: Pfarrer Lovember, nfirmier⸗ Natthäus⸗ kovember, nsverein. r, abends ten weib⸗ nde. 9½ Uhr: 11 Uhr: jemeinde: 5 Uhr: 28 Uhr: ännlichen im Jo⸗ ovember, r konfir⸗ Lukas⸗ hmittags J Uhr: 7 d. en Sonn⸗ zstr. 15 I. morgens irchgang Zulam⸗ r: Diez⸗ Becker. daß die eder für r in der m Heim er Kasse n. Gemein⸗ che). . d. M. nterhal⸗ Pf. bei händler, ortrags⸗ nd zwar Gesund⸗ — Wit n Mon⸗ n statt⸗ tskrank⸗ Sattler⸗ Uhr im he Ar⸗ hie Mit⸗ prechen. s Vor⸗ druckerei onntagsgruß Gemeindeblatt fuͤr die evangelische Kirchengemeinde Gießen Gießen, I. Advent, den 28. Wovbr. 1920 2 Jahrg. Nr. 47 Adventshoffnung. Von Generalsuperintendent D. Stolte⸗ Magdeburg. 2. Petri 3, 13. Wir warten aber eines neuen Himmels und einer neuen Erde nach seiner Verheißung, in welcher Gerech⸗ tigkeit wohnet. Advent— das bedeutet Hoffnungskerzen auch in dunkelster Winterzeit. Woher in unserm Kulturkreis auch bei solchen, die sonst allen Glauben abgesagt haben, die feste Ueberzeugung, daß es vorwärts geht, daß die Weltgeschichte einen Sinn und ein Ziel hat? Es gibt keinen wissenschaftlichen Be⸗ weis dafür, die Geschichte selbst zeigt da⸗ gegen viele trostlose Bilder von Niedergang, Entartung und Verfall, von der verhäng⸗ nisvollen Macht des Zufalls, der Unver⸗ nunft und Bosheit. Aber aus der Bibel strahlte zuerst dies helle Licht auf über dem Chaos des Völkerlebens, ein Licht aus dem Glauben an einen Gott, einen Mittler, ein Heil für alle Menschen, aus der Erfahrung eines unbedingt wertvollen Lebens, das zu unermeßlicher Enthaltung drängt. Christus, der Anfänger dieses Lebens, erweckt die Gewißheit, daß er auch der Vollender sein wird, daß darum die Weltgeschichte nicht im Sande verläuft, sondern mit allem Auf wünscht es sich anders. Aber Hoffnung, die der tiefsten Not unseres Geistes genug tut, ist doch allein die christliche: Erhebung über alle Schranken der Sünde und der Vergäng⸗ lichkeit. 2 88 Sie vermeidet auch die Härte, daß nur eine letzte Generation der Menschheit zur Vollendung kommen, und jede frühere nur einen Uebergang, eine Stufe, also für sich selbst nichts bedeuten soll. Ihr wird viel⸗ mehr jedes Zeitalter eine Saatzeit für die Ewigkeit, oder wie der Meister unipersaler Geschichtsschreibung, Leopold von Ranke, es ausdrückt:„jede Epoche ist unmittelbar zu Gott, und ihr Wert beruht gar nicht auf dem, was aus ihr hervorgeht, sondern in ihrem eigenen Selbst“. Welch ein Trost für unsere dunkelen Tage! Auch jetzt ist Gottes Zeit, auch jetzt reifen in uns unvergäng⸗ liche Werte. Nüchtern und kühn zugleich ist die Ad⸗ ventshoffnung der Christen und darum die rechte Arznei gegen alle Niedergeschlagen⸗ heit in unserer deutschen Not. Sie läßt uns nicht irre werden, auch wenn goldene Träume von unermeßlichem Aufstieg und irdischem Zukunftsglück an der harten Wirk⸗ lichkeit noch so hoffnungslos zerschellen. Sie lehrt uns unerschütterlich glauben an den göttlichen Sinn einer bis zuletzt von Kampf und Mühsal erfüllten Weltgeschichte und und Nieder menschlicher Kulturarbeit seinem macht uns auch in den Schranken und unter letzten Advent den Weg bahnt. 