ischrauben ie man etes Rind rkrankten chralls an 5 Fleisch efangenen Aasgeiern ten. Re⸗ machten ther kam frankreich. eine Frei⸗ 5 Evang. Leitung am Be⸗ instaltung er Weise are. 9/ Uhr: : Kinder⸗ Pfarrer lung und er Mar⸗ Montag rtrag der ienst und 9% Uhr: 11 Uhr: : Pfarrer Pfarrer ahls für 8 Uhr: — Mitt⸗ hr: Pas⸗ Sheimer. Spazier⸗ jiezstraße. mmlung, ngelegen⸗ n pünktl. en. i n. abends ärchen⸗ che Dar⸗ „Grimm rwachsene e Kam⸗ ständliche szmal be⸗ 50 Pf. altungen jaben bei Linden⸗ af⸗Phil.⸗ vird der en. indruckerei onntagsgruß Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen Nr 12 Gießen, Palmarum, den 28. März 1920 9. Jahrg. Buß⸗ und Bettag. Evangelium des Matthäus 3, 8. Sehet zu, tut rechtschaffene Frucht der Buße. Wenn man früher in Deutschland von Sünde und Buße sprach, so lief man Gefahr, ausgelacht zu werden. Jetzt, da wir in eine so furchtbare Notlage geraten sind, da auch Menschen, die vordem aus ihrer Gottlosig⸗ keit kein Hehl machten, erklären, unser Volk sei moralisch in die Tiefe gesunken, ist diese Gefahr behoben. Sechs Jahre sind keine lange Zeit, und doch haben diese sechs Jahre hingereicht, uns in Grund und Boden hinein zu verderben. Es ist völlig unfaßbar, wie man in diesen Zeiten noch das Lied singen kann„Deutschland, Deutschland über alles“, jetzt heißt es, die Fahnen verhüllen und in Sack und Asche trauern. Woher kommt uns Rettung? Wahrlich nicht von dem Auslande. Man spricht viel vom Völkerbunde und setzt große Hoffnung auf ihn. Man erwartet vom Ausland Hilfe, hofft auf Gewährung von Kredit und Be⸗ schaffung von Nahrungsmitteln. Den Ein⸗ sichtigen ist es klar, daß England und Ame⸗ rika uns nicht aus der Tiefe des Elendes herausziehen werden. Noch weniger helfen uns die Reden, die man in Parlamenten und Versammlungen hält, die Kundgebungen. die man in der Oeffentlichkeit verbreitet. Mit Worten und Papier macht man keine Weltgeschichte. Helfen kann uns nur, daß wir ernstlich unsere Sünden bereuen. Unser Elend haben wir mitverschuldet. Unsere Gottvergessenheit, unser Uebermut, die Ueberschätzung des Ma⸗ teriellen, des Geldes und des Genusses, das törichte und frevelhafte Pochen auf die Macht der Faust, das sind die Wurzeln unseres Verderbens. Es wird nicht anders werden, wenn wir nicht anders werden. Die schwer⸗ geprüfte edle Königin Luise hat gesagt: Es kann nur gut werden in der Welt durch die Guten. Wir müssen uns zu Gott wenden, unsere Sünden bereuen und seine Gnade begehren, dann wird unser Volk wieder ein neues Volk werden, und wie die Frühlings⸗ sonne jetzt über die Felder leuchtet, so leuchtet uns dann wieder die Sonne der Güte Gottes. Ein Sonntag in Galizien. Aus dem Kriegstagebuch des Hauptmanns d. R. Amtsgerichtsrat Trümpert(Gießen). Die Julisonne liegt drückend heiß auf dem schönen Dorfe Reklinier; ein leichter Wind verschafft ein wenig Kühlung. Es ist Sonntag. Aber die Glocken rufen nicht zur Kirche; gar lange schon sind sie verstummt! Auf den weithin bis zum Walde sich deh⸗ nenden Wiesen weiden zu beiden Seiten des Baches friedliche Herden: Pferde, Kühe, zier⸗ liche schwarze Schafe. Es sind große