e fried? die eine Worte: Mutter Mutter Morgen hw ächer te des⸗ um zu Augen⸗ icht her⸗ an zu 8 klang n. Der „Groß⸗ er aus⸗ lich da. meinem Das ist n Hals: mehr“. initatis. S. Jo⸗ : Pfarr⸗ hr, zu⸗ firmier⸗ Zechtols⸗ r(zugl. rein. rmittags maligen zrediger: Bläser⸗ unsere Ihr Ecke aße. Zu Zutritt. auf der u 1 Mk. andgraf⸗ ter Heß, Nichtmit⸗ Schreib⸗ blatz und ichmittag ewidmet, für Er⸗ gung am erg. An⸗ n Pfahl⸗ hön. Ab⸗ eindruckerei 8 Mir. . . e gruß Gemeindeblatt fuͤr die e Gießen 33 ießen, 12. Sonnt. n. Trinitatis, den 27 „ August 1920 9. Jahrg. Wahre Freiheit. Evang. Joh. 8, 34 u 36. Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht. So euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr recht frei. Unsere Zeit ist erfüllt mit aller Art. Ein gerade zu verhängnisvoller Mißbrauch wird mit idealen Werten ge⸗ trieben, die auf diese Weise oft in ihr Gegen⸗ teil verkehrt werden. Am schlimmsten wird in unserer Zeit wohl mit dem Wort„Freiheit“ 5 * . beißt ihr einer Stüt ze. * * ech aller niedrigen . umgesprungen. Je eder legt's in seiner Weise aus und stempelt sein Handeln, mag es noch so verwerflich sein, mit dem hehren Begriff der Freiheit. Er wird der Zuchtlosigkeit gleichgestellt, weil die sittlichen Voraus⸗ setzungen wahrer Freibeie fehlen. denn wahre Freiheit? Darauf gibt Schiller eine treffliche Antwort. Er „Beherrschung der 1 sche Kraft ist Geistesfreiheit und Würde Ausdruck in der Erscheinung.“ Wir fügen ergänzend dazu: Die Kraft gibt uns erst das Christentum; liegt nicht im natürlichen Menschen, der stets dem Triebleben in möglichster Unge⸗ uns sagt: bundenheit zuneigt. Nur Christus mit seinen hohen, aus den Quellen der Ewigkeit stam⸗ menden Sittlichke eitsidealen kann uns wahr⸗ haft frei me 1 Ohne ihn sind und bleiben wir Sklaven der Sünde und erst recht unfrei, wenn wir uns am fre eiesten wähnen. Die Freiheit, wie sie uns heute be eschert ist, belastet jeden Einzelnen mit erhöhter Ver⸗ antwortu ug, wei il jeder aus sich heraus den Maßstab für sei ine 1 itliche Lebenshaltung finden muß. Dazu sind die wenigsten Men schen innerlich beif genug. Sie bedürfen Diese Stütze bietet uns nicht die Gunst die bre der weltlichen Führer und Pro⸗ pheten, nicht die Politik und die Morallehre, nicht Kunst und Wisse enschaft. Allein der ewige Gott, wie er sich in Jesus geoffenbart hat, kann e Halt und Unterlage für unser 9 1 iches Leben sein. Von ihm lernen wir als erste Bedingung für alles Streben nach Freiheit die Forderung der Selbstzucht, der Triebe, die uns hindern, zu wahrer Mensch dit empor⸗ zusteigen. Auf dem Gi pfel dieses? Weges zur Höhe steht als höchstes die Geistesfreiheit. „Wenn Freiheit du begehrst, Des Menschen höchste Zierde, Herrsch' über Leidenschaft und Neigung und Begierde! Schlagworten Was ist Triebe durch die mora⸗ moralische die Ernennung treten. Im diesem Walther witteilt, so haben die Neuapostolische en den als ein und das Urteil der Menge, nicht O auf sich.“ 1 bilde dir nicht viel auf diese Herrschaft ein; Stolz ist Gott gehorsam sein.