und Waffen!“ und die Edelsten, die ö Ein Winter an der Bzura. Aus dem Krieg stagebuch des Hauptmanns d. R. Landgerichtsrat Trümpert in Gießen. Nachdem meine Wunde zugeheilt war, befand ich mich, wie ich bereits früher (Sonntagsgruß Nr. 36) erzählt habe, seit dem 6. November bei der Ersatzabteilung des Feldartillerie-Regiments Nr. 61 in Tarm⸗ stadt. Der Zustand meiner Nerven ließ noch recht zu wünschen übrig; ich schlief sehr schlecht und war meist in gedrückter Stimmung. Ich hatte gehofft, durch dienst⸗ liche Beschäftigung werde sich das bald bessern, aber für mich als Hauptmann war keine Verwendung bei der Ersatzab teilung, da hinreichend Offiziere, nicht felddienstfähige, sowie solche, die krank oder verwundet ge⸗ wesen, vorhanden waren. Als großes Glück empfand ich es, daß ich bei meiner Multer wohnen konnte. sowie zwei meiner Schwestern und zwei junge Pensionärinnen suchten mich auf andere Gedanken zu brin⸗ gen und aufzumuntern, und abends waren wir bei gemeinsamen Spielen manchmal wohl vergnügt. Zwei Offizi re meiner Ab⸗ teilung, die bis Anfang November ver⸗ wundet waren, Hauptmann Fre senius und Leutnant Müller, befanden sich in Wies⸗ baden bzw. Mainz, und wir verabredeten uns, gemeinsam wieder zu unserem Regi⸗ ment, das inzwischen nach dem östlichen Kriegsschauplatz gekommen war, zurückzu⸗ Sie, kehren. Hauptmann Fresenius gelang es auch, beim stellvertretenden Generalkom⸗ mando in Frankfurt a. M. die Erlaubnis hierzu zu erwirken. Es wurde noch ein kleiner Transport von Unteroffizie en und Mannschaften für das Reserve⸗Felbactillerie⸗ Regiment Nr. 25 au,gestellt und ich als ältester Offizier zum Transportfüh er be⸗ stimmt. Der Abtei ungsarzt Dr. Reinewald (aus Gießen) impfte uns mehreremale gegen Cholera und Typhus, und dann waren wir reisefertig. Acht Tage hatte ich noch ein⸗ mal bei meinen Lieben in Gießen sein dürsen und dann zum zweitenmal den bitter⸗ schweren Abschied nehmen müssen. Und nun fahre ich mit meinen Tagebuchaufzeich⸗ nungen fort: 17. Dezember 1914. Heute früh um 8 Uhr reiste ich von Darmstadt ab. Meine Mutter und meine Schwester hatten mich an die Bahn begleitet. Wird uns ein Wiedersehen beschieden sein? In Frankfurt a. M. trafen Hauptmann Fresenius und Leutnant Müller zu mir. Ich habe einen —— — 170— Transport von 6 Unteroffizieren und 21 ich auch noch über Weihnachten zu Hause Mann für das Regiment mitbekommen. Lieber wäre uns gewesen, wir drei hätten für uns mit unseren Burschen fahren kön⸗ men. Ich habe als Burschen Kanonier Acker⸗ mann aus De heim mitgenommen, der mit der 5. Batterie ausgerückt und bei Mouzon durch einen Granatschuß in den Arm ver⸗ wundet worden war. Wir fuhren im Eil⸗ zug über Fulda, wo meine Schwägerin und meine Nichte am Bahnhof waren und mein Bruder zu uns stieg, um bis Bebra mitzu⸗ fahren, wo wir noch zusammen zu Mittag aßen, Eisenach, Erfurt, Halle nach Berlin wo wir um 8.19 Uhr abends am Anhalter Bahnhof ankamen. Da wir erst am andern Morgen weiterfahren konnten, mußte ich meine Leute die Nacht unterbringen und wurde an den Bahnhof Friedrich straße ver⸗ wiesen, von dort aber an den Schesischen Bahnhof. Wir hatten sehr