Herden, die auf Wohlstand bei den Einwohnern schließen lassen. Rechts und links der Dorf⸗ straße stehen oder sitzen die Bewohner in Gruppen zusammen, die Männer in langen weißen Kitteln, die durch einen schwarzen Ledergürtel zusammengehalten werden, auf dem Kopfe schwarze Pelzmützen(trotz der großen Hitze!), die Frauen mit bunten Schürzen, dunklen Kopftüchern und dicken bunten Halsketten. Die strohgedeckten Holz⸗ häuschen liegen im Schatten hoher Bäume, viele umrahmt von großen Mohnbeeten, die in den buntesten Farben leuchten, weiß, rot, lila, rosa. Storchnester in großer Zahl be⸗ leben das bunte Bild. Die alten Störche füttern ihre Jungen und klappern wie Mühlen. Die auf der Straße munter spie⸗ lenden Kinder laufen erschreckt auseinander, da zwei Reiter des Weges kommen. Ein deutscher Artillerieoffizier ist es mit seinem Burschen, der nach dem Pfarrhause reitet. Wie kommt er in diese friedliche Gegend Galiziens? Aber draußen am Dorfrand stehen ja nahe bei den dort vereinzelt lie⸗ genden Häusern deutsche Feldgeschütze, eins davon auf hohem Gestell, die Mündung zur Fliegerabwehr steil gen Himmel gerichtet. Und auf der Ostseite des Dorfes nach dem Walde zu ziehen sich helle Streifen durch die Felder; davor sind viele Pfähle mit Stacheldraht eingerammt. Schützengräben sind es, und in und hinter ihnen wimmelt es von geschäftigen Feldgrauen. Auch hier⸗ hin ist der furchtbare Krieg gekommen. Vielleicht donnern bald die Geschütze, platzen Schrapnells und Granaten über dem fried⸗ lichen Dörfchen, und die armen Bewohner müssen in die vorsorglich errichteten Unter⸗ stände flüchten. Ein Haus nur braucht in Brand zu geraten— die Strohdächer zün⸗ den schnell— und bei dem herrschenden Wind kann in kurzer Zeit das ganze Dorf in Asche liegen. Aber der Feind steht sechs Kilometer entfernt jenseits des Waldes; er scheint nicht angreifen zu wollen. An dem ehrwürdigen Holzkirchlein vor⸗ bei, an dem Frauen, vor Heiligenbildern kniend, ihr stilles Gebet verrichten, führt der Weg zu einem hübschen Ziergarten mit blühenden Rosen, bunten Glaskugeln, gepflegten Wegen. Am Ende des Weges vor einem freundlichen, einstöckigen Hause steigt der Offizier ab. Der Pfarrer und seine Familie— ein römisch⸗katholischer“) Geistlicher mit einer feinen, liebenswürdigen Frau und fünf prächtigen Kindern— be⸗ grüßen den Hauptmann, dessen Batterie (4. Battr. Res.⸗F.⸗A.⸗R. 25) am Dorfrand eingegraben ist, wie einen alten, guten Be⸗ kannten, und doch ist er erst vor drei Tagen hierhergekommen und will jetzt Ab⸗ schied nehmen, da die Batterie weiter muß, um auf einem anderen Kriegsschauplatz für Deutschlands Bestand und Ehre zu kämpfen. Zwei Leutnants und ein junger Militärarzt sind schon im Pfarrhause, auch so vertraut mit der Familie, wie alte Freunde. Auch sie liegen erst seit drei Tagen vorne im Schützengraben. Aber die Freundlichkeit der Pfarrersfamilie, die seit Monaten entbehrte Möglichkeit, mit gebildeten Damen im trau⸗ ten Kreise zusammen sein zu können, hat auch sie angelockt, und sie waren tägliche Gäste im Pfarrhaus. Die Magd trägt guten Kaffee auf, die Frau Pfarrer