“ es freien Willens Warnung vor einer Sekte. Neuapostolischen machen in Gießen wieder von sich reden. Schon im Jahrgan 1912 des„Sonntagsgruß“ haben wir aus⸗ führlich die Irrlehren dieser Sekte wider⸗ legt, so daß wir uns heute kurz fassen und von einer Darstellung der Entstehung und Geschichte dieser absonderlichen Geistes rich⸗ tung absehen können. Nur das sei über die Entstehung der neuapostolischen Sekte ge sagt, daß sie ganz und gar undeutsch ist und 85 England zu uns herübergekommen ist. Die bei ihr am meisten hervortretende Lehre ist die, daß das Amt der Apostel Jesu Christi erneuert werden müsse und daß Apostel im Sinne des Heilandes noch heute die Führung der Christenheit übernehmen sollen. Darum ist man in diese m Kreise an teuer„Apostel“ herange⸗ Jahre 1878 wurde ein Bahn⸗ eister Krebs„Apostel“, er wurde auch postelvater“ genannt. Jetzt ist ein Land⸗ aus Westfalen, Niehaus mit Namen, „Stam mapost tel“ wenn er nicht etwa unter⸗ dessen wieder abgesetzt und uch einen an⸗ deren„Apostel“ ersetzt worden ist. Was in Kreise über den„Apostel“ und seine Bedeutung gesagt wird, das schlägt 15 ernsten Christen in das Gesicht und grenzt an Lästerung des Heilandes. Wie Professor Köhler in Zürich(früher in Gießen) . Die stellt:„Jesus hat sich in Krebs lebendiges, herrliches, vollgültiges Opfer hingegeben, das tragende Lamm(da⸗ mit ist Kre bs gemeint) nahm unsere Sünden In dem Skammgßoftese habe sich, so sagt man hier, der Menschensohn Christus verkörpert. Die eragon che f singen das Lied:„Apostelamt! wie schmücks du die Herzen mit grünem Geistestum! Apostelamt! du Träger unserer Schmerzen, an deiner Brust wir ruhn.“ Die Kinder beten:„Ich bin klein, mein Herz ist rein, niemand soll drin wohnen als Jesus im Apostel allein.“ Aber genug mit dem Unsinn, unsere Leser werden sich aus dem Mitgeteilten schon ein Bild von der Geistesbeschaffenheit der Führenden unter dieser Sekte machen können. Eine große Rolle spielt bei ihr die Satz aufgef „Versiegelung“, die als das wichtigste Sakra⸗ ment bezeichnet wird.„Versiegeln“ kann nur der Apostel, er legt dem, der„ver⸗ siegelt“ werden soll, die Hände auf und teilt ihm den heiligen Geist mit. Die„Ver⸗ siegelung“ wird schon an Kindern vorgenom⸗ men, aber auch Tote werden, indem ein Verwandter des 1 geschiedenen sich vor den„Apostel“ stellt, können„versiegelt“ der ihm die Hände auflegt und nun dem Toten den heiligen Geist gibt. Von Neuapostolischen wird auch das Zungen⸗ reden geübt, und es soll greulich sein wenn in ihren Versammlungen exaltierte Frauen oder Mädchen unar tikulierte Laute ausstoßen oder sich in unsinnigen, geistlof sen, immer wiederkehrenden Reden ergehen. In jedem Gottesdienste wird das Abendmahl gefeiert, das man auch kleinen Kindern reicht. Aus diesen Bemerkungen dürfte hervor⸗ gehen, daß es sich hier um einen sehr finstern Wahn und nicht um lebendige Religiosität handelt. Aberglaube und Irrglaube reichen sich die Hand, und sicherlich gehören viele, die diese unbibl lischen Lehren verbreiten, in die Behandlung des Nervenarztes. Mit der Zudringlichkeit, die bei den Sekten zumeist zu beobachten ist, suchen die Neuapostolischen Glieder unserer Gemeinde zu sich herüber⸗ zuziehen, gerade diejenigen werden von ihnen belästigt und