viel Gepäck, Pa⸗ kete mit Winlersach en für Offiziere des Re⸗ giments u dgl., was alles in zwei Drosch⸗ ken verpackt wurde, denen die Mannschasten. zu Fuß folgten, unter Führung von Leut⸗ mant Müller erst nach Bahnhof Friedrich⸗ straße, dann nach dem Schlesischen Bahnhof, wo sie natürlich erst spät ankamen. Ich wunderte mich, welches Aufsehen dieser lleine Transport in Berlins St aßen erregte, als ob Feldgraue dort eine seltene Erscheinung wären. Ich war mit dem Auto nach den beiden Bahnhöfen gefahren, und es war bald halb elf Uhr, als ich am Schlesischen Bahnhof fertig wurde. 19. Dezember 1914. Gestern ging die Eisenbahnfahrt im Personenzug über Posen nach Gnesen, wo wir nach zwölfstündiger Fahrt abends um 7 Uhr ankamen. Auf der Kommandantur wurde uns eröffnet, daß in den nächsten Tagen keine Personentrans⸗ porte nach der Front abgingen, und wir wurden zunächst hier in Gnesen einquartiert, die Unteroffiziere und Mannschaften zusam⸗ men in emer Wirtschaft, wir Offiziere ge⸗ trennt. Ich wohne bei Kaufmann L. Fran⸗ kowski, Bahnhofstraße 10, in einem Riesen⸗ salon, in dem ein schmales Feldbett steht, und der nicht warm zu bekommen ist; jedes kleine Zimmer wäre gemütlicher. 22. Dezember 1914. Noch immer sind wir in Gnesen, das wir eingehend be⸗ sichtigten. Sehr interes ant ist der alte Dom. Zum Mittag- und Abendessen trafen wir n drei drei uns immer, wobei wir zwisch Restaurationen wechselten. Nachmittags kamen wir in dem sehr hübschin Wiener Café zusammen, wo die neuesten Zeitungen eifrig studiert wurden. Heute kam nun der Befehl, daß alle in Gnesen befindlichen für die Front bestimmten Truppen morgen früh in Marsch zu setzen sind. Die Bahn wird nur für die Beförderung von Munition und Lebensmittel benußzt. Hätte ich geahnt, daß wir so langsam nach vorn kämen, dann hätte bleiben können. Aber Hauptmann Fresenius drängte immerzu, da er Angst hatte, wir kämen zu spät zum Einzug in Warschau. Wir erhalten einen Wagen für uns Offi⸗ ziere und zwei für unser Gepäck. 24. Dezember 1914. Da die bestell⸗ ten Wagen nicht erschienen waren, verspätete sich gestern unser Abmarsch von Gnesen; bei Schnee und kaltem Wetter ging dann der Marsch über Wittkowo, Stralkowo nach Skarboszewo, wo wir gegen Abend ankamen und bei dem katholischen Pfarrer gut unter⸗ gebracht waren. Heute früh Abmarsch über Stra!kowo bei hellem, sonnigem Himmel nach Russisch⸗ Polen hinein, dessen Grenze wir um zehn Uhr überschritten. Die Gegend ist eintönig, Flachland mit zerstreut liegenden Gehöften und einzelnen Dörfern. Das Land ist von vielen Pappelalleen durchzogen. Wir sahen außergewöhnlich viel Feldhühner. Um halb 2 Uhr waren wir in Golina, einem haupt⸗ sächtich von Juden bewohnten Städtchen, wo wir Quartier bezogen. Wir sind alle bei Juden untergebracht, die offenbar deutsch⸗ freundlich gesinnt sind. Um 6 Uhr kamen wir mit unseren Leuten in einer Wirtschaft zusammen. Ein kleiner Christbaum war mit Schmuck und Lichtern, die mir meine Mutter mitgegeben hatte, ge⸗ putzt. Ich hielt eine Ansprache, dann sangen wir Weihnachtslieder,„Wir treten zum Beten“ u. a. Um 7 Uhr ging ich mit den beiden Kameraden in mein Zimmer, wo wir beim Schein einer Kerze— Petroleum gibt es hier nicht mehr— bei Punsch und Weih⸗ machtsgebäck biz 9 Uhr gemütlich zusammen saßen. Meine Gedanken weilten gar viel bei meinen Lieben daheim und im Elternhause, in Erinnerung an frohe Weihnachtsabende früherer Jahre. Möge Gott uns im nächsten Jahre ein glückliches Weihnachtsfest daheim erleben lassen! 