und Thäler d wieder elten mit⸗ auf der ir Nieder⸗ wallt der wischen ein klarer ith dieser mmel und ur, welche, gezeichnet, lag, er⸗ in uns., heim, ein der An⸗ ein wird n Stunde wir uns if beyden nahe ans Ort im hönen Ge⸗ erreichten das Thal Kempten. mten sich sich quer luten ent⸗ n blickten n Spitzen derte seine nde Klip⸗ us seinem gegenüber res Städt⸗ 'oß, einem zu emp⸗ iser Nacht⸗ Forts folgt. Trinit. ristenlehre Markus⸗ fr. Mahr, atthäusge⸗ Christen⸗ aus det 172 inderkirche olsheimer. im Jo⸗ raße 50). nst: Pfr. n. i Gemein⸗ Nachti⸗ n. 2 vom teindruckerel 7 1 gruß Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen die Not 24 Gießen, 3. Sonnt. n. Trinitatis, den 20. Juni 0 Abendͤfriede. Evang. Matth. 14,23. Und da er das Volk von sich gelassen hatte, stieg er auf einen Berg allein, daß er daselbst betete. Und am Abend war er allein daselbst. Die Sonne ist als ein feuriger Ball hinter den westwärts gelegenen Bergen unter⸗ gesunken, aber ihr Widerschein ist an den graf Ludwigs VIII. lebte rosarot gefärbten Wolken noch wahrzuneh⸗ m men. Hoch und ernst ragen Straßenrande und rings um die nahe ge⸗ legene Mühle auf. Die Luft ist still und unbewegt, kein noch so leiser Hauch geht über das grüne Getreide. Die Grillen zirpen, aus einem abseits liegenden Dorfe kommt Glocken⸗ klang, es ist die Glocke, die am Samstag⸗ abend den Sonntag einläutet. Fe rnher bellt ein Hund, über den grünen Feldern zirpen vereinzelte Lerchen. Irgendwo im Felde rauscht eine Sense, die ein fleißiger Mann jo spät noch schwingt. Noch ist es so hell, Am Himmel steht der blasse 5 die Pappeln am daß man die fernen Berge deutlich sieht, aber allmählich verblassen die Farben, und die Dunkelheit legt sich sacht auf das Land. Frische und Wohlgeruch kommen von den Feldern her. Das ist die Feierstunde der Seele, die Stunde, da die Seele sich auf sich selbst be⸗ jahrg. man muß Glauben haben. Von Dr. Karl Esselborn in Darmstadt. In der ersten Hälfte der Regierung Land⸗ zu Darmstadt ein Hofprediger namens Berchelmann, aus Pots⸗ dam gebürtig, der im 1 175² Super⸗ intendent wurde und als solcher 1754 starb, ein sehr gelehrter, aber, was mehr sage! will, auch ein sehr frommer, gottesfürchtiger Mann, der die Lehre des Heils nicht bloß mit Worten verkündigte, sondern auch durch Tat und Veispiel ihre beseligende Kraft be⸗ zeugte. Vorzügl ich war er, wie es dem wahren Christen gebührt, unerschütterlich im Glauben und Gottvertrauen, dabei äußerst wohltätig bis zur Selbstverleugnung gegen Arme und Notleidende, so daß er mit seiner Familie bei seiner geringen Einnahme oft selber Mangel litt. So traf es sich auch einst, daß er um Weihnachten all sein Holz nebst dem letzten Laib Brot verschenkt hatte und nun zur Zeit des freudigen Festes, wo allenthalben so viel Wohlleben und Jubel he rrscht, statt den Seinigen eine ergötzliche Christbescherung geben zu können, im eiskalten Zimmer, die Hände vor Frost reibend, herumgehen und der niedergeschlagenen, tiefbetrübten Frau und den klagenden Kindern Trost zusprechen sinnt, den Tageslauf überdenkt, 25 treuen Gott für seine Bewahrung dankt und seinen Schutz für die Weiterwanderung durch das Leben erbittet. Oft hat der Heiland die Abendstille gesucht. Wenn er den Tag über in lautem Volksgewühle gestanden hatte, wenn sich viele hilfesuchend zu ihm ge— drängt hatten, so ging er am Abend in die Einsamkeit, entweder 50 einen Berg oder an einen„wüsten“ d. einsam gelegenen Ort. Hier war er 11 a himmlischen Vater allein, hier strömten Friede und Freude auf ihn ein. Aus der Abendstille in Gethsemane ging er furchtlos seinen Fein⸗ den entgegen. Abendstille, Abendfrieden haben wir alle nötig, besonders in dieser Zeit. Unsere trostlose politische Lage, die Zerrissenheit im Innern unseres Landes, und die Teuerung machen friedlos, eine Stunde aber, die wir am uns gesunkenen Mut aufzurichten suchen mußte. Dies tat er denn auch mit den oft wiederholten Worten:„Man muß Glau⸗ ben haben, Frau! Man muß das Vertrauen nicht verlieren, ihr Kinder! Der Herr weiß und kennt unfre Not, er ist allmächtig, er kann und wird uns helfen, daran zweifelt nur nicht.