bor, daß erpflege“ agen di⸗ ädtischen Und das ten aus icht ar⸗ über den pgefange⸗ es nicht ergütung nd zwar id Kraft, n Sache b. Linker, irche be⸗ Geschäft im Ein⸗ t es sich auf dem sich aus zur an⸗ kann. mihi. 9½ Uhr: : Kinder⸗ Pfarrer vrassistent Februar r konfir⸗ catthäus⸗ Februar : Pfarrer Februar r konfir⸗ Katthäus⸗ 9½ Uhr: 11 Uhr: : Pfarrer : Pfarrer lbesprech⸗ tag den reinigung gend der Männer⸗ ntag und n. Jeden 95 ½ Uhr: 89 id. Jeden en Abtlg. ar abds. lischer itgliedern rr Mank ). Ein⸗ 1 Zutritt. — eindruckerei 3 E onntagsgruß Gemeindeblatt für die evan gelische Kirchengemeinde Gießen 8 Gießen, Invokavit, den 22. Februar 1920 9. Jahrg. h nauf gen Jerusalem! Evangelium des Lukas 18, 31. Er nahm aber zu sich die Zwölf und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem. Wir haben die Stadt Jerusalem nie ge⸗ sehen und werden sie vermutlich nie sehen. Noch vor sechs Jahren war es auch solchen, die nicht über unbegrenzte Mittel verfügten, möglich, eine Reise nach dem heiligen Lande zu machen, nun, da Deutschland so verarmt und unser Geld im Auslande so entwertet ist, müßte man schon ein Vermögen auf⸗ brauchen, um nach Kleinasien zu fahren. Das ist sehr schade; denn vielen von uns war es der Traum und der Wunsch ihrer Jugend, den Hügel Golgatha zu sehen, über das Ge⸗ birge nach Bethlehem zu wandern, des Gali⸗ läischen Meeres weißschimmerndes Gestade zu sehen, zu Hebron und Nazareth unter Palmen der Geschichte weit entlegener Tage nachzudenken. Allerdings, was neun Jahr⸗ hunderten nicht gelungen ist, nämlich die Mohammedaner von den der Christenheit heiligen Stätten zu vertreiben, das hat der Weltkrieg fertig gebracht: das heilige Land ist nun im Besitz von Christen, allerdings im Besitze der Engländer, die unsere Geg⸗ ner sind. Wäre diese Besitzergreifung unter anderen Umständen erfolgt, so müßten wir sie als eine freundliche Fügung Gottes an⸗ sehen und uns darüber freuen, daß Men⸗ schen, die von Jesus nichts wissen wollen, an der Stätte, da er litt und starb, nicht mehr die Wache halten. Dennoch, wiewohl Jerusalem uns jetzt unerreichbar ist, hat das Wort noch für uns Bedeutung: Hinauf gen Jerusalem! Im Geiste gehen wir allemale, wenn die Passionszeit da ist, nach der uralten Königs⸗ stadt. Besonders in den Wochengottesdien⸗ sten der Passionszeit verfolgen wir Zug um Zug das Leiden und Sterben des Herrn. Wir sehen ihn, wie er das heilige Abend⸗ mahl einsetzt, wie er unter den rauschenden Bäumen des Gartens Gethsemane kniet, in dem Palaste des Hohenpriesters stehend den wilden Zorn erregter Menschen erträgt, wie man ihn vor Pilatus schleppt, im Richthause martert und dann hinauf nach Golgatha führt, wo er stirbt. Und wenn wir das sehen, so wissen wir: es ist für uns ge⸗ ehen. Um uns das Heil zu erwerben, hat der Herr geduldet, um uns von der Sünden⸗ uld und dem ewigen Tode zu erlösen, ist er in den Tod gegangen. Alle unsere Ge⸗ danken und Empfindungen münden dann in das Wort des Dichters aus: Drum sag ich dir von Herzen, Jetzt und mein Leben lang, Für deine Pein und Schmerzen, O Jesu, Lob und Dank, Für deine Not und Angstgeschrei, Für dein unschuldig Sterben, Für deine Lieb und Treu. Argroßtantens Raritätenschrank. Von Helma Esselborn. (Fortsetzung.) Da endlich scheint er zu sich zu kommen. und mit verzweiflungsvoller Geste ruft er klagend:„Méine Damen, mein Manufkript, mein Prolog, er ist weg, er ist verschwunden. Ich hatte ihn übernommen, ich bin der schmeichelhaften Aufforderung des Gesang⸗ vereins„Humanitas“ gefolgt und habe ein Stück verfaßt, ein Stück, meine Damen, es hat mich einen Teil meiner Seele gelostet. Sie finden darin die Gefühlsskala eines Künstlers, der verurteilt ist, in der Prosa des Lebens zu stehen und 855 Hier stockte er.