dreht Ziga⸗ retten für sich und ihre Gäste. Ein Flügel ziert das einfach ausgestattete Wohnzimmer. Monatelang war er im Schuppen versteckt gewesen, da die Russen, die fast/ Jahre bis vor wenigen Tagen hier im Quartier lagen, alles kurz und klein schlugen oder, wenn es wertvoll war, mitnahmen. Jetzt ist der Flügel aus dem Versteck hervorgeholt worden, und die siebzehnjährige Tochter des Pfarrers singt mit weicher Stimme ruthe⸗ nische Lieder, begleitet von dem jungen Arzt, einem meisterhaften Klavierspieler. O, welch eine Freude, dieser friedvolle Sonntag⸗ nachmittag im Familienkreise für die deut⸗ schen Offiziere, die nun schon 11 Monate im Felde stehen, aber auch im rauhen Krieg sich ihr weiches Gemüt bewahrt haben. Draußen reiten die Jungen des Pfarrers auf des Hauptmanns Pferden, den sechs⸗ jährigen hat der Bursche vor sich in den Sattel gesetzt. Und das sind dieselben Män⸗ ner, die, ohne mit der Wimper zu zucken, aus ihren Geschützen Tod und Verderben zu den Feinden hinübersenden! Mit herzlichem Händedruck und dem Wunsch, daß sie vor den Schrecken des Krieges bewahrt bleiben möge, scheidet der Hauptmann von der freundlichen Pfarrers⸗ familie. Und als er mit seiner Batterie ab⸗ rückt, küssen ihm die Leute, in deren Scheuer er mit seinen Offizieren drei Tage gewohnt hat, zum Abschied die Hände. 15 ) Die ruthenischen Geistlichen, die zu der sogen.„morgenländischen“ Kirche gehören, sind verheiratet. In der Passionszeit 1920. Wir sind in der Passionszeit und fühlen, daß wir eines völligen Eingehens, eines Sichversenkens in das Leiden und Sterben 48 unseres Heilandes mehr als je zuvor be⸗ dürfen. Litten wir doch so viel all die letzten Jahre, daß unser Verständnis für die Lei⸗ den anderer wuchs, und wir erkennen, was Jesus gelitten haben muß von dem ersten Tage an, da er ins Leben heraustrat. Er sah ein in sich zerrissenes Volk, erfüllt von Eigennutz und Heuchelei, von mangelnder Erkenntnis seiner großen Vergangenheit und der Durchhilfen Gottes darin. Da fragen wir uns: Gleichen wir nicht selbst diesem Volk in all seiner Torheit und Gottent⸗ fremdung? Wir haben wohl Schweres ge— litten und leiden es noch, und wenn nicht alles trügt, so wird auch die Zukunft uns keine Erleichterung bringen. Blicken wir den kommenden Tagen entgegen, so schauen wir nur in ein dunkles Ungewisses hinein. Und doch dürfen wir nicht verzagen, wie die, die keine Hoffnung haben; denn wir be⸗ sitzen etwas, was in aller Not der Zeit uns Halt und Trost und Hoffnung gibt, es ist das Kreuz von Golgatha! a Versenken wir uns doch in dieser stillen Zeit der Erinnerung in das größte Ge⸗ schehen der Weltgeschichte, in den Erlöser⸗ tod unseres Heilandes! Er starb auch für uns, er nahm die Sünde eines jeden von uns hinweg durch dieses Opfer, damit wir Frieden hätten, damit auch uns der Ein⸗ gang zur ewigen Heimat bereit sei, wenn wir unser Herz ihm öffnen, dessen kurzes Leben der armen, nach Liebe schmachtenden Welt eine Liebe ohnegleichen entgegen⸗ brachte. Lasset uns mit ihm den Leidens⸗ weg gehen und mit Julius Sturm flehen: Du bist die Liebe, die getragen Der sünd'gen Menschheit Schuld und Not, Die Liebe, die ans Kreuz geschlagen, Mit Freuden starb den Opfertod. Du Liebesfürst, ich bitte dich, Zu Deiner Lieb' entflamme mich! ö Baronin R. Urgroßtantens Raritätenschrank. Von Helma Esselborn. (Fortsetzung.) 