eruf Im ider tritt uch eu⸗ wey tief⸗ auff fet, cker unft und ihm fen buch chen fer⸗ am Na⸗ sann acob inge nd⸗ ater licht gt.) tene ahin egen kein tikel ener die auch stor⸗ ider iph. enst den ung der den ung der hr: hr: rer nds ten erei onntagsgruß Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen Nr. 7 Sießen, 3. Sonntag n. Ep., den 25. Januar 1520 9. Jahrg. der Heiland und die menschen der Gegenwart. Evangelium des Matthäus 11, 3. Bist du, der da kommen soll oder sollen wir eines andern warten? Wenn große Unruhen die alten Ord⸗ nungen der Völker erschüttern, treten die Menschen zahlreicher als gewöhnlich an die breite Straße, die durch die Zeit führt, um Ausschau zu halten. Was wir fest wähnten, schwankt, Werte erweisen sich als trügerisch, denen wir zuversichtlich vertrauten, und das Große schrumpft zu einem Nichts zusammen. Dann sagt uns eine Stimme, die wir lange nicht mehr vernahmen, daß die uns um⸗ gebenden Dinge wertlos seien, und daß die Hingabe an sie eine Untreue gegen unser Wesen bedeute. Dann besinnen wir uns, daß dieses Wesen aus der Ewigkeit stammt. Eine Sehnsucht, stark wie das Heimweh nach den Bergen, schreckt uns auf und heißt uns nach Gütern suchen, die wir einst be⸗ sessen haben. Immer treibt ihn in solchen Tagen der Unruhe seine unendliche Güte, den Weg wieder zu beschreiten, den er seit zwei Jahr⸗ tausenden gegangen ist. Der Weg ist lang, voll von Bangnissen und rätselhaften Er⸗ scheinungen. Aber er betritt ihn immer aufs neue, weil seine Liebe nicht ruhen kann, wenn Menschen heimlich und laut nach ihm verlangen. An dieser Straße warten nicht nur die Müden und Suchenden, um nach dem aus⸗ zuschauen, der aus der Ewigkeit kommen soll; es warten dort auch herbe Zweifler und Stolze, Hasser und Süchtige und jene, die die große Leere in sich tragen. Sie alle haben die Dinge erschöpft, ohne Be⸗ friedigung zu finden und suchen Besseres. Viele Hände strecken sich ihm entgegen, und er steht still und wartet. Und sogleich dringen Rufe und Fragen auf ihn ein: „Bist du es, der da kommen soll? Mit was beweist du, daß du es seist? Du bist gestorben und die Toten kehren nicht wieder! Mit was willst du deine göttliche Herkunft bekräftigen? Mit dem Stern über dem Stall oder mit der Stimme aus der Wolke? Wir glauben das nicht! Wir glauben auch deinen Brotwundern nicht und wissen nichts von der Kraft, die Siechen half! Wir wur⸗ den Wissende, wir wurden Wirkliche, wir wurden Reiche! Was nützen uns die Ideen? Was nützt uns das Wort, von dem der Mensch leben soll, und der Friede, den die Welt nicht geben und nicht nehmen kann? Der Mensch lebt doch vom Brot allein, und wer das Leid bannen kann, hat nicht nötig, Mühselige und Tragende zu trösten!“ ö Er aber sagt kein Wort, er sieht die erregten Rufer nur freundlich an. bis sie still werden. Denn er liebt auch sie. Be⸗ troffen stehen die Frager da. Vielleicht kommt ihnen später zum Bewußtsein, daß sie die wichtigste Stunde ihres Seins unge⸗ nützt ließen, weil sie nur Nichtiges und Wesenloses zu sagen wußten. Und er geht weiter zu den Greisen und Kindern, zu den Männern und Frauen, die gesondert stehen, und sein Nahen ist, wie wenn Abendsonnenbrand auf Christ⸗ festschnee fällt. Zu ihnen spricht er. Es sind neue Worte, aber in allen quillt der ewige Geist, wenn er von Gottes Reich redet, und in die Verzagten strömt eine junge Kraft. ö Und aufs neue wächst Gottes Reich! Argroßtantens Raritätenschrank. Von Helma Esselborn. i(Fortsetzung.) 