erweigert Einreise⸗ eil nach schen besetzung gt. Dem iger zur ochie 93 Einzel⸗ litik der chwierig⸗ hen und Von den Las mich initatis. 8 Uhr, eukonfir⸗ Pfarrer Pfarr⸗ 11 Uhr; : Pfarr⸗ 5 8 Uhr, eukonfir⸗ Pfarrer % Uhr: 11 Uhr: emeinde: den 19. tesdienst ahls für att. Die ge An⸗ n. nderung. wünscht. ser-Allee Büttner. Jackierer, Laichin⸗ 1 Wwe., Rinn, Franz Arthur Wande⸗ ehörigen Ihr, Ecke (kathol. els, ig unter nd Willi Bei un⸗ Vortrag ngsfestes indruchkerei onntagsgruß Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen Nr. 37 Gießen, 16. Sonnt. n. Trinitatis, den 19. Septbr. 1920 9. Jahrg. Der Segen der Einsamkeit. Evang. Matth. 6, 6. Wenn du aber betest, so gehe in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater im Verborgenen. In ihrem Buch„Alle guten Geister“ schreibt Anna Schieber:„Wer den rechten Ton will finden, der in allen Dingen be⸗ schlossen liegt, der muß in die Stille gehen und muß allein sein und horchen und darf nicht fragen: Ist es so den Leuten recht? Sonst schallen die Pfeifen und Trommeln von den Jahrmärkten hinein, und der rechte Ton geht darüber verloren, daß man auf zweierlei hat gehorcht.“ Einsam sein können mit sich und seinem Gott— das ist eine Probe auf den inneren Gehalt und Wert eines Menschen. Wie viele haben Angst vor sich selber, vermeiden mög⸗ lichst das Alleinsein und gehen der Zwie⸗ sprache mit ihrer Seele aus dem Weg, indem sie„sich zerstreuen“! Der Taumel weiter Kreise von heute, in dem sie trotz der furchtbar ernsten Zeitlage von einem Ver⸗ gnügen zum andern jagen, ist doch schließlich nichts anderes als der krankhafte Ausdruck der Furcht vor dem Alleinsein im stillen Kämmerlein. Die Armen, die auf solche Weise der Not der Zeit auch nur für Augen⸗ blicke zu entrinnen vermeinen! Sie werden innerlich nur immer unglücklicher, immer mehr wund in ihrer Seele werden und statt Ruhe zu finden, nur immer tiefer in die Unrast hineingetrieben. Für den aber, der seinem Gott in kind⸗ lichem Vertrauen stets unter vier Augen gegenüberzutreten vermag, gibt es keinen besseren Trost, als sich zurückzuziehen in die Einsamkeit und keine bessere Stärkung für den harten Kampf ums Dasein, als Seele und Geist täglich neu zu beleben aus dem Jungbrunnen göttlicher Gnade und Kraft, der nur in der Stille der Einsamkeit vernehmbar rauscht. Ein großer Philosoph fordert als ein Hauptstadium für die Ju⸗ gend,„die Einsamkeit ertragen zu lernen, weil sie eine Quelle des Glücks und der Gemütsruhe ist“ ein beherzigenswerter Wink für alle, die am Erziehungswerk unseres Volkes beteiligt sind! Einsamkeit freilich darf nicht zur Verein⸗ samung führen. Nicht menschenscheu und weltflüchtig sollst du werden, im Gegenteil: die Stille soll dir erst recht die Kraft geben, deinen Platz draußen in der Welt auszu⸗ füllen. Jedes ruhige Stündchen, das du zur Ein⸗ kehr bei dir selber nutzest—„Mir wieder selbst, von allen Menschen fern“(Goethe)— das muß dich zu Gott führen, sonst wird die Einsamkeit unerträglich. Ein alter Spruch sagt: „Einsamkeit ist schwere Last, Wenn du Gott nicht bei dir hast.