immer wie 55 zu den sammlungen eingeladen, die 8 zu ihrem d evangelischen Glauben halten Darum war⸗ nen wir unsere Gemeindeglieder Verführern und bitten auch darum, man auf Schwache und Schwankende, die Neigung bekunden, einmal mit in die Ver⸗ sammlung zu gehen, einwirkt, damit die Unerfahrenen nicht in das Netz höchst ge— fährlicher Seelenfänger geraten. Eine Gießener Ddoktorpromotion aus aus dem Jahre 1824. Von Dr. Karl Esselborn. Die Akten des Universitätsarchivs Promotionen aus früherer Zeit sind in mehrfacher Hinsicht beachtenswert. Einmal weil sie oft ausführliche Lebensläufe ent halten, worin die Bewerber um die Doktor⸗ würde ihren Lebens- und Bildungsgang mehr oder weniger ausführlich schildern, und sodann wegen 85 Abstimmung der Pro⸗ fessoren, deren Voten dadurch, daß sie einen Blick hinter die Kulissen gestatten, wertvolle kulturge schichtliche Züge überliefern, die ohne sie verloren gegangen wären. Als ein Bei spiel für viele seien die Akten Promotion des am 20. März 1857 als Geh. Oberbaurat verstorbenen Dr. Georg Lerch herausgegriffen, zu dessen bemerkens⸗ werten Bauten die katholische Kirche in Offenbach, das Gebäude des Gesel hafts⸗ vereins in Gießen, das A e in Darm stadt und der Umbau des Palais des Prin zen Christian Ständehaus gehören. zum den Ver⸗ vor diesen daß zuvor über über die lassen Lerch war am 11. August 1792 in stadt geboren, hatte sich Darm⸗ nmamentl ich bei Moller in Darmstadt und bei Weinbrenner in Karlsruhe, sowie durch eine zweiund⸗ einvierteljährige Reise in Italien während der Jahre 1815 bis 1818 in der Baukunst ausgebildet und war nach seiner Rückkehr zum Baukonduktor und 1822 zum Lehrer der Mathematik und Architektur an der neu gegründeten Realschule in Darmstadt er⸗ nannt worden. Am 24. Juni 1814 rich⸗ tete er an die Gießener philosophische Fa⸗ kultät die Bitte,„ihm nach vorgenommener strenger Prüfung der anliegenden Abhand⸗ lung über Kirchenbaukunst die Würde als Doktor der Philosophie mit Erlassung der . der gebräuchlichen Gebühren hoch⸗ gefälligst zu erteilen“. Die Abhandlung, nach heutigen Begriffen sowohl was In⸗ halt! und Umfang anlangt, ein feuilletonisti⸗ scher Aufsatz, umfaßt sechzehn geschriebene Foliose eiten mit je 26 Zeilen zu durch⸗ schnittlich 40 Buchstaben. Außerdem war der 90 ein Kupferstich von der 8 Paulskirche in Rom, der im Jahre 1822 nach einer Zeichnung Lerchs hergestellt 61 beigefügt. Lerchs Gesuch übergab des Gefsuchstelle Lands zmann Liebig dem damaligen Dean dem Professor der Beredtsamkeit und Dicht⸗ kunst Friedrich Karl Rumpf, der diesem gleich erklärte, daß der Gesuchsteller, „wenn die beiliegende Abhandlung als Be⸗ weis seiner Würdigkeit der Fakultät genügte, Dispensation von dem Examen und der Disputation erwirken müsse“. Am 29. Juni legte er die Sache der Fakultät zur Abstimmung vor. Der Senior der Fakultät, und Nationalökonom August Friedrich Wilhelm Crome erklärte sich dahin: „Die Bitte des Landbaumeisters Lerch finde ich nicht unbillig, wiewohl ich die Beurtei⸗ 1 seiner Probeschrift denjenigen meiner Herren Kollegen überlassen muß, die dar⸗ über kompetente Richter zu sein imstande sind. Ist deren Urteil günstig, so erlasse ich dem Supplikanten ein Drittel von dem, was mir zukommt. Denn ich finde es etwas unbescheiden, die Hälfte des Honorars er⸗ wollen zu haben, wenn nur in absentia promoviert und nicht arm ist. Den Kupferstich finde ich ganz artig und schön.