8 Er⸗ 1 ung jeden ist vor „Das heimer eis mit ent Uhr: Uhr: Mat⸗ achm. 1 1 8 Uhr: ereini⸗ Uhr: kinder⸗ Ffarrer nachts⸗ neinde. g den nachts⸗ annes⸗ Nachm. usfeld. 57 Uhr er im kintritt ge pro 5ahren Plätze D ar⸗ hrung: angels. haus“, Weih⸗ „Lei⸗ e: Er⸗ Mk., 7 Uhr, Weih⸗ ingen, erauf⸗ tt für D Pf., stände Beller, erkauf platz, Cred⸗ Weih⸗ tk.) uckerei DSonntagsgruß Gemeindeblatt für die evancelische Kirchengemeinde Gießen Nr. 51 Gießen, Weihnachten, den 25. Dezember 1920 9. Jahrg. Weihnachten 1920. „Schon les' ich in den Weiten Des künft'gen Tages bang, Ich höre Völker schreiten, Sie atmen Untergang“ läßt August von Platen den Engel der Ve rkündigung in seiner Christnacht⸗ Kantate singen. Die Worte sind ja unmittelbar ge⸗ münzt auf den nahe bevorstehenden Zu⸗ sammenbruch des römischen Weltreiches zur Zeit Christi. Aber sie haben ein eigenartig neues Gepräge auch für unsere zerwühlte Gegenwart, wie denn schon oft darauf hin⸗ gewiesen worden ist, wieviel Aehnlichkeit bestehe zwischen unserer Zeit und den Tagen, da Jesus in die Welt kam. Damals wie jetzt eine Zeit der Auflösung; beidemal ging eine alte Welt zu Grabe. Und nicht bloß viele Schwache, sondern auch Stärkste unscres Heute hört man mit geheimem Grauen fragen: Wo will es hinaus? Wie soll das enden?— Der Engelsgruß Pla⸗ tens fährt fort: „Es naht der müden Erde Ein frischer Morgen sich, Auf dieses Kindes„Werde“ Erblüht sie jugendlich.“ Ohne Kinder muß die Menschheit sterben und die Seele der Menschheit veröden. Gilt dies schon vom Kinde an sich, so gilt es in tiefinnerstem Sinn von jenem Kinde, das nach unserer Zeitrechnung vor 1920 Jahren in einem ebenen Stalle zu Beth⸗ lehem geboren ward. Bald sollte man ge⸗ wahr werden, daß um dieses Kind das Geheimnis göttlicher, und darum unüber⸗ windlicher Wahrheit sich wob. Auch der Atheist, der Goltesleugner, kommt in seinem Namen um den Namen Gottes nicht herum. Alle sind an den Geist Jesu gebunden und dabei wird's bleiben, so lange die Erde steht, mögen sie wollen oder nicht. Jene gewaltige göttliche Keimkraft war aber schon in das Jesuskind gesenkt, und darum hat die Menschheit ein Recht, ja die Pflicht, Weihnacht, das Geburtsfest dieses Kindes, zu feiern. Wird schließlich doch auch die ganze Menschheit noch die Wahrheit des Dichter⸗ worts für sich bekennen lernen müssen: Einzig„auf dieses Kindes„Werde“ er⸗ blüh'n wir jugendlich.“ Von Studienrat Prof. D Bilder aus dem Kriegsgefangenen⸗ lager Wagen Fritz Schmoll, Hauptmann d. Rei. a. D (Fortsetzung. Damit die Gefangenen in ihrer Abge⸗ schlossenhgeit von der Welt Gelegenheit hatten, die weltgeschichtlichen Exeignisse, an denen sie ja selbst tätigen Anteil genommen hatten, weiter zu verfolgen und sich geistig zu beschäftigen, versorgte man sie einerseits reichlich mit Zeitungen, andererseits stellte man ihnen große Bibliotheken zur Ver⸗ fügung. Neben Ze tungen in ihren Landes⸗ sprachen, auf die sie abonnieren konnten, die natürlich in Deutschland hergestellt wur⸗ den, waren ihnen eine Anzahl deutscher Tageszeitungen stets zugänglich. So 1 ten sie— im schroffsten Gegensatz zu der deutschfeindlichen Staaten tägli ich die ungekürzten Tagesberichte 55 er kriog ühren⸗ den Länder kennen lernen. Diese Unpartei⸗ lichkeit der deutschen Lagerbehörden brachte den Gefangenen allerdings zuweilen Un⸗ ruhe und harte Enttäuschungen, wenn Siegesbexrichte des eigenen Landes sich oft als gefälscht und übertrieben herausstellten und wenn sich die Erkenntnis bei vielen Gefangenen