“ Und wirklich war die Hilfe und zugleich eine schöne Christbescherung bereits vor der Türe: denn auf einmal klopfte es zierlich und bescheiden an, und hereintrat ein Hof⸗ bedienter in Livre, der nebst einem Röllchen mit Dukaten im Namen des edeln Fürsten eine Danksagung für die schöne Weihnachts⸗ un megnung d. R. Ein Zweig der Familie Berchelmann ist nach Gießen ge⸗ und ihren kommen. Im Jahre 1754 verheiratet sich der Arzt Dr. med. Johann Philipp B., ein Sohn des Darmstädter Oberhofpredigers, mit einer Tochter des Stadt⸗ und Burg⸗ Abend allein 8351 unserem Gott zubringen, zeitig lebende Fürstl. Amtskeller(Verwalter) gibt unserer Seele Ruhe und neue Kraft. H. B. ——— Johann Matthias Jakob B. pfarrers Schilling. Der in Gießen gleich⸗ scheint auch ein Sohn des Genannten gewesen zu sein. Nachkommen sind in Hessen noch zu finden. predigt des Herrn Hofpredigers, die Seiner Wunder über Wunder. Erst der neue gemüt⸗ überbrachte. alten, und dann ein Blumenflor auf den „Seht ihr nun“, sagte der bis zu Tränen Rabatten, wie er sonst nirgends im Dorfe zu N 5 der Herr zur rechten Zeit hilft, und eine Der jungen Lehrers altes Muttel, das 1 erfreuliche Christbescherung haben wir noch hauste mitten darinnen.„Es hat eine glück⸗. 8 man das alte gute Gesichtchen mit der schnee⸗ Urgroßtantens Naritätenschrank. weißen Falbelhaube zwischen all der Pracht Von Helma Esselborn. lich das Zaubermütterchen vor sich zu sehen, das all die schönen Blüten hervorhexen 12. Das Immortellensträußchen. blume bis zu den üppig wuchernden Kapu⸗ „Ach, laß mich mit den Friedhofsblumen zinern und den kleinen zierlichen Gretchen Eroßtante mich heute kurzerhand mit meiner Zauberhand der freundlichen Alten, und Frage abspeisen. Es war ein unfreundlicher, siehe, sie wuchsen und blühten lustig um die in allen Gliedern. Sie war nicht aufgelegt zum Erzählen, am wenigsten zu der Ge Laube die Geige stimmte, da blieb ein jeder älter sie wurde, um so weniger liebte sie stehen. und der dickfälligste Bauernschädel vom Sterben zu reden, und das Immor⸗ Sommerabend, obwohl man müde war bs Groschenvase im Glasschrank, erinnerte sie in die Knochen, den Menschen so schön vor⸗ doch immer wieder daran, daß Scheiden gehen möchten ein Sichfinden und Beieinanderbleiben.(Fortsetzung folgt.) Gleichwohl hatte ich das Gefühl, daß Tante wohlbekannte Geschichte, die ich immer wieder ein untrüglicher Zug in ihrem Gesicht. Ich mußte es also nur richtig anfangen. Mensch?“ fragte ich scheinbar ganz harmlos. „Wer sagt denn das?“ eiferte sie nun los, Modekupferfratze, wie sie die jungen Dinger lieben, die hatte er nicht, aber er war ein an. Sein Gesicht zeigte einen vergeistigten Ausdcuck trotz der langen Nase und den Brillengläsern. Und wenn er auf seiner Geige spielte, dann war er sogar schön; Gesicht, daß man es merkte, er hatte alles um sich her vergessen. Als der Fridolin ins jungen Lehrer; denn jeder hoffte, daß jetzt wieder Zug und Ordnung in die Schule weiß Gott, brauchen. Sie waren recht ver⸗ wahrlost unter dem alten schwachen Schmitte⸗ gemein recht respektlos genannt wurde. Das war eine Freude, wie das kleine gemacht wurde; ganz weiß mit grünen Läden sah es dann zwischen den alten Bäumen Durchlaucht so viel Vergnügen gemacht habe, liche Lattenzaun an Stelle des baufälligen gerührte Geistliche zu den Seinigen,„daß sehen war. obendrein!