i. 8 Uhr, irmier⸗ Pfarrer farrer erkirche cker. 8 Uhr, irmier⸗ Bech⸗ Pfarrer Kinder⸗ Pfarrer er Jo⸗ eiligen annes⸗ Stadt⸗ neinde, Die Ge⸗ eldung. ausflug vom r nach uff und der im it Ab⸗ ) nach Don⸗ Herrn rett im g nach gaselbst Ecke hrung: sein⸗ Land⸗ arkus⸗ des⸗ yt. Da tr kurz Schil⸗ teresse allen ruckerei Sonntagsgru Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen Fr. 28 Gießen, Pfingsten, 2025 den 23. Mai Joo 9. Jahrg. Der Geist Gottes. 1. Joh. 4, 1 u. 2 Prüfet die Geister, ob sie von Gott sind. Daran sollt ihr den Geist 5 zottes erkennen: ein jeglicher Geist, der da bekennt, daß Jesus Christus ist in das Fleisch gekommen, der ist von Gott. In dem Zeitalter, das hinter uns liegt, haben sic geistige Kräfte mancherlei Art in unserem Volke ausgewirkt. Obenan stand die Technik. Sie hat ganz gew wiß viel Großes hervorgebracht. Das Verkehrswesen, die Heil⸗ kunde, die Industrie nahmen durch sie einen bedeutenden Aufschwung. Aber ein verhäng⸗ nisvoller Irrtum war es, anzunehmen, daß die Technik alles vermöge. Sie ist nicht nur nicht imstande, das Glück des Menschen zu schaffen, sie schafft viel Unheil, so daß man ihr Lob nicht mehr singen kann. Mit Schrecken denken wir an die Tage der Fliege da zu jeder S0 1 Menschen von den Wolken hernieder d er Tod drohte. Ich weiß ein Grab auf einem ländliche n. Fried⸗ hofe, darin ruht ein junger Mann, der ein⸗ zige Sohn einer Witwe. Er hatte sein Stu⸗ dium beendigt und zog als Feldartillerist in das Feld. Gasvergiftung war die Ursache seines Todes, langsam siechte er in seiner e dahin. Das hat die Technik getan. Die Völker Europas waren durchweg von dem Geiste beseelt, der nach Macht und Ge⸗ walt drängte, dieses Streben hat sie allesamt — auch die, die sich jetzt die Sieger nennen unglücklich gemacht. Wir verstehen deshalb das Wort des Pro pheten Apostels: Prüfet die 155 r, ob sie von Gott sind. Wir„wollen aber auch seine Mahnung beachten: Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: ein jeglicher Geist, der da bekennt, daß Jesus Christus ist in 8 Fleisch gekommen, der ist von Gott. Der Geist Gottes ist nur da, wo ein Mensch von Herzen an Jesus glaubt, sich seiner sünden⸗ vergebenden Gnade getröstet, in ihm ewiges Leben findet. Dieser Geist allein 1 das Herz froh und erfüllt es mit Frieden. Dieser Geist allein kann auch die Völker glücklich machen, daß sie von ihrem Hasse lassen und sich über die Grenzpfähle herüber die Hände reichen als solche, die auf der Wanderschaft 5 dem Himmel begriffen sind. Diesen Geist wollen wir uns an diesem Pfingstfeste von Gott. wir haben ja die Ver⸗ heißung des Heilandes: So denn ihr, die ihr arg seid, könnet euren Kindern gute Gaben geben, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den heiligen Geist geben denen, die ihn bitten. H. B. In Gewaltmärschen bis zur Marne.) Aus dem Kriegstagebuch des Hauptmanns d. R. i Trümpert in Gießen. 2. 