durchsetzte, daß der deutsche Bericht eben doch der zuverlässigste war. Ich erwähne diese Tatsache besonders des⸗ halb, weil die irreführenden Nachrichten der feindlichen Presse im Kriege wie vorher unser ärgster Feind war und noch jetzt ist. Auch illustrierte Zeitungen wurden in den Lesesälen aufgelegt und von den Gefangenen sehr gern und eifrig betrachtet und studiert. Die Lesesäle standen dann wieder in enger Verbindung mit der Bibliothek, die viele Tausende von Bänden enthielt, nebenein⸗ ander deutsche, französische, englische, flä⸗ mische und russische Werke. Die meisten dieser Bücher wurden, ebenso wie Zeit⸗ schriften und Spiele aus den neutralen Ländern, besonders der Schweiz, geschickt. In hohem Maße hat sich in dieser Be⸗ ziehung der„Christliche Verein junger Männer“ verdient gemacht, der ja bekannt⸗ lich auch hinter der deutschen Front dem Lesebedürfnis unserer Feldgrauen er tgegen⸗ kam. Wie unsere Feldbüchereien und Schützen⸗ gräben hat er auch die Gefangenenlager mit Bibeln, Neuen Testamenten, Gesang⸗ büchern und christlichen Kalendern reichlich versorgt. Bemerkenswert dürfte noch die Tatsache sein, daß in den letzten Jahren sich — 202— im hiesigen Lager die Zentralstelle für das Zeitung we en der Krieg ge angenenlager des ganzen 18. Armeekorps be an), die ebenso wie die äußerst umfangreiche Bibliothek in den Händen des jetzt noch hier lebenden Prosessors Bre ien, eines früheren Dozenten an der Handelshochschule in Paris, lag. Eine weitere Abwechselung des eintönigen Lagerlebens, zugleich Zerstreuung für die Ausübenden und Genuß für die Kameraden boten Musik und Gesang, und die oft künst⸗ lerisch hochstehenden Konzerte der Lager⸗ kapelle fanden auch in den deutschen Offi⸗ zieren, Unteroffizieren und B'ewachungs⸗ mannschaften au merksame Zuförer. Die Musikinstrumente wurden entwe er aus der Heimat geschickt oder an Ort und Stelle gekauft oder geliehen, teilweise auch von den Gefangenen selbst angefertigt. So sah ich Violinen, die im hiesigen Lager gebaut worden waren und den an sie gestellten Anforderungen auch völlig genügten. Neben den Konzerten trugen die Thater⸗ aufführungen wesentlich zur Unterhaltung der Kriegsgefangenen bei. Eine große Ba⸗ racke war zu diesem Zwecke zur Ver ügung gestellt und recht geschmackvoll von Malern ausgemalt worden. Daß eine Bühne und die notwendige Beleuchtung nicht fehlte, ist verständlich. Auf dem Gebiete der Bühne leisteten die Franzosen unstreitig wieder das beste; bewundernswert war außerdem die Geduld und der kindliche Frohsinn, mit dem sie aufs engste zusammengepfercht stunden⸗ lang den Darstellungen auf der folgten. Und es waren vielfach auch aner⸗ kennenswerte Leistungen, die auf den „Brettern“ geboten wurden, denn außer Dilettanten, die Anlage zum Berufsschauspieler, Gefangenen — Bei gutem künstler, Akrobaten u. dgl. Wetter bildeten sich auf den Höfen zahlreiche Gruppen, die Bewegungsspiele veranstalteten oder sich mit Kegeln oder anderen Kugel⸗ spielen die Zeit vertrieben. Auch das Tennis⸗ spiel wurde eifrig gepflegt. Bei allen Na⸗ tionen war das Fußballspiel beliebt; hier waren allerdings die Engländer die an⸗ erkannten Meister. Auch regelrechte Box⸗ kämpfe fanden zuweilen statt, wie über⸗ haupt Sport und Spiel einen wesentlichen Teil der freien Zeit der Gefangenen aus⸗ füllten, nicht nur geduldet, sondern durch⸗ aus gefördert von den Lagerbehörden. Nur zuweilen mußten diese Vergnügungen unter⸗ bleiben, wenn es notwendig war, durch sog. „Repressalien“ eine