3. Die beiden Chinesinnen. „Was hat's nur mit den Chinesinnen auf sich, Tante Luise?“, so fragte ich oft,„sie machen ganz verschiedene Gesichter, heute lachen sie wieder, und gestern sahen sie so brummig drein.“ n„Ja, mit ihnen hat es auch seine besondre Bewandtnis,“ brummte Tante Luise vor sich hin.„Hat die Krott das auch schon bemerkt, daß die Dinger einem Gesichter schneiden, und sie sind doch nur von Porzellan und haben gemalte Schlitzaugen, die immer auf der gleichen Stelle sitzen.“ l „Weißt du, Tante, sie sind unzufrieden, weil ihre Blumen so verstaubt sind,“ orakelte ich, und brachte es damit zu Wege, daß Tante Luise die große altmodische Hutschach⸗ tel hervorholte und deren doppelten Boden zu meinem Entzücken lüftete. Darin be⸗ fanden sich die abgelegten Hutblumen, fein säuberlich geordnet nach Jahrgängen. Aus diesem Schatz durfte ich dann auswählen, welches mehr oder weniger verblaßte Bulett für die steisen Porzellanhände der Chinesin⸗ nen mir am geeignetsten und stilvollsten erschien. Beide Puppen waren aus schwerem, ge/ maltem Prozellan, standen kerzengerade auf⸗ recht, hatten impertinente Gesichter und hiel⸗ ten die beiden Hände zu Fäusten geballt 0 1 —— . A — 14— 5 steif vor sich hin. In jeder Faust war ein der Schule, da wollte es nicht gehen; das aber fand es geschmackvoll, jeder ein Bukett das schwarze Schaf in der Klasse. Kam er in die Hand zu stecken, ein Zierat, der je zur Schule, so faßte er oft erstaunlich leicht nach der Jahreszeit aus den abgelegten auf, um ein andres Mal wieder, wenn ihn Sommer- oder Winterhutgarnituren der das, was der Lehrer vortrug, nicht sonder⸗ Tante erneuert oder ergänzt wurde. Solange, lich interessierte, sich so dumm wie nur ich mich erinnern konnte, standen die Chi⸗ möglich anzustellen. Die Waschursel klagte nesinnen auf Tantens Glasschrank, rechts oft bei uns ihr Leid Der Junge war von und links von der alten Uhr. Daß sie ihre klein auf sich selbst überlassen gewesen und Loch, worin sie ursprünglich wohl einen Stillsitzen behagte ihm nicht. Er schwänzte, 1 Sonnenschirm getragen hatten; Tante 5 5 wann er konnte, und für den Lehrer war er Gesichter veränderten, behauptete Tante Luise, und ich fand es auch. Es mag in der wechselnden Beleuchtung, wodurch die Be⸗ malung der Gesichter verschieden erschien, gelegen haben. Mir waren sie aber dadurch noch geheimnisvoller, und ich respektierte sie deshalb gar sehr. 1 „Wo kamen die Chinesinnen nur her?“ fragte ich. „Von China kamen sie“, erwiderte Tante g Luise. „Sie sind aber alt, sehr alt, und damals hatte man doch noch keine Dampfschiffe?“ „Ja, Kind, sie kamen auch auf einem Segler, und der Waschursel ihr Karl, der hat sie meinem Vater selig mitgebracht.“ „Der Waschursel ihr Karl, Tante, wer war denn das?“ ö „Das war ein Malefizbub, ein Tunicht⸗ gut, und niemand hätte ihm zugetraut, daß er je nach China käme. So ein Bengel! Sein Vater, der hatte auch nicht viel getaugt, aber von dem hatte er doch das Genie: denn die Ursel, daß Gott erbarm, die war ein dämliches Frauenzimmer; deshalb konnte sie auch den Buben nicht im Zaum halten. Doch ich will dir's ordentlich erzählen, der Reihe nach, wie es sich zutrug, und wie die Chinesinnen in unser christlich Haus kamen; denn geholt hätten wir sie sicher nicht. Etwas ist nicht geheuer mit den Biestern, weil sie bald lachen, bald höhnisch, bald brummig aussehen. Das geht nicht ganz mit rechten Dingen zu.