8 1914. Nun ist das Furchtbare ein⸗ getreten, es gibt Krieg! Seit acht Tagen schwebten wir in der Ungewißheit: wie wird es werden? Sie wirkte auf die stärksten Nerven zerrüttend ein. Jetzt ist 72 entschieden. Wär werden um Deutschlands Bestand nach Ost und West kämpfen müssen. G Bott gebe uns den Sieg! Ich bin froh, für das Vaterland mit⸗ kämpfen zu 125— es handelt sich um die e des Deutf chtums—, aber gar hart ist e„jetzt von Hauf e weg zu müssen, wo wir 5 Geburt unseres zweiten Kind⸗ chens erwarten. 3. 8. 1914.(Au fder Fahrt nach Darm⸗ stadt.) Das vielleicht Härteste für mich ist überstanden, der Abschied von Weib und Kind. Ich war hart, sehr hart; aber ich mußte es sein, um nicht se lbst zusammenzu⸗ brechen. Wie glücklich sind die Kinder! Ilse, die mich doch sehr liebt, war stets vergnügt, sang mehr wie je— schon früh morgens: Fntorgenrot, Morgenrot, leuchtest mir zum frühen Tod.“— Das Kind ahnt nichts von dem Schweren, das über uns gekommen 5 Im Frankfurter Hauptbahnhof herrscht reges Leben. Auf den Zwischenbahnsteigen ist von vorne bis hänten Reisegepäck meter⸗ hoch aufgestapelt. Die Bahnstrecken werden von Zivilisten bewacht. 10. 8. 1914. Das Reserve⸗Feldartillerie⸗ Regiment Nr. 25 wurde von den„Regi⸗ mentern 25 und 61 in Eberstadt bei Darin⸗ stadt aufgestellt. Ich bin als ältester Offizier in der 4. Batterie bei Hauptmann Freiherr von Hirschberg, den ich seit Jahren gut kenne. Am Samstag stand das Regiment auf dem Truppenübungsplatz bei Gries⸗ heim versammelt. Der Großherzog hielt eine kurze Ansprache und verabschiedete sich dann mit Händedrul von den Offizieren. Darnach fand Scharfschießen statt. Um ½8 Uhr kamen Nachdem ich einige kleine Schilderungen aus meinem Kriegstagebuch im„Sonntags⸗ gruß“ veröffentlicht habe, will ich auf die Bitte des Herausgebers die Aufze cb soweit sie von allgemeinerem Interesse sind, von vorne beginnend, hier mitteilen, und be⸗ merke dazu, daß die Aufzeichnungen draußen im Feld unter dem frischen Eindruck des Erlebten niedergeschrieben wurden, täglich zu verschiedenen Zeiten, während Marsch⸗ oder Gefechtspausen und abends. —— 8 wir nach Eberstadt zurück. Bei der Schwierig⸗ keit, die das Fahren und Reiten mit den neu ausgehobenen Pferden bot, ist es anerken⸗ nenswert gut gegangen. Die Mannschaften sind meist Reservisten. 11. 8. 1914. Heute verließen wir das schöne Quartier in Eberstadt. Wir waren dort gestern abend recht vergnügt zusammen und sangen vaterländische Lieder. Es herrscht keine Hurrastimmung, aber ruhige, feste Zu⸗ versicht. Um 12 Uhr mittags marschierten wir nach dem Bahnhof Kranichstein. Ge⸗ schütze, Pferde und Soldaten waren mit Blumen reich geschmückt. Die Bewohner hatten willig ihre Gärten des Blumen⸗ schmuckes beraubt. Als wir durch Darmstadt kamen, drückte ich meiner Mutter und mei⸗ nen Schwestern im Vorbeireiten noch einmal die Hand zum Abschied. Meine Hoffnung, noch Nachricht von der Ankunft unseres N zu erhalten, erfüllte sich leider nicht. 12. 8. 