“ ö liche Hand,“ so sagten die Dörfler, und wenn herauslugen sah, da glaubte man auch wirk⸗ W (Fortsetzung.) konnte, von der goldgelben großen Sonnen⸗ in Ruhe,“ mit diesen Worten wollte die im Grünen. Sie alle berührte liebevoll die 5 nebliger Tag, und Tante hatte das Reißen Wette. Des Abends, wenn Fridolin in der kleinen schichte des armen Fridolin Bengelbeck. Je grübelte darüber nach, warum solch ein tellensträußchen in der kleinen einfachen. komme, daß sie am liebsten gar nicht schlafen und Meiden im Leben öfter vorkommt, als. Luise heute noch dazu zu bringen sei, mir die Geschichten und Bilder aus Alt⸗ Gießen. hören wollte, zu erzählen. Das verriet mir „Gelt, der Fridolin war ein häßlicher „was heißt häßlich?“ Natürlich solch eine gescheuter Mensch, und das sah man ihm kurzsichtigen Augen hinter den großen solch verzückten Ausdruck hatte er dann im Dorf kam, da freuten sich alle auf den käme. Die Buben und Mädels konnten es, petter, wie sein verstorbener Vorgänger all⸗ Schulmeisterhäuschen so schmuck zurecht⸗ heraus. Und das Gärtchen erst, das erlebte 23. Gießener Familienleben in drei Generationen. 11. October. Der Anblick aus dem Fenster unseres 1 Gasthauses, das nahe am Ufer stand, war äußerst romantisch. Der Strohm war von die steilen Rüdesheimer Berge, wo man jede dem hellen Wasser des letzteren contrastiert. einem Felsen der schon Jahrhunderten ge⸗ trotzte Mäuße Thurm. Der sich dem Rhein gerade entgegenstämmende Ruppertsberg scheint dessen Lauf aufzuhalten, und bietet Flusses rechts durch schauerliche Klippen hin kleinen Schiffchen belebt, welche sanft hin und her schwammen. Gegen uns über lagen Hier in der Mitte des Rheins stehet auf dem Auge einen überraschenden Anblick dar. Mit wildem Toben und fürchterlichem Ge⸗ töse stürzen sich nun die Fluten des stolzen (Fortsetzung.) 5 1 „ Handbreit Land, im Terrassen umgeschafft und mit Reben bepflanzt hatte. Der schöne heitere Morgen lockte uns ans Ufer, wir erreichten bald die Stelle, wo die Nahe, ein kleiner Fluß, sein grünliches Wasser in den Rhein ergießt, welches sehr auffallend mit und sind genötigt, zwischen Felsen ein⸗ geeugt, sich einen Weg zu bahnen: wodurch das bekannte den Schiffern so i Binger Loch entstehet. Kleine leichte Schiffe können ohne Gefahr hindurch gehen, nur große schwer beladene Schiffe müssen einige so gefährliche Vorsicht sehr schn anstoßen. dem Anb ergötzt, der uns Gegen 9 Rüdeshe gewisses mich wie wo nicht gierigen man fre Gefühl Rüdeshei Weinlese indem m Ueberreif zwar we die Güte bezahlt guten Je wir nun streift, u schauerlie worfen, durch die vorher ir Rhein w Gestade überall gen der heim w Wein ist Stunde Ufer hin Schwühl Wieseng! etwas ar her ware zern ang fiel, wa Straßen schüttete, Stiefel man sie zerquetse schöner! un ich nur trohnen lieblich r b sehr beke dels⸗Hau von Jo gekauft, jetzt den mann. äußerst! Mittag, Wirtsha kalischen uns aud die Ben Mangel 09 Vorsicht gebrauchen, indem die Durchfahrt reichten wir Erbach, Walf(Walluf! und sehr schmal ist, daß sie nicht an die Felsen endlich Schierstein. Schon lagen die Türme anstoßen. Nachdem ich uns einige Zeit an von Maintz wieder vor uns, als wir nach dem Anblick dieser schauerlich schönen Sinne einigem Ruhn von unserm treuen Begleiter ergötzt, so mietheten wir