5 Freilich dadurch unterscheidet sich die christliche Adventshoffnung von allem ge⸗ wöhnlichen Kulturoptimismus, daß sie mit der ganzen furchtbaren Wirklichkeit des Böfen auf Erden rechnet. Darum malt sie das Ende der Geschichte nicht als ein irdisches Paradies des Völkerfriedens und der gerechten Güter⸗ perteilung, sondern als ein Drama blutiger Kämpfe, heißer Anfechtungen und Glau⸗ bensproben. Erst eine Offenbarung Gottes, welche die gegenwärtige Weltgestalt zer⸗ zersprengt, bringt das endgültige Gericht und einen neuen Himmel und eine neue Erde, in welchen Gerechtigkeit wohnet“. Bis dahin müssen Weizen und Unkraut miteinander wachsen und Licht und Finsternis wider⸗ einander streiten. Aber in diesen Kämpfen reifen die Geister für Gottes ewiges Reich, und die Erde wird zur Schaubühne, die sortschreitend allen Zauber des Bösen als Lüge und Tod entschleiert und alle Mannig⸗ faltigkeit und Herrlichkeit des Göttlichen im Menschen zur Erscheinung bringt. Menschliche Träumerei und Ungeduld 2— den Schatten der Gegenwart alle gewissen⸗ hafte Arbeit an unserm Volke lohnend und hoffnungsfroh, weil sie Frucht verheißt nicht nur für spätere Geschlechter, sondern zu⸗ gleich für unser aller Vollendung und Neuschöpfung durch ihn,„der da ist und der 1 da war und der da kommt.“ Ein Winter an der Bzura. Aus dem Kriegstagebuch des Hauptmanns d. R. Landgerichtsrat Trümpert in Gießen. (Fortsetzung.) Es fängt, als ich zu Pferd steige, an 3 dämmern, leider regnet es etwas. Zunächst führt der Weg nach Osten über das lang⸗ gestreckte Gefechtsfeld hinter den Stellun⸗ gen benachbarter Batterien bei Dorf und Gut Dembsk her. Die große Menge tiefer Schuß⸗ löcher in Boden beweist, wie gut die feind⸗ liche Artillerie die Stellungen der unseren erkannt hat. Ich beeile mich, die große Straße Sochaczew—Lowicz zu erreichen und aus dem Bereich des feindlichen Feuers zu kommen. Ich reite noch keine Viertelstunde —— 186— auf der Straße, da beginnen die Russen schon zu feuern. Inzwischen hat sich der Himmel aufgeklärt, es gibt den herrlichsten Sonnenschein und wird so warm, daß der leichte Gummimantel mir schon zuviel wird. Der reine Frühlingstag! Nach 2½¼stündi⸗ gem Ritt bin ist in Lowicz, das bei dem Sonnenschein einen viel besseren Eindruck macht als an dem Regentag, an dem ich mit meinem Transport in die Stadt kam. Beim Zahnarzt bin ich bald fertig, und reite um 1 Uhr wieder ab, nachdem ich für meine Leute Zigarren requiriert hatte. Auf halbem Wege biege ich von der großen Straße ab, da ich nicht am hellen Tage über das Gefechtsfeld weiter will. Die Wege sind aber über alle Maßen schlecht. In Swarozin besuche ich wieder meinen Freund Schmitt und schicke die Pferde einst⸗ weilen nach vorn. Um 9 Uhr mache ich mich dann zu Fuß auf den Heimweg. Es ist stockfinster. Ein heller Punkt am Himmel rechts vorwärts verrät, wo der Mond hinter den Wolken steckt. Links ist am Horizont der Feuerschein des brennenden Sochaczew sichtbar. Sonst alles dunkel. Da, ein heller Streifen fährt für Augenblicke am Himmel entlang, der Scheinwerfer der Russen. An anderer Stelle steigt langsam eine Leucht⸗ kugel in die Höhe und senkt sich, weithin das Gelände erhellend, zur Erde. Da und dort vereinzeltes Aufblitzen