“ Die Chronik des Gießener Natsdieners Philipp moritz moll(1857— 1847). Die Aufzeichnungen, die wir im nach⸗ folgenden wiedergeben, rühren von dem Ratsdiener Philipp Moritz Moll her und befinden sich zur Zeit im Besitze des Sohnes des Genannten, des Herrn Ratsdieners i. R. Karl Moll, der uns das, was sein Vater niedergeschrieben hat, freundlichst zur Ver⸗ öffentlichung überlassen hat. Wir finden diese Notizen in einem Hausbuche, wie es früher Gießener Bürger oft geführt haben. Ur⸗ sprünglich enthielten diese Hausbücher nur Familiennotizen, Einträge über Geburt, Taufe, Eheschließung und Todesfälle, dann aber hat man in einer Zeit, in der es noch keine Tageszeitungen gab, auch Ereignisse, die in aller Mund waren, verzeichnet, so daß manches Hausbuch— wir erinnern an die von uns im„Sonntagsgruß“ veröffent⸗ lichten Aufzeichnungen von Schaffstädt, Koh⸗ lermann, Becker und Pistor zu einer interessanten Stadtchronik geworden ist. Wir geben zuerst einige Bemerkungen über den Verfasser der vorliegenden Chronik und seine Familie. Die Familie Moll gehört nicht zu den in Gießen alteingesessenen Fa⸗ milien, besteht aber hier schon mindestens 146 Jahre. Nach unserem Kirchenbuche wur⸗ den am 3. November 1774 hier ehelich miteinander verbunden„Johann Henrich Moll, Burger und Beckermeister allhier, Johannes Moll, Einwohners in Frühfelden bey Creutzenach eheleiblicher Sohn, und Anna Margaretha Bernbeckin, weiland Philipp Christian Bernbecks Burgers und Beckers allhier hinterlassene Wittib, gebohrne Lo— nyin“. Die Ortsbezeichnung„Frühfelden“ beruht auf einem Schreibfehler, es muß heißen„Fürfelden“ und handelt sich um das im jetzigen Kreise Alzey gelegene Dorf Fürfeld. Fürfeld ist anderthalb Stunden von Kreuznach entfernt und liegt da, wo mitten im Walde, am sogenannten„Schäfer⸗ placken“ die drei Territorien Rheinhessen, Rheinpreußen und Rheinbayern zusammen⸗ stoßen. Zum Zeichen dieser Grenzscheide 1 1 — 146— steht auf dem„Schäferplacken“ einem ab⸗ geholzten Platze, ein dreikantiger Grenz⸗ pfahl, der an der einen Kante die Farben rot⸗weiß, an der anderen die Farben schwarz⸗ weiß, an der dritten die Farben blau⸗weiß aufweist. Aus dem mitgeteilten Eintrage unseres Kirchenbuches geht mit ziemlicher Sicherheit hervor, daß Johann Henrich Moll auf der Wanderschaft nach Gießen kam und hier die Witwe Bernbeck, eine geborene Lony, geheiratet hat, vielleicht war sie die Witwe seines früheren Meisters. Der Name Bernbeck kommt in den alten Gießener Kirchenbüchern vielfach vor, seine männ⸗ lichen Träger waren zumeist Bäcker. Bern⸗ beck bedeutet der am Born wohnende Bäcker. Dem genannten Ehepaare wurde am 13. November 1781 ein Sohn geboren, der Johannes Balthasar genannt wurde. Er erlernte auch das Bäckerhandwerk, wurde aber, und zwar nach der Angabe seines Enkelsohnes, im Jahre 1802, Ratsdiener. Er verheiratete sich am 13. März 1808 mit Elisabetha Damm aus Alten-Buseck und starb, nachdem er zuletzt im Ruhestande gelebt hatte, am 7. Mai 1849. Sein Sohn Philipp Moritz ist der Verfasser unserer Chronik, er wurde am 6. Februar 1809 geboren, verheiratete sich am 21. Mai 1837 mit Johannetta Marx von hier, stand wie sein Vater als Ratsdiener im Dienste der Stadt Gießen und starb am 5. November 1862. Sein Sohn ist unser Mitbürger Karl Moll, der am 29. Juni 1839 geboren ist 5 seit 1862 im Dienste unserer Stadt steht. Wir geben die Aufzeichnungen genau nach dem Original wieder. Die Erläuterungen, die der Herausgeber hinzugefügt hat, sind allemal in Klammern gesetzt. Nicht uner⸗ wähnt soll bleiben, daß bei diesen Erläute⸗ rungen Herr Heinrich Hochstätter sen. wirk⸗ sam mitgeholfen hat, indem er aus seinen Erinnerungen über manchen Vorfall nähere Mitteilungen gemacht hat. * Angefangen im Jahr 1837 von Philipp Moritz Moll. Am 23ten May morgens sollte Johannes Heß hingerichtet werden, wurde aber erst nachmittags hingerichtet.