bel aus Mäus⸗ nhänge⸗ nach gering⸗ ichnung uns ge⸗ ig kam, s dafür, wo er initatis. / Uhr: 1 Uh meinde: Pfarrer „abends en weib⸗ nde. ds 8 Uhr, er Mar⸗ 172 Uhr: rmittags emeinde: 6 Uhr: r: Bibel⸗ Pfarrer reinigung gend der Oktober 1 konfir⸗ ohannes⸗ Oktober, ineskirche m Stein⸗ zesten des Jahres⸗ ssen vom teinsamer he unter arfenisten rim Ge⸗ he Feier: storbenen wabe und en Mit⸗ des Hotel für Mit⸗ Mk., für ung 7 Uhr. n bei der nicht ge⸗ i n. teiligung reins. — eindruckerel onntagsgruß Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen Nr. 42 Gießen, 21. Sonnt. n. Trinitatis, den 24. Oktbr. 1920 9. Jahrg. Die großen Fragen der Seit. Röm. 8, 28. Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. „Jedes tief in das Leben eines Volkes einschneidende Ereignis ist immerdar nichts gewesen als die aufgerissene Pforte zu den letzten Wahrheiten. Geht ein Volk an dieser losen Kreislauf, um das nächste Mal, we⸗ niger vorbereitet, geschwächter und verwirr⸗ ter, an der offenen Pforte anzugelangen, bis es der Kreislauf in seinen Wirbel ver⸗ schlingt. Die großen Fragen stehen immer wieder vor unserer Tür.“ Mit dieser tief⸗ ernsten Mahnung tritt Hermann Kutter in seinen„Reden an die deutsche Nation“ vor uns. Unsere Zeit ist eine Zeit der Not und des Ringens, der Not nicht bloß, wie sie die meisten verstehen, der äußerlichen Not und des Mangels, der Teuerung, der Entbeh⸗ rung, nein, weit mehr noch der Seelen⸗ und Gewissensnot. Ewigkeitsfragen klopfen mit erschütternder Wucht bei uns an. Nicht die Magenfrage, die Kleider- oder Schuh⸗ frage, auch nicht die Lohnfrage darf unser Denken und Tun beherrschen. Letzte und höchste Angelegenheiten erfüllen unser Da⸗ sein, fordern gebieterisch eindringliche Be⸗ achtung. Das sind aber nicht politische oder wirtschaftliche Sorgen, nicht Fragen der Parteizugehörigkeit oder der beruflichen Or⸗ ganisation, wie die angeblichen Führer un⸗ serer in Wahrheit führerlosen Zeit uns glauben machen wollen. Der Kampf um die politische Macht, um höhere Bezahlung und geringere Pflichtleistungen, der uns kaum zur Besinnung kommen läßt, kann nie und * unseres Lebens Ziel und Inhalt ein. Die große Frage, die in jedes Menschen. Schicksal entscheidend eingreift, ist die: Wie stehst du zu deinem Gott? In ruhigen Zeiten wird sie gar oft überhört durch das behagliche Dahinträumen, in dem die Men⸗ schen ihr Dasein verbringen. Heute ist der Weltenlenker mit Donner und Blitz unter uns getreten und hat auch die lässigsten Schläfer geweckt. Die ganzen Völker des Erdenrundes sind in ihren Tiefen auf⸗ gerüttelt. Wo ist noch einer, der nicht in die größte Katastrophe mit hineingezogen wäre, die je über die Menschheit gekommen ist? Aber verstehen wir auch recht, was Gott der Herr mit uns vorhat, indem er uns diesen erschütternden Weckruf sandte!? Füh⸗ len wir aus aller Not, aus allem Jammer die besondere Gnade heraus, die unser Ge⸗ schlecht vor anderen voraus hat, daß uns Gott näher ist im Sturmesbrausen des Krieges, der Revolution, der Heimsuchung als einstens im stillen Säuseln des Frie⸗ dens und der Ruhe? Er will uns zu sich ziehen und macht es uns, wenn wir seinem Wesen nicht ganz fremd, seiner 9. 9 5[Sti 0„ auther 3117 f 8 Pforte vorbei, so beginnt es einen nutz- Stimme gegenüber nicht völlig verblödet sind, wahrlich leicht, ihn zu finden. Unser irdisches Dasein ist so wenig verlockend, so jämmerlich und armselig ohne Gott, daß uns der brennende Wunsch nach ihm, nach seinem reinen Licht mehr denn je erfüllen muß. Wenn täglich aufs neue durch immer wiederholte und gesteigerte Nöte die Frage vor deine Ssele tritt: Wie stehst du zu deinem Gotte?