7. Die alte Kaffeekanne. Heute ist Geburtstagsfest bei Tante Luise. 1 Ein großer Tag, einundachtzig Jahre, das ist kein Pappenstiel. Staunend blicken die Kinder ob dieser Zahl, und Karlchen meint: „Einundachtzig Lichter, das geht nicht, das ist ja wie hundert Weihnachtsbäume auf einmal.“ Nein, einundachtzig Lichter waren nicht angesteckt, aber der runde gemütliche Tisch war schon festlich gedeckt mit selbst⸗ gesponnenem, nicht allzu feinem, aber blü⸗ tenweißem Damasttuch, und der prächtige Hyazinthentopf, mit dem wir beide, mein Bruder und ich, schon früh angetreten waren, prangte in der Mitte. 1 Jetzt dürfen wir helfen, die Herrlichkeiten aus dem alten Glasschrank auskramen. Das geschah nur zweimal im Jahr, zum Ge⸗ burtstagsf hielt. Die Ereignis regel mäßi⸗ An diesen ten die al allein ihr wir strahl gerade dis ders gefie einem Kr meinnicht chen daget net„Den größte we jeder sah Erinnerun Tante sel altes bra die schönf uns nie wir dana „papperla weh!“ ab „Vors putioniert rend sie Seidenpa. Stücke ge nahm un Galatoile mit der blütenwei nicht allz Röcke lien nehm ich dagegen Falbeln man am Bettelma eng anli Aber der war die haube an und mit die graue sanft und „Heute achtzig stiller.“ Heute, n „Jetz. Damit h dem Sch sicht, als nahm ich Tisch. 2 den Ste beguckte sreichelt, indem ft murmelt wir Kin Porzella und ein Gemüt, zuvor be⸗ die letzten die Lei⸗ nen, was em ersten Strat. Er füllt von angelnder nheit und a fragen st diesem Gottent⸗ veres ge⸗ enn nicht unft uns cken wir o schauen s hinein. „wie die, wir be⸗ Zeit uns bt, es ist er stillen ößte Ge⸗ Erlöser⸗ auch für eden von amit wir der Ein⸗ ei, wenn en kurzes achtenden entgegen⸗ Leidens⸗ n flehen: und Not, lagen, 0 tin R. rank. n. ne. te Luise. f ihre, das licken die n meint: richt, das ume auf er waren emütliche it selbst⸗ iber blü⸗ prächtige de, mein n waren, lichkeiten ien. Das zum Ge⸗ N burtstagsfest und wenn Tante Kaffeevisite hielt. Die Visite war ein noch gewichtigeres Ereignis als der Geburtstag, zumal dazu gibt, das uns mehr sein kann als eine Augenweide, weil es das Herz mitklingen läßt, da sein Anblick einem Menschen die regel mäßig eine wirkliche Exzellenz erschien. Vergangenheit mit der Gegenwart verknüpft. An diesen beiden ereignisvollen Tagen dien. Wir kannten sie alle die Geschichte der ten die alten vergoldeten Tassen einzig und Kaffeekanne, und doch war heute des Quä⸗ allein ihrer eigentlichen Bestimmung, und lens kein Ende, nachdem der Tisch fein wir strahlten, wenn wir zufällig dann auch säuberlich fertig gedeckt war. Jedes Löffel⸗ gerade die Tasse bekamen, die uns beson⸗ chen leuchtete blitzeblank, und jedes Messer⸗ ders gefiel. Meine Lieblingstasse trug in chen lag akkurat im selben Abstand; jetzt einem Kränzchen von Rosen und Vergiß⸗ holte Tante auch die hochgetürmten Kuchen⸗ meinnicht die Aufschrift„Aus Liebe“, Karl- teller