“ Der Mathematiker und Physiker Georg Gottlieb Schmidt, der Lerch als „einen in seinem Fache gesch ickten und all⸗ gemein geachteten Mann“ kannte, stimmte unbedenklich für die Gewährung seiner Bitte und fügte diesem Votum noch die Bemer⸗ kung bei:„Von dem schönen Kupfer hängt der Statistiker die Originalzeich nung in dem Museum zu Darmstadt. In Hinsicht des Erlasses der Gebühren stimme ich der Majorität bei; es ist gut, wenn darin eine gewisse Norm beobachtet wird.“ Der Geschichtsprofessor Friedrich Wilhelm Daniel Snell hatte g wenden bedenkli kers ur wig gende! halten jedem 7 mir eb Oberflä einen b Verfasse schreiben uns an die bei Seite Würden Majorit eines 2 deswille Zweifel die na höhung Anforde nicht zi Beme sophen folgende Abhand der Au; über sie Erteilun hin; es e Urteile fassung die schö treffend we rden in diese rede. D eine gr eine tre haupt, astische Dazu k vielseiti! werte 2 worben Erteilun laß ein Na Karl Beschluf schloß, Jurist 6. Juli den Fe nötigen der öffe Sein Lerch d Gießen, öffentlie kosten f Unterbr u Darm⸗ tlich bei inbrenner zweiund⸗ während Baukunst kkehr zum ehrer der der neu stadt er⸗ 314 rich⸗ ische Fa⸗ ommener Abhand⸗ zürde als sung der ren hoch⸗ handlung, was In⸗ lletonisti⸗ schriebene u durch⸗ war der der St. hre 1823 stellt war, üchstellers en Dekan, nd Dicht- pf, der suchsteller, als Be⸗ t genügte, amen und e“. A Fakultät Statistiler biedrich ch dahin zerch finde Beurtei⸗ n meiner die dar⸗ imstande so erlasse von dem, es etwas lorars er⸗ nur in n ist. Den ud schön.“ r Georg Lerch als mund all⸗ „ stimmte iner Bitte ie Bemer⸗ ofer hängt kuseum zu lasses der ät bei; es sse Norm tsprofessor Snell i hatte gegen die Promotion„nichts einzu⸗ wenden und erließ den dritten Teil“. Etwas bedenklicher lautete das Urteil des Chemi⸗ kers und Mineralogen Wilhelm Lud⸗ wig Zimmermann:„Da die anlie⸗ gende Abhandlung nur sehr allgemein ge⸗ halten und nichts enthält, was nicht längst jedem Dilettanten bekannt wäre, so scheint es mir ebenfalls ungehörig, für ein an der Oberfläche schwebendes Ding der Art sich einen bedeutenden Abzug gefallen zu lassen. Verfasser von Schriften der Art, Roman⸗ schreiber, Musikanten und Zeichner, werden uns anbetteln um Erteilung einer Würde, die bei übergroßer Nachsicht von unserer Seite aufhören wird, fernerhin unter die Würden gezählt zu werden. Nur durch die Majorität veranlaßt, stimme ich für Erlaß eines Dritteils.