(Johannes Heß war bei seiner Hinrichtung 35 Jahre alt, er stammte aus Niederohmen und war der Reihe nach Hütejunge, Knecht und Tag⸗ löhner. Am 31. Dezember 1834 war er vom Landgericht Grünberg wegen Dieb⸗ ftahls und Unterschlagung zu einer Ge⸗ fängnisstrafe von 4 Wochen verurteilt wor⸗ den, kurz darnach erhielt er wegen Unter⸗ schlagung eine Korrektionsstrafe von drei Monaten, am 12. Juli 1835 wurde er aus der Haft entlässen. Schon am 10. August desselben Jahres beging er das Verbrechen, wegen dessen er zum Tode verurteilt wurde. An diesem Tage traf er in einem Wirts- hause zu Friedberg, wo er angeblich Arbeit gesucht hatte, die ledige Katharina Steeg aus Nastätten. Das Mädchen hatte in ihrer Heimat ihr Vermögen, bestehend aus einem Kapitale von 240 Gulden, abgeholt, um in Kurhessen ihren Bräutigam zu heiraten, Sie war so unvorsichtig, dies Heß zu erzählen, und erbat sich den ihr unbekannten Men⸗ schen als Begleiter bis nach Lich, beim Weggehen zahlte sie die Zeche. Als die beiden zwischen Langsdorf und Lich an⸗ gelangt waren, lagerten sie sich in der Abenddämmerung am Waldrande, um zu essen. Die Katharina Steeg zerschnitt mit einem Messer ein Brötchen, um es mit ihrem Begleiter zu teilen. In diesem Augenblicke entriß ihr der Unmensch das Messer und schnitt ihr den Hals durch. Vor Gericht sagte er später, sie sei sogleich tot gewesen, hätte nur noch„ein bißchen gegakst“. Der Mörder bedeckte die Leiche mit Baumästen, nahm das Geld, auch die Schuhe der Er⸗ mordeten an sich und ging nach Friedberg zurück, wo er sich zum Schlafen in einen Weizenhaufen legte. Zwei Tage später ver⸗ dingte er sich in Okarben als Knecht, verließ diese Stelle aber schon wieder nach fünf Tagen. Am 14. August wurde die Leiche entdeckt. (Fortsetzung folgt.) mit den 116 ern bei Gravelotte. Von Berthold Ebel. Bearbeitet und herausgegeben von Dr. Karl Esselborn. (Fortsetzung.) Massenhafte französische Signale waren vor uns hörbar. Endlos wurde getrom— melt. Das Unterholz der Lichtung, worin wir standen, war so hoch, daß stellenweise vor unserer Front keine Feuerwirkung möglich war. Wir Kompagnieoffiziere bemühten uns daher längere Zeit, mit unseren scharfen Säbeln dem nachzuhelfen, indem wir das Buschwerk zusammenhieben. Nach und nach stellte sich großer Hunger ein. Ein Kamerad hatte noch von Orny ein noch nicht gar gekochtes Huhn bei sich, womit er allmählich herausrückte. Es wurde nunmehr in fünf Teile zerrissen oder wan⸗ derte vielmehr von Mund zu Mund und wurde mit größtem Wohlbehagen verzehrt. Getränke waren keinerlei zur Stelle. Gegen 7 Uhr wurde in Sektionen, bzw. Reihen, durch den Wald, den Bois des Ognons, abmarschiert. Nachdem wir aus dem Wald herausgekommen waren, stiegen wir die nach Gravelotte hinführende Schlucht hinab und auf der anderen Seite wieder herauf. Ein toter Franzose lag auf dem Fußpfade. Dann marschierten wir in Ge⸗ sechtsformation über einen großen Teil des Schlachtfeldes von Mars la Tour. Eine Menge Toter, namentlich Franzosen, lag allenthalben umher; einige Verwundete * lebten 1 Ulanen schossen aus un vom B mittel mach d schickt. erstaunl zosen u ville lie Aben hin; ich Mantel schwarz licher weicher wurden erhielt Tambon entstellte lange n. Am morgens schöne 2 der Kön nernden nahm d gade un sich in Aberma Schlacht Mars 1 sische 2 tilleriefe toter 9 Pferde. Kochkess staken z viele pr und be Truppen Aus reicher Gefallen französi allen n. sein sol Da e Metz zu bei Vill abzukock fanden 1 ich Arbeit na Steeg ein ihrer tus einem lt, um in aten. Sie erzählen, ten Men⸗ ich, beim Als die Lich an⸗ in der „um zu hnitt mit mit ihrem ugenblicke esser und r Gericht gewesen, kst“. Der aumästen, der Er⸗ Friedberg in einen äter ver⸗ t, verließ tach fünf hie Leiche elotte. von le waren getrom⸗ g, worin weise vor möglich ihten uns scharfen wir das r Hunger on Orny bei