eines feuern⸗ den Geschützes, vor uns Infanteriefeuer. Ich komme heil in unserem Hause an. Kaum sitze ich im behaglichen Zimmer, da platzt eine Gruppe Schrapnells über unserem freundlichen Dörfchen. Es ist das erstemal, daß die Russen nachts hierher schießen. Sie wollen uns nun wohl auch nachts be⸗ unruhigen, wie wir es unfreundlicherweise stets tun. Die Nacht wird also unruhig werden, und ich bin so ruhebedürftig. Da bei einem Treffer die Strohdächer sofort lichter⸗ loh brennen, wird alles so gelegt, daß man es gleich greifen kann. Die schwere Artillerie hat in ein paar Mi⸗ nuten außerhalb unseres Dorfes zwei Ge⸗ schütze aufgestellt und beginnt um 11 Uhr zu feuern. Bei jedem Schuß erdröhnt unser Häuschen, und der Bewurf fällt von Decke und Wand herunter. Als das Feuer schweigt, komme ich allmählich zum Schlafen, und die Russen sind so anständig, unsere Ruhe nicht zu stören. 14. Januar 1915. Heute kam der Befehl, daß am 17. vor Hellwerden meine Batterie mit der 6. die Stellung tauscht. Um ½'4 Uhr nachmittags ging ich mit Leutnant Thüre in die neue Stellung, die etwa 1200 Meter näher der Bzura liegt als unsere seitherige. Die Unterstände sind, da die Stellung viel tiefer und im sumpfi⸗ gen Gelände liegt, sehr feucht. Als wir mit Oberleutnant Plesser und seinen Batte⸗ rieoffizieren in deren gemütlichem Häuschen zusammensitzen, erscheint ein württembergi⸗ Ulanenvizewachtmeister mit einem Zivilisten und zwei jungen Mädchen. Es sind Agenten, die für uns tätig sind. Der Vizewachtmeister hatte den Auftrag, sie bei der 6. Batterie abzuliefern, die ihrerseits die Weiterbeförde⸗ rung zum Korpsstabsquartier zu veranlassen hat. Dort erhalten sie ihre Aufträge und werden dann durch unsere Linien durchge⸗ lassen. Ausdrücklicher Befehl war, die Leute sehr zuvorkommend zu behandeln. So wur⸗ den sie mit Kaffee und Zigaretten be⸗ wirtet. Der Mann war sehr nervös; die Mädchen ganz vergnügt, obwohl ihre Fahrt im Infanterie⸗ und Artilleriefeuer recht ungemütlich ist. Als Leutnant Thüre und ich uns nach dem Dunkelwerden auf den Rückweg machten, pfiffen die Infanterie⸗ geschosse uns tüchtig um die Köpfe. Wir machen einen schlechten Tausch, wer⸗ den aber wohl mehrere Wochen in der neuen Stellung aushalten müssen, die besonders für den Fall eines feindlichen Angriffs un⸗ angenehm ist, da hinter der Stellung lauter ficht ist, durch den nur ein Weg hindurch⸗ führt. 17. Januar 1915. Der gestrige Regen hat die an sich schon schlechten Wege in Sümpfe verwandelt. Um 4 Uhr morgens beginnt in Bronislawy reges Leben. Es gilt, die schöne Unterkunft zu verlassen. In der Nacht hat ein heftiger Sturm gewütet, auch jetzt weht noch ein häßlicher Wind. Trotz des Befehls, daß alles mit größter Ruhe vor sich gehen müsse, kommen die Fahrer mit hot, hüh, halt usw. mit den Pferden aus den Scheuern und holen die Geschütze aus der Feuerstellung. Hier und da eine verhängte Laterne, das Aufblitzen der ellektrischen Taschenlampe. Ob der Feind nichts von der Bewegung merken und seine Scheinwerfer spielen lassen wird? Um ½6 Uhr— es ist noch stockfinster— rückt die Batterie nach der neuen Stellung ab, ich mit Leutnant Thüre zu Fuß