völke rechtswidrige Be⸗ handlung unserer Gefangenen im feindlichen Auslande abzustellen. Man kann natürlich über den Wert und die Berechtigung solcher Maßnahmen sehr verschiedener Meinung sein— sie treffen meist Un chuldige— aber gerade einem so unversöhnlichen Gegner wie Frankreich gegenüber waren sie viel⸗ fach das einzige, wirklich wirksame Mittel, Bühne 5 Theater⸗ spielen hatten, gab es stets auch unter den Zauber⸗ und unsere Gefangenen, die nach Entlassung der Franzosen in die Heimat noch so viele Monate das Elend der Gefangenschaft zu tragen hatten, wissen ein Lied davon zu singen, wie sehr sich ihre Behandlusig ver⸗ schlechtert, als uns das Mittel dieser„Re⸗ pressalien“ nicht mehr zu: Virfügung stand. Neben Musik und Theater wurde auch die Malerei und Bildhauerei im hiesigen Lager ernstlich gepflegt; die„Künstler⸗ baracke“ vereinigte Maler und Bildhauer, die in ihrem Fach etwas bedeuteten und den Wunsch hatten, auch in den Jahren der Gefangenschaft sich weiter auszubilden. Es bedeutete gewiß ein hohes Maß von Wohl⸗ wollen und Entgegenkommen, wenn Maler in Begleitung eines Landsturmmannes die Umgegend von Gießen aufsuchen durften, um Motive für ihre Bilder zu finden, und neben dem Denkmal für die hier verstorbenen Kriegsgefangenen auf dem Friedhofe, das ein französischer Künstler geschaffen hat, sind zahlreiche Bilder im Museum künftigen Geschlechtern noch ein Zeugnis für die menschliche Behandlung, die den gefangenen Feinden im Lager Gießen zuteil geworden ist; es darf zufammenfassend mit gutem Gewissen behauptet werden, daß hier wie wohl in allen Lagern alles geschehen ist, was unter den obwaltenden Umständen mög⸗ lich war, um die geistige Not der Gefange⸗ nen zu lindern. ö wenn ich nicht noch auf eine Seite geistiger Förderung eingehen wollte, die mir als die überhaupt wichtigste erscheint. Das ist die religiöse. Darum noch einige Mitteilungen über die Seelsorge im Gefangenenlager. Grundsätzlich hat man in den deutschen Gefangenenlagern allen Insassen Gelegen⸗ heit geboten, den Segen ihrer Religion zu genießen. Das brachte natürlich e hebliche Schwierigkeiten mit sich. Man überwand sie teilweise dadurch, daß man die Gefan⸗ genen bestimmter Konfession oder Religion zusammenlegte. So wurden z. B. alle Mo⸗ hammedaner in das sog.„Halbmond“ lager Zossen überführt, wo eine wundervolle Moschee errichtet worden ist, so kamen die evangelischen Franzosen und Belgier in letzter Zeit sämtlich nach Darmstadt, wo regelmäßig evangelischer Gottesdienst in französischer Sprache gehalten wur e. Aber im Lager selbst blieben trotzdem noch eine ganze Anzahl verschledener Konfes ionen zu versorgen, und so mußte die große, freund⸗ liche„Kirchenbaracke“ in verschiedene Ab teilungen gegliedert werden. Es gab einen englischen, einen französischen und einen irischen Kirchensaal, in dem die Gottes⸗ dienste und Abendmahlsfeiern abgehalten wurden. Nach den Anweisungen des General⸗ kommandos sollte die Seelsorge in den Ge⸗ fangenenlagern in die Hände der einheimi⸗ schen deutschen Pfarrer gelegt werden, aber die Verhältnisse brachten es mit sich, daß Doch würde das Bild lückenhaft sein, auch aus liche her nahmen Deutschr wü ttem Balten vielfach niten un lich und mit unse lichen Li. Rußland erhalten sah ein 1 Seelsorg hielt aud Während Ordensge tätig wa länder 1 lischen von diese geübt. war die zosen zu Frankreic Kirche ve logen de Militärpf sich dahet unter den geistlichen üben konn Priester i sorge an, mandantu sonst in 2 den vieler genen, die religiöser wie man storbenen diges Be mancher 9 können.