uns einen Kahn, Abschied nahmen, noch einen Rückblick in das der uns nach Rüdesheim überfahren sollte. reizende Rheingau warfen und links nach Gegen 9 Uhr betraten wir wieder nahe an Wiesbaden einlenkten. Ziemlich spät kamen Rüdesheim das vaterländische Ufer. Ein wir in diesem Kuhrort an. 8 gewisses Wohlbehagen füllte meine Seele mich wieder auf deutschem Boden zu sehen, 12. wo nicht jeder Schritt am Ufer von den Unser erster Ausflug war nach der heißen gierigen Douaniers belauscht werden, wo heilsamen Quelle hin, welche diesem Ort man freyer athmen und. ungestört jedem seinen Glanz verdankt. Sie liegt mitten in Gefühl der Freude sich überlassen konnte. der Stadt, und ist mit einer Mauer ein⸗ Rüdesheims Anblick verräht Wohlstand. Die gefaßt. Ein stark nach Schwefel riechender Weinlese hatte hier noch nicht angefangen, Dampf steigt aus ihr herauf, wo es stets wie indem man gewohnt ist, die Trauben bis zur kochendes Wasser braußt. Das Wasser ist Ueberreife hier hängen zu lassen, wodurch so heiß, daß die Metzger ihre Schweine eue gemü baufälligen r auf den n Dorfe zu uttel, das eine glück⸗ und wenn der schnee⸗ der Pracht auch wirk⸗ ) zu sehen, ervorhexen t Sonnen⸗ den Kapu⸗ Gretchen ebevoll die [ten, und tig um die der kleinen ein jeder lernschädel solch ein e war bis schön vor⸗ cht schlafen N Gießen. r unseres stand, war war von sanft hin über lagen man jede imgeschafst Der schöne Ufer, wir Nahe, ein ontrastiert. stehet auf derten ge⸗ dem Rhein ö ppertsberg und bietet blick dar. ichem Ge⸗ des stolzen lippen hin elsen ein- : wodurch gefährliche hte Schiffe ehen, nur ssen einige gen der Gegenstände Unterhaltung. Geißen⸗ ser in den allend mit zwar weniger Wein gewonnen wird, allein die Güte soll desto vorzüglicher seyn. Man bezahlt nicht selten ein Stück von einem guten Jahrgang mit 3000 Gulden. Nachdem wir nun flüchtig diesen schönen Ort durch⸗ streift, und noch einen Blick rückwärts auf die schauerlichen Felsen des Binger Lochs ge⸗ worfen, traten wir nun unsere Rückreise durch die herrlichen Fluren an, die wir tags vorher in einem Blick überfahren hatten. Der Rhein war unser treuer Führer, an seinem Gestade wandelten wir froh und heiter hin, überall gewährte er uns durch Abwechselun⸗ heim war jetzt eingeholt; sein trefflicher Wein ist auch sehr bekannt.— Eine halbe Stunde weiter dehnte sich Langenwinkel am Ufer hin, das gar kein Ende nehmen wollte. Schwühl brannte die Sonne jetzt, und ein Wiesengrund lud uns ein, hier am Ufer etwas auszuruhen. Die Weinberge um uns her waren allenthalben mit fröhlichen Win⸗ zern angefüllt; was uns besonders hier auf⸗ fiel, waren große Butten, welche an den Straßen standen, worin man die Trauben schüttete, und welche von Buben, welche große Stiefel anhatten, zertreten wurden, anstatt man sie in der Pfalz mit einem Stampfer zerquetschte; Mittelheim ein ebenfalls sehr schöner Ort, lag am Ufer umhüllt von den 15 Traubenhügeln. Majestätisch erhob ich nun der Johannes Berg, auf ihm trohnen einige schöne große Gebäude, und lieblich blickte an seinem Fuß ein Dörfchen hervor. Sein trefflicher Wein ist nur zu sehr bekannt. Dieses Jahr hatte das Han⸗ dels⸗Hauß Mumm in Frankfurt die Trauben von Johannes Berg für 30 000 Gulden gekauft, dieser treffliche Weinberg gehört jetzt dem französischen Marrschall Keller⸗ mann. In Heftrich das ebenfalls einen äußerst trefflichen Wein erziehlt, hielten wir Mittag, ein Trupp Musikanten war im Wirtshauß versammelt, um durch ihre musi⸗ kalischen Töne die Speisen zu würzen, die uns auch ohne dies trefflich behagten, denn die Bewegung im Gehen ließ uns keinen Mangel an Appetit leiden. Allmählich er⸗ darin brühen können, überdies schmeckt es gesalzen und ist genießbar, gewährt außer⸗ dem den Vortheil, daß man an die Speißen, welche damit gekocht werden, kein Salz zu thun braucht. Im Schwanen einem Bade Hauß badeten wir, wofür man 12 Kreuzer für die Person zahlte. Im Kuhr Saal nahmen wir ein Frühstück ein; besahen die Stadt und setzten dann unsere Reise weiter, um unser Hauptquartier nach Frankfurt heute zu verlegen. Nach einem kleinen Auf⸗ enthalt in Höchst eilten wir Frankfurt zu, und kamen gegen 5¼᷑ Uhr bey Herr Tho⸗ mann zur Landsburg an, von wo wir so⸗ gleich in die Commödie gingen. Nach Be⸗ endigung derselben statteten wir noch einen Besuch bey unserm Freund Tasché ab, den wir so ganz unvermuthet überraschten, und noch eine Stunde recht vergnügt bey ihm im trauten Erzählen der Abentheuer unsrer Reiße zubrachten. 14. Da es gerade Sonntag war, so wurde beschlossen, denselben hier, um etwas aus⸗ zuruhen, zu genießen. Ich besorgte früh am Morgen einige Aufträge, welche ich in einem Brief von meinem Vater erhalten hatte. Nachdem gingen Busch und ich in die deutsch reformierte Kirche, nach dessen Beendigung bestiegen wir den Dom, wo man nach allen Seiten hin eine herrliche Aussicht genießt. Frech hatte indessen am Morgen mehrere seiner dortigen Verwandten besucht, und bey Kumpf, dortigen Tapezier zu Mittag ge⸗ speist. Gegen halb zwey fand er sich indessen mit Tasché wieder bey uns ein. Da der gerade Weg von hier nach Hauß wenig merkwürdiges uns darbot, indem wir ihn schon so oft gemacht, so wurde einmüthig beschlossen, über Homburg vor der Höhe zurückzukehren. Gegen 4 Uhr verließen wir Frankfurt, begleitet von Taschs, der noch eine Stunde mit uns ging; und abends kamen wir im Engel in Homburg an. Die Wirtsstube war von Handwerks Gesellen angefüllt, welche sich beym Apfelwein einen frohen Abend machten und eine Wolke von 90 Dampf aus ihren Pfeifen bliesen. Zum Glück räumte uns der Wirth ein anderes Zimmer ein, wo wir dann ungestört von der tobenden Gesellschaft ruhig unser Abendessen einnah⸗ men, und uns dann baldigst zur Ruhe be⸗ gaben. Mir trug es die Reihe in einem besonderen Stübchen die Nacht zuzubringen. Ermüdet warf ich mich aufs Bette und schlummerte bald ein. Um Mitternacht er⸗ wachte ich und wurde von fürchterlichem Durst gequält, der mir von den sehr ge⸗ salzenen Bratwürsten, die wir bey dem Abendessen so gut behagt hatten, verursacht wurde. Eiligst sprang ich aus dem Bette, um zu lauschen, ob noch jemand im Hause wach sey, aber zu meinem Leidwesen war alles stille. Jetzt fiel mir ein, daß meine übrige Reiße Gefährten noch ein Restchen Wein mit auf ihr Zimmer genommen hatten, ich eilte also schnell, sie f suchen, im Finstern taumelnd, glaubte ich bald an ihrer Thüre zu seyn, konnte sie aber nicht finden, ich rief, erhielt aber keine Antwort. Der heftige Durst, und der heiße Wunsch, ihn zu stillen, trieb mich immer weiter, und ehe ich mich versah, plumpte ich zur Treppe hinunter, so derb, daß ich im mindesten nichts mehr von Durst fühlte. Ich raffte mich auf, so gut es ging, und kroch der Treppe wieder langsamer herauf als ich heruntergekommen war, mit Mühe er⸗ reichte ich mein Zimmer wieder und dankte nun dem Himmel, daß dieser nächtliche Streifzug, ohne einen Arm oder einen Fuß gebrochen zu haben, abgelaufen war. Jetzt fing aber der Durst wieder von neuem an zu quälen, und die Schmerzen vom Fall ließen mich außerdem nicht einen Augenblick schlafen. Voll Verdruß warf ich mich ins Fenster, um da den Tag zu erwarten, mit Vergnügen