vorne her, da unsere Pferde nach dem 20 Minuten von der neuen Feuer⸗ stellung entfernten Dorf Erminow kommen, wo die Protzen Unterkunft beziehen. Man sieht kaum den Weg vor sich. Dieser wird immer schlechter, schlammiger; ich gerate in tiefe Löcher, das Wasser läuft oben in die Stiefel, lautlos geht es weiter. Die Russen lassen hier und da Leuchtkugeln aufsteigen, aber weit von uns entfernt. In der Dunkel⸗ heit verfehlen wir den Weg, der nach rechts zur neuen Feuerstellung abbiegt; wir si zu weit nach vorn gekommen, müssen uns nun in der Dunkelheit erst zurecht suchen. Aber es gelingt, den Weg zu finden, und die Protzen, bevor es hell wird, zurückzuschicken. Unser neues Heim ist ganz hübsch. Aber wir sind dem Feind viel näher, dürfen am Tag nicht aus dem Haus heraus. Aber ich bin froh, daß wir unbemerkt und ohne Feuer zu erhalten, in die Stellung gekommen sind. Hoffentlich kommen wir später auch wieder gut heraus. Als es Stiefel s. die Hosen unten. Trocknen 20. J stellung straße Li rolkow, stehenden bei den wegen d denselben nur die darin, w gelegenen Geschicht I 27. Ein 0 Mitge Im Ja Leipzig Verlegers Schrift u werkschen von Teut Universit rer und gegeben Stiehl. gaben(7 Lemgo 1 S. 549) u von Na nassau⸗uf darauf wi privatisien Sonnenbe Erzeugnis Das satir (Frankfur bilder(K oder dial wärtigen dischen K beschreibu schienen u falsche Fü des Verfa geblich ein (ogl. S.! lte un sollte ursp scheinen, darin erzä Jahre 17 aber unter pold II. ste bro 1792 starl kannten 2 Gießen he daraus mi Zivilisten Agenten, cht meister Batterie rbeförde⸗ ranlassen äge und durchge⸗ bie Leute So wur⸗ tten be⸗ vös; die re Fahrt er recht jüre und auf den fanterie⸗ sch, wer⸗ er neuen esonders riffs un⸗ ig lauter hindurch⸗ ge Regen Wege in morgens Cs aße In der tet, auch Trotz des vor sich mit hot, aus den aus der erhängte ktrischen von der inwerfer — es ist rie nach zeutnant e Pferde n Feuer⸗ kommen, n. Man ser wird gerate in t in die N Russen ifsteigen, Dunkel⸗ ch rechts vir si sen uns suchen. ee ischicken. 955 Aber rfen am Aber ich id ohne kommen er auch 27. Eine Beschreibung von Gießen oder dialogisierte Darstellung der gegen⸗ — 18 Als es hell wird, betrachte ich mich, die Stiefel sind ein Schlamm bis obenhin, ebenso die Hosen bis über die Knie und der Mantel unten. Jetzt geht es ans Umziehen und Trocknen. 2 0. Januar 1915. Unsere neue Feuer⸗ stellung liegt unmittelbar westlich der Land⸗ straße Lowicz⸗Sochaczew in dem Dorfe Ka⸗ rolkow, das nur aus wenigen, vereinzelt stehenden Häusern besteht. Die Unterstände bei den Geschützen sind niedrig, und da wegen der Feuchtigkeit der Aufenthalt in denselben ungesund ist, befindet sich immer nur die Hälfte der Bedienungsmannschaft darin, während die andere Hälfte in nahe⸗ gelegenen Häusern wohnt. (Fortsetzung folgt.) 7 Auf dieser hohen Schule waren die vor⸗ nehmsten Studenten auch vorher von meiner Hinkunft unterrichtet, allein sie hatten reinern Mund gehalten, als man es an andern Orten getan hatte. Ich besuchte also einige Hörsäle, um mich auch hier desto lebhafter selbst zu überzeugen, in wiefern via vox doceat. Bei gewissen der dasigen Kathedermonarchen fand ich mein Conto reichlich, einigen aber hätte ich die Aus⸗ leerungen ihrer Weisheit gerne geschenkt. Von erstern nenne ich den Professor Roos!), der mich durch seine instruktiven Vor⸗ lesungen über die Geschichte aufs neue über⸗ zeugte, daß man mehr als Brotessen können müsse, wenn man nicht wolle ausgescharrt werden.