sich, Es wurde der wan⸗ und und verzehrt. lle. 5 en, bzw. Bois des wir aus 1, stiegen Schlucht e wieder auf dem in Ge⸗ Teil des ür. Eine sen, lag rwundete — 147— lebten noch. Rechts auf einer Anhöhe ritten Ulanen herum, und die Krankenträger schossen ab und zu Gewehre Verwun⸗ deter ab. Staub und Hitze drückten uns entsetzlich. Wir kamen an den Resten mehrerer Ba⸗ taillone von Regimentern des 3. Armee⸗ korps, die am Waldrande biwakierten, vor⸗ über. Diese gaben uns zu trinken. Um 9 Uhr kamen wir auf dem uns be⸗ stimmten Biwaksplatze an, der nördlich von Gorze und westlich des Bois de Vionville lag. Die ganze Division war hier vereinigt. Das dritte Infanterie-Regiment kam auf Vorposten. Wir machten auf den Feldern Kartoffeln aus und kochten sie. Ein Offizier wurde vom Bataillon nach Gorze, um Lebens⸗ mittel zu requirieren, ich zum Wasserholen nach der Kirche nordwestlich Gorze ge⸗ schickt. Bei dieser Gelegenheit sah ich eine erstaunliche Menge Tornister von Fran⸗ zosen und Jägern vor dem Bois de Vion⸗ ville liegen. Abends gingen wir gegen Mars la Tour hin; ich annektierte auf diesem Wege den Mantel eines Zweiundfünfzigers, da dieser schwarzgrau und einem Offizierspaletot ähn⸗ licher und außerdem länger, dicker und weicher war. Spiegel und Achselklappen wurden heruntergenommen, und der Bursche erhielt ihn zum Tragen. Das Bild eines Tambours, den ich damals mit entsetzlich entstelltem Antlitz daliegen sah, kam mir lange nicht aus dem Sinn. Am 18. August waren wir von 5 Uhr morgens an in Marschbereitschaft. Das schöne Wetter dauerte fort. Seine Majestät der König durchritt die Biwaks, von don⸗ nernden Hochrufen empfangen. Um 6% Uhr nahm die 25. Division die Kavalleriebri⸗ gade und die Artillerie an die Töte und setzte sich in Geßschtsformation in Bewegung. Abermals wurde ein großer Teil des Schlachtfeldes überschritten. Nahe der Straße Mars la Tour— Vionville waren franzö⸗ sische Dragoner und Kürassiere durch Ar⸗ tilleriefeuer niedergeschmettert worden. Ein toter Reiter saß noch auf seinem toten Pferde. Auf den Biwaksstellen lagen die Kochkessel noch umher. Jenseits der Straße staken zur Linken längs des Höhenrückens viele preußische Ulanenlanzen in der Erde und bezeichneten die Plätze, wo diese Truppenteile gefallen waren. Aus den Tornistern der nun wieder zahl⸗ reicher den Boden bedeckenden französischen Gefallenen entnahmen unsere Mannschaften französische Zwiebäcke(Biskuits), die uns allen noch im Laufe des Tages von Nutzen sein sollten. 5 5 Da es hieß, der Feind habe sich nach Metz zurückgezogen, marschierte die Division bei Villers aux Bois auf und erhielt Befehl, abzukochen, Die beiden Jägerbataillone be⸗ fanden sich vor uns beinahe auf der Höhe eines Kammes, den eine Chaussee krönte. Links war das Dorf St. Marcel, rechts Waldlisiere. Nach dem Dorfe wurden Kom⸗ mandos entsendet, die Rotwein, Wasser, Gemüse und sonstige Nahrungsmittel mit⸗ brachten, Als wir mitten im Kochen waren, ertönte der Befehl zum Weitermarsch. Wir gingen über die Straße herüber, und gegen 12½ Uhr begann vor uns bereits das Kanonenfeuer der 18. Division. Zwi⸗ schen Waldparzellen marschierten wir darauf zu. Ueber dem Walde vor uns stieg eine riesige Rauchsäule auf, man unterschied das Knarren der Mitrailleusen und das ununter⸗ brochene Knattern des Gewehrfeuers, wäh⸗ rend das Getöse der Geschütze stetig zunahm und die bekannten weißen Wölkchen sich in drohender Menge über dem Walde zeig⸗ ten. Links hin erblickten wir jetzt die tiefen Kolonnen des Gardekorps, die, noch etwas zurück, in derselben Richtung vorgingen. Hinter dem Bois de la Cusse wurde einen Augenblick gehalten. Die ersten Granaten gingen über uns weg, alles duckte sich. Bei den paar nächsten wurden die sich noch Duckenden bereits ausgehöhnt und mit Prü⸗ gel bedroht. Ein Granatsplitter zerschmet⸗ terte den Schaft eines Gewehres in der Kompagnie. Die 8. Kompagnie hatte bereits Verluste. Ein Sergeant gab mir noch einmal Schnaps zu trinken, dann ging es wieder vorwärts um die Ecke des Waldes herum. „In Kompagniekolonne auf ganze Distanz auseinandergegangen!