““ 5 Mit einem schiefen Seitenblick auf die beiden ganz unschuldig dreinschauenden Por⸗ zellanfiguren setzte sich die Tante in Positur und begann: „Ja, also der Waschursel ihr Mann, das war dem Karl sein Vater und war nichts⸗ nutzig. Er ließ die Frau mit dem Buben allein sitzen und ging in die weite Welt hinaus. Die Waschursel mußte sich und das Kind allein durchschaffen, und das tat sie redlich. Sie wusch reihum bei den Leuten Tag für Tag, und der Karl mußte helfen, das Wasser holen, wenn man bei uns wusch; denn das Haus lag auf dem Berg, und das Wasser mußte unten im Dorf ge⸗ holt werden. Das war ein mühselig Geschäft. Mit ihr kam er in unser Haus. Mein Vater fand Gefallen an dem Jungen, weil er so blaue Augen hatte und stets lustig und gutes Mutes war. Wohin man ihn stellte, da wußte er gleich Bescheid. Nur in hatte nur das getan, was ihm gefiel. Jetzt sträubte er sich gegen jeden Zwang und tat nur, was er nicht sollte. Da kam eines Tages Besuch ins Dorf, eine damals für uns Binnenländer seltene Erscheinung— ein Matrose, der seine Ver⸗ wandten besuchte. Die ganze Dorfjugend hing an ihm, und Karl ging ihm schon gar nicht von den Fersen. Michels Georg er⸗ zählte die sonderbarsten Dinge von seinen Reisen, teils wahr, teils auch wohl erdichtet. Als der Gast wieder abgereist war, ging Karl noch versonnener und verträumter um⸗ her als vorher, doch suchte er bei uns nach Reisebeschreibungen, wie er mir berichtete, als ich ihn über einer alten Kiste mit Büchern antraf. Das ging so ein paar Wochen, da kam eines Abends die Waschursel gelaufen und schrie und weinte mörderlich, die Schürze vor den dick verheulten Augen. Sie hatte einen Zettel in der Hand, den hatte sie, als sie heimkam, gefunden. Der Karl war fort. Er wolle in die Welt hinaus, um sein Glück zu suchen, so schrieb der Bengel. Jeden⸗ falls hatte er das irgendwo gelesen und abgeschrieben. 4 Trotz aller Nachforschungen, die mein Vater anstellte, blieb der Junge verschwun⸗ den und verschollen. Es war uns allen leid, nicht nur seiner armen Mutter wegen, nein, wir hatten, wir wußten nicht warum, alle eine gewisse Schwäche für den Bengel gehabt. Es war das unwillkürliche Ge⸗ fühl, daß er kein schlechter Charakter war; dazu kam ein gewisses Mitleid mit einem Menschenkind, dem man gern helfen wollte, aus sich selbst herauszuwachsen und seine versteckten Fähigkeiten zu entfalten. Jetzt war es vorbei damit; wenn er noch am Leben war, so mußte er sich selbst durch⸗ beißen. Jahrelang hörte man nichts mehr von ihm. Kurz nach seinem Verschwinden hatte er noch einmal seiner Mutter Nachricht ge⸗ schickt, es ginge ihm gut, und er schiffe sich am folgenden Tag nach fernen Ländern ein. Die arme Ursel lief von da ab täglich dem Briefträger entgegen, doch als dieser stets nur mit der Hand von weitem abwinkte, da ließ sie es schließlich sein. Ihr Einziger war halt tot für sie. Sie sprach immer weniger, ihre Schultern wurden vornüber⸗ gebeugter und der alte Kopf erschien täglich grauer. 1 das änzte, war er am er leicht un ihn onder⸗ e nur klagte ar von n und . Jetzt und tat Dorf, seltene e Ver⸗ jugend on gar urg er⸗ seinen dichtet. „ging er um⸗ s nach ichtete, te mit ba kam en und chürze hatte sie, als rr fort. t Glück Jeden n und mein chwun⸗ allen wegen, varum, Bengel e Ge war; einem wollte, seine Jetzt ch am durch⸗ yr von 1 hatte cht ge⸗ ffe sich rn ein. ch dem r stets kte, da inziger immer nüber⸗ täglich 1 Eines Tages steht die Ursel wieder ein⸗ Es war spät, da ich als einer der letzten mal schweigsam wie immer bei uns am an Land ging. Die Nacht war wundervoll. Waschfaß, da sagt sie plötzlich ganz trocken: Ein klarer blauer Sternenhimmel, die an⸗ „Gestern ist der Karl gekommen.