1914. Der Marsch nach Kranich⸗ stein und die Verladung dort gingen bei großer Hitze vor sich. Die Leute waren aber sehr eifrig. In 1½ Stunden waren die 139 Pferde, 17 Fahrzeuge und die Mannschaften verladen. Fahrt über Bischofsheim, die Kaiserbrücke, wo zur Abwehr feindlicher Flugzeuge Maschinengewehre aufgestellt waren, Bingerbrück, wo es Nachtessen gab, über Kreuznach nach Hermeskeil. Ankunft 6 Uhr morgens. Unterwegs auf den Bahn⸗ höfen hatte es Brote, Kaffee und Tee ge⸗ geben, mehr, als wir verzehren konnten. Die Bevölkerung kam uns überall sehr herz⸗ lich entgegen. Um 11 Uhr Abmarsch von Hermeskeil bei großer Hitze, 20 Kilometer über Nonnenweiler nach Lockweiler, wo wir Ortsunterkunft bezogen. Es folgten nun täglich anstrengende Märsche, die uns bei großer Hitze über Bachem, Mettlach und Kreuzweiler führ⸗ ten. Viele Infanteristen wurden schlapp und lagen mit hämmernden Schläfen neben der Landstraße, bis sie auf Wagen mitgenommen werden konnten. Die Bevölkerung in dieser Gegend verhielt sich recht teilnahmslos. Am 18. August erfuhr ich in Palzem, einem an der Mosel reizend gelegenen Ort, unserem letzten deutschen Quartier, auf telegraphische Anfrage, daß schon am 12. August ein Kriegsmädel angekommen war, und daß Mutter und Kind sich wohl befanden. Diese Nachricht erfreute und beruhigte mich sehr. 18. 8. 1914. Heute um 10¼ Uhr vor⸗ mittags Abmarsch von Palzem. Bald über⸗ schritten wir auf der langen Moselbrücke, die nach Remig hinüberführt, die Grenze und rückten in das Großherzogtum Luxemburg ein, das schon gleich zu Beginn des Krieges von deutschen Truppen besetzt worden ist. Wir marschierten bis Syrum, wo ich mit unserem Regimentsarzt, Stabsarzt Dr. Schäffer aus Gießen, bei Lehrer Meyer gut einquartiert bin. Unser Quartierwirt ist ein freundlicher Mann und Deutschland gut ge⸗ sinnt. Gegen Abend hat die Abteilung auf einer Wiese vor dem Dorf nahe dem Wald bei schönem Sonnenuntergang geschlachtet und abgekocht. Ein hübsches, friedliches Ma⸗ növerbild. Hoch oben in den Lüften ziehen deutsche Flieger über uns hin. 19. 8. 1914. Heute früh ging es über Contern nach Luxemburg. Es ist eine schöne, auf gewaltigen Felsen gelegene Stadt. Auf den Straßen herrscht lebhafter Betrieb. Herzog Albrecht von Württemberg, der Füh⸗ rer der 4. Armee, zu der unsere(die 25. Re⸗ serve-) Division gehört, nahm am Eingang der Stadt den Vorbeimarsch der Truppen ab. Nach einem Marsch von über 30 Kilo⸗ metern, der oft stockte, da wir in Kolonnen des 6. Korps gerieten, langten wir nach⸗ mittags in Kehlen an, wo wieder Ortsunter⸗ kunft bezogen und in der Batterie abgekocht wurde. Die Bevölkerung in Luxemburg ist freundlich und entgegenkommend, die Quar⸗ tiere sind sauber und ordentlich. Abends lade ich die Offiziere der Batterie zur Feier meines Hochzeitstages und der Geburt un⸗ seres Töchterchens zu einigen Flaschen Chablis ein. 20. 8. 1914. Luxemburg ist ein schönes. offenbar gut verwaltetes Land mit prächti⸗ gen Waldungen, vorzüglichen Straßen und guten, zuverlässigen Wegweisern. Nach lan⸗ gem Marsch beziehen wir in Beckerich, un⸗ serer letzten Unterkunft in befreundetem Land, wieder hübsche Quartiere. 21. 8. 