( auf dem 1 aufgenom! Angehörig schlummer den nächf Aufgabe, unterzogen kommanda das Bedür gegangenen mal zu se Gräber un Ländern werden wi Kriege bei Ein Aus dem d. R. Land Heute n einen groß ntlassung so viele schaft zu avon zu 11g ver⸗ ser„Re⸗ ig stand. rde auch hiesigen Künstler⸗ ildhauer, ten und hren der den. 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In den letzten Jahren ver⸗ sah ein ruf ischer Student der Tleologie die Seelsorge unter seinen Mitgefange tien und hielt auch die einfachen Gottesdienste ab.— Während für die Iren ein katholischer Ordensgeistlicher ständig im hiesigen Laser tätig war, war die Seelesorge für die Eng⸗ länder und Kanadier wieder einem eng⸗ lischen Kandidaten anvertraut und wurde von diesem auch mit Eifer und Geschick aus⸗ geübt.— Verhältnismäßig am leichtesten war die Frage der Seelsorge für die Fran⸗ zosen zu lösen. Da schon seit Jahren in Frankreich die Trennung von Staat und Kirche vollzogen war, so waren die Theo⸗ logen der verschiedenen Bekenntnisse der Militärpflicht unterworfen, und es fanden sich daher ihrer stets eine größere Anzahl unter den Gefangenen, die die Pflichten des geistlichen Amtes an ihren Kameraden aus⸗ üben konnten, Doch war gewöhnlich auch ein Priester im Lager für die katholi che Seel⸗ sorge angestellt. Jedenfalls ist die Kom⸗ mandantur des hiesigen Lagers wie überall sonst in Deutschland redlich bemüht gewe en, den vielen Zeh ztausenden von Kriegsge an⸗ achtungsstelle auszusuchen. Schließlich rich⸗ tete ich mir sie in einer Scheuer am Ostaus⸗ gang des Dorfes vor der großen Straße ein. 15. März 19155. Vorgestern nach⸗ mittag ritt ich mit Leutnant Thüre und Offizierstellvertreter Obenauer(Rechts⸗ anwalt in Pfeddersheim in Rheinhessen, rückte als Vizewachtmeister d. Res. mit der Batterie aus und wurde an Kaisers Ge⸗ burtstag Offizierstellvertreter) zurück nach Wesola, wo, dem feindlichen Feuer völlig entrückt, meine Protzen untergebracht sind. Dann besuchten wir in Dorf Swarozin Oberstleutnant von Petery, der die soge⸗ nannten Hindenburgjacken, eine Liebesgabe der deutschen Städte an das Ostheer, ver⸗ teilte. Es sind pelzgefütterte Jacken, die man über den Waffenrock trägt, sie bestehen aus wasserdichtem, feldgrauem Stoff. Sie sind leicht, halten aber gut warm und werden jetzt namentlich in der Uebergangs⸗ zeit angenehm sein. Gestern ritt ich über Gut 3 in einem von einem gut Zlota, wo gepflanzten Park umgebenen, ganz unver⸗ sehrten Herrenhaus ein Lazarett einge ichtet ist, nach Korczierzew, um mir den Kirch⸗ gang anzusehen. In der hübschen romani⸗ schen Kirche sah ich, neben der Orgel auf der Empore stehend, auf das bunte Bild unten herab. Die Frauen in ihren farben⸗ frohen Kleidern mit grellbunten Kopf⸗ tüchern, die Männer in großen Pelzmänteln und Pelzmützen oder kleinen blauen Tuch⸗ mützen. Nach Schluß des Gottesdienstes sah ich mir, vor der Kirche stehend, die Leute noch einmal genauer an. Die jun den Bur⸗ schen haben sehr schöne, bu ztgestickte Westen an. Ich wundere mich, daß alle Männer genen, die in Gießen gelebt haben, auch in die Mütze vor mir abnahmen und dankte religiöser Hinsicht gerecht zu werden. Und wie man den in der Gefangenschaft Ver⸗ storbenen militärische Ehren und ein wür⸗ freundlichst. Nach einiger Zeit beme kte ich, daß ich vor dem Standbild eines Heiligen stand. Ich trat einige Schritte zur Seite diges Begräbnis zuteil werden ließ, hat und nahm nun