— so kann dir die Antwort nicht schwer fallen:„Denen, die Gott lie⸗ ben, müssen alle Dinge zum Besten dienen.“ verlorne Liebesmüh. Wer wagt an Völkerfrieden noch zu glauben, wo Haß und Hohn die Feinde leiten, wo Schimpf und Schmach den Seien zu bereiten, das Ziel nur ist, wonach sie gierig schnauben? Ihr Wutgeschrei, vernehmbar selbst den Tauben, es tönt von Westen her zu allen Zeiten; es schallet in dem Völkerbund, dem weiten, nur eine Losung: Deutschland zu berauben. Ziemt's da den Deutschen, Mittel zu ersinnen, die haßerfüllten Völker zu versöhnen, sie zu verschonen mit des Deutschen Tönen? Verachtung nur und Hohn weckt solch Beginnen, nie schafft die Esperantotreibhauspflanze Dem deutschen Volke Platz im Völkertanze. Dr. Karl Esselborn. die Chronik des Gießener Ratsdieners Philipp Moritz moll(1857— 1847). (Schluß.) Am 18. Juli Morgens halb 8 Uhr fiel der Brunnen des Professor Liebig auf dem Trieb ein und begrub einen Bergmann aus dem Anhalt Bernburgischen, welcher von den Bergleuten des Brielischen Berg⸗ werkes herausgegraben wurde, das Graben währte von acht bis Nachmittags ½(hier fehlt im Manufkript 71 Zahl), bis sie ihn 1 wo er nach 4 Tagen abends um 9 Uhr von sämtlichen Bergleuten mit ihren Lichtern beerdigt wurde. (Der verunglückte Bergmann hieß Heinrich Noack, er war 26 Jahre alt und stammte aus Neudorf im Herzogtum Anhalt⸗Bern⸗ burg. Bei dem Begräbnis ihres Kameraden waren die Bergleute in Knappschaftsklei⸗ dung und trugen brennende Oellämpchen.) Am 1. August sind wir aus dem Os⸗ waldischen Hauß zu Karl Schiffer gezogen. Am 17. Dezember feierten wir das 25⸗ jährige Verfassungsfest. Abends mit einem Fackelzug von Bürgern und Studenten und haben die drey Gesangvereine mehrere Lie⸗ der vor dem Rathauß gesungen, nachdem war ein großes Abendessen im Buschischen Garten. (In dem Artikel„Aus der Geschichte der Gießener Kramerzunft“, Sonntagsgruß 1920, Nr. 5, haben wir auf Grund einer Aufzeichnung. Philipp Gails die Feier geschildert, welche die Gießener Bürger⸗ schaft aus Anlaß der Begründung der Lan⸗ desverfassung am 3. Weihnachtstage 1820 begangen hat. Die 25jährige Gedenkfeier ist nicht minder eindrucksvoll gefeiert wor⸗ den. Glockengeläute eröffnete am frühen Morgen des 17. Dezember 1845 das Fest, um die Mittagsstunde ertönte von dem Stadtkirchenturm Choralblasen. Den Stadt⸗ armen wurde eine größere Spende zuteil, auch die Pfründner des städtischen Hospitals wurden bedacht. Die Kinder, die die Klein⸗ kinderschule besuchten, erhielten Bretzeln. Abends wurde ein Fackelzug veranstaltet, hierbei hielt auf dem Marktplatze Heyer jun. die Festrede, Bürgermeister Reiber sprach vom Saal des Stadthauses aus, die Fackeln wurden auf dem Brand verbrannt. Ein Festessen in Buschs Garten beschloß die Feier.) 846. Am 10. Januar morgens hat Professor Bischoff in der Reitbahn einen Bär und ein Wolf vergiftet. (Ob das aus wissenschaftlichen Gründen geschah oder ob ein Menageriebesitzer die beiden Tiere töten ließ, ist nicht festzu⸗ stellen.) 