1914. Zwei Stunden nach dem Abmarsch von Ell überschritt unsere Ab⸗ teilung die belgische Grenze und betrat zuerst Feindesland. Während des Marsches ver⸗ nehmen wir zuweilen fernen Kanonen⸗ donner. Es wird nun wohl bald zu einer großen Schlacht kommen. Gegen Frankreich rücken von Belgien bis hinunter nach dem Südelsaß 7 oder 8 deutsche Armeen heran, wohl eine Million Soldaten. Nun bewegen wir uns im Kriegsmarsch, d(h. mit Siche⸗ rung. Der Marsch führt über Nieder⸗Col⸗ bach, Nobressart, Habay la Neuve. Die bel⸗ gischen Straßen sind noch schöner wie die in Luxemburg. Eine breite Fahrstraße, rechts und links schöne Reitwege und schatten⸗ spendende Alleebäume. Ueber Anlier erreich⸗ ten wir nachmittags unser heutiges Marsch⸗ ziel, Behsme. Unterwegs fuhren auf einem Karren zwei verwundete Franzosen an uns vorüber, die ersten Feinde, die wir sahen. Wir wundern uns, daß sie noch die alten bunten Uniformen mit dem langen, wohl oft hinderlichen Mantel mit umgeklappten Rockschößen tragen, gerade wie die Blei⸗ soldaten waren, mit denen wir als Jungen gespielt. Bei uns sieht man nur noch bei den Munitionskolonnen der schweren Artillerie die blaue Friedensuniform, während sonst alles in Feldgrau steckt. Bei unserer Ankunft vor Behöme gewittert es ringsum. Die Abteilung sollte Ortsunter⸗ kunft bezi Warten de Ort mit Zelte gera mit furch waltigem lief bald i recht feuc Nacht wen vielleicht en morgen w Geschichte 23. Gie d Am Ei See, den fahren ka zwey kolo und die nun meh Anlagen d fahlen wi schlugen d Das We Weg führ worin de Kartoffel⸗ ließ der 9 So nahtei viele Th ausnahme selbst an kirchen zu essen. M baut, so zu allen fast durch welches se Seite hi das Bom litten, u seligen K Man fül ander sto send St. italienisch Mahler Saal, x worunter der Herk sonders gens me dem Se Dieses p Menscher heit gew Ehrfurch allein er wie in k zwey Oe seyn soll Altar m gut ge⸗ lung auf em Wald schlachtet hes Ma⸗ n ziehen es über ne schöne, adt. Auf Betrieb. der Füh⸗ 25. Re⸗ Eingang ppen ab. 30 Kilo⸗ dolonnen ir nach⸗ rtsunter⸗ abgekocht üburg ist ie Quar⸗ Abends ur Feier burt un⸗ Flaschen schönes. prächti⸗ ßen und ach lan⸗ rich, un⸗ eundetem tach dem sere Ab⸗ rat zuerst hes ver⸗ danonen⸗ zu einer rankreich tach dem n heran, bewegen it Siche⸗ der⸗Col⸗ Die bel⸗ ie die in e, rechts schatten⸗ erreich⸗ Marsch⸗ if einem an uns r sahen. zie alten n, wohl klappten ie Blei⸗ Jungen bei den lrtillerie id sonst jewittert tsunter⸗ 79 kunft 1 aber nach längerem von Marmor und gewährt einen ehrfurchts⸗ b a Fee ee al de lesen au dee len de g e 3 85. 9 2 5 9855 ie lietzen wir diesen heiligen Ort, und streiften aden en 5 7 55 8 11 1 Straßen umher. Das Ninigem Regen über uns bin. Das Wasser n 1 5 0 ft 55 Men 9 5 5 11 1 1 Das 1 5 zumigen Platz, wo sich eine Menge Men⸗ 5 al 15 e 8 1 von unten her schen herumtrieb: wir erfuhren, daß es hier 25 N i e e ee 1 1 einem. e acht den. Dabe der Feind e, viereckten Gebäude waren rund herum unter vielleicht wird die Nacht alarmiert; es kommt den bedeckten Hallen viele Kaufläden auf⸗ morgen wohl zur Schlacht. geschlagen. Ich traf hier noch mehrere Han⸗ (Fortsetzung folgt.) dels⸗Freunde welche nach der Frankfurter 5. Messe gewöhnlich die hiesige besuchen. Die Geschichten und Bilder aus Alt⸗Gießen. Ertegert 3 15 1 in e 1255 5 9 5 88 denen in der Frankfurter Messe unbedeutend. 28. 