sah ich den schön gesternten Himmel an, und sank in Betrachtungen über jene schöne hell leuchtende Himmels⸗ körper, welche eine große Meisterhand so freygebig in diesen unermeßlichen Raum gestreut hatte. Heilige Gefühle von Ehrfurcht drangen in meine Seele, und so erhaben die Größe des Allmächtigen mir in diesem Augenblick sich meiner Fantasie einprägte, so klein kam mir der Mensch mit all seinem Wissen vor, und lächerlich schien mir sein Stolz. Mit diesem süßen Gedanken beschäftigt, vergaß ich einige Augenblicke alles, was mich quälte, ich warf mich wieder aufs Bette und ein sanfter Schlummer ließ mich bald alles vergessen. Als ich erwachte, senkte schon die Sonne ihre leuchtenden Strahlen in mein Zimmer, mein Durst hatte sehr abgenommen, war aber immer noch stark genug, um mich zu bewegen, eiligst ihn zu stillen. Mit weniger Verlegen⸗ heit suchte ich nun das Zimmer meiner Freunde auf, sie lagen noch im tiefen Schlummer: Mein Rufen und Pochen machte aufzu⸗ über die Bouteille her, und ließ auch keinen Tropfen übrig. Gegen 9 Uhr nahmen wir den Weg nach dem reichen Friedrichsdorf hin, dieser schöne 1 Stunde von Homberg gelegene Ort ist blos von Fabrikanten be⸗ wohnt, deren Wollen Waaren...“ Hier bricht das Manufkript ab. (Schluß folgt.) Uleine Mitteilungen. Der in dieser Nummer enthaltene Artikel „Man muß Glauben haben“ ist dem Buche unseres Mitarbeiters Dr. Karl Esselborn „Landgrafengeschichten“ entnommen. Wir empfehlen unseren Lesern erneut dieses in allen hiesigen Buchhandlungen vorrätige interessante Werk. * In der vorigen Woche sind die Anforde⸗ rungszettel für das 7. und 8. Ziel der städtischen Steuern hier ausgetragen worden. Wie daraus ersichtlich ist, so hat unsere Kirchengemeinde darauf verzichtet, die Ent⸗ richtung von Kirchensteuern für diese beiden Ziele zu beanspruchen. * Kirchliche Anzeigen. Sonntag den 20. Juni, 3. n. Trin. Stadtkirche. Vorm. 8 Uhr, zugl. Christen⸗ lehre für die Neukonfirmierten aus der Matthäusgemeinde: Pfr. Mahr.— Vorm. 1/10 Uhr: Pfr. Becker.— Vorm. 11: Kin⸗ derkirche für die Markusgemeinde: Pfr. Becker. Johanneskirche. Vorm. 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukasgemeinde: Pfr. Bechtolsheimer.— Vorm. ½10, zugl. Milgsd.: Pfr. Aus⸗ feld.— Vorm. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde: Pfr. Ausfeld. Wartburg⸗Verein. Sonntag den 20. Juni: Familienausflug in Verbindung mit dem Ev. Arbeiterverein (s. unten).— Donnerstag den 24. Juni: Kammermusikabend in der neuen Universi⸗ tätsaula. Mitglieder erhalten ihre Kacten (zu halben Preisen) an den Vereinsabenden. Evang. Arbeiterverein. Sonntag den 20. Juni: Familienaus⸗ flug mit dem Wartburgverein nach dem Ludwigsbrunnen. Führer: Herr Rosenbaum. Abmarsch 2½ Ecke Gartenstraße und Schiffenberger Weg. Essen und Getränke mitbringen.— Sonntag den 4. Juli: Fa⸗ milienausflug nach Dutenhofen, Jagdschloß, sie bald wach. Busch öffnete die Thüre, dortselbst Zusammentreffen mit dem Brudec⸗ und in diesem Augenblick stürzte ich auch! verein Wetzlar. R. Lange, Gießen. Gemei Nr. 25 Psalm 10 oben Früch In der bert Stift Heidedorf“ dehnt sich aus ihr ei Hütten de Aeste des Millionen daran. Ii leben, dur Menschen mutter ra in der Bi lesen, weil aber die pheten⸗, in ihrer E die Mens. seit Woche daß weder auf den glänzt in Menschen Heidelerch ganzen Te Zirpen de der Kibitz, Blätter si früchte fal zu Gott u Freitag Erdscholle men, fal gehen die einher. 2 Wolken a wieder, d regnet ni Pfingstme mel grau, fließt her! freudigen haus, um gern läßt lichen Ta Aehn Woche er Sonne, d des Lebe demselben wir kalte, große Hit