„Kurz⸗ und Schnitt⸗ waren“, warf ich trocken dazwischen, wofür mich ein strafender Blick traf. „Ach, Sie verstehen mich!“ Damit wen⸗ dete er sich an Lina, die ihn mit ihren blauen Vergißmeinnichtaugen anhimmelte, daß es nicht mehr schön war.„Ich bin unglücklich, unglücklich. Den Musen habe ich meine innerste Seele geweiht, aber anstatt Apollos Leyer zu rühren, bin ich dazu ver⸗ urteilt, zeitlebens die verdammte Elle zu schwingen. Und jetzt dieses Unglück!“ Hastig fuhr er mit beiden Händen in die Taschen: „Ich habe es übernommen, den Prolog zu sprechen, und nun, wo ist er, wo? Er muß mir bei dem Unfall abhanden gekommen sein, vielleicht liegt er gar im Schmutz der Straße. Ich bin verzweifelt, einfach ver⸗ zweifelt.“ Bei diesen Worten hopste er auf dem Polster hin und her, als sei es mit Nadeln gespickt. Plötzlich ein verdächtiges Krachen, und ein ganz gemeiner beinerner Hosenknopf lag poesielos vor unsern Füßen. Allgemei⸗ nes Schweigen. Starr vor Entsetzen stierte unser Gegenüber por sich hin. Sein Ge⸗ sicht wurde bald purpurrot, bald leichen⸗ blaß. Wir hatten Mühe, nicht vor Lachen loszuprusten, was denn auch in dem Augen⸗ blick nicht mehr zu halten war, da er, hilf⸗ 80 los und verlegen uns ansehend, die geist⸗ der Aufführung seines Musenkindes beizu⸗ reiche Feststellung machte:„Meine Damen, wohnen. es ist nur ein Hornknopf!“ Die verzweiflungsvolle Ratlosigkeit un⸗ sers Mitreisenden kam ihm aber erst zum vollen Bewußtsein, als er nach ängstlichem Tasten bemerkte, daß sich bei dem ersten Krach wohl schon der Zwillingsbruder des Hornknopfs empfohlen hatte, dem jetzt der letzte Stützenpfeiler gefolgt war. Bastian Meyer, der Musensohn, konnte sich trotz Kurz⸗ und Schnittwaren auf die Dauerhaf⸗ tigkeit seiner Beinbekleidung nicht mehr ver⸗ lassen. Ohne Prolog, ohne Hosenknöpfe, was nun? Es war eine höchst peinliche, aber zugleich verteufelt komische Lage, wir bissen in unsre Taschentücher, während das Opfer sich drehte und wendete und nicht aus noch ein wußte. Er tat mir leid und ohne mir dabei etwas zu denken, holte ich aus meiner Hand⸗ tasche Nadel und Faden und sagte, indem ich mich zu der Arbeit anschickte, ganz ruhig:„Wir nähen die Knöpfe wieder an.“ Luise sah mich an, als ob ich verrückt ge⸗ worden wäre. Bastian Meyer aber warf mir einen Blick zu wie ein großer treuer Hund, der erst Schläge und dann einen Wurfslzipfel bekommen hat Aber die Schwie⸗ rigkeit begann jetzt erst. Zunächst galt es, den langen Taillenrock vorsichtig auszu⸗ ziehen. Lina lüpfte dann das Jackett sorg⸗ sam und diskret, und nun konnte ich ener⸗ gisch darangehen, die beiden Ausreißer wie⸗ der dingfest zu machen. Es war allerdings ein sonderbares Beginnen! Wenn uns meine gute Mutter dabei gesehen hätte, ein Unge⸗ witter des Zorns hätte sich über uns nichts⸗ nutzige Mädchen ergossen, die so ohne wei⸗ teres in der Postkutsche fremden Manns⸗ bildern Hosenknöpfe annähten. So etwas schickte sich doch durchaus nicht, wir sollten überhaupt nicht wissen, daß es Knöpfe an andern Hosen als denen des gestrengen Herrn Vaters gab. Als nach einer Weile das