“ Diese Aeußerung ist um deswillen bemerkenswert, weil sie ohne Zweifel richtige Gesichtspunkte enthält, aber die natürliche Folgerung, nämlich Er⸗ höhung der Ansprüche und Erschwerung der Anforderungen an die Promotionsarbeit, nicht zieht. Bemerkenswert ist das Urteil des Philo⸗ sophen Joseph Hillebrand, das folgenden Wortlaut hat:„Die beigefügte Abhandlung zeigt bloß, daß der Petent neben der Ausübung der Kunst auch hier und da über sie dies und jenes liest, aber für die Erteilung der Doktorwürde reicht sie nicht hin; es fehlt ihr sowohl an historischer Gründlichkeit als auch an scharfsinnigem Urteile und an klarer ästhetischer Auf⸗ fassung des Gegenstandes. Da aber auch die schönen Künste als solche durch die be⸗ treffende Würde an einem Subjekte geehrt werden können, so verdient der Kandidat in dieser Hinsicht das Doktorat ohne Wider⸗ rede. Das beigelegte Blatt zeigt nicht nur eine große Richtigkeit der Zeichnung und eine treffliche technische Ausführung über⸗ haupt, sondern auch eine schöne charakte⸗ ristische Anordnung rücksichts der Staffage. Dazu kommt, daß der Petent durch seine vielseitigen Reisen sich eine gewiß achtens⸗ werte Bildung in seinem Fache wird er⸗ worben haben. Ich stimme daher für die Erteilung, doch gleichfalls nur für den Er⸗ laß eines Drittels des Honorars.“ Nachdem auch der Rektor, der Theologe Karl Christian Palmer, sich dem Beschlusse der philosophischen Fakultät an⸗ schloß, erteilte der Universitätskanzler, der Jurist Franz Joseph Arens am 6. Juli 1824 die Promotionserlaubnis für den Fall der vorherigen Erwirkung der nötigen Befreiung von der Prüfung und der öffentlichen Disputation. Sein Befreiungsgesuch begründete nun Lerch damit,„daß durch die Reise nach Gießen, um sich examinieren zu lassen und öffentlich zu disputieren, die Promotions⸗ kosten für ihn bedeutend erhöht und eine Unterbrechung in seinen dringenden Amts⸗ geschäften herbeigeführt werden würden“. Diese Gründe erkannte das Promotions⸗ kollegium am 31. Juli für stichhaltig an. „Denn“, so heißt es in seinem Bericht an das Ministerium des Innern und der Justiz, „das Doktorexamen, die Prüfung der Thesen, deren Abdruck und Austeilung, die Disputa⸗ tion nebst der Herreise und Rückreise wür⸗ den ihn zuverlässig vierzehn Tage entziehen. Hierzu kommt nun noch, daß es für einen angestellten Staatsdiener, welcher der all⸗ gemeinen Achtung genießt und das Be⸗ wußtsein, dieselbe zu verdienen, hegen darf, schmerzlich sein müßte, wenn er bei der öffentlichen Disputation durch die ihm ge⸗ machten Einwendungen vielleicht bloß des⸗ wegen in Verlegenheit gesetzt würde, weil er im schnellen Ueberdenken der Gründe und Gegengründe und in der Gewandtheit des Ausdrucks denen nachstünde, deren Fach und deren Funktionen darin größere Fertigkeit fordert und verschafft.“ Aus diesen Grün⸗ den„und besonders auch, weil der Bittsteller nicht als akademischer Lehrer auftreten wolle“, befürwortete der Bericht das Gesuch, das am 15. August vom Ministerium ge⸗ nehmigt wurde. Daraufhin wurde Lerch am 22. August 1824 wegen seiner Verdienste um die Ausübung und Lehre der Baukunst (arte quam profitetur et exercenda et docenda optime merito) die philosophische Doktorwürde erteilt. In Gewaltmärschen bis zur Marne. Aus dem Kriegstagebuch des Hauptmanns d. R. Landgerichtsrat Trümpert, Gießen. (Fortsetzung.) 8. 9. 