“ Ich genehme kühle Brise, die nach der Glut am wußte nicht, was ich gehört, und fragte ganz Tage alles aufatmen ließ, dazu endlich mal ahnungslos:„Welcher Karl?“ wieder Land unter den Füßen— es war „Mein Karl, der sieben Jahre weg war, ein herrliches Gefühl. Wenn der Seemann der ist jetzt wieder da.“ nach langer Fahrt mal wieder an Land Ich fuhr auf dem Absatz herum und kommt und Geld in der Tasche hat, dann packte sie an beiden Schultern.„Und das ist er wie ein losgelassenes Kind. Die größ⸗ sagt sie mir jetzt erst? Ja, aber Ursel, ten Dummheiten werden dann gemacht, und das ist doch eine Freud, so erzähl' mir doch, manch einem ist sein Landfremdsein schon wie ist er denn wiedergekommen?“ zum Verhängnis geworden.“ Lachend schüttelte ich die Alte. Da fiel(Fortsetzung folgt.) der graue Kopf vornüber auf meine Schulter, Geschichten und Bilder aus Alt⸗Gießen. und unter Tränen kam's heraus das große und unter Tränen kams heraus das große 20. Aus der Geschichte der Gießener Glück:„Fein ist er wiedergekommen, Ober⸗ Kramerzunft. maat ist er bereits, und eine Uniform hat(Fortsetzung.) er mit goldnen Knöpfen. Viel hat er mit⸗ Oefters bekleideten im 18. Jahrhundert gebracht, und seine alte Mutter hat er die Bürger Johann Peter Eckstein, Vater nicht ganz vergessen, und herkommen will und Sohn, das Zunftmeisteramt. Der er nachher, den Herrn Vater zu begrüßen.“ jüngere Johann Peter Eckstein war, wie auch Und er kam. Ja, das war der Karl sein Vater, ein angesehener Bürger. Als mit seinen treuherzigen blauen Augen, das er im Jahre 1761 starb, wurde er im dachten wir alle, als einige Stunden später Kirchenbuche bezeichnet als„des löblichen der stattliche Seemann vor uns stand Und Schöffenrathes Senior, peinlicher Gerichts. dann ging das Fragen los. Zum Schreie schöff, Mitinspektor des geistlichen Land⸗ ben, ja dazu kam er nicht an Bord, und kastens und Kirchenältester“. Auch auf sei⸗ anfangs ging es ihm schlecht. Als Schiffs⸗ junge war er auf einen großen Segler an⸗ geheuert worden. Dort hieß es schwer schaf⸗ fen, und todmüde sank der Junge abends auf sein hartes Lager. Später, da dachte er stets, er käme bald mal heim, aber es hatte sich immer nicht gegeben. Ein biß⸗ chen schlechtes Gewissen wegen des Aus⸗ reißens spielte auch dabei mit. Um so größer war jetzt das Glück, und daß der Karl so„noblicht“ kam und gar Geschenke mitbrachte, das erhöhte noch die Freude. Was hatte der Junge auch alles erlebt und gesehen! Sogar in China war er ganz bekannt, und unserm Vater hatte er zwei Porzellanfiguren zugedacht. „Es sind Götzenbilder,“ meinte die Waschursel und sah furchtsam auf die bei⸗ den Chinesinnen. Doch der Karl lachte, daß seine weißen „Schon möglich, Mutter, Zähne blitzten.„S lich, ü aber harmlose, sonst hätten sie sich nicht stehlen lassen.“ „Stehlen, Karl? Du wirst doch nicht?“ fiel die Ursel erschrocken ein. „Nein, ich nicht, aber der, von dem ich sie bekommen habe, der hat sie sicher gestohlen.