Werk voll⸗ bracht war und die Knöpfe saßen, war Bastian Meyer glücklich, rein glücklich. Daß ein Mensch so leicht zu beglücken ist, hätte ich nie gedacht Er küßte mir galant die Hand, aber der Lina machte er dabei schmachtende Augen, obgleich sie ihn doch ausgelacht hatte, und er bis zum jüngsten Tag in der Post⸗ kutsche hätte sitzen bleiben können, wenn er hätte warten wollen, bis sie ihm die Knöpfe angenäht hätte; denn aufzustehen war ihm doch schlechterdings unmöglich. Es war aber höchste Zeit; denn ehen fuhren wir in Gießen ein, und unser Po⸗ stillion blies gefühlvoll„Nach Sevilla, nach Sevilla“. Tante Christine nahm uns gleich bei dem Posthaus in Empfang, so daß der Absch'sd von Bastian Meyer kurz und schmerzlos verlief. Nachdem er uns noch feierlich beschworen hatte, doch ja am Abend Dazu kam es aber nicht. Tante Chri⸗ stine machte einen Strich durch die Rech⸗ nung; denn sie hielt den Gesangverein Hu⸗ manitas nicht für standesgemäß. Wie er⸗ staunte sie aber, als jede von uns am folgenden Sonntag ein kleines Paket erhielt und der Inhalt sich als ein Nähkästchen entpuppte, so elegant und fein, wie man es damals selten zu sehen bekam. Die bei⸗ gelegten Gedichte ließen wir beide wohl⸗ weislich verschwinden; denn die darin aus⸗ gesprochene Dankbarkeit, die von„Rosen“ und„Losen“, von„Kopf“ und„Knopf“ durchsetzt war, hätte ja zu mancherlei un⸗ bequemen Fragen Veranlassung gegeben. Tante Christine war so schon entsetzt.„Ba⸗ stian Meyer, Kurz⸗ und Schnittwaren“— das war keine Partie für ihre Nichten. (Fortsetzung folgt.) Bilder aus dem Kriegsgefangenenlager Gießen. Von Professor Dr. Fritz Schmoll, Hauptmann d. Res. a. D. (Fortsetzung.) Es galt ferner, die Gefangenen unserer Volkswirtschaft nutzbar zu machen, sie also derartig zu beschäftigen, daß sie die im Felde stehenden deutschen Männer zum Teil in der Arbeit ersetzten, andere, die aus später zu erörternden Gründen für solche Tätigkeit nicht in Betracht kamen, in den Lagern vor dem Müßiggang— dieser ist auch in der Gefangenschaft im besonderen aller Laster Anfang zu bewahren, sie also durch geistige Arbeit, Spiel und Sport an Leib und Seele gesund zu erhalten, wozu natür⸗ lich auch gottesdienstliche Einrichtungen und seelsorgerische Einwirkung nötig waren. Es mußte also dafür Sorge getragen werden, daß jedem Gefangenen Trost und Segen feiner Religion bzw. Konfession zugäng⸗ lich war. Er mußte in möglichst schneller Weise mit seinen Angehörigen in Verbin⸗ dung treten können, d. h. sein Brief- und Paketverkehr mußte genau geregelt werden. wobei, wie später zu zeigen ist, unglaubliche Schwierigkeiten überwunden werden muß⸗ ten. Daß Akademikern, Studenten, Künst⸗ lern Gelegenheit zu entsprechender Weiter⸗ bildung und Beschäftigung geboten wurde, sei nur nebenbei erwähnt. Ein besonderes Ruhmesblatt hat sich auch die medizinische Wissenschaft in unseren Gefangenenlagern erworben. War es schon eine Großtat, daß durch vorbeugende Mittel, wie Entlausung, Desinfektion und Impfung Epidemien so gut wie völlig in den Lagern ausgeschlossen blieben— und welche unaussprechliche Ge⸗ fahr blieb damit zugleich der deutschen Be⸗ völkerung erspart—, so haben Tausende von Gefangenen den musterhaften hygieni⸗ schen und medizinischen Einrichtungen der Lager, scher! manch das an richtet Chara Mense deln. auch dafür haupt eine feindl zu bl auch hat, schlech behan darur Lügen wie „Gre durch entkr. ob ih von davon gewif lung schlec brau Wa zu li alle schon nach bei 1 zuwe geha gewi gesa⸗ darü die 0 über über fang nen auch die wiß wen freu sich sie beizu⸗ Chri⸗ Rech⸗ kin Hu⸗ Wie er⸗ ns am erhielt kästchen ie man Die bei⸗ wohl⸗ in aus⸗ Rosen“ Knopf“ lei un⸗ egeben. % Ba unserer sie also m Felde il in der äter zu Tätigkeit Lagern auch in er Laster o durch an Leib 1 natür⸗ gen und tren. 