5 Am 18. Februar als am 300 jährigen Todestag Dr. Martin Luthers war Mor⸗ gens mit allen Glocken geläutet, nachher war vom Thurm das Lied Eine feste Burg ist unser Gott geblasen. Am 22. Februar als am Begräbnistag war es gerade Sonn⸗ tag, da war großer Gottesdienst, wo ein Zug vom Rathauß, bestehend aus den vier Geistlichen an der Spitze, dem Bürger⸗ meister, welcher die zwey älteste Bürger im Arm führte, der ganze Stadtvorstand und eine große Anzahl Bürger durch die Schulstraße an das Regierungsgebäude, worin sich sämtliche evangelische Staats⸗ — 166— diener in Uniform befanden und dem Zug anschlossen in die Stadtkirche, wo dann H. Kirchenrath Engel eine Rede hielt. Während dem 18. auf 22. durfte keine öffentliche Belustigung stattfinden. (Aus dieser Mitteilung, ergibt sich, daß man den 300. Todestag Luthers in Gießen ebenso würdig wie sinnig gefeiert hat. Auch an anderen Orten ist das geschehen. Heute wäre das nicht mehr zu erreichen, daß die Vergnügungen, aus Anlaß eines kirchlichen Gedenktages 5 Tage hindurch eingestellt würden. Und wo konnte man es jetzt wagen, sämtliche evangelische Beamten zu einer Feier dieser Art aufzufordern? Wo hätte man das auch schon vor 10 oder 20 Jahren wagen können? Am Abend des 18. Fe⸗ bruar veranstalteten die Studenten einen Faclelzug, was Moll nicht erwähnt.) Am 21. April ist meine Schwester Marie mit ihrer Herrschaft nach Schottland ab⸗ gereist. Am 29. Juli Nachmittags 3 Uhr kam der Erbgroßherzog mit seinem Bruder Alexander von Grünberg hier an und stie⸗ gen im Einhorn ab, wo alle Staatsdiener versammelt waren. Alexander besuchte den⸗ selben Tag das Wellenbad, Abends war großer Fackelzug von Bürgern und Stu⸗ denten, und die Singvereine trugen mehrere Lieder vor, den anderen Morgen fuhren sie auf den Schiffenberg, wo sie um acht Uhr wieder zurückkamen, da ließ dann der Erbgroßherzog die Deputationen vorkom⸗ men. Alexander aber ging auf die Reit⸗ bahn, wo ihm der Stallmeister Franken⸗ feld ein Pferd vorritt. Um zehn 5 fuhren sie wieder von hier ab nach Butzbach. (Herr Hochstätter teilt hierzu mit, daß das vom Prinzen Alexander benutzte Wellen⸗ bad an der Neumühle von da an„Alexan⸗ der⸗Wellenbad“ genannt wurde. Im Jahre 1866 hat Prinz Alexander die hessischen Truppen geführt.) Den 7. August Morgens zogen die Stu⸗ denten von hier nach Staufenberg und blieben da bis d. 9. wo sie Morgens wieder in die Stadt zogen. Ursache davon war, daß der Polizeidiener Keßler im Buschi⸗ schen Garten einem Studenten mit dem Säbel über den Kopf gehauen hatte und ihn dadurch verwundet wo nun die Stu⸗ denten mehrere Tagen mit singen schreien u. d. g. durch die Straße zogen sogar den Rektor, als er ihnen eine Vermahnung gab, verspotteten, worauf dann anderen Morgen die Dragoner von Butzbach kamen und zwei Tage hier blieben dies war nun der Grund des Studentenauszugs. i Am 12. August hat Herr Plock im Rappen die Mest Kartoffeln gekauft zu 1 Gulden 12 Kr. die andre Woche das Malter zu 8 Gulden. Am 28. December kam meine Schwester Marie von Schottland zurück. Am 18 vierzig R gefallen u Am 16. woran tei berg, Bu den Gieße wurden u 3 bis Neuenwegg dem sich Im Ap Kartoffel bis 30 G den, die 9 Gulden. (Die Te die Ursache den Jahre die gerade brecherische Erntevorrä Lebensmit Ordnung i nicht nur wissen, w dig ist.) l Am vori kurgverein. goltesdienst gottesdienst den. Das Vereins tri gestaltung hierbei in Kapell meist Harfe spie meister Vol Viol inspiel war eine a Landgericht 8 Beirate schienenen, 9 Musikstück tolsheimer org 5 Aawabe, eins, en auch der 12 glieder des zu einem sind, das n bracht word Schlußwort, Vortra Kameraden“ m Zug dann e hielt. e keine ch, daß t. Au Heute daß die chlichen igestellt wagen, einer o hätte Jahren 8. Fe⸗ einen Marie nd ab⸗ r kam Bruder id stie⸗ sdiener te den⸗ Ss war Stu⸗ nehrere fuhren m acht nun der orkom⸗ Reit⸗ danken⸗ fuhren . t, daß Vellen⸗ llexan⸗ Jahre ssischen e Stu⸗ g und wieder war, Buschi⸗ t dem e und Stu⸗ chreien ar den hnung nderen kamen r nun tappen ulden ter zu wester —————u—ꝰ — 167— 847 1847 Am 18. April als am letzten Tage der b vierzig Ritter ein 1½ Fuß hoher Schnee gefallen und schneite es den ganzen Tag. Am 16. Mai war hier das erste Turnfest, woran teilnahmen die Turner von Fried⸗ berg, Butzbach und Usingen, welche von den Gießer auf dem Selzersberg empfangen wurden und dann mit Musik durch die Stadt zogen bis auf den Turnplatz, Nachmittags zogen sie auf die Hardt. (Wie Herr Hochstätter mitteilt, so befand sich der Turnplatz des Turnvereins von 1846 anfangs in Bermanns Garten vor dem Asterweg, alsdann wurde er vor das Neuenwegertor auf den Platz verlegt, auf dem sich jetzt das Stadthaus befindet.) Im April und Mai kostete das Malter Kartoffel 7 bis 8 Gulden, der Weizen 28 bis 30 Gulden, das Korn 24 bis 25 Gul⸗ den, die Gerste 20 Gulden, der Hafer 9 Gulden. (Die Teuerung des Jahres 1847 war mit die Ursache der Aufstände des darauf folgen⸗ den Jahres. Mögen sich das alle die merken, die gerade jetzt unserem Volke durch ver⸗ brecherischen Wucher und Abschieben von Erntevorräten nach dem Auslande die Lebensmittel verteuern. Wer Ruhe und Ordnung im Lande erhalten will, der darf nicht nur an sich denken, sondern muß wissen, was er der Allgemeinheit schul⸗ dig ist.) H. B. Uleine Mitteilungen. Am vorigen Sonntag feierte der Wert⸗ kurgverein sein 33. Stiftungsfest. Der Fest⸗ goltesdienst war mit dem Vormittags⸗ gottesdienst in der Johanneskirche verbun⸗ den. Das Bläser⸗ und Streichorchester des Vereins trug wesentlich zur feierlichen Aus⸗ gestaltung des Gottesdienstes bei und wurde hierbei in hervorragender Weise von Herrn Kapellmeister Wigger, der a die Harfe spielte, sowie von Herrn Konzert- meister Volbrecht, der durch sein vollendetes Viol inspiel erfreute, unterstützt. Um 3 Uhr war eine akademische Feier im Markussaal. Landgerichtsrat Neuenhagen als Vertreter b Beirates des Vereins begrüßte die Er⸗ schienenen, nachdem das Streichorchester ein Musikstück vorgetragen hatte. Pfarrer Bech⸗ tolsheimer sprach als Vertreter des Gesamt⸗ kirchenvorstandes, während seiner Rede wurde das Bild des verstorbenen Pfarrers Schwabe, des langjährigen Leiters des Ver⸗ eins, enthüllt. Besonders gedachte der Redner auch der 15 im Weltkriege gefallenen Mit⸗ glieder des Vereins, deren Photographien zu einem großen Bilde vereinigt worden sind, das nun im Heim des Vereins ange⸗ bracht worden ist. Pfarrer Becker sprach das chlußwort, die Versammlung hörte stehend n Vortrag des Liedes„Ich hatt' einen Kameraden“ an. Die Namen der gefallenen Vereinsmitglieder sind: Heinrich Hütten⸗ erger, Reinhold Klemm, Konrad Boeckner, Karl Fischer, Otto Feuerstein, Wilhelm Schlemm, Eugen Wirth, Albert Leonhard, Hans Sommerkorn, Heinrich Hahn, Ernst Schneider, Wilhelm Siegel, Karl Albert, Arthur Ney, Otto Hof. Die Abendfeier im großen Saale des Hotel Einhorn gestaltete sich zu einem rech⸗ ten Wartburgfest. Begrüßten schon die Klänge des Wagners„Tannhäuser“ die Anwesenden, so zeigte jede neue Nummer der Vortragsfolge, daß der Verein in jeder Veise in den Bestrebungen und in dem Sinne des Mönches auf der Wartburg die Jugend heranbildet. Sah man hier in den. turnerischen Vorführungen die Selbstbeherr⸗ schung und Stählung der Muskeln, durch ausgezeichnete Barrenübungen und wunder⸗ bar gestellte Pyramiden, so legte anderseits eine fesselnde Darstellung