“, kommandierte unser Bataillonskommandeur. Kaum hatte die Kompagnie die Bewegung ausgeführt, so erhielt sie im Avancieren bereits eine volle Granate mitten hinein. Ein Musketier war sofort tot. Dem Sergeanten, mit dem ich vor wenigen Minuten noch Schnaps ge⸗ trunken hatte, war die Seite aufgerissen, ein Gefreiter war im ganzen Gesicht ver⸗ brannt, ein anderer hatte einen Arm ver⸗ loren; alle diese lagen mit einem Musketier, dessen Patrontaschen hell aufflammten, jam⸗ mernd über einem Haufen, während die Kompagnie weiter vorging. Etwa fünfzig Schritte von dieser Stelle entfernt hielten wir sodann an. Nun mehr⸗ ten sich die Verluste durch Granatsplitter, sowie Gewehrkugeln alle Augenblicke. Als wir sahen, daß wir vor uns stehenden Batterien unseres Artilleriekorps zur Deckung oder vielmehr als Kugelfang dien⸗ ten, veränderte die Kompagnie ihre Stel⸗ lung, indem sie dichter an die Batterien heranging. Die Leute wurden ermuntert, sich ruhig zu verhalten, wir würden schon näher herankommen und Zwiebäcke— fran⸗ zösische nämlich, aus den Tornistern der Gefallenen— zu essen bekommen. Eine heitere Episode, die sich in der Zeit zutrug, erregte viel Lachen. Ein Mann hatte einen Schuß in den Fuß erhalten und jammerte sehr, während er langsam zurück⸗ hinkte. Als er aber etwa hundert Schritte entfernt war, sprang er auf einmal wie ein Hase übers Feld und machte bei jeder neuen Granate, die über ihn hinwegsauste, größere Sprünge. Das feindliche Artilleriefeuer ließ bereits zeitweilig nach, namentlich kam es nicht mehr von Ste. Marie aux Chénes her, wo nus anfangs längs der Chaussee stehende Artillerie flankiert hatte. Oberleutnant Kiß⸗ ner war nicht mehr zu Pferde und stand am rechten Flügel des fünften Zuges. Ich begab mich mehrmals dorthin, da auch die an⸗ deren Zugführer auf dem 7 Flügel 11 ihrer Züge standen. Bei dieser Gelegenheit sprach ich auch meinen Vetter, den Haupt⸗ mann Reh), dessen Batterie gerade vor uns stand; wir trugen uns gegenseitig die letzten Grüße auf. Ein verirrter Munitionswagen fuhr hin und her; sein Führer, ein Korporal, war in Verzweiflung, da seine Batterie den Standpunkt verändert hatte. Prinz Ludwig von Hessen hielt mit dem Divisionsstab eine Zeitlang rechts vor uns am Waldrand. Oberleutnant Moeller.) vom 4. Infant.⸗Regt., Adjutant der Di⸗ vision, wurde daselbst durch eine in den Stab schlagende Granate zerrissen. So überwältigend der fürchterliche Ka⸗ nonendonner, der ununterbrochen, wie sonst das Gewehrfeuer, rollte, anfangs auf die Nerven eingewirkt hatte, so sehr hatte man sich nach und nach daran gewöhnt. Nur Ungeduld, an den Feind zu kommen, war das einzig vorherrschende Gefühl. Man wollte endlich einmal die eigene Waffe ge⸗ brauchen und für die Verluste, die uns der unstchtbare Feind fortgesetzt zufügte, Rache nehmen. Dieses stundenlange Stilliegen im stärksten feindliche n Geschützfeuer— es schlu⸗ gen, abgesehen von unzähligen Splittern, zwei Granaten, von denen die eine platzte, in die Kompagnie ein— war die härteste Probe für die Standhaftigkeit unserer jungen Mannschaften. (Fortsetzung folgt.) Uleine