und meinte dann:„Na, um eure chen dagegen bevorzugte eine andre, bezeich⸗ Augen ein bißchen abzulenken— denn es net„Dem treuen Freunde“, weil sie die dauert noch ein Weilchen, bis Tante Min⸗ größte war. Jede Tasse war anders, und jeder sah man es an, daß eine bestimmte Erinnerung die Besitzerin damit verband. Tante selbst bekam stets ein ganz kleines altes braunes Täßchen, das sicher für sie die schönste Erinnerung barg, doch hat sie uns nie ihre Geschichte erzählt, und wenn wir danach fragten, wurden wir mit einem „papperlapapp, viel Wissen macht Kopf⸗ weh!“ abgefertigt. „Vorsichtig, damit Ihr mir nichts ka⸗ putioniert!“ kommandierte sie jetzt, wäh⸗ rend sie vor dem Schrank kniete und die Seidenpapierchen, die zwischen die einzelnen chen und die Geschwisterkindvetterbase Jett⸗ chen kommen— will ich euch die Geschichte erzählen, wie meine Eltern zu dem pik⸗ feinen Jagdservice kamen, wovon das hier die Kaffeekanne ist!“ „Mein Vater war als junger Revier⸗ förster angestellt worden und dachte daran, sich seinen Hausstand zu gründen. Die Mutter hatte er sich schon lange zur Haus⸗ frau ausgesucht, und nun sollte die Hoch⸗ zeit sein. Das Revier des jungen Försters war arg vernachlässigt. Der Vorgänger, ein alter Mann, war schon längere Zeit Stücke gelegt waren, fein säuberlich heraus⸗ nahm und faltete. Sie war schon in großer Galatoilette, dem dunkelgrünen Baregekleid mit der schwarzseidenen Schürze und den blütenweißen Strümpfen, nicht allzulangen Rock hervorlugten. Lange Röcke liebte die Tante nicht.„Zum Kehren nehm ich den Besen,“ pflegte sie zu sagen, dagegen mußte der Rock weit sein und Falbeln haben.„Sonst siehts aus, als ob man am Stoff sparen müßte, und das ist Bettelmannswirtschaft. Die Taille mußte eng anliegen,„sonst siehts pluderig aus.“ Aber der Stolz und die Freude der Alten war die Haube, und heute war die Gala⸗ haube an der B fein gefältet und mit lila Band kokett garniert, und die grauen Korkzieherlöckchen pendelten extra sanft und gut gelaunt, als wollten sie sagen: „Heute ist friedselige Stimmung. Einund⸗ achtzig Jahre, da wird man ruhiger und stiller.“ Das galt aber bei Tante nur fürs Heute, nicht fürs Morgen. „Jetzt gebt Obacht, die Kaffeekanne!“ Damit hob Tante Luise das Prachtstück aus dem Schranke empor, und mit einem Ge⸗ sicht, als ob ich das Allerheiligste trüge, nahm ich sie ihr ab und stellte sie auf den Tisch. Tante, die sich jetzt aus ihrer knien⸗ den Stellung schwerfällig erhoben hatte, beguckte die Kanne von allen Seiten und streichelte sie wie eine Mutter ihr Kind, indem sie leise unverständlich vor sich hin⸗ murmelte. Es klang wie Liebkosungen, und wir Kinder schauten staunend auf das feine Porzellan, das mit Jagdstücken bemalt war, und ein leises Ahnen ging durch unser Zum die unter dem krank gewesen, und der Forst war sozusagen jahrelang ohne Herrn. Man merkte das hauptsächlich an den vielen Wilderern, die darin ihr Unwesen trieben. Zweie machten besonders dem jungen Förster zu schaffen. Er kannte sie beide, aber es war ihm noch nicht gelungen, sie auf frischer Tat zu er⸗ tappen. Es waren wilde