der Hauptmomente einer Wanderung unserer Wartburger Zeugnis ab von der Erziehung des Sinns für das Wandern, die Schönheiten der Natur und die Geselligkeit. Wie daheim und im engen Kreise unsere Wartburger sich zu be⸗ schäftigen wissen, bezeugte„Der Dorf⸗ lump“, eine spannende, kurze aber lehr⸗ reiche Aufführung, deren Grundgedanke „Es ist nichts so fein gesponnen, jung und alt fesselte. Die Vortragenden wußten den Charakter der handelnden Per⸗ sonen in allen Rollen nur lebenswahr dar⸗ zustellen. Ein lustiger Einzelvortrag„Die Erbschaftsverteilerei“, vorgetragen von Stto Berg, welcher große Heiterkeit hervorrief, bewies, daß man in diesem Kreise auch der heiteren Muse dient. Wie Poesie und Mimik kam auch Frau Musika zu ihrem vollen Recht. Wechselten doch die einzelnen Vor⸗ träge mit klangvollen Musikstücken von dem musikalischen Teil unserer Wartburger, der in der Tat nicht gering ist. So hörten wir neben einem Teil aus Wagners Tann⸗ häuser das„Steuermannslied und Matrosen⸗ chor“ aus der Oper„Der fliegende Hollän⸗ der“ und die ungarische Lustspielouverture von Keler⸗Bela. Besonders gewürzt wurde der musikalische Genuß durch ein Flötensolo „Introduction et Variationes brillantes“ von Rüdiger, vorzüglich vorgetragen von Herrn K. Schneider, sowie durch meisterhaft gebrachte Violinsoli des Herrn Konzert⸗ meisters Vollbrecht(Köln), unter vorzüglich angepaßter Klavierbegleitung des Herrn Harfenisten Kapellmeisters Wigger(Gießen): 1. Konzert Nr. 9 von Boͤriot, 2. Le Canari von Poliakin, 3. Le Berceuse von Godard. Die Hauptverdienste für das Zustandekom⸗ men des musikalischen Teils des Programms gebührt dem Mitglied Herrn Hallenmeister W. Schmitz, dessen Bemühungen besondere Würdigung erheischen. Für die Aufstellung und Durchführung der wechselreichen Vor⸗ tragsfolge und der Mitwirkung der Herren Wigger und Vollbrecht gebührt Herrn En⸗ — 168— gels, der die Jugend zu jeder Betätigung allüberall geschickt heranzuziehen weiß, und seinen getreuen Helfern die größte Aner⸗ kennung. Jedenfalls gab der Abend wieder ein er⸗ freuliches und beruhigendes Zeugnis dafür, daß die Jugend, die sich in der Freizeit so gut zu unterhalten und zu beschäftigen weiß, dermaleinst auch stark genug sein wird, sich auch im Ernst des Lebens zu behaupten. 55 Dr. M. Auf Anregung der diesjährigen preußi⸗ schen Generalsynode hat der Evang. Ober⸗ kirchenrat zu Berlin veranlaßt, darauf hin⸗ zuwirken, daß die bestehenden Schulgottes⸗ dienste zur Feier des Reformationstages auch fernerhin beibehalten werden; ebenso empfiehlt er den Gemeinden, in denen solche Schulgottesdienste am Vormittag des 31. Oktgber bisher nicht üblich waren, an⸗ gelegentlichst die Veranstaltung eines solchen. Die Verhandlungen des 38. Vereinstages für christliche Volksbildung, der unlängst in Deutz zusammentrat, erhielten ihre besondere Bedeutung durch die einstimmige Annahme einer Reihe von Anträgen, die der Vor⸗ sitzende, D. Weber⸗Bonn im Interesse einer reineren Volkssittlichkeit stellte. Sie richteten sich gegen zahlreiche„nervenzerrüttende und sinnbetörende Auswüchse der Kunst auf allen heutigen Kunstgebieten“. Es gebe eine Ver⸗ schmutzung der deutschen schöngeistigen Lite⸗ ratur, die in der Welt ihresgleichen nicht finde. Gleiches gelte von der Bühnenlitera⸗ tur der großen Städte und dem noch immer nicht genügend gebesserten Kino, unter denen vor allem die Jugend unseres Volkes un⸗ geheuer leide. Demgegenüber sei eine Gegen⸗ wehr auf der ganzen Linie zu schaffen durch Appell an Dichter und Schriftsteller, Förde⸗ rung des literarischen Verständnisses und der Freude an edlem Lesestoff in allen Ständen, Lesezirkel für Gebildete, Volks⸗ und Jugendbibliotheken, Volkshochschulvor⸗ lesungen und Kurse.