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Mancher Gefangene hat sich darum bewogen gefühlt, in Briefen diese Lügen der heimischen Zeitungen, in denen, wie in allem, was die Feinde in ihren „Greuelfeldzügen“ leisteten, Methode lag, durch wahrheitsgetreue Schilderungen zu entkräften, aber man muß daran zweifeln, ob ihre gute Absicht in größerem Maßstabe von Erfolg gekrönt war. Zu bemerken ist davon bis jetzt wenig.— Nun liegt es mir gewiß fern, zu behaupten, daß die Behand⸗ lung unserer Landsleute immer und überall schlecht und hart gewesen ist, aber man braucht nur die Schilderungen des Herrn Wagner nochmals zu lesen, um feststellen zu lönnen, daß die Feinde nicht, wie wir, alles getan haben, um das an und für sich schon so schwere, bittere Los der Gefangenen nach Möglichkeit zu erleichtern. So gewiß bei uns diese Absicht vorlag, wenn sie auch zuweilen von einzelnen Personen nicht ein⸗ gehalten wurde, was zu bedauern ist, so gewiß hat sie bei unseren Feinden, gelinde gesagt, häufig gefehlt, und die Zukunft mag darüber ihr Urteil fällen, auf welcher Seite die„Barbaren“ zu suchen waren. Indem ich nun zu einzelnen„Bildern“ übergehe, möchte ich zunächst ein paar Worte über die Ankunft und Unterkunft der Ge⸗ fangenen sagen Was für die Kriegsgefange⸗ nen gilt, gilt im großen ganzen natürlich auch für die nicht wenigen Zivilgefangenen, die in die Lager eingeliefert wurden. Ge⸗ wiß wäre es menschlich begreiflich gewesen, wenn die ankommenden Gefangenen un⸗ freundlich empfangen worden wären, wenn sich Groll und Unmut gegen sie und über sie entladen hätten. Wenn man bedenkt, wie die Russen in Ostpreußen gehaust, das blühende Land verwüstet, Haus und Hof verbrannt, Frauen und Kinder geschändet und verschleppt, Greise und Wehrlose er⸗ mordet oder gemartert haben, wenn man an den Grimm denkt, mit dem wir im Felde den offenen Beitritt Englands zu unseren Feinden begrüßten, nachdem er seit Jahren bereits an unserer Einkreisung und Ver⸗ nichtung diplomatisch gearbeitet hatte, wenn man an die unzähligen Kameraden denkt. 31 die dem Blutdurst und der Wildheit der Senegalneger, der Siks oder Gurkhas zum Opfer gefallen waren, dann, ja dann könnte man wohl verstehen, wenn Trauer, Zorn oder Haß den in Mengen einströmenden Gefangenen gegenüber sich Luft gemacht hätten. Nichts von alledem ist meines Wissens geschehen, jedenfalls nicht in den Jahren, in denen ich selbst die Ankunft manches Transportes angesehen und erlebt habe, vermutlich auch nicht in den Zeiten, in denen ich abwesend war oder im Lazarett lag. Deutsche Gutmütigkeit bringt es eben nicht fertig, an wehrlosen Gefangenen dem Haß die Zügel schießen zu lassen, und wir wollen uns dessen freuen. Aber wie sieht das Bild auf der Gegenseite aus? Herr Wagner hat es geschildert, und darin stimmen die Aussagen fast sämtlicher aus französischer Gefangenschaft Zurückgekehrter überein— bei den übrigen Feinden ist es besser gewesen— die Gefangenen wurden in Frankreich maßlos beschimpft, oft im Triumph fast durch das ganze