“ „Vor drei Jahren war es, im Juli,“ so fuhr Karl fort,„es war drückend heiß, die Sonne brannte sengend auf unser Schiff, und alle atmeten auf, als gegen Mittag Hongkong in Sicht kam. Man konnte dann doch auf einen Abend an Land rechnen. Ich war damals schon Obermaat und mußte warten, bis alles fein säuberlich geordnet war, ehe ich das Schiff verlassen durfte. nen Vater wird in diesem Protokolle hin⸗ gewiesen, er wird als„Handelsmann“ be zeichnet. Johann Peter Eckstein, der jüngere, war übrigens der Urgroßvater des be⸗ kannten Dichters und Schriftstellers Ernst Eckstein, der 1845 geboren war und um das Jahr 1900 in Dresden gestorben ist. Wiederholt war in dieser Zeit auch Johann Gerhard Tasché Zunftmeister, er starb 1759 als Ratsschöffe. ö Unter den übrigen Zunftmeistern des 18. Jahrhunderts seien noch genannt Jo⸗ hann Peter Borberg(1718), in den Kirchen⸗ büchern Borbeck geschrieben, weiter Nikau⸗ laus Höpfner(1725), Johann Rudolf Hast (1735), Johann Wennemar Tasché(1759), Johann Philipp Schenck(1763), Johann Konrad Eckstein, Sohn des bereits erwähn⸗ ten Johann Peter Eckstein, des jüngeren. Aber auch ungewöhnliche Namen tauchen in dieser Liste auf. So steht 1737 ein ge⸗ wisser Johann Christian Lingiery an der Spitze der Zunft. Im Kopulationsbuche wird er. der sich im Jahre 1712 verheiratete, be⸗ zeichnet als„Gasthalter zum goldenen Adler und Sohn des Handelsmannes Johann Baptist Lingierx aus Mainz“. Hiernach konnten auch Gastwirte der Kramerzunft beitreten, da für sie es eine besondere Zunft nicht gab. 1792 war Dominikus Rossi erster Zunftmeister. Das Kopulationsbuch des Jahres 1791 besagt, daß am 1. März des angeführten Jahres getraut wurden„Domi⸗ nicus Rossi, Stadt⸗ und Schützenhaupt⸗ mann, auch Kauf⸗ und Handelsmann all⸗ hier, weiland Herrn Johannes Rossi, Stadt⸗ lieutenant auch Kauf⸗ und Handelsmann 316 in Marburg hinterlassener ehelicher Sohn, und Jungfer Josepha Mocchetti, Herrn Peter Mocchetti, Handelsmanns in Como im Mayländischen, eheliche Tochter. Die Kopulation ist in Como geschehen“. Offen⸗ bar haben wir es hier mit einer jener ita⸗ lienischen Kaufmannsfamilien zu tun, die wie die Brentano nach Deutschland einge⸗ wandert sind. Das Ehepaar Rossi war katholisch. Daß der Heiratseintrag im Kopu⸗ lationsbuche der hiesigen evangelischen Ge⸗ meinde erfolgte, ging auf die damaligen gesetzlichen Bestimmungen zurück. Auch die Kinder dieses Ehepaares wurden bei ihrer Taufe in unser Taufbuch eingetragen, ob⸗ wohl sie von katholischen Geistlichen ge⸗ tauft wurden. Das erste Kind Petrus An⸗ tonius Bernhardus Johannes wurde 1792 geboren. Dem Taufeintrage ist die Bemer⸗ kung beigefügt:„Dies Kind wurde nach vorher erbetener Erlaubnis und nach ge⸗ schehener Bezahlung der Stolgebühren von dem katholischen Pfarrer zu Roßdorf bei Amöneburg Herrn Kanonicus Gnau ge⸗ tauft.“ Daß die evangelischen Geistlichen bei der Taufe eines Kindes, das gar nicht zu ihrer Gemeinde gehörte, sich die Stol⸗ gebühren bezahlen ließen, entspricht nicht der heutigen Auffassung, beruht aber auch auf gesetzlichen Bestimmungen. Im 19. Jahrhundert ist man duldsamer geworden. Das zweite Kind hieß Nunziata Maria Isa⸗ bella. Es ist in unserem Kirchenbuche nicht verzeichnet, wer es getauft hat. Pate war neben anderen dabei Johannes Antonius Vanossi aus Marburg. g terer Beweis dafür, daß damals öfters ita⸗ lienische Kaufleute nach Deutschland einge⸗ wandert sind. Als dem Ehepaare das dritte Kind geboren wurde, war hier ein katho⸗ lischer Geistlicher tätig. Dem Taufeintrage ist die Bemerkung beigefügt:„Das Kind ist nach gesuchter und erhaltener Dispen⸗ sation von dem hiesigen katholischen Pfarrer Herrn Carl Basilides de Labroise getauft worden.