— Dieser Mann ist recht eigent⸗ lich zum akademischen Lehrer geboren. Mit Geschichten und Bilder aus Alt⸗Gießen. der gründlichsten Gelehrsamkeit verbindet er aus dem Jahre 1792 Mitgeteilt von Dr. Karl Esselborn. Im Jahre 1792 erschien zu Frankfurt und Leipzig ohne Angabe des Verfassers und Verlegers eine kleine, 202 Seiten starke Schrift unter dem Titel:„Reisen der Mey⸗ werkschen Zöglinge durch verschiedene Kreise von Teutschland auf einige der vornehmsten Universitäten herausgegeben von ihrem Leh⸗ rer und Meister“. Als Verfasser wird an⸗ gegeben Maximilian Christian Friedrich Stiehl. Nach Johann Georg Meusels An⸗ gaben(Das gelehrte Teutschland, Bd. 7, Lemgo 1798 S. 665, Bd. 15, ebd. 1811, S. 549) war Stiehl Instruktor der Prinzen von Nassau⸗Usingen gewesen und zum nassau⸗usingischen Hofrat ernannt worden, darauf war er Hofmeister in Frankfurt und privatisierte dann daselbst und später in Sonnenberg bei Wiesbaden. Von weiteren Erzeugnissen seiner Feder werden genannt: Das satirisch-epische Gedicht„Die Titanen“ (Frankfurt 1790), Pädagogische Kriegs⸗ bilder(Karthago 1790), Geladene Wolken wärtigen Weltlage(1791), Lieder der schwe⸗ dischen Heerschaaren(1791). Die Reise⸗ beschreibung ist, wie bemerkt, anonym er⸗ schienen und bemüht sich, den Leser auf eine falsche Fährte im Hinblick auf die Person des Verfassers zu bringen, indem dieser an⸗ geblich ein Schneider namens Meywerk ist (ogl. S. 5, 69, 90, 106, 148). Das ist natürlich eine Mystifikation. Die Schrift sollte ursprünglich zur Ostermesse 1792 er⸗ scheinen, kam aber erst später heraus. Die darin erzählte Reise fand wahrscheinlich im Jahre 1791, frühestens 1790, jedenfalls aber unter der Regierung des Kaisers Leo⸗ pold II. statt, der am 20. Februar 1790 auf den Thron kam und bereits am 1. März 1792 starb. Die Seltenheit des wenig be⸗ kannten Büchleins rechtfertigt es, die von Gießen handelnden Seiten 163 bis 173 daraus mitzuteilen. die rednerischen Talente eines Demosthenes und gehört daher keineswegs zum endlosen Troß marktschreierischer Schwätzer, die, ohne das erforderliche Hirn, den Zuhörer über⸗ reden wollen, als gingen ihre Kopfsuturen von überflüssiger Gelahrtheit auseinander. Exempla sunt odiosa; sonst könnten wir sehr leicht einige Herrn von solchem Kaliber herankomplimentieren, um dieser unserer Be⸗ hauptung das Siegel der Wahrheit aufzu⸗ drücken. Veritas odium parit. Wir wollen niemand beschimpfen; dies erbittert, und bessert nicht. Wo wir also eine Züchtigung nötig finden, soll sie hinterm Berge voll⸗ zogen werden. Was der Kanzler Koche) in seiner Art ist, weiß das gelehrte Publikum schon zu gut, als daß es noch unsers Urteils über ihn bedürfe. Koch, der gegenwärtig mit einem Pane⸗ gyrikus auf den Kaiser Leopold geht, spricht in einer Lehrstunde mehr, als die gesundesten Finger in zehn Stunden nachschreiben