Land ge⸗ fahren, angespien, mit Steinen beworfen, bedroht und mißhandelt, kurz, in jeder er⸗ denklichen Weise belästigt, und es ist be⸗ zeichnend, daß ein französischer Ofsizier, der von hier in ein anderes Lager gebracht wurde und völlig unbehelligt den weiten Weg vom Lager zum Bahnhof zurücklegen konnte, seinem deutschen Begleiter erklärte, das wäre in Frankreich allerdings ganz undenkbar und unmöglich. Und wie hatte man den feindlichen Sol⸗ daten vor der deutschen Gefangenschaft bange gemacht! Unzählige erwarteten den sicheren Tod von der Hand der deutschen„Bar⸗ baren“ und konnten es kaum fassen, wenn sie statt dessen von ihnen mit Zigaretten oder dem oft so knappen Proviant versorgt wurden. Und wenn sie dann aus den Sam mellagern hinter der Front in die deutschen Lager kamen, so machten sie erst recht große, erstaunte Augen. Manche von dessen Ein⸗ richtungen waren ihnen fast unbekannt, vor allen Dingen wußten z. B. Russen, Ita⸗ liener und Rumänen mit unseren Abort⸗ anlagen zunächst wenig anzufangen und mußten erst mühsam an ihre Benützung ge wöhnt werden. Aber auch die Franzosen lernten in unseren Lagern manche hygie⸗ nische Maßregel kennen, die ihnen sicherlich höchst überflüssig erschien. Man wird das besser verstehen, wenn ich mitteile, daß es in manchen französischen Lagern bei schwerer Strafe verboten war, Wasser zum Waschen zu benützen. Daß im vordersten Schützen⸗ graben das Waschen oft unterbleiben mußte, war unvermeidlich, aber im Lager, in dem man vielleicht jahrelang bleiben mußte? Nun fanden allerdings in Frankreich dauernd Verschiebungen der Gefangenen statt, und das Martyrium in dieser Beziehung konnte also abgekürzt werden, wenn man das Glück hatte, in eine wasserreichere Gegend zu kom⸗ — men. Aber die Klage über mangelhafte Wasserversorgung kehrt immer wieder, in Mannschafts⸗ wie Ofsizierslagern, in Frank⸗ reich, England und Rußland. Ich glaube nicht, daß in einem deutschen Lager solche Klagen mit Berechtigung erhoben werden konnten, hier in Gießen war jedenfalls das Wasser in unbegrenzten Mengen den Ge⸗ fangenen zugänglich. Unterkunft fanden sie in den Baracken des Lagers; es sind nach einheitlichem Schema ausgeführte Holzbauten, die je für 250—300 Mann berechnet waren, wobei von vornherein für jeden Gefangenen ein ganz bestimmter Boden- und Lustraum in Aussicht genommen wurde. Vier bis fünf solcher Baracken zusammen bildeten das Ge⸗ biet einer Kompagnie, natürlich gehören zu jedem Kompagnierevier noch bestimmte Räumlichkeiten hinzu, Küche, Kammern Aborte, Handwerkerstuben usw., dann Aufenthaltsräume für das deutsche Be⸗ wachungspersonal, Schreibstuben u. dergl., also ein ziemlich umfangreicher Apparat. (Fortsetzung folgt.) Der Weg zur heimat. Ob uns auch Kummer an die Seele rührt, Wir wissen, daß der Weg zur Helle führt. Wenn ich die Schar der aus schwerer Gefangenschaft Befreiten an meinen Fen⸗ stern vorüberziehen sehe, in ihrer zum Teil fremdartigen Bekleidung, so frage ich mich oft, was ihre Seelen nun wohl empfinden mögen, nun ihr Sehnen erfüllt und sie der Heimat wiedergegeben sind. Schon die Hei⸗ matsprache wieder zu hören, den Pulsschlag warmer Herzen zu spüren, in freundlichen Gesichtern das Bemühen zu sehen, ihnen Freude zu bereiten, muß sie tief bewegen. Dennoch kommen mir stets Tränen in die Augen, so bewegt mich der Gedanke, ob sie wohl alle ihre Erwartungen in der Heimat erfüllt sehen werden?