25. Dezember 1914. Heute früh kamen wir an einem unter hohen alten Bäumen malerisch gelegenen Holzkirchlein vorüber. Die Kirchentüre, vor der die An⸗ dächtigen noch in dicht gedrängten Scharen standen, war offen, und der Blick fiel auf den durch Kerzen erleuchteten Altar und den davor amtierenden Priester, ein zur Andacht stimmendes Bild. Unser heutiges Marschziel ist Konin an der Warthe, ein größerer Ort, in dem noch deutlich die Spuren des vor wenigen Wochen stattgehab⸗ ten Straßenkampfes zu sehen sind. 5 Aus einem Brief meiner Frau vom 25, Dezember: Du kannst Dir denken, wie viel meine Gedanken gestern bei Euch Lieben waren. Und beim Erwachen heute wart Ihr wieder mein erster Gedanke. Ich sah Ilse, voll Freude erwach end und ungeduldig, wieder zu ihren Geschenken zu kommen. Und Du? Ja, das quält mich sehr, liebste Geschicht Hedwig, stellen ka herrscht, können, gefühl be Wir könn dann sieg Pflicht b manche und für andere kei 26. Aus Von H Von von Leu die ich mi Wenn einer klei winnt ma bedürfnisl! führten, u stände jen heiten vor erst die die inzwisf wurden u stieg und Das„ erschien⸗ ir Buch⸗ und Bogen stan wöchentlich erklärt es Stadt den das„Wo auch sein, erschienen auf der festgestellte tualien e gutes O Kreuzer!) fleisch 4% gemischte! magen un 20 Kreuze eine Maß 3 Handkä Das war daß das soll, daß waren, d reichend e bauptsäch⸗! 5 ichs! 1 Gulden. u. Hause Fresenius itte, wir schau. ns Offi⸗ bestell⸗ erspätete Gnesen; ug dann wo nach ankamen it unter⸗ kowo bei Rufsisch⸗ im zehn eintönig, Gehösten ist von ir sahen Im halb 1 haupt⸗ tädtchen, alle bei deutsch⸗ Leuten kleiner Lichtern, atte, ge⸗ sangen en zum mit den wo wir um gibt d Weih⸗ sammen viel bei rnhause, Sabende nächsten daheim te früh n alten kirchlein die An⸗ Scharen fiel auf ar und ein zur Yutiges he, ein ich die tgehab⸗ om 25. vie viel Lieben irt Ihr h Ilse, duldig, ömmen. liebste Hedwig, daß ich mir Dich nur betrübt vor⸗ nisse zur Ernährung dienen, die fast in stellen kann, und von dem Gedanken be⸗ jeder Familie zur Genüge vorhanden herrscht, daß ich noch hätte bei Euch bleiben waren, weil man den eigenen Bedarf selbst können, wenn ich nicht ein übergroßes Pflicht⸗ ö zu bebauen pflegte. gefühl besäße. Aber das ist nicht richtig. Wir können aus diesem schweren Kampf nur lichen dann siegreich hervorgehen, wenn jeder seine Pflicht bis zum äußersten tut. Wenn da manche versagen, so ist das sehr betrübend, andere kein Grund sein, ebenso zu handeln (Fortsetzung folgt.) „Geschichten und Bilder aus Alt⸗Gießen. 26. Aus a! Anzeigeblättern. 