5 15 2 A in Wie gerne hätten wir noch das Theater N 5 besucht, das sehr sehenswerth seyn sollte, . ee 1 80 1 5 910 Pal Am Ende des artens ist ein kleiner heute nicht gespielt. Wir beschlossen also See, den man mit niedlichen Nachen be- unser Nachtlager auf französischen Boden fahren kann. Am Ufer dieses Sees stehen aufzuschlagen. Gegen 5 Uhr passierten wir zwey kolossalische Bild⸗-Säulen, den Rhein den Grenz⸗Fluß unseres deutschen Vater⸗ und die Donau darstellend. Nachdem wir nun mehrere Stunden in den herrlichen Anlagen dieses Gartens umhergestreift, emp⸗ fahlen wir uns endlich unserem Führer und schlugen den Weg nach Mannheim hin ein. Das Wetter war äußerst angenehm. Der Weg führt durch eine schöne fruchtbare Ebene worin der arbeitsame Landmann mit der Kartoffel⸗Erndte beschäftigt war. Oefters ließ der Rhein durch das Gebüsch sich blicken. So nahten wir allmählich Mannheim, dessen viele Thürme sich in der Ferne prächtig ausnahmen. Gegen ein Uhr kamen wir da⸗ selbst an und fanden bey Herrn Wermers⸗ kirchen zu den 3 Königen ein gutes Mittags⸗ essen. Mannheim ist ganz regelmäßig ge⸗ baut, so daß man in der Mitte der Stadt, zu allen Thoren hinaus sehen kann, und hat fast durchgängig schöne Gebäude. Das Schloß, welches sehr groß ist, liegt nach der Rhein⸗ Seite hin. Der rechte Flügel hatte durch das Bombardement der Franzosen sehr ge⸗ litten, und die traurigen Folgen des un⸗ seligen Krieges waren noch deutlich zu sehsn. Man führte uns in mehrere große, anein⸗ ander stoßende Säle, worin ohngefähr tau⸗ send Stück Oehlgemählde von den besten italienischen, französischen und deutschen Mahler hingen, dann kamen wir in einen Saal, worin bloß Gipsabdrücke waren, worunter sich ein auf seine Keule sich stützen⸗ der Herkules und eine schlafende Venus be⸗ sonders auszeigneten. Für Kunstkenner übri⸗ gens merkwürdiger als für uns. Ohnferne dem Schloß liegt die Jesuiten⸗Kirche⸗ Dieses prachtvolle Gebäude muß den rohesten Menschen, der das Innere dieses, der Gott⸗ heit geweihten Tempel betritt, mit heiliger Ehrfurcht erfüllen. Das Gantze ist einfach, allein erhaben und nicht mit Heiligen⸗Bilder, wie in den meisten Kirchen, entstellt. Blos 58 Oel⸗Gemälde, welche von großem Werth eyn sollten, hingen an beiden Wänden. Der Altar mit den ihn umgebenden Säulen ist landes auf der fliegenden Brücke. Kaum betraten wir das französische Ufer, als uns schon ein Schwarm von Douaniers(Zoll⸗ beamten) mit ihren gierichen Blicken ent⸗ gegeneilte, unsre Pässe abforderten, uns unsere Taschen durchwühlten. Der Himmel, der keinen Gefallen daran zu haben schien, stürzte einen starken Regen herunter, wo⸗ durch ihnen das genaue Nachsehen etwas unangenehm wurde, und so wurden wir baldigst entlassen. Mit starken Schritten eil⸗ ten wir dem nächsten Ort Ockersheim (Oggersheim) zu, wo wir denn auch ziem⸗ lich ermüdet ankamen. Hier wurde noch bey einer Flasche ächten Pfälzer, unserem lieben deutschen Vaterlande ein hochtönendes Lebe⸗ wohl gebracht, und dann gings zur Ruhe, die uns trefflich zu statten kam. 5. October. Mit Anbruch des Tages wanderten wir mit frohem heitren Sinn auf französischem Boden weiter. Der Regen des gestrigen Abends hatte die Natur erfrischt und allen Gewächsen neues Leben gegeben; so kamen wir