wahr, daß der Gruß dem mancher M itbürger mit eigenen Augen sehen können. Eine große Reihe von Gräbern auf dem neuen Friedhofe hat die Aermsten aufgenommen, die fern von Heimat und Angehörigen der Auferstehung entgegen⸗ schlummern. Bilder des Grabes wurden stets den nächsten Angehörigen zugestellt, eine Aufgabe, der sich meistens die Seelsorger unterzogen. Natürlich unterstützte die Lager⸗ kommandantur auch gern den Wunsch und das Bedürfnis der Gefangenen, ih en heim⸗ gegangenen Kamera en ein dauerndes Denk⸗ mal zu setzen. Möchten die Denkmäler und Gräber unserer Landsleute in den fremden Ländern nur ebenso gepflegt und geschützt werden wie diejenigen unserer Gegner im Kriege bei uns!—(Fortsetzung folgt.) Ein Winter an der Bzura. Aus dem Kriegstagebuch des Hauptmanns d. R. Landgerichtsrat Trümpert in Gießen. Bild, wie die zahlreich yt 1 vertreter mit der 4. 8 Anfang Dezember verwundet worden war, Heiligen gegolten halte. Es war ein hübsches Kirchenbesucher in ihren bunten Trachsen über die frisch⸗ grünen Wiesen nach ihren Dörfern zu ück⸗ gingen. Auch die kleinen Kinder tragen schon die bunte Tracht, vierjährige Kna ei tragen bunte Pluderhosen und hohe Schaftstieseln. Die G undsarbe der Kleider ist Orangegelb. Sie sind von oben nach unten von etwa 10 Zentimeter breiten Streifen in verschie⸗ denen Farben durchsitgen. Die Männer tra⸗ gen vielfach Hofen aus diesem Stoff. Mit Leutnant Beck, der als Offizierstell⸗ Batterie ausgerückt im Februar aber wieder zur Batte die zurückgekehrt ist, und Offizterstellvertreter Nebel ritt ich über Rozyce, Gongolin, wo wir deutsch sprechende Frauen Wice, Deu sch⸗ und Kinder trafen, deren Vorfahren vor etwa 100 Jahren sich hier angesses elt haben, Heute machte ich mit Leutnant Thüre nach Gut Mymislow, wo wir die Ritt⸗ einen großen Spaziergang, um eine Beob⸗ meister Freyer und Reinhart besuchten und ——kꝛ——2—2—jjↄ — 204 dann an einem von den Württembergern errichteten sehr schönen Waldlager vorbei über Gut Braki nach Dorf Dembsk zurück. Heute abend hatten wir in der Feuer⸗ stellung, als es dunkel geworden war, einen sehr feierlichen Feldgottesdienst, den ersten, den ich erlehte. Die Leute hatten einen sehr hübschen Altar hergerichtet. Zuerst sprach der evangelische, dann der katholische Feld⸗ geistliche, wir sangen einige Lieder. In⸗ zwischen war völlige Dunkelheit eingetreten, vorn stiegen die Leuchtkugeln in die Höhe. Der Weg zur Wohnung zu ük wir weg en der zahlreichen tiefen Granatlöcher recht unangenehm. 18. März 1915. Wir kommen leider von hier weg; wir hätten gerne den Früh⸗ ling hier erlebt. Es muß dann recht schön bier werden. Die Division wird wohl zu⸗ nächst in Ruhe kommen, was die Truppen auch verdient haben. Aber lange wird die⸗ selbe wohl nicht dauern. 25. März 1915. In der Nacht vom 18./19. wurde meine Batterie von der ersten Ersatzbatterie des Regiments 61 Darmstadt, die Hauptmann Haberkorn, Forstmeister in Dreieichenhain, führt abgelö k. Es war eiig kalt, ein schneidender Wind blies uns um die Ohren. Der Neumond ging früher unter, und es wurde sehr finster. Nachdem ich mich 1¾ Stunden halte durchbla en las en, war die neue Batterie eingerichtet und ich konnt⸗ mit der meinen abziehen. Die versahrenen Wege waren hart gefroren, teilweise ver⸗ eist, Gleich zu Anfang gab es einen längeren Halt, da eine Deichsel gebrochen war. Wir ma schierten bis 1¼ Uhr. Die Russen hat len wieder eifrig mit Scheinwerfern und Leucht⸗ kugeln gearbeitet. Sie haben Kugeln, die sehr hoch