0 N 0 n 5 us alten Anzeigeblätte l. Silkereisen. Das Kreisamt be rand sich da⸗ Von Heinrich Hochstätter sen. Von befreundeter Seite wurden mir kürzlich einige Anzeigeblätter aus den Jah⸗ ren 1834 und 1840 zur Einsicht überlassen. In diesen finden sich noch sehr viele Namen von Leuten, die ich gekannt habe und auf die ich mich noch sehr gut erinnern kann. ö Wenn man den Inhalt dieser Blätter einer kleinen Prüfung unterwirft, so ge⸗ winnt man ein Bild von dem ruhigen und bedürfnislosen Leben, das unsere Voreltern führten, und wenn man die einfachen Zu⸗ stände jener Zeit mit den Lebensgewohn⸗ heiten von heute vergleicht, so laß en sich erst die gewaltigen Fortschritte erkennen, die inzwischen auf allen Gebieten gemacht wurden und die unser Volk zu hohem Auf⸗ stieg und zum Wohlstand geführt hatten. Das„Giesser Anzeigeblatt von 1834.“ erschien⸗ im Verlag der G. D. Brühl'schen Buch- und Steindruckerei etwa einen halben Bogen stark in keinem Format(29 24 em) wöchentlich einmal am Samstag. Daraus erklärt es sich, daß ältere Bewohner der Stadt den Gießener Anzeiger immer noch das„ Wochenblättchen“ nennen; es kann auch sein, daß es früher unter diesem Titel erschienen ist. Den bei weitem größten Teil auf der Titelseite nehmen die poltzeilich festgestellten Preise für Frucht und Vik⸗ tualien ein. Darnach kostete ein Pfund gutes Ochsenfleisch durchschnittlich zehn Kreuzer“) Kuhsleisch 8, Rindfleisch, Kalb⸗ fleisch 4½, Wurst aus Schweinefleisch 12, gemischte Wurst 8, Bratwurst 15, Schwarte⸗ magen und Schinken 16, geräucherter Speck 20 Kreuzer das Pfund, ein Laib Brot 12, eine Maß Milch 6, ein Pfund Butter 16, 3 Handkäse 4, 9 Eier 8 Kreuzer usw. as waren billige Zeiten; nur schade, daß das Geld so knapp gewesen sein soll, daß viele Leute nicht imstande waren, diese Lebensmittel immer aus⸗ reichend einzukaufen. Dafür mußten dann hauptsäch ich die Feld⸗ und Gartenerzeug⸗ 1 Kreuzer hatte einen Wert von etwa 3 Reichspfennig, und 60 Kreuzer waren 1 Gulden. und für sie beschämend, es kann aber für 8 Alsdann folgen die weiteren behörd⸗ Bekanntmachungen. Die Erlasse des Kreisamtes sind von dem Kreisrat K. Ch. Knorr unterzeichnet, die des Polizeiamtes von dem Kommissär G. Stumpf, der zu⸗ gleich als Kreissekretär fungierte. Die Ediktalladungen des Hofgerichts wurden durch dessen Sekretariat veröffentlicht. Die Bekanntmachungen des Stadtgerichts unter⸗ zeichnete der Stadtrichter Müller und die der Stadt Gießen der Bürgermeister C. mals im mittleren Stock des alten Schlosses am Brand, das Stadtgericht im obersten Stockwerk und das Polizeiamt in dem Seitenflügel nach dem Botanischen Garten zu. Von der Bevölkerung wurde das Ge⸗ bäude, so wie es früher geheißen hatte, immer noch„die Kanzlei“ genannt, wäh⸗ vend die Behörden im dienstlichen Verkehr es als Regierungsgebäude bezeichneten; die Straßenbenennung„ Kanzl iberg“ ist darauf zurückzuführen. Das Hofgericht gebäude stand ebenfalls auf dem Brand, auf der Stelle, auf der das Turmhaus erbaut ist. Vordem und solange Gießen eine Festung war, soll es die Amtswohnung des jeweiligen Stadt⸗ kommandanten 5 9 sein. Der Rentamt⸗ mann Schneider erließ Aufforderungen zur Zahlung von Schuldigkeiten als Pacht⸗, Holz⸗ und Grasgeldern. Für das akade⸗ misch⸗medizinische und ophthalmologische Klinikum) war die Beschaffung der Le⸗ bensmittel und der Gebrauchsgegenstände sowie die