allmählich auf einer Anhöhe an, wo man eine freie Aussicht genoß, hinter uns lag Mannheim prachtvoll an dem majestäti⸗ schen Strohme, vor uns die große Gebürgs⸗ kette, das Vaterland des edlen Pfälzer Nek⸗ tars, wohin das Ziel unserer Wanderung ging. Ueber Tanzstedt kamen wir in Haß⸗ loch an, wo wir etwas ausruhten. Die Dörfer hiesiger Gegend sehn weit freund⸗ licher aus und sind auch viel regelmäßiger gebaut wie bey uns. Raps und Krapp wird hier viel erzielt. Wir nahten nun allmäh⸗ lich dem schönen Gebürge, eine zahllose Menge von Dörfern lagen im Schatten der grünen Rebenhügel, und gewährte einen äußerst angenehmen Anblick. Entkräftet von der äußerst schwülen Sonnenhitze kamen wir gegen 5 Uhr abends in Edikoben(Eden⸗ koben), einem beträchtlichen Ort, am Fuß des Gebürges an. Das in den Straßen zeigte uns bald, daß man hier noch im Herbsten begriffen war. Wir hatten Mühe, unterzukommen. Alle Gast⸗ häuser waren besetzt, durch die Menge von Weinhändlern, welche auf Spekulationen hierher gereist waren. Wir fanden indessen Gewühl der Winzer neuen Pfalz bey Herrn Völker. Auf die Ein⸗ ladung unsres Wirthes machten wir noch denselben Tag einen Spatzier Gang in einen Weinberg desselben, worin ohngefähr 20 Ar⸗ beiter im 9 begriffen waren. Man son⸗ dert hier eine gewisse Gattung Trauben, Traminer genannt, 325 welche gekeltert, einen weit besseren Wein gibt, wie von den übrigen Taubert Die Tra⸗ miner Traube wird nicht so groß wie die übrigen, von einem schmack. Mit dem Lesen der Trauben geht es fol⸗ gendergestalt. Die Arbe iter stellen sich in eine Linie und schneiden nun die Trauben Stock für Stock mit einem Messer ab und werfen sie in einen Korb, ist selbiger voll, so bringen sie selbigen dem Arbeiter, welcher das Legel hat leine hohe schmale woran zwei Riemen befestigt sind, man sie forttragen kann), dieser schüttet nun die Trauben aus den Körben in das Legel und stampft sie mit einem runden Stößel von Holz. Ist nun sein Gefäß voll, so nimmt er es auf den Buckel, trägt es zu dem Kar⸗ herrlichen gewürzhaften ren, worauf ein Faß liegt, wo er die zer⸗ stampften Trauben hineinschüttet, welche, wenn das Faß angefüllt ist, nun nach Haufe gefahren und gekeltert werden. Uuser Wirth machte dieses Jahr allein bey 30 Fuder, und der Gesamibekrag wurde auf 6000 Fuder ge⸗ sch ätzt, der allein in Edikoben gemacht wurde. Die diesjährige; Weinernte war so ergiebig, daß jeder Eigenthümer das doppelte bekam von dem was er sich Anfangs geschätzt hatte und manchem mangelte es an Fässern. Bey all diesem Ueberfluß standen die Weinpreise 055 dem diesjährigen Gewächs hoch, wegen seiner trefflichen Güte, 35 man sich mit 7 Recht von ihm versprach“) Als wir nun wieder nach Hause gekommen, sahen wir eine viel größer wie bey uns, und ein hölzerner *) Aus dieser Angabe geht mit ziemlicher Sicherheit hervor, daß die hier geschilderte Fußreise in das Jahr 1811. fällt; denn dieses Jahr ist heute noch bekannt durch die Treff⸗ lichkeit und Fülle seines Weines. Der Som⸗ mer 1811 war sehr heiß, infolge der Hitze reiften die Trauben so schnell, daß, wie hier 5 berichtet wird, schon Anfang Oktober ge⸗ keltert wurde, während das sonst erst im No⸗ vember geschieht. Man nannte den„Elfer“ noch eine freundschaftliche Aufnahme in der befonders ist von hell röthlicher Farbe und Ge⸗ Butte, damit Zeitlang dem Keltern zu. Die Keltern sind 80 Schlauch führt gleich den Most beym Aus⸗ pressen in die Keller. Das hiesige Gewächs ist gerade nicht von ganz vorzüglicher Güte, doch nicht von der geringsten Gattung. In Gesellschaft me ehrerer Weinhändler speisten wir zu Nacht, wo wir die gerösteten Kasta⸗ nien uns trefflich schmecken ließen. (Fortsetzung folgt.) Zeit und Ewigkeit. Vor und hinter uns liegt Ewigkeit. Was dazwischen sorgsam ist gebettet, Ist für jeden seine eigne Zeit, Die ihn fest an diese Erde kettet. Auf der Erde herrscht Ve rgänglichke it. Alles 116 0 rasch uns durch die Finger, Und so früh, am Ende unsrer Zeit Steht der Tod, der grimme Allbezwinger, Bist du in der Jahre Flucht bereit, Vom Gebot der Pflicht nie abzurücken— Sieh, du webst der Ewigkeiten Kleid, Das dein armes Grab wird glänzend sch mücken. Heinrich Kullmann. 1 Anzeigen. 1. Pfingsttag, 23. Mai. Kollekte für die Lutherstiftung. Stadtkirche. Vorm. 8: Pfarrass istent Dr. Bingel.— Vorm. 9½ Pfr. Mahr.— Vorm. 11: Kinderkirche für die Matthäus⸗ u. Markusgem.: Pfr. Mahr. Johanneskirche. Vorm. 8: Pfr. Ausfeld.— Vorm. 9: Pfr. Bechtols She imer. Sn des heil. Abendmahls. Vorm. 11¼: Kinder⸗ kirche für die Lukasgemeinde: Pfr. Bechtols⸗ heimer. 2. Pfingsttag, 24. Mai. Stadtkirche. Vorm. 8: Pfr. Mahr.— Vorm. 9½: Pfr. Becker. Feier des heil, Abendmahls. Johanneskirche. Vorm. 8: Pfr. Vechtols⸗ heimer.— Vorm. 9/2: Pfr. Ausfeld. Vorm. 11: Kundertirche für die Johannes 85 gemeinde: Pfr. Ausfe 555 2 95 b vg p 5 1. Pfingsttag. Vorm. 7: Choralblasen vom Turm der Stadtkirche. Zweitägige Tour nur für die 1 Abteilung, Anmeldung bei Herrn u. Frl. Pfaff.— 2. Pfingsttag. Eintägige Tour. Aer bis 22. Mai im Heim. Näheres am schwarzen Brett. Betr. Abkochen s. Monatsprogramm.— Sonntag, 30. Mai: Anturnen, verbunden mit Schau⸗ turnen, abends Familienabend. Näheres in der n. Nr. . Evang. Arbeiterverein. 1. Pfingsttag. Vorm. 9½: Gemeinsamer Kirchgang(Stadtk.).— 2. Pfingsttag. Fa⸗ milienausflug nach der Waldschenke, daselbst den„Kometenwein“, weil in jenem Jahre von März bis Oktober ein merkwürdiger Komet am Himmel stand. D. Red. Gesellschaftsspiele. Abmarsch 3 Uhr Ecke Liebigstr. u. Frankfurter Str., Führung: Herr Loh. Verantwortlich: Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buck⸗ und Steindruchkerei R. Lange, Gießen. Gemein Hr. 21 Nachdruck v 5 Erinnerung Und weiß ich li stand Erinnert ihr den er habt? Ach, mer in Sch Gesichter! all die An, mitten unt Geschichte. noch. Es 1 jährigen J salem. Wie ist und die gerichtet! 2 von all der Volkes! V sprachen, de kleidet! Wi bliesen und die weiten Stunde an Herz geschl herzlich, un Freude, die Dem spärte lieb. Wer konnte, der geblickt. D was ich je ein Mann, die Schule diesem Got Himmel w nicht ein Kindern de tausend Di ein ödes Rechnen u und allen füllt wird, auf dem je Dort, wo 2 Blick in de viele Elter der Schule Warum sel aus den Se und reine drückt wer nicht bewäl