— Auch habe ich dann so fühlbar den Eindruck, daß das Leben dieser Heimkehrenden das Bild viel- fach unseres eigenen Lebens ist Wir alle müssen durch viel Trübsal hindurch, und das Sehnen aus der Fremde nach unserer großen, schönen, ewigen Heimat zehrt an den Herzen der meisten unter uns. Es mahnt uns, nie zu vergessen, unser Leben so zu leben, daß wir dereinst vor Gottes Thron treten können, um uns in das Frie⸗ densreich einreihen zu lassen, in die Schar derer, die unser himmlischer Vater schon um sich gesammelt hat. Und da kommt mir stets der dringende Wunsch, daß wir diese Lebenswanderer, die wir auf dem Wege zu ihrer Heimat hier durchziehen sehen, in unsere Herzen ein⸗ schließen möchten, um sie im Gebet dem 32 auch sie auf ihrer Wanderschaft den Weg zur wahren Heimat suchen und finden mögen, damit auch ihre Seelen dereinst vor Gottes Thron sagen können: wir wa⸗ ren in der Fremde, in der Irre, du aber, o Heiland unser aller, hast uns gesucht, geführt und gefunden, dein sind wir nun in alle Ewigkeit! Wenn rings die Glocken hallen, Geht es mir durch den Sinn, Daß wir noch alle wallen Zur ew'gen Heimat hin. Glücklich, wer allezeit Der Erde sich entringet, Und Himmelslieder singet Von jener Herrlichkeit. Baronin R. Kirchliche Anzeigen. Sonntag den 22. Februar. Invokavit. In der Stadtkirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Becker.— Vorm. 11. Uhr: Kinder⸗ kirche für die Markusgemeinde: Pfarrer Becker.— Abends 6 Uhr: Pfarrer Mahr. — Montag den 23. Februar abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Markusgemeinde.— Mittwoch den 25. Februar abends 6 Uhr: Passions⸗ gottesdienst: Pfarrer Mahr.— Am Sonn⸗ tag den 29. Februar findet im Abendgottes⸗ dienst Beichte und Feier des heiligen Abend⸗ mahls für Matthäus⸗ und Markusgemeinde statt. Die Gemeindepfarrer erbitten vor⸗ herige Anmeldung.— Sonntag den 22. Februar abends 8 Uhr in der Stadtkirche Familienabend des Evang. Bundes. Redner Pfarrer Sattler⸗Wieseck:„Die soziale Sen⸗ dung unserer Kirche“. Musikalische Dar⸗ bietungen.. In der Johanneskirche. Vorm. 9 Uhr: zugl. Milgsd.: Pfarrer Ausfeld.— Vor⸗ mittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Jo⸗ hannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld.— Abends 6 Uhr: Pfarrassistent Dr. Bingel. — Abends ¼d8 Uhr: Vereinigung der kon⸗ firmierten männlichen Jugend der Jo⸗ hannesgemeinde.— Montag den 23. Febr. abends ½'8 Uhr: Vereinigung der konfir⸗ mierten weiblichen Jugend der Lukasge⸗ meinde.— Freitag den 27. Februar abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Johannesgemeinde. Wartburg, evgl. Jünglings⸗ und männer⸗ Verein, A. Diezstr. 15. Jeden Montag und Mittwoch von 8-9) Uhr Turnen. Jeden Dienstag Uebungsstunde von 8-9/ Uhr: Blaschor. Jeden Donnerstag von 8—9½ Uhr Spiel- und Unterhaltungsabend. Jeden Samstag Zusammenkunft der älteren Abtlg. — B. Sonntag den 22. Februar abends 8 Uhr Im Heim, Diezstr. 15, Vor⸗ trag: Herr Pfarrassistent Dr. Bingel wird über seine Erlebnisse in französischer himmlischen Vater anzuempfehlen, so daß Gefangenschaft und Flucht nach Deutschland sprechen. Gäste herzlich willkommen. Verantwortlich: Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buch⸗ und Steindruckerel R. Lange, Gießen. Gemei 2 D Unsere gegen un Presse he guten Na ganze Lit vor aller sere Fein daten als serem V wollen, s Schlag se vor aller Volk. 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