Anstellung der Wärter und des Dienstpersonals, auch die Führung der Erhelregister dem Verwalter Peppler über⸗ tragen, der dadurch mit sehr vielen Ge⸗ schäften in ständigem Verkehr stand und zu Anzeigen sehr oft Veranlassung fand. Etwa zehn Jahre später erbaute er eines der ersten, schönsten und größten Wohnhäuser auf dem oberen Seltersberg. Von seinen Familienangehörigen lebt schon seit über sechzig Jahren niemand mehr in unserer Stadt. Die Rubrik„Feilgebotenes“ wird von hiesigen Geschäften noch äußerst wenig be⸗ nutzt, das ist auch erklärlich; denn bei dem stillen Geschäftsgang in dem kleinen Städt⸗ chen, wo jeder einen jeden kannte, wußte man, welche Artikel jedes Geschäft führte und wo man das Nötige am besten kaufen konnte. So empfahl beispielsweise Th Felsing am Markt ganz frisch Ba er Selteser und Schwalh imer Wasser, L. F. Höstreich auf der Mäusburg Por toriko⸗ Tabak, neue Häringe und Punschessenz, 9 Bei wörtlichen Wiedergaben aus den Anzeigen ist die frühere Schreibweise bei⸗ behalten. —— 8 l —:,:. Louis Labroisse auf dem Seltersweg, der als Hauptgeschäft eine Lederhandlung be⸗ trieb, grünen und gemischten Thee in ½Pfundpaqueten, G. E. Böhm am Wall⸗ tor empfiehlt Unterkleidung und gibt Pro⸗ messen aus, das Stück zu 5 Gulden Con⸗ ventions münze zur Verlosung der Gr. Hess. 50 fl. Lose; diese werden auch von S. Hirsch auf dem Kreuz angeboten, der nebenbei wol⸗ lene Tücher in allen Farben, sowie Drap de Zephir, Casimir und Casimirwesten emp⸗ fiehtt. Die Anzeigen von M. Heß, wohn⸗ haft am Asterweg, und August Heichelheim, wohnhaft in der Hintergasse, sind nicht so kurz gehalten, sie zählen eine ganze Reihe von Artikeln auf, die empfohlen werden, hauptsäch ich Seiden⸗ und Baumwollzeuge, Kattun, Leinwand, Barche it, Zwillich Handschuhe, Tücher, Strümpfe und dergl. Noch de ullich⸗ r läßt es sich aus den An⸗ zeigen Auswärtiger ersehen, auf welch nie⸗ derer Stufe das Geschäftsleben in Gießen damals gestanden haben muß, auch nach Form und Inhalt sind diese Anzeigen recht interessant: Die Putzmacherin E. aus Hanau hat die Ehre, einem verehrungs⸗ würdigen Publikum die erg ebenste Anzeige zu machen, daß sie den nächstkommenden Markt mit einem großen Vorrat Putzwaren bezieht, nämlich: eine große Auswahl Stroh⸗ hüte, Seiden⸗Bergal ⸗Damen⸗ und Kinder⸗ hüte, eine große Auswahl Hauben aller Art nach der neuesten Facon, Pariser Sticke⸗ reien, Damenkragen und Chemisetten, Tüll⸗ halstücher, Taschentücher, Band, Spitzen, Handschuhe und was sonst noch in dieses Fach einschlägt. Sie wird wie früher dem verehrlichen Publikum mit den billigsten Preisen ihrer schönen und guten Waren dienen und hoffentlich sich eines zahlreichen Besuches erfreuen können. Sie logiert, wie bekannt, im Gasthof zum Rappen Nr. 2. Ein besseres Putzgeschäft wird demnach hier noch micht bestanden haben.. (Fortsetzung folgt.) Kleine Mitteilungen. Das bekannte Leipziger Soloquartett, das bereits in früheren Jahren in der Stadt⸗ kirche und auch in der Johanneskirche mit großem Erfolge gesungen hat, wird am 4. November, abends 8 Uhr, in der Jo⸗ hanneskirche singen. Der Reinertrag ist für das Diakonissenhaus Elisabethenstift