Mitteilungen. Der Ausflug der Kinderkirche der Lukas⸗ gemeinde findet Sonntag, den 19. September, statt; Zusammenkunft um 3 Uhr an der Johanneskirche. * Da die Schulferien in diesem Jahre in die Zeit vom 25. September bis 10. Oktober fallen und in dieser Zeit nicht wenige Kinder verreist sein werden, so sollen diesmal die Anmeldungen zum ie denunterricht schon Mittwoch, den *) Theodor Reh, geboren 25. Juni 1826 zu Pema gestorben ebendaselbst als Major a. D. am 15. Januar 1884. ) Ludwig Moeller, geboren 115 Juli 1841 zu Darmstadt. — 148— und Donnerstag, den 23. September, jedes⸗ mal von 11—1 und von 4—6 Uhr erfolgen. Es wird gebeten, daß diejenigen Eltern, deren 1 in der Zeit von 11—1 schulfrei sind, diese Stunden zur Anmeldung wählen, da der Zudrang in den Nachmittagsstunden immer am stärksten ist. Auch wird darum gebeten, daß bei der Anmeldung der hierfür vorgesehene Fragebogen ausgefüllt mitge⸗ bracht wird. Formulare sind bei den Kirchen⸗ dienern und Schuldienern zu erhalten. Der Konfirmandenunterricht soll am Oktober beginnen, die feierliche Eröff⸗ nung findet Sonntag, den 10. Oktober, statt. Airchliche Anzeigen. Sonntag, den 19. Sept., 16. n. Trinitatis. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrassistent Ramge.— Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Mahr. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde: Pfarrer Mahr. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Johannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld. Vormittags 9¹77 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer Beichte und Feier des heil. Abendmahls für Lukas⸗ und Johannes⸗ gemeinde. Die Gemeindepfarrer erbitten vor⸗ herige Anmeldung.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde: Pfarrer Bechtolsheimer.— Abends 8 Uhr: Bibel⸗ besprechung im Johannessaal: Pfarrer Mahr. 5 Evang. Arbeiter verein. Sonntag, den 19., vorm. 9½: Kirchgang (Johanneskirche). Samstag, den 25., 8 ¼, bei Gastwirt Sauer, Neustadt, außerordentliche Hauptversammlung. Tagesordnung: 1. Be⸗ richt des Vorsitzenden über die Tätigkeit im Sommerhalbjahr. 2. Referat von Dr. Hans Werner, Geschäftsführer der Volks⸗ hochschule, über: 5 treiben wir Volks⸗ bildungsarbeit“. 3. Besprechung des Winter⸗ programms. 4. Werbe 153 3 315 denes. Anträge sind bis spätestens 21. l. M. beim 1. Vorsitzenden(Schiffenberger Weg 10 einzureichen. Angemeldet: Hermann Heu⸗ ßinger, Steinhauer, Licher Straße 5. Sonn⸗ tag, 26. l. M.: Sonntagvormittagsspazier⸗ gang(näheres nächste Nummer). Wartburg verein. Sonntag, den 19. Sept.: Bunde esfest des Hessenbundes in Darmstadt. Für diejenigen, welche nicht am Bundesfest teilnehmen, „machm. 2 Uhr(Abmarsch Universitätsbiblio⸗ thek): Waldwanderung. Abends 8 Uhr im Heim: Vortrag, Besprechung des Monats⸗ programms und Stiftungsfestes.— Sonntag, den 26. Sept.: Familienabend, jedoch nicht im Johannessaal, sondern im Gemeinde⸗ hause, Kirchstraße. Verantwortlich: Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Unive dafftzts· Buck und Steindruckeres R. Lange, Gießen. Geme Nr. 38 Psalm 31 Händ Dein g währen, von einze heißt jed wissenhaft Nicht soll Tag aus renne und die wahr Zeiteintei zwischen äußeren dessen, we und die des inner geudet ist Eine, noc Wert hat. aber das, andern R In ein einst in d zigen Aus hauchen u In jeder dahinleber boren, sch irdischen Und in bestimmen sei es, daß läßt. 5„Jeder sagt Goetl denn er i Ewigkeit.“ Wer mi in dem ber in seiner Augenblick gegensehen Geschenk v auch in vergeuden, Verpflicht! er auch ü geben ver zu scheuen Wer so Augen sei ein wahrh wird ohne voll ausn: 0