1914. Um 6 Uhr geht der Tanz schon wieder los. Die feindliche Artillerie steht noch in ihren Stellungen und hindert uns am Uebergang über den Rhein⸗Marne⸗ Kanal. Ich habe viel Post erhalten, auch von Frau und Kindern. Die erste Karte von der Hand meiner lieben Frau machte mir be⸗ sondere Freude. Die Arme hat es gar schwer; gebe Gott uns ein gutes Wieder⸗ sehen! Auch erhielt ich Schokolade, sehr zur rechten Zeit, da gestern mein Mundvorrat zu Ende ging; den Koffer, in dem noch mehr ist, bekomme ich nicht zu sehen. Während ich seither meist abwechselnd mit dem Batterieführer beobachtete und das Feuer der Batterie leitete, bin ich gestern und heute wieder als Zugführer in der Batterie eingetreten. Der Feind hatte uns mit einigen Lagen gut gefaßt, zum Glück wurde aber niemand verwundet. Die Bat⸗ terien der Franzosen sind sehr geschickt auf⸗ gestellt, sie sind nicht aufzufinden. Auf un⸗ serer Seite sind neue Batterien eingesetzt worden. a Statt Kaffee gab es heute Wasser und Brot, und ob wir heute abend wieder ein⸗ mal etwas Warmes bekommen, ist recht zweifelhaft. Ringsumher sieht man die Feuersäulen in Brand geschossener Dörfer gen Himmel emporsteigen. Das ist der Krieg, „der Beweger des Menschengeschickes“. 10. 9. 1914. Das Regiment hat aus Anlaß der Schlacht bei Honcg⸗Beaumont (28. August) die ersten Eisernen Kreuze (im ganzen 3) erhalten, eines davon für den Gefr. Kunz unserer Batterie ler ist aus Lud⸗ wigshöhe in Rheinhessen), der sein Geschütz mit dem Geschützführer allein weiter be⸗ diente, nachdem die ganze übrige Bedienung Wir freuen uns alle sehr über diese Aus⸗ zeichnung. In der letzten Nacht ist wieder Regen ein⸗ getreten. Gegen Abend wird der Feind leb⸗ haft, als ob er angreifen rien feuern in Gruppen; unsere Batterie gab in einer Viertelstunde 156 Schuß ab. Es ist ein Heidenlärm. Erst etwa um 9 Uhr tritt Ruhe ein. 11. 9. 1914. 4 stimmung. Bedeckter Himmel, Wind, dünner Regen, der immer mehr zunimmt. Die feindliche Artillerie schießt mit Unterbrechun⸗ gen, wir schweigen. Nachmittags geben wir 13 Gruppen auf Infanterie im Wald ab. 1 Die Franzosen eröffnen, wie jetzt jeden 0 Abend, ein kolossales Artilleriefeuer, das heute, etwa 1½ Stunden anhielt, aber im allgemeinen wenig Schaden (Ünsere Leute nannten dieses abendliche Feuer später„den Abendsegen“). Die Fran zosen müssen reichlich Munition haben, aber es sind viele Ausbläser und Blindgänger dabei. Als heute bei den Protzen, die etwa schossen die Franzosen hinein, wobei zwei Kanoniere verwundet wurden(einer davon starb am andern Tag). ö 12. 9. 1914. Feuerstellung recht ungemütlich geworden. In der Nacht war die feindliche bis nach Fontenoy, das unsere Infanterie Leute morgens drüben herum Wir sahen die nicht. Um 7 Uhr 1 stehen, sie feuerten aber 19 protzte die Batterie auf. Die feindliche Ar tillerie schickte uns noch einige Schüsse her⸗ über, die aber zu kurz und zu hoch lagen, dann ließ sie uns unbehelligt stehen. Die feindliche Infanterie tat gar nichts. Offen bar wußten die klären, was bei auch nicht. Unsere Division geht nach Norden. Durch das völlig niedergebrannte Villers aux vents gelangt die Batterie über Auzécourt auf die Straße Laheycourt⸗Sommeilles, das auch völlig ausgebrannt ist und von dessen meisten Häusern nur noch die Kamine und 9 Nach⸗ da eine Mauer stehen geblieben sind. dem wir eine Aufnahmestellung eingenom⸗ men, um den Abmarsch der Division zu uns vorging; wir selbst Berantwortlich: Pfarrer durch den Volltreffer, der den Offizierstell⸗ vertreter Heil tötete, verwundet worden war. wollte. Alle Batte⸗ In der Natur ist Herbst⸗ anrichtet. 