kön⸗ nen. Mehrere seiner Aeußerungen erinner⸗ ten mich an die verlorne Autorität jener Sentenz: Propria laus usw. Herr Hezels) ist hier sehr geliebt und hat ganz den Beifall, den seine Geschicklichkeit und sein guter Vortrag verdienen. Ein Domestike des Herrn Koch wies uns an der Türschwelle ab mit dem Bedeuten, sein Herr habe Lektion auf der Reitschule. Herr Roos sammelte gerade poetische Lumpen. ) Johann Friedrich Roos, Sohn des Pfarrers Johann Michael Roos zu Stein⸗ bockenheim im Kreise Alzey, war geboren 1757, Er verheiratete sich 1785 zu Gießen mit Luise Charlotte von Lynstow und starb im Alter von 47 Jahren am 24. Dezember 1804„am Schlagfluß“. Er war zuletzt Pro⸗ fessor der Philosophie und Pädagogiarch (Vorsteher des Pädagogiums). 2) Johann Christoph Koch, Jurist, 1732 bis 1808. Johann Wilhelm Friedrich Hezel, Orien⸗ talist, 17541824. ——————— Herrn Hezel, dessen Angesicht schon hin⸗ länglich verkündiget, daß er mehr dem Bachus als der Minerva in Zion opfert, traf zum Unglücke der Seigerschlag, das ewöhnliche Signal zur Eröffnung seiner Vorlesungen, bei einer Bouteille des besten — 188— meindemitglieder, die Kinder freundlich auf⸗ zunehmen, ihre Arbeit auf jede Art zu för⸗ dern und nach Kräften zu diesem Werke der Wohltätigkeit beizusteuern. Die Kinder zeigen Listen vor, in die wir die Gaben ein⸗ zutragen bitten. Hochheimers. Er hielte es demnach für rat samer, die Vollendung dieses seligen 8 schäftes dem Anfange seines Unterrichts vor⸗ zuziehen. Ich seufzte tief und trug mich mit dem Gedanken:„abermals im April ge⸗ führt“, weiter. Herr S. könnte wohl was leisten, wenn er fleißiger studierte. Geschmack an Philo⸗ logie und morgenländischer Literatur kann man ihm nicht absprechen. Die Kochschen Prälektionen erinnerten uns an das arabische Sprüchwort: Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand. Büchner“) ist ein Mann von mittlerer Sta⸗ tur— ein Kapitalist— und hat ein schönes Haus. Der Medieiner Müllers) hat alle Eigen⸗ schaften, die man von einem guten Dozenten erwarten kann. Was ihn aber in meinen Augen besonders verehrungswürdig macht, ist sein biedrer, uneigennütziger, menschen⸗ freundlicher Charakter: Wäre es nicht wider den Zweck dieser Schrift, auf Weiber Rück⸗ sicht zu nehmen, so würde ich seine Frau als ein Muster weiblichen Edelmutes jedem, der Seelenadel und Rechtschaffenheit des Herzens schätzt, durch die möglichst genaue Schilderung einiger Züge ihrer beispiellosen Güte und Liebe zu ihrem Manne, die an Unglaublichkeit grenzen, zum Gegenstande der Bewunderung darstellen. Wohl dem, der eine solche Gattin hat! (Schluß folgt.) 40 Joh. Gottfried Siegismund Albrecht Büchner, Jurist, 1754— 1821. 5) Karl Wilhelm Christian Müller, Jurist, 1755 1817. Notspende für die Innere Mission. Die hessischen Anstalten für Innere Mission, insbesondere das Diakonissenhaus Elisabethenstift und der Hessische Diakonie⸗ verein, sind infolge der Teuerung in große finanzielle Bedrängnis geraten, so daß ihnen der Untergang droht, wenn keine Hilfe ge⸗ leistet wird. Wie beklagenswert das wäre, das weiß jeder evangelische Christ, der Segen von diesen Anstalten empfangen hat, das wissen besonders die, die in Fällen der Krankheit von unseren Diakonissen gepflegt worden sind. Um den drohenden Untergang dieser segensreichen Einrichtungen abzuweh⸗ ren, hat das Oberkonsistorium angeordnet, daß in der Woche vom 1. bis 2. Advent eine in großem Stile geplante Haussammlung stattfinden soll. Auch in der Gemeinde Gießen soll gesammelt werden, und zwar durch Konfirmanden. Wir bitten unsere Ge⸗ Kirchliche Anzeigen. Sonntag den 28. November. 