verwegene Ge⸗ sellen, die höhnisch blickten, wenn sie den jungen Forstmann sahen. Meine Mutter bangte um den Liebsten und beschwor ihn am Abend vor der Hochzeit hundertmal, sich doch vor ihnen in acht zu nehmen. Aber lachend sagte er ihr schließlich, er wünsche sich, um ihr Ruhe zu verschaffen, die beiden noch vor der Hochzeit in sichern Gewahrsam bringen zu können. Diesem Ge⸗ danken nachspinnend schlug er den Weg nach dem Wald ein. Das letzte Haus im Dorf, ein Wirtshaus von nicht ganz einwandfreiem Ruf, hatte noch Licht. Ganz instinktiv trat er ein, und siehe, die beiden Verdächtigen sitzen darin, trinken Bier und rauchen ihre Pfei⸗ fen. Die Gewehre stehen ganz frei an der entgegengesetzten Wand, während ein wohl⸗ gefüllter Sack zwischen ihnen liegt. Schnell übersieht der junge Förster dies alles, die verblüfften Gesichter der beiden sagen außer⸗ dem genug. Sie hatten sich gerade heute abend sicher gefühlt, da es ja im Dorf be⸗ kannt war, daß der Förster tags darauf Hochzeit halten sollte. Schnell entschlossen sprang mein Vater vor die Wand, an der die Gewehre lehnten und forderte sie auf, den Sack zu öffnen. Ueberfluß gewahrte er in diesem Gemüt, daß es lebloses Gerät in der Welt Augenblick, daß sogar der Lauf eines Rehes 48 an einer Seite hervorsah. Da die beiden aufsprangen und N ich nicht ergeben wollten, sondern mit den Messern auf ihn ein⸗ drangen, hob er die Flinte, schlug an, schoß und machte den einen kampfunfähig, doch hatte der andre ihm in diesem Augenblick verschiedene Stichwunden beigebracht. Mit seiner letzten Kraft warf mein Vater die Flinte weg und sich selbst auf seinen An⸗ greifer und hielt ihn an der Kehle fest, bis ihre Kräfte beide verließen. Todwund wurde der Förster, von Messer⸗ stichen durchbohrt, seiner Braut ins Haus gebracht. Die beiden Kumpane waren im Gewühl mit Hilfe des saubern Wirtes ent⸗ wischt, doch mußten sie der erhaltenen Wun⸗ den wegen zum Dorfbader und entgingen der gerechten Strafe nicht. (Fortsetzung folgt.) Nachdruck verboten. Ist's dir nicht, als ob du die Hände unte deines lieben Kindes Füße breiten müßtes es in das Glück zu tragen? g Und noch einmal sprichst du leise:„Mei liebes Kind“. Und weiter schwingst's in dir von Un gesprochenem: „Du Gottgeschenktes, Großes! Wunder dul K Mein liebes Kind!“ du Kleines und do leinod meiner Seele 1. Kor. 1“ erstan ling Kleine Mitteilungen. Mittwoch den 31. März, abends 8 Uhr, wird von dem Organisten an der Heilig⸗ kreuzkirche zu Berlin Herrn Fritz Schin und der Altistin Fräulein Malchin in der Stadtkirche ein Kirchenkonzert veranstaltet werden, das dem Charakter der Karwoche angepaßt ist. Viele Glieder unserer Ge⸗ meinde werden gerade in diesen Tagen das schlafe Zur Ost auf die gi Natur. Al der Ostersi Ich sehe Bild. Das undsechzig Laust, und kommt, 8ʃ Sie hat ge 8„ Bedürfnis haben, sich durch weihevolle „Mein liebes Kind. Kirchenmusit erheben und beruhigen zu Von Reinhold Braun. 1 8 1 1 n 2 S 6 165 ö die!