steigen und sich dann, wie ein Feuerwerk in unzählige helleuch ene Sterne auflösen. Mitten in der Nacht bezogen wir Steczelezew, ein kaltes Quartier. Am andern Tag Weitermarsch bei abscheulich kaltem Wind über Lowiez nach Jamno. Nach⸗ mittags ritt ich mit meinen Offizieren nach Lowicz, wo abends im Offizierheim sämt⸗ liche Offiziere der Abteilung gemütlich zusammenkamen. Am 20, marschierten wir wieder bei häß⸗ lichem Wetter nach Kolowie, Lyszkowice, wo wir noch liegen. Wir sind in einem hübschen Häuschen unterg kommen, wo wir uns oft an dem Spiel einem dem Besitzer gehörigen Grammophons erfreuen. Zu⸗ sammen mit den Kameraden der 6. Batterie feierten wir am Abend des 290. Leutnant Thüres Geburtstag. Ich habe ihn sehr schätzen gelernt. Die Gegend hier ist nicht so eintönig, wie an der Bzura. Sie ist hügelig, die Felder von vielen Bächen durchzogen, an deren Ufer hohe Bäume stehen. Große Kiefer⸗ wälder mit vorzüglichen sandigen Reit⸗ wegen, man könnte glauben, bei Darmstadt zu sein, die Dörfer sind weit gebaut, die meisten Häuser von hohen Bäumen um⸗ geben. Im Frühjahr, wenn die Bäume grün werden, muß es hier sehr schön sein. Auch N Seen gibt es hier. Ich beginne, nachdem ich täglich mit meiner Batterie Gelände⸗ übungen gemacht und dann noch allein bei schönstem Sonnenschein große Ritte unter nommen habe, diese Gegend liebzu gewinnen. Bis nach Slupia ritt ich, um meinen Freund Schmitt, der dort im Quartier liegt, zu besuchen, traf ihn aber leider nicht an. Heute ritten wir auf Veranlassung von Hauptmann Geppert eine sehr hübsch an⸗ gelegte Jagd. Alle Offiziere des Regiments nahmen teil. Mehrere Herren der ersten Abteilung lernte ich erst jetzt kennen, da seither nie Gelegenheit zu einer solchen Vereinigung aller Offiziere war. 27. März 1915. Leider geht der schöne Aufenthalt hier morgen zu Ende. Wohin wir kommen, wissen wir nicht. Die Ruhe und reichliche Bewegung waren sehr wohltuend. Einen Abend war ich mit meinen Offi⸗ zieren zu Major Wangemann eingeladen. Ich traf dort einen Hauptmann von 67 Jah⸗ ren, der den Krieg 1870/71 mitgemacht hat und zu Beginn des Krieges lange als Kompagnieführer mit der Landwehr in Ost⸗ preußen im Schützengraben lag. Jetzt führt er eine Kolonne und reitet täglich mehrere Stunden. Das ist hervorragend. Fortsetzung folgt.) Kirchliche Anzeigen. 1. Weihnachtstag, 25. Dezember. Kollekte für die Kleinkinderschulen. Stadtkirche. Vorm. 9%: Pfr. Mahr. Hl. Abendmahl für die Matthäus⸗ und Markus⸗ gemeinde. Abends 5: Pfarrassistent Ramge. Johanneskirche. Vorm. 9/8: Pfr Bechtols⸗ heimer.— Abends 5: Pfr. Ausfeld. 2. Weihnachtstag, 26. Dezember. Stadtkirche. Vorm. 9%: Pfr. Becker. Abends 5: Pfr. Mahr.— Montag den 2“. Dez., abends 8: Weihnachtsfeier der Konfirmandenvereinigung der Markus⸗ gemeinde. Johanneskirche. Vorm. 9⅛: Pfr. Ausfeld. Hl. Abendmahl für die Lukas⸗ und Jo⸗ hannesgemeinde.— Nachm. 2: Taub⸗ stummengottesdienst: Pfr. Bechtolsheimer. — Abends 5: Pfarrassistent Ramge. 75 Montag den 27. Dez., abends 8: Weih⸗ nachtsfeier der Konfirmanden vereinigung der Lukasgemeinde. * ein⸗ Nummer ausfiel, so schließt Jahrgang 1920 des„Sonntagsgrußes“ mit Nr. 51. Berantwortlich: Pfarrer Wechtols heimer. Druck und Verlag der Brübl'schen Univerffräts- ic. und Steindrucherel R. Lange, Gießen. Da im März infolge politischer Ereignisse N sofern alle B die bis den„9 gruß“ waren, Herrn dazu l halten. Am 1. Am 2. Sonnt . 1 1 1 ö 0 Sonnt * l Donne e ft Sonnt. 9 Donne Gesangs Herren 1 solche, di Aufgeno 81 Angemel