1. Advent. Kollekte für die Anstalten der Inneren Mission. In der Stadtkirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Mahr. Beichte und Feier des heil. Abendmahls für Matthäus⸗ und Markus⸗ gemeinde.— Vormittags 11 ¼ Uhr: Kin⸗ derkirche für die Matthäusgemeinde: Pfarrer Mahr.— Abends 5 Uhr: Pfarrer Becker. — Montag den 29. November, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weib⸗ lichen Jugend der Markusgemeinde.— Donnerstag den 2. Dezember, abends 8 Uhr: kusgemeinde. In der Johanneskirche. Vorm. 9½ Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Beichte und Feier des heiligen Abendmahls für Lukas⸗ und Johannesgemeinde.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde: Pfarrer 5 7 1 85 eimer.— Abends 5 Uhr: Pfarrer Ausfeld.— Abends 8 Uhr: Bibel⸗ besprechung im Johannessaal. Pfarrer Becker. — Montag den 29. November, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfir mierten weiblichen Jugend der Lukasgemeinde im Lukassaal.— Freitag den 3. Dezember, abends ½6 Uhr: Vereinigung der konfir⸗ mierten weiblichen Jugend der Johannes⸗ gemeinde.— Donnerstag den 2. Dezember, abends 8 Uhr, im Johannessaal: Versamm⸗ lung der Männervereinigung der Johannes⸗ gemeinde. Vortrag und Besprechung über das Sektenwesen. Wartburg⸗Verein. Sonntag den 28. November, nachmittags 26 Uhr: Zusammenkunft im Heim. Unter⸗ haltung, Spiele, Erzählungen. Abends 8 Uhr: Aufhängen des Adyentskranzes und Vortrag: Adventsgebräuche und Erzählun⸗ 5— Sonntag den 5. Dezember, abends 8 Uhr im Markussaal: Familienabend für sämtliche Abteilungen. Rezitation: Frau Mendelssohn-Bartholdy. Musikalische Dar⸗ ed Kartenausgabe nächste Woche an den Vereinsabenden. Evang. Arbeiterverein. Sonntag den 28. November, nachmittags 4½ Uhr, im Gewerbehaus part.: Unter⸗ haltungsabend für Kinder(musikalische Dar⸗ bietungen, Kasperletheater, Märchenerzäh⸗ lungen u. a.). Eintrittskarten zum Preise von 30 Pfennig sind bei Mitglied Schreib⸗ warenhändler P. Bingel zu haben. Verantwortlich: Pfarrer Bechtols heimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buck⸗ und Steindruckerei R. Lange, Gießen. Versammlung des Frauenvereins der Mar⸗ Gemei Nr. 48 Ad Psalm 11 Herze Ein Sei gebeten, en sie sei sch gänglich f Seelsorger mit der K zu berühr „Nicht wa recht gepl Sie nickte Seelsorger sage, sie Jahre kei Christus z Kranke ne Weile:„2 ich weiß n leben werd nate?“„2 sie erlebe.“ „Ach nein, einen besti möchte ich ganz recht ich bin der nicht aufzu gleich jetzt von dem redete mit siehe, das freier, und gern, wenn Jesus C Heiland de Tröster de Todesnot. der Segen Darum t deinem Int deines Lebe genossenscha schiebst, bis und vor de heute noch ihm als de und Schaff „Suc Alles