“ haben die beiden Veranstalter des Kon⸗ 5 dee d e e e zertes an andern Orten großen Beifall und. Wenn ihr Ton leise ausgeschwungen hat, 2 1 1 18 1 fer 5 1 gedrückt. erschließt sich unserer Andacht das Wunder. C llie sind. bei 15 28 ene dung anderer, Solche Worte aber sind: Gott, Natur, Cha e 755 1 1 8 udwig möchte. 6 Mensch, Liebster, Liebste, Mutter, Vater,(In Löbers Hof 7) zu erhalten. in ihr Lel Kind, Heimat, Vaterland. hinaufklim Diese Worte müßten wir dann und wann empor.& ganz andächtig sprechen, wenn es in uns Woche mit Leiter sin! und um uns stille ist, vielleicht ganz leise 5 keiicht in d vor uns hinsagen oder zu dem, den sie an⸗ Alltäglicht gehen. blühte ihn Welten klingen auf, Welten der Größe und aus der des Glückes, ewigkeitsvoll. Mitten in einem erstandene Strome von Licht stehen wir dann. Wir winden, können mit einem Male wieder unendlich stiften, ein reich sein, wenn uns der Alltag arm Werben u machte. Wieviel Wir sind zu sehr Knecht und könnten Grabe, d doch König sein. Jerusalem d, daß der deutsche Maler Es gibt ein Bil f Hallen vo Fahrenkrog schuf, und das da heißt: Die Bechtolsheimer.— Gemeindehaus(Kirch⸗ kirchen. A Seele deines Kindes. straße 9) 8 Lichtbildervortrag über das hl.] mir erst iner von den Innerlichen und Selig⸗ Land. Lehen. Fe Wachen steht vor seinem Kinde, über dessen weiter. K Blondhaar die Sonne fließt. Es schaut zu klimmen. dem Vater auf mit dem Blick der Kinder, ten sie al und der Vater schaut in seines Kindes wie der Augen, und wir fühlen, daß Seele tief in salto mo Seele klingt. Ruck. Ja, Eine Welt voll Wunder und Ewigkeit nur ins tut sich in dem Manne auf und ein Ahnen Ostermens von dieser Welt ist in dem süßen Kinde. zum Lebe So stehe vor deinem Kinde, den Blick neuem gel in seine Seele gesenkt, und sprich ganz Reich Got leise und innig zu ihm:. 1 Wort so 0 Karfreitag, 2. April. Stadtk. 9½ „Mein liebes Kind“. immer ge Ein ergreifendes und zugleich dich selig Pfr. Mahr, Feier d. hl. Abendm, 11¼ nach dies Kinderkirche Pir. Mahr; 6 Pfr. Becker.— erschütterndes Gefühl der Weihe wird in ö 0 Lebens li. dir sein, und du fühlst die unendliche Gnade Johsk. 9½ Pfr. Bechtolsheimer, Feier d. hl. buch schre deines Vaterseins, mit * „Nr. 11 unseres Blattes ist infolge der poli⸗ tischen Ereignisse der vorigen achttägiger Verspätung erschienen Kirchliche Anzeigen.* Palmsonntag, Buß⸗ und Bet⸗* tag, 28. Mär z. Stadtk. 9¼ Prof. D. Schian; 11 Kinderk. Pfr. Mahr; 6 Pfr. Becker.— Johsk. 9¼ Pfr. Bechtolsheimer, 11 Kinderk. Pfarrass. Dr. Bingel; 6 Pfr. Aus⸗ feld, Feier d. hl. Abendm.— Konfirmanden⸗ saal(Liebigstr. 56) 2 Taubstummengottes⸗ dienst u. Feier d. hl. Abendmahls, Pfr. Mittwoch, 31. März. Stadtk. 8 Kir⸗ chenkonzert des Organisten Schink u. d. Al⸗ tistin Frl. Malchin. Gründonnerstag, 1. April. Stadtk. 6 Pfr. Becker, Feier d. hl. Abend⸗ mahls.— Johsk. 9½ Vorstellg. u. Prüfg. der Konfirmanden aus der Lukasgem. Pfr. Bechtolsheimer; 7¾ Pfr. Ausfeld, Feier d. hl. Abendm. der du gesegnet[ Abendm. 11/ Kinderkirche Pir. Bechtols⸗ scheidende wardst. heimer, 6(Lit. Gsd.) Pfr. Ausfeld. hat, 50 ur ein Verantwortlich: Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühl“ schen Universitats⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange, Gießen.