in Darmstadt bestimmt. Schon um dieses guten Zweckes willen, aber auch wegen der zu erwartenden künstlerischen Leistungen sei das Konzert unseren Gemeindegliebern warm empfohlen. Der Kartenverkauf ersolgt durch die Musikalienhandlung Challier. Ein in Neuyork lebender Gießener, Herr Georg Lampus, hat durch die Vermittlung des Herrn Oberbürgermeisters der Klein⸗ kinderbewahranstalt 150⁰ Mk. überwiesen. — 172— Döring Die Verlagsbuchhandlung Emil Roth in Gießen hat eine Familienbibel, enthaltend eine Auswahl aus der heiligen Schrift, herausgegeben, die wir unsern Gemeinde⸗ gliedern besonders für Geschenkzwecke an⸗ gelegentlich empfehlen. Das sehr schön aus⸗ gestattete Buch kostet trotz der gegenwär⸗ tigen schwierigen Lage des Buchhandels nur 10 Mk. Die Uebersetzung schließt sich an den Luthertext an, ist aber auch dem mo⸗ dernen Sprachgebrauche angepaßt und des⸗ halb klar und leicht verständlich. Kirchliche Anzeigen. Sonntag den 31. Oktober, Reformationsfest. Kollekte für den Gustav⸗Adolf⸗Verein In der Stadtkirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Mahr.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde: Pfarrer Mahr.— Abends 6 Uhr: Pfarrer Becker. Beichte und Feier des heiligen Abendmahls für Matthäus⸗ und Marlus⸗ gemeinde. Montag den 1. abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmier⸗ ten weiblichen Jugend der Markusgemeinde. — Montag den 8. November, abends 8 Uhr: Gemeindeversammlung f. Frauen u. Männer der Markusgemeinde im Gemeindefaal. In der Johanneskirche. Vorm. 9½ Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lulasgemeinde: Pfarrer Bechtolsheimer.— Abends 6 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Beichte und Feier des heiligen Abendmahls für Lukas⸗ und Jo⸗ hannesgemeinde.— Abends 8 Uhr: Bibel⸗ besprechung im Johannessaal: Pfarrer Adolph.— Montag den 1. November, abends ½8 Uhr: Vereinigung der konfir⸗ mierten weiblichen Jugend der Lukas⸗ gemeinde.— Freitag den 5. November, Vereinigung der konfir⸗ Jugend der Johannes⸗ abends ½6 Uhr: mierten weiblichen gemeinde. Wartburg⸗Verein. Sonntag den 31. Oktober, morgens 7 Uhr: Choralblasen vom Turm der Jo⸗ hanneskirche durch den Bläserchor des Vereins. Morgens 9½ Uhr: Gemeinschaft⸗ licher Kirchgang, Johanneskirche. Abends 8 Uhr: Vortrag im Heim: Pfarrer Becker. * Vom nächsten Sonntag, dem 7. November, an beginnen die Abendgottesdienste um 5 Uhr. Verantwortlich: Pfarrer Bechtols heimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch⸗ und F SbeiHNC N. Lange, Gießen. November, 4 Geme ir. 44 5 Röm. 5, werden Ein alt „Solange Apostel Pe nung aber Was wär Wie vor af Gegenwart bruch unse und mäch nach dem Hoffnung des furch kommen, n neue die richtig, wa 2 besch ei Noch am& Die Hof Lebensspen betrübnis. und eisel s bi tert sch wieder um sucht hat. führen: we übersteht, — Darum er seine 8 lebendigen in der grö sein. Ja, Heimsuchun wie sie ga erscheinen, sestgegründe ewigen We und Mensc und wir all heit angelan bekennen: u Ein furch tige an den ganz besond rute über u lieb hal, de der Wahrh schon unsere wir zittern wollen wir bei uns selb daß uns de Tal des Lei verleihen w