1. Kilometer zurückstehen, geschlachtet wurde, Durch die Nässe ist die Infanterie am Abend geräumt hatte, etwa bis 1000 Meter an unsere Stellung herangekommen. Franzosen sich nicht zu er⸗ sichern, marschieren wir über Givry en Argonne, Neuville au bois bis Vieil Dam⸗ pierre, wo wir nach 3 Uhr Biwak beziehen. Es regnet und ist im Zelt recht ungemütlich. Erst um ½8 Uhr bekommen wir zu essen, gute Wurstkonserven; den ganzen Tag über gab es nichts. Der Zweck unseres Marsches(Rückzuges) nach Norden ist mir nicht klar. Wir hätten am Rhein⸗Marne⸗ Kanal noch standhalten können, unsere Ver⸗ luste in den 5 Tagen waren gering. Seit 14 Tagen hatten wir heute endlich wieder einmal unsere Koffer bei der Bat⸗ terie. Von dem Zeug, das man darin mit⸗ führt, hat man nicht viel. (Fortsetzung folgt.) Kirchliche Anzeigen. Sonntag, den 22. August, 12. n. Trinitatis. Stadtkirche. Vorm. 8: S. Johanneskirche. — Vorm. 9½: Pfr. Becker. Johanneskirche. Vorm. 8, zugl. Christen⸗ lehre für die Neukonfirmierten aus der Johannesgemeinde: Pfr. Ausfeld.— Vorm 90: Pfarrassistent Ramge.— Abends 8: Bibelbesprechung im Johannessaal: Pfr. Ausfeld. Am 29. August beginnt wieder die Kinder⸗ kirche für die Markus⸗ und Johannes⸗ gemeinde, am 5. September die für die Matthäus⸗ und Lukasgemeinde. * Evang. Arbeiter verein. Sonntag, 22. l. Mts., nachm. 3 Uhr, auf der Liebigshöhe Gartenfest. Familienkarten (nur im Vorverkauf) bei Herren Friseur Büttner, Landgraf⸗Philipp⸗Platz und Schuh⸗ machermeister Heß, Crednerstraße. An der Kasse pro Person 1 Mk. Sämtliche Karten berechtigen auch zum Besuch des Familien⸗ abends am gleichen Tage, der pünktlich um 8 Uhr beginnt. Kinder haben nur nach⸗ mittags Zutritt. Beim Aufstieg des Luft⸗ ballons ist den Anordnungen der Ordnungs⸗ mannschaften unbedingt Folge zu leisten. Bei ungünstiger Witterung findet die Veranstal⸗ tung im großen Saale statt. Sonntag, den 29. und Montag, den 30. l. Mts. Vogels⸗ bergtour. Meldungen an den 1. Vorsitzenden (Schiffenberger Weg 16). Wartburg verein. „Sonntag, den 22. August: Teilnahme am Gustar ⸗Adolf⸗Fest in Kirchberg. Festprediger: Pfr. Becker. Mitwirkung des Gemischten Chors des Wartburgvereins. ö* Ich bin vom 22. August bis 11. September verreist, meine Amtsgeschäfte versieht in dieser Zeit Herr Pfarrassistent Ramge, West⸗ Anlage 58 II. Bechtolsheimer. Be chtols hei mer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buch⸗ und Steindruckeres N. Lange, Gießen. Sei getre die Der H zogen. G mit beso ewig trer und dra Leidensch scheint ü In der dem unf. unterwor Treue un Was un würdig, wird heu zogen un gestern andere? Menge i nachläuft Halm se Kahn im Seele hir Und d wegten 2 unter un unwande halten o! ganzes L Fundame ruht auf Treue h ständen, Die Tre als die 2 Ich in d göttlicher ögen testen W Regierun wirtschaf! Wandlun unter ihn unserer und der ziehen w als zu d nungen das Lebe staltet, j gung en Haupt er ins inne um uns