“ Hiernach mußte der katholische Pfarrer damals— es war dies im Jahre 1796 die evangelische Geistlichkeit um Erlaubnis ersuchen, wenn er ein Kind seiner Konfession taufen wollte. Aus unserem Kirchenbuche ist nicht zu ersehen, wer die später geborenen Kinder, es sind im gan⸗ zen 7 gewesen— getauft hat. Bei der im Jahre 1801 geborenen Magdalena Chri⸗ stiane Louisa war der Gießener katholische Pfarrer Ludwig Boellner, der mithin La⸗ firmierten broise abgelöst hatte, Pate. Im 19. Jahrhundert werden folgende Zunftmeister genannt: 1801 Christian Ger⸗ hard Taschs und Barthold Friedrich Faber, 1807 Philipp Daniel Borbeck und Georg Gerhard Hösterreich, 1810 Philipp Moritz Damian Höpfner und Martin Bücking, 1818 Johann Melchior Müller und Wilhelm Spruck, 1820 Georg Philipp Gail und Wilhelm Stein. Georg Philipp Gail, der Das ist ein wei⸗ hervorragende Gießener Bürger und Be⸗ gründer der bekannten Weltfirma, starb im Jahre 1865 im Alter von 79 Jahren. Höpfner wurde über 90 Jahre alt und starb 1846, Jakob Pistor hingegen verschied 1829 schon im 42. Lebensjahre. Auch Mar⸗ tin Bücking, der 1828 verschied, brachte sein Leben nur auf 50 Jahre. Ueber das Ab⸗ leben des Beigeordneten Silbereisen, der später Bürgermeister war, ist in unseren Kirchenbüchern nichts zu finden. Für 1826 werden als Zunftmeister genannt Jakob Pistor und Beigeordneter Silbereis Silber⸗ eisen). Weitere Einträge über die Erwäh⸗ lung von Zunftmeistern finden sich nicht in dem Buche. (Schluß folgt.) Kleine Mitteilungen. Sonntag den 25. Januar wird Missionar Heinrich Walther aus Beuern im Abend⸗ gottesdienste der Johanneskirche predigen. Missionar Walther ist den Gliedern unserer Gemeinde längst bekannt. Hat er doch für unser Gemeindeblatt so viele interessante Schilderungen seiner Arbeit in Kamerun, auch so viele anschauliche Schilderungen von Land und Leuten geschrieben. Im Sep⸗ tember 1912 ist er zur Missionsarbeit aus⸗ gezogen und hat zwei Jahre unter den Heiden gewirkt. Beim Ausbruche des Krie⸗ es traf ihn, wie so viele Missionare deut⸗ cher Nationalität, das Schicksal, in fran⸗ zösische Gefangenschaft zu geraten. Nach längerer Gefangenschaft in Dahome kam er nach Marokko und endlich nach Frank⸗ reich, wo er sich sehr bemüht hat, kranke Landsleute zu pflegen und ihnen Gottes⸗ dienst zu halten. Kirchliche Anzeigen. Sonntag d. 25. Jan., 3. S. n. Epiphanias, Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9 Uhr: Pfarrer Becker.— Vorm. 11 Uhr: Kinder⸗ kirche für die Markusgemeinde: Pfarrer Becker.— Abends 5 Uhr: Pfarrer Mahr. — Montag den 26. Januar abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Markusgemeinde. In der Johanneskirche. Vorm. 9½ Uhr: (zugleich Militärgottesd.): Divisionspfarrer Tiesmeyer.— Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde: Pfarrer Aus⸗ feld.— Abends 5 Uhr: Missionar Walther. — Abends ½8 Uhr: Vereinigung der kon⸗ männlichen Jugend der Jo⸗ hannesgemeinde.— Montag den 26. Jan. abends ¼8 Uhr: Vereinigung der konfir⸗ mierten weiblichen Jugend der Lukasge⸗ meinde.— Freitag den 30. Januar abends ½8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Johannesgemeinde. * Von Sonntag den 1. Februar an be⸗ ginnen die Abendgottesdienste um 6 Uhr. Verantwortlich: Pfarrer Be chtols heimer. Druck und Verlagsder Brühl'schen Universitäts- Buß und Steindruckerel R. Lange, Gießen. * Ger — Nr. — Pfalm 2 8 W 9 Söhn Heim fremd fast, Nu lich s dieser tiefen Heim zu he seelist doch gebet Gefa bring an il Gefa wir unser voll sager Grof fröhl W̃ empf kaun durch sie s. und