— Ebenso habe man den Kampf zu führen gegen die„Furcht vor dem Kinde“ und ihre schauerlichen Wirkun⸗ gen, sowie gegen Dirnentum, Bordelle und sittenpolizeiliche Zwangskontrolle. Die Rück⸗ kehr zu einer reineren Volkssittlichkeit könne mur erwartet werden von einer Umgestal⸗ tung und Erneuerung des deutschen Fa⸗ milienlebens im Geist des Evangeliums. Kirchliche Anzeigen. Sonntag den 24. Okt., 21. nach Trinitatis. Kollekte für die evangelische Bewegung in Oesterreich. In der Stadtkirche. Vormittags 9 Uhr: Pfarrer Becker.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde: Pfarrer Becker.— Abends 6 Uhr: Pfarr⸗ assistent Ramge.— Montag den 25. Ok⸗ tober, abends 8 Uhr: Vereinigung der kon⸗ firmierten männlichen Jugend der Mat⸗ thäusgemeinde.— Dienstag den 26. Ok⸗ tober, nachmittags 3 Uhr: Sitzung des Frauenvereins der Matthäusgemeinde.— 4 Uhr: Frauenmissionsverein.— Donners⸗ tag den 28. Oktober, abends 8 Uhr: Ver⸗ einigung der konfirmierten weiblichen Ju⸗ gend der Matthäusgemeinde. In der Johanneskirche. Vorm. 9½ Uhr (zugleich Militärgottesdienst): Pfarrer Aus⸗ feld.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde: Pfarrer Aus⸗ feld.— Abends 6 Uhr: Pfarrer Bechtols⸗ heimer.— Abends ½8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Lukasgemeinde im Lukassgal und der kon⸗ firmierten männlichen Jugend der Jo⸗ hannesgemeinde im Johannessaal. Am Sonntag den 31. Oktober, dem Re⸗ formationsfest, findet in beiden Kirchen im Abendgottesdienst Beichte und Feier des heiligen Abendmahls für alle vier Ge⸗ meinden statt. Evang. Arbeiterverein. Sonntag den 31. l. M.: Sonntagvor⸗ mittagsspaziergang auf den Gleiberg. Ab⸗ marsch 8 Uhr(Lahnbrücke). Sonntag den 7. November: Stiftungsfest. Vormittags 9/ Uhr: Festgottesdienst in der Stadtkirche unter Mitwirkung des Gemischten Chors des Vereins. Festprediger: Pfarrer Becker. Abends 7½ Uhr im Einhorn: Familien⸗ abend, bestehend in Konzert, Gesangsvor⸗ trägen, Theateraufführungen usw. Die Fest⸗ ansprache hält Landgerichtsrat Neuenhagen. Eintrittskarten für Mitglieder und deren Angehörige zu 50 Pf. bei Schreibwaren⸗ händler Bingel, Lindenplatz, Friseur Bütt⸗ ner, Landgraf⸗-Philipp⸗Platz, Reformhaus, Kreuzplatz und Schuhmachermeister Heß, Crednerstraße, für durch Mitglieder ein⸗ geführte Gäste 2 1 Mk. bei unserem 2. Vor⸗ sitzenden, Straßenwart K. Weller, Markt⸗ platz(altes Rathaus). An der Abendkasse für Mitglieder 1 Mk., während eingeführte Gäste ohne vorher gelöste Karten keinen Zutritt haben. Es ist dringend zu emp⸗ fehlen, sich rechtzeitig Karten zu sichern. Aufgenommen: Hermann Heußinger, Stein⸗ hauer, Licher Straße 57, Hrch. Preußer, Wagenaufseher, Nord⸗Anlage 3, Gg. Ruths, Bruchstr. 4. Wartburg⸗ Verein. Sonntag den 24. Okt., abends 8 Uhr, im Heim, Diezstr.: Anbringen der Ehrentafel unserer gefallenen Mitglieder. Verteilung der Diplome an die Turner der Zöglings⸗ riege, welches am vergangenen Sonntag beim Stiftungsfest wegen der vorgerückten Stunde unterbleiben mußte. Um pünkt⸗ liches Erscheinen wird gebeten. Darnach: Ernste und heitere Erzählungen. Musik⸗